holidaypacklist Hier klicken Sport & Outdoor foreign_books Cloud Drive Photos Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen647
4,5 von 5 Sternen
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:8,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 4. Juli 2009
Als ich den Medicus beendet habe war ich richtig traurig. Sowas geschieht nicht bei vielen Büchern. Die Story, die Erzählform ist wirklich toll. Ich bin von diesem Buch total begeistert. Es gehört von nun an zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Geschmäcker sind zwar verschieden doch diesem Buch ein schlechtes Urteil zu geben grenzt schon fast an Blasphemie. Nun denn, ich kann dieses Buch nur herzlichst weiterempfehlen. Selten hatte ich so viel Spass wie mit diesem Roman.
11 Kommentar|19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 19. September 2011
Nach dem Tod seiner Eltern wird der 9jährige Rob von einem herumziehenden Bader aufgenommen und ausgebildet. In dieser Profession ist er durchaus erfolgreich, doch eines Tages hat er den Wunsch, statt eines einfachen Baders ein richtiger Medicus zu sein, der tatsächlich die Fähigkeit hat, Krankheiten zu bekämpfen. Er lässt sich an der bekannten Akademie in Isfahan ausbilden, schafft es dort, eine Stellung als anerkannter Arzt zu erlangen, und kehrt Jahre später und nach vielen Abenteuern in seine Heimat zurück.

Geschichten von Leuten aus schlichten Verhältnissen, denen es gelingt, sich zu einer angesehenen Position hochzuarbeiten, wurden schon viele erzählt, sodass diese Inhaltsangabe auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders aufregend wirkt. Dieses Werk hebt sich aber positiv von der Masse ab.

Es gelingt dem Autor, den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zu ziehen. Farbenfrohe Bilder von fremden Ländern und vielschichtigen Persönlichkeiten tauchen vor dem geistigen Auge auf und der lebendige Erzählstil sorgt dafür, dass man mit dem interessant gezeichneten Protagonisten mitfiebert und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Kleinere Ungereimtheiten und einige Klischees fallen da kaum ins Gewicht.

Ein bisschen störte mich aber, dass vieles zu einfach geht: Rob lernt scheinbar mühelos mehrere Fremdsprachen, wird in eine Akademie aufgenommen, die normalerweise den Söhnen der Elite vorbehalten ist und wird zum Vertrauten eines Schahs und eines berühmten Arztes. Und wenn sich einmal ein Konflikt abzeichnet, ist dieser schnell gelöst und wenige Seiten später schon fast wieder vergessen. So ist diese Geschichte ein schönes Märchen, ein bisschen mehr Realismus hätte aber nicht geschadet.

Da es sich hier um einen historischen Roman handeln soll, muss außerdem noch erwähnt werden, dass mit den historischen Fakten oftmals ziemlich freizügig umgegangen wird - was der Autor im Nachwort aber auch eingesteht.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2010
(Enthält Spoiler)
Profan gesagt, gefällt mir der Teil in dem Rob als Jude getarnt ist, am besten. Das Ende gefiel mir gar nicht (auch wenn der Teil der in London spielt, wichtig ist, um zu zeigen, dass das Gelernte in England nicht akzeptiert wurde. Das Ende ist selbstverständlich Geschmackssache und dies ist nur meine Meinung, was nicht bedeuten soll, das Buch sei schlecht) und auch der Anfang langweilte mich zunächst. Vor allem war ich zu Beginn abgeschreckt von der derben Sprache. Ich habe es auf Englisch gelesen und ich weiß nicht wie die Übersetzung gelungen ist, aber Gordon benutzte Ausdrücke, die mich zusammenfahren ließen. Ich war jedoch froh, dass ich weitergelesen habe!
Es gibt einige historische Ungenauigkeiten ja, aber insgesamt, ein sehr sehr interessanter historischer Roman. Ich liebte den Teil in Isfahan abgöttisch. Wobei ich sagen muss, dass mir Rob (und vor allem Margaret....) nicht halb so sympathisch waren wie Mirthin (hieß er so?) oder Karim. Außerdem gab es Charaktere, die ich so gerne näher kennen gelernt hätte, z.B. Despina the Ugly. Wunderbar stellt Gordon den Eifer und Ehrgeiz Robs Medicus zu werden, dar. Er bringt dem Leser das mittelalterliche Iran/Persien (ich weiß nun wirklich nicht, wie authentisch Persien dargestellt wurde), den Islam und vor allem das Judentum, und deren Denkweisen näher.
