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am 14. September 2013
Wie man in einigen - manchen vielleicht noch unnötigeren - Rezensionen, schon hat lesen können, ist dieser Film der letzte - Star Trek unwürdige - Schund, der die Isolinearen Chips nicht wert ist, auf denen er gespeichert wurde. Aber einige halten ihn auch für großartiges modernes Kino. Ein Widerspruch, der natürlich den Geschmäckern, über die man verdammt gut streiten kann, aber auch der Intoleranz, geschuldet ist. Wie gesagt, über Geschmack lässt sich nicht streiten und sollte nicht geäußert werden:
Ich wurde sehr gut von diesem Film unterhalten. Ich finde nicht das hierbei Star Treks Ansehen zerstört wurde.

***Spoiler!!!:
Ich persönlich sehe in der umstrukturierten Nacherzählung von "Der Zorn des Khan" eher eine Verbeugung vor dem Original. Ja, es stimmt, für eingefleischte Fans war manches etwas vorhersehbar. Na und? Natürlich ist uns allen Star Trek Fans klar, wenn man die Handlungsparallelen entdeckt hat, dass Kirk nicht sterben wird. Und viele hier im Kommentarbereich fühlen sich anscheinend dadurch betrogen. Aber, mal ganz ehrlich: In welchem Film aus einer Reihe ist zuletzt der Hauptprotagonist gestorben und hat damit den Franchise beendet? Ja, mmh, ich kann mich auch nicht erinnern. Das ist knallharte Marktwirtschaft, Lehman-Brothers-Style (wie man das wohl tanzt?). Oder hätte man Kirk wirklich sterben lassen sollen? Oder noch schlimmer, den fürchterlichen dritten Star Trek Teil nachdrehen sollen? Da wäre sogar Sheldon nicht mehr ins Kino gegangen.
***Spoiler Ende!!!

Ich verstehe auch nicht, dass viele den parallelen Zeitstrang so verteufeln. Es ist doch ein gelungener Kniff um die Spannung zu erhalten und neues im alten Gewand zu ermöglichen. Viele der Folgen von Star Trek, die von parallelen Zeitsträngen handeln sind faszinierend und auch unter Fans geschätzt; z. B. "Die alte Enterprise" aus TNG und die Spiegeluniverumsfolgen aus allen Serien.
Und nun ist ein alternativer Zeitstrang mindestens das personifizierte Böse und absolut nicht mit dem Kanon vereinbar? Wer dieses nicht niedergeschriebene Wort Gottes (hier: Q's) verletzt, gehört aber auch wirklich zu Tode gelenseflaret! Mein Gott es ist "nur" eine Fernseh-/Filmserie und (noch) keine Religion. Ich bin wirklich ein großer Fan und versichere, wie auch schon so viele, jede Episode und jeden Film mindestens drei mal gesehen zu haben (ja, ich bin auch ein bisschen ein Nerd). Aber ich bin auch Realist und man muss die Zeichen der Zeit erkennen. Und das hat Abrams mit seinen massentauglichen Filmen getan. Und ganz nebenbei Star Trek stand schon immer für Toleranz. Und die sehe ich bei vielen selbsternannten Trekkies, die hier schreiben und kritisieren, leider nicht.

Um zum Schluss nochmals auf meine Überschrift zurück zu kommen: Ja, es ist auch eine Leichenschändung. Und zwar weil Star Trek tot war. Es war zumindest kurz davor und nur durch einen großen Bombast ins Leben zurück zu holen. Wenn man dem Durchschnittspublikum mit den teilweise philosophischen, manchmal langatmigen - aber meiner Meinung nach großartigen - Themen im Hier und Jetzt des Knalleffektkinos, gekommen wäre, hätte man Star Trek leider wirklich begraben können. Aber nun besteht die Chance auf eine Auferstehung. Und die hat auch schon so mancher Religion den nötigen Schub gegeben...

PS: Hier noch ein paar unqualifizierte Aussagen zu der bewerteten Blu Ray:
Bildqualität: Schwarzwerte wie ein schwarzes Loch 9/10
3D Effekt: Holodeck 0.3 9/10
Sound: Röhrt wie ein brünftiger Worf 9/10
Extras: Ernüchternd wie Earl Grey, heiß 5/10
Handlung: Faszinierend 8/10
6969 Kommentare566 von 646 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 12. September 2013
Ich habe soeben die 3D Version auf einem 65" Plasma genossen - das Bild ist an Qualität kaum zu überbieten. Perfekte Abstimmung, keine Körnung, gute Tiefe & sogar Pop-Outs sowie ein super schwarz Wert. Referenz!

Der Ton ist bei Dolby TruHD 7.1 (in Englisch UND Deutsch) erwartungsgemäß der Hammer und lässt das Wohnzimmer zur "Brücke" der ENT werden. Wobei ich allerdings finde, dass die Dialoge in der englischen Version sauberer abgemischt sind. Die deutsche Dialog-Tonspur wird teilweise zu sehr überlagert vom Surround-Sound und hätte für meinen Geschmack etwas lauter abgestimmt werden dürfen. Ich habe dann manuell am Receiver den Center etwas mehr betont und dann war es gut.

In der Verpackung der hier rezensierten 3D Version befindet sich der Film in 3D ohne jegliche Extras, die 2D-BR inklusive Extras, sowie eine DVD und der Zettel mit dem Code für eine Digital-Kopie - alles sehr ordentlich und bei dem Preis aber auch das Mindeste.

Zum Film selber: echt schade, dass man teils sofort bombardiert wird, wenn man sich zu dem "neuen" Star Trek bekennt. Ich bin mittlerweile 46 Jahre alt (exakt in dem Jahr geboren, als ST das erste Mal ausgestrahlt wurde) und mit "Raumschiff Enterprise" aufgewachsen. Es gibt NICHTS, was ich von dem gesamten Franchise nicht gesehen habe - selbst Voyager komplett ;-) .. ich habe die alten Kino-Filme mit Kirk, Pille, Spock & Co geliebt und mittlerweile so oft gesehen, dass ich die Dialoge nahezu komplett mitsprechen kann. Auch TNG hat mir immer gut gefallen. Als dann jedoch auch diese Ära zu Ende ging, war ich sehr traurig. Welch eine Freude, als dann vor 4 Jahren die ersten Teaser Trailer für ST XI liefen - es geht weiter! :-)

Und ich finde, auch wenn der Actionanteil sicherlich nun sehr hoch ist, dass es einen Riesenspaß macht, die "neue" Crew zu begleiten. Die Schauspieler sind meines Erachtens hervorragend gecastet; insbesondere Scotty und Pille sind sehr würdige "Nachfolger" ihrer Originale. Doch auch Chris Pine als Kirk ist klasse. Wer mal den Ton auf Englisch umstellt und in manchen Dialogen die Augen schließt, wird teils eine frappierende Ähnlichkeit zu Bill Shatners Stimme vernehmen können.. ich hatte Gänsehaut.

Was ich auch extrem gelungen finde, ist der "Design-Transfer". Nur ein Beispiel: den Communicator z.B. exakt genau so aussehen zu lassen, wie in den 60ern, wäre sicher albern gewesen. Das aktuelle Design hat zum einen Wiedererkennungswert, ist aber auch so "modern", wie man sich solch ein Gerät heute vorstellt. Und das finde ich insgesamt im Film hervorragend gelöst - man erkennt nahezu alle markanten Gegenstände der alten Enterprise wieder aber trotzdem sind sie so aufgepimpt, wie sie heute in einem Film aus dem Jahre 2012 auch sein sollen - immerhin befindet sich die Enterprise im 23. Jahrhundert! :-) .. und da wäre es doch lächerlich, wenn es statt Touchscreens nur Schalter und bunte Lichter gäbe; wenn wir selbst heute, sozusagen 200 Jahre früher, schon solche berührungsempfindlichen Schirme haben oder?

