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Marian Briem kennt die Leser-/Hörergemeinde des isländischen Krimiautors Arnaldur Indriđason bereits als den früheren Lehrer seines ersten Protagonisten Erlendur Sveinsson. Die Reihe um Erlendur ist abgeschlossen, der Autor geht nun etwas weiter in die jüngere Geschichte zurück und lässt eine dramatische Zeit auferstehen. Wer die 70er-Jahre bewusst erlebt hat, wird anerkennen, wie authentisch Indriđason sowohl das historische Ereignis und die Atmosphäre des Kalten Krieges als auch die damalige Technik und das Lebensgefühl darstellt. Er zeigt gut auf, wie die isländische Polizei, mit dem großen Sportereignis an die Grenzen ihrer Möglichkeit gelangt, den Mord an dem Jungen Ragnar mehr oder weniger zurückstellt - nur Marian und Albert widmen sich intensiv den Ermittlungen hierzu.
Die Charaktere wirken durchaus plastisch und wecken im Hörer Emotionen; den etwas verschrobenen Marian etwa mag man zunehmend, während die Handlung voranschreitet. Diese freilich gibt nicht so viel her, wie man angesichts des starken Themas annehmen möchte. Wenngleich ein paar glückliche Zufälle bemüht werden, wirkt sie schlüssig und nimmt nach anfänglichem ergebnislosem, trägem Dümpeln schließlich etwas Fahrt auf. Richtig dramatisch geht es jedoch erst am Ende zu, als sich alle Fäden entwirren und es zum Showdown kommt.
Die eigentliche Story ist gut, die Ausführung trotz Kürzens für die Hörbuchfassung etwas behäbig; die Grundidee spannend, das Ergebnis durchaus lesens- beziehungsweise hörenswert, doch nicht spektakulär. Auch wer keineswegs bluttriefende Krimis und Thriller um grenzenlos brutal-perverse Psychopathen bevorzugt, wird in "Duell" einiges an Spannung vermissen. Hier besteht noch deutlich Potenzial für eine Fortsetzung!
Walter Kreye liest den Roman engagiert und empathisch, findet sich gut in die Rollen, weiß die Rahmenhandlung kurzweilig vorzubringen und sorgt so im Rahmen der durch die Vorlage gegebenen Möglichkeiten für ein unterhaltsames Hörvergnügen.
Ganz klar ein Muss für Indriđason-Fans und eine gelungene Hörbuchedition, doch bei allem Respekt vor dem Erfolgsautor: Da wäre mehr "drin" gewesen.
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am 31. Januar 2014
Inhalt:
In Reykjavik treffen sich zum Match des Jahrhunderts die beiden Schachgroßmeister Spasski und Fischer. Es herrscht kalter Krieg auf und neben dem Schachfeld. Als in einem Kino ein fünfzehnjähriger Junge erstochen wird, muss Marian Briem schon bald erkennen, dass ihn seine Ermittlungen in das Umfeld des Turnieres führen. Es heißt vorsichtig vorzugehen, denn zurzeit schaut die ganze Welt auf Reykjavik.

Setting und Stil:
Island in den 70er Jahren, ein beschauliches Städtchen wird zum Weltmittelpunkt. Indriðason gelingt es gut, diese Stimmung an den Leser zu vermitteln. Ein Großteil der Fakten, die über das Schachturnier allerdings vermittelt werden, könnte man auch bei Wikipedia direkt nachlesen. So steht dieser Teil der Geschichte eher etwas außen vor, als wirklich Teil der Handlung zu werden, es sind einfach nur Orientierungspunkte, an denen sich Indriðason entlanghangelt. Die Ermittlungen laufen parallel zum Turnier und werden genau wie die Handlungsorte mit genauster Präzision beschrieben. Dritter Teil der Handlung ist Marian Briems Tuberkulose-Erkrankung, über die ich weit mehr erfahre, als ich wirklich möchte.
Das Buch liest sich gut, die isländischen Namen sind etwas gewöhnungsbedürftig. So wurde mir erst im Verlauf des Buches klar, dass Marian tatsächlich ein Männername ist. Detailverliebtheit gehört zu Arnaldur Indriðason, auch wenn es manchmal schon fast zu viel scheint.

