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174 von 194 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges "Sachsen-Debüt"! Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung
Mit "Das Haupt der Welt" überreicht uns Rebecca Gablé zum ersten Mal einen historischen Roman mit deutschem Hintergrund und entführt ihre Leser in das frühe 10. Jahrhundert, eine Zeit über die ich zugegebenermaßen bis dato wenig, bis gar nichts wusste.

Wie man es von Rebecca Gablé kennt, sind die historischen Fakten, die...
Vor 10 Monaten von Lena G. veröffentlicht

versus
30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett
Nach der Ankündigung eines neuen Romans von Rebecca Gablé war ich sehr gespannt. Als ich dann noch las, dass mein "Lieblingskaiser" Otto l. eine der Hauptfiguren ist und auch das Havelland eine Rolle spielt (ich stamme aus Berlin)war meine Vorfreude kaum zu bremsen.
Und dann begann ich also voller Freude zu lesen (zufällig waren wir gerade in...
Vor 7 Monaten von Marina C. veröffentlicht


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174 von 194 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges "Sachsen-Debüt"! Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, 30. September 2013
Von 
Lena G. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Mit "Das Haupt der Welt" überreicht uns Rebecca Gablé zum ersten Mal einen historischen Roman mit deutschem Hintergrund und entführt ihre Leser in das frühe 10. Jahrhundert, eine Zeit über die ich zugegebenermaßen bis dato wenig, bis gar nichts wusste.

Wie man es von Rebecca Gablé kennt, sind die historischen Fakten, die sie spielend leicht in die fiktive Handlung einfließen lässt, sehr informativ, sogar richtig unterhaltsam und spannend.
Ihre kraftvolle und mitreißende Sprache lässt einen im Nu in das frühe Mittelalter versinken und man bekommt in etwa eine Ahnung, wie es damals gewesen sein könnte.

Beinahe unbewusst lernt man viel über die damalige Zeit und die Zustände des Reiches. Über die Feindschaft zwischen zwei Völkern, die darauf folgende Unterwerfung durch die Sachsen, die einstige Aufteilung des Landes, die bitteren Kämpfe um die Sachsenkrone und den fremdartigen slawischen Glaubensvorstellungen und Traditionen.

Besonders in der Eingangsphase beschreibt sie einige sehr grausame Übergriffe, die einen erschrocken innehalten lassen. Doch sie schafft es, diese Szenen nicht grotesk wirken zu lassen, indem sie sie ohne viel Brutalität darstellt. Ihre Wirkung verfehlen diese Abschnitte dennoch nicht.

Beinahe alle Hauptcharaktere sind anders als in den anderen Romanen von Frau Gablé nicht fiktiv, sondern historisch belegt. Der wohl Bekannteste unter ihnen ist der Sachsenkönig Otto I. und die wohl interessanteste Perspektive bietet uns der slawische Prinz und Außenseiter Tugomir, der als Geisel am Hofe alles hautnah miterlebt. Die Umstände, die ihn in diese Lage brachten, sind gewiss traurig. Doch er verfällt nicht dem Selbstmitleid und kapituliert. Er steht standhaft für sein Volk ein und kann den Bräuchen der Sachsen nur wenig abgewinnen. Ständig stellt er den Glauben der Christen und die Existenz des Buchgottes in Frage und sorgt mit seinem spitzfindigen Humor für einige unterhaltsame Momente.

Wie auch in den Englandromanen stehen hier gleichzeitig mehrere nennenswerte Charaktere im Mittelpunkt, die gemeinsam, freiwillig oder gezwungenermaßen, verschiedene Zeitspannen und wichtige historische Ereignisse durchstehen. Ihre facettenreiche Darstellung macht die Handlung so lebhaft, man fiebert ununterbrochen mit. Auf über 850 Seiten hasst, liebt, hofft, bangt und trauert man gemeinsam mit ihnen, sodass es am Ende schwer ist, sie zwischen zwei Buchdeckeln zu bannen.