Was ich zugebe, der eigentliche Star Trek Gedanke von Gene Roddenberry ist in der Tat nicht mehr so konsequent eingebaut, wie er es auch noch bei TNG (Serie) war. Doch am Ende dieses Teils 12 von ST wird herrlich übergeleitet zur eigentlichen Mission der ENT. Gänsehaut pur, als die Melodie der alten Serie eingespielt wird: die 5 jährige Reise durchs All beginnt, "..to boldly go, where no man has gone before"!

Ich bin auf alle Fälle gespannt, was noch kommt - und bin froh, DASS es überhaupt weiter geht! .. vielleicht entwickelt sich daraus sogar eine neue Serie.. wer weiß.

Live Long and .. na ihr wisst schon.. :-)
1212 Kommentare240 von 282 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich labere gar nicht lang herum.
Ich bin seit vielen Jahren eingefleischter Trekkie und liebe mein Star Trek egal ob Original oder Voyager.
Mir ist egal ob der Captain weiblich oder männlich ist, Glatze trägt oder Fönfrisur.
Ob er schnell zum Phaser greift oder das Dilemma ausdiskutiert.
Ob es auf einem Raumschiff oder einer Raumsstation spielt.
Oder ob er zum hundersten Mal gegen die erste Direktive verstößt.
Ich nehme nicht alles im Detail auseinander und krieche bis in die Jeffriesröhre um nach Ungenauigkeiten zu linsen.
Das finde ich albern.
Für mich muss eine gute Show unterhaltsam sein, darf nicht langweilen, muss mich mitreißen können.
Der neueste Streich von Abrams bietet all das an.
Ich hab nichts auszusetzen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und unterhält Trekkies oder Nichttrekkies gleichermaßen.
Die Schauspieler überzeugen voll und ganz, die Effekte rocken, der Sound reißt mit.
Wer die Möglichkeit hat, sollte zum 3D greifen.
1313 Kommentare70 von 84 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. März 2014
Ja, ich geb's zu... Ich bin einer von DENEN, die die neuen Star Trek-Filme einfach nur schlecht finden. Und ich STEH auch dazu!

Ähnlich wie einer meiner Vorredner dachte ich auch nach dem ersten Film der Star-Trek-Neuauflage unter der Egide von J.J. Abrams, dass der zweite Film vielleicht besser würde als der erste. Leider wurde auch ich unsäglich enttäuscht. Um es gleich vorweg zu sagen: Die Schauspieler sind daran definitiv NICHT schuld. Und technisch sind die Filme natürlich auch "state of the art". Aber die Stories!!! Diese Drehbücher! Entschuldigung, aber wer schreibt so einen Mist?! Und wer adelt diesen Schwachsinn dann auch noch damit, dass er mit großem Aufwand und Millionenbudgets verfilmt wird?? Ich kapier das einfach nicht...!

Mal ganz ungeachtet der Tatsache, ob es sich nun um einen "Star Trek"-Film handelt bzw. handeln soll oder nicht... Es spielt gar keine Rolle! Die Story ist einfach nur schlecht. Sie ist nicht durchdacht. Die Charaktere sind flach, holzschnittartig, unglaubwürdig und handeln auch so. Die Situationen sind zu einem Großteil völlig an den Haaren beigezogen und gehen (wie man es leider inzwischen schon fast gewohnt ist) zusammenhanglos ineinander über. Einfach nur grotesk! Die Hauptprämisse scheint zu sein, dass es möglichst oft und laut "knallt" und sich die CGI-Abteilungen so richtig schön "austoben" können. Ob das Ganze dann überhaupt noch Sinn ergibt bzw. die Effekte die Handlung unterstützen(!!!), scheint bedauerlicherweise kaum mehr eine Rolle zu spielen...

Meiner ganz bescheidenen Meinung nach liegt auch genau hier eines der Hauptprobleme! Es ist schlichtweg zu "einfach" geworden, diese (verdammten) CGI-Effekte zu generieren! Wenn man sich mal die Making-of's früherer Science-Fiction-Serien und -Filme ansieht, erfährt man, was für einen Aufwand es vor gar nicht allzu langer Zeit noch bedeutet hat, selbst relativ einfache visuelle Effekte zu erzeugen, und wie viel "Gehirnschmalz" und echte Genialität in deren Entwicklung hineingesteckt werden musste! Da wurde noch mit Motion-Capture und Motion-Control gearbeitet oder mit ganz klassischer angewandter Physik und Chemie. Die Ergebnisse waren natürlich nicht so "gelackt" wie die, die man von modernen Filmen inzwischen gewohnt ist. Aber WEIL sie so aufwändig waren, wurden die Effekte noch mit Bedacht und wohldosiert eingesetzt. Heute wird alles mit Effekten total überfrachtet, und die eigentliche Story, das, was den Film eigentlich ausmachen sollte, gerät zunehmend ins Hintertreffen.

Kurzum, ich finde es einfach eine Verschwendung von Talenten und Ressourcen, solche Filme zu produzieren und ich empfinde es schlicht und ergreifend als Verschwendung meiner Zeit, mir Filme wie diesen anzusehen. Daher wird dies auch definitiv der letzte der neuen Star-Trek-Filme gewesen sein, die ich mir angeschaut habe.

Klar, das ist eine ganz persönliche Entscheidung, und ich gönne es jedem, der sagt, dass ihm die neuen Filme gefallen oder (was man ja auch allenthalben hört und liest) ihm sogar BESSER gefallen als die alten, sie sich so oft er will anzusehen und alle, die da noch in der Pipeline sein mögen... Bitte schön! Werdet glücklich damit! Und das meine ich ganz ernst.

Für Menschen wie mich, die noch an die alten "Roddenberry'schen Ideale" glauben und denen es nicht egal ist, ob ein Film neben tollen Effekten auch eine halbwegs glaubwürdige Story zu bieten hat, sind Filme wie "Star Trek" und "Star Trek - Into Darkness" jedenfalls absolut NICHT GEEIGNET. Es fehlt ganz einfach das "Herz" und die "Seele". Es fehlt die Substanz, die ganze "Philosophie", die noch hinter den alten Filmen und Serien steckte und die mir persönlich eben doch WICHTIG ist!

Natürlich ist mir auch klar, dass man mit einem einem Kinofilm, gerade WEIL er mit großem Aufwand und Millionenbudget produziert wird, ein Massenpublikum ansprechen muss. Das war ja auch schon das "Problem" der alten Star-Trek-Filme, die in ihrem "Tiefgang" nie an den so mancher Serienfolge herangereicht haben. Es gibt Star-Trek-TNG- oder DS9-Folgen, bei denen ich heute noch einen Kloß im Hals habe oder mir gar die Tränen in die Augen schießen oder ich wirklich herzhaft lachen kann, wenn ich sie sehe, weil sie einfach DERMASSEN gut geschrieben sind!

