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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Karajan-Archiv, 31. Juli 2013
Von 
Daniel C. Haas (Frankfurt, Germany, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
Nachdem die Deutsche Grammophon letztes Jahr die Karajan-Aufnahmen aus den 1960er-Jahren in einer Box herausbrachte (Karajan 1960s Recordings) folgt nun dieses Jahr die Fortsetzung mit dieser Box. Anschließend möchte ich die Aufmachung und die Aufnahmen bewerten, wobei ich in dieser Rezension auch versuchen möchte, eine kurze subjektive Einordnung der Interpretationsgeschichte, die hinter den Aufnahmen steht, mitzugeben (OIBP = Original Image Bit Processing).

Die Aufmachung: Wer schon die 1960er-Box besitzt, kennt das Konzept bereits. Die Präsentation folgt der originalen LP-Aufmachung aus den 1970er-Jahren, das heißt inhaltlich entsprechen die CDs den LPs und die CD-Hüllen entsprechen den LP-Covern. Allerdings ist in der vorliegenden Box die Umsetzung nicht mehr ganz so konsequent: So wurde u.a. beim Beethoven-Zyklus die Neunte Symphonie auf einer CD zusammengefasst, sowie die Fünfte und Siebte zur CD mit der Vierten und Sechsten hinzugefügt. Die nicht verwendeten Cover-Vorderseiten werden im Booklet wiedergegeben; nachteilig ist, dass durch diese Vorgehensweise die Rückseiten der betroffenen Cover fehlen, denn während die Vorderseiten der Cover um die Nennung der hinzugefügten Symphonie ergänzt wurden, wurden die Original-Rückseiten beibehalten. Ich vermute, dass Karajan in den 70ern mehr als 82 LP-Einspielungen vorlegte, die zu mehr als 82 CDs führen würden, dies aber verpackungstechnisch wegen der Beibehaltung der Box-Größe nicht möglich war. Während ich mit diesem Kompromiss noch gut leben kann, habe ich allerdings ein Ärgernis gefunden: Das Booklet enthält diesmal keinen Werkindex mit Angabe der CD-Nummer, was das schnelle Auffinden bestimmter Werke behindert. Hierfür gibt es insgesamt einen Stern Abzug.

Die Aufnahmen: Nicht nur die analoge Aufnahmetechnik machte bis in die 70er-Jahre hinein Fortschritte, was den Aufnahmen aus dieser Zeit in technischer Hinsicht generell qualitativ zugute kommt. Auch die Interpretationen Karajans entwickelten sich weiter. Während in den 60er-Jahren das Dirigat Karajans bisweilen noch energiegeladenen, gar jugendlichen Eifer enthielt, sind Dirigent und Orchester bis in die 70er hinein weiter gereift und zusammengewachsen. Das Klangbild, welches Karajan sich zum Ziel gesetzt und mit dem Orchester seit Ende der 50er-Jahre erarbeitet hatte, ist in dieser Periode perfekt herausgearbeitet. Oftmals wird es bis heute despektierlich als "glatter Karajanscher Schönklang" missverstanden. Doch darum ging es gar nicht, vielmehr darum, den Interpretationen mehr Tiefgang zu verleihen. Karajan-Biograph Richard Osborne charakterisiert dies, in dem er Karajan im Beethoven-Zyklus einen breiteren, mehr germanischen Blickwinkel auf die Interpretation des langsamen Satzes der Eroica bescheinigt. Interpretatorisch sind viele der Symphonie-Zyklen aus dieser Zeit für mich bis heute unerreicht, selbst von Karajan in seinen späteren Jahren. Dirigent und Orchester spielen auf dem Zenit ihrer Kunst und es ist ein unbeschreiblicher Genuss, dabei zuzuhören. Durch den Wechsel des Aufnahmeorts von der Jesus Christus Kirche in Berlin Dahlem in die neue Berliner Philharmonie erhielten die Aufnahmen einen leicht anderen akustischen Charakter. Dieser kommt besonders gut zur Geltung, denn wie bereits in der Vorgängerbox wurden ausnahmslos alle Aufnahmen mit dem DGG-eigenen OIBP-Verfahren neu gemastert. Die Qualität des Remastering ist dabei so hervorragend gelungen, dass ich schon von Restaurierung sprechen möchte. Das Ergebnis ist ein klarer, reiner Klang, voller Brillanz und Räumlichkeit, der hohen Detailreichtum offenbart und mich schon in der Vorgängerbox positiv überrascht und begeistert hat. Analoges Grundrauschen ist zwar vorhanden, drängt sich aber aufgrund des faszinierenden Klangbildes nicht störend in den Vordergrund.

