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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thriller für junge Erwachsene
Ähnlich wie das Alter der Hauptperson dieses neuen Romans von Antonia Michaelis, ist sicherlich auch die Zielgruppe des Buches einzuordnen. Junge Erwachsene von 18, 19 Jahren. Denn neben der durchaus spannenden und verwickelten Seite des Thrillers mit Mord und Blut, greift Michaelis intensiv die Erlebniswelt der (endgültigen) „Abnabelung“ auf...
Vor 18 Monaten von M. Lehmann-Pape veröffentlicht

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielleicht zu viel verkehrt herum?
Und dann saßen sie auf Klappstühlen zwischen hochstieligen Blumen, die waren wie kleine Sonnen, und aßen Torte. Nashville beobachtete Julietta, die durch die Menge ihrer Gäste schwebte.
"Sie ist so schön", sagte Svenja.
"Ich habe dir das schon mal gesagt", meinte Nashville, beinahe ärgerlich. "Du bist schöner. Sie ist Regen,...
Vor 19 Monaten von S. Buddensiek veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thriller für junge Erwachsene, 2. September 2013
Ähnlich wie das Alter der Hauptperson dieses neuen Romans von Antonia Michaelis, ist sicherlich auch die Zielgruppe des Buches einzuordnen. Junge Erwachsene von 18, 19 Jahren. Denn neben der durchaus spannenden und verwickelten Seite des Thrillers mit Mord und Blut, greift Michaelis intensiv die Erlebniswelt der (endgültigen) „Abnabelung“ auf.

Svenja bezieht ihre eigene Wohnung in der neuen, fremden Stadt Tübingen, als Studentin der Medizin. Umgehend findet sie in der neuen, leicht baufälligen Wohnung ein Kind. Kopfüber stehend im Küchenschrank. Ein Kind, das nicht redet, sehr gewandt und behände ist, auf dem T-Shirt einen Werbeaufdruck von Nashville trägt und damit seinen Namen zunächst weg hat.

Ein Kind mit einem dunklen Geheimnis, wie sich feststellen lassen wird, das öfter unverhofft in Panik gerät. Ein Kind, das zu den Leuten „zwischen den Zeilen“ gehört. Ausgesonderte. Obdachlose. Die man nicht sieht oder gerne übersieht. Zwischen den Zeilen des Lebens eben.

Das Geheimnis dieses Kindes und zunächst eines Mordes in Tübingen (der nicht der letzte bleiben wird) bildet den Thrilleranteil des Buches. Svenja, die Nashville ins Herz schließt, übernimmt Verantwortung. Sie weiß, dass der traumatisierte Junge ein Weggeben an Heim oder Polizei nicht verkraften würde.

Gleichzeitig aber ist sie mit sich selbst intensiv beschäftigt. Sieht denn sie eigentlich einer? Wie soll sie zu recht kommen in einer zunächst normiert und fleißig wirkenden Welt der Medizinstudenten? In der sie schon von der Kleidung und Frisur her nur exotisch wirkt.
Und wohin mit den vielen erwachenden Bedürfnissen nach Nähe, Liebe, auch Erotik? In all diesen fremden Strassen und Gassen? Und dazu dieses merkwürdige Kind? Kein Wunder, dass die Welt Svenjas aus den Fugen bleibt, sie zunächst nicht wirklich Fuß fasst in diesem studentischen Leben

Doch Kontakte ergeben sich, jeder für sich ein Unikat. Friedel, Mitstudent, und bald unrettbar in Svenja verliebt. Dessen Mitbewohner im besetzten Haus, allen voran „Kater Carlo“ mit seiner ganz eigenen Lebensweise. Der junge Arzt, den sie im Cafe das erste Mal sieht und zu dem sie sich hingezogen fühlt (doch was tun mit dessen Verlobter und seiner Nichtbeachtung erstmal?). Auch Nils, Burschenafter, Unsympath, kreuzt an merkwürdigen Orten ihren Weg. Oder gar dieser eine Obdachlose, der „zwischen den Zeilen“, der hat doch auch was (vor allem im „Werwolfspiel“ spürt Svenja die innere Kraft dieses jungen Mannes).
Samt der in der Nachbarschaft wohnenden Kathleen ergibt sich ein äußerst buntes Volk um Svenja herum in Tübingen. Was im übrigen Svenja, soviel sei verraten, auch im erotischen Bereich kein Kind von Traurigkeit sein lässt (wenn auch Michaelis die explizit sexuellen Szenen und Begegnungen mehr oder minder nur andeutet und nicht ausformuliert schildert).