Mein Fazit: Die Drehbücher sind das Problem. Und die Feigheit der Studios, die einfach nicht mehr bereit sind, auch nur noch das geringste Risiko einzugehen. Da wird alles "rundgeschliffen", was auch nur eine kleine Kante hat, alles Kreative und Neuartige wird zugunsten des Bewährten und Erfolgserprobten verworfen. Immer nach dem Motto: Das hat doch damals schon super funktioniert, das machen wir gleich noch mal! Klar ist das verallgemeinernd. Und es gibt auch heute noch tolle Filme mit wirklich tollen Stories. Aber "Star Trek - Into Darkness" gehört definitiv NICHT dazu!
22 Kommentare55 von 70 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ja, das Gute zuerst: Die Effekte sind Spitzenklasse. Die Schauspieler sind wunderbar. Und die Enterprise auf Tour zu sehen ist nach wie vor immer ein Highlight für jeden Trekkie. Aber der Rest? Ohweh, mal wieder. Wie schon der erste Teil des von mir eigentlich sehr geschätzten J.J.Abrams enttäuschte inhaltlich total. Aber auch im zweiten hat der werte regisseur nichts dazu gelernt. Ich werde das mal wieder stichwortartig auflisten, also VORSICHT SPOILER:
- warum musste am Anfang die Enterprise unter Wasser versteckt werden, keine hundert Meter vom Festland entfernt? Allein das hätte jeder Eingeborene eventuell mit bloßen Augen bei ruhiger See erkennen können. Hier ging es nur um den visuellen Effekt, wenn sie auftaucht, ganz klar. Normalerweise kurbt die Enterprise sicher im Orbit. Warum auch nicht?
- Kirk pubertiert nach wie vor herum und vergnügt sich mit Frauen, trinkt in Bars oder pöbelt Vorgesetzte keck von der Seite an. Nichts Neues aber auch nichts spannendes. Ein totales Abziehbild.
- Spock und Uhuras Romanze geht weiter, aber irgendwie auch nur, um zwischendruch ein zwei Gags einzustreuen. Charakterentwicklung fehl am Platz. Vor allem beim Vulkanier hätte ich da mehr Zwiespalt wegen seiner Gefühle erwartet: schade, Chance vertan.
- Scotty darf nicht in die mysteriösen neuen Torpedos reinschauen, deswegen kündigt er sofort seinen Job (also desertiert er sozusagen!). Kirks Antwort: Okay, bye, bye. Halloooooo??? Und später reicht ein Anruf, um aus beiden wieder die dicksten Buddys zu machen, sodass Scotty unbemerkt einfach in Supergeheimschiff fliegen kann, um da in aller Seelenruhe alles unbemerkt zu sabotieren. Pfffffff, sowas von schlecht und uninispiert konstruiert ist selten ein Plot ausgefallen.
- Khan ist erst böse, dann wieder nicht (da es noch einen zweiten Halbschurken gibt, dann wieder böse. Man mag ihn irgendwie, man will auch gar nicht, dass er verliert, weil er ja in gewisser Weise unschuldig an seinem Schicksal ist. Somit gibt es zwei Schurken im Film (Khan und den Admiral), die aber beide nicht so richtig nur böse sind, sondern in moralischen Grauzonen agieren, dabei aber natürlich recht skrupellos vorgehen. Und da die sich auch noch gegenseitig bekämpfen fiebert man als Zuschauer kaum noch mit.
- Khan attackiert die Konferrenz auf herlrich banale und einfallsose Weise, indem er einfach vor dem Fenster mit rauchenden Colts (Lasern) herumfliegt. Das kann ja auch nur gelingen, weil die Föderations-Spitze keinerlei Sicherheitsvorrichtungen besitzt: keine Abschirmung ihres Saales durch einen Schutzschirm. Keine automatischen Geschütze, keine Wachen, keine Warnsensoren, keine whatsoever. Ob Khan oder Hans-Wurst, beide hätten diese Föderationsnarren mit verbundenen Augen hinrichten können. Dafür braucht es keinen genmanipulierten Overlord, sondern nur einen Kerl, der die Feuertaste drücken kann.
- am Ende wird der Mega-Übermensch Khan einfach mit ein paar stumpfen Schüssen aus dem Stun-Phaser von Uhura niedergestreckt - gäääähn, wie einfallsreich.
- Kirks Sterbeszene (sehr schön inszeniert eigentlich als Spiegelung von Spocks Sterbeszene in Star Trek II damals) wird nur nach wenigen Minuten wieder aufgelöst, indem man ihm etwas Khanblut spritzt (nach Kirks Tod?)... super. Zudem handelte es sich nur um einen mechanischen Fehler (Kirk tritt ein paar Mal gegen den Stahl, danke, das war's) - braucht es dafür wirklich den Suizid?
- die mega-krasse Mission ins Herz des Klingonen-Imperiums führt dazu, dass nicht ein einziges Klingonen-Kriegsschiff auftaucht, nicht ein einziger Posten im All sie bemerkt, und auf dem Planeten selbst nur eine Handvoll Klingonen anrückt, um von Khan im Handumdrehen auseinander genommen zu werden - ohne dabei nach Verstärkung zu rufen. Das gefürchtete Kriegervolk der Klingonen gerät echt zur Farce.
- dann fliegen sie in gefühlten drei Minuten zurück zur Erde - ein Katzensprung.
- außerdem kann sich Khan von der Erde ins Klingonenimperium beamen, etliche Lichtahre entfernt??? Unfassbar. Wenn er so eine Technologie hat, dann ständen ihm ganz andere Assassinen-Möglichkeiten zur Verfügung.
- der Showdown zwischen Kirk und dem Admiral findet ca 20.000 Kilometer vor der Erde statt. Die beschießen sich fett, die funken sich die ganze Zeit die dicksten Geheimnisse über Khans Züchtung etc hin und her und NIEMAND taucht auf. Es gibt keine anderen Schiffe im Sonnensystem, es gibt keine Überwachung des Funkverkehrs, es gibt keine Sonden, Satelliten, Stützpunkte oder ähnliches. Selbst von der Erde müssten die Menschen die Explosionen mit bloßem Auge verfolgen können und niemand reagiert drauf, wenn sich zwei Föderationsschiffe gegenseitig bekämpfen. Die komplette Sternenflotte der Föderation wird kurzerhand in dramaturgischen Tiefschlaf versetzt oder einfach vom Regisseur vergessen. Absurd!
- die Funktion der Tochter des amoklaufenden Admirals ist völlig überflüssig
- Spocks Wuntanfall und Prügelattacke demontieren den ganzen Charakter
- die Sternenflotte baut Kriegsschiffe und erteilt offiziell (!) Mordaufträge?
- wer ist der Cybord / Data-Klon auf der Brücke? Zu jener Zeit???
- das SuperSchiff des Admirals ist riiiiiiiiesig, kann aber von nur einer Person gesteuert werden. Trotzdem hat er eine Crew dabei, die alle potentielle Mitwisser seiner Verbrechen werden. Zudem hat er also zwar (obwohl er sie nicht braucht) eine Crew an Bord, aber niemandem im Maschinenraum postiert, obwohl es zu Kampfhandlungen kommt - sodass Scotty lustig umher stapfen kann und einfach mal die Stecker rauszieht. Und erst als das geschieht kommt ein Typ vorbei und verhört ihn gefühlte zehn Minuten, anstatt gleich seinem Boss zu melden, dass hier ein Saboteuer der Enterprise an Bord ist ... Oh Mann...
- Kirk und Khan werden als Human Rockets durch das Schrottfeld geschossen? Wobei sie mit rasender Geschwindigkeit unterwegs sind und ständig dem umherfliegenden Schrott durch manuelle (!) Reaktionen ausweichen. Unfassbar unlogisch, dass Kirk das packt. Khan vielleicht wegen seiner unmenschlichen Reflexe, aber Kirk steht ihm ja in nix nach, bis auf seinen einen Kratzer am Helm.
- warum scannt Khan die Torpedos nicht, die auf sein Schiff gebeamt werden? Ob da wirklich seine Leute drin sind? Ob die noch alle leben? Ob da eine Bombe an Bord ist? Hey, der Typ hat doch die Superintelligenz, wie ständig erklärt wird... aber dafür ist er zu töricht.
- den Absturz in die Atmosphäre hätte so keiner richtig überleben dürfen
- die sekundenschnelle Umfunktionierung von 72 (!) hyperkomplizierten Torpedos und Kältekammern gelingt dem Doktor mühelos (aha?)
...und und und, es hört (wie im ersten Abrams-Teil) leider nicht auf.

Zu guter Letzt fehlen einfach noch die StarTrek-typischen Dialoge, Erkenntnisse, ja schlicht das Flair, dass seit einem halben Jahrhundert die Reihe geprägt hat. Stattdessen gibt es Popcorn-Kino mit viel Bumm-Bumm und ohne Sinn... Naja, Hauptsache die Dollars rollen...