Gordons Kenntnisse, insbesondere was die mittelalterliche Medizin angeht, haben mich sehr beeindruckt. Für manch einen mögen einige Szenen zu realistisch sein, aber vor allem das war es, was mir am meisten gefiel. Mit den Augen eines Mediziners eben.
Ich habe das Lesen sehr genossen. War am Ende entsetzt, mein Herz gebrochen (Karim...!) und schließlich fand ich mich mit Robs Entschluss ab. Aber der mittlere Teil ist immer noch am schönsten. :)
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. November 2014
Der Medicus ist einer der ersten historischen Romane, die ich in meinem Leben gelesen habe. Wir lernen hier Robert J. Cole kennen, der nach dem Tod seiner Eltern von einem Bader aufgenommen wird und mit ihm durchs Land reist. Neben oberflächlicher Heilkunde lernt Rob auch allerlei Taschenspielertricks, mit denen das Publikum unterhalten werden kann. Schon als Kind merkt Rob, dass er eine seltene Gabe hat: Er kann spüren, welche Menschen dem Tod geweiht sind. Für seine Arbeit als Bader ist dies eine wertvolle Hilfe. Nicht zuletzt deshalb, weil entsprechende Zeichen eine sofortige Flucht notwendig machen: Lieber einen Patienten unbehandelt lassen, als des Mordes angeklagt werden.
Als der Bader stirbt, reist Rob nach Isfahan, um dort an der Madrassa Medizin zu studieren. Da Christen an dieser islamischen Schule nicht geduldet werden, nimmt er die Identität des Juden Jesse ben Benjamin an. Unter dem Vorwand, in England mit den Gebräuchen seines Glaubens nur oberflächlich in Kontakt gekommen zu sein, lehren seine jüdischen Reisebegleiter ihn alles, was man als Jude wissen muss - und die persische Sprache noch dazu.
In Isfahan angekommen, wird Rob für seine Bitte um Aufnahme an der Madrassa erst einmal verprügelt. Nur durch viel Glück erhält er anschließend durch den Schah den "calaat", der ihm das Studium doch noch ermöglicht. Rob lernt Ibn Sina kennen, den "Arzt der Ärzte", wird aber auch zum geschätzten Gefährten des Schahs sowie der zwei Studenten Mirdin und Karim.
Durch einen Zufall trifft Rob die Schottin Mary Cullen wieder, mit der er bei seiner Herreise bereits Bekanntschaft gemacht hat. Er heiratet sie, was in Isfahan einen kleinen Skandal auslöst. Immerhin ist er vorgeblich Jude und sie ist Christin. Dennoch bleiben die beiden, bis Rob sein Studium beendet hat. Dann machen Marys Wille und die Umstände es allerdings nötig, nach England zurückzukehren. Rob will seine medizinischen Kenntnisse an Kollegen weitergeben, macht sich dadurch aber nur verdächtig. Da er sein Wissen teils auf illegale Weise erworben hat (heimlich hat er Menschen seziert) und da man ihn als vermeintlichen Juden wiedererkennt, ist Rob schließlich gezwungen, mit seiner Frau nach Schottland zu flüchten.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist "Der Medicus" einfach nur spannend und hervorragend recherchiert. Wir erfahren mehr über die (sehr mangelhafte) Heilkunde im England des 11. Jahrhunderts und über das Leben der armen Bevölkerung. Auch Details wie tausende Mitglieder umfassende Karawanen werden in aller Farbenpracht und ausgesprochen realistisch beschrieben. Sezierungen und - aus heutiger Sicht stümperhafte, damals aber revolutionäre - Zeichnungen aus dem Inneren des Menschen vermitteln ein großartiges Bild zwischen Wagnis und Wissensdurst. Um das Ganze abzurunden lernen wir auch noch mehr über die Kriege Isfahans mit den Seldschuken. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Noah Gordon sich peinlich an die Fakten hält. Wir erfahren nicht nur sehr viel über jüdische Gebräuche und Regeln, sondern auch viel über die Machtlosigkeit der Menschen im Mittelalter gegenüber bestimmten Dingen. Anders als im Film gelingt es Rob und dem bedeutendsten Arzt der Menschheit nicht, ein Mittel gegen die Pest oder die Seitenkrankheit (Blinddarmentzündung) zu finden. Das ist in meinen Augen Größe, denn es fällt sicher nicht jedem Autor leicht, seinen Protagonisten auch mal als Versager darzustellen. Alles andere wäre aber Pfuscherei gewesen, da man die Heilung für beide Krankheiten erst im 19. Jahrhundert entdeckte.