Durchaus lebendig also geht es zu im Roman bei der Begleitung der Protagonistin im neuen Leben, aber auch verzwickt, gefährlich und blutig. Dies alles in einer Sprache, die hier und da doch noch mit zu einfachen, kindlicher Vorstellung entsprechenden Bildern arbeitet („eine großartige Welle aus Licht und Luft kam hereingeflutet, die blankgewetzten Stellen glänzten golden“, oder auch „der Himmel über Ihnen war blauer als Kaugummi“ (ist der blau?)).

Zudem wirkt die Tolpatschigkeit und Verträumtheit, das hier und da geschilderte innere Wegdriften Svenjas doch an manchen Stellen übertrieben.

Dennoch aber ergibt sich eine unterhaltsame, spannende Lektüre, die, sicher sehr pointiert durch die exotischen Protagonisten mit abenteuerlichen Haltungen und Hintergründen, gerade die innere Neuorientierung im ganz eigenen Leben gut ausleuchtet und lesenswert darstellt. Und anhand der Protagonisten exemplarisch Lebenshaltungen der „jungen Generation“ plastisch vor Augen führt. Mitsamt einer ausgeklügelten Mordgeschichte mit sehr überraschendem, auch dramatischem Ende.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannung in Tübingen, 28. August 2013
Svenja ist gerade nach Tübingen gezogen, um Medizin zu studieren. Sie hat eine kleine Wohnung mitten in der Stadt gefunden, ein bisschen heruntergekommen, dafür aber günstig. Als sie den Küchenschrank öffnet, steht darin ein kleiner Junge und macht Kopfstand. Obwohl sie zuerst total erschrickt, nimmt sich Svenja des Jungen an. Da er kein Wort spricht, nennt sie ihn nach dem Aufdruck auf seinem T-Shirt Nashville. Ihr kleiner Untermieter macht das Leben für Svenja nicht gerade einfacher, dennoch bringt sie es nicht übers Herz, ihn zur Polizei zu bringen oder bei der Fürsorge abzugeben, stattdessen gibt sie sich große Mühe, den verstörten kleinen Jungen, ihr Studium und ihre neuen Freunde unter einen Hut zu bringen. Doch nach und nach geht ihr auf, dass Nashville offensichtlich mehr über die unheimlichen Morde an Obdachlosen in der Stadt weiß, und dass dieses Wissen nicht nur ihn, sondern auch Svenja selbst in Gefahr bringt. Wer sind wirklich ihre Freunde und wem kann sie vertrauen? Svenja stürzt in einen Strudel gefährlicher Ereignisse.

Da ich selber in Tübingen geboren und aufgewachsen bin, war dieses Buch ein Stück wie nachhause Kommen für mich. Der Autorin gelingt es wunderbar, die Atmosphäre der kleinen Universitätsstadt einzufangen und ich konnte durch die liebevoll detaillierten Ortsbeschreibungen den Figuren immer bestens auf ihren Wegen durch die Stadt folgen.

Die Handlung entwickelt sich zu Beginn eher langsam. Mir fehlte es anfangs auch ziemlich an Verständnis für Svenja, die Nashville einfach bei sich behält, obwohl der Junge doch eindeutig Hilfe benötigt, die die gerade mal 18Jährige ihm eigentlich nicht geben kann. Es schien mir doch recht unglaubwürdig, dass das alles so einfach geht und auch niemandem auffällt. Nachdem ich mich damit aber abgefunden hatte, packte mich das Buch immer mehr. Neben Svenja sind auch die anderen Figuren alle ziemlich spannend und interessant, jeder hat so seine besonderen Eigenheiten und für mich passte das alles wunderbar nach Tübingen, wo es auch in der Realität reichlich skurrile Gestalten hat. Allerdings treten sich nicht unbedingt so geballt auf wie hier im Buch in Svenjas Umfeld. Man meint fast, sie zieht merkwürdige Typen irgendwie an. Nashville bleibt lange Zeit sehr geheimnisvoll und dadurch auch ein wenig unnahbar, aber irgendwann beginnt er sich zu öffnen.

Die Spannung baut sich dann nach und nach auf, jeder wirkt irgendwie verdächtig und es wird immer brutaler. Gegen Ende hin kann man sich vielleicht denken, wer der Täter ist, aber dennoch bleibt es bis zur Auflösung spannend, da man sich einfach nicht sicher sein kann. Der Schluss lässt dem Leser einigen Interpretationsspielraum, mir persönlich hat das Ende, so wie ich es verstanden habe, weniger gut gefallen, aber man kann es sicher auch ganz anders auslegen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioser Jugendthriller - auch für Erwachsene, 26. Juli 2013
Von 
Marie C. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Inhalt:
Svenja studiert im 2. Semester Medizin und ist eben von Leipzig nach Tübingen gewechselt. Hier ist sie gerade dabei, ihre Studentenbude in Besitz zu nehmen, als sie im Schrank ein vielleicht neun- oder zehnjähriges verwahrlostes Kind entdeckt. Es steht auf dem Kopf und schaut sie aus dunklen Augen an, spricht aber nicht. Svenja bringt es nicht übers Herz, das Kind – sie nennt es Nashville – bei der Polizei abzugeben, sondern lässt es bei sich wohnen. Nachts haut Nashville immer wieder ab, wo treibt er sich herum? Svenja beginnt erst viel zu spät zu ahnen, in welcher Gefahr das Kind sich befindet, und nicht nur das Kind...