Für mich mal wieder eine schreckliche Enttäuschung...
1414 Kommentare93 von 120 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. April 2015
Einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Warum? Dazu kurz, dann etwas Witziges über Sicherheitsgurte an Sesseln, die nicht am Boden befestigt sind.

Das Studio hatte die Filmrechte an den Namen: Enterprise, Sternenflotte, Kirk, Spock, Uhura, Scottie (Welshie spottet Futurama), Khan. Und so drehten sie einen Spielfilm, in dem nur die Namen da sind und sonst nichts. Respektlos wird auf Star Trek herumgetrampelt.

Chris Pine als Kirk war die ultimative Casting-Katastrophe. William Shatner (Kirk) und Patrick Stewart (Picard) konnten mit ihrer Präsenz eine enorme Ausstrahlung verkörpern. Ihr Gesicht drückte viel Klugheit, Tatkraft und Menschlichkeit aus. Chris Pine kann das nicht. Sein Gesicht hat nur zwei Ausdrücke: leere Maske und überraschter Gorilla. Das Lob seiner Vorgesetzten und die Wertschätzung seiner Kollegen sind bloße Behauptung. Auf ein brauchbares Drehbuch wurde verzichtet. Die anderen Schauspieler haben wir alle schon besser in guten Filmen gesehen: Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch, Peter Weller, Zoe Saldana, Simon Pegg und sogar Karl Urban. Diesmal gibt es keine sinnvollen Beziehungen und Gespräche. Ob ein blasser Upper-Class-Brite wie Benedict Cumberbatch Khan genannt werden muss, diese Rolle wurde für den mexikanischen Schauspieler Ricardo Montalban maßgeschneidert. Es wirkt, als ob Simon Pegg (oder Jason Momoa) die Titelrolle in einem Remake von Conan der Barbar spielen würde (aber ein Barbar kann nur von einem Österreicher verkörpert werden, Arnold Schwarzenegger oder Adolf Schicklgruber, adoptiert Hitler). Im Inneren der Enterprise sehen einige Räume aus, wie in einer Fabrikhalle gefilmt. Die Stühle auf der Kommandobrücke sind wie aus dem nächsten Möbelhaus.

Trotz des Schwerkraft-Zauber-Generators empfiehlt es sich, in einem Raumschiff die Stühle am Boden anzuschrauben, denn die Schwerkraft könnte einmal ausfallen, oder bei den hohen Geschwindigkeiten könnte es in den Kurven einmal ruckelig werden.

Im Original und auch in der Next Generation haben Kirk und Picard ein Schiff mit perfektem Schwerkraftgenerator, der auch bei schweren Schäden nicht ausfällt. Deswegen werden wir niemals (außer im Shuttle) Picard, Data, Worf, Riker und die anderen mit einem Sicherheitsgurt erleben. Auf der Brücke gibt es sogar Stehpulte, und die Crew sitzt auf Stühlen, die locker über den Boden rutschen. (Das machte die Dreharbeiten leicht, Schwerelosigkeit wurde selten benötigt.) So modern mit Schwerkraft geschützt, müssen die Stühle in der Kommandozentrale (Brücke) der Enterprise nicht am Boden festgeschraubt sein. J.J. Abrams übernimmt das für seinen Film, aber dann hat er eine Idee: Einmal aktivieren Spock und die Leute an den Steuerkonsolen super-robo-moderne Sicherheitsgurte. Die Stühle der Crew sind nicht am Boden befestigt, wie kurz vorher im Hintergrund zu sehen war. Also würden sie in der Kabine herumfliegen und an die Wand donnern. Wie blöde ist das denn? (Gibt es keine Regisseure mehr, die wenigstens eine Grundschule besucht haben? Das mit den Sicherheitsgurten an Stühlen, die locker auf dem Boden stehen, erinnert an das 3-D-Spektakel Gravity von 2013, wo George Clooney nach dem längst abgefederten Aufprall-Impuls heldenhaft die Schnur durchschneidet und sich opfert, damit Sandra Bullock sich allein in die Raumstation retten kann. Das gilt aber nur in Bergsteigerfilmen, wo zwei in der Steilwand am Seil baumeln. In der Schwerelosigkeit ist es völlig egal, ob zwei oder zwölf Astronauten am selben Seil unter der Raumstation hängen, sie ziehen die anderen nicht in den Abgrund. Ihr Gewicht ist im Orbit über der Erde aufgehoben, sie schweben, egal ob schlank oder Dickmops. Auch ihre Geschwindigkeit ändert sich nicht, solange keine neue Kraft auf sie einwirkt. Auch wir auf der Erde sausen einmal am Tag rundherum und einmal im Jahr um die Sonne und mit der rotierenden Galaxis ungeheure Entfernungen durch das Universum, aber trotzdem müssen wir uns nicht mit flatterndem Hemd an den nächsten Laternenpfahl klammern, relativ zur Umgebung sind wir genau gleich schnell und damit unbewegt, bloß Beschleunigung würde uns zerquetschen.)

Das Drehbuch besticht durch Gedankenlosigkeit. Erst eine Der-Wecker-klingelt-Szene als Einstieg in den Film mit zwei später verschwundenen Nebenpersonen. Es folgt eine weitere Morgens-im-Bettszene mit klingelndem Wecker als Einstieg in den Berufsalltag von zwei Hauptpersonen. Sollen wir veräppelt werden? Keiner hat hier richtig nachgedacht - das Drehbuch ist gar keines. Der Regisseur ist schuld, wenn kein Drehbuch da ist. Für Star Wars Episode VII ist J.J. Abrams genau der Richtige, um das auch noch zu verhunzen? Für das komplette Versagen bei Star Trek wird er belohnt?

Während die originalen Crews eine Chance hatten, in vielen Folgen einer TV-Serie zu beweisen, dass sie die Zuschauer fesseln können, mit wichtigen Themen und ausgefeilten Persönlichkeiten - bleiben alle in J.J. Abrams' peinlichem Abklatsch völlig blass, flau und kindisch, es geht um nichts. Sie könnten auch andere Namen tragen: Khan oder Gogol, Captain Frank und Vulkanier Furter, Russe Vladimir vom Raumschiff Titanica. Es würde keinen Unterschied machen, Darsteller und Handlung haben nichts mit Star Trek zu tun.

J.J. Abrams mag stolz auf die Lichtreflexionen sein (frühere Filmemacher hätten den Kameramann gefeuert, dieser ist noch stolz auf das Flirren im Bild und macht eine Marke daraus). Er scheint gerne seine Fehler nachträglich zu entschuldigen und mit künstlerischem Genie erklären zu wollen. Dann war da die Grundidee, wir nehmen junge Schauspieler und erklären, sie sind Rekruten der Sternenflotten-Akademie (eigentlich sollten sie zuerst eine Weile die Akademie besuchen, aber das strichen die Produzenten, also wurde es im Zeitraffer gezeigt). Trotzdem ergab sich das peinliche Problem, dass die Personen zehn Jahre in untergeordneten Rängen dienen, bevor sie auf der Enterprise ihren ersten höheren Posten bekommen. Also wurde auch das im ersten Teil (2009) sehr unglaubwürdig hingebogen. Kirk bekommt aufgrund von absurden Ausnahme-Umständen das Kommando. Die erste Idee taugte nichts, aber statt eine bessere zu suchen, flickte J.J. Abrams sie notdürftig: Der Rekrut wird zum Captain, weil ein riesiger Pac-Man aus dem Weltall die höheren Offiziere gefressen hat oder so ... Wie in Xenophons Anabasis vor 2400 Jahren.

