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Hans Hotter- The Wotan Of The Century At His Best
Format: Audio CDÄndern
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am 27. Juni 2013
Hans Hotter, der Heldenbariton und begnadete Charakterisierungskünstler, ein Hüne als Mensch und Künstler, war eine ungewöhnliche sowie lange Karriere gegönnt. Vor nunmehr zehn Jahren im Alter von 96 Lenzen verstorben, wird er mit diesen Dokumenten aus den Jahren 1939 bis 1960, zumeist in Live-Mitschnitten aus Bayreuth, Reichsrundfunk, Salzburg und München, gewürdigt und in Erinnerung gerufen. Wobei er ja bei den Interessierten nie aus dem Gedächtnis verschwinden wird, da er sich mit seinen genialen nachschöpferischen Leistungen darin geradezu eingebrannt hat und ein Künstler seines Ranges heute schmerzlich vermisst wird!
Bereits in seinen Zwanzigern konnte er aufgrund seiner Stimmgröße in dramatischen Partien reüssieren, sein frühestes Dokument als Wotan in der legendären Einspielung des 2.Aktes aus Berlin und Wien mit Melchior und Lehmann zeigt dies eindrucksvoll. Der 2. Weltkrieg verhinderte die logische Weltkarriere, die erst verspätet einsetzte, doch gottlob gibt es aus seiner Blütezeit, in welcher ein Gleichgewicht zwischen stimmlicher Pracht und Sicherheit sowie subtilstem Ausdrucksvermögen herrschte, genügend Mitschnitte. Sowohl im Lied, während des Krieges vor allem mit Michael Raucheisen als Partner, später mit Gerald Moore und anderen, als auch in Oratorium und Oper war er ein singulärer Schöpfer der schwierigsten Musik/Charaktere. In dieser Zusammenstellung der 10 CD's ist er vorrangig als Opernsänger, auf nur einer CD als Liedinterpret festgehalten.
Seine Stimme ist ein wirklicher Bassbariton, mit einem ganz spezifischen Timbre, dunkel bassig, sonor, sehr männlich, dabei stets mit einer Weichheit glänzend, welche die Größe seiner Stimme zu verbergen scheint. Er besaß sowohl die Heldentöne im fff in der Hochlage um die Töne E, F, Fis, als auch ein nur ihm mögliches piano, einen ganz besonderen, in vielen farblichen Valeurs strahlenden oder matt und fahl, traurig klingenden Ton, und mit dieser enormen Bandbreite an dynamischen Gestaltungsmöglichkeiten verbunden mit der Kraft seiner Artikulation gelang ihm Singuläres! Wenn auch die Strahlkraft seiner Höhe im forte ab ca. Mitte der 50er Jahre immer wieder mal nachzulassen begann, der Sitz der Stimme zuweilen den Fokus in der Maske verlor, die Anstrengungen beim Singen in der Höhe zunahmen, so bleibt aufgrund des einzigartigen Hotter-Tons, dessen Ausdruckskraft nie versiegte, stets eine lebendige, vielschichtige Rollengestaltung! Stark geprägt fühlte sich Hotter durch Clemens Krauss und Richard Strauss, seine Mitwirkung in der UA von zB "Capriccio" liest sich in seiner Biographie als wunderbare Zusammenarbeit großer Künstler.
Den Titel der Sammlung, "The Wotan of the Century", halte ich für absolut gerechtfertigt! Verschiedene Ausschnitte belegen dies nachdrücklich. Letztlich zielt er jedoch zu kurz, denn wie man hier hören kann, gelingen ihm ebenfalls überzeugende Portraits jenseits dieser einen, sicherlich unvergleichlichen, Rolle.
Hören Sie Track Nr 8-10 auf CD 8: Ist das möglich, dass ein Mann von 30 derartig den Falstaff Verdis ergründet? Machen Sie weiter mit Track Nr 3, den Prolog des Tonio aus "I Pagliacci": Welche Mühelosigkeit, welcher Glanz, welche Kraft und Präsenz!
Gehen Sie zu Track Nr 4-5: Ein deutscher Bariton demonstriert auf subtile Weise, welche Gemeinheit in diesem Jago steckt, ohne zu bellen oder zu brüllen, nein, Legato und feinste piano-Kultur sorgen für Dämonie (und er ist immer noch Anfang 30!)!
Legen Sie nun CD 4 ein, Track 2 u 3: Das Gottesgeschenk des Timbres verknüpft mit wilder Ausdrucksraffinesse verbindet sich hier zu einem genialen Portrait des Holländers, in dieser Form unübertroffen (gleichwohl von Uhde und London auf andere Art ebenfalls genial gelungen)!