Sehr gut gefällt mir auch, wie die Figuren gezeichnet sind. Insbesondere Rob entwickelt sich vom ängstlichen Jungen erst zum Draufgänger, dann zum besonnenen Mann. Der Bader liebt das Leben und die Frauen, ist ein angenehmer Zeitgenosse, weiß aber auch wie hart es ist, sein Brot zu verdienen. Ibn Sina wiederum ist eine gute Mischung aus Weisheit und Selbstironie.

Eine Sache muss ich trotzdem bemängeln, aber ob daran Noah Gordon Schuld ist oder der Übersetzer, weiß ich nicht. Relativ am Anfang des Buches finden Rob und der Bader einen römischen Grabstein, auf dem steht: "DIIS MANIBUS VIVII MARCIANI usw.". Das wurde mit "Den Manen des Vivius Marcianus..." übersetzt. Und das ist, wenn ich das mal so frei sagen darf, ausgemachter Blödsinn. Jeder, der sich wie ich zum Latinum gequält hat, weiß, dass "DIIS MANIBUS" eine ganz übliche Grabfloskel ist, die "In die Hände der Götter" bedeutet. Was ja irgendwie auch mehr Sinn macht als "Den Manen". Ich wüsste nicht mal, wer das sein sollte. Es gibt kein Volk, keine Sagenfiguren und auch sonst nichts, das so genannt würde. Es sei denn, es ist eine Abkürzung für "Manisch-Depressive". Aber das würde hier ja auch keinen Sinn machen. Klingt pingelig und ist es auch, aber ich hab unter meinem Lateinlehrer echt gelitten und diese Redewendung wird im ersten Jahr Latein gelehrt. Das ist beleidigend, sowas so schlecht zu übersetzen.

Genug gemoppert, trotz diesem Fauxpas bekommt das Buch natürlich fünf Sterne.
22 Kommentare|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2002
Das Buch ist einfach gestrickt und in anspruchslosem Stil geschrieben, stellt keine Anforderungen an die Merk- und Kombinationsfähigkeit des Lesers und ist deshalb die ideale Urlaubslektüre für Liegestuhl und Sangria.
Wer aber mehr von einem Buch erwartet, wird enttäuscht. Nach dem Prinzip des Roadmovie schiebt sich die Story von einem Bild zum nächsten, zusammengekleistert durch ein primitives Grundmotiv. Lasse 50 Seiten aus, Du wirst es kaum vermissen. Keine raffiniert gestrickten Plots, kein Sprachwitz, kein großer dramatischer Bogen. Stattdessen stolpert der Hauptakteur von einer Szene zur nächsten, und damit es überhaupt weitergeht zieht der Autor wieder den nächsten Deus ex Machina aus der Tasche. Da taucht mal zufällig der König mit dem Bogen am Straßenrand auf und erschießt eigenhändig den bedrohlichen Panther, da liebt man sich mal hinter einem Busch, vor dem zufällig gerade das feindliche Heer samt der deutlich erkennbaren Verräter vorbeispaziert, und schon ist der Fortgang der Handlung für die nächsten 20 Seiten gerettet. Und natürlich: Sex sells, immer und überall. Für die Handlung völlig unerheblich, aber der Leser braucht das eben alle 10 Seiten einmal.
