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5.0 von 5 Sternen Kampf gegen eine unmenschliche Tradition, 3. Februar 2014
Waris Dirie wurde durch ihr Buch Wüstenblume und den darauf basierenden Film bekannt. Sie beschreibt ihre abenteerliche Lebensgeschichte, in deren Verlauf aus dem kleinen Nomadenmädchen ein bekanntes Modell wurde. Ausführlich geht sie dabei auf ein Trauma ein, das sie als Kind erlitten hat: Sie wurde grausam beschnitten. Heute engagiert sie sich weltweit gegen die Beschneidung von Frauen (Female Genital Mutilation, FGM).

Damit das kleine, damals dreijährige Mädchen Safa, das im Film Wüstenblume ihre Rolle spielt, nicht beschnitten wird, hatte das Filmteam einen Vertrag mit den Eltern abgeschlossen: Safa darf nicht beschnitten werden. Im Gegenzug dafür werden der Schulbesuch bezahlt und die Familie bekommt jeden Monat eine Lieferung von Wasser und Lebensmitteln. Eines Tages, im Januar 2013, erhält Waris Dirie einen Brief von der kleinen Safa. Sie berichtet, dass sie gerne zur Schule geht, aber auch, dass sie von anderen Kindern gehänselt wird, weil sie unrein sei. Es klingt durch, dass ihre Eltern nicht sehr glücklich darüber sind, eine unbeschnittene Tochter zu haben.

Mit diesem Brief beginnt Safa. Dirie beschreibt das mulmige Gefühl, das sie beim Lesen des Briefes überkommt. Sie hat Angst, dass Safa mittlerweile beschnitten worden sein könnte. Obwohl regelmäßig Untersuchungen bei einer von ihr beauftragten Kinderärztin stattfinden, möchte sie sich selbst überzeugen, dass Safa unversehrt ist. Zusammen mit ihrer engen Mitarbeiterin Joanna steigt sie nach dem Ende der Konferenz, die sie gerade besucht, in das nächste Flugzeug nach Dschibuti. Dort kommt es zur Begegnung mit Safa und ihrer Familie, aber auch der kleine Junge, der ihren Bruder gespielt hat, wird besucht. Mit seiner Familie wurde ein ähnlicher Vertrag abgeschlossen, sodass seine kleinen Schwestern ebenfalls nicht beschnitten sind. Seiner großen Schwester Inab blieb dieses Schicksal jedoch nicht erspart.

Dirie berichtet von den Tagen in Afrika, an denen sie erfahren muss, wie schwierig es ist, die alten Traditionen aufzubrechen. Safas Eltern hadern damit, ihre Tochter nicht beschneiden zu dürfen, aber sie sind auf die Lebensmittellieferungen angewiesen. Safas Vater versucht, weiteres Geld von Waris Dirie und Joanna zu bekommen. Schließlich kommen alle überein, dass Safa und ihr Vater sowie Inab nach Europa reisen dürfen. Inab möchte gerne in Diries Desert Flower Foundation arbeiten und soll deshalb geschult werden, Safas Vater möchte seine Tochter nicht gerne alleine reisen lassen und, wie sich herausstellt, in Europa bleiben. Die Zeit in Europa ist ein Kulturschock für alle, aber alle raufen sich zusammen lernen viel. Schließlich steht für Dirie fest, dass sie viele weitere Mädchen vor FGM bewahren möchte. Sie gründet ein Patenschaftprojekt. Ähnlich wie mit Safas Familie wird ein Vertrag geschlossen. Die Kosten für die Schulbildung des Mädchens werden übernommen, die Familien erhalten Lebensmittel. Im Gegenzug müssen sie das Mädchen regelmäßig untersuchen lassen und und Schulungen besuchen.

Im Rückblick werden außerdem Phasen der Dreharbeiten, beispielsweise die Auswahl Schauspieler, und wichtige Momente aus Diries Leben geschildert.