Charaktere:
Marian Briem ist ein Charakter, an den ich mich erst gewöhnen musste. Seine Ermittlungen verlaufen anfangs eher stockend und erst später merkt man als Leser, dass er doch ein ziemlich begabter Polizist ist. Seine Erkrankung, die ihm eine eher schwierige Jugend bescherte, wird viel zu weit ausgebreitet. Mir stellt sich die Frage, welches Hintergrundthema Indriðason noch aus dem Hut zaubern will. Insbesondere, da sie nicht wirklich Auswirkung auf den Fall hat.
Marians Partner Albert bildet den Gegenpol und ist ziemlich sympathisch.

Geschichte:
Ein erstochener Junge, eine Schachweltmeisterschaft und eine Krankheit aus Kindheitstagen sind die Zutaten, die größtenteils nebeneinander herlaufen. Es ist durchaus spannend und interessant, dem Ganzen zu folgen, aber irgendwie kann ich das Gefühl nicht loswerden, dass in der Handlung noch so viel mehr hätte stecken können.

Fazit:
Der Beginn der neuen Krimireihe rund um Marian Briem verläuft etwas unrund. Es reicht zu einem guten Island-Krimi, aber um die Leser für Marian zu begeistern, muss sich die Reihe noch steigern. Fans des Autors werden das Buch sicher lesen, alle anderen sollten in die Leseprobe reinschnuppern und antesten, ob das Buch etwas sein könnte.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Januar 2014
Island 1972, Ost gegen West, Boris Spasski gegen Bobby Fischer. Die ganze Welt steht kopf und schaut nach Island, denn dort wird DAS Schachturnier ausgetragen. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt wird in einem Kino des Austragungsortes ein Jugendlicher erstochen - und die Frage stellt sich, ob es mit dem soeben stattfindenden Jahrhunderteignis zusammenhängt...

Es liegt eine verhaltene Ruhe über dem Roman, was der Eigenart des ermittelnden Kommissars wie auch der eigentlichen Natur der Isländer geschuldet sein könnte (haben diese ein eher ruhiges Naturell? Ich nehme es einfach mal an ;-)). Alle Spuren, die näher an die Lösung des Falles heranführen, ergeben sich aus zufälligerweise auftauchenden Indizien oder Zeugen, richtige Überraschungsmomente sind äußerst selten. Obwohl der geschichtliche Hintergrund (Ost gegen West) für zusätzliche Spannung hätte sorgen können, bleibt er doch mehr am Rande als schmückendes Beiwerk. Schade, denn etwas mehr Ost-West-Rivalität hätte der Story vermutlich nicht geschadet. Begleitend zum Kriminalfall wird die Lebensgeschichte des Kommissars erzählt, die sicherlich ein gutes Viertel des Buches einnimmt und nichts, wirklich überhaupt nichts mit dem Krimi zu tun hat. Doch da Indriðason ein guter Erzähler ist, folgt man dem Lebensweg Marians und dessen Ermittlungen nicht ohne Interesse, aber echte (Hoch)Spannung kommt nicht auf - zumindest nicht bei mir. So bleibt es bei einem gut geschrieben Roman mit einem Kriminalfall, der einem den damaligen Hype um Schach wieder nahebringt.
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am 29. März 2014
So, ich habe mich durchgequält. Ich hatte mehrmals mit dem Gedanken gespielt, dieses Buch einfach zur Seite zu legen. Ich hatte jedoch ziemlich zeitig beschlossen, mich zu diesem Werk zu äußern. Und da wollte ich es schon komplett kennen.
Die ersten Bücher von Indridason habe ich seinerzeit regelrecht verschlungen - spannende Handlungen mit viel Lokalkolorit und einem Ermittlungsteam, das diesen Namen auch verdient.
Bei "Duell" fehlt mir vieles davon. Die Handlung ist trotz des attraktiven Nebenschauplatzes der Schach-WM 1972 in Reykjavik ziemlich dröge.

Die Kommissare befragen endlos verschiedene Leute, kommen aber nicht wirklich voran. Von der Ausgangssituation (siehe Klappentext) muss die Handlung nun irgendwie in Richtung der dem Autor vorschwebenden Lösung getrieben werden.
Dazu werden zum Teil hanebüchene Schlüsse gezogen bzw. unlogische Fragen gestellt.
So findet Kommissar Marian Briem ein paar Hundert (!) Meter entfernt vom Tatort (Kino) eine ausländische Zigarettenschachtel.
Daraus wird die Theorie aufgebaut, dass Ausländer im Spiel sein müssen! Wow!
Oder: Irgendein Kinobesucher hat einen Mann mit einer blauen Windjacke gesehen. Nun achten die Kommissare u.a. darauf,
ob auf der Beerdigung des Mordopfers ein Mann mit blauer Windjacke auftaucht. Also, wie blöd müsste der wohl sein.

