Kundenrezensionen


21 Rezensionen
5 Sterne:
 (11)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ring als musikalisches Ausnahmeereignis
Zäumen wir das Pferd von hinten auf und hören den Schluß der Götterdämmerung: Das Ende Walhalls verklingt wundervoll versöhnlich, dann herrscht Stille. Und nun zeigt sich die Wirkung des Dirigats von Christian Thielemann: sekundenlange Stille, bis zunächst vorsichtiger Beifall – Ist es auch wirklich schon vorüber? –...
Vor 15 Monaten von Klassikfreund veröffentlicht

versus
20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Superbes Dirigat - Tolle Orchesterleistung - mangelhafte Tonqualität
Über die musikalische Qualität dieses Rings ist in den anderen Kritiken bereits Treffendes geschrieben wurden. Ich habe diese Aufnahme wegen de Dirigats und dem Orchester gekauft. Die Verpackung und die beiden zusätzlichen DVDs sorgen für einen positiven Eindruck. Diese allerdings schwindet mit dem Einlegen der ersten CD's. Die Aufnahmen wurden...
Vor 15 Monaten von CD-freak veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ring als musikalisches Ausnahmeereignis, 2. Juli 2013
Von 
Klassikfreund (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zäumen wir das Pferd von hinten auf und hören den Schluß der Götterdämmerung: Das Ende Walhalls verklingt wundervoll versöhnlich, dann herrscht Stille. Und nun zeigt sich die Wirkung des Dirigats von Christian Thielemann: sekundenlange Stille, bis zunächst vorsichtiger Beifall – Ist es auch wirklich schon vorüber? – einsetzt. Und dann entbrennt ein tosender Sturm der Begeisterung. Das ist der Wiener Thielemann-Ring!

Live-Ereignis

Dagegen ist der Einstieg holprig - das liegt keinesfalls an der Musik, die den Hörer bereits ab der ersten Szene des Rheingolds buchstäblich gefangen nimmt. Es ist die Aufnahmetechnik dieser Live-Aufnahme, die natürlich das Niveau perfektionistischer Studioaufnahmen nicht erreicht. Es klingt nicht, als wäre dieses Opernereignis zielgerichtet aufgenommen, sondern eher nebenbei mitgeschnitten worden. Die Aufnahme an sich ist auch recht leise geraten (siehe unten!). Das Gehör gewöhnt sich jedoch schnell daran, und dann erlebt man ein Ereignis von musikalischen Ausmaßen, die so nur die großen Referenzaufnahmen prägen.

Vergleichswerte

Barenboim, Böhm, Boulez, Furtwängler (1950 und 1953), Karajan, Knappertsbusch, Krauss, Solti und Thielemann (2008) – diese Ringe nenne ich glücklich mein Eigen. Da könnte man meinen: Eigentlich genug, was fehlt da denn noch? Die Antwort ist leicht: Dieser Thielemann-Ring! Bislang waren die beiden Furtwängler-Aufnahmen, der Krauss-Ring und Thielemanns Bayreuther Aufnahme meine Favoriten. Und nun hat sich dieser Ring hinzugesellt und ist zugleich in die Spitzengruppe aufgeschlossen.

Der Ring als Ereignis

Während der Bayreuther Ring aufgrund seines berauschenden, kraftvollen Dirigats, seiner eher mäßig überzeugenden Sänger und einer als zu durchschnittlich kritisierten Regie als Dirigenten-Stück, als Thielemann-Ring, in die Festspielannalen einging, stellt Thielemann dem Bayreuther Klangriesen drei Jahre später einen definierteren Ring gegenüber. Kein kräftiger Riese, sondern ein "flinker" Athlet wird hier zum Leben erweckt: kleiner Einsatz mit effektiver Wirkung bei einem klar definierten, formvollendeten Körperbau!

Die Interpretation ist von Anbeginn ein Meisterstück musikalischer Handwerkskunst. Thielemann bietet nicht nur die ihm so eigene Farbpalette, die alle Stimmen zugleich erklingen läßt und sie trotzdem zu einer homogenen Einheit verbindet. Nein, hier zeigt der Maestro, was mit dem herausragenden Wiener Staatsopernorchester möglich ist. Er biegt diesen herausragenden Klangkörper und entlockt der Partitur dadurch feinste Farben. Er zeichnet filigranste, leise Figuren und läßt sein Orchester wenn nötig auch wuchtig auftrumpfen. Die große Nähe innister Momente zu eindrucksvollsten Gipfelstürmen läßt eine Interpretation von seltener Intensität entstehen.

