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am 19. November 2006
Kostas Charitos ist ein einzigartiger Ermittler. So menschlich wurde er von Petros Markaris kreiert. Seine Schwächen und seine Vorlieben, Probleme mit der Frau und seine Liebe zu Tochter (Abneigung gegenüber ihrem Freud ist auch deutlich) zeigen uns einen Menschen aus Fleisch und Blut. Eine Ironie ist dennoch nicht zu übersehen. Markaris kritisiert indiriekt einen schrecklichen, alles verschlingenden Moloch Athen, das Problem mit den Ausländern, entlarvt die Eigenschaften der griechischen Bevölkerung. Als die Leiche der Janna Karajorgi live im Fernsehen gezeigt wird, lässt er Charitos sagen: "Ganz Griechenland ist erschüttert. Eine derartige Direktübertragung hat es noch nie gegeben." Derjenige, der sich die griechische Programme angeguckt hat, wird die Anspielung sofort verstehen. Stundenlange Diskussionen über Nichts, Reportagen, in denen noch nicht alles gesagt wurde, Themen, die ein halbes Jahr lang immer noch auf dem Sender sind und die unzähligen Telenovelas erfüllen den Alltag dem griechischen Fernsehzuschauer. Hellas Channel, die Welt des Fernsehens, die Journalisten, das sind eben die Sachen, die einen viel wichtigeren und größeren Wert in der griechischen Gesellschaft annehmen, als man denken würde. Die Hektik bei der Arbeit und die Probleme, in die Charitos immer wieder verwickelt ist und die Arbeitsweise, die er annimmt, werden auch geschildert. All dies gewährt uns einen Einblick in die Polizeiermittlungen. Und da ist noch der Fall. Spannend, verwirrend und einfach genial von Markaris durchdacht. Ein Überraschungseffekt versprochen.

Kostas Charitos ist eine Figur, die man immer wieder aufs Neue entdecken will und seine Fälle verfolgen will. Man kann auch viel mehr über das neue Griechenland erfahren. Eben das, was in keinem Reiseführer steht und trotzdem der Wirklichkeit entspricht. Griechenland ist nicht nur ein blauer Himmel und paradiesähnliche Inseln. Das ist ein Land, das lebt mit seinen Vor- und Nachteilen. Markaris zeigt die griechische Gegenwart auf eine leicht ironische und zugespitzte Weise. Und das funktioniert.
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am 26. Mai 2002
Hellas Channel ist ein ebenso faszinierender wie erschreckender Fall für die originelle neue Detektivfigur Kostas Charitos. Janna Karajorgi, Reporterin des Senders Hellas Channel kündigt an, in ihrem nächsten Auftritt im Nachtjournal eine sensationelle Enthüllung zu veröffentlichen. Doch kurz vor Beginn der Sendung wird sie ermordet. Kommissar Kostas Charitos, seit dem Wegzug der Tochter immer wieder in kleinere Probleme mit seiner Frau verstrickt, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Der liebenswerte Kommissar, der von seiner Frau dann letztlich doch immer wieder den Rücken gestärkt bekommt, ist nicht unbedingt ein Freund der Journalisten, da die sensationslüsterne Presse die Athener Polizei gerne lächerlich macht. Jetzt besteht die Gefahr, daß er mit seinen Ermittlungen in Pressekreisen die guten Beziehungen seines Vorgesetzten zu dieser zerstört, denn es fällt dem unbeirrten Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit nicht immer leicht im Leben, die gesellschaftlich gebotenen diskreten Vorgangsweisen zu beachten - besonders wenn dann auch noch politische Einflußnahme eine Rolle spielt. - Mit seinem ersten Roman weckt der in Athen lebende Dramatiker und Drehbuchautor Appetit auf mehr aus seiner Feder. Das sensible Sozialporträt ist immer nah am Leben und gleichzeitig ein farbiges Spiegelbild der verkrusteten Athener Gesellschaft. Ein vielschichtiger, packender literarischer Krimi, sehr empfehlenswert.
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am 25. März 2008
Wenn ich keine Gelegenheit habe, Athen zu besuchen, folge ich gerne den Spuren von Kommissar Kostas Charitos und bleibe auf kurzweilge Art und Weise mit der griechischen Hauptstadt in Verbindung. Dabei erlebe ich kein nostalgisches Erinnern, sondern bin mitten im modernen Griechenland. Auch werde ich mit leichter Hand und auf spannende Weise mit Themen konfrontiert, die sich dem zeitbegrenzt Reisenden nicht so leicht erschließen.
Im Hellas Channel hat Charitos es schwer, seine Ermittlungsarbeit neben sensationslüsternen Fernsehjurnalisten solide zu erledigen. Der zu lösende Fall spielt im Albanermillieu mit dem Hintergrund von Organtransplantations-Tourismus und Adoptionsgeschäft. Mit seinem Vorgesetzten hat Kostas eine stillschweigende Vereinbarung von konstruktiver Aufgabenteilung. Und das ist erfrischend anders als z.B. das entsprechende Klisché deutscher Fernsehserien. Wenn dann der Kriminaldirektor seinem Kommissar durch geschicktes Ausbalancieren zwischen Verwaltung und Ministerien im Mikrokosmos der Athener Politik die Arbeit erleichtert, kommen doch noch eigene Erfahrungen und Erinnerungen hoch. Und mit der Gewissheit, dass lieb gewonnene (Vor-)Urteile wieder einmal bestätigt werden, stelle ich das Buch zufrieden ins Regal meiner Hellas-Literatur zurück.
Und wer ist Markaris? Für etwas mehr Hintergrund zum Autor kann ich den (derzeitigen) Wikipedia-Artikel uneingeschränkt empfehlen.