Die zahlreichen Befragungen führen nicht wirklich weiter. Dazu muss man sagen, dass die Dialoge nicht flüssig geschrieben sind.
Sehr oft beginnen die Nachfragen der Kommissare mit den Worten "Willst Du damit sagen, dass ...", auch wenn der Befragte sich überhaupt nicht verklausuliert oder missverständlich geäußert hat. Außerdem ist zu spüren, dass die (schon lange in Island lebende) Übersetzerin der Indridason-Bücher wohl kein Gefühl (mehr) für flüssige deutsche Dialoge hat.
Ich vermute, dass sie bestimmte Wortstellungen des Isländischen beibehält, statt sie durch leichte Umstellungen "einzudeutschen".
Dadurch entsteht eine Sprödheit, die manchmal sogar sinnentstellend ist.

Hier einmal ein fiktiver Dialog, der das Problem beschreibt:
"Das Auto ist blau."
"Ist das Auto blau?"
Als Leser möchte man sagen: "Hast Du nicht zugehört ? Hat er doch gerade gesagt."

Jetzt stelle man sich vor, der kleine Dialog würde so lauten:
"Das Auto ist blau."
"Das Auto ist blau?"
Durch die Änderung der Wortstellung entsteht eine erstaunte Rückfrage. Und sicher ist es auch so gemeint.

Viele Dialoge in "Duell" lesen sich deswegen holprig, weil sie meistens in der ersten Form geschrieben sind, aber wohl doch in der zweiten gemeint sind.
Auch sonst gibt es im Text viele Stellen, bei denen es früher im Schulaufsatz eine dickes "A" für die Ausdrucksfehler gegeben hätte.

"Ein Pfleger im Sanatorium hatte ihr einen alten Strohhut geschenkt, um sich gegen die Sonne zu schützen, ..."
Gemeint ist natürlich "..., damit SIE sich gegen die Sonne schützen konnte."

Es geht hier keineswegs um Schulmeisterei, aber die doch recht zahlreichen sprachlichen Schwächen vergällen einem den Lesegenuss. Man komme mir an dieser Stelle nicht mit solchen Schlagworten wie "Beibehaltung der Authentizität" oder "nah an der Vorlage".

In der Handlung klärt sich letztlich alles vor allem deshalb, weil eine ehemaliger Kriminalbeamter den Inhalt abgehörter Telefonate kennt und Marian davon in Kenntnis setzt. Die Kommissare jedenfalls glänzen nie, z.B. durch einen klugen oder gar besonders pfiffigen Einfall.

Noch ein Wort zum "Duzen":
Im Einband wird darauf hingewiesen, dass das in Island übliche Duzen beibehalten wurde. Ja, warum eigentlich?
Ich erinnere an die Übersetzungen schwedischer Kriminalromane, wo (ebenfalls jeweils im Einband angemerkt) genau das Gegenteil gemacht und ausdrücklich mit der Erzeugung einer im Deutschen üblichen Redeweise begründet wird.

Also, ich werde erst mal nichts mehr von Indridason und seiner Übersetzerin zur Hand nehmen.
Es gibt übrigens auch Island-Krimis anderer Autoren/Übersetzer, die sich weit besser lesen.
Es geht also.
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am 28. Januar 2014
Inhalt

Während im Jahr 1972 die ganze Welt auf Reykjavík schaut, wo mitten im Kalten Krieg die Schachweltmeisterschaft zwischen dem amtierenden Boris Spasski und dem kapriziösen Herausforderer Bobby Fischer ausgetragen wird, geschieht ein trauriger und schmutziger Mord. Ein siebzehnjähriger Junge wird in einem Kino brutal erstochen. Die beiden Kriminalbeamten Marion Briem und Albert ermitteln. Von den Eltern des Opfers Ragnar erfahren sie, dass Ragnar ein großer Filmfan gewesen war und im Kino regelmäßig den Ton der Filme mit seinem Cassettenrekorder aufgenommen hat. Der Verdacht liegt nahe, dass Ragnar zufällig etwas Geheimes aufgenommen und mitgehört hat und deshalb sterben musste.

