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Bei einer Pressekonferenz, die die Beatles 1968 abhielten, wurde John Lennon gefragt, wer sein Lieblingsmusiker aus den USA sei: Nilsson! antwortete er ohne Verzögerung und ohne weitere Ausführungen. Darauf wollte der Musikredakteur in Anlehnung an die Frage nun denn von Paul McCartney wissen, welche seine liebste US-Band sei: Nilsson! sagte McCartney grinsend.

Damit könnte ich es mit dieser Rezension auch bewenden lassen. Mehr Ehre geht sowieso nicht und das Lennon und McCartney nicht irgendeinen drittklassigen Stümper mal eben vor internationalem Publikum zu jemandem erklären, den sie musikalisch sehr schätzen, darf man wohl auch getrost annehmen. Wer nun bei McCartney vielleicht noch seinen legendären, spitzbübischen Humor dahinter vermutet, obendrein auch noch britisch schwarzen, dem lassen sich die Zweifel leicht verblasen, denn in späteren Jahren, lange nach dieser Pressekonferenz, kommt es immer wieder zu Kollaborationen zwischen einem oder gleich mehreren der dann schon nicht mehr existierenden Beatles auf Nilssons Alben. Sein zehntes Album "Pussy cats" (1974) z.B. hat Lennon gar komplett produziert und erwies Harry Nilsson sogar die Ehre und liess sich auch noch mit einem Foto auf dem als Collage gestalteten Cover des Albums verewigen. Bei der Platte trommelte übrigens ein gewisser Ringo Starr und ein Deutscher namens Klaus Voormann zupfte den Bass... Zwei Jahre zuvor spielte George Harrison bei ihm Gitarre. Man könnte etwas überspitzt fast meinen, im Background von Harry Nilsson - den "Harry" ließ er auf den Covers meistens weg - existierten die Beatles noch ein paar Jahre weiter.

Und wem die Beatles noch nicht Referenz genug sind, dem sei ein Blick in das fast 50seitige Booklet, was dieser kleinen Kiste beiliegt, empfohlen. Zu jedem Album sind alle beteiligte Musiker aufgelistet - schier endlose Listen bei fast jeder Produktion! - und man liest das Who is who der Sideman jener Jahre. Alles, was Rang und Namen hatte und in den 70ern auch bei Clapton, Dylan, den Rolling Stones, Joe Cocker, Elton John u.s.w. gern gesehen war, spielte auch mit Nilsson und ließ seine kleinen 3-Minuten-Kunstwerke so richtig funkeln. Bobbey Keys (sax.), Ray Cooper (perc.), Peter Frampton (git.) oder Jim Keltner (dr.), um nur ein paar weitere Namen zu den oben erwähnten zu nennen. Und gab es mal ein paar Worte einzusprechen, dann übernahm das auch schon mal Dustin Hoffman. Auch Randy Newman ließ es sich 1970 nicht nehmen ein ganzes Nilsson-Album lang das Klavier abzutasten, zumal es schließlich seine Songs waren, die Nilsson ihm zu Ehren auf seiner vierten LP "Nilsson sings Newman" verewigte. Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass die Alben vom Papst selig gesprochen worden wären, aber dazu taugten Nilssons Texte nicht.

Insgesamt 14 Alben mit überaus reichlich Bonus in einer Rezension ausführlich zu besprechen, würde den Rahmen sprengen. Die Erwähnung der Gönner und Mit- und Zuarbeiter oben, sollte jeden Musikfan neugierig machen. Kommen wir also zum technisch Faktischem der Schatztruhe:

Sony veröffentlichte in jüngster Vergangenheit ja einige Komplettausgaben von Künstlern, die irgendwann mal bei einem ihrer (inzwischen zugekauften) Label unter Vertrag standen. Die Qualität ist, soweit mir bekannt, bei allen auffällig hoch, das Preis-Leistungs-Verhältnis geradezu unschlagbar und die Detailliebe erstaunlich. Nur heißt komplett eben Label-bezogen. Die opulente und wunderbare Johnny Cash Box beispielsweise, mit sagenhaften 60 Alben, endet im Jahre 1986, weil Cash dann die Firma wechselte.

Bei Nilsson bedeutet "Complete RCA-Albums" allerdings tatsächlich, fast sein komplettes musikalisches Lebenswerk. Denn vor seinem Album-Debüt 1967 bei RCA mit "Pandemonium Shadow Show", gab es nur eine Reihe (erfolgloser) Singles bei einem anderen Label, die im Jahr zuvor auf der Compilation-LP "Spotlight on Harry Nilsson" erschienen - fehlt hier, ist auch entbehrlich. Und nach dem sein RCA-Kontrakt 1977 auslief, erschien 1980 nur noch ein letztes, sein 15. Album "Flash Harry" bei Mercury - fehlt hier zwangsläufig auch, erscheint aber demnächst einzeln als Wiederveröffentlichung! Bis zu seinem recht frühen Tode im Januar 1994 veröffentlichte Nilsson kein neues Material mehr.