Safa ist ein sehr berührendes Buch. Die Beklemmung und Sorge, die Dirie beim Lesen des Briefes empfindet, überträgt sich sofort auf den Leser. Die Beschreibung der Afrikareise zeigt sehr deutlich, wie zwei Welten aufeinanderprallen: Waris luxuriöses Hotel und die armseligen Hütten der Familien der Filmkinder, das Staunen Safas über für uns normale Dinge wie einen Aufzug. Die Schilderung, warum die Familien den alten Traditionen nachhängen, wie ihr tägliches Leben verläuft und welche Probleme sich daraus ergeben, unbeschnittene Töchter zu haben, werden nachvollziehbar geschildert. Als Safa, ihr Vater und Inab nach Europa kommen (zunächst nach Paris, später nach Österreich) zeigt sich, dass die drei zunächst völlig überfordert sind von dem, was sie sehen und erleben. Safas Vater möchte gar nicht mehr zurück, sondern seine ganze Familie nachholen. In dieser Zeit stellt sich auch heraus, dass er den Vertrag nicht etwa Safas wegen aufrecht erhält, sondern um seines kranken Sohnes willen. Mit der Zeit kommen sie jedoch immer besser zurecht und die Schulungen können beginnen. Beschneidung ist in Afrika Frauensache. Die Männer wollen zwar beschnittene Frauen und Töchter haben, aber um das Wie kümmern sie sich nicht. So wirken die Bilder und Informationen auf Safas Vater wie ein Schock und er beginnt endlich zu verstehen, was für ein Unrecht diese Tradition ist.

Vor allem Safa und Inab sind mir während der Lektüre ans Herz gewachsen. Safa ist ein lebensfrohes, sympathisches Mädchen, Inab eine selbstbewusste und ehrgeizige junge Frau, die für sich und ihre Geschlechtsgenossinnen Verbesserungen erreichen möchte.

Das ganze Buch ist ein feuriges Plädoyer gegen Beschneidung, liest sich aber dennoch nicht wie eine politische Kampfschrift, sondern ist spannend und informativ. Es hat mich noch nach der Lektüre lange beschäftigt. Aber auch ohne derartige Absichten ist die Lektüre absolut empfehlenswert, weil sie es schafft, aufschlussreiche Einblicke in die Mentalität der Somalier zu vermitteln und zu zeigen, wie engagiert Dirie für ihre Sache eintritt. Besonders beeindruckend fand ich eine Schilderung am Anfang, als sie auf einer Konferenz sprechen soll. Sie regt sich darüber auf, dass wieder und wieder Konferenzen abgehalten werden, auf denen sich alle einig sind, dass etwas gegen die Beschneidungspraxis getan werden muss. Nur leider folgen den Worten selten Taten – und genau das wirft Dirie den Konferenzteilnehmern vor.

Sehr empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leseempfehlung!, 7. Februar 2014
Von 
Der Klappentext:
Die Rettung der kleinen Wüstenblume
Die kleine Safa stammt aus einer bitterarmen Familie in Dschibuti. Aufgewachsen in einem Slum, wird sie für die Rolle der kleinen Waris Dirie in der Verfilmung des Weltbestsellers Wüstenblume ausgewählt. Die dramatische Szene, in der das kleine Mädchen gewaltsam beschnitten wird, bringt die Menschen in den Kinos weltweit zum Weinen. Doch in Wirklichkeit ist Safa noch unversehrt. Umso entsetzter ist Waris Dirie, als sie erfährt, dass ihre Verstümmelung unmittelbar bevorsteht. Und sie setzt alles daran, um das Mädchen vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren.
Quelle: [...]

Die Autorin:
Waris Dirie, geboren 1965, floh im Alter von 14 Jahren aus ihrer Heimat Somalia, um ihrer Zwangsverheiratung zu entgehen. In London schlug sie sich mit Gelegenheitsjobs durch und wurde schließlich als Model entdeckt. Mit der von ihr gegründeten Desert Flower Foundation kämpft sie heute weltweit gegen weibliche Genitalverstümmelung und setzt sich für die Rechte afrikanischer Frauen ein.
Quelle: [...]

