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35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich habe berechtigte Zweifel!"
Ein vor Gericht stehender Teenager, der gerade seine Volljährigkeit erreicht hat, soll seinen Vater ermordet haben. Alle Indizien und Zeugenaussagen sprechen gegen ihn. Der Fall scheint sonnenklar. Als die Geschworenen sich zur Beratung zurückziehen, um ein Urteil zu fällen, erwarten die meisten nur den obligatorischen Schuldspruch. Und tatsächlich:...
Veröffentlicht am 20. April 2007 von Alex Winter

versus
17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Berührendes, großartiges Kino (leider miese DVD).
"Die 12 Geschworenen" zählt, neben vergleichbaren Meisterwerken wie "Die Faust im Nacken" (Marlon Brando) oder "Wer die Nachtigall stört" (Gregory Peck) zu den ganz großen Vertretern des couragierten und sozialkritischen Films. Zwölf Geschworene sollen über das Schicksal eines des Mordes angeklagten Latinos entscheiden. Zwölf Geschworene,...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2003 von robotgeorgie


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35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich habe berechtigte Zweifel!", 20. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Ein vor Gericht stehender Teenager, der gerade seine Volljährigkeit erreicht hat, soll seinen Vater ermordet haben. Alle Indizien und Zeugenaussagen sprechen gegen ihn. Der Fall scheint sonnenklar. Als die Geschworenen sich zur Beratung zurückziehen, um ein Urteil zu fällen, erwarten die meisten nur den obligatorischen Schuldspruch. Und tatsächlich: Elf der Geschworenen entscheiden in einer ersten internen Abstimmung auf Schuldig. Nur der Geschworene Nummer 8 (Henry Fonda) hat Zweifel an der Schuld des Angeklagten und bringt seine Argumente vor. Es gelingt ihm die anderen zu überzeugen den Fall noch einmal zu rekonstruieren und jedes der Indizien einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Am Anfang kennen wir als Zuschauer, im Gegensatz zu den zwölf Protagonisten, die einzelnen Indizien und Zeugenaussagen nicht, da wir das Gerichtsverfahren nicht mitverfolgen konnten. Dadurch ist unser Focus ganz auf den Prozeß der Wahrheitsfindung und die Geschworenen gerichtet, welche im Laufe der Beratung immer mehr ihre eigenen Empfindungen und Persönlichkeiten preisgeben.

Die ganze Geschichte spielt, mit Ausnahme weniger Szenen, im dem Beratungszimmer und eignete sich, wie viele Produzenten damals einwendeten, ausschließlich als Theaterstück. Aber durch den ständigen Wechsel von Nahen und Totalen der Kamera, werden wir quasi immer wieder punktuell auf die entscheidenden dramatischen Höhepunkte hingewiesen, die sich in dieser Enge ereignen, so dass die filmische Realisierung die Spannung bis zur letzten Minute stärker in die Höhe treiben kann, als das statische Bild des Theaters es vermag.

Die dem Film zugrunde liegende Intention, weist auf den schwierigen Weg hin, die sogenannte Wahrheit zu ermitteln. Am Ende kennt niemand die reine Wahrheit, man kann nur durch das Hinterfragen der Indizien eine mögliche Interpretation des Geschehens entwickeln, die aber von wiederum von Mensch zu Mensch variieren kann, da die eigene Persönlichkeit dieses Abbild von der Realität mitgestaltet.

Die beteiligten Schauspieler waren damals das "Who is Who" in Hollywoods Riege der Charakter-Darsteller. Herausragend spielen vor allem Henry Fonda und Lee J. Cobb als Geschworener Nummer 3. Drehbuchautor Reginald Rose musste selbst einmal als Geschworener an einem Prozeß teilnehmen und wurde dadurch zu dem Drehbuch inspiriert.

