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5.0 von 5 Sternen Kriegerinnen
Um ehrlich zu sein, es würde einen kaum wundern, wenn diese vier Mädchen demnächst mit der Gesichtsbemalung nach Art amerikanischer Footballspieler auf die Bühne träten. Sie sind auf Kriegspfad, ihre Statements, ihre Musik, die Attitüde, alle Zeichen auf Sturm gesetzt: „The world is with me and call me for the fight, I am here, I...
Veröffentlicht am 3. Mai 2013 von Mapambulo

versus
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3.0 von 5 Sternen Haltung ist nicht alles
Wie erfrischend wenn eine Band eine solche Haltung wie die Savages vor sich her trägt und auch vom Hörer bewusst einfordern will. Noch beeindruckender wäre es, wenn deutlich mehr Musikalität co-existieren könnte. Siouxsie and the banshees-Referenzen hin oder her; wirklich gute Songs fehlen einfach auf dem Debut. Aber aus irgendeinem Grund bin ich...
Veröffentlicht am 5. Juni 2013 von Nero Thal


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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kriegerinnen, 3. Mai 2013
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Um ehrlich zu sein, es würde einen kaum wundern, wenn diese vier Mädchen demnächst mit der Gesichtsbemalung nach Art amerikanischer Footballspieler auf die Bühne träten. Sie sind auf Kriegspfad, ihre Statements, ihre Musik, die Attitüde, alle Zeichen auf Sturm gesetzt: „The world is with me and call me for the fight, I am here, I won’t hide.“ Kampfansage, unmissverständlich. Kaum eine Band hat in letzter Zeit mit so großer Ernsthaftigkeit das mediale Wechselspiel der Branche thematisiert wie die Londoner Savages. Foto- und Filmaufnahmen während der Konzerte bitten sie zu unterlassen, ab und an liest man von Fotografen, denen diese Bitte mittels Androhung einer Tracht Prügel auch schon mal weniger höflich nähergebracht worden ist. Das Manifest auf dem Plattencover, auch dieses läßt keinen Zweifel zu, dass den vieren die Übermacht der digitalen Verfügbarkeit, gespeist aus Verharmlosung, Abgestumpftheit und einem diffusen Drang zur ständigen Präsenz, gehörig suspekt ist, dass sie nicht müde werden, dagegen zu wettern und davor zu warnen.

„We live in an age of many stimulations, if you are focused, you are harder to reach, if you are distracted, you are available…“, liest man auf dem Cover und “…if the world would shut up, even for a while, perhaps we would start hearing the distant rhythm of an angry young tune.” Ihren Rhythmus, ihre Schreie also, die so zornig, so gereizt und so gehetzt aus den Songs des Albums herausbrechen. Beth Jenny, rein äußerlich die weibliche Entsprechung eines Ian Curtis, die Stimme zwischen Siouxsie Sioux, Polly Jean Harvey und Karen O, der dunkel rollende Bass von Ayse Hassan, die agressive Gitarrenchords von Gemma Thompson und das trocken polternde Schlagwerk von Fay Milton, Post-Punk der härteren Sorte, oft schnell, knochig, selten eingängig oder gefällig. Melodien werden fast verschämt versteckt – hier die perlende Hookline im anfangs zitierten „I Am Here“, die unvermittelte, verträumt Passage bei „City’s Full“ oder der irritierend gutgelaunte Beginn von „She Will“, der doch in einer lauten, schmerzhaften Klage über die Unabänderlichkeit, über das, was man gern verharmlosend den „Gang der Dinge“ nennt, enden muss.

