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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die weniger bekannten Sternstunden
Zweig erzählt in seiner leicht poetischen Weise 14 Geschichten bzw. Entscheidungen aus der Weltgeschichte von 50 vor Chr. (die Ermordung Cäsars und Ciceros) über 1453 (Eroberung von Byzanz), 1815 (Waterloo) und mehr bis 1919 (Versailler Verträge).
Bei unserer riesigen Weltgeschichte können die "Sternstunden" natürlich nur...
Veröffentlicht am 27. Januar 2004 von Christian von Montfort

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14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gemischte Kost
Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" ist eine Zusammenstellung von 14 kurzen Stücken, die Zweig im Laufe mehrerer Jahrzehnte verfasste. In diesen Geschichten beschreibt Zweig Momente, in denen seiner Meinung nach in kurzer Zeit dem Schicksal der Menschheit bedeutende Wendungen gegeben wurden, eben Sternstunden. Von Cicero bis Präsident Wilson, von Goethe...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2009 von Monika Simon


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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die weniger bekannten Sternstunden, 27. Januar 2004
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Zweig erzählt in seiner leicht poetischen Weise 14 Geschichten bzw. Entscheidungen aus der Weltgeschichte von 50 vor Chr. (die Ermordung Cäsars und Ciceros) über 1453 (Eroberung von Byzanz), 1815 (Waterloo) und mehr bis 1919 (Versailler Verträge).
Bei unserer riesigen Weltgeschichte können die "Sternstunden" natürlich nur Schnappschüsse sein, und Zweig hat mehrere Ereignisse gewählt, die erst auf dem zweiten Blick bedeutend sind. So berichtet er nicht von der Entdeckung Amerikas sondern der des Pazifiks 1513; aus der gesamten Wissenschaft wählt er die Verlegung des Morse-Kabels zwischen Europa und Amerika. Suter, der Mann, dem 1840 einmal halb Kalifornien gehörte oder die Krankheit Händels, die 1737 zu seinem schönsten Werk führte, sind wunderschön zu lesen, aber nicht die offensichtlichen Meilensteine der Menschheit. Doch gerade die Wahl etwas abseits vom allgemein bekannten und durchgekauten Mainstream macht die Geschichten besonders interessant.
Besonders bedeutend ist das Nachgeben von Amerikas Präsident Wilson bei den Versailler Verträgen 1919, der nach langer Verhandlung seine Grundsätze zur Sicherung des Ewigen Friedens aufgab und den hohen Reparaturzahlungen Deutschlands zustimmte. Sie waren wesentlich mitverantwortlich für die folgende Deflation und spätere Radikalisierung. Zweig sieht bereits 1927 (!) die Gefahr, die von dieser Stunde und vertanen Chance ausging, und es ergibt sich (bewusst?) eine Parallele zum Demokraten Cicero 2000 Jahre zuvor, durch dessen Liquidierung die Ideale der römischen Republik verdrängt wurden und der Weg frei war für die Diktatur von Antonius, Octavian und Lepidus . Traurig, aber schön geschrieben.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So haette ich Geschichte gerne in der Schule erfahren, 12. Januar 2005
Um es ganz naiv zu sagen "ein herrlicher Geschichtsunterricht".
Denn hier geht es nicht um leere Daten und hohle Fakten ohne Inhalt. Eigentlich sind Daten und Fakten ja immer mit Inhalt gefuellt, wenn man nur hinsieht - etwas ist geschehen, viele Einzelschicksale sind unter einem Titel zusammengefasst. Aber wie oft vergass man das, wenn man sich durch das Schulfach "Geschichte" quaelte.
In diesem kleinen Buch von Stefan Zweig wird Geschichte nun lebendig - so abgedroschen diese Phrase klingen mag, hier trifft sie zu. Und zwar deswegen, weil wir in einigen kleinen Kapiteln jeweils ein wenig ueber je eine Person der Geschichte erfahren (teilweise auch unbekannte, vergessene Namen), und dann aber ueber der Person je wichtigsten Lebens-Augenblick.
Zweig stellt mit diesem Buch die These auf, dass es kleine Szenen, scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten und winzige Einzelschicksale sind, die manchmal das Schicksal einer Nation oder der Menschheitsgeschichte besiegeln.
Diese Augenblicke, diese "Sternstunden" zu kennen, veraendert den Blick auf die Menschheitsgeschichte.
Um einige Beispiele zu nennen:
Es geht um die "Weltminute von Waterloo"
(ein einziger Mann hat hier die Entscheidung gebracht, und es war nicht Napoleon)
- um "Die Marienbader Elegie"
(die Geschichte von Goethe und Ulrike, seiner letzten grossen Liebe)
- um Dostojewskis Begnadigung in letzter Sekunde
(durch unglaubliche Umstaende)
- um Georg Friedrich Händels "Messias",
(den er wie im Wahn ueber einige Tage hinweg niederschrieb, ohne zu essen und zu schlafen)
- um "Das Genie einer Nacht"
(der voellig unerfolgreiche Rouget de Lisle komponiert die Marseillaise als einziges bekanntes Werk seiner Karriere und es wird ueber Nacht beruehmt),
- um "Das erste Wort über den Ozean"
(das Unvorstellbare wird wahr: ein Kabel durchquert den Ozean auf dem Ruecken eines Dampfers)
.... und viele weitere kleine Begebenheiten.
In jeder Geschichte wird zuerst der Mensch im Zentrum eingefuehrt, dann dessen Geschichte erzaehlt, als waere jedes Kapitel eine kleine abgeschlossene Novelle.
Die Geschichten sind so eindringlich geschildert, dass man die Begebnisse nie mehr vergessen wird. Persoenliche Geschichte kann von Bedeutung sein - mir stand hier in jedem Kapitel ein Mensch gegenueber, und jede Sternstunde war mir in der Tat Sternstunde - in der Unbedeutsamkeit des eigentlichen Ereignisses, wie in der grossen resultierenden Auswirkung. Ich fand jedes Kapitel lesens- und erinnernswert.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Literatur, 8. August 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer Geschichte liebt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Zweigs legendärer, psychologisch unbeugsamer Blick hinter die Kulissen der Geschichte und in die Seele von Akteuren ist einfach herrlich. In diesem Buch sind Episoden beschrieben, die gerne von den Geschichtsbüchern vergessen werden. Ferner lernt man liebevoll wunderbare Details der Geschichte kennen, die man heutzutage gerne in einem einzigen Satz zusammenfaßt. Das hinter diesen Personen und den damit verbundenen Anekdoten, lange, interessante, spannende und zum Teil wunderbar ironische und makabere Gegebenheiten stehen, keiner kann das so schön erzählen wie Zweig.