Wieso hatte aber keiner von den Produzenten das Gefühl, dass das Wichtigste fehlt? Weil die Gehirne von Menschen nur das erkennen, was ihnen nicht zu hoch ist. Alles andere rauscht an ihnen buchstäblich vorbei, wie ein zufälliges Rauschen ohne erkennbares Signal. Darum erkennen Kinder, deren Gehirn noch reift, immer nur das, was sie bereits lernen können, und ignorieren den Rest - aber auch Erwachsenen ergeht das so: Deshalb lesen Dummköpfe ein kluges Buch, klappen es zu und tun genau das, wovon ihnen das Buch dringend abgeraten hat. Oder Regisseure ahmen Quentin Tarantinos wilde Wendungen und Gewalt nach, vergessen aber die vielschichtigen Anspielungen und Dialoge. Oder sie machen aus Goscinnys intelligenten Asterix-Texten lächerliche, hirnlose Zeichentrickfilme. Das Hochwertige am Original konnten sie nicht erkennen, ihr Gehirn ignorierte es wie ein zufälliges Rauschen ohne Sinn. Für sie war nichts weiter da als die bunte Oberfläche. So ist es wohl J.J. Abrams ergangen, als er sich zur Vorbereitung Star Trek ansah. Action im Weltraum fiel ihm auf, der ganze hochwertige Hintergrund ging ihm am "blanken Metallarsch" vorbei.

Es wurde bisher nicht erforscht, welchen Leuten ein Film gefällt (oder ein Politiker) und warum. Manche geben einem schlechten Film 5 Sterne, ist er noch schlechter, gefällt er ihnen trotzdem. Man kann ihnen alles andrehen. Sie sind zufrieden. Warum haben diese Leute kein Gespür für Qualität und Dreck, warum schlucken sie alles? Eine Vermutung: Als die Enterprise 1966 zum ersten Mal in die endlichen Weiten der Filmtrickstudios hinausflog, waren noch alle Menschen Bücherleser. Ihr Gehirn konnte denken. Man durfte ihnen nicht mit billigem Müll kommen. Sie hätten das sofort bemerkt. Es gab noch wenige Gehirnamputierte. Nichts ist einfacher, als ein Gehirn zu amputieren: dazu ist nichts weiter nötig, als von Kindheit an keine Bücher zu lesen, und schon nach zirka 18 Jahren ist ein großer Teil der Denkfähigkeit wie herausgeschnitten aus dem Gehirn. Solche Personen lassen sich dann von schlechten Politikern begeistern oder finden schlechte Filme ganz toll. Manche Studios gehen schlauer vor, sie greifen sich die Klugen und die Dummen als Publikum: Im Marvel-Comics-Verfilm-Geschäft wird viel bessere Action geliefert als in J.J. Abrams' Star Trek, aber gleichzeitig werden brillante Dialoge und gute Handlungselemente eingebaut (nehmen wir den außerordentlichen Auftritt von Ben Kingsley in Iron Man 3).
22 Kommentare14 von 18 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 5. Dezember 2013
 Wem es nur oder hauptsächlich um den Phaser geht, kann die Box bei Amazon in Italien bestellen.
Mehr als Film und Phaser ist ohnehin nicht enthalten.
Die Box ist dort im Moment für 49,99 Euro plus Versand bestellbar.
Der einzige Nachteil ist, dass die beiliegende 2D-Filmfassung als Ton nur Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch,
aber kein Deutsch enthält.

Der Phaser selbst ist zum Teil aus Polycarbonat, zum Teil aus Metall, hat ordentliches Gewicht und Größe.
Die Schriftzeichen könnten ein bisschen schärfer eingeprägt sein, in Summe für den Preis aber wertig.
Das Mündungstück in der Mitte ist beweglich und kann von silber auf rot gedreht werden.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. August 2015
Eines vorneweg:

Diese Rezi enthält Spoiler. Zudem ist sie das Ergebnis meines Ärgers über den Film- wer also eine „objektive“ Sichtweise über den Streifen erwartet wird hier nicht fündig. Wer den Film mag und sich mit der Rezi irgendwie persönlich angegriffen fühlen sollte- Sie mögen eine nette Person sein und alles- aber guess what? Es geht mir um den Film, nicht um Ihre Person- also besteht kein Grund für sinnlosen Ärger. Ich mache niemanden nieder der Gefallen an dem Film findet. Auch werde ich nicht über Bild/Ton oder groß über den Bonuskram schreiben- da mir all das mehr oder weniger egal ist. Hier gibt es anderswo sicher detailreiche und gute Rezis welche näher auf diese Punkte eingehen.

Zum eigentlichen:

Ich gehöre ja sonst nicht zu den polemischen Fans welche groß Ihren Ärger im Internet Luft machen. Mir ist klar dass man es einer so großen Fanbase, wie sie das Star Trek-Franchise eben hat, nie zu 100% recht machen kann. Aber dieser Film ärgert mich… Es ärgert mich alleine an diesen zu denken… Es gab immer wieder Filme der Reihe welche mir mal mehr und mal weniger gefallen haben- aber bislang habe ich niemals einen Part der Reihe gehasst. J.J. Abrams, bzw. das Drehbuchteam hinter diesem Machwerk, haben es mit ihrem neuesten Kapitel der Reihe nun geschafft. Ironischerweise mochte ich den Vorgänger sehr. Er verhalf dem etwas angestaubten Franchise zu neuer Frische (auch wenn der essentielle Kern welchen Star Trek nun mal ausmacht völlig abhandengekommen war). Star Trek XI war kein Star Trek-Film im eigentlichen Sinne, es war ein Sci-Fi-Action-Flick für die breite Masse- aber auch die Fans kamen durch etliche Anspielungen auf vorangegangene Produktionen nicht zu kurz. TROTZDEM- der zwölfte Film ist in meinen Augen das Erzeugnis von purer Faulheit und Zero Verständnis über das Franchise seitens der Macher, welche auf Teufel komm raus aus Star Trek ein neues Star Wars machen wollen.

Story im Groben:

Kirk verstößt direkt zu Beginn gegen die Sternenflotten-Direktive der Nichteinmischung und wird, dank Judas Spock, degradiert und des Kommandos über die Enterprise enthoben- nur um kurz darauf wieder das Kommando über die Enterprise zu bekommen um den mysteriösen Terroristen John Harrison einzufangen… Dabei wird eine große Verschwörung aufgedeckt, welche den gesamten Quadranten in einen Krieg stürzen könnte.

Die Story des Films ist recht wirr und offensichtlich übersät mit Plotlöchern. Ich persönlich gebe meistens nichts drauf, da mir keine Episode und auch kein Film in irgendeinem Franchise einfällt wo man nicht über Handlungslücken stolpert. ABER HIER?! Deus Ex Machina-Wendungen sind mal mehr, mal weniger tolerierbar- aber wenn man TOTE Charaktere mit Hilfe von Magischen Superblut zurück ins Leben holt ist das nicht nur albern- es macht einfach alles zu Nichte!!! Es sind diese offensichtlichen Plotlöcher welche den gesamten Film ruinieren. Und von denen gibt es VIIIIIELE… Man könnte sagen das die Story um die vielen Action/Special-Effect-Szenen geschrieben wurde (was heut zu Tage ja auch nichts mehr ungewöhnliches ist…).

Originalität, wo bist du abgeblieben?

Bei diesem Film gewinne ich, wie gesagt, den Eindruck dass niemand wirklich Lust hatte diesen zu machen. Das Script ist ein Mischmasch und Ripp-Off von „Star Trek II: The Wrath of Khan“ und allen vorangegangenen Produktionen des Franchise ever- nur eben wesentlich wirr und faul zusammengeschustert. Damit ist der Film auch die bereits zweite Reinkarnation des legendären zweiten Teils. Es werden sogar direkt Szenen und Zitate aus dem Teil 1:1 hier nochmals wiedergegeben… Schon bei Star Trek Nemesis ist man darin gescheitert die Story nochmals zu erzählen (nur eben anstelle von Kirk, Khan und co mit Picard, Shinzon und co). Die breite Masse kann mit den ganzen Referenzen an "The Wrath of Khan" vermutlich nix anfangen, da die Nicht-Fans diesen vermutlich nie gesehen haben… Der einzige Part den seltsamerweise jeder zu kennen scheint ist die „KHAAAAAAAAAN!!!“-Szene- dem Star Trek-Äquivalent zu „No, I am your Father“ aus Star Wars.