„Silence Yourself“ ist voll von diesen schlecht gelaunten, bitterbösen, ja zynischen Stimmungsbildern, das messerscharfe „No Face“, das hyperventilierende, sperrige „Husbands“ und der behäbige, kratzige Beat bei „Strife“ – sie sprachen in den letzten Wochen oft von der Hoffnung, die Energie und Intesität ihrer Liveauftritte in die Studioaufnahmen packen zu können – nun, es scheint ihnen wohl gelungen zu sein. Wo nötig, beschränken sie sich auf knappe zwei oder drei Minuten („Hit Me“, „Husbands“), braucht es mehr, wird schon auch mal ein länger anhaltendes Noisegewitter („Waiting For A Sign“) oder das anrührende Miteinander von Piano und Saxophon („Marshal Dear“) aus der Kulisse gezaubert. Sie werden es, soviel ist klar, nicht einfach haben, sich gegen Vereinnahmungen und mehr oder weniger wohlmeinende Umarmungen zur Wehr zu setzen, zu gut passen sie als Projektionsfläche in die Vermarktungsstrategien allzeit gieriger A+R-Strategen, Weltschmerz verkauft sich schließlich gut da draußen. Wenn sie aber nur halbsogute Kriegerinnen sind, wie ihr Klappentext vermuten läßt, werden ihnen Trotz, Wut und Beharrlichkeit auch weiterhin lohnende Wegweiser sein. mapambulo:blog
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Debüt, 17. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Natürlich hört man die Referenzen an Bands wie Joy Division, PIL oder Siouxsie and The Bandshees sofort bei diesem hervorragenden Debüt der vier Londoner Damen. Beim Gesang muß ich außerdem an Patti Smith, PJ Harvey oder Karen O denken. Ebenso was die Haltung angeht. Die Vier erfinden das Genre "Post-Punk" nicht neu, fügen ihm aber durchaus eine neue eigene Facette hinzu.

Die grimmige Gitarren und der rollende, prägnante Bass sind mitreißend und durchaus tanzbar. Auch der Gesang transportiert jede Menge Energie. Anklagende Lieder über Entfremdung und Schmerz, dunkel und reduziert arrangiert und produziert. Keine Liebeslieder. Wer hier auf den "Hit", die "Single" wartet ist verkehrt. Ungeübte Hörer mögen hier die eingängigen Melodien vermissen, die anderen genießen die kratzbürstigkeit.

Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde in verschiedenenen Publikationen wohlwollend über die Band berichtet was einige Zeitgenossen sofort von Hype reden ließ. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann wer außer ein paar sehr Interessierten das registriert hat gilt hier: Believe The Hype. Wenn es denn einer ist. Was ich nicht so höre.

Am Ende überraschen sie dann auch noch im letzten Lied mit einem Klarinettensolo. Wer weiß vielleicht ist das schon ein Ansatz für ein weiteres fulminates Album. Ich laß mich gerne überraschen.

Zusammen mit Iceages "You're Nothing" eines der interessantesten Gitarrenalben des Jahres.

Anspieltipps: Alles. Nach dem Motto wie es auf dem Cover ihres Albums steht: This album is to be played loud in the foreground.
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5.0 von 5 Sternen Das Ventil für das Ausleben aller Aggressionen, 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Savages im Allgemeinen: Wenn man Antipathie gegen Autoritätspersonen hegt, findet man hier das Ventil diese in gedanklichen Schlachten auszuleben. Savages ist absoluter Widerstand! Savages wird wohl am Treffendsten übersetzt mit “Die Aufmüpfigen”.
So beginnt das Album mit einem sehr autoritären und diktierenden Stimme aus einem Film, die von der Protagnistin auffordert sich ihr anzuvertrauen. Jehnny Beth antwortet nicht, sondern gewährt dem Hörer Einlass in ihre Gedankenwelt und gibt sich neben den Seitenhieben der Gitarre mit verbitterter und ihrer rebellisch wirkenden Stille sehr kämpfend: "If You Want Me To Shut Up!? I Shut It Now!!!!". Rein nach dem Motto: Stille wirkt selbstreflektierend und spricht Bände. Alles in Allem: Hier wartet keine gemütliche Samstagabend zum Spaziergang servierte Listening Session auf einen, sondern dieses Album ist wahrlich eine Erfahrung. Ein Album, das einen auf eine Reise schicken kann. Ein Album das möglicherweise sogar lebensverändernd wirken kann. Und ja! Das sollte einen nicht erst nach dieser Rezension aufgefallen sein, sondern bereits durch das Manifest, dass auf dem Albumcover steht.

