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Mark und Kay lernen sich bei einer Fortbildung der Polizei kennen. Sie laufen gemeinsam, trainieren und teilen sich eine Stube. Und bald auch den ersten Kuss. Für Mark geht das gar nicht, denn er lebt mit seiner schwangeren Frau in einem Reihenhaus, welches ihm seine Eltern finanziert haben. Also der perfekte Lebenstraum. Wenn da nicht Kay wäre und diese unbändige Anziehung....

Ich bin eher durch Zufall über "Freier Fall" gestolpert. Ein Freund hat mir den Trailer gezeigt und mir war klar, ich muss diesen Film sehen. Warum? Nun, schon beim Trailer habe ich Rotz und Wasser geheult. Und das konnte bisher wirklich noch kein Film.

Dieses Werk von Stephan Lacant geht direkt dorthin, wo es weh tut. Ich saß fassungslos und gebannt auf dem Sofa. Mark und Kays Begegnung ist weder von Violinen begleitet, noch kribbelt es direkt. Ja, ihre ersten Kontakte sind beklemmend normal und alltäglich. Und das macht den Film so anziehend. Hier wird kein Wert auf Klischees rund um Schwule gelegt, sondern einfach und pragmatisch die Liebe zweier Menschen gezeigt. Dass einer von beiden Frau und Kind hat, ist dabei nur ein Manko.

Hanno Koffler und Max Riemelt geben Mark und Kay so viel Leben, so viel Gefühl und Tiefe, dass es schon weh tut. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden, habe mit beiden gelitten, habe gehofft, ja gefleht, dass es für die Zwei doch einfach nur easy werden möge. Doch das Leben ist nicht so. Und deshalb ist dieser Film auch nicht so. "Freier Fall" geht dahin, wo es weh tut. Ohne Umwege mitten ins Herz und die Emotionen.

Dabei sind Sprache und Musik sehr zurückgenommen. Großartige Dialoge gibt es nicht, "Freier Fall" lebt von seinen Bildern und von seinen Hauptdarstellern. Allein deren Darstellung macht das gesamte Werk schon sehenswert. Dass es dabei auch noch um eine Liebe geht, die so nicht sein darf, ist dabei schon fast nebensächlich. Besondern Max Riemelt alias Kay hat mich mit seiner Darstellung direkt ins Herz getroffen.

Und daher sitze ich hier im Dunkeln, kann immer noch nicht fassen, was ich gerade gesehen habe und meine Welt ist aus den Fugen geraten. Tränen flossen lautlos und ich bin innerlich gerade am Boden. Die Freigabe ab 12 Jahren mag zwar formal korrekt sein, vom Inhalt her glaube ich, dass selbst 18-jährige es nicht greifen können. Wie auch, wenn "Freier Fall" so schmerzhaft intensiv ist?

Ich kann diesen Film jedem, aber auch jedem empfehlen. Er besitzt Gefühl ohne Kitsch, Liebe ohne Rosa und Trauer ohne Weltschmerz. Mit einem Wort: grandios!
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am 30. Mai 2013
Freier Fall ist kurz gesagt revolutionär. Das hängt vor allem mit der Darstellung von schwuler Liebe und ihrer Protagonisten zusammen.

Der Film lebt durch seine Darsteller, die wirklich unvergleichlich authentisch sind. Besonders Hanno Koffler spielt die Rolle seines Lebens. Auch wenn er mich bereits in Nacht vor Augen (2008) überzeugt hat, reicht wenig an den Charakter des Marc heran. Die Echtheit seiner Gefühle vor laufender Kamera ist geradezu lähmend.

Es geht auch um männliche Authentizität.