Khan wird immer wieder als einer der ikonischsten und größten Erzfeinde des gesamten ST-Franchise herangezogen. Klar dass der gute, alte Schuft irgendwann wieder seinen Weg auf die Leinwand finden würde… Das Problem ist nur das dies

1) ziemlich lame, und

2) total falsch besetzt ist, und

3) die Figur komplett verändert wurde.

Versteht mich nicht falsch- Ich mag Benedict Cumber-Dingens sehr. Er ist ein guter Schauspieler, aber in der Rolle des Khan? Mal abgesehen davon das er für die Rolle rein äußerlich gesehen schon falsch besetzt wurde- sein Charakter ist komplett anders als in TOS und ST II. Selbst wenn sich all das hier in einer Alternativen Zeitebene abspielt- sollte es sich hier nicht um den Khan handeln welchen wir schon aus den vorangegangenen Abenteuern her kennen? Mir hätte es besser gefallen wenn „John Harrison“ ein eigenständiger Charakter geblieben wäre- ein neuer, origineller Schuft für das Franchise. Stattdessen bekommt man diesen aufgesetzten, blöden Khan-Twist serviert der null Sinn macht. Vermutlich dachte man sich dass die Fans ausrasten und einen Fanorg*$M*s nach dem anderen bei einer solchen unglaublichen (faden) Wendung bekommen würden (wobei ja schon recht früh bekannt wurde das Khan der wahre Schurke des Filmes sein würde…). Und dann könne man ja auch eine „Hommage" nach der anderen in Bezug auf ST II raushauen… (um mal wieder Geroge Lucas zu zitieren: "It`s like Poetry- it rhymes.")

Das Drehbuch hat sich ab dem Punkt sicher schon fast von alleine geschrieben. Für mich hätte eine Hommage an die Ur-Serie in dem Fall anders ausgesehen. Z.Bp. hätte die komplette Anfangssequenz einer klassischen TOS-Episode nachempfunden sein können („Tödliche Spiele auf Gothos“ oder „Planet der Unsterblichen“ kommen mir da spontan in den Sinn). Aber das wäre ja zu cheesy und zuuuu albern gewesen – und überhaupt passt das doch gar nicht mehr in das neue Konzept von Action Trek… (*Sigh*…)

Spock, die zeternde Heulsuse…

Die Charaktere fallen bis auf wenigste Ausnahmen komplett aus ihren Rollen… Es sind nur noch spezielle Charakteristika vorhanden welche man aus der Ur-Serie übernommen hatte. So z.Bsp. James T. Kirk: Kirk mag hier zwar um einiges jünger und umso potenter sein als in der Ur-Serie- aber in Action Trek wird er neuerdings als sexbesessener Lump porträtiert. Er ist hitzköpfig, handelt vorschnell und denkt nie sonderlich viel nach. Zu keinem Zeitpunkt nimmt man ihm die Rolle des Captains ab. Fairerweise muss ich sagen dass mir Chris Pine trotz allem in der Rolle weitaus sympathischer ist als das Ur-Gestein William Shatner selbst.

Spock hingegen… Spock ist ständig am abragen, rumflennen und rumzicken und ging mir wann immer er zu sehen war auf die Nerven. Im Vorgänger konnte ich das noch hinnehmen (seine Mutter war hopps gegangen, er wurde ständig gemobbt, etc). Hier erliegt er seiner menschlichen Seite wann immer es dramaturgisch (un)nötig erscheint. Ich sag nur… „KHAAAAAAAAN!“ Ich musste an dieser Stelle lachen. Inbrünstig… dann wurde ich jedoch sauer. Für mich stellt diese Szene das mieseste Ripp-Off aller Zeiten dar. Und es gewinnt für mich nicht an Bedeutung weil in ST II Kirk an Spock`s Stelle war. ÜBERHAUPT NICHT! Spock stand zwar immer in Konflikt mit seiner menschlichen Seite- aber war sonst immer ein recht ruhiger Typ. Irgendwie verwechseln die meisten Schauspieler auch emotionslos mit nörglich. Bis auf Leonard Nimoy wirkte jeder Schauspieler, egal welche Figur, als Vulkanier immer nörglich und pampig. Zachory Quinto ist da keine Ausnahme.

Uhura nervt und war nie so drauf wie hier gezeigt. Klar, sie ist eine der wenigen weiblichen Hauptrollen des Films. Und sie wird im Wesentlichen als stärkere Persönlichkeit dargestellt… Das Problem ist das man solche Rollen stark ins Unsympathische verkehren kann. Uhura und Spock nehmen sich in dem Fall nichts im ewigen Spiel um den Thron der Oberzicke. Nur um zu vergleichen: In „Guardians of the Galaxy“ spielt Zoe Saldana ebenfalls einen starken, weiblichen Charakter. Nur nervt sie hier nicht. Sie zickt zwar auch hin und wieder rum- aber in der Rolle der Gamora räumt ihre Figur ordentlich auf. Uhura räumt nichts auf… Ihre Szene mit den Orcs… äh, ich meine Klingonen, war eher lächerlich und aufgesetzt.

Scotty und Chekov sind endgültig zu Comic-Reliefs verkommen… Über Khan hab ich mich ja schon ausgelassen. Einzig Karl Urban und John Chu verleihen ihren Rollen als McCoy und Sulu Glaubwürdigkeit und sind nicht auf deren einzelnen Eigenschaften (Kirk, der Schürzenjäger) oder Catchphrases (Faszinierend!) reduziert worden. Allgemein hätte ich gerne mehr McCoy gesehen…

Eine Hand voll weitere Dinge, welche mir (als Fan) nicht gefallen haben:

-Enterprise unter dem Meer (*unter dem Meer*)

-Klingonen-Orcs aus Mordor, ähm, Isengard, ähm, ich meine Kronos (plus upgedatete Bathlets…)

-Kronos, hinterm Mond- gleich links…

-Wieder ein Monsterschiff das 10-mal so groß ist als die Enterprise

-wieder ein böser Admiral (diesmal in Form von Robo-Cop)

-Sektion 31- nun offiziell eine Abteilung des Geheimdienstes der Sternenflotte

-Transwarp-Beamen (macht Raumschiffe irgendwie überflüssig…)

-Der Plan das ein zuvor eingefrorener Typ der hunderte von Jahren alt ist überlegene Waffen für den Krieg bauen soll (WT…?!)

-Sinnfreies Cameo von Leonard Nimoy als alternder Spock der rumspoilert… Umso schlimmer, wenn man bedenkt das dies tatsächlich Nimoy`s letzter Auftritt als Spock für immer ist… (Das hätte ruhig Klein-Spock aus „The Big Bang Theory“ bleiben können…)

-Zauberblut (um es nochmal zu erwähnen…)

Was mochte ich an dem Film überhaupt? Nun zum einen

-Die visuellen Effekte sind bombig! Es gibt zwar nichts was man nicht schon einmal gesehen hätte. Aber Star Trek XII hat ein paar wirklich schön in Szene gesetzte Effekte.

-Abrams bleibt sich seinem visuellen Stil treu (auch wenn ich schon leichte Epilepsie-Anfälle von dem überdosierten Einsatz des Lens Flare-Effektes bekomme…)

-Action satt (für was sonst ist Star Trek denn bekannt? *Ironisches Augenzwinkern*). Nein die Action ist wirklich ziemlich cool, auch wenn es nicht unbedingt zu Star Trek passt.

-Die Musik ist wieder recht schön. Zwar erreicht Michael Giacchino nicht die Klasse von Goldsmiths oder Horners Werken- dennoch ist sie für einen Action-Film wie Star Trek: Into Darkness sehr gut.