***Fazit***

Rebecca Gablé schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, die trockenen Fakten der deutschen Geschichte in einen unterhaltsamen, gar schillernden Roman zu verwandeln. Ich bin ein großer Fan ihrer historischen Romane und finde, dass ihr der erste Sachsen Roman wirklich gelungen ist, und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, 23. Dezember 2013
Nach der Ankündigung eines neuen Romans von Rebecca Gablé war ich sehr gespannt. Als ich dann noch las, dass mein "Lieblingskaiser" Otto l. eine der Hauptfiguren ist und auch das Havelland eine Rolle spielt (ich stamme aus Berlin)war meine Vorfreude kaum zu bremsen.
Und dann begann ich also voller Freude zu lesen (zufällig waren wir gerade in Quedlinburg).
Die Geschichte ist durchaus spannend. Allerdings sind die Charaktere nicht so ausgearbeitet wie ich es sonst von Frau Gablé kenne und liebe. Es gibt eine Flut an geschichtlichen Informationen (die Zeit ist natürlich auch sehr spannend und voller Umbrüche).
Aber beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, das Buch nimmt mich nicht mit.
Zu meinen Lieblingsbüchern zählen "Der König der purpurnen Stadt" und "Hiobs Brüder". Hier war ich jedes Mal traurig, wenn das Buch seinem Ende zuging.
Diese Buch hat mich am Ende etwas ratlos zurückgelassen, weil ich das Gefühl hatte, das irgendetwas fehlt. Falls es eine Fortsetzung geben sollte, werde ich diese natürlich auch lesen, vielleicht kommt die Geschichte ja doch noch in Fahrt. Denn über Otto l. gibt es noch viel zu berichten.
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39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Haupt der Welt, 2. Oktober 2013
Nach drei Saetzen war ich " gefesselt " , ein wunderbares Buch, eine der Hauptpersonen, der Slawe Tugomir, geraet als Gefangener an den Hof Heinrichs I und nach dessem Tod an den Hof Ottos I. Tugomir ist als zurueckhaltender, beobachtender , kritischer, aber eben aufrechter Mensch beschrieben und gerade diese Art ist sehr einnehmend.

Rebecca Gablé steigt mit diesem Buch Anfang des 10. Jhd in die deutsche Geschichte ein, die staendige Aufmuepfigkeit der Slawen versuchen Heinrich I und seine Schergen, spaeter auch Otto I mit aeusserster Brutalitaet ( gerade im ersten Teil des Buches ist man erschuettert ueber das beschriebene Kriegsgeschehen ) und taktisch von Otto klug gewaehlter Christianisierung, Herr zu werden.

Diese Epoche deutscher Geschichte ist mir fremd, es ist klasse ueber diese Zeit mehr zu erfahren, sogar viele der Hauptpersonen sind historisch verbrieft.

Die Ambivalenz der Freundschaft zwischen dem Slawenprinzen und Otto und seinem Halbbruder Thankmar ist wunderbar beschrieben und zu jeder Zeit nachvollziehbar. Gerade zu Beginn des Buches versucht es Tugomir doch immer wieder, sich gegen die entstehende Sympathie zu den Bruedern und anderen zu wehren, hauptsaechlich um sich und seine Ideale zu schuetzen. Seine Schwester Dragomira wird hochschwanger in einen Damenstift verschleppt und da auch sie mit Otto unabdingbar verbunden ist, kreuzen sich auch diese Lebenslinien erneut.

Ein wunderbares Buch, es faellt mir schwer aus diesem Roman wieder aufzutauchen, ich hoffe auf weitere Fortsetzungen !!!
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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du hast die Krone bekommen. Also trag sie auch. Und zwar allein.", 7. Oktober 2013
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als Heinrich I. seine Nachfolge als König des Ostfrankenreich regelte, war der als sein Erbe eingesetzter Lieblingssohn Otto zunächst wenig begeistert - die Grenzen zum Slawenreich waren unsicher, die ständigen Überfälle der Ungarn berüchtigt und gefürchtet und selbst der eigene Adel ein einziger Unruheherd.
Schon seine Geschwister bedeuteten Brisanz: Thankmar, sein älterer Halbbruder aus der annullierten ersten Ehe Heinrichs - aus der offiziellen Erbfolge ausgeschlossen, selbst die Güter seiner Mutter wurden ihm vorenthalten. Oder Heinrich, genannt Henning, der Lieblingssohn seiner Mutter - den diese auf dem Thron sehen wollte, zum Preis von Ottos Tod.