Meine Meinung:
Wer sich nun schon an dem wirklich nicht alltäglichen Plot und der unwahrscheinlichen, aber doch möglichen Handlungsweise der Protagonistin stört, sollte die Finger von dem Buch lassen, denn „vernünftig“ handelt in diesem Buch fast niemand. Allerdings wird man dann eine grandiose Geschichte verpassen. Man sollte schon die Fähigkeit mitbringen, sich in alle möglichen Charaktere einzufühlen oder sie zumindest zu akzeptieren - heile, „normale“ Welt darf man hier getrost vergessen. Michaelis entwirft ein buntes Szenario mit Obdachlosen, Hausbesetzern und WG-Bewohnern. Svenja und ihre neuen Freunde sind alle irgendwie schräg, aber dadurch auch sehr interessant und liebenswert. Doch einer/eine spielt falsch. Wer trachtet den Obdachlosen nach dem Leben und warum?

Die Autorin schafft es, einen perfekten Spannungsbogen aufzubauen, obwohl am Anfang noch gar nicht viel passiert. Doch allein die geniale Beschreibung der Atmosphäre lässt einen schaudern. Michaelis drückt sich so poetisch und dabei so vage aus, dass die eigene Fantasie mit dem Leser einfach durchgehen muss. Vieles wird angedeutet, nichts ist sicher. Ständig muss man seine Meinung revidieren. Jeder wirkt verdächtig, man weiß wirklich bald nicht mehr, wem man trauen kann und wem nicht. Spannend bis zum Schluss, einfach toll!

Der Schreibstil ist erstklassig. Ein poetischer Thriller, das widerspricht sich? – Auf keinen Fall! Antonia Michaelis komponiert Wörter zu Sätzen, die einem auf der Zunge zergehen, die man zwei- oder dreimal liest, einfach um sie zu genießen. Sie erfindet neue Wörter, die absolut ins Schwarze treffen. So wird das Lesen zu einem vergnüglichen Schrecken.

Fazit:
Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur begeistert, gerade auch, weil die Figuren mit ihrem teilweise absurd anmutenden Verhalten aus dem Rahmen fallen! Außerdem lässt die Autorin dem Leser viel Spielraum, sich seine eigenen Gedanken zu machen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nashville oder Das Wolfsspiel, 18. August 2013
Kurzbeschreibung:
Atemlos spannend! Ein mörderischer Thriller über Liebe und Verrat. Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist. (Quelle: Amazon.de)

Cover:
Die dunkle, mysteriöse Stimmung der Geschichte spiegelt sich im Cover ganz wunderbar wider. Das Symbol des Messer spielt eine ganz entscheidende Rolle und auch die Farbwahl gefällt sehr gut. Sieht man alle Jugendbücher der Autorin im Regal nebeneinanderstehen, so sieht man auch einen roten Faden. Die optischen Gemeinsamkeiten der Bücher sind sehr schön anzusehen und außerdem gibt es wieder das Kennzeichen aller Bücher. Der Schutzumschlag gleicht dem Cover darunter bis auf eine Ausnahme- ein Gegenstand fehlt. In diesem Fall ist es das Messer und zeigt so gleich eine symbolische Verbindung zum Inhalt. Wiedermal sehr ansprechend und gut durchdacht!

Schreibstil:
"Der Märchenerzähler" hat mich erstmals in Antonia Michaelis' Schreibwelt entführt und daraufhin wurde ich zum Wiederholungstäter. Immer wieder muss ich die poetischen und einfach nur wunderschönen Worte in mich aufsaugen und mir auf der Zunge zergehen lassen. Es ist immer wieder ein Erlebnis, eine neue Facette der Autorin kennenzulernen und in eine neue Welt einzutauchen. Nicht viele Autoren schaffen es, auch grausame Tatsachen mit so weichen, zarten und anschmiegsamen Worten zu beschreiben und ganze Städte einem bildlich vor Augen zu führen. Obwohl ich bei vorherigen Büchern noch mehr Bilder im Kopf hatte, ist auch dieses Buch wieder ganz im Stil der Autorin gehalten, so zum Nachdenken anregend, wie wir sie kennen. Wenigstens einmal muss man sich die Zeilen von Frau Michaelis zu Gemüte führen und schauen, ob man Lust auf mehr hat! Ich für meinen Teil kann gar nicht genug davon bekommen und freue mich auf jedes noch kommende Buch.