Fazit: Regisseur Sidney Lumet hat hier, mit seinem ersten Kinofilm, meiner Meinung nach sein bestes Werk hingelegt. Durch das genial strukturierte und durch bestechende Dialoge überzeugende Drehbuch, ist hier ein Diamant der Filmgeschichte entstanden, der zweifellos zu recht in die Liste der besten 20 Filme aller Zeiten gewählt wurde.
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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker der Filmgeschichte ... genial, 29. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Das Wort "genial" trifft für diesen Film zu jedem Zeitpunkt zu. Denn wie bereits erwähnt wurde, spielt der Film in einem einzigen Raum, alles in Echtzeit ... und dennoch schafft er es, nie langweilig zu werden, sondern eine unheimliche Spannung aufzubaun, nur durch Dialoge.
Zur Story möchte ich nun nicht mehr allzuviel sagen, denn die dürfte durch die andren Rezensionen schon klar sein.
Die Schauspieler sind bemerkenswert, alle 12 schaffen es (was auch am grandiosen Regisseur liegt, der alle weltklasse in Szene setzt) ihren Charakter und all ihre Lebensanschauungen und Vorurteile für den Zuschauer sichtbar zu machen, zu zeigen wie unterschiedlich Geschworene sein können, und worin ihre Urteilsfähigkeit begründet liegt.
Ich finde es unheimlich bemerkenswert zu sehen, wie man mit solch geringem Aufwand (der Film ist von 1957, da hatte man natürlich nicht die Möglichkeiten von heute) einen solch weltklasse Film produzieren kann, denn wenn ein gutes Konzept hinter einem Film steckt, dann braucht man nicht die heute so vielseitig verbreiteten Special Effects, die im Grunde nur von der eigentlichen Handlung ablenken.
"Die 12 Geschworenen" ist ein intelligenter, spannender Film, der wie gemacht für Leute ist, die es mögen anhand von Indizien und Rekonstruktion von Tathergängen (ähnlich wie Inspektor Columbo) anhand der kleinsten Details Unstimmigkeiten zu finden.
Die DVD an sich ist leider mit kaum Zusatzmaterial versehen (nur der Kinotrailer), was an sich sehr schade ist. Dennoch finde ich es viel wichtiger, auf der DVD einen guten Film zu haben, anstatt tausend Specials und einen Film, den keinen interessiert. Daher bekommt "Die 12 Geschworenen" von mir 5 Punkte. Und die sind absolut verdient!!
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53 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragend, 24. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Meiner Meinung nach sollte man mit der Vergabe von Höchstwertungen sparsamer umgehen als dies üblich ist, damit echte Meisterwerke erkennbar bleiben - dieser Film gehört zweifelsohne zum Besten, was man je zu sehen bekam.
Wenn es einem Film, der nahezu über seine komplette Dauer in einem einzigen Raum spielt, der also ohne visuelle Effekte - von denen ja die meisten Filme leben - auskommen muss, gelingt, den Zuschauer nur aufgrund der Dialoge und der ausgetauschten Argumente derart zu fesseln, das sagt eine Menge aus.
Die Geschichte ist schnell erzählt. 12 Geschworene sollen über das Schicksal eines jugendlichen Angeklagten befinden, der seinen Vater ermordet haben soll. Im Fall eines Schuldspruches droht die Todesstrafe. Die 12 Geschworenen müssen zu einem einstimmigen Urteil gelangen !
Der Film beginnt nach der Gerichtsverhandlung mit den Baratungen der Geschworenen. Den verdächtigen Jungen oder die vernommenen Zeugen bekommt der Zuschauer nicht zu sehen (jeder durchschnittliche Film hätte dies mit Sicherheit gezeigt). Zu Beginn der Verhandlungen wird klar, dass 11 der zwölf Geschworenen den Verdächtigen für den Mörder und den Fall für eine glasklare Sache halten. Lediglich einer "tanzt aus der Reihe" und stimmt für "unschuldig", nicht, weil er den Jungen tatsächlich für unschuldig hält, sondern, weil er nicht über das Leben eines jungen Menschen in so kurzer Zeit entscheiden will, ohne ausführlich darüber beraten zu haben.
Im Laufe des Films werden Argumente für und gegen die Schuld des Angeklagten ausgetauscht, und immer mehr Geschworene werden auf die Seite des Geschworenen Nr. 8 gezogen und stimmen für "unschuldig".
Es ist faszinierend, wie Regisseur Lumet die einzelnen teilw. sehr unterschiedlichen Charaktere der Geschworenen herausarbeitet, und der Zuschauer sich mal mit dem einen, mal mit dem anderen identifizieren kann. Sehr wohltuend ist, dass Henry Fonda als Geschworener Nr. 8 nicht als der überragende Gutmensch, der allen anderen moralich überlegen ist, dargestellt wird. Vielmehr werden die Sympathien des Zuschauers auf viele verschiedene Geschworene verteilt.
Am Ende steht ein Urteil (man kann sich schon denken, welches - aber das darf man auch getrost verraten). Die Frage, ob der Junge nun der Täter war oder nicht, wird nicht beantwortet, sie ist auch unbedeutend. Es geht um die Allgemeingültigkeit des Prinzips "Im Zweifel für den Angeklagten".
Allen, die diesen Film noch nicht kennen sollten, kann ich nur empfehlen, sich mal für einen "richtig alten Schinken" zu entscheiden, man wird es wahrlich nicht bereuen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein !, 16. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Merkwürdigerweise taucht dieser Film nie in einer Liste auf, wenn man Kritiker nach den 100-besten-Filmen aller Zeiten fragt.
Dass "Die 12 Geschworenen" nicht in einem Atemzug mit anderen Filmklassikern genannt werden, ist schlichtweg eine Schande.
Denn kein anderes Gerichtsdrama - davor oder danach - hat jemals mehr Atmosphäre und Spannung ausgestrahlt, wie dieses frühe Meisterwerk von Sidney Lumet.
Die Handlung ist einfach - einfach genial:
Die Verurteilung des Angeklagten in einem Mordprozess scheint nur noch reine Formsache zu sein.
Die Beweise sind zwar dünn, aber die Indizien eindeutig.
11 Geschworene sind sich schnell einig, dass der Angeklagte schuldig ist.
Nur Einer (Henry Fonda) ist sich nicht sicher und leistet "Widerstand"...
Was dann folgt, ist eine Lehrstunde für jeden Juristen, Schauspielschüler, Psychologen und sozial-interessierten Menschen!
Bemerkenswert ist, dass jedem Geschworenen-Darsteller gleich viel Platz und Zeit eingeraümt wird, seine Rolle mit Leben und Charakter zu füllen.
Deshalb gibt es keine Nebendarsteller im eigentlichem Sinne.
Besonders Henry Fonda und Lee J. Cobb nutzen diesen Freiraum und liefern sich ein Duell "bis auf's Messer" - Im wahrsten Sinne des Wortes.
Die DVD bietet, bis auf einen Trailer, leider keine Extras.
Aber der Film allein rechtfertigt den Kauf!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassiger Einstand !!, 13. April 2007
Von 
Bernd Lange (Kiel, Schleswig-Holstein Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Ein Mordprozeß geht dem Ende entgegen, die Geschworenen sind aufgefordert, ein einstimmiges Urteil zu fällen. Geschworener Nummer 8 hat als einziger einen berechtigten Zweifel und votiert 'nicht schuldig'. Im Verlauf der anschließenden Analyse des bereits verhandelten Falles gelingt es ihm, alle weiteren Geschworenen davon zu überzeugen, dass einer oder mehrere berechtigte Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen. Ein Freispruch bleibt daher nicht aus.