Aus der Perspektive Tugomirs, eines slawischen Fürstensohns, den Otto bei seinem ersten von ihm durchgeführten Überfall auf Brandenburg als Geisel nahm, verfolgt man die Entwicklung des Reiches unter Otto von seiner Zeit als Prinz mit Pfalz in Magdeburg bis zum Jahr 941, nach den Revolten des Adels.

Und mein Fazit:
Wie macht sie das nur? Aus dem (für mich sonst) eher knochentrockenen Stoff der Entstehung des Heiligen Römischen Reichs unter Otto I. hat Rebecca Gablé mal wieder einen Roman gezaubert, der mir nicht nur in den letzten Nächten verdammt viel Schlaf geraubt hat, sondern mich derart in die Geschichte gesogen hat, dass mir die knapp 850 Seiten dieses Wälzers einfach zu wenig waren.
Dabei wurden von ihr die bekannten Fakten so genial mit fiktiven zum Roman verarbeitet, dass man sich absolut vorstellen kann, dass es so und nicht anders gewesen sein muss.

Da noch einiges Potential bis zu Ottos Tod im Jahr 973 vorhanden ist, was eine spannende Fortsetzung bedeuten könnte, hoffe ich natürlich schwer darauf...

Ein klasse Roman, fesselnd bis zur letzten Silbe, herrliches Kopfkino. 10 uneinholbare, perfekte Sterne.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen (Spekulation + Fiktion) x Historizität = kurzweilige Unterhaltung mit kreativen Abstrichen, 25. November 2013
Von 
Johannes Fuchs "Bookaneer" (Neustadt/Weinstraße) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Haupt der Welt: Historischer Roman (Kindle Edition)
Wer die Romane von Rebecca Gablé kennt, weiss dass die Autorin sich bei ihren Romanen historisch auf Belegtes stützt und dazu Geschichten erdenkt, die sich durchaus so abgespielt haben könnten. Waren diese Geschichten bisher jedoch hauptsächlich auf das englisch-französische Verhältnis konzentriert, richtet sie nun ihre Aufmerksamkeit der deutschen Geschichte und insbesondere der Reichsfestigung unter Otto I. (dem Großen).

Der Roman begleitet die Geschichte bzw. das Schicksal des Slawenfürsten Tugomir und seiner Schwester Dragomira, die an eigenem Leib die Christianisierung ihrer Slawischen Heimat und die Eroberung selbiger durch die Sachsen erleben. Dabei durchleben sie historisch verbriefte Ereignisse und spekulative Geschichten, die Gablé geschickt in einer ihr eigenen Volumizität präsentiert.

Grundsätzlich mag ich die Romane der Autorin, die Waringham-Saga habe ich regelrecht verschlungen. Doch merkt man, dass ihr im vorliegenden Roman ein wenig zu sehr am historischen Bezug lag. Dies zeigt sich daran, dass Otto in ihrer Charakterisierung und Verhalten sehr stark an denen der gegenwärtigen Forschung orientiert ist; es fehlt der ihr sonst übliche Mut, auch mal ein wenig daran zu schleifen und gegen die bekannten Fakten zu arbeiten - alleine um die (mögliche) Vielschichtigkeit des Charakters zu vertiefen oder anzustoßen.

Mich stört auch, dass die Nebencharakteren teilweise sehr platt bleiben: Gero ist grundsätzlich schlecht, Henning verschlagen, Thankmar ein Raufbold...die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dadurch ist die Story doch sehr vorhersehbar (man mag jetzt argumentieren, dass die Story grundsätzlich vorhersehbar ist, da über 1000 Jahre alt...). Doch folgen eigentlich die Bücher Gablés der Regel, dass durch nicht historisch identifizierte Charakteren die Geschichte einen Twist nimmt, der den Bogen hebt oder wenigstens Spannung aufkommen lässt - doch fehlt das diesmal gänzlich.

Der Hauptcharakter Tugomir (von einem anderen Rezensenten herrlich als "Dr.House - Verschnitt" bezeichnet) bleibt für mich unnahbar und desinteressiert, ja gelangweilt von seinem Schicksal. Selbst dann, als sich sein Leben in eine unbekannte, abenteuerliche Richtung entwickelt, scheint Tugomir nicht wirklich am Leben teilzunehmen und die Story über sich ergehen zu lassen. Als die Story gegen Ende des Buches noch einmal richtig Fahrt aufnimmt (auf den letzten 50 Seiten passiert wesentlich mehr als man nach den ersten 400 noch erwartet) - endet die Story; sogar die Lösung, die die Autorin anbietet erscheint eher halbherzig-zufällig als clever geschmiedet.