Meine Rezension:
Noch immer, Jahre nach der Wüstenblume ist es ein bedrückendes Thema. Feinfühlig beschrieben die Leiden der Mädchen denen man dieses Unrecht aus einem Irrglauben heraus antut, denn nicht der Koran, nicht die Bibel noch sonstige heiligen Bücher schreiben ein solches Ritual vor.
Einzig um die Frauen gehorsam zu machen geschieht dies. Sind die Männer dort so feige, dass sie Mädchen verstümmeln müssen um sie später an sich zu binden?
Ich denke ein Buch das jeder lesen sollte.
Ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Waris Diries Kampf gegen Genitalverstümmelung, 25. Februar 2014
Von 
Roter Reiter (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Waris Dirie hat mit ihrem autobiographischen Buch "Wüstenblume" (1998) und dem gleichnamigen Kinofilm aus dem Jahr 2009 das Thema Genitalverstümmelung in die breite Öffentlichkeit gebracht und damit zur Aufklärung und Prävention beitragen können - in Ostafrika und der ganzen Welt. Im Spielfilm wird die junge Waris Dirie von dem kleinen Mädchen Safa aus Dschibuti dargestellt - auch in der grausamen Beschneidungsszene. Genau diese Gefahr wurde für die kleine Safa nur kurze Zeit später in ihrer Heimat real. Mit einem emotionalen Brief wendet sich das Mädchen an Waris Dirie. Hier beginnt die Geschichte des Buches "Safa". Dirie erzählt darin von ihrer Reise nach Dschibuti, von der Suche nach dem Mädchen und der Rettung vor dem entsetzlichen Schicksal. Safa ist das erste Mädchen, das von Diries "Desert Flower Foundation" geschützt werden konnte. Mittlerweile sind es über 1000 Erfolgsgeschichten.
Im Stil einer Reportage gewährt die Autorin tiefe Einblicke in die Kultur und das Leben in einem Kontinent, der seinen schmerzvollen Weg zwischen Tradition und Moderne finden muss. Bewegend - aber keinesfalls hoffnungslos.

Roter Reiter - Fazit: "Safa" ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das ihr Recht auf Würde und Unversehrtheit durchsetzen kann, weil sie den Schutz bekommt, der allen kleinen Mädchen in Ostafrika und der Welt zustehen würde. Dirie hat ein aufwühlendes Buch geschrieben, auch über die engagierte Arbeit ihrer "Desert Flower Foundation".

Oliver Ibelshäuser, [...]
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5.0 von 5 Sternen tolles buch und sehr schnelle lieferung, 4. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
habe sehr viele bücher von waris dirie
alle bücher sind spannung pur, aber sehr traurig
man sollte die bücher gelesen haben.
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5.0 von 5 Sternen Waris Dirie, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist sooooo spannend. Ich habe es geschafft das Buch in 3 Tagen auszulesen. Wie sich Waris Dirie für die kleine Safa einsetzt. Wie sie immer wieder auf die grausame Verstümmelung kommt. Mit welcher Kraft sie versucht zu kämpfen. Wer schon Bücher von ihr kennt, wird auch dieses gerne lesen. Sie schreibt aus Dschibuti, wie sie dort die Situationen erlebt. Sie holt die kleine Safa mit einem Teil ihrer Familie nach Europa. Sie kennen vieles nicht. Essen im Hotel, der Aufzug ist für Safa ein fliegendes Zimmer, Mc Donalds, Kleider kaufen... Traurig aber wahr. Waris schafft es, die kleine Safa zu retten.
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5.0 von 5 Sternen unbedingt lesenswert, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr packend vom Anfang bis zum Ende. Ein tolles Nachfolgebuch von Wüstenblume. Ein Dank an Waris Dirie für Ihren Einsastz.
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5.0 von 5 Sternen Die Brutalität der Realität, 20. April 2014
Von 
NiliBine70 (Duisburg, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Inhalt:
Die kleine Safa wächst in Dschibuti auf. Und in ihrer Person vereinen sich auf dramatische Weise Fiktion und Wirklichkeit. Sie wird als Darstellerin der kleinen Waris Dirie im Film „Wüstenblume“ ausgewählt und berührt mit ihrer Darstellung Millionen Menschen.

Doch dann holt die brutale Welt, in der wir noch immer leben das Kind und alle, die sich für ihr Schicksal interessieren ein. Denn auch das kleine Mädchen soll beschnitten werden. Dieser Umstand und die Geschichte der Mädchen im 21. Jahrhundert in vielen islamischen Ländern ist der dramatische Hintergrund dieses Buches und nichts für zarte Gemüter, aber eben harte Realität.

Meine Meinung:

Die Brutalität der Realität

Vor Jahren habe ich das Buch „Sklavin“ von Mende Nazer gelesen und das war meine erste Begegnung mit dem Thema Beschneidung von Mädchen. Kurz darauf erfuhr ich auch von Waris Dirie und ihrem Kampf gegen diese Beschneidung, die auch heute noch –man mag es kaum glauben!- unter barbarischen Umständen durchgeführt wird und nicht selten den kleinen Mädchen das Leben kostet.