Sidney Lumets Schwarz-Weiß Debüt ist vordergründig ein Gerichtsfilm, aber in der Tiefe ein elementarer Beitrag gegen Vorurteile und Ressentiments - und gegen die Todesstrafe. '12 angry men' - so der Originaltitel - spielt fast ausschließlich in einem Beratungszimmer, was die Dichte der Inszenierung, die kammerspielartige Qualitäten aufweist, zunehmend steigert. Alle Protagonisten spielen fantastisch, allen voran Lee J. Cobb als verbitterter Mann, der einzig aus persönlichen Motiven heraus den Angeklagten schuldig sprechen will und Henry Fonda, der hier neben seiner 'Rolle' als Mitproduzent des Films den Zweifler mit Hirn und Herz spielt. Vielleicht Fondas beste Darstellung.

Zusammengenommen trägt dieser zeitlose Film die unmißverständliche Aufforderung in sich, die Oberfläche eines eigentlich schon klaren Sachverhalts zu durchdringen, um letzlich die Wahrheit - und sei sie auch unbequem - zu ergründen. Diesbezüglich ist der Film trotz seines Alters meiner Meinung nach übertragbar auf alles, womit Menschen jemals zu tun hatten und zu tun haben werden - völlig egal ob auf politischer, sozialer oder persönlicher Ebene.