Fazit: Toller historischer Hintergrund, leider nicht wirklich gut umgesetzt. Es ist gutes Handwerk, was Frau Gablé hier ablegt, den man gerne mal so nebenbei liest - mehr leider aber auch nicht. Der Roman ist zu sehr ein Hangeln von Fakt zu Fakt, ein Mangel an Kreativität (der erstaunt) und es kommt mir so vor, als sei hier nicht das Herzblut geflossen, das sonst in ihren Büchern zu finden ist. Ich hoffe, die von mir beobachteten Veränderungen und qualitativen bzw. kreativen Rückschritte nur einer einmaligen Historizität geschuldet sind.
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53 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht erfüllt, 14. Oktober 2013
Das Haupt der Welt

Mit großer Vorfreude habe ich den neuen, historischen Roman "Das Haupt der Welt" von Rebecca Gablè erwartet und hatte das Glück, ihn schon vorab lesen zu dürfen.
Ausnahmsweise spielt die Geschichte diesmal nicht in England, sondern in Deutschland.
Während der junge Prinz Otto nach dem Tod seines Vaters König Heinrich , als desen Nachfolger den Thron besteigt und zu halten versucht, dreht sich der Roman hauptsächlich um den slawischen Fürstensohn Tugomir und desen Schwester Dragomira, die von Heinrich als Sklaven aus der gefallenen Brandenburg verschleppt wurden und die nun fernab ihrer Heimat im fremden Sachsen um ihr (Über) Leben kämpfen müssen.
Während Dragomira das Erstgeborene Otto's zur Welt bringt, entdeckt Tugomir seine Begabung zum Heiler...und wie sollte es anders sein, trotz erbitterter Feindschaft zwischen zwei grundverschiedenen Völker werden nach und nach freundschaftliche Bande zwischen den Einzelnen geknüpft....

Das Cover ist wieder sehr schön aufgemacht, auch wenn es die Farbenpracht der anderen Bücher vermissen lässt und definitiv eine Karte fehlt (da ich bisher aber nur das Manuskript kenne, kann diese durchaus im fertigen Buch vorhanden sein).
Im Buch selbst sind einige sehr schöne Illustrationen zu finden, leider jedoch nur auf den ersten Seiten.
Der Schreibstil ist flüssig wie immer, es wurde großartig recherchiert und mit über 800 Seiten konnte man sich auf ein über mehrere Generationen verteiltes Epos bereit machen.
Dachte ich zumindest, als ich das Manuskript aufschlug...

Nachdem das erste Viertel auch sehr vielversprechend begann, man im Ansatz mit jeder Menge Charakteren bekannt gemacht wurde (wenn auch nicht so bildhaft wie sonst) und der Grundstein zu einer spannenden und zu Herzen gehenden Story gelegt war, fing das "Haupt der Welt" jedoch nach und nach an, mich zunehmend zu enttäuschen.
Im Gegensatz zu Gablès grandioser Waringham Saga, die den Leser 4 Bände lang nicht losliess, konnte dieser neue Roman mich einfach nicht richtig fesseln.
Die Figuren blieben hölzern und wirkten von der Autorin nicht richtig ausgearbeitet, so wie ich es bisher von Gablè gewöhnt war.

Ich zitiere dazu einfach mal einen Abschnitt aus meiner Rezension zu "Der dunkle Thron", dem letzten Band der Waringham Saga:

"Die Charaktere sind nie einseitig ausgelegt. Gut und Böse, Schwarz und Weiß gibt es nämlich nicht. Jede Figur, sei sie noch so sympathisch, hat ihre Ecken und Kanten und manches Mal möchte man in die Handlung eingreifen, um seine "Helden" wieder auf den richtigen Weg zu bringen oder aber sich höchstpersönlich bei einem Bösewicht zu entschuldigen, wenn er plötzlich so menschliche Züge zeigt, daß man beinahe ein schlechtes Gewissen bekommt, ihn verurteilt zu haben."