Was es dringend bedarf um das Album lieben zu lernen: Man muss die Ungerechtigkeit mit der sich die Sängerin konfrontiert sieht erkennen und bereit sein mithilfe der Sängerin auf diese Ungerechtigkeit einzuschlagen. Es wirkt quasi so wie die Bücher zu Zeiten des Naturalismus: Demaskierung und Ventil für Aggressionen fallen mir da spontan als Gemeinsamkeit ein. Wenn man ein friedfertiger Mensch ist, der sich von keinerlei Aggressionen umgeben sieht, der wird es nicht mit dem leidenschaftlich kämpfenden Pathos von Jehnny Beth aufnehmen wollen. Ein anderer friedfertiger Mensch, der oftmals im Alltag gewisse Situationen erlebt in denen er jemand eine am Liebsten klatschen würde (sei es selbst dem Fernsehmoderator oder der Bildzeitung), selbst wenn er es in echt dann doch nie tun würde, dem kann ich dieses Album wärmstens empfehlen.

Leider ist es in der Musik von Joy Division oder eben auch Savages so, dass es nicht viele verschiedene Interpretationen zu der Musik gibt, aber dies ist auch überhaupt nicht schlimm, da das Album trotzdem nicht vorausschaubar funktioniert, so tut es aber meine Rezension in Form von Spoilern. Seid also gewarnt!Ich nehme das vorweg, was man quasi beim Hören dieser CD/LP auch ohne meine Rezension erleben, erkennen und ausleben wird.

Der ästhetischte Track, der bereits in vielen Jahresendlisten 2013 am prominentesten genannt wird ist möglicherweise "She Will" und so wirkt er in etwa für den aufmerksamen und dem englisch mächtigen Hörer:
Die Leadsängerin Jehnny Beth zeigt sich wild verliebt in eine Frau. Die Musik steuert stetig mehr in zu tiefst ehrliche und rohe Strukturen der absoluten Hingabe zu dieser Frau. Es ist ihre Göttin, von der jeder Gedanke komplett kontrolliert wird und der sie diesen Drang spüren lässt sie um alles in der Welt sehen zu wollen. Diese Obsession geht schon so weit, dass man im Song dem Gefühl mächtig wird, dass es die Gefahr gibt, dass die Angebetete sie wie einen Fisch an der Angel hat und jederzeit wegwerfen kann. Das hier geht defnitiv nicht in Richtung Liebessong ala Sonny & Cher, sondern will den Hörer viel eher die tiefsten Sado-Maso Perversionen (“you gotta get used to it”) beibringen, angetrieben von dem hoppelnden Schlagzeug bis hin zu dem Moment in dem sie sich selbst zugestehen muss , dass sie ihrer Liebe absolut verfallen ist und absolut besessen von dem Gedanken mit ihr Dinge anzustellen: “forcing the slut out”. Wie im Wahn sucht die Protagonistin das Zugeständnis, dass ihre Göttin ihren tiefsten Sehnsüchte nachkommt und in Dauerschleife bis zum absoluten Besessenheitsgefühl schreit sie “She will”: Auf das ihre Sehnsucht möglichst bald gestillt wird. Alles endet im absoluten Wahn. Die ganze Instrumentierung ist dabei so etwas von brutal und auf den Punkt. Die Gitarre besteht oft nur aus Feedbacks und buzzenden, fuzzenden Ausreißern um für den Hörer die Aggression und die Selbstzerstörung spürbar nachempfinden zu können. Ein Song vom Leid der Unterwürfigeit in der Liebe und der Selbstzerstörung.