-überwiegend gute Schauspieler (auch wenn teils fehlbesetzt- die Leistungen der Darsteller muss man anerkennen)

-Die Stelle an der der Abspann endlich läuft…

Also komme ich nun zum Fazit:

Irgendwie erscheint diese Rezi heuchlerisch, denn Star Trek XI habe ich gefeiert- obwohl er ähnlich an den Haaren herbeigezogen ist, über weite Strecken unoriginell ist und dem geneigten Zuschauer Action und Logiklöcher geradezu ins Gesicht drückt. Trotz allem finde ich diesen Film sehr, sehr gut. Selbst als Alternative Zeitebene konnte ich diesen Film akzeptieren (falls mich wieder jemand zu Recht stutzen möchte- ja ich habe eingesehen das Star Trek und Action Trek parallel nebeneinander co-existieren und die eigentliche Zeitebene nicht verloren gegangen ist). Auch möchte ich betonen dass ich J.J. Abrams durchaus für einen guten Regisseur halte. Er ist die Sache eben wie im Vorgänger angegangen. Hauptsächlich ist es das verkorkste Drehbuch welches den Film so in den Abgrund reist… Und würde sich Abrams für Star Trek begeistern, so wie er es wohl für Star Wars tut, dann hätte er sich möglicherweise auch mehr für die Story eingesetzt.

ABER STAR TREK: INTO DARKNESS IST EIN FURCHTBARER FILM! Er ist weder spannend noch originell, storymäßig völlig wirr und macht sich nicht mal die Mühe eine clevere, liebevolle Hommage zu sein...

Star Trek ist Hollywoods wiederbelebte Cashcow… Nicht mehr und nicht weniger. Und als mehr wurde dieses Projekt hier auch nicht gesehen. Lieblos, seelenlos- ohne eigene Identität fristet dieser Film nun sein Dasein in ewiger Dunkelheit- angestaubt und versteckt hinter anderen DVDs und Blu-Rays in meinem heimischen Regal… Was sollte eigentlich der Titel, Into Darkness??? Into Plotholes hätte weitaus besser gepasst… Aber genug der Giftspeierei.

Ich kann hier nur für mich sprechen- und ich hasse den Film. Interessierten würde ich anraten ihn erst wo auszuleihen oder im TV zu schauen (macht das heute noch jemand?). Das rate ich sowohl den Fans als auch den Leuten die sich rein gar nicht mit Star Trek auskennen. Vorkenntnisse braucht man nicht unbedingt.

Es grüßt ein undankbarer Herr Rose
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am 31. Januar 2015
Was auch immer die Intention hinter Star Trek "Into Darknes" auch gewesen sein möge, einen guten Film abzuliefern war es nicht.

Pros:
-Schöne Bilder. Der Film hat schon ein Paar wirklich klasse Bilder, die schon einiges an Technik erfordert haben.
-Action Szenen sehr gut inszeniert. Die Actionszenen sind ziemlich gut umgesetzt, sieht sehr authentisch aus.
-Spannend erzählt. Der Plot ist sehr spannend erzählt. Man kann der Handlung ziemlich gut folgen und ist auch gewillt bis zum Ende dran zu bleiben.

Contras:
-Handlung sehr Flach. Es gibt zwar Wendepunkte, diese sind aber schon von weitem erkennbar. Nichts neues alles nur wiedergekaut.

-Charaktere auch sehr Flach. Die Charaktere persönlichen Erlebnisse der Charaktere ist egal. Bis auf die "Liebesbeziehung" von Uhura und Spock kaum nennenswerten Einblick in die Protagonisten (auch diese Liebesbeziehung, wie hier in den Kommentaren jemand treffend formuliert hat, nur dafür da ist, um paar Gags los zu werden). Sulu und ganz besonders Chekow könnten problemlos entfallen und keinen würde es stören.

-Keine echte Aussage.Am Ende kommt zwar eine Rede von Kirk, die ein bisschen die mögliche Aussage des Films skizzieren soll, jedoch sonst im Film kaum thematisiert wird.

-Logik. Ein Sci-Fi Film muss nicht der Alltagslogik gehorchen, sollte aber in sich konsistent sein.
->Gravitationsgenerator fällt aus- warum fallen die Menschen runter (bzw. warum fallen sie so schnell) und sind im Orbit nicht schwerelos???
->Es gibt keinen Grund warum, Scotty die Torpedos nicht aufmachen darf.
->Warum kann Khan so einfach das Hauptquartier der Sternenflotte angreifen?(Der einzige Schluss ist, dass der Admiral es zugelassen hat, um so alle anderen dazu zu bringen gegen Khan vorzugehen. Allerdings, da es zu keinem Zeitpunkt im Film thematisiert wird, ist wohl davon auszugehen, dass J.J. Abrams darüber überhaupt nicht nachgedacht hat)
->Die Tochter des Admirals weiß, dass etwas faul an den Torpedos ist, sagt dem Captain aber nichts.
->Die Tochter fälscht einen Versetzungsbefehl und keinem fällt es auf nur Spok???
->Ein potenziell feindliches Schiff nährt sich dem klingonischen Reich und die Klingonen machen gar nichts???
->Am Anfag sagt Spok, dass sie sich den Eingebornen nicht zeigen dürfen, weil sie sich nicht einmischen dürfen. Allerdings durch das kaltstellen des Vulkans mischen sie sich doch schon längst ein.
->Khan ist ein super dupper Typ, kann aber von Spok ziemlich lange in Schach gehalten werden.
->Scotty kann ohne Probleme auf das Super dupper Schiff des Admirals drauf und keiner bekommt was mit.
->Scotty kann alle rein lassen, erst dann werden sie von den Wachen angegriffen.
->Man kann die Brücke des Super dupper Schiffs des Admirals einfach ohne Sicherheitsfreigabe betreten???
->Zwei Raumschiffe der Sternenflotte kämpfen im Erdorbit, aber das scheint keinen zu interessieren.

Fazit:
Die "Geschichte" ist spannend erzählt und auch alles schön mit Spezialeffekten untermalt, aber es bleibt trotzdem ein schlechter Film.
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am 6. April 2015
Zugegeben: irgendwie hegte ich in mir immer noch die (wenn auch sehr kleine) Hoffnung, daß es den Machern des ersten "neuen" Star Trek Filmes selbst aufgefallen ist, wie sehr sie hier ganze Generationen der früheren Fans (Trekkies) nicht nur verärgerten, sondern mit diesem ganzen Unsinn nahezu vergewaltigt haben. Ich hoffte darauf, daß man nun doch wieder Kurs in Richtung "echtes Star Trek" aufnimmt und einiges sogar korrigiert wird (zB die völlig unsinnige neue Zeitlinie, den wirklich größten Schmarrn den sich je ein Mensch hätte ausdenken können). Aber da habe ich mir wohl umsonst Hoffnungen gemacht und ich kann nun an dieser Stelle unmöglich auf jeden einzelnen Unsinn dieses lächerlichen Films eingehen, so vielzählig sind hier die Tritte ins Fettnäpfchen (zB versteckt man ein Raumschiff vor primitiven Eingeborenen eines fremden Planeten nicht in einem See unter Wasser, sondern ganz einfach im WeltRAUM - deshalb ja auch RAUMschiff!) Im ganzen Film geht es eigentlich zu 99% nur um Herumgehüpfe, Explosionen, Schießereien und Kämpfe, in welchen man möglichst viele Computereffekte einbauen kann. Das kann man natürlich gut finden und wohl auch in vielen anderen Action-Filmen so machen - aber speziell Star Trek stand seit je her für etwas völlig anderes, sogar komplett Gegenteiliges!