Dieses Gefühl stellte sich diesmal überhaupt nicht ein.
Bis auf ganz wenige Ausnahme waren Charakter und Handlungen der Protagonisten weitestgehend voraussehbar und es gelang mir während des gesamten Buchs nicht, richtige Sympathien aufzubauen.
Lediglich Thankmar konnte als ewig gedemütigter Antiheld einigermassen überzeugen, während grade die anderen Hauptfiguren eher dem handelsüblichen Schwarz / Weiß Klischee entsprachen.

Obwohl die Ansätze von Vielschichtigkeit durchaus vorhanden waren, konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, daß Frau Gablè diesmal nicht mit dem Herzen dabei war. und irgendwann einfach aufgehört hat, die Figuren weiter auszuarbeiten.
Sowohl Tugormir und Dragomira, als auch grade Otto und sein ewig böser Bruder Henning hätten das Potenzial zu mitreissenden Charakteren gehabt, der Funke sprang aber einfach nicht über.

Ebenfalls auffällig die Tatsache, daß "Das Haupt der Welt", so wie schon der letzte Band der Waringham Saga, kaum noch mit Schlachtgetümmel und wirklicher "Action" aufwartet.
Obwohl König Otto während des gesamten Buchs Krieg führt, bekommt der Leser davon kaum etwas mit.
Kampfszenen werden extrem kurz gehalten, dafür aber sehr blutig und ich habe die Liebe zum Detail vermisst, die ich von Frau Gablè gewohnt bin.
Darf man dann endlich mal an einer fesselnden Szene teilhaben, wirkt diese fast schon "hingerotzt" und es wird nahtlos zur nächsten übergegangen oder aber sie findet am Ende eines Kapitels statt und wird später gar nicht mehr richtig aufgegriffen.

Das Buch wartet durchaus mit Toden auf, auch denen lieb gewonnener Figuren - aber da dies selbst die Hinterbliebenen nicht großartig zu stören scheint, haben all die Gefallenen, Ermordeten und Dahingeschiedenen bei mir kein Gefühl des Verlustes ausgelöst.
Aus den Augen, aus dem Sinn, so kenne ich meine Lieblingsautorin nicht.

Stattdessen quillt der Roman über von mehr oder weniger nachvollziehbaren Lovestorys, die sich allesamt so schnell entwickeln, daß man als Leser Mühe hat, sie wirklich ernst zu nehmen.
Sicherlich ist es schwierig, um konkrete Tatsachen eine fiktive, mitreissende Geschichte zu schreiben, ohne die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse zu verfälschen.
Dennoch hätte ich mir etwas weniger Politik und Kirche und etwas mehr "Abenteuer"stimmung gewünscht.
So wirkt das Ganze doch etwas trocken und mühselig aufgepeppt.

Ein einziges Mal wird man vor ein ( mysthisch anmutendes) Rätsel gestellt, über das man sich kapitelweise den Kopf zerbricht, nur um dann eine dermaßen plumpe Auflösung vorgesetzt zu bekommen, daß man sich die Zeit, überhaupt darüber nachzugrübeln, gut hätte sparen können.

Es stellt sich für mich die Frage, ob Rebecca Gablè mit ihren bisherigen Büchern die Messlatte einfach zu hoch angesetzt hat und dem nun nicht mehr gerecht werden kann.
Ich persönlich halte "Das Haupt der Welt" allenfalls für einen durchschnittlichen Gablè Roman, wäre er das Werk eines anderen Autors, hätte ich ihn vermutlich besser gefunden, da meine Erwartungshaltung dann nicht so hoch gewesen wäre.
(Das wird mich allerdings nicht davon abhalten, auch Frau Gablès nächstes Buch wieder gebannt zu erwarten, in der Hoffnung, daß es besser sein wird.)
Eine Fortsetzung ist wohl geplant, dennoch kan man "Das Haupt der Welt" auch gut als abgeschlossenen Roman lesen.