Eigene Meinung:

Thema/ Inhalt:
Allein ganz von vorne anfangen und das Erwachsensein einläuten. Zum Studieren ist Svenja allein nach Tübingen gezogen und möchte sich nun selbstständig ein eigenes Leben aufbauen. Doch als sie ihre neue Wohnung bezieht, findet sie dort einen Jungen im Schrank- noch dazu auf dem Kopf stehend. Svenja, schon immer etwas verrückt und chaotisch, stellt sich zu ihm und ab da ist der Bann gebrochen. Der kleine Junge, den sie nach seinem T- Shirt- Aufdruck "Nashville" tauft, weicht ihr nicht mehr von der Seite. Doch immer wieder verschwindet er nachts und eines morgens findet Svenja in seinen Armen ein fleckiges Tuch- blutgetränkt. Wo treibt sich der Kleine nachts herum und was hat er mit den Morden in der Stadt zu tun?

Idee/ Umsetzung:
Ich war nach dem Lesen des Klappentextes sofort neugierig auf die Geschichte und wollte unbedingt wissen, was es mit Nashville auf sich hat. Es erwartet einen keineswegs ein typisches 0815- Thriller, sondern eine Geschichte, die einiges mehr zu bieten hat. Es geht tief hinein in die menschliche Psyche und lässt einen vor Spannung nicht mehr los. Kuriose, unerwartete Wendungen lassen den Atem stocken, eine Person ist so mysteriös wie die andere und alles wird zu einem undurchdringlichen, chaotischen Knäuel an Geschehnissen. Diese Verflechtungen sind wir von der Autorin gewöhnt und werden nicht enttäuscht was Ideenreichtum und Überraschung angeht.

Die Umsetzung ist ebenfalls sehr gut gelungen. Dynamisch schlängeln wir uns durch die Geschichte, werden aber, was Gefühle und Gedanken betrifft, niemals im Dunkeln gelassen und können vollkommen in die Story eintauchen. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass es keine niedliche Liebesgeschichte ist und es knallharte Realität zu entdecken gibt. SPOILER: Alkohol, Sex und Drogen spielen eine nicht gerade kleine Rolle und man sollte sich bewusst machen, dass auch blutige Szenen vorkommen.
Somit sei gut überlegt, ob das Buch einem 14- jährigen Jugendlichen zuzumuten ist. Zarte Gemüter sollten es sich zweimal überlegen, ob sie zu diesem Buch greifen sollen.

Ansonsten wird mit Action und vielen spannende, philosophischen Gedankengängen nicht gegeizt und Fans der Autorin können sich auf ein typisch geniales Buch freuen.

Charaktere:
Svenja ist ein sehr besonderes Mädchen. Total chaotisch lernen wir sie kennen und genauso schließt man sie auch schon nach kurzer Zeit ins Herz. Aber sie ist auch die einzige Person, bei der man sich sicher sein kann, dass sie ist, wer sie zu sein scheint. Die Studentenfreunde Svenjas sind allesamt nett, haben aber alle ihre Geheimnisse und machen einen schnell misstrauisch. Jeder, den man trifft, scheint etwas zu verbergen und so beginnt schnell das Spiel der Verdächtigungen, bei Svenja und bei uns Lesern. Auch Nashville, der einerseits ein so liebenswerter Kerl ist, der eigentlich ein geregeltes, behütetes Leben verdient bringt manchmal echte Zweifel auf. Wieso sammelt er Messer? Wohin verschwindet er nachts? All diese Fragen stehen unbeantwortet im Raum und erhalten die Spannung immer am Leben. Wieder einmal mischen sehr gut durchdachte, lebendige Charaktere die Geschichte auf und machen sie außergewöhnlich.

Ende:
Leider gingen meine Verdächtigungen in die richtige Richtung, wodurch ich ein wenig enttäuscht war, dass der Schockmoment, in dem alles ganz anders kommt, als erwartet, bei diesem Buch ausblieb. Trotzdem ist "Nashville" ein sehr gutes Buch mit Höhen und Tiefen, viel Stoff zum Nachdenken und einem herrlichen Schreibstil!