Zweig hat sich mit diesem vermeintlich kleinen Buch selbst übertroffen. Kurz und doch umfassend, dichterisch frei und doch wahrheitsgemäß, detailverliebt skizziert er Episoden aus unterschiedlichen Jahrhunderten, Kontinenten, Zeiten, Kulturen und Persönlichkeiten. Dabei kommt kaum Langeweile auf. Wer Zweig mag, wird dieses Buch lieben. Wer Zweig nicht kennt, sollte dieses Buch unbedingt zuerst lesen, um sich an den unnachahmlichen Stil zu gewöhnen. Ein Buch für den Geschichtsunterricht, genauso wie für einen Strandurlaub, wie als ideale Reiseliteratur, schon allein wegen der handlichen Kapitelgrößen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eindringliche Beschreibungen 14 historischer Miniaturen der Weltgeschichte und ihrer Menschen, 14. Januar 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig behandelt 14 kleine Geschichten, die die Welt verändert haben und all dies dank der Menschen darin. Egal ob die Verlegung des Seekabels mit Cyrus W. Field, die Eroberung des Südpols am 90. Breitengrad durch Robert F. Scott oder die Geschichte der Eroberung von Byzanz durch die Osmanen, alles was wichtig für die Weltgeschichte bis 1940 erscheint, wird von Zweig wahrheitsgemäß ohne große Ausschmückungen wiedergegeben. Gerade diese ehrliche Offenheit schockiert manchmal den Leser und zieht einen mit, denn wenn Robert Scott beispielsweise seine eigenen Pferde opfern muss und essen, um in der Antarktis überleben zu können, klingt dies zwar unglaublich und dennoch ist es die Wahrheit und tatsächlich passiert. Diese nüchternen Beschreibungen vermögen dem Leser nur annehmen zu lassen, dass Geschichte schreiben zu dieser Erde gehört und Überlieferungen wie z.B. das Tagebuch Scotts wichtige Elemente sind, um historische Augenblicke rückwirkend zu verstehen. Nebst diesen drei Beispielen an Miniaturen, werfen auch noch die Schlacht um Waterloo oder Tolstois dramatischer Tod bzw. auch die Begnadigung Dostojewskis durch Zar Nikolaus I. vor seiner eigentlichen Hinrichtung einen Blick in die Zeitgeschichte.