Diese kleine Kiste umspannt also tatsächlich mit den Jahren 1967-1977 beinah sein ganzes großartiges Schaffen. 14 reguläre Studioalben, eines davon mit Remakes älterer Songs, kommen hier im originalen LP-Sleeve daher, fast alle als stabiles Fold-out-Cover. Und jede der 14 CDs enthält neben der originalen Album-Tracklist auch noch Bonus - reichlich! Bei den ersten beiden Alben ist die komplette LP zweimal auf den Silberscheiben, dem klanglich warm und transparent remasterten Stereo-Mix, folgt das komplette Album noch mal in der Mono-Abmischung, die damals 1967/68 noch parallel erschien. Nun ist mir diese Mono-Romantik zwar nicht vermittelbar, aber es gibt offenbar eine Zielgruppe, die sich daran erfreut.
Ab Album Nr.3 dann folgt, nach jeweils 10sekündiger Pause zum letzten offiziellen Albumtrack, stets was so drum herum im selben Jahr noch unter die Leute kam: alternative Single-Versionen, exklusive Soundtracksongs, Single-B-Seiten etc.
Und damit noch nicht genug, denn darüber hinaus erhöht sich die Anzahl der CDs auf 17, weil zusätzlich zu den regulären damals veröffentlichten Alben nun noch drei randvolle Scheiben mit Session-Outtakes die offizielle Diskographie ergänzen. Insgesamt 58 Songs der Jahre 1967-1974 in alternativen Version oder gänzlich verworfene Lieder werden hier weitgehend erstmals zugänglich gemacht. Kein schrammliges Probieren, sondern sehr feine anders gedachte Arrangements, als jene, die später dann auf das Album fanden. Und auch hier wurde klanglich großes geleistet.

Alles in allem eine wunderbare Box, die hoffentlich dazu beiträgt, dass dieser außergewöhnliche Musiker nicht in die Vergessenheit absinkt. Es ist bei der songschreiberischen, stimmlichen und musikalischen Qualität, die er in sich vereinte, ohnehin nicht begreiflich, dass er nie den Platz in der Musikwelt einnahm, der ihm gebührte, weit weniger kommerziell erfolgreich war, als man bei dieser Bündelung bester Voraussetzungen hätte erwarten können - ihm fehlte wohl die Star Attitüde zu sehr. So schön und großartig seine beiden Überhits "Everybody's talkin'" und "Without you" (ja, das von Mariah Carey zwanzig Jahre später tot geknödelte) auch waren, Harry Nilsson war weit mehr. Ihn zu entdecken lohnt unbedingt - sagten 1968 schon Lennon und McCartney! Und 2013 sage ich es, für den Fall, dass Ihnen die Autorität der beiden Briten nicht genügt!
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am 4. November 2014
Jeder kennt fast seinen Song "Without you" und sei es in der schwülstigen Version von Mariah Carry! Aber sonst blieb Harry Nilson für den Mainstream Markt ein recht verschrobener Sonderling, der seine Platten so herausbrachte und arrangierte wie er wollte. Dieses nahezu Komplettwerk von 1967-77 das außer sein letztes Album von 1980 (nicht mehr für RCA produziert) alle seine Album enthält sollt im Tribut und zeigt was für ein verkannter und genialler Pianist und vor allem Sänger Harry Nilson doch war.Er starb bereits mit knapp 51 Jahre 1994 ein einem Herzinfakt. Als besonders Schmankel gibts neben einem fetten Booklet drei Extra für die Box produzierte Session CDs die nochmals Outtakes, Alternativ-Versionen enthält.

Alle Original Album sind im Original Vinly Cover gehalten die Cds bekommt man problemlos ohne Krater heraus und jedes Album enthält auch nochmal bis zu 6 Bonus Tracks. Alles zusammen in einer schmucken Box für die Vitrine. Besser geht nicht, Klang auch fantastisch "Vic Anessini" der unter anderem Elvis CDs Remasterd hat hier eine spitzen Arbeit geleistest. Absoluter Kauftipp. Limitiert ist die Box auch!! Für Fans, Danke Harry!
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9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Musikalisch ist diese CD-Box über jeden Zweifel erhaben, nur leider habe sich die Designer nicht wirklich so richtig in's Zeug gelegt.
Die den originalen Covers nachempfundenen Mini-LP-Covers zeigen leider nicht immer alles, was die Vinyl-Versionen zu bieten hatten! Da fehlen z.B. sämtliche Innenhüllen, die des öfteren speziell bedruckt waren und zum gesamtwerk einer LP gehörten, wie auch diverse Gimmicks wie mehrfach aufklappbare Hüllen.
Außerdem sind die Mini-LP-Cover ein paar wenige Milimeter zu klein um die CDs ohne Beschädigung der CD und/oder der Hülle entnehmen zu können.
Solchen Gesamtwerk-Boxen sollten die Designer wirklich auch den Luxus zugestehen, dass wirklich ALLES so aussieht wie die Originale!
Schade,sehr schade!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. August 2014
über die Musik muss man eigentlich nicht sprechen. Wer kauft eine Box, wenn er/sie die Musik nicht mag. Und die Cover sind auch mit Rücken, also gleichen sie noch mehr den LPs.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2014
Sogar die entbehrlichen Mono-Versionen werden in dieser tollen Box noch berücksichtigt, aber wo sind denn die diskret 4-kanaligen Quadro-Versionen einiger LP? Es gab sie als CD-4 LP, Q4 Bänder und 8-track Q cassettes.
Die hätte man auf einer SACD in 4.0 beifügen können. Sie sind musikalisch großartig und sollen sogar für Nilsson selbst besonders wichtig gewesen sein.
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Dezember 2013
Alles zusammen und guter Preis. Entweder man mag Nilsson oder nicht. Dies ist ein Liebhaberset und für die die Ihn nicht kannten vielleicht ein bißchen viel.
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