Ein weiterer Song heißt "Husbands":
Das ist Jehnny Beth, getrieben von der Wahnvorstellung einen Mann heiraten und ihm anschließend unterwürfig werden zu müssen. Ein Leben voller guter Miene zum bösen Spiel ist so gar nicht ihr Ding. Ein Leben vorm Herd und grinsend gespielten “Hallo, Schatz”, wenn der Gatte heim kommt und sie sich den Tag mit Windeln wechseln beschäftigt hat, ist nicht das ihre um es vorsichtig auszudrücken. Stellvertretend kann man hier selbst wenn man in einer glücklichen Beziehung ist, vielleicht durch die nachvollziehbare Ungerechtigkeit für die Frau in einer solchen Situation diesen Groll nachempfinden und dem Song so etwas abgewinnen. Der Husband, sowie der unerträgliche Lebensstil einer solchen Frau, die sich so etwas antut, werden im Laufe des Songs auseinander genommen und komplett demaskiert. Wenn man der Inszenierung einer Lesbe folgt, die Sängerin Jehnny Beth des Öfteren auf dem Album zeigt, ist dies für mich zusätzlich auch als grauenvolle Vision von der Unterdrückung der eigentlichen sexuellen Identität in einer Ehe interpretierbar.

Zuletzt noch meine ganz eigene Meinung zum Album:
Vergleichbar sind sie für mich mit The Slits, da diese auch so ein aufmüpfiges Image besitzen. Von der Ästhetik her reicht es an Joy Division ran, von denen sie auch viele Muster kopiert haben. Etwa wiederholen Joy Division am Ende von "They Walked In Line" oder "Transmission" immer die gleichen Sätze und treiben diese Zeilen in den Wahnsinn. Bei Savages ist es in vielen Songs (I am Here, She Will ect) genau so zu sehen. Was diese Bands aber unterscheidet und Savages in dem Post-Punk noch Berechtigungsrolle und einen +-Punkt für Originalität einheimsen lässt, ist dass sie in dem Genre für eine absolute Aggressivität einstehen, die hier allerdings im Stillen (Von "I shut it now" als Antwort zum Sample bis "Silence Yoursef" im letzten Song folgt es einer in sich geschlossenen dramaturgischen Strang)im Gegensatz zum Lauten und Aktiven wie beispielsweise im Punk ausleben. Dadurch gelingt es ihnen neuartige Gefühlspaletten anzudocken. Viele anderen Bands wirken nämlich dagegen im Post-Punk Genre oftmals von der fühlenden Emotion eher resignierend (Echo & The Bunnymen, Joy Division). Der Tenor läuft hierauf hinaus- Joy Division sagt aus: "Gib auf! Hat doch keinen Zweck!" Savages sagen aus: "Halte durch mit allem was du hast! Und: DONT LET THE F***** GET YOU DOWN!"
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entfesselt, 21. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Savages machen nichts, was nicht schon Band of Susans, Ut oder Siouxsie gemacht hatten, nur entfesselter, weniger streng konstruiert. Mich nerven zuweilen Stimme und gelegentliche Schweinegitarre, aber zusammen mit dem böse rollenden Bass, dem präsenten Schlagwerk und expliziten Texten eine Bereicherung für alle, die die Entwicklung von Post Punk verfolgen.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationelles Debut, 10. Mai 2013
Von 
B. Gotter "robertzion" (Gelsenkirchen, Nordrheinwestfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Wenn Oliver Geissen einmal auf RTL eine „ultimative Chartshow“ zu den „100 besten Post-Punk-Songs“ machen sollte, dann dürften SAVAGES sicher die idealen Gäste sein. Nur, das ist natürlich ein Klischee. Denn die Sendung ist wirklich s......, die Gäste nerven und die füllig geworden Altpopper und -rocker, die ihre Legendenhaftigkeit dort zuweilen endgültig in den Gulli drücken, braucht eigentlich auch kein Mensch (mehr). Mehr noch könnte man sich SAVAGES irgendwann in den 80ern bei „Top of the Pops“ vorstellen. Wie einst SIOUXSIE, die zum Playback und im Sadomaso-Lederoufit ihre Songs wie „Dear Prudence“ vor steif tanzenden Studiogästen zum Besten gab, an der Gitarre ein gelangweilt herumblödelnder Robert Smith.