Fazit:
Nashville ist der kleine Junge ohne Vergangenheit, der die Wände mit seinem Namen vollschreibt, er ist aber auch der Junge der Messer sammelt und ein blutbeflecktes Tuch bei sich trägt. Wer wissen möchte, wer Nashville wirklich ist, der sollte zu diesem Buch greifen. Der Stil ist wie immer speziell und hat einen großen Anteil Poesie, was mir aber immer äußerst gut gefällt. Wer Antonia Michaelis bereits kennt und ihre Bücher liebt, der sollte auch dieses Buch seiner Sammlung beifügen. Ich war von den anderen Jugendbüchern der Autorin ein wenig mehr begeistert, wurde aber mit diesem hier auch sehr spannend unterhalten. Von mir eine klare Lesempfehlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erstaunliches buch, 19. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nashville oder Das Wolfsspiel (Kindle Edition)
der anfang ist etwas ungewöhnlich, man/frau ist sich nicht sicher, ob es sich hier nicht um eine Story im Studentmilieu handelt. Baut sich sehr schön auf, sehr dicht geschrieben und philosophische Ansätze, die zum Weiterdenken animieren, ohne zu anspruchsvoll zu sein und der Spannungsbogen wird aufrecht erhalten. Super schöner thriller, ein Segen ohne detailreiche schilderung der Morde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd, 10. August 2014
Von 
Omega "Omega" (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nashville oder Das Wolfsspiel (Kindle Edition)
Dank einer ungemein großzügigen Gratisaktion(!) kam ich in den Genuss dieses Buchs, das mir auch schon empfohlen worden war und das natürlich auch den normalen Kaufpreis absolut wert ist.
"Nashville" ist beim Lesen schwer einzuordnen - mir als mittelalter (mitte 40 J.) Leserin kam es teils wie ein Jugendbuch vor, doch ist es m.E. eigentlich ein Psychothriller für Erwachsene.
Die Autorin schreibt ungemein fesselnd!
Den ganz eigenen Schreibstil finde ich sehr gelungen.
Ein ungewöhnliches, mitreissendes, oft schreckliches und trauriges Leseerlebnis. Wirklich sehr spannend geschrieben, dabei mit Tiefe.
Ich möchte ein weiteres Buch dieser Autorin kennen lernen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll, 30. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Nashville oder Das Wolfsspiel (Kindle Edition)
Sprachlos, Anders Toll. Vielen Dank für das Schauen zwischen die Zeilen. Es muss nicht immer alles real sein, um wirklich zu sein.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen guter Jugendthriller, 17. September 2013
Klappentext
Atemlos spannend! Ein mörderischer Thriller über Liebe und Verrat. Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist.
Ein grandioser Thriller der mehrfach ausgezeichneten Autorin Antonia Michaelis. Eine packende und fesselnde Geschichte von Liebe, Sehnsucht, Ängsten und Freunden, denen man nicht trauen kann.

Über den Autor
Antonia Michaelis, Jahrgang 1979, in Norddeutschland geboren, in Süddeutschland aufgewachsen, zog es nach dem Abitur in die weite Welt. Sie arbeitete u.a. in Südindien, Nepal und Peru. In Greifswald studierte sie Medizin und begann parallel dazu, Geschichten für Kinder und Jugendliche schreiben. Seit einigen Jahren lebt sie nun als freie Schriftstellerin in der Nähe der Insel Usedom und hat zahlreiche Kinder und Jugendbücher veröffentlicht, facettenreich, fantasievoll und mit großem Erfolg. »Der Märchenerzähler«, ihr erstes Buch für junge Erwachsene, wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
[...]

Cover
Das Cover sticht ins Auge, weckt direkt die Neugier. Was hat es mit dem Messer auf sich was abgebildet ist? Spielt es eine Rolle in dem Buch?
Die Farben sind bunt gehalten, ein nicht zu düsteres Cover für einen Thriller.

Schreibstil & Spannung
Die Spannung in dem Buch baut sich nach und nach schön auf. Erst allgemein gehalten um Svenja kennen zu lernen, ihre neue Situation und die Umgebung in der sie sich nun befindet da sie in Tübingen studieren mag.
Wohnungssuche, neue Freunde, alles was eine neue Stadt mit sich bringt. Orte und Personen werden gut beschrieben, bildliche Vorstellung ist dadurch möglich und man kann sich leichter in das Buch hinein versetzen.
Kurz darauf findet sie einen kleinen Jungen in Ihrem neuen Küchenschrank und ab da steigt der Spannungspegel merklich an. Wer ist er? Wo kommt er her und warum benimmt er sich so eigenartig? Alles Fragen, die Svenja gerne klären würde. Nur was wird sie dabei heraus finden?
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig. Das Buch ist sehr schön in Kapitel eingeteilt. Angenehmer Jugendschreibstil dem man leicht folgen kann..

Die Charaktere
Svenja, gerade mal 18 Jahre jung. Sie wohnt seit neustem in Tübingen da sie dort studieren mag. Sie ist ein sehr bodenständiger Mensch der meistens weiß, was sie will und wie sie es erreichen kann. Dann jedoch muss sie feststellen, dass ein kleiner Junge die Welt Kopf stehen lassen kann, die Verunsicherung kommt. Wie soll sie in manchen Situationen handeln? Wer kann ihr helfen?