"Geschmäcker sind halt verschieden, genauso wie die Menschen verschieden sind" - äußern sich manche hier. Aber so einfach kann man das dann auch wieder nicht abhandeln. Destruktive Menschen finden wahrscheinlich Gewaltfilme am besten, Frischverliebte lassen bei Liebesfilmen ihren Gefühlen freien Lauf und welche Art von Filmen findet ein Pädophiler wohl besonders unterhaltsam? Geschmack ist also nicht einfach nur Geschmack und man kann sehr wohl etwas gegen schlechten Geschmack einwenden. Es gibt wohl auch noch Menschen welche das Glück haben und mit einem anspruchsvollen Geschmack ausgestattet sind: sie sehen gerne einen Sinn in etwas und lassen sich sogar davon inspirieren. Tugendhafte Helden aus wertvollen Filmen können sogar zu einer richtigen Inspiration für das eigene Leben werden.

Und genau für solche Dinge stand das gesamte Star Trek Universum immer. Hier wurde nicht nur geballert und die Helden sind auch nicht nur von einer Explosion zur nächsten geeilt, während sie zwischendurch ihrem (schlechten) Humor freien Lauf ließen und großmäulige Sprüche klopften. Jean-Luc Piccard zB stand immer für den sehr korrekten, sogar weisen Anführer, distanziert aber trotzdem eine Vaterfigur für seine Mannschaft, während er innerlich sogar den Konflikt verbarg, für seine Karriere als Captain jegliches Privatleben geopfert und nie eine eigene Familie gegründet zu haben. Die Figuren im den früheren Star Trek Serien und Filmen waren alle so vielschichtig. Man denke nur an Benjamin Siskos schlaue Kaltschnäuzigkeit, er war ein ganz besonders vielseitiger Charakter mit sehr vielen Facetten. Die Geschichten um den Androiden Data waren fast schon märchenhafte Erzählungen, vom eigentlich fast schon perfekten Individuum, welches aber doch lieber ein Mensch sein wollte und deshalb die Fehler der Menschen in Kauf nahm, ja sogar nachahmte. Der originale Kirk war als Captain der Enterprise zwar ein kleiner Schelm, jedoch nur vor seinen engsten Freunden und Vertrauten. Seine Lockerheit und sein lässiger Führungsstil festigte zwar die Beziehung zu seiner Mannschaft, bereitete ihm aber immer wieder Probleme bei der Sternenflotte. Dies war jedoch eine Gradwanderung welche er perfekt beherrschte und ausbalancierte, sonst wäre er wohl auch gar nie in diese Position als Captain bei der Sternenflotte gekommen.

Aber wie sind (im krassen Gegenteil) die Charaktere in den neuen Star Trek Filmen? Der junge James T. Kirk ist ein derart unsympathischer Kotzbrocken, daß man es kaum glauben kann. Sogar als Bauarbeiter hätte er mit seinem Benehmen Probleme mit den Vorgesetzten bekommen und wäre wahrscheinlich umgehend gefeuert und für diese Position als "vollkommen ungeeignet" abgetan worden. Er ist ein rücksichtsloser, hochnäsiger Rüpel, ein Schläger und Säufer, selbstverliebt und triebgesteuert. Ein richtiger Weltraum-Rambo der nur damit beschäftigt ist lässig zu grinsen, Frauen auf der Straße von der Seite anzumachen und coole Sprüche zu bringen, ehe er sich in einen Haufen Exposionen stürzt, um nachher mit zerschrammtem Gesicht daraus wieder aufzutauchen. Er hält sich an überhaupt gar keine Regeln, trotzdem wird er ständig hin- und herbefördert. Er braucht nur kurz jemanden darum zu bitten, und schon ist er wieder Captain des Vorzeige-Raumschiffes der Sternenflotte und darf unbekümmert Rambo spielen und im All herumfliegen.

Der originale Scotty war ein kauziger Nörgler, der seinen etwas anstrengenden Charakter durch Hausverstand und besondere technische Begabung wieder ausglich. Der neue Scotty ist ein einziger Witz, Simon Pegg spielt wohl den "Shaun of the Trek" - genausogut hätte man auch Dieter Hallervorden diesen zappeligen, trotteligen, herumquiekenden, nervenkranken Choleriker verkörpern lassen können. Und der junge Chekov ist ein derart anstrengender dünner kleiner Juppie, daß man sich nicht entscheiden kann ob man sich die Augen oder lieber die Ohren zuhält um ihn zu ertragen. Uhura stolziert im Schiff herum wie die erste Weltraum-Tussy und der Vulkanier (!) Spock (dessen Rolle gemeinsam mit der neuen Verkörperung von Doc McCoy jedoch noch am ehesten gelungen ist), flippt plötzlich in jedem Film einmal von Gefühlen überwältigt komplett aus und wird zum rasenden Hulk, zwischendurch knutscht er sogar mit einem Besatzungsmitglied herum und sorgt für eine Weltraum-Romanze. Ausgerechnet der Vulkanier Spock! War es (früher) nicht eigentlich genau das komplette Gegenteil, welches die Spezies der Vulkanier gegenüber den Menschen oder sogar im Kontrast zu den Klingonen auszeichnete?

Apropos Klingonen: für mich DER Schock von "Into Darkness": zuerst war ich erstaunt darüber, daß auf Kronos jetzt wohl auch Predatoren leben, so sahen sie jedenfalls auf den ersten Blick mit ihren Stahlmasken aus. Das war jedoch noch zu verkraften, als sie die Masken jedoch abnahmen - oh mein Gott, was für ein Unsinn! - waren darunter computergenerierte Typen die aussahen wie eine Mischung aus Götterkönig Xerxes (300) und Weltraum-Buschmann. Auch Anleihen von den Ausserirdischen aus "Enemy Mine" waren da zu erkennen. Dabei ist doch gerade die klingonische Rasse samt eigens erfundener Sprache im Star Trek Universum eine der bekanntesten und seit "The next Generation" so gut beschrieben, daß jeder genau weiß wie Klingonen auszusehen haben, wie sie sich kleiden und welche Bräuche sie haben.

In der Sternenflotte von früher konnte man sich wohl auch - ganz einfach so - in die Mannschaft eines Raumkreuzers hineinschmuggeln, mit gefälschtem Ausweis wie die blonde Frau Marcus (welche in einer unnötigen Szene natürlich unbedingt auch ihre Bikini-Figur präsentieren mußte) oder wie Scotty, der sich auch - ganz einfach so - auf dem Super-Schiff des Admirals "versteckt" hat, ohne vorher eigentlich zu wissen warum überhaupt und wofür das gut sein wird. Und genau eine Sekunde vor der Vernichtung der Enterprise zieht er den Stecker der bereits warmlaufenden Schusswaffen aus der Dose, damit der Admiral nicht auf die Enterprise feuern kann ...

Der Film hatte (genauso wie der erste Teil der Star Trek Wiederbelebung) in gewisser Weise eher die Wirkung einer Droge: die Effekte sind schön anzuschauen und einfältige Menschen sind sofort davon begeistert. Vor allem zum Beginn des Films mit den weissen Eingeborenen und der roten Pflanzenwelt ist es sehr bunt und schön, der Zuschauer schaltet ab und vergisst seinen Alltag für einen Augenblick, was man heutzutage wohl alleine deshalb schon eine "gute Unterhaltung" nennt. Über die Nebenwirkung denkt wie bei echten Drogen jedoch keiner nach: man baut durch die unsinnige Story wahrscheinlich sogar sehr rasant Gehirnzellen ab und wird auf Dauer sehr sehr dumm von diesen komplett unlogischen und sinnfreien neuen Action-Klamauk-Star-Trek-Filmen von J.J. Abrahms! Leider sind diese neuen Star Trek Filme wirklich eine riesige Schande für das Star Trek Universum und für alles, wofür es je gestanden ist und wodurch es sich von anderen Serien und Verfilmungen so stark abhob! Den Machern gings wohl nur ums schnelle Geld und es stimmt mich sehr nachdenklich, daß der Film beim jungen und unerfahrenen "neuen" Star Trek Publikum sogar noch gut angekommen ist.
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