Fazit: Gute, wenn auch stellenweise etwas zähflüssige Unterhaltung für Fans von historischen Romanen nach wahrer Begebenheit.
Wer grosse Schlachten und richtige Helden erwartet, wird jedoch vermutlich enttäuscht sein.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Haupt der Welt, 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein interessantes Thema an das sich die Autorin gewagt hat, nach vielen guten Werken mit englischer Geschichte jetzt also mal etwas über die deutsche Vergangenheit.
Vom Thema her ist gut recherchiert worden und die fiktive Geschichte des Romans gut und stimmig erzählt. Das ist man von der Autorin auch so gewöhnt.Was mich aber auch bei den anderen Romanen immer schon gestört hat ist die(entschuldigt liebe Frauen)"weibliche" Schreibweise, welche in diesem Buch überstrapaziert wurde. Es ist ja schön und richtig, dass sich der Held in eine Frau verliebt und umgedreht aber das muss doch nicht ellenlang beschrieben werden und das der Mann, wenn es denn intimer wird, dabei auch etwas pralles in der Hose hat ist doch wohl jedem klar. Das wirkt für mich immer wie diese haufenweise billigen Erotikromane mit historischem Anstrich, und das hat die Frau Gable`nicht nötig. Es ist für mich eines der schwächeren Werke, damit möchte ich das Buch nicht schlecht reden aber es ist tatsächlich so, dass ich deutlich länger brauchte als bei den Vorgängern und irgendwie bin ich total entsetzt das es zu der Zeit zwischen den ganzen Ungeheuern von Adligen so einen Supermenschen gegeben haben soll wie eben den Haupthelden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Gablé-Highlight!, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Haupt der Welt: Historischer Roman (Kindle Edition)
Ich zähle mich durchaus zu den echten Fans der Bücher von Rebecca Gablé. Dementsprechend habe ich mich auch unglaublich über "Das Haupt der Welt" gefreut, als dieses in die Buchläden kam.

Ich habe das Buch inzwischen gelesen und außerdem noch einmal als Hörbuch (mit dem wie immer hervorragend lesenden Detlev Bierstedt) gehört.

Leider muss ich sagen:

Das Haupt der Welt zieht den Leser nicht in seinen Bann! Das ganze Buch wirkt ziemlich "leidenschaftslos", plätschert vor sich hin.

Ich habe mich gefragt, woran das liegen mag ... ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, dass der Handlungsstrang einfach dieses Mal zu zerrissen ist.

Die wirklich guten Bücher von Gablé (Warringham und William der Eroberer) zeichnen sich dadurch aus, dass der jeweilige Protagonist sehr nah am jeweiligen König und/oder der daraus unmittelbar realen Geschichtsschreibung "klebte". Ein Gablé war somit nicht nur spannend, da es vom Lebem und den Intrigen am Hofe und den Kriegen zu berichten wusste, sondern war auch eine echte Geschichtsstunde voller Genuss.

Es mag sein, dass vom realen Leben Otto I. nur relativ wenig bekannt ist ... aber irgendwie glaube ich das nicht. Ich denke, dass ein Vertrauter am Hofe diesen hätte sehr gut und spannend begleiten können, und zwar durchaus bis zum Tode des Königs.

Statt dessen hat Gablé sich für einen slawischen Fürstensohn (Tugumir) entschieden, der am Hofe nach seiner Verhaftung als Sklave gehalten wird und über ziemlich abgehoben wirkende, hellseherische Fähigkeiten verfügt. Gerade dieser völlig überzogene esoterische Teil ist in einem geschichtlichen Buch einfach völlig deplatziert, denn - nein - auch Slaven konnten trotz ihrer Götter nicht in die Zukunft schauen! Interessant wäre es zu erfahren, ob zu Zeiten Otto I. slavische Heiler tatsächlich schon den Star stechen konnten ... ich habe da meine Zweifel, denn meiner Kenntnis nach wurde dies nur im hochkulturellen Mittelmeerraum gemacht. Das ist vor allem deshalb ziemlich befremdlich, da Tugumir tatsächlich gelebt hat, es sich eben um KEINE erfundene Person handelt. Da finde ich, hat sich Gablé ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, diesem Fürstensohn derartige mystischen Kräfte "anzudichten".

Als dann der Slaven-Fürsten-Sohn Tugumir selbst wieder zum Herrscher wird, ist das Buch völlig zergliedert, denn irgendwie fehlt dann der echte Bezug zu Otto I. Gablé schwenkt zwar immer wieder kreuz und quer über die Landkarte, aber für den Leser ist das extrem anstrengend, da er sich ständig auf einen neuen "Plot" einlassen muss. Diese Suppe hat sich Gablé aber selbst eingebrockt, denn wenn sie schon als Protagonisten eine echte historische Person verwendet, kann sie natürlich nicht einfach - der Spannung halber - sich von dieser wieder entfernen.