Meine Meinung
Ein ganz toller Jugendthriller der mal einen Einblick ins Leben gibt, wenn nicht alles nach der geraden Linie läuft.
Svenja lernt, dass nicht immer alles heile Welt ist, das man lernen muss in einer fremden Stadt zu überleben. Sie macht Bekanntschaft mit Personen, die kein festes Dach über dem Kopf haben und anscheinend doch recht glücklich und zufrieden sind. Kurz darauf wieder fährt ihr das gleiche Schicksal. Die junge Frau kämpft aber weiter, für sich und den kleinen Jungen. Dieser scheint jedoch ein schlimmes Geheimnis zu hüten, wird sie ihm helfen können?
Ihre Freunde sind immer an Ihrer Seite, allerdings muss Svenja leider feststellen, das man sich auch sehr in Ihnen täuschen kann, man nicht jedem vertrauen sollte.
Fragen bleiben lange offen: Wer ist Nashville, wo kommt er her, aber vor allem, warum verschwindet er nachts immer wieder? Hat er etwas mit den Morden an den Obdachlosen zu tun?

Fazit
Ein klasse Jugendthriller der nicht immer nur die heile Welt vorspielt, man mal einen Einblick bekommt von der anderen Seite des Lebens.
Angenehmer, flüssiger Schreibstil der Autoren fesseln von Anfang an und ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen.

Sterne
4/5
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenhaft schön geschriebener, atemlos spannender Thriller der anderen Art, 17. Oktober 2013
Von 
Modus "Modus" (München, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'NASHVILLE' ist ein unerhört spannender und außergewöhnlich gut geschriebener Thriller, eine wunderbare Verbindung aus Poesie und Hochspannung, wie man sie nur ganz selten zu lesen bekommt. Nach dem - wie ich fand - etwas schwächeren 'Solange die Nachtigall singt' von Antonia Michaelis schließt dieses Buch wieder zu der Exzellenz ihres zu Recht hochgelobten Märchenerzählers auf.

Svenja, Medizinstudentin im zweiten Semester, zieht von Leipzig nach Tübingen, in ihre erste eigene kleine Wohnung, eine unsanierte Bruchbude mitten in der Stadt. Heruntergekommen aber romantisch, vor allem im sonnendurchfluteten Mai. Svenja, liebenswürdig und ein bisschen chaotisch, ist eine typisch Neunzehnjährige, die sich beweisen will, dass sie ihr Leben von nun an selbstständig auf die Reihe kriegt. Als sie allerdings die Tür ihres Küchenschranks aufmacht, findet sie darin einen verwahrlosten, elfjährigen Jungen, auf dem Kopf stehend, der nicht spricht und auf dessen T-Shirt NASHVILLE steht. Ihre zaghaften Versuche, ihn beim Jugendamt abzugeben, scheitern, weil Nashville davonläuft, um später erneut bei ihr aufzutauchen. Um erst in ihre Wohnung, dann in ihr Leben einzuziehen. Aber Nashville hat ein dunkles Geheimnis. Und er leidet unter unerklärlichen Panikattacken. Hat Verbindungen zu Leuten, die Svenja Angst einjagen und nun auch ihren Namen kennen. Er kommt und geht, ist nachts oft verschwunden. Wenn er Panik bekommt, flüchtet er nach oben, denn er ist ein ausgezeichneter Kletterer. Er schläft unter Svenjas Bett und sammelt Messer.
Kurze Zeit später wird in einem Wäldchen am Stadtrand die Leiche einer Frau gefunden, der jemand die Kehle durchschnitten hat... und Svenjas Leben gerät immer weiter aus den Fugen.

Es ist gar nicht so leicht, dieses Buch zu rezensieren, ohne zuviel über den Inhalt zu verraten, weil das die Spannung schmälern würde.
Nashville ist ein Thriller, aber es ist zugleich auch eine Milieustudie über die unsichtbare Welt der Obdachlosen, eine psychologisch vielschichtige Annäherung ans Erwachsenwerden und ein rauschhafter Trip durch das, was es ausmacht, Student zu sein. Es ist eine Sammlung ganz großartiger Charakterstudien von Figuren, die so strotzen vor Saft und Kraft, dass es eine Freude ist. Svenja, die Protagonistin, ist gewiss kein einfacher Mensch, und manchmal möchte man sie schütteln und ihr rechts und links eine runterhauen. Aber sie ist real, sie verkörpert perfekt dieses Lebensgefühl, wenn man achtzehn ist, voller Unsicherheiten und gleichzeitig vom Gefühl beseelt, sich (und der Welt) was beweisen zu müssen, wenn Brüche und Gegensätzlichkeiten den Charakter prägen und man selbst noch nicht weiß, was für ein Typ Mensch man eigentlich ist.
Und so schillernd wie Svenja sind auch die anderen Menschen, auf die sie trifft. Die Kunstgeschichtsstudentin Katleen mit streichholzkurz rasiertem Haar, die ihre Einzimmer-Wohnung in eine Küche mit Matratze umgewandelt hat. Friedel, Thierry und Kater Carlo, drei höchst unterschiedliche Freunde, die in einem Abbruchhaus wohnen und dort nur Strom zahlen, den sie vom Nachbarhaus abzapfen. Der stille junge HNO-Arzt, der ihr Fahrrad repariert.
Die ohnehin verzwickte und vielfach um sich selbst gewundene Geschichte erzählt Antonia Michaelis in ihrer gewohnt schönen und märchenhaft poetischen Sprache, die das Lesen zusätzlich zum Genuss macht. NASHVILLE ist ein Thriller, aber kein typischer Thriller. Es kommt nicht besonders viel Gewalt darin vor, aber dennoch ist er atemberaubend fesselnd, weil die Frage nach dem Who's done it bis zum Ende offen bleibt. Das übrigens völlig anders ausfällt, als man erwarten würde.