Warum fürchten sich immer noch so viele Männer vor Homosexualität? Weil sie Angst vor dem Verlust ihrer Männlichkeit haben. Bei Freier Fall zweifelt man keine Sekunde daran, dass es sich um zwei „echte“ Kerle handelt, die klischeefrei und haltlos ineinander verliebt sind. So wie „Männer“ lieben. Harsch, leidenschaftlich, manchmal gewaltvoll … Keiner wirkt verweichlicht, ganz im Gegenteil, das gemeinsame Testosteron scheint sich zu einer eigenen Dynamik aufzuaddieren – die Marc in Situationen mit seiner Frau weicher und „schwuler“ erscheinen lässt, als mit Kay. Wahnsinn oder?!

Szenen zwischen Marc und Kay wechseln zwischen Leidenschaft und Gewalt, während die Beziehung zu Marcs Frau immer wieder in den eigenen vier Wänden spielt und seltsam beengend wirkt.

Es gibt ein paar Dinge, die mich einerseits überrascht, mir andererseits weniger gefallen haben.

Dazu gehört die spärliche Darstellung des Polizeialltages. Da der Film in den Medien als „Brokeback Bereitschaftspolizei“ angepriesen wurde, bin ich von einer stärkeren Dominanz des Polizei-Milieus ausgegangen. Alle Szenen innerhalb der Polizei fand ich sehr stark, deshalb ist es schade, dass nicht wenigstens ein einziger Einsatz gezeigt wurde, was wahrscheinlich dem geringen Budget zu zuschreiben ist. Ich hätte mir etwas mehr Action in dieser Hinsicht gewünscht, vor allem weil dadurch noch mehr Dramatik zwischen Marc und Kay möglich gewesen wäre.

Zweitens wurde in den Medien der Fokus auf Marcs und Kays Beziehung gelegt, die Bedeutung seiner Ehefrau kaum ausgeführt, während der Film den Hauptaspekt auf die familiäre Situation legt und trotz der schwulen Thematik vor allem aus heterosexueller Sicht erzählt.

Der Film hat ein wenig das Problem (ähnlich wie sein Protagonist) zwischen den Stühlen zu stehen. Schwule Besucher in meinem Kino fanden Marc „zu männlich“ – heterosexuelle Freunde in meiner Umgebung interessieren sich nicht für homosexuelle Küsse auf der Leinwand.

Meine größter Kritikpunkt: Die Ausführung von Kay.

Regisseur und Schauspieler beschreiben Kays Einsatz im Film als „bewusst mysteriös“.

Bevor ich den Film gesehen habe bin ich (aufgrund des medial angepriesenen „Rebellenimages“) von einem aktiveren Kay ausgegangen. Im Endeffekt war er ruhiger als ich dachte, was dem ganzen jedoch noch keinen Abbruch tut. Was mich jedoch massiv gestört hat ist das komplette Fehlen seiner Figur im letzten Abschnitt des Filmes, das einerseits logisch war, um die Einsamkeit von Marc noch besser zu beschreiben. Es kann aber nicht sein, dass ein Hauptcharakter (!) (es sei denn er stirbt) in der letzten halben Stunde überhaupt nicht mehr auftaucht.

Ich finde, dass er insgesamt zu kurz kommt. Mir erschienen viele Szenen mit der Ehefrau einleuchtend und klar, manches wurde „doppelt“ deutlich gemacht, während ich mir hinsichtlich Kay wenigstens die ein oder andere Aufklärung gewünscht hätte. So wirkte er irgendwie austauschbar, wie ein Nebendarsteller. Die Bedeutung der Marc / Kay Beziehung schien durch sein Fehlen gegen Ende auch ein Stück weit in Frage gestellt.