Diese bildhübsche Frau, dieses wunderschöne Gesicht, wie nicht von dieser Welt erscheinend, hat selbst ein Märtyrium erlebt, erzählt aus ihrer eigenen Geschichte, bringt dieses unbeschreibliche, altertümliche Gebaren der Genitalverstümmelung, all das Leid, was jeglicher logischen Grundlage entbehrt, immer und immer wieder an das Licht der Öffentlichkeit. Sie prangert an, was ihr selbst widerfahren ist, wovor Mädchen in islamischen Ländern bewahrt werden müssen, mit aller Vehemenz. Und es sollte noch mehr im Fokus stehen, wenn es nach der von ihr gegründeten Desert-Flower-Foundation geht und ja, auch ich und viele Menschen der westlichen Welt stehen dahinter.

Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut, dass dieses Buch von Afroport verlost wurde und mir die Glücksfee hold war, mich als Gewinnerin gezogen hat. Es war mir klar, auf was ich mich einließ, als ich den Klappentext und Rezensionen zum Buch kurz überflog, das Thema ist mir wie gesagt auch nicht fremd.

Nichtsdestotrotz hat es mich zum wiederholten Mal nun ganz tief getroffen, macht mich betroffen, treibt mir die Tränen in die Augen, wenn es mir so wirklich zu Bewusstsein kommt, dass es sich nicht um Fiktion handelt, sondern Tatsachen sind, die da nur in eine „ansprechende“ Form gebracht werden, um sie uns nahe zu bringen, quasi als mundgerechtes Häppchen…

Dieses Buch ist nichts für zwischendurch, kein Spaß, keine wirkliche Freude, dennoch lohnt es, zu lesen, sich mitnehmen zu lassen. Genug Leute, die vom schwarzen Kontinent träumen, gibt es ja! Doch, halt, bedenkt, es ist kein Abenteuerroman, es wird keine rührselige Liebesgeschichte mit dem Hauch Wildheit Afrikas geboten, nein, keine luxuriöse Lounge lädt zur Safari ein, lasst die Fotoapparate zuhause, es wird hart, böse, schmerzhaft.

Und ich denke, wer bisher noch keine Berührung mit dem Thema hatte, sich vielleicht auch gescheut hat, wird danach nicht mehr derselbe sein. Aber hey, tagtäglich gibt es Nachrichten im Fernsehen, die nicht minder brutale Bilder zur besten Sendezeit, ja, zum Mittagessen servieren. Also, habt den Mut, öffnet Euch der kleinen Wüstenblume und gebt ihr und all den anderen, kleinen Mädchen eine Chance, normal aufzuwachsen und nicht ein Leben in Schmerz und Todesangst zu führen.

Fazit:

Harter Tobak, weil keine Fiktion, sondern tagtägliche Realität für viele, unschuldige Mädchen, gar nicht so weit von uns weg, auf dem selben Planeten und absolut lesenswert!
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5.0 von 5 Sternen Sehr informativ, 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Safa: Die Rettung der kleinen Wüstenblume (Kindle Edition)
In diesem Buch wird ausführlich die Beschneidung der Mädchen geschildert. Ich glaube, dass nicht jeder sich vor dem Lesen der Bücher von Waris Dirie der Qualen bei diesem unsinnigen Ritual bewusst war. Mir war z. B. nicht bekannt, dass es die Beschneidung auch außerhalb Afrikas gibt. Oft kamen mir während des Lesens die Tränen. Gleichzeitig wird man aber auch animiert, Waris Diries Kampf gegen diese Quälerei, wenn auch nur finanziell, zu unterstützen.
Das Buch kann ich nur jeder aufgeschlossenen Person, ob weiblich oder männlich, empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Waris Dirie: Safa - Die Rettung der kleinen Wüstenblume, 2. März 2014
Zum Buch:

Dies ist mittlerweile das sechste Buch, das Waris Dirie geschrieben hat. Mit ihrer Autobiographie Wüstenblume und der gleichnamigen Verfilmung machte sie weltweit auf die weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) aufmerksam, gegen die sie auch mithilfe der von ihr gegründeten Desert Flower Foundation kämpft. Ebendiese Organisation unterstützt – und beschützt – auch die kleine Safa, die im Film Waris in der Beschneidungsszene spielt und um die es in diesem Buch geht. Das Cover zeigt Safa im Jahre 2008, als sie für die Rolle ausgesucht wurde.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

