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VINE-PRODUKTTESTERam 20. August 2013
Mit schneidender Vehemenz greifen die tiefen Streicher des Rundfunksinfonieorchesters Berlin den Hörer an, mitten drin sitzt man im Sturm, wie man es live nie erleben wird, schon garnicht in Bayreuth, so viel Druck können Bässe und Celli im Orchestergraben nicht erzeugen. Mit technischer Hilfe haut einen der Anfang in den Sessel, der Pauker tut mit seinem Donnerschlag ein übriges. Marek Janowski, der große Wagner-Zuchtmeister, lässt auch hier die Zügel nicht schleifen, der emotionalen Attacke der Walküre kann aber selbst er sich nicht entziehen (wie immer er dies z.B. im Tristan geschafft hat). Immer noch hält Janowski das Blech an der kurzen Leine, arbeitet er sich an vielen Details ab, aber nun bekommt im 1. Akt, in der Todverkündigung und der letzten Szene des 3.Aktes der Orchesterklang Wärme und Fülle (wunderschöne Celli).
Vielleicht interessiert Janowski einfach mehr die musikalische Gestaltung als das Drama, so bleibt doch immer eine gewisse Distanz, ein Quentchen Zurückhaltung - das müsste doch eigentlich eine "moderne Interpretation" sein. Den Kampf Siegmunds mit Hundings hat man sicher kaum klarer, deutlicher in allen Orchesterstimmen (Stierhorn) gehört - und bleibt doch beim ersten Hören seltsam unberührt. Hat man sich aber etwas in die oft ungewohnten Klänge eingehört, so wird man doch auch mit fort gerissen. Das sage ich nun als bekennender Thielemann-Fan und freue mich über die neue Variante. Nach dem Wagnerjahr wird es sicher wieder dürre Jahre geben...
Wie in den bisherigen Teilen seines Wagner-Zyklusses hat Janowski ein Ensemble ohne Schwachpunkte versammelt, das natürlich gegen die Heroen und Heroinen der Vergangenheit ansingt, das aber mit Bravur: Robert Dean Smith hat halt nicht die absolute Belcanto-Stimme, legt sich aber mächtig ins Zeug und imponiert nicht nur mit ewig langen Wälse-Rufen, sondern auch mit vielen lyrischen Stellen. Melanie Diener reiht sich in die vielen vorzüglichen Sieglinden der letzten Jahre, natürlich war die Rysanek eine Urgewalt, aber doch auch nicht höhensicherer. Iris Vermillion ist sicher auch nicht die schönstimmigste Fricka, dafür aber eine der nachdrücklichsten, bringt Gatten Wotan vehement zur "Staatsräson". Toll auch die aus vielen Opernhäusern gecasteten Walküren, selten wurde da so wenig gekrischen - und der Walkürenritt ist natürlich ein Paradestück für einen Rhythmusfanatiker wie Janowski.
Petra Lang als Brünnhilde - das hat mich erst überrascht,also wieder mal eine etwas tiefer gelegt Brünnhilde. Ob sie sich da was Gutes auf Dauer tut, kann ich nicht einschätzen, die Meier ließ ihre Finger von der Brünnhilde und singt heute noch zu unser aller Freude. So müssen halt die Spitzentöne geschmiedet werden, was Petra Lang auch imposant, wenn auch nicht immer schön, gelingt. Aber das sind ja nur wenige und ansonsten gelingt ihr eigentlich alles.
Tomasz Koniecny ist für mich schließlich der Hammer, um mal ein wenig aus dem gediegenen Klassikjargon auszubrechen. Wir haben ihn jüngst in München noch als Alberich gehört, was für eine kraftvolle Naturstimme mit Bombenhöhe. Wer hat sich in den letzten Jahren so ungeniert in die Götternot geworfen, wer so das "Ende" herausgeschmettert, den 8 Walküren auch lautstärketechnisch Paroli geboren? Dabei hält er die Gesangslinie durch, versucht selbst im Monolog des 2.Aktes zu singen, wo es fast nichts zu singen gibt. Abgerundet durch einen leidenschaftlichen, nicht larmoyanten Abschied - toll. Klar wird es jetzt heißen, dass er halt noch nicht ausreichend differenziert, aber wo haben denn ein Ferdinand Franz oder Theo Adam "differenziert"?
Die sog. historisch informierten Dirigenten meiden Wagner ja weiterhin oder beißen sich an ihm die Zähne aus (Hengelbrock), so gelingt zumindest Janwoski eine fast klassisch zu nennende Alternative zum gängigen romantischen Ansatz.
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TOP 500 REZENSENTam 6. August 2013
Janowski schreitet also in seinem zweiten Ring-Projekt voran - passend zum Wagner Jahr. Schon bei seinem ersten Ring des Nibelungen fiel auf, dass er ein hohes Detailreichtum in der Partitur aufzeigt, dass er aber weniger der Dirigent des großen Bogens ist. Es ist kapellmeisterlich auf hohem Niveau, allein, es fehlt etwas am großen Ganzen. So hören wir auch hier immer wieder einen beeindruckenden Detailreichtum, die Partitur ist insgesamt wunderbar ausgeleuchtet, was etwas auf der Strecke bleibt, ist die Dramatik (man vergleiche die Aufnahme z.B. mit Böhm). Das Orchester ist dabei beeindruckend transparent. Und dennoch, die dramatische Gestaltung der Partitur gelingt nicht wirklich.
Was nun die Sänger angeht, so ist die Besetzung durchwachsen. Konieczny ist ein junger, jugendlicher Wotan, der stimmlich gefällt, der einem aber manche Ausdrucksnuance schuldig bleibt. Er ist insgesamt auch recht hell timbriert und genuin eher lyrisch gestimmt, so dass er in den dramatischen Passagen auch mal an seine Grenzen stößt. In der Summe aber gut ist. Das Wälsungenpaar ist gut, R. Dean Smith hatte einen guten Abend und abgesehen von einigen rauen Passagen ist er ein guter Siegmund (wenn auch im Schatten großer Rollenvorbilder). M. Diener ist eine ansprechende Sieglinde, kommt aber in den dramatischen Passagen ebenfalls an Grenzen, v.a. in den Aufschwüngen des dritten Akt schwingt ihre Stimme nicht frei genug und klingt dann etwas hart. Riihonen ist nun ein durchschnittlicher Hunding, dem es an Tiefe fehlt und I. Vermillon ist zwar eine dramatische Fricka, stimmlich hat sie aber schon deutlich bessere Tage gesehen. Und P. Lang zwingt sich mit viel Kraft in die Brünhilde: im Gegensatz zu einer Mödl, die ebenfalls aus dem Mezzo-Fach kam, verfügt sie aber nicht über deren Ausdrucksnuancen. Es ist eine eher monochrome Brünhilde, die sie singt, mit viel Kraft, vor allen Dingen laut.
In der Summe also eine eher durchschnittliche Walküre, mit schönen Details, teilweise guten Sängerleistungen. Sie kann aber nicht mit den großen Aufführungen mithalten (Furtwängler, Böhm, Leinsdorf als Beispiel).
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