Ach ja, daß ichs nicht vergesse: Der historische Kontext! Also, da spaziert der Protagonist im Jahre 1080 irgendwo zwischen Saloniki und Byzanz über die Grenze in die Türkei, am Bosporus macht er sich philosophische Gedanken darüber, daß hier zwei Kontinente zusammenstoßen, in Persien trifft er dann Leute aus Afghanistan, und so geht das munter weiter. Ich wäre nicht überrascht gewesen, wenn auch noch ein Cowboy aus Amerika aufgetaucht wäre.
Wie spannend und geistreich sind doch dagegen die Bücher von John Maddox Roberts, wie brilliant und historisch kompetent sind doch die Romane von Gisbert Haefs! Wer diesen Maßstab anlegt, der wird den Medicus bald weglegen.
11 Kommentar|29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Juli 1999
"Der Medicus" von Noah Gordon ist ein hervorragend gelungener historischer Roman. Er beschreibt eindringlich das Leben eines jungen Baders aus dem alten England. Dieser Bader hat nun ein besonderes Talent für die Heilung und die Diagnose kranker Menschen. Doch die restriktive Kirchenpolitik seiner Zeit behindert seine weitere Entwicklung als Mediziner, denn er möchte ein echter Medicus werden und tief in das Wissen der Medizin eindringen und eigene Forschungen anstellen. Dazu reist er als Jude verkleidet nach Isfahan, das Zentrum der damaligen medizinischen Wissenschaft. Und tatsächlich gelingt es ihm nach einer langen und gefahrvollen Reise, an das Ziel seiner Reise zu kommen und endlich ein echter Medicus zu werden. Gordon versteht es auf geschickte Weise, historische Tatsachen mit fiktiven Begebenheiten und Personen zu mischen. Der Leser wird entführt in eine längst vergangene Zeit und die alte europäische und persische Kultur. Man kann sich nicht dem Leben dieses wachsenden Medicus entziehen. Es ist ein Buch, daß berechtigt zu einem Bestseller wurde und seinen Platz in jedem Bücherregal finden sollte. Ich fand es einfach toll. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. August 1999
"Der Medicus" ist ein wunderschöner Mittelalter-Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die Charaktere sind einfühlsam beschriebenen und überzeugendend, vor allem weil Noah Gordon dankenswerterweise darauf verzichtet hat, sie dem klassischen Held-Bösewicht-Schema anzupassen. Vorsicht! Wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, wird die am nächsten Tag abzugebende Arbeit oder die wichtige Prüfung schnell zur Nebensache! Auch beim dritten Mal war ich noch nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen bevor ich es zu Ende gelesen hatte... Ein Muß für alle, denen "Säulen der Erde" gefallen hat (für alle anderen übrigens auch!). Spannend, faszinierend, hervorragend recherchiert - von romantisch über amüsant bis schockierend, aber immer nachvollziehbar und interessant. Gefüllt mit tausend kleinen Details über das Leben im Mittelalter in England sowie in Persien, ohne jemals belanglos oder banal abzuschweifen. Einer der besten Romane, die ich je gelesen habe, und meines Erachtens der beste, den Noah Gordon jemals geschrieben hat. Unbedingt und bedingungslos empfehlenswert! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Dezember 1999
Ich war gestern erst wieder bis zum Morgengrauen wach und habe den Medicus gelesen, unfähig das Buch zu schließen und endlich zu schlafen, denn es läßt mich nie los. "Noch die Seite fertig, aber dann musst Du wirklich schlafen. Doch was passiert dann? Na gut, das Kapitel noch, aber Mensch, Du musst morgen fit sein, also leg Dich endlich schlafen." Dann vergaß ich, was ich gerade gedacht hatte. 1 Stunde später bin ich immernoch über dem Buch. Ich kann nicht aufhören. Durch den genauen Bericht und die aufregende Schilderung des Lebenslaufs von Rob J. Cole ist dieses Buch eines der spannensten und interessantesten in meiner Haus-Bibliothek geworden. Der Medicus ist eine spannende Geschichte, packend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich war überrascht, daß mich ein Buch so fesseln kann, denn ich bin eigentlich keine Leseratte, aber dieses Buch ist für jeden was! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2005
Dieser vor etwa 20 Jahren veröffentlichte Roman traf damals den Nerv der Zeit. Es war einer der ersten historischen Romane, der sich mit einer fiktiven Person in der realen Geschichte so intensiv auseinandersetzte.