In Rückblenden erfährt man viel aus Marian Briems Kindheit. Er hat als Kind an Tuberkulose gelitten und lange Zeit in Sanatorien und Krankenhäuser verbracht.

Meine Meinung

Die Polizeiarbeit, die zur Lösung des Falles führt, ist genau und anschaulich beschrieben, so dass man eine gute Vorstellung des Lebens im Jahr 1972 gewinnt. Das legendäre Schachtournier nimmt einen recht großen Raum ein und führt wie ein Roter Faden durch das ganze Buch. Allerdings geht es dabei eher um die Organisation und die persönlichen Befindlichkeiten der beiden Kontrahenten. Man versteht den Krimi also auch ohne Schachkenntnisse. Sehr gefühlvoll empfand ich die Rückblenden aus Marian Briems Kindheit. Ich habe viel erfahren über die Behandlung von Tuberkulose bevor man Antibiotika zur Verfügung hatte. Besonders berührend fand ich, dass die Kinder damals alleine recht weit in ein Sanatorium reisten und nur selten Besuch von ihren Angehörigen hatte. Schön ist auch die Freundschaft, die sich zwischen Marian und Kathrin, einer kleinen Patientin entwickelte.

Der Kriminalfall findet zu einem traurigen aber doch abgerundeten Schluss, wie ich es bei einem routinierten Krimiautor wie Arnaldur Indriðason nicht anders erwarte. Dennoch hat mich während des ganzen Buches der Eindruck beschlichen, dass Indriðason nicht ganz so sicher formuliert, wie in seinen Erlendur Krimis. Ich hatte den Eindruck, er tastet sich an einen Schreibstil heran, was an einigen Stellen zu fast schon aufdringlichen Wiederholungen geführt hat. Ich hätte gerne etwas mehr selber gedacht, beobachtet und Schlüsse gezogen und fühlte mich zu sehr zum Jagen getragen. Insgesamt fand ich die Handlung zu mager für ein Buch von über 400 Seiten.

Mein Fazit

Dieser Kriminalroman hat meine hohen Erwartungen, die ich bei Arnaldur Indriðason habe nicht erfüllt. In diesem Buch wird Marian Briem, der als Erlendurs Mentor in den bisherigen Bänden nur eine untergeordnete Rolle spielt, in ein neues Licht gesetzt. Deshalb empfehle ich dieses Buch für Fans der gesamten Reihe. Als isoliertes Buch finde ich die Handlung zwar spannend und gefühlvoll, aber insgesamt etwas dünn.
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am 23. Oktober 2014
Ich bin großer Indridason-Fan und lese alle seine Romane. Auf "Duell" war ich besonders gespannt, weil ich mich für Schach interessiere und für Island "wie es früher einmal war".
Was die Story angeht, muss ich den meisten Rezensenten hier leider zustimmen: wenig Spannung, ein ziemlich konstruierter Plot, dafür aber viel typische Indridason-Atmosphäre und immerhin ein schlüssiges Ende. Die drei Handlungsstränge (Der Mordfall, die Schach-WM 1972 und Marians Vergangenheit) werden wenig miteinander verknüpft.
Mich hat es sehr gestört, dass der Autor seiner neuen Ermittlerfigur Marian Briem so wenig Profil verleiht. Es wird nicht einmal erkennbar, ob es sich bei Marian um einen Mann oder eine Frau handelt. Ein ähnliches Spielchen trieb Indridason mit seinen Lesern schon im Roman "Tödliche Intrige", wo die Identität des Ich-Erzählers lange offen blieb. Da hat das gut funktioniert, weil es im richtigen Moment aufgeklärt wird. Mit Marian übertreibt er es aber meiner Meinung nach. Irgendwann will man endlich wissen, mit wem man es hier eigentlich zu tun hat!
Marian tauchte ja auch in der Erlendur-Reihe auf, als weises Orakel im Hintergrund. Aber schon da wurde durch konsequente Pronomen-Vermeidung die Frage "Männlein oder Weiblein?" nicht geklärt. Lieber Arnaldur Indridason, du darfst gerne weitere Marian-Briem-Krimis schreiben. Aber bitte stell uns diese Person erstmal richtig vor, und beweise, dass er/sie zünftige Ermittlungsarbeit leisten kann!
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am 21. Juli 2014
Es war mein erster Krimi von Arnaldur Indridason und leider auch der Letzte. Mich hatten vor allem das Cover und der Klappentext angesprochen. Ein Krimi zu Zeiten des legendären Schach-WM-Duells zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer, noch dazu mit einem ungewöhnlichen Fall versehen, ließ mich ein spannendes Lesevergnügen erwarten. Doch weit gefehlt.
Die Story plätschert träge vor sich hin, selbst nach der Hälfte des Buches ist bis auf den Mord am Anfang des Buches nichts passiert !! Keine Spannung, kein Vergnügen am Mitraten, stattdessen Langeweile und Tristesse. So grau kann noch nicht einmal ein wolkenverhangener Novembernachmittag im kalten Reykjavik sein. Man will auch irgendwie so gar nicht mit einer der Figuren mitfiebern. Der Schreibstil ist so altbacken, dass man meinen könnte, das Buch wäre tatsächlich 1972 geschrieben worden.
Sicherlich ist Spannungsliteratur immer Geschmackssache, aber wer vor allem auf rasant geschriebene Skandinavien-Krimis wie z. B. von Jo Nesboe steht. wird von "Duell" zwangsläufig enttäuscht werden. Den zweiten Stern gebe ich nur, weil ich immerhin bis zum Ende durchgehalten habe, wenn auch knapp.
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am 28. Januar 2014
Reykjavík 1972 - Der russische Schachweltmeister Boris Spasski tritt gegen seinen amerikanischen Herausforder Bobby Fischer an. Das Match des Jahrhunderts wird erwartet und Island ist in Aufruhr. Noch bevor das Duell der beiden Männer richtig beginnt, wird in einem Kino in Hafnarbíó ein 17-jähriger Junge erstochen aufgefunden. Steht der Mord in Zusammenhang mit den Ereignissen rund um das Schachduell? Wer tötet einen harmlosen Jungen, der doch nur die Tonspur eines Films aufnehmen wollte und wo sind die Bänder mit den Tonaufnahmen? Gibt es Zeugen und was haben die anderen Kinobesucher gesehen? Viele Fragen für Marian Briem, Ermittler bei der Kriminalpolizei, der vor der schwierigen Aufgabe steht, den Mord an dem Jungen aufzuklären.