Das ließ mich letztendlich etwas unzufrieden zurück. Dennoch lautet mein Fazit:

Ein außergewöhnlicher, emotional aufwühlender, toller Film, der insgesamt an einigen Stellen meine Erwartungen übertroffen hat.
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am 23. November 2014
Ein besseres Ende könnte der Film nicht haben. Natürlich wäre ein gutes Ende angenehmer: Man verlässt das Kino und alles ist gut.
Das ist hier nicht so. Das offene Ende beunruhigt, weil das seelische und personale Problem des Mark einen einigermaßen sensiblen Zuschauer nicht aus seinen Klauen entlässt.
Auf der einen Seite lässt sich Mark auf die Konventionen des „normalen“ Lebens ein: Frau, Kind, Haus. Auf der anderen Seite lässt er sich auf eine Beziehung ein, die nicht den üblichen Konventionen entspricht. Beide Seiten wollen ihn und er will beide Seiten. Was aber will er wirklich?
Um das zu erfahren, muss er den harten Weg der Selbstfindung gehen und sich von allen Ansprüchen an ihn und seinen Ansprüchen an andere frei machen, um sich irgendwann wirklich und bewusst auf einen Lebensentwurf (wie immer dieser auch aussieht) einlassen zu können.
In der Psychologie nennt man diesen Prozess Initiation und der Weg dahin ist steinig und einsam.
Ich finde es großartig, dass so ein Film gedreht wurde, der ehrlicherweise auf ein einseitiges Ende verzichtet. Nicht das Happy-End ist hier gefragt, sondern das freie Ende. Der freie Fall, der auch ein frei schwimmen ist, kommt irgendwo an (niemand und nichts fällt bis in alle Ewigkeit) - vielleicht nicht gleich, aber irgendwann. Und egal, wie sich Mark entscheiden wird, er wird schließlich so viel Selbstbewusstsein und so viel Ichstärke haben, dass die Wellen nicht mehr über ihm zusammen schlagen, sondern dass er ein selbstbestimmtes Leben führen kann.
Als er gegen Ende des Films seinem Kollegen gegenüber durch ein Nicken zugibt, dass er ein Verhältnis mit Kay hatte, fängt er bereits an sich zu verändern – hinter der allem Möglichen verhafteten „P****“ erscheint bereits die Ahnung eines freien Menschen.
Hätte sich Mark im Film für eine Seite entschieden, wäre das für mich unbefriedigender gewesen als ein offenes Ende. Denn wie auch immer er sich entschieden hätte, die andere Seite hätte ihn innerlich nicht in Ruhe gelassen - auf Dauer hätte er das nicht ausgehalten. Wenn er sich aber irgendwann selbstbestimmt und bewusst entscheiden kann, dann kann er mit der anderen Seite leben. Sie hat keinen Stachel mehr, sobald er stark genug ist, sie in sein Seelenleben zu integrieren. Mark fällt und steht als starker, veränderter Mensch vom Boden auf. Ich wünsche allen, die sich ebenfalls im freien Fall befinden alles Gute.
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am 5. Februar 2014
"Freier Fall" spielt gegen sämtliche Klischees an - schafft es manchmal nicht ganz - aber das ist nicht das Ausschlaggebende. Das Wichtigste an diesem Film ist, dass er gegen die Schublade spielt.

Worum geht es? Marc, Endzwanziger und Polizist in einem unbenannten Provinznest, hat es sich eingerichtet in seinem Leben. Der Weg ist vorgezeichnet und folgt vielen ausgelutschten Lebensentwürfen. Frau, Kind, Haus, Hund. Daran ist nichts verkehrt, solange man glücklich damit ist. Marc war glücklich, bis er auf einem Lehrgang seinen Kollegen Kay kennenlernt, der nach relativ kurzer Zeit weder einen Hehl aus seiner Homosexualität macht, noch daraus, dass Marc ihm gefällt.

Kay ist all das, was Marc nicht ist. Verwegen, frei, regellos. Und hier setzt der Knackpunkt an: Die Schublade fällt zu Boden und macht dem Leben platz. Marc verliebt sich in den Menschen Kay, der ihn Laufen lehrt. Nicht nur im Wald bei gemeinsamen Trainingsläufen, sondern in seinem gesamten Umfeld, einschließlich Herz, Geist, Körper. Er begehrt Kay ebenso heftig wie umgekehrt. Das Problem ist nur: Marc wird gerade Vater, hat es sich in der von den Eltern vorfinanzierten Doppelhaushälfte gemütlich gemacht und hat eine tolle Frau, die prima zu ihm passt. Marc wird auf dem harten Wege lernen, dass man nicht jedem gerecht werden kann; seinem Geliebten nicht und nicht seiner Familie. Er kann nur eines: sich selbst gerecht werden. Er muss eine Entscheidung treffen und der Preis, den er dafür zahlen muss, ist sehr hoch.