Fazit: Wer beide bisher erschienenen Sammelboxen sein eigen nennt, erhält ein Karajan-Archiv, welches die künstlerischen Hoch-Zeiten der Ära Karajan aus den 60er und 70er-Jahren umfasst. Karajan-Liebhaber werden ihre helle Freude daran und viel neues zu entdecken haben. Denn das Remastering ist hervorragend und erlaubt endlich den interpretatorischen Vergleich der Aufnahmen "auf Augenhöhe". Karajan hatte zwar einige Werke bereits in den 60er-Jahren eingespielt, was naturgemäß zu Doppelungen bei einer solchen Komplettveröffentlichung führt, aber durch die interpretatorische Fortentwicklung, die ich versucht habe, in meiner Rezension zu beschreiben und den veränderten Aufnahmeort sind beide Versionen einer Aufnahme eine interessante Hör-Erfahrung. Der fehlende Index im Booklet ist ein Ärgernis, ändert aber nichts daran, dass die Box eine klare Kaufempfehlung ist; und dank des Remastering gilt das selbst für Sammler wie mich, die schon einen Teil der Aufnahmen in der unbearbeiteten Version besitzen.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik top - aber unvollständiges Begleitbuch, 27. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
Die 1970er Box ist weitgehend genauso gestaltet wie ihre Vorgängerin für die 1960er Jahre, doch leider nicht ganz:

- die auf der jeweiligen Rückseite der Papphüllen zusätzlich angebrachte Editions-spezifische CD-Nummer ist leider kleiner gedruckt, was das Auffinden der gesuchten CD etwas erschwert;

- viel ärgerlicher ist aber, daß man eigentlich gar nicht wissen kann, welche CD-Nummer man überhaupt suchen soll, weil im kartonierten Begleitbuch der in der 1960er Box gebotene Teil 6, eine alphabetische Auflistung der enthaltenen Komponisten und ihrer in der Box gebotenen Werke mit Angabe der jeweiligen CD-Nummer, schlicht fehlt. Wurde hier gespart oder ist mein Begleitbuch etwa ein Fehldruck (von Amazon angekündigt war ein 200seitiges Buch, meines hat nur 177 Seiten)? Wie soll man jetzt ein gesuchtes Werk auffinden, ohne die Titellisten aller 82 CDs durchzusehen? Das ist eine Schlamperei der DG, die an dieser Stelle unbedingt nachbessern sollte;

- schließlich fehlt im Begleitbuch auch das von Amazon angekündigte (und mithin wohl von der DG in Aussicht gestellte) Interview mit Anne-Sophie Mutter über Karajan, auf das ich mich schon gefreut hatte - ein Hohn, daß sich stattdessen (?) in der europäischen Ausgabe des Begleitbuches ein Abschnitt mit Texten in koreanischen (?) Schriftzeichen findet. Warum nur muß man sich über fast jedes Produkt, das man heutzutage kauft, sofort ärgern? Es scheinen allenthalben nur noch unmotivierte Laien am Werk zu sein, die "auf die Schnelle alibimäßig irgendwas" abliefern ... redaktionelle Sorgfalt und das gute alte Korrekturlesen geraten bei Druckwerken ersichtlich mehr und mehr in Vergessenheit.