Ich bin beeindruckt von dieser Sammlung und vergebe vier Sterne, da ich finde, dass dieses Buch notwendig ist für die Zukunft, denn es erzählt die Vergangenheit, auch wenn nur bis an einem bestimmten Punkt. Seit ich Zweigs "Schachnovelle" gelesen habe, bin ich sowieso von diesem Autor fasziniert und kann seine Werke nur weiter empfehlen. "Sternstunden der Menschheit" ist zwar nicht ganz mein Geschmack von diesem renommierten Vollbringer der möglichen Unmöglichkeiten, denn ich hätte dann 5 Sterne vergeben. Mir gefallen eher Romane oder Novellen von ihm und diese Sprunghaftigkeit zwischen diesen vielen Geschichten hat mir nicht so gefallen, dennoch ist an der Idee an und für sich solch ein Werk niedergeschrieben zu haben, nichts einzuwenden und zu bewundern, selbst wenn es nicht jeden Geschmack trifft.

~Bücher-Liebhaberin~
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 22. Dezember 2003
Bedeutende historische Ereignisse bieten das Gerüst, dem Stefan Zweig mit erhabenen Gedanken Mark verleiht - so ließe sich das Werk zusammenfassend beschreiben. Wahrlich - es ist das hervorragendste Buch, das ich bis jetzt von Stefan Zweig gelesen habe und eine der größten literarischen Glanzleistungen, an denen ich mich zu laben Freude hatte. Eine Ansammlung von historischen Ereignissen der hohen Politik, der Kulturgeschichte und Kunstgeschichte sowie geschichtliche Wendepunkte dienen dem Schriftsteller als Anlass, seine Gedanken in einer vortrefflichen Weise, die ihresgleichen kaum findet, darzustellen. Zweigs Sprache ist so ausdrucksstark, kraftvoll, sinngebend und zugleich tragend, dass sie vollendeten Lesegenuss bietet. Der sprühende Geist dieses Denkers kombiniert sich mit der außergewöhnlichen schriftstellerischen Begabung und gemeinsam entfesseln sie eine erhebende Kraft, die auf den Leser unwillkürlich übergeht. Sein Meisterwerk besteht aus XIV kurzen Erzählungen, in denen das dichterische Vermögen auf einen prosaischen Gegenstand angewandt wird. Die Art und Weise, in der Stefan Zweig die Emotionen der Protagonisten der einzelnen Abschnitte, Cicero, Wilson, Händel, Lenin, Tostoi, Goethe und viele mehr zu beschreiben vermag, ist so eindringlich, dass man die Gefühle der Personen nahezu zu teilen imstande ist.
Es besteht kein Zweifel darob, dass dies Werk selbst wie ein Stern am Himmel der Kunstgeschichte steht.
Mir bleibt nur, meine Empfehlung auszusprechen, die sich bereits in meiner Begeisterung für dieses Buch offenbart hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarisch wertvoller Wissensgewinn, 5. Juli 2011
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Stefan Zweigs bekanntestes Werk sind diese "Sternstunden der Menschheit", die hier in einer Ausgabe mit zwölf historischen Miniaturen vor mir liegen, nicht mit vierzehn wie bei manchen anderen Rezensenten. Für sein bestes Werk halte ich das Buch jedoch nicht. Die Sammlung von aus Zweigs Sicht "schicksalsträchtigen Stunden, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, eine einzige Stunde zusammengedrängt ist", umfassen Momente der Weltgeschichte zwischen dem 15. und frühen 20. Jahrhundert.

Die Auswahl erscheint mir willkürlich, auch wenn Zweig nicht "Die Sternstunden der Menschheit" als Titel wählte. Auch ist die Geschichte von Johann August Suter, der zuerst San Francisco gründete und später Eldorado entdeckte kein Moment in der Geschichte, sondern die kurze Schilderung eines gesamten Lebens. Auch die telegrafische Überbrückung des atlantischen Ozeans mit dem ersten die beiden Kontinente Europa und Amerika verbindenden Kabel ist kein Moment und keine Stunde, sondern die interessante Geschichte einer jahrelangen Vision.