Der Oetinger Verlag, bei dem NASHVILLE erscheint, ist ein Jugendbuchverlag, und das Buch wird auch als Jugendthriller gelistet, Alter 14-17. Ich bin mir nicht sicher, wie man es als 14-bis-17-jähriger Leser sehen würde. Aus der Perspektive von jemandem, der mehr als doppelt so alt ist, würde ich sagen, es ist ebenso gut ein Buch für Erwachsene. Mag sein, dass man aus der Erwachsenenperspektive sogar mehr daraus zieht, weil es so nachvollziehbar ist, weil man seine eigenen Unsicherheiten und Dummheiten von vor 20 Jahren in den Protagonisten wiederfindet, aber auch die wunderbare, überwältigende Schönheit eines rauschhaften Lebens, in dem man weder Ziel noch Verantwortung wirklich kennt.
Auf jeden Fall ist es ein Buch mit einem langen Nachhall, das nicht gleich wieder aus dem Kopf verschwindet. Es ist voller philosophischer und moralischer Fragen, es stellt Richtig und Falsch auf den Kopf und es hat Ecken und Kanten, an denen man sich reiben möchte.

Ich kann es wärmstens jedem empfehlen, der sich an der Verbindung von schöner Sprache und enorm spannenden Elementen, vor allem aber an Büchern erfreuen kann, die einfach anders sind.
Ich wünschte, es gäbe mehr davon, von dieser Art von Büchern.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Menschen zwischen den Zeilen, die Welt verkehrt herum..., 1. August 2013
Von 
Mikka Liest (Hilter) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Pro:
Ich habe bisher noch kein Buch dieser Autorin gelesen und jetzt frag ich mich: WARUM NICHT? Ich finde den Schreibstil großartig: klar und auf karge Art und Weise poetisch. Aus dem Alltäglichsten werden ungewöhnliche Bilder gewebt, und die Atmosphäre ist einerseits irgendwie nüchtern und andererseits sehr dicht. Das nutzt sich im Laufe des Buches kein bisschen ab, es brachte mich immer wieder zum Staunen.

Die Handlung ist genauso originell wie der Schreibstil; sie bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend und regt zum Nachdenken an. Das Tempo ist meist ungewohnt langsam für einen Thriller, nur nach und nach fügen sich die Fragmente und Hinweise zu einem Bild zusammen - was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Anders als in anderen Thrillern entsteht ein Großteil dieser Spannung nicht aus den Morden, sondern aus den psychologischen Profilen der Charaktere und dem Spiel mit den Erwartungen des Lesers.

Svenja ist eine interessante Hauptfigur: sie hat ihre ganz eigene Art, die Welt zu betrachten. Mal wirkt sie viel älter und erwachsener, als sie wirklich ist, und mal beinahe kindlich. Vielleicht rührt daher ihre innige Verbindung mit Nashville, der zwar ein Kind ist aber diese uralten Augen hat, die zuviel gesehen haben... Nicht immer konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen, manches fand ich sogar ein wenig befremdlich, aber dennoch war sie mir sympathisch und ich bin gerne mit ihr auf diese literarische Reise gegangen.
Nashville ist schwerer zu erfassen. Er ist und bleibt das Buch hindurch ein Rätsel, auch wenn man nach und nach mehr über ihn und sein Leben vor seiner Zeit mit Svenja erfährt. Mal ist er ein kleiner Wilder, mal weit über sein Alter hinaus weise und abgeklärt. Einerseits fand ich das sehr schade, andererseits trägt es aber deutlich zur Spannung bei. Er steht im Zentrum des Sturms, im Mittelpunkt all der beunruhigenden und schrecklichen Ereignisse, aber die Autorin lässt lange Zeit offen, ob er Opfer oder Täter ist und wieviel er tatsächlich weiß.