Das gleichnamige, knapp 40 Jahre später gedrehte Remake von William Friedkin (The French Connection) mit Jack Lemmon, George C. Scott und Armin Mueller-Stahl in den Hauptrollen kann, obwohl er überdurchschnittlich gut ist und neue und/als auch interessante Facetten eingebaut wurden, dem Original nicht das Wasser reichen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel., 13. September 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Es ist die klassische Szenerie eines Bühnenstückes: Die Enge eines Raumes wird zum dramaturgischen Aspekt der Handlung - die Darsteller verschmelzen mit diesem Umfeld. Gleichermaßen erdrückend, wie auch auswegslos ist die Situation der zwölf zusammengewürfelten Geschworenen, die so unterschiedlich sind, wie es nur geht. Henry Fonda ist der quertreibende Architekt, der, erstmals zum Geschworenen berufen, die gesamten "Beisitzer" zunächst förmlich zur Raserei bringt, später zur Einsicht. Einer nach dem anderen ändert von "schuldig" auf "nicht-schuldig", allerdings aus sehr unterschiedlichen Beweggründen. Es ist dies ein Plädoyer für die, die sich gegen die Menge stellen, obgleich der Film die Antwort nach Schuld oder Unschuld bewußt schuldig bleibt und damit auch die Frage nicht beantwortet, ob die Vorgehensweise zu rechtfertigen ist. Der "Quertreiber" hat die besseren Argumente und überzeugt selbst die hartnäckigsten Widersacher. Jeder Geschworene ist hervorragend besetzt und liefert eine Glanzleistung. Keine verschwommenen Persönlichkeiten, sondern überzeugende Charakterdarstellungen bis zum letzten Geschworenen. Auch die deutsche Synchronisation kann überzeugen, die Stimmen sind sorgfältig gewählt, ebenso ist die Übersetzung aus dem englischen gelungen. Das schwarz-weiß-Szenario wirkt sachlich und ernüchternd zugleich. Nur das Nötigste ist in diesem Raum vorhanden: ein bemerkenswertes Pendant zu manchen der zwölf, die auch nur das Nötigste tun wollen. Die sengende Hitze und ein (lange Zeit) nicht funktionierender Ventilator treiben die Spannung in diesem Raum nach oben. Die Ignoranz einzelner Geschworenen verdeutlicht dem Betrachter, auf Basis welcher Vordergründigkeiten mitunter Urteile zustande kommen. Fonda als rettender Engel (bezeichnenderweise in einem weißen Anzug...) kann das Unheil abwenden. So unwahrscheinlich der Erfolg von 1:11 wohl auch sein mag, macht der Film Mut, es zu versuchen. Ein bestechendes schwarz-weiß-Bild und ein, für dieses Alter, erstaunlicher Ton, runden den Genuß ab. Eine der wichtigsten Filme überhaupt.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufempfehlung: Nicht nur für Juristen, 2. Juni 2001
Von 
Volker Hartung - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Mal ein Film, auf den die Amerikaner wirklich stolz sein dürfen. Nicht nur für jeden Juristen sollte es Pflicht sein, ihn zu studieren, denn er füllt das Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" mit Leben. Natürlich ist die Geschichte auf maximale Überzeugungskraft hin konstruiert. Offenbar hat der Verteidiger seinen Job schlecht ausgeübt, und erst in der Sitzung der Jury wird ein Indiz nach dem anderen angefochten. Am Ende ist der Zuschauer ziemlich stark von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, was ja für einen berechtigten Zweifel gar nicht notwendig ist. Jedenfalls wird der Unterschied zwischen dem juristischem und dem naturwissenschaftlichen Begriff "Beweis" deutlich. Nebenbei sind durch die zwölf wütenden Männer (so der Originaltitel) auch verschiedene Schichten der amerikanischen Gesellschaft vertreten, ebenso höchst unterschiedliche Charaktere und Motive. Das macht den Reiz und die nicht nachlassende Spannung des Werkes aus, das ja praktisch ausschließlich in einem einzigen Raum spielt. Trotzdem gelingt es Sidney Lumet in seiner ersten Regieleistung, sich von der naheliegenden Form einer Theaterverfilmung zu lösen und auch filmerisch Akzente zu setzen. Die geschmackvolle Schwarzweiß-Photographie und der spärliche Einsatz von Musik (interessanterweise ist der Trailer mit viel dramatischeren Klängen unterlegt) sind aber immer zweckdienlich und lenken nicht von der dialogbestimmten Handlung ab. Zur Einmaligkeit des Films trägt natürlich das bemerkenswerte Ensemble bei, in dem Koproduzent Henry Fonda zwar eine zentrale Rolle spielt (und eine seiner besten), aber sich doch im Interesse des Ganzen klug zurückzuhalten weiß. Vielleicht der Film, den ich in der AFI-Top-100 des 20. Jahrhunderts am meisten vermisse (bei den Oscars hat damals David Leans "Brücke am Kwai" abgeräumt).
Die DVD bietet zwar außer dem Originaltrailer keine Extras, aber dieser Film spricht auch für sich. Die Bildqualität ist phantastisch, der Ton klar und fast rauschfrei (u.a. in Deutsch und Englisch), diverse Untertitelspuren können dazugeschaltet werden (die allerdings in ziemlich störender Weise eingeblendet werden).
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwoelf amerikanische Geschworene ..., 10. März 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
... sollen ueber einen jungen Puertoricaner, der seinen Vater erstochen haben soll, richten. Wer bisher von diesem Rechtssystem ueberzeugt war, kann hier seine Zweifel bekommen.