(PT 03/2008)
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am 17. September 2002
Im Umfeld von Athen bewegt sich mit Kommissar Charitos eine ganz eigene Form von Kommissar. Held und Antiheld, immer verstrickt in die politischen und familliären Gegebenheiten seines Umfeldes. Insgesamt vielleicht nicht so ellegant wie Donna Leons Commissario Brunnetti, aber doch mit eigenem Kopf, eigener Art und eigener Form von Schläue.
Der vorliegende Fall ist intelligent komponiert, bleibt auf gleichbleibend hohem Spannungsniveau und überrascht mit immer neuen Wendungen. Auch wenn die Sprache manchmal etwas derb erscheint, ist das vorliegende Buch gute und vorallem eigene Krimiunterhaltung.
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am 20. April 2006
Irgendwie löst dieses Buch bei mir gemischte Gefühle aus.

Einerseits find ich es regelrecht erfrischend über einen Hauptdarsteller zu lesen, der politisch unkorrekt ist. Er ist so schön real. Und übrigens, Charitos irrt sich auch und bleibt beharrlich bei seiner falschen Theorie bis die Wahrheit ihm mit beiden Füssen voraus ins Gesicht springt. Wie im echten Leben, einmal kein Super-Inspektor mit übernatürlicher Kombinationsgabe. Auf jeden fall ein Unikat dieser Kostas Charitos.

Andererseits hat es einige Faktoren gegeben, die mich stark irritiert haben. Zum Beispiel find ich es nicht nötig, bestimmte Details aus dem Eheleben des Charitos 3-mal (in Worten: DREI-MAL) an verschiedenen Stellen zu wiederholen; der Autor sollte vielleicht doch mehr Vertrauen in der Aufmerksamkeit des Lesers setzen.

Die Handlung selber ist mir etwas zu künstlich bzw. konstruiert vorgekommen. Einige der überraschenden Wendungen waren dann eigentlich überhaupt nicht überraschend.

Und zuletzt: Ich wollt etwas über Griechenland und Athen erfahren. Mein Wissen über Griechenland beschränkt sich auf die Informationen, die ich durch Alexis Sorbas und der alten Mythologie beziehen konnte. Deswegen wollte ich einen etwas aktuelleren Einblick bekommen.

Tja jetzt weiß ich, dass Athen ein massives Verkehrsproblem hat, und dass man in dieser Stadt mit ewigen Staus rechnen kann. Ein bisschen dürftig finde ich. Andererseits kann es durchaus sein, dass Petros Markaris nicht an eine mögliche Übersetzung und an ausländische Leser gedacht hat beim schreiben und deswegen diesen Aspekt nicht berücksichtigt hat. Oder er wollt einfach keinen Reiseführer in Romanform schreiben. Auch gut, ist ja schließlich sein Buch.