Der Film ist ein stilles Stück, das beinahe ohne Musikuntermalung auskommt. Er brilliert mit Gesichtern, ungesagten Worten, Gesten und ganz vielen Blicken. Nichts muss toterklärt und zerredet werden. Es spielen auf: die wunderbaren Hanno Koffler, Max Riemelt und Katharina Schüttler. Hochemotionales Kino vom Feinsten.
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am 3. September 2015
In dem bewegenden und mitreißenden Film von Stephan Lacant geht es um eine Identitätskrise, die u.a. durch die Entdeckung der homosexuellen "Ader" ausgelöst wird - und ein vorgezeichnetes Kleinstadt-Leben völlig durcheinander wirbelt.

Der Hauptdarsteller Mark (hervorragend besetzt mit Hanno Koffler) ist völlig verwirrt, als ihn sein neuer Kollege, Hauptdarsteller Nr. 2 Kay Engel (ebenfalls blendend gespielt von Max Riemelt) aus dem gewohnten Trott herausreißt und sich zunächst eine leidenschaftliche Affäre und immer mehr Liebe und Sehnsucht entwickeln.
Was zunächst mit gemeinsamen Lauftraining und viel Witzen, fröhlichen Herumtollen beim Waldlaufen beginnt, verfestigt sich immer mehr zu einer ernsthaften Beziehung, die gegen viele Widerstände ankämpfen muss.

In der Provinz werden Schwule noch zu Außenseiter gestempelt, denn wie hier gezeigt, wollen z.B. die Eltern, dass ihr Sohn als Familienvater und erfolgreichen Polizisten in deren Fußstapfen tritt und die Traditionen fortsetzt.
Das berufliche Umfeld, ohnehin bis vor einigen Jahren eine fast reine Männerdomäne, lässt bis auf ein paar zotige Witzchen und Ausfälle nicht wirklich zu, dass es unter den Kollegen Schwule gibt - auch wenn dazu von den Vorgesetzten angehalten wird.
Wer die Provinz kennt, weiß, dass die Gegebenheiten sehr realistisch geschildert werden - und wie viel Mut es auch 2015 noch erfordert, zu seinen Gefühlen und Wünschen zu stehen, wenn die sich anders als vorgegeben entwickeln.

Auch die weiblichen Rollen, künftige und zudem hochschwangere Ehefrau (Katharina Schüttler) und spießige Mutter (Maren Kroymann, wie gewohnt sehr vielseitig) sind super besetzt und tragen mit zum Gelingen des Dramas

Hervorragender Film - eigentlich Oscar Reif. Eine leichte Komödie ist das nicht, aber in jeder Minute unterhaltsam.
Der Film konnte einen internationalen Preis abkassieren und war bei internationalen Festivals vertreten, außerdem einige deutsche Filmrpeis-Auszeichnungen und Nominierungen.