Zur Untermauerung der schwierigen Situation, waehlte Lumet eine fortwaehrende Schwuele, die sich ueber alle Beteiligten legt und ihnen zu schaffen macht. Dieses ist ebenso ein Symbol fuer die erdrueckenden Beweise, die scheinbar alle gegen den Angeklagten sprechen.

Der Film kommt einem Kammerspiel sehr nah, da sich der Handlungsablauf , von wenigen Anfangssequenzen abgesehen, nur in einem einzigen Zimmer nebst kleinem Waschraum, abspielt. Nur ein Geschworener, dargestellt von Henry Fonda, scheint zu erkennen, wie ernst die Lage ist und uebernimmt Verantwortung. Er versucht den anfaenglich gegen den Angeklagten eingestellten Mitgeschworenen, die auf eine schnelle Abfertigung zielen und im ersten Durchgang alle auf schuldig stimmen, klar zu machen, dass es sich hier um einen indiziengestuetzen Fall handelt. Fonda gelingt es, seine Zweifel anzubringen und veranlasst einige der Geschworenen zum ernsthaften Nachdenken. Im Verlauf der Handlung kommt es zu erneuten Abstimmungen unter den Geschworenen, die in der Zahl des schuldig stimmens immer geringer wird.

Beim ersten Ansehen dieses Films sind mir Zweifel an dem System der amerikanischen Justiz gekommen, denn wer sich hier die Geschworenen ansieht, wird erkennen, wie Gleichgueltigkeit, Handeln basierend auf eigener privater Problematik und die Unfaehigkeit Fakten einzuordnen, deutlich zum Ausdruck kommen. Fuer mich ein Klassiker und Lehrstueck, der mich in meiner Jungendzeit, nachdem ich ihn das erste Mal sah, tief beeindruckt hat; der mir gezeigt hat, wie durch Leichtsinnigkeit und Mitlaufen ein Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden kann.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es "menschelt"...., 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Dies ist meines Erachtens ein Filmklassiker, der einfach in eine DVD-Sammlung muss. Es ist immer wieder faszinierend, wie sich der fiktive Mordfall eines 18-jährigen Jugendlichen an seinem Vater vor dem geistigen Auge der Geschworenen abspielt. In dem stickig-heissen Geschworenenraum eröffnen sich sukzessive tiefe Vorurteile, Hass und persönliche Motive innerhalb der Geschworenengruppe, und sei es auch "nur" der Zeitdruck wegen eines Baseballspiels...Zugegeben, man versteht ja anfangs die Skepsis Henry Fondas selbst nicht unbedingt, da dieser aus Prinzip alle Beweise für potentiell anfechtbar hält – darunter sogar Aussagen eines Augenzeugen. Trotzdem wird durch die Diskussionen unter den Geschworenen der Angeklagte als Täter immer unwahrscheinlicher... Ein Hochgenuss einer menschlichen Charakterstudie und dazu ungemein spannend und unterhaltsam. Für alle, die Gerichtsklassiker lieben ein „MUSS“. Einzelene Schauspieler herauszuheben fällt schwer, obgleich mir Lee J. Cobb - in einer undankbaren Rolle - immer mehr imponiert.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme aller Zeiten !!! 6 Sterne !!!, 19. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die 12 Geschworenen (DVD)
Wie kaum ein anderer Film zeigt dieser Film was einen zeitlosen Klassiker ausmacht. Ohne Action, ohne 1000 Schauplätze. Nur eine ansprechende Idee, ausgefeilte Dialoge und tolle Schauspieler geben diesem hochspannenden Kammerspiel Tiefgang und Ausdruck !!!
Wer gutes Kino mag, muss diesen Film mindestens ein Mal gesehen haben!!!
Kurzum: Ein Muss !
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