Daneben bringt Zweig vierzig Seiten unter, in denen er ein unvollendetes Drama Tolstois mit dessen Ende zu Ende bringt. Zu einer eigenen Veröffentlichung hätte der Umfang nicht gereicht, auch nicht als Theaterstück. Und so bringt der renommierteste Schriftsteller seiner Zeit diesen Part hier unter. Und ob die Komposition der französischen Nationalhymne, der Marseillaise damals zu den großen historischen Momenten zählt, ist aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen.

Irritiert hat mich auch die Geschichte über die Entdeckung (durch Europäer!) des Pazifischen Ozeans, die Zweig pathetisch beschreibt und in der er über Grausamkeiten an den Ureinwohnern beinahe lakonisch berichtet. Packend empfand ich aber einige der Miniaturen, insbesondere die Entstehung von Händels "Messias" oder auch der vergebliche Versuch von Scott, den Südpol als erster zu erreichen.

Insgesamt literarisch wertvoll, sprachlich exzellent, mit der Chance auf Wissensgewinn, zumindest war es bei mir so. Wer, ich erwähnte es an anderer Stelle, Zweig nicht kennt und ihn kennenlernen möchte, dem sei Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers. empfohlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sternstunde der Literatur, 29. Mai 2009
"Solche dramatisch geballten, solche schicksalsträchtigen Stunden, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, eine einzige Stunde und oft nur eine Minute zusammengedrängt ist, sind selten im Leben eines Einzelnen und selten im Laufe der Geschichte. ["] Ich habe sie so genannt, weil sie leuchtend und unwandelbar wie Sterne die Nacht der Vergänglichkeit überglänzen." - Stefan Zweig im Vorwort

Dem ist nur wenig hinzuzufügen. Große, bedeutende Momente der Geschichte literarisch packend in Form kurzer Novellen darzustellen - das ist so eine dieser Ideen, die so einfach und naheliegend scheinen, daß man sich fragt wieso eigentlich niemand vor Zweig darauf gekommen ist.

Zweig erzählt zum einen von weithin bekannten Wendepunkten den Weltgeschichte, wie z.B. die "Weltminute von Waterloo", der letzten Schlacht Napoleons. Bei der Auswahl seiner Sternstunden war Zweig jedoch vielseitig interessiert, so gestaltet sich die Lektüre sehr abwechslungsreich. Zweig rückt auch einige historische Momente in den Vordergrund, die der Allgemeinheit kaum bekannt sein dürften. Man denke an die in letzter Sekunde gestoppte Hinrichtung von Fjodor Dostojewski, ohne dessen später folgende Romane nicht nur die Weltliteratur um einiges ärmer wäre, sondern auch die Literatur des 20. Jahrhunderts sich ganz anders gestaltet hätte.

Zweigs Stil ist, wie man es von ihm kennt, präzise, wortgewaltig und doch nicht geschwätzig, sondern stets auf den Punkt gebracht. Mit wenigen Worten führt er seine Charaktere ein, erschafft Atmosphäre und schürt Emotionen. Nicht umsonst gilt er als einer der Großmeister der Novelle.

Die Lektüre ist informativ und zugleich so interessant, daß man es nur bedauern kann, daß den wichtigen Themen im Schulunterricht nicht stets eine solche einleitende Erzählung vorangeht. Bestimmt könnte man manchen gelangweilten Schüler hiermit begeistern, den Schulunterricht an sich beleben.

Da dies wohl reines Wunschdenken bleiben wird, eine abschließende Empfehlung für alle interessierten Leser, selbst zum Buch zu greifen und sich von Zweigs Sternstunden begeistern zu lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche menschliche Leistungen, besondere Momente und einzigartige Persönlichkeiten, 8. September 2008
Die meisten der vierzehn Miniaturen sind als Novellen angelegt. Ausnahmen bilden "Heroischer Augenblick", das als dramatisches Gedicht auftritt, und "Die Flucht zu Gott", von Stefan Zweig als Theaterfragment konzipiert.
Alle Miniaturen schildern historische Momente von der Länge einiger Stunden, Tage oder Wochen, die den Gang der Weltgeschichte beeinflusst haben. Zweig stellt hierbei heroische Taten oder Unterlassungen heraus - so Balbaos Entschlossenheit eines Desperados, als erster Europäer den Pazifik zu sehen, und nach diversen Fehlschlägen die erste erfolgreiche Verlegung eines Telegraphenkabels durch den Atlantik -, aber eben auch Momente wie Grouchys sklavischer Gehorsam, der Napoleon bei Waterloo vernichtete, die aus einer zutiefst unglücklichen Liebe geborene Marienbader Elegie und Scotts tödliches Drama beim Wettlauf um den Südpol.