Gestaltung, Stil, Leseeindruck:
Das Cover hat mich persönlich angesprochen: Eine gläserne weiße Schachfigur vor düsterem Hintergrund, der die isländischen Klippen und das Meer bei Nacht zeigt. Ich war neugierig auf die Verbindung eines Kriminalfalls mit der Schachweltmeisterschaft zu Zeiten des Kalten Krieges.

Für mich war es der erste Island-Krimi und auch das erste Buch des Autors Indriðason. Nach einer Eingewöhnungsphase, die Sprache und Eigenheiten des Nordischen sowie die Namen betreffend, konnte mich das Buch fesseln, was nicht zuletzt dem fulminanten Ende geschuldet ist.

Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt, die sich mehr oder weniger regelmäßig abwechseln. Im ersten Strang werden der Mord und die Geschehnisse rund um das Schachduell beleuchtet, der zweite Strang erzählt die Geschichte des Ermittlers Marian Briem. Hier erfährt der Leser Details aus seiner schwierigen, von Krankheit geprägten Kindheit und kann sich so ein vages Bild des Mannes machen, der 1972 recht eigenbrödlerisch und sehr zurückgezogen zu leben scheint. Sein Partner Albert wird recht genau beschrieben, er wirkte auf mich sehr sympathisch und scheint ein Gegenpol zu Briem zu sein. Er ist verheiratet, hat drei Töchter und liebt Schach; Langmut und Seelenruhe zeichnen ihn aus.

Beide Handlungsstränge sind interessant und auch spannend, wobei ich beim Mordfall zuweilen das Gefühl hatte, das die Ermittler auf der Stelle treten. Erst das Auftauchen eines ehemaligen Kollegen und Freundes Marians bringt Bewegung in die Ermittlungen. Kapitel 35 führt dann meiner Meinung nach die entscheidende Wende herbei - sowohl bei der Aufklärung des Mordes als auch im persönlichen Handlungsstrang rund um Marian. Von da an ist es mir nur schwer möglich gewesen, das Buch (in meinem Fall eine Druckfahne) beiseite zu legen. Die Ereignisse überschlagen sich und es geht rasant mit etlichen Wendungen und Überraschungen auf das entscheidende Finale zu. Wen der Krimi bis dahin noch nicht überzeugen konnte, wird jetzt womöglich seine Meinung ändern.