Einige nennen ihn auch das deutsche "Brokeback Mountain", angesiedelt im Berufsfeld der Polizei.
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HALL OF FAMEam 26. September 2014
Die Story: Marc Leben ist zurzeit perfekt. Er hat gute Karriereaussichten bei der Polizei, Nachwuchs ist unterwegs und die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert. Bei seiner Fortbildung lernt er den lebenslustigen Kollegen Kay kennen. Beim gemeinsamen Lauftraining entwickeln sich nach und nach Gefühle zwischen den beiden Männern. Kay zieht Marc in seinen Bann und schnell ist dieser hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und das mögliche Leben mit Kay. Schnell befindet Marc im freien Fall und man weis nicht, wie und wann er landet.
"Freier Fall" ist neben Sommersturm (bei dem auch schon Marc-Darsteller Hanno Koffler mitspielt) einer der besten Liebesdramen, wenn es um die Liebe zwischen Männern geht. Wer denkt, dass in diesem Film die typischen Klischee Schwulen gezeigt werden, wird enttäuscht. Normale Männer, Normales aussehen und ein normales Umfeld. Tolle Darsteller, bei denen die Chemie stimmt, schöne Story und gute Inszenierung. 5 Sterne

Das Bild: Freier Fall bietet zu 90% ein perfektes Bild. Der Detail- und Schärfegrad ist sehr gut aber es gibt es öfteren Schwankungen, vor allem bei Großaufnahmen wirkt das Bild des Öfteren unscharf. Die Farben sind kräftig und natürlich, der Kontrast und Schwarzwert ist ebenso sehr gut. Ab und an gibt es leichte Filmkörnung aber dies hält sich in Grenzen. 4 Sterne

Der Ton: Dieser liegt in Deutsch DD 5.1 und DD 2.0 vor. Der Film ist hauptsächlich ruhig gehalten und besticht durch seine Dialoge, die immer sehr gut zu verstehen sind. Bei der Musik und bei immer wieder "lauteren" Szenen haben die Boxen dann auch ab und an etwas mehr zu tun. Für mich persönlich gibt es nichts Negatives. 5 Sterne

Die Extras: Leider gibt es kein Wendecover. Dafür gibt es ein Booklet mit einem Interview mit den beiden Hauptdarstellern. Einen Audiokommentar mit Stephan Lacant, Hanno Koffler und Max Riemelt, zusätzliche Szenen und der Kinotrailer. Leider nicht sehr viel und auch nicht wirklich spannend. 3 Sterne
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am 6. März 2016
Es läuft super für Marc (Hanno Koffler). Seine Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei sehen gut aus, seine Freundin erwartet das erste Kind, ein eigenes Haus haben sie jetzt auch, direkt neben seinen Eltern.
Auf einem Lehrgang lernt Marc den etwas nervigen Kay (Max Riemelt) kennen. Kay scheint Marc zu trietzen, gerade beim Joggen. Aber da ist noch was, so eine gewisse Faszination. Irgendwann kommt es zwischen Marc und Kay zum ersten Kuss – und zu mehr.
Zu Hause verschweigt Marc seine geheime Liebschaft, aber das alles belastet ihn mehr und mehr, und auch Kay will ordentliche Verhältnisse.