Die Musik allerdings, die der (ach so häufig gescholtene) Maestro und seine Spitzenmusiker bieten, ist durchgängig ein Ohrenschmaus in sorgfältig remasterter Tonqualität. Einzelne Einspielungen zu bewerten erscheint bei einem solchen Sammelwerk nicht angezeigt. Jedenfalls sollte die (alte) Frage, ob die von Karajansche Klangwelt in ihrem großorchestralen Zuschnitt jedem Werk gleichermaßen gerecht wird, niemanden davon abhalten, sich mit dieser und der Vorgängerbox wesentliche Teile des musikalischen Vermächtnisses eines der unbestreitbar größten Dirigenten ins Haus zu holen. Diese oftmals besonders "klangschönen" Versionen durch andersartige, etwa "historisch informierte" Einspielungen z.B. eines Harnoncourt oder Gardiner, zu ergänzen und kritisch zu vergleichen - oder einfach je nach eigener Stimmung mal die "schwelgerischere" und mal die "härtere" Sichtweise zu genießen - steht ja jedermann frei ...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karajan x 82, 28. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
"Karajan 1970s" macht genau da weiter, wo die im letzten Jahr veröffentlichte Box Karajan 1960s aufgehört hat und enthält sämtliche Nicht-Opern-Aufnahmen Herbert von Karajans für die DGG von 1970 bis 1979, mit zwei "Ausreißern", der Schlusssatz aus Beethovens Neunter (CD 13) stammt von 1962, und Mahlers Neunte (CDs 81/82) wurde von Karajan erst im September 1980 vollendet. Auf 81 der 82 CDs hören wir die Berliner Philharmoniker, lediglich Orffs "De temporum fine comoedia" wurde 1973 mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester eingespielt. Besondere Schmankerl sind in dieser Box die von Karajan nur mit den Bläsern der Berliner Philharmoniker eingespielten preußischen und österreichischen Märsche (CDs 33/34) sowie auf CD 13 die europäische Hymne und diverse für Orchester arrangierte Nationalhymnen europäischer Länder.
Die Analogaufnahmen wurden von der DGG dem "Original-Image Bit-Processing" unterzogen und klingen durchweg sehr gut bis audiophil. Sicher besitzt nicht jede Einspielung Karajans Referenzstatus, und Karajan-Fans werden vielleicht viele der in dieser Box enthaltenen Aufnahmen längst als Einzel-CDs in ihrer Sammlung haben und sich daher überlegen, in diese Box zu investieren. Der Preis für diese Box ist jedoch attraktiv, und auch in Sachen Ausstattung bleibt kaum ein Wunsch offen. Die den originalen LP-Hüllen nachempfundenen CD-Hüllen finde ich recht gelungen, wenngleich es bei den Doppel-CDs einiges Geschick erfordert, die Scheiben aus den doch etwas eng geratenen Kartons zu ziehen.
Im nächsten Jahr dann zum Abschluss der Reihe "Karajan 1980s"?
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich Karajan 1970's, 29. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
Nun liegt die Fortsetzungsbox der 1960's vor. Erinnerungen an meine frühe Jugend werden beim Betrachten der Cover der Beethoven und Brahms Einspielungen wach. Nach so vielen Jahren einer lieblosen Aufmachung erfahren die CD's nun einen würdigen Rahmen. Der 70er Beethoven Zyklus zählt für mich besonders bei der 4., 6. und 9. Sinfonie zu den besten je gemachten Aufnahmen dieser Werke. Die Brahms Sinfonien sind besser gelungen als in den 60er Jahren. Karajan und Barock war nicht nur bei ihm als Dirigenten problematisch. Die Aufnahme der 4 Jahreszeiten mit Michel Schwalbe ist aber durchaus gelungen. Hat Mozart unter Böhm besser geklungen? Die Bruckner Einspielungen besitzen singulären Rang. Das Verdi Requiem finde ich gelungener mit den Wiener Philharmonikern aus den 80er Jahren.
Es finden sich auch einige Einspielungen Karajan's, die er nur einmal aufgenommen hat und somit nicht nur für den Fan und Sammler interessant sein dürften. Klangschöner und -sensibler hat man die Philharmoniker vorher und auch nachher bis zum heutigen Tag nicht mehr gehört. Wenn dazu die oft erwähnte Glätte zählt, kennen diese Musikhörer wohl nicht die aalglatten CD's mancher US Orchester. Insgesamt eine absolute Kaufempfehlung, und insbesondere für die Leute, die meinen, Karajan's Aufnahmen zu kennen aber vielleicht in Summe gerade max. 2 oder 3 CD's von ihm gehört haben.
Diese Box und die 1960's lassen die Berliner Philharmoniker unter Karajan in ihrem künstlerischen Zenit erklingen.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Remastering ist perfekt (Hinweis aus Fachliteratur), 9. August 2013
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Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
Die Fachpresse urteilt zum hier vorliegenden Remastering (Original Image Bit Processing), dort noch bezogen auf die gesamte "The Originals"-Serie der DG: "In almost every case the transfers show a distinct improvement over previous incarnations of these recordings on CD: the remastering more naturally reflects the ambient warmth and fullness of the analogue LP pressings, though the focus is firmer."