Sie hat es - für ihre Verhältnisse - leider etwas vermasselt, denn Gablé kann es definitiv besser. Vielleicht rächt sich hier die mangelnde Kenntnis deutscher Geschichte? Bei ihren anderen Büchern trieft geradezu das Fachwissen zur englischen Historie in jeder Zeile, was es auch gerade so spannend macht.

Ich fürchte, dass ich das Buch nicht noch einmal lesen oder hören werde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen lieblos, 7. Januar 2014
Von 
Das Fazit zuerst: Wer noch nie ein Rebecca Gable Buch gelesen hat dem kann ich dieses hier ans Herz legen, alle anderen werden es sich sowieso auch zulegen!

Das ändert aber nichts daran, dass Gable hier ihr wohl schwächstes Buch abliefert. Woran liegt das?

Sämtliche Gable Bücher sind zwar gut geschrieben, aber sie verfolgen im Kern doch einem ähnlichen Aufbau. Rebecca Gable ist eine wunderbare Schriftstellerin, aber eben nur ein höchst mittelmäßige Geschichtenerzählerin, es fehlen einfach kreative Handlungsstränge. Während mich alle anderen Bücher trotzdem begeistern konnten hatte ich bei Haupt der Welt jedoch das Problem, dass mir alles sehr bekannt vor kam. Es macht den Anschein als hätte Gable versucht die historischen Geschehnisse in ihren typischen "Rohbau" reinzupressen. Besonders übel ist mir hierbei die Liebesgeschichte sowie der Schluss aufgrestoßen. Bei Ersterer enfuhr mir schon beim ersten Treffen der Protagonisten ein "Och nein, bitte nicht schon wieder". Bei Letzeren habe ich damit gerechnet, dass nach dem eigentlich historischen Ende noch ein typischer "Showdown der Erzfeinde" kommen muss, der in keinem Gable Buch fehlen darf, nichtsdestrortz aber langweilig, da vorhersehbar, ist.

Auch die Charaktere sind diesesmal wieder höchst eindimensional geraten. Der "Held" braucht natürlich seine Pseudo-magische-Fähigkeit(die wir aber auch schonmal so in einer ähnlichen Variante in einem anderen Buch hatten). Darüber hinaus sind gute und böse Figuren recht deutlich voneinander getrennt.

Diese Kritikpunkte sind für mich insbesondere unverständlich, da Gable sich einem historischen Thema gewidmet hat, dass (vgl. Anmkerung der Autorin im Anhang) viel Platz für Spekulationen bietet, da nur wenige Überlieferungen der Ereignisse bekannt sind. Das diese Lücke dann auf eine so lieblose(!) Art mit Standart-Gable-Elementen gefüllt werden macht das Buch für mich zu einer Enttäuschung.

"Das Haupt der Welt" ist defintiv kein schlechtes Buch! Betrachtet man es jedoch im Kontext anderer Bücher der Autorin muss man feststellen, dass dieses keine neuen fesselnden Elemente enthält und insgesamt sehr lieblos abgearbeitet erscheint. Für ruhige Wintertage ist es ein gelungener Zeitvertreib, im Gegensatz zu den anderen Büchern werde ich dieses jedoch kaum ein zweites oder gar drittes mal durchlesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch ... sehr lesenswert!, 3. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Haupt der Welt: Historischer Roman (Kindle Edition)
Nach den Büchern über die Waringhams war ich von Gablés Schreibweise fasziniert. Die englische Geschichte wurde einem ebenfalls näher gebracht. Beim neuen Buch haben mich in der Vorstellung der Personen die Namen zunächst irritiert ... oh je, dachte ich, ob man da mal schlau daraus wird. Aber kein Problem! Jeder Charakter ist nachvollziehbar und die Namen bereiten überhaupt keine Probleme. Auch hier ein faszinierendes Buch, aus einer Epoche, von deren Geschichte ich fast nichts wusste. Ein toller Schmöker für kalte Herbstwochenenden auf dem Sofa!
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