Indriðason hat einen für meinen Geschmack recht eigenwilligen Aufbau für seinen Krimi gewählt. Nach einem spannenden Einstieg schlägt er zunächst sehr ruhige Töne an, die Ermittlungen und Zeugenbefragungen wirken etwas festgefahren, Marian Briem als Protagonist ist zunächst blass und man kann ihn nicht recht einordnen - ganz im Gegensatz zu seinem Partner Albert, der sehr detailliert beschrieben wird. Der Autor führt die Person Marian Briem nur mittels des Erzählstrangs rund um dessen Kindheit ein. Womöglich hat Indriðason diesen Weg bewusst so gewählt, ist "Duell" schließlich der Auftakt einer neuen Krimiserie rund um Marian Briem. Es gibt so noch eine Menge Potenzial, den Protagonisten weiter auszubauen und dem Leser näherzubringen. Dennoch hätte ich mir mehr Details zum Protagonisten gewünscht, es fehlte an Charakteristika wie Alter und Aussehen, die es mir ermöglicht hätten, ein genaueres Bild Marians zu entwickeln.

Der Spannungsbogen ist dem Autor recht gut gelungen, obwohl ich kurzzeitig das Gefühl hatte, einige kleinere Längen zu erleben. Das Ende konnte mich den Mordfall betreffend dann aber überzeugen, wenngleich es auch hier noch einige Punkte gab, die meiner Meinung nach etwas holprig erklärt worden sind. Die schwierige Partnerschaft zwischen Albert und Marian hat mich, um ehrlich zu sein, enttäuscht zurückgelassen.

Fazit:
Alles in allem ein solider Krimi mit Potenzial zum Ausbau. Ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe rund um Ermittler Marian Briem und eine gekonnte Mischung aus spannendem Kriminalfall und historischen Ereignissen ohne dabei das Zwischenmenschliche außer Acht zu lassen. Lesenswert.
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am 11. Oktober 2014
Zum ersten Mal las ich einen Roman Arnaldur Indriðasons und muss zugeben, da hätte ich doch mehr erwartet. Der Spannungsbogen, der anfangs aufgebaut wird, verliert sich schnell ins Nirvana. Der Roman dümpelt unentschlossen zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Geschichten, der des Kriminalfalls und der privaten Lebensgeschichte des Ermittlers Mariam Briem. Die Verbindung zwischen diesen Handlungssträngen taucht gegen Ende auch noch auf, jedoch mühsam konstruiert. Ach ja, das berühmte Schachturnier Spasski gegen Fischer kommt auch noch vor, das mehr oder weniger nur am Rande, es scheint, als hätte der Autor gerade mal ein oder zwei Zeitungsartikel darüber gelesen und diese irgendwie in den Roman eingebaut.
Die Atmosphäre des Kalten Krieges, die diesem Roman die nötige Dichte wohl geben sollte, fällt etwas flach aus, wer Literatur aus dieser Zeit kennt hat da schon besseres gelesen.
Das erzählerische Talent des Autors entfaltet kurioserweise genau in dem Handlungsstrang, der mit dem Kriminalfall nichts zu tun hatte, der früheren Tuberkuloseerkrankung Mariam Briems. An dieser Stelle gelingt es dem Autor tatsächlich, den Leser einen Einblick in eine andere Welt zu geben. Arnaldur Indriðason beweist durchaus, dass ein ein feiner Beobachter zwischenmenschlicher Beziehungen ist, sowohl in Mariam Briems Rückblick, als auch an anderen Stellen des Buches. Dies sollte normalerweise auch in einem Kriminalroman zu verwerten sein, gelingt jedoch in diesem Buch nicht.
Dieser Roman zeigt zwar einige gute Ansätze, bleibt jedoch gerade was die eigentliche Kriminalgeschichte angeht sehr an der Oberfläche.
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am 5. August 2015
Das Buch gehört für mich eindeutig in die Kategorie Fehlgriff. Spannung kommt zu keiner Zeit auf. Und auch die Schachweltmeisterschaf, für mich mit ein Grund dieses Buch zu kaufen, taucht nur am Rande auf. Zudem hat sie fast nichts mit der Lösung des Falles zu tun. Die ist passen dazu dann auch ziemlich konstruiert und so übertrieben auf „wir machen das Richtige“ getrimmt, dass es auch ein Märchenbuch sein könnte.
Zwei Sterne, da der Autor wenigsten einen guten Schreibstiel hat.
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