Ein weiterer Höhepunkt sind die Ausschnitte von 1956 seines Bayreuther Hans Sachs: Wie Herr Hotter hier einzelnen Worten eine Tiefendimension, Sätzen ein interpretatorisches Gewicht verleiht, ist phänomenal und faszinierend. Dabei bedient er sich nie einer heftigen Überartikulierung oder Konsonantenspuckerei oder gar dröhnenden Belltönen, nein, er malt gleichsam mit feinem Pinsel in verschieden Farben, Tönen und Schattierungen. Dank seines Timbres und der technischen Fähigkeit der Zwischentöne entsteht ein Charakter von menschlicher Größe!
So könnte ich fortfahren und die Liste der bemerkenswerten, absolut überzeugenden Gestaltungen würde lang und länger...
Und natürlich kommt man in den Genuss toller Kollegen/Innen wie Varnay, Mödl, Nilsson, Windgassen, Vinay, Wunderlich, Reining...und Dirigenten wie Knappertsbusch, Krauss, Keilberth, Cluytens, Rother...
Natürlich gibt es in dieser Sammlung Ausschnitte, die ich nicht "at his Best" bezeichnen würde, doch gehören diese genauso zu einem Sängerleben, und wer mit klugen Ohren zuhört, wird manche stimmliche Unebenheit wahrnehmen, ohne den künstlerischen Wert der Darstellung als Ganzes geschmälert zu sehen.
Fazit: Zu einem unschlagbar günstigen Preis erhält der Sangesfreund ein Kompendium großer Sing- und Darstellungskunst, oftmals einmalig und genial! Einen Sänger dieses Formats hört man heute leider nicht mehr.
Die Aufnahmen sind in Mono, nicht immer qualitativ gut, der Zeit entsprechend rauschend, hallig, versehen mit Bühnengeräuschen. Ein absolutes Hörvergnügen dennoch.
CD1: Wotan-Rheingold, Walküre, Bayreuth 56, Studio 57, Hunding Met 54;
CD2: Wotan-Walküre, Bayreuth 58 u53;
CD3: Wanderer-Siegfried, Bayreuth 53 u 57;
CD4: Fliegender Holländer, München 44, Studio 57 u 60;
CD5: Kurwenal-Tristan u Isolde, Bayreuth 52 u 57, Parsifal-Gurnemanz, Met 54;
CD6: Sachs-Meistersinger v Nürnberg, Studio 44 u 60, Bayreuth 56;
CD7: Arien u Szenen als Hans Heiling/43, Pizarro/60, Figaro Graf/42, Sprecher/54, Julius Cäsar/51, Borromeo/52, Boris Godunov/57;
CD8: Arien u Szenen als Basilio/41 u59, Escamillo/42, Tonio/42, Jago/43, Amonasro/42, Grande Inquisitore/52, Falstaff/39;
CD9: Richard Strauss- Sir Morosus/59, La Roche/58, Mandryka/47, Jochanaan/42 u 52, Orest/53;
CD10: Lieder von Nicolai, vWeber, Loewe, Schubert, Wolf, Pfitzner, Schumann u Brahms, 42-45, Michael Raucheisen am Klavier.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juli 2013
FABULEUX CHANTEUR!!! I l est indispensable pour tout amateur de chant de posseder ce coffret.SUBLIME. On peut l'écouter pendant des heures et toujours il est fascinant....
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2014
Hans Hotter muss differenziert gesehen und beurteilt werden. Da ist diese Prachtstimme der ersten Jahre seines Wirkens, betörend schön, kraftvoll, ausdrucksstark und technich hervorragend geführt. Nur der 2. Weltkrieg verhinderte die rasche Weltkarriere.Leider verlor die Stimme bald viel von ihrer Faszination: Ein störendes Tremolo= Wobbel stellte sich ein. Der Sänger konnte nur mit erkennbarer Mühe große Partien bewältigen.Vielleicht eine Erklärung, dass Hotter Asthmatiker.war.Nun kam das Erstaunliche: Durch seine enorme Bühnenpräsenz. seine Ausstrahlung und Gestaltungskraft konnte Hotter seine stimmlichen Defizite kompensieren. Deshalb musste wer Hotter wirklich erleben wollte in live auf der Bühne hören. Seine Tonaufnahmen übermitteln kaum je die wahre Wirkung dieser Künstlerpersönlichkeit. - Aber da gibt es ja noch den Liedersänger Hans Hotter: In diesem Metier konnte er bei reduziertem Stimmvolumen all seine Vorzüge voll realisieren und wurde einer der ganz großen Liedgestalter.
Da Hotter auch noch als Regisseur und vor allem Lehrer maßstabsetzend wirkte geht der Charismatiker als eine der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunerts in die Operngeschichte ein.
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