Dies ist die Geschichte des Waisenjungen Rob Cole, der sich aus seiner Heimat England und nach einigen Jahren der Erziehung zum Bader auf eine große Reise begibt, quer durch Europa und über den Balkan, in den fernen Orient, wo er in Isfahan auf den berühmten Ibn Sina, auch bekannt als Avicenna (der historisch ist) treffen möchte, um bei diesem Medizin zu studieren und zum Medicus ausgebildet zu werden. Auf seiner Reise begegnen ihm viele interessante Menschen, ferner muss er sich als Jude verkleiden und als ein solcher zu leben lernen, um im Osten Medizin studieren zu dürfen, er muss Parsi lernen und die fremden Gebräuche begreifen. Natürlich gibt es dann auch eine Frau, die ihn erobern wird, und gute Freunde, einen Schah, eine Verschwörung, die Pest, große Bewährungen, Mut und Abenteuer.
Der Roman ist ein großes, hervorragend recherchiertes Zeitbild der Jahre 1000-1100.
Sehr gut an dem Buch gefallen hat mir die exzellente detaillierte Beschreibung der Länder, der Gebräuche, Sitten und des Aussehens der Straßen, Kleider und Menschen, die Dialoge mit Ibn Sina und auch die gute Beschreibung zarter Bande von treuer Freundschaft und wild lärmender menschlicher Verbindungen, die schnell wieder gebrochen werden.
Nicht so gut fand ich an dem Buch - aber das ist ein Detail - dass der Autor manchmal zu nah an die agierenden Personen herangeht. Man hat gelernt, Rob, seine Frau, die Freunde, zu schätzen - wenn der Autor dann in intimsten Momenten sehr nah und detailliert und ausführlichst, wie sonst auch, beschreibt, was sich in Leidenschaft, Trauer, Begehren, Abscheu in den Charakteren abspielt, dann fühlte ich mich manchmal als Voyeur und hätte den Charakteren gerne mehr Raum für sich gegönnt. Ein vielleicht unwesentliches Detail, dennoch finde ich, dass es gerade den Stil und die Kunst eines Autors ausmacht, sich nicht zu früh, aber auch nicht zu spät von seinen Charakteren zurückzuziehen. Sonst wird das Buch schnell zu einem kommerziellen Sex and Crime-Buch. Das aber ist der "Medicus" dann doch nicht: bis auf mein kleines Detail empfinde ich das Buch als einen hervorragenden historischen Roman, unglaublich spannend, lehrreich und mitreissend, eine lesenswerte Geschichte.
0Kommentar|36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2002
Ich bin gerade mit der letzten Seite fertig geworden und bin immer noch im Zauber dieses Buches gehüllt.
Erst einmal WOW!
Ein Buch das über das Leben im Mittelalter mal aus einer anderen Perspektive als der die über das Leben damaliger Ritter usw. berichtet.
Eine Einführung in das damalige Leben im Morgenland, das innerhalb dieses Buches teilweise auf Phantasiebegebenheiten und teilweise wirklichen Begebenheiten basiert.
Ein wirklich gelungenes Werk. Ich habe vor 3 Tagen begonnen zu lesen und könnte mich einfach nicht mehr losreißen!
Die Handlung beginnt als Robert Cole 9 Jahre alt ist, gerade mal ein Kind und führt den Leser durch das ganze Leben dieses Jungen. Der als seine beiden Eltern tot sind und er von seinen Geschwistern getrennt worden ist mit einem Bader auf Reisen geht. Nach dessen Tod auf Grund seines Drangs zu heilen eine beschwerliche Reise auf sich nimmt um in Isfahan Medizin beim Arzt aller Ärzte zu studieren....
In vielen Büchern gibt es mal einige Seiten einen Durchhänger, der sich als nicht sonderlich interessant oder lesenswert herausstellt und gerade das macht ein gutes Buch aus. Dieses ist durchgehend, 633 Seiten lang unwahrscheinlich lesenswert und interessant! Auch sind die Geschehnisse in diesem Buch nicht so vorhersehbar wie in vielen Filmen und anderen Büchern und so bleibt es interessant bis zum Schluss!
Absolut empfehlenswert und auf jeden Fall ein Muss!
0Kommentar|28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)