Nein, das ist es auch nicht wirklich. Eher JOY DIVISION in einem miefigen Londoner Club, jene fasziniernde Mischung aus (Auto)Aggression, unterkühlten Bassläufen und fragiler Musikalität ins staunende Publikum rotzend. Jedenfalls ist man beim Debut-Album „Silence Yourself“ der vier Mädels aus London immer gleich bei solchen Vergleichen. Derart fangen SAVAGES das Gefühl und Ton des Post-Punk ein, dass man danach sofort wieder die alten Scheiben von THE BIRTHDAY PARTY, MAGAZINE oder SIOUXSIE AND THE BANSHEES herauskramen möchte, um zu hören, wie es denn damals wirklich war. Ich hatte übrigens nach dem Durchhören der Platte Lust wieder „Volume 4“ von BLACK SABBATH zu hören. Dabei sind SAVAGES keine der zahlreichen Nachspielbands wie etwa THE HIVES, irgendwie schaffen sie es, einfach so zu sein wie, sagen wir, 1982.

So etwas jedenfalls hat man seit Jahren nicht mehr gehört. Sie wissen einfach wie ein Song klingen muss, wozu ein Schlagzeug eigentlich da ist und dass eine Phrasierung im Gesang, ein Basshook reicht, um – fast schon - unsterbliche Musik zu machen. Dabei gibt es auf der Platte keinen wirklichen Anspieltipp, man hört das ganze Album einfach durch, wieder und wieder. Vielleicht könnte man noch beiden langsameren Stücke „Waiting for a Sign“ und „Marshal Dear“ herausheben, bei denen Sängerin und Ex-Schaupielerin Jehnny Beth so alt klingt, wie Iggy Pop niemals werden wird. Überhaupt, „Search and Destroy“ von IGGY AND THE STOOGES könnte von der Message und musikalischen Aggressivität her das Motto von „Silence Yourself“ sein.