Damit ist alles gesagt. Dass die deutsche Fachpresse sich scheinbar so zurückhält und ihre über Jahrzehnte kultivierte, quasi modische Abwehrhaltung gegen den allzu erfolgreichen Karajan auch heute kaum richtigstellen will, ist bedauerlich, gehört aber zu den bekannten Erscheinungen der Meinungsbildung in Deutschland, die auch anderweitig zu Merkwürdigkeiten führt. Alles, was mit einem Anspruch zu Perfektion und mit dem unbedingten Willen zu Höchstleistung daherkommt, ist in Deutschland verdächtig und wird mit Einwänden überzogen (etwa fehlende Tiefe, gar Schwimmhallensound oder Angeberei). Alles Quatsch, wie der wirkliche Kenner weiß, der in Rechnung stellt, dass die Werke so zu dirigieren sind, wie es ein Richard Wagner in seiner Schrift "Über das Dirigieren" postuliert hat. Dagegen sind die Originalinstrumente-Ideologen letztlich machtlos. Jedenfalls bei dem Repertoire, das ein Karajan einspielte. Beethoven mag zu seiner Zeit anders geklungen haben, aber: der heutige Hörer ist anderes gewohnt. Er hat Wagners Ring gehört, den Sacré von Strawinsky und die Symphonien von Mahler. Er kann erwarten, dass Meisterwerke mit optimalen Mitteln präsentiert werden. Und das werden sie hier!

Bei der guten Aufmachung habe ich leichte Einwände gegen die Umsetzung bei den Doppel-Sleeves. Letztlich jedoch nebensächlich.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunstgenuß ohne Husten, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) (Audio CD)
Karajan ist sicher nicht jedermanns Sache.Zu viel wurde über den Maestro diskutiert,ist er Größenwahnsinnig oder genial?!Erneuerungen in der klassischen Musik waren immer Gegenstand neunmalkluger Fachsimpler.Ob in Wissenschaft oder Musik,nirgendwo wird sonst so angezweifelt und applaudiert.Karajan war der Musiker mit Visionen.Es ging ihm nicht nur um die Musik,auch die Musik zu übermitteln, war ihm wichtig.Er hat es geschafft ,endlich dem Hörer mittels der "Neuen" Technik einen einwandfreien Kunstgenuß zu presentieren.Der gängigen Meinung nur Livekonzerte sind wirklich Echt und Emotional wollte Karajan so nicht fortführen.Kaum einer weiß das Karajan einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung bzw.an der Einführung der Compactdisc hatte.Ihm war es sehr wichtig die klassische Musik in jedes Wohnzimmer zu tragen.Ganz ehrlich ,bei aller Autenzität ,ist es nicht wundervoll ein Konzert ohne Husten und knarrenden Geräuschen zu genießen?! Das Bernstein Symphonien besser präsentiert ist nicht neu.Karajan ist der Einzige der sich alles zugetraut hat,mit mehr oder minder Erfolg.Aber diese Box ist für meine Begriffe insgesamt ein Feuerwerk der Klassik.Sehr vielseitig und alles in doch sehr hohem Level.Die Box ist sehr preiswert und wunderschön gestaltet.Sie ist allerdings im Format sehr sperrig.Tolle Musik von einem Visionär mit einem beständigen Orchester.Denn schließlich sind die Berliner Symphoniker seine Zöglinge.Ich finde das zahlt sich auch aus.Gute Klassik,gespielt von einem exellenten Orchester....und einen hervorragenden Dirigenten.Klare Empfehlung!!!
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