“Mein Schicksal darf sich nicht wiederholen, darum habe ich Safa gerettet.” Waris Dirie

Die kleine Safa stammt aus einer bitterarmen Familie in Dschibuti. Aufgewachsen in einem Slum, wird sie für die Rolle der kleinen Waris Dirie in der Verfilmung des Weltbestsellers Wüstenblume ausgewählt. Die dramatische Szene, in der das kleine Mädchen gewaltsam beschnitten wird, bringt die Menschen in den Kinos weltweit zum Weinen. Doch in Wirklichkeit ist Safa noch unversehrt. Umso entsetzter ist Waris Dirie, als sie erfährt, dass ihre Verstümmelung unmittelbar bevorsteht. Und sie setzt alles daran, um das Mädchen vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren.

Der erste Satz: Liebe Waris Dirie, kannst du dich noch an mich erinnern?

Meine Meinung:

Im Januar 2013 bekommt Waris Dirie einen Brief von Safa, ihrem Patenkind, der kleinen Wüstenblume, die ihr davon berichtet, dass sie in der Schule von den anderen Kindern beschimpft und als unrein bezeichnet wird, da sie entgegen der Tradition nicht beschnitten ist. Sie selbst ist froh, gesund zu sein, aber sie ist traurig, dass die anderen Kinder sie nicht akzeptieren und auch ihre Eltern scheinen dem gesellschaftlichen Druck nicht länger standhalten zu können. Waris ist erschrocken als sie davon erfährt, dass der kleinen Safa nun möglicherweise doch noch die Beschneidung droht, die sie und ihre Organisation bisher verhindert haben. Als Safa nämlich für die Rolle der jungen Waris ausgesucht wurde, haben ihre Eltern einen Vertrag unterschrieben, dass sie ihre kleine Tochter nicht beschneiden lassen werden. Im Gegenzug hat sich die Desert Flower Foundation dazu verpflichtet, der Familie finanziell unter die Arme zu greifen. So bekommt die Familie regelmäßig Lebensmittel und Safa kann durch die Unterstützung der Organisation die Schule besuchen. Dieser Vertrag ist nur so lange gültig, wie die Familie durch regelmäßige Kontrollen beim Arzt nachweisen kann, dass Safa nicht beschnitten wurde.

Waris macht sich umgehend auf den Weg nach Dschibuti, um sich selbst von der Unversehrtheit ihres Patenkindes zu überzeugen und nochmals mit den Eltern zu sprechen. Dabei muss sie feststellen, dass der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung nur langsam voranschreitet. Doch sie trifft auch auf die junge Inab, die selbst schon die Qualen der Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen musste, die aber auch ihre beiden Schwestern vor diesem Schicksal beschützt hat. Die 19-Jährige kennt die unvorstellbaren Qualen, die mit FGM einhergehen und will sich tatkräftig für die Mädchen in Afrika einsetzen.

So beschließt Waris Inab, Safa und deren Vater mit nach Europa zu nehmen, um sie nach einem Abstecher in Paris im Desert-Flower-Büro in Wien zu schulen. Dort lernen die drei viel über die verschiedenen Arten von FGM und wie gesundheitsgefährdend und lebensbedrohlich diese Verstümmelungen für junge Mädchen und auch besonders für schwangere Frauen bei der Geburt ihres Kindes sind. Meist werden die Beschneidungen mit dreckigen Rasierklingen, Scheren oder anderen gruseligen Hilfsmitteln durchgeführt, um die Wunden anschließend halbherzig mit Dornen zu vernähen – das alles selbstverständlich ohne Betäubung. Die Mädchen, die nicht gleich nach dem Eingriff verbluten, leiden höllische Qualen und viele sterben bei der Geburt ihres Kindes, da dies durch die winzige Öffnung, die von den Beschneiderinnen übrig gelassen wird nicht hindurchpassen. Mindestens 150 Millionen Frauen sind weltweit von FGM betroffen – und das nicht nur in Afrika: auch in Europa leben 500 000 verstümmelte Frauen. Das Problem ist auch, dass viele sich der enormen Gefahren gar nicht bewusst sind und darüberhinaus noch davon überzeugt sind, dass die Beschneidung vom Koran vorgeschrieben wird, was absolut nicht der Fall ist. Dieser Wahnsinn muss aufhören!