Irgendwann werd ich wohl wieder zu Markaris greifen, denn sein Kostas Charitos macht mich doch etwas neugierig. Auch wenn er nicht der netteste Mensch ist, mag ich in trotzdem. Was eine gut charakterisierte Figur alles ausmachen kann.
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am 12. September 2006
... ist meiner Meinung nach ein wahres Lesevergnügen! Es ist zunächst einmal eine sehr intelligente Geschichte - man findet Einblick in die Polizeiarbeit, aber auf eine eigene Art und Weise. Kommissar Kostas Charitos ist ein ganz normaler Held. Er macht auch mal Fehler, muss auch mal einsehen, dass sein Chef gar nicht so dumm ist, wie er manchmal glaubt und ist einfach sehr menschlich - etwas, dass für mich ein Grund ist, es ein gutes Buch zu nennen. Aber damit nicht genug. Ich habe den Kommissar aus einem ganz anderen Grund so sehr ins Herz geschlossen: Er hat einen unwiderstehlichen Humor!!! Immer wenn es brenzlig wird, verfällt er in einen köstlichen Galgenhumor, der einfach unbeschreiblich ist. Und was das Ende des Falles "Karajorgi" angeht, so darf man sich überraschen lassen, denn mit diesem Ausgang hätte ich selbst nicht gerechnet. Und auch hier gilt, die Ermittlungen und das Resultat erscheinen sehr realistisch. Rundherum ein tolles Buch!!!
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am 30. Januar 2008
Ich habe das Buch zweimal gelesen...und immer wieder musste ich mit dem Kopf nicken oder lächeln manchmal schallend lachen, denn es ist wunderbar dargestellt...die Ehe zu Adriani...seine Schwäche zu seiner Tochter Katherina...und seine Arbeitsmoral. Gewiss, er ist kein Brunetti oder Inspector Lynley, aber die wären auch überaus fehl platziert in Athen...Nur dieser leicht cholerische, immer nachdenkliche Kommisar Charitos ist für Athen richtig...
Der Roman kommt sehr langsam in Fahrt, ermöglicht aber somit eine bessere Entfaltung der Bilder, die er erzeugt. Für alle Exil-Athener und Athen-Liebhaber ein Lesegenuss!
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am 21. November 2001
In "Hellas Channel" (detebe 23282 - griechische Erstauflage 1995) von Petros Markaris tritt - erstmals in deutscher Sprache - Kommissar Kostas Charitos, Kriminalpolizei Athen, bei Ermittlungen in komplexen Mordfällen auf. Zuerst wird ein illegal in Athen lebendes albanisches Ehepaar ermordet aufgefunden. Als nächstes folgt die Journalistin Janna Karajorgi vom Fernsehsender "Hellas Channel", die über den Doppelmord berichtet hat. Hängt ihre Ermordung mit ihren Recherchen in diesem Fall zusammen? Oder hat sich eines ihrer früheren, möglicherweisen schuldlosen Enthüllungsopfer gerächt? Oder liegt das Mordmotiv in ihren privaten Verhältnissen? Kommissar Charitos ermittelt in allen Richtungen, ohne daß rasch eine Aufklärung in Sicht ist. Schließlich kann er doch das eine und dann das andere Motiv ausschließen, sodaß der originellen Lösung nichts mehr im Wege steht. Dabei ist die Krimistory in die griechische Gegenwartsgesellschaft samt ihren Problemen eingebettet: unerwünschte Ausländer in Form von illegal lebenden Albanern, Babyhandel und dubiose Geschäftemacher der Nach-Ostblock-Ära. Alles in allem ein lesenswertes Buch mit einem anfangs gewöhnungsbedürftigen Kommissar.
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am 20. Januar 2004
Wer gute Kriminalromane liebt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen! Auch wenn die Hauptfigur, Kommissar Charitos, unzweifelhaft nicht immer das fühlt und denkt, was man sich als Leser wünschte, so ist es dennoch seine grundsätzlich sehr sympatische und menschliche Art und Weise, wie er in der Polizei-Welt agiert.
Von der Struktur her interessant, liest sich dieser Krimi hervorragend und verdeutlicht mehr als andere, dass auch ein Kommissar in die Irre geführt werden kann und dennoch ans Ziel gelangt.
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am 10. Januar 2001
der ein sehr gutes Bild des Athens der 90er Jahre zeichnet. Interessanter Plott im kriminaltechnisch seltenen Tatort Griechenland. Der Komissar spart nicht mit Vorurteilen, gibt aber dabei sehr genau die tatsächliche Stimmung in der griechischen Bevölkerung wieder. Nicht PC aber leider Realität. Ich hoffe auf weitere Fälle.
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