Marcs Leben befindet sich im freien Fall. Stephan Lacant erzählt zwar nicht von einer verbotenen Liebe, aber von einer ziemlich komplizierten. Das heißt, sie könnte nicht kompliziert sein, wenn die Umstände andere wären.
Für Marc ist die neue Liebe etwas Aufregendes, aber genauso etwas Erschütterndes, stellt es doch sein ganzes Leben in Frage. Hinzu kommt die Homophobie unter den Polizeikollegen, die mit Kay, als er sich outet, nicht gerade zimperlich umgehen.
Es mag ungewöhnlich klingen: Aber im Film “Freier Fall” sind Max Riemelt und Hanno Koffler ein echtes Traumpaar, sie passen wunderbar zusammen und spielen ihre Rollen extrem gut. Auch die skeptische Freundin Bettina spielt Katharina Schüttler recht beeindruckend.
Inhaltlich ist es allerdings sehr schade, dass Marc nicht mehr Mut hat, Schritte nach vorn zu machen, in die Katastrophe rennt. Es hätte dem Film gut getan, wenn es ein bisschen anders gekommen wäre, es hätte der Botschaft der Geschichte gut getan, aber es hat nicht sein sollen. Deshalb ist das Ende einerseits hoffnunggebend, andererseits aber irgendwie traurig. Hätte man anders machen können.
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am 28. Dezember 2014
Eine tolle Story, grandiose Schauspielleistung und eine Geschichte die unter die Haut geht. manchmal kommt man aus einer Situation nicht heraus, ohne jemanden zu verletzen, das macht der Film bedrückend lebensnah deutlich. Nur ein Schwachpunkt: die Protagonisten nuscheln ziemlich.
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am 12. Januar 2016
Ein toller Film, der sich keinerlei Klischees über Homosexualität bedient. Der Film ist eher ruhig, die Emotionen der Protagonisten brechen nur in wenigen Szenen aus, umso stärker ist deren Wirkung. Der Film verzichtet auf lange, pathetische Dialoge, vielmehr wird die Gefühlswelt der Protagonisten nonverbal durch die exzellente schauspielerische Leistung von Hanno Koffler und Max Riemelt transportiert. Die intimen Szenen spielen sie sehr gefühlvoll. Hanno Koffler verkörpert seine Rolle auf eine dermaßen authentische Art, dass man seine Verzweiflung, sein Ringen mit sich selbst und seinen Gefühlen selbst spüren kann. Besonders ausdrucksvoll erlebt man sein Verhalten in den Szenen mit Max Riemelt. Hier spürt man, wie er seine Zweifel, seine Sorgen und Ängste, sich selbst vergisst. Der Film ist lebensnah. Es gibt keinen Glitzer, keine durchgeknallten crazy Schwulen, kein Sektschlürfen mit Gurken auf den Augen, nichts Klischeehaftes. Auch das Ende ist weder ein Happyend noch eine Tragödie mit Selbstmord oder Ähnlichem - beides gehört sonst fast zu jedem Film, in dem es um Homosexuelle geht. Ein realistisches Ende, wie es auch im Leben vorkommt.
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TOP 500 REZENSENTam 26. Mai 2013
Der Film schildert die Geschichte eines Polizisten, der scheinbar in wohl geordneten Verhältnissen lebt: die Freundin bekommt ein Kind, die Eltern stellen das Haus, der Job läuft soweit - also alles gut? Wenn da nicht der andere Polizist Kay wäre, der die scheinbar so heile Welt auf den Kopf stellt und mit seinem unmittelbaren Begehren alles in Frage stellt, was bisher sicher schien. Marc verstrickt sich zunehmend in Lügen, teils will er verbergen, dass er sich zusehends in Kay verliebt, teils hat man fast den Eindruck, dass er "auffliegen" will, weil diese Form des Doppellebens auf Dauer nicht aushaltbar ist. Wenig hilfreich ist es jetzt, dass die Umgebung weitestgehend spießbürgerlich und mitunter offen homophob ist. Und dennoch wird Marc eine Entscheidung treffen müssen.
Der Film zeigt das Dilemma, dass alle eigentlich alles richtig machen und dennoch auf der Beziehungsebene eine Katastrophe aufzieht. Er zeigt das Beruhigende der Enge der wohl geordneten Verhältnisse, aber eben auch, wie diese das Individuelle abwürgen und Leidenschaftlichkeit im Keim ersticken: nicht sein kann, was nicht sein darf. Das ist beeindruckend gespielt, allen voran die beiden Männer zeigen auch mit körperlichem Einsatz die Verwundbarkeit aber auch die Leidenschaft der beiden Protagonisten. Das Umfeld der Polizei wird jetzt etwas eindimensional (homophob) gezeichnet und auch manche Nebenfigur (allen voran die Eltern von Marc) bleibt im Stereotyp haften. Und dennoch fesselt einen der Film, man leidet mit den Hauptfiguren mit, sieht deren Not und auch die Auswegslosigkeit, mit denen sie sich verstricken. Und welchen Mut es braucht, angesichts enger Verhältnisse doch zu wagen, zu sich zu stehen. Aber eben auch, welchen Preis man zahlen muss.
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