Ding, dong, the witch is dead... der britische Post-Punk aber hat Maggy Thatcher überlebt. In Form von vier eisernen Ladies, deren Alter einfach nicht einzuschätzen ist und die erneut die Frage aufwerfen: Warum kommt ausgerechnet aus diesem langweiligen Land immer wieder die geilste Musik des Planeten? Wir wissen es nicht. Jedenfalls kann das nicht nur an den BEATLES gelegen haben. Zur Beantwortung dieser Frage sollte Oliver Geissen in seiner S.....sendung vielleicht einmal die „100 besten britischen Songs“ präsentieren – alle gespielt von SAVAGES. Dann komme ich auch als Studiogast - anstelle von Claudia Roth.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingte Empfehlung, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Die vier Frauen aus GB sind schlicht die beste Neuigkeit im Genre (Post-)Punk des heurigen Jahres. Auf dem ersten Album der Band gibt es mMn keinen einzigen schwachen Song. Die Damen rocken das Haus auf jeder Nummer mit eindrucksvollem Druck, hörbarer Leidenschaft/Zorn aber auch überzeugender Musikalität. Die Sängerin erinnert mich in Stimme und Phrasierung auf den meisten Songs an Patti Smith, aber das ist nicht als Kritik zu verstehen.
Abgesehen davon ist die Scheibe auch hervorragend produziert, am Sound gibt's auch technisch nix zu meckern und last but not least überzeugen die Musikerinnen mit lyrics, die nicht die Intelligenz des Hörers beleidigen und ein politisches Bewußtsein zum Ausdruck bringen (siehe auch das "Manifest" am Cover) welches ich mir öfter mal bei Rockbands wünschen würde.
Big thumps up! Würde mich sehr überraschen wenn dieses Album nicht zumindest in meinen persönlichen Top 10 für 2013 auftauchen würde. (Wahrscheinlicher ist aber ein Platz in den Top 3).
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5.0 von 5 Sternen Klasse, 24. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Savages waren die Vorband bei einem Portishead-Konzert und ich war sofort begeistert. Diese Band war laut und muss auch so gehört werden. Auch leise Stücke liegen Ihnen. Die Art und Weise wie die Stimme zum Instrument wird mag ich persönlich sehr und am meisten gefiel mir, dass der Bass gleichwertig mit den anderen Instrumenten ist. Ich war vom Live-Auftritt begeistert und von dem Album dann auch, und man muss sie laut hören...
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Debüt toll, 7. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Als erste Platte dieser Band ist das natürlich schon klasse, was diese vier wütenden jungen Frauen bieten: schneidende Gitarre, ein extrem guter Bass, präzises Schlagzeug, musikalisch alles wirklich toll, alles in der Tradition des Punk und Wave, nur etwas härter noch, etwas unstrukturierter, was die Platte dann auf Dauer auch etwas anstrengend macht. Immerhin besser produziert.
Aus der Ferne grüßen Lydia Lunch oder Siouxsie and the Banshees. (Mit Pattie Smith, wie jemand anders behauptet hat, kann ich keinerlei Ähnlichkeit erkennen.)
Die intelligente Band hat auch etwas zu sagen, am besten bleibt aber doch der Text auf der Plattenhülle selbst. Vieles an den lyrics ist dann doch zu kryptisch. Dass die Band sich steigern kann, zeigt sich am ehersten, wenn sie die Klangpalette erweitert, wie auf dem letzten Stück, in dem eine Klarinette ein freies Solo spielt oder wenn anderswo ein Klavier auftaucht (Wer spielt es? Nicht angegeben!). Was aber doch nervt ist der Gesang, der zu nah an Siouxsie sich bewegt, ständig mit Pathos und Tremolo. Irgendwann wünscht man sich, die Band würde die Sängerin feuern. Dann gibt's fünf Sterne.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Haltung ist nicht alles, 5. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Wie erfrischend wenn eine Band eine solche Haltung wie die Savages vor sich her trägt und auch vom Hörer bewusst einfordern will. Noch beeindruckender wäre es, wenn deutlich mehr Musikalität co-existieren könnte. Siouxsie and the banshees-Referenzen hin oder her; wirklich gute Songs fehlen einfach auf dem Debut. Aber aus irgendeinem Grund bin ich zuversichtlich, die werden noch nachlegen mit zweiten oder dritten Album. Alles Gute dafür!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Don`t Let The F***ers Get You Down, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Silence Yourself (Audio CD)
Bloc Party machen (wieder) Pause, die Editors fabrizieren nur noch Stadion-Schmalz und auf Interpol warten auch schon alle nervös. Die perfekte Gelegenheit diese Platte zu entdecken: vier dunkel gekleidete Frauen mit grimmiger Miene leben ungehemmt ihre Nostalgie-Sehnsucht aus und spielen Postpunk, so dicht und hart, als hätte es die letzten 30 Jahre nie gegeben. „Silence Yourself“ ist kein naiver oder abenteuerlicher Erstversuch von Debüt, sondern in Form und Inhalt bereits derart geschlossen, das man den Eindruck hat, das diese Band nichts so schnell erschüttern kann. Es mag sein, das die Referenzen von Savages leicht ausfindig zu machen sind, „Silence Yourself“ ist aber dennoch keine Einladung für die nächste Siouxsie And The Banshees- oder Bauhaus-Party. Jenny Beth`s mal aufgekratzter, mal pathetisch aufgeladener Gesang mag anfangs noch etwas nerven, passt sich aber an den spannendsten Stellen der Songs bestens an. Bassistin Ayse Hassan und Schlagzeugerin Fay Milton entwerfen gemeinsam ein herrlich kantiges Groovebrett, das ein oder andere Mal an frühere Produktionen von Steve Albini erinnert. Und überhaupt ist der Noiserock ein Terrain, das die Band mit „Silence Yourself“ ebenfalls gerne mal von allen Seiten neugierig beschnuppert. Das einzige, was jetzt noch fehlt ist ein echter Hit. Den haben Savages aber bestimmt irgendwann auch noch drauf. Solange werden sie wohl zumindest hierzulande erstmal ein Geheimtipp bleiben.
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Silence Yourself
Silence Yourself von Savages
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