Heute kämpft Inab als Aktivistin für die Desert Flower Organisation, hält Vorträge und klärt ihre Leidensgenossinnen über Operationsmöglichkeiten auf. Sie war auch die erste Patientin, die im Desert Flower Center in Berlin einer Rückoperation unterzogen wurde. Sie selbst bezeichnet diesen Tag als den schönsten Tag ihres Lebens.

“Safa – Die Rettung der kleinen Wüstenblume” ist ein unheimlich emotionales Buch. Immer wieder gibt es Grund zur Sorge um Safas Wohlergehen, immer wieder wird Waris in ihre eigene Vergangenheit zurückversetzt, als sie selbst Opfer dieser Gräueltat wurde. Doch es gibt auch sehr viele Schmunzelmomente in diesem Buch, beispielsweise als Safa das erste Mal einen Aufzug benutzt. Momente der Angst, der Erleichterung, der puren Freude, der Rückschläge aber auch der Erfolge und der Hoffnung. Waris Dirie ist eine unglaublich starke und mutige Frau, die ihr Innerstes an die Öffentlichkeit getragen hat, um anderen zu helfen, Mädchen wie Safa zu beschützen und endlich ein Umdenken in ihrem Heimatkontinent und der ganzen Welt herbeizuführen . Ich bewundere auch die junge Inab, die mit einer solchen Unnachgiebigkeit ihre Schwestern beschützt und die kleine Safa, die in ihrem zarten Alter schon Pläne schmiedet, wie sie in der Zukunft anderen Mädchen helfen kann.

Das Buch beinhaltet auch einige wunderschöne Fotos von Safa, die wirklich ein bildhübsches und unglaublich süßes Mädchen ist, ihrer Familie, aber auch von den anderen Darstellern des Films, Waris’ Mitarbeitern der Desert Flower Foundation etc.

Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, habe ich auch die Verfilmung von Waris Diries Autobiografie Wüstenblume gesehen, in der Safa die kleine Waris in der Beschneidungsszene spielt. Ja, diese Szene ist grauenhaft, ja, ich habe geweint (und das nicht nur bei dieser Szene) ABER ich finde es wichtig und richtig, dass Waris darauf bestanden hat, dass diese Schlüsselszene in dem Film auf jeden Fall gezeigt wird und ihre Lebensgeschichte nicht als Vorzeige-Aschenputtelstory dargestellt wird. Der Film ist wirklich sehr sehenswert und hat trotz der grausamen Thematik unglaublich viel Witz und Charme.

“Meine neue Mission ist es, jedes Jahr mindestens eintausend Mädchen wie die kleine Safa mit Patenschafts-Verträgen vor weiblicher Genitalverstümmelung zu retten!” Waris Dirie

Wer ihr dabei helfen möchte, ihre Mission zu erfüllen, kann die Patenschaft für eine (oder mehrere) kleine Wüstenblume(n) übernehmen und mit einem Betrag von 30€ im Monat ein Mädchen vor der Verstümmelung retten. Die Familien der Mädchen unterschreiben dann ebenfalls einen Vertrag, der die Unversehrtheit des Kindes garantiert, was natürlich regelmäßig von einem Arzt bestätigt wird. Noch dazu ist eine weitere Bedingung, dass die Eltern die Kinder in die Schule schicken, wobei sämtliche Kosten (Schulbücher, Hefte, Fahrtkosten, etc.) von der Organisation übernommen werden. Spenden sind natürlich auch immer gerne gesehen, da beispielsweise auch die wiederherstellenden Operationen von Spendengeldern finanziert werden.

Weiter Informationen gibt es auf der Homepage der Desert Flower Foundation.

Mein Blog: readforthethrill.wordpress
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5.0 von 5 Sternen Bewegende Story für Anhänger von Waris Dirie und ihrer Stiftung, 28. Februar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer Waris Dirie kennt und ihre bisherigen Bücher, der muss hier weiterlesen. Sie beschreibt nun, was nach dem Filmdreh mit dem kleinen Mädchen wurde, das sie als Kleinkind spielt. Aber man muss sagen, die anderen Romane sind Voraussetzung, da es ja biographische Schriften sind die von Leben und Arbeit der Aktivistin berichten.
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