Nicht immer kann man Stefan Zweig historische und wissenschaftliche Genauigkeit attestieren; hin und wieder hat ihn einfach die Geschichtsforschung überholt. Seine Miniaturen sind jedoch auch heute wertvoll, denn sie schärfen den Blick für außergewöhnliche menschliche Leistungen, für besondere Momente und einzigartige Persönlichkeiten, die sich durch extreme Leistungen oder extremes Versagen auszeichnen, wobei beides oft sehr dicht beieinander liegt, wie Zweig aufzuzeigen vermag. Ereignisse aus der politischen wie der Kunst- und Kulturgeschichte stehen in diesem Werk gleichberechtigt nebeneinander.
Wir "Heutigen" stoßen uns möglicherweise manchmal an Zweigs für seine Zeit nicht ungewöhnlichem Stil, einer Üppigkeit und bewusst forcierten Dramatik, die man mittlerweile vermeidet. Trotzdem können wir uns der Faszination von Zweigs Miniaturen nicht leicht entziehen: Der Autor taucht tief in die Seelen seiner Protagonisten ein, lässt sie lebendig werden als Helden, Versager und im Grunde alltägliche Menschen, zeigt sie in ihrer Unzulänglichkeit oder geradezu übermenschlichen Gewalt in einer besonderen Stunde. Langeweile kommt beim Zuhören ganz gewiss nicht auf, zumal die Auswahl der Protagonisten trotz ihrer Subjektivität überzeugt. Zweig hat mit sicherem Gespür für das Besondere echte Sternstunden erwählt. Und seine Novellen sowie die beiden anderen Stücke sind für jeden vielseitig Interessierten eine echte Bereicherung im Übergang von Belletristik und Geschichte.

Jürgen Hentsch überzeugt als Sprecher nicht weniger als der Autor selbst. Er fühlt sich in jede Bewegung ein, ohne manieriert aufzutreten, und bietet ein abwechslungsreiches und anrührendes Hörerlebnis.
Der Preis für dieses Hörbuch ist kein Pappenstiel trotz der immerhin zehn CDs. Angesichts der inhaltlichen und akustischen Qualität scheint er akzeptabel, zumal auch die Ausstattung einschließlich eines detaillierten Booklets überzeugt.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich beeindruckend!, 12. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Sternstunden der Menschheit (Taschenbuch)
Ein Buch, das man so schnell nicht mehr vergisst, einfach deshalb, weil es Stefan Zweig mit seiner unheimlich schönen und phanasievollen Sprache schafft, die Türen zu zwölf vollkommen unterschiedlichen Welten zu öffnen.
Seien es die unglaublichen Qualen und der Überlebenshunger von Scott und Amundsen oder sei es der Fall Konstantinopels, man wird hineingezogen in das Leben, Lieben, Leiden und Sterben der Hauptpersonen oder Nationen. Einfach unglaublich beeindruckend!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen geschichtliche Appetithäppchen, 8. September 1999
Von Ein Kunde
Die vorliegenden "Sternstunden"-Geschichten von Stefan Zweig könnte man als geschichtliche Appetithäppchen umschreiben. Der Autor erzählt, in seinem (ganz) eigenen Stil, einige bedeutsame Augenblicke aus den letzten zwei Jahrtausenden. Dabei handelt es sich nicht um die "big points", von denen wohl ein Jeder schon gehört oder gelesen hat, sonder es sind die vermeintlich kleinen Ereignisse und Zufälle, die etwas sehr Großes nach sich gezogen haben. Diese Augenblicke, oft Zufälle oder nur "kleine" meist persönliche Fehlentscheidungen, entwickeln sich dann zu der Geschichte, die wir Alle aus den Schul- und Geschichtsbüchern kennen. Aber die wenigsten wissen wohl, warum sich dies und jenes ereignet hat, und nicht ganz anders. Warum hat Napoleon die Schlacht von Waterloo verloren ? Den wirklichen Grund kann nur die Lektüre des spannenden wie unterhaltsamen Buches verraten. Nur soviel im Vorraus: ein wirklich dummes Mißgeschick. Eigentlich jede, der Geschichte, die allesamt völlig unterschiedlich sind, kann mit oft verblüffenden Details aufwarten, wenn nicht gar entzücken. Es handelt sich hierbei, resümierend, weniger um ein Geschichtsbuch, sondern viel mehr um interessante und spannende Details der Weltgeschichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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