Die diversen Nebencharaktere sind allesamt unglaublich dreidimensional und "echt"; die Autorin schildert sie bunt und lebendig in all ihren positiven und negativen Eigenschaften. Der hoffnungslos in Svenja verliebte Friedel, der Medizin studiert und eigentlich gar kein Arzt werden will. Die undurchsichtige Kathleen, die öfter draußen vor dem Haus ihre scharfen Messer wetzt. Kater Carlo, der Austauschstudent aus Frankreich, dessen drollige Ausdrucksweise mir immer wieder ein Lächeln entlockt hat. Gunnar, der junge Arzt, den Svenja an den unerwartetsten Orten trifft, und der immer todmüde aussieht. Der Junge zwischen den Zeilen, der bedrohlich wirkt aber es vielleicht gar nicht ist. Und, und, und. Es sind viele Charaktere, aber ich hatte nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren!

Interessant fand ich, dass ich im Laufe das Buches fast jeden von ihnen verdächtigt habe, hinter den Morden zu stehen - sogar die, die mir am sympathischsten waren. Es baut sich nach und nach eine unterschwellig-paranoide Stimmung auf, wobei die Spannung stetig steigt. In manchen Szenen hatte ich eine richtige Gänsehaut.

Da liegt übrigens der Zusammenhang mit dem im Titel erwähnten "Wolfsspiel" - falls ihr das nicht kennt: es ist ein Spiel, bei dem vorher verdeckt ausgelost wird, wer einen Menschen und wer einen Werwolf spielt. Die Werwölfe morden in der "Nacht" (alle Menschen schließen die Augen), am "Tag" (alle öffnen die Augen) richten die Menschen jemanden, den sie für einen Werwolf halten, wobei sie aber nicht wissen, ob derjenige nicht vielleicht doch ein Mensch ist. Ein wunderbares Gleichnis für dieses Buch!

In dem Roman wird behutsam und sensibel immer wieder das Thema Obdachlosigkeit angeschnitten. Die Menschen zwischen den Zeilen, die oft beinahe unsichtbar erscheinen, für die sich keiner mehr zuständig fühlt und die gedankenlos und gnadenlos verurteilt werden als arbeitsscheu, unnormal, asozial. Das hat mir gut gefallen und mich wirklich immer wieder zum Grübeln gebracht, wie ICH eigentlich mit dem Thema umgehe.

Kontra:
Leider überstrapaziert die Autorin meiner Meinung nach immer mal wieder die Bereitwilligkeit, auch sonderbare und unglaubwürdige Geschehnisse zu akzeptieren. Zum Beispiel weiht Svenja nach und nach viele Menschen darin ein, dass Nashville bei ihr lebt - und niemand ruft die Polizei oder das Jugendamt, oder drängt zumindest bestimmt darauf, dass Svenja das tut. Noch nicht einmal, als Nashville sehr krank wird und es aussieht, als könne er sterben! Sogar Svenjas Mutter macht nur einen sehr halbherzigen Versuch, sie dazu zu bringen, das Kind abzugeben.

Sonderbar fand ich auch, dass Svenjas Eltern nie eingreifen, sogar dann nicht, als Svenja wirklich tief in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Das Mädchen ist erst 19, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass liebende Eltern (und das scheinen sie zu sein), da einfach mit den Achseln zucken und sagen: na, du schaffst das schon.

Obwohl mich das gestört hat, hat das Buch so etwas Traumwandlerisches, Märchenhaftes, dass ich irgendwann angefangen habe, es einfach zu akzeptieren. Wäre mir das nicht gelungen, hätte das meinen Lesegenuss sicher empfindlich eingeschränkt! Wer den Roman lesen will, sollte sich vielleicht vorher fragen, ob er bei einem Thriller akzeptieren kann, dass nicht alles 100%ig realistisch erschien.

Svanjas Beziehung zu Nashville fand ich den größten Teil des Buches rührend, aber gegen Ende bekam sie für mich einen unguten Beigeschmack. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber es kam mir nicht mehr wie eine "gesunde" Beziehung vor.

Das Ende... Das Ende war für mich eher unbefriedigend. Nicht unbedingt schlecht, aber etwas plötzlich, und es ließ Dinge offen, die ich gerne geklärt gesehen hätte.

Zusammenfassung:
Trotz der oben beschriebenen Abstriche habe ich das Buch sehr gerne und mit viel Spannung gelesen, und ich bin sicher, dass ich noch eine Weile darüber nachdenken werde - ein Zeichen dafür, dass es mich berührt hat! Die Autorin hat sich mit diesem Thriller mühelos auf die Liste meiner LieblingsautorInnen geschrieben.
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Nashville oder Das Wolfsspiel
Nashville oder Das Wolfsspiel von Antonia Michaelis
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