Beispielhaft im Vergleich der Thielemann-Ringe ist der 3. Aufzug der Walküre, wenn Sieglinde in "größter Rührung" (Wagners Forderung) singt: "O hehrstes Wunder, herrlichste Maid!" Während diese Stelle in Bayreuth den Hörer orchestral wie sängerisch so überrollt, daß ihm schier der Atem stockt, nimmt Thielemann das Orchester nach einem ersten Anschwellen zurück, beläßt die "Ausdruckslast" bei Sieglinde und unterstützt sie nur. Damit verleiht er dem Moment anstelle des "äußeren" gewaltigen einen weitaus "inneren" dramatischen Ausdruck.

2008 wurde teilweise kritisiert, Thielemann übertöne die Sänger. Davon kann in Wien nicht die Rede sein. Auch trumpfen die Sänger hier erkennbar auf. Linda Watson bietet eine bessere Brünnhilde als 2008, Albert Dohmen ist präsent und neigt gefühlt ein wenig seltener dazu, bei ausdrucksstarken Stellen die Vokale zu einem Einheitsbrei zu formen - behoben ist dieses Problem noch nicht. Stephen Gould ist ein vortrefflicher Siegfried, die Sieglinde Waltraut Meiers und der Siegmund Christopher Ventris‘ sind ebenfalls sehr überzeugend. Generell ist die Sängerriege qualitativ homogener und mitreißender als bei der Bayreuther Aufnahme.

Fazit

Mit dieser Veröffentlichung hat der Musikliebhaber bei Thielemann nun die Wahl: ein Bayreuther Ring, der mehrheitlich überrollt und ausdrucksstark dahinschreitet, oder der Wiener Ring. Diesen gestaltet Thielemann so atemberaubend organisch und natürlich, daß sich das Gefühl breit macht, der Ring wäre keine Tetralogie, sondern eine gigantische, homogene Oper, die zusammenhängend und ohne Unterbrechung entstanden ist. Dieses musikalische Wachsen ist von solcher Selbstverständlichkeit, die interpretatorische Leistung von solch einheitlicher Vielschichtigkeit, daß das Publikum verständlicherweise immer wieder in Beifallstürmen ausbricht. Denn was nun auf 14 CDs so mitzureißen weiß, wie mag das wohl an den Abenden live geklungen haben?!

Bonus

Zu dem Mitschnitt gibt es von der Deutschen Grammophon vier einstündige Dokumentationen, die die Ring-Opern ausführlich, aber auch leicht verständlich besprechen. Dabei werden die musikalischen, historischen, interpretatorischen und entstehungsgeschichtlichen Eigenheiten der Werke erläutert und durch Ausschnitte der Einspielungen Barenboims, Boulez, Mehtas und Thielemanns (Wien) ergänzt. Die vier Filme sind auf zwei DVDs verteilt und bieten faszinierende Einblicke in das musikgeschichtliche Ausnahmewerk.

(Das Begleitheft ist in englischer, deutscher und französischer Sprache.)

+++ ERGÄNZUNG vom 17. Juli 2013 zur "Ton-Problematik":

Ich habe mich bzgl. der Beschwerden an die Deutsche Grammophon gewandt und folgende Antwort erhalten, die eine deutliche Absicht hinter dem hier publizierten Klangbild erkennen läßt:

"In contrast to many other Ring cycles, these recordings have sought to preserve the original musical dynamics of the live performances. To communicate the immediacy of the live experience, and to reflect the extreme range of the dynamics throughout the cycle, we dispensed with the convention of invasive level corrections in certain passages. Furthermore, in the interest of acoustic fidelity and transparency of the high-resolution audio signal, no compressors or limiters in the signal path were used. Playing the recording throughout at a higher stereo volume level than customary will ensure the listener the benefit of the unique features of this live-recording experience."
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlechte Aufnahmequalität ???, 2. November 2013
Von 
Felix Prietsch (Weissach im Tal, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Bevor ich meine Rezension verfasst habe, habe ich mir diesen Ring erstmal komplett angehört. Ich sage das deshalb weil ich beim durchlesen der anderen, hier dargestellten Meinungen, manchmal das Gefühl hatte das meine Vorredner dies nicht getan haben. Zu den gesanglichen Leistungen will ich garnicht viele Worte verlieren weil das in den vorigen Rezensionen schon zu Genüge getan wurde. Ich persönlich war mit allen Darstellern hoch zufrieden.

Nun zum eigentlichen Grund warum ich meine Meinung zu dieser Aufnahme Kundtun möchte. Dieser ist, dass die Aufnahmequalität, die für einen Livemitschnitt höchster Qualität entspricht, sehr oft durch den Kakau gezogen wurde. Was macht den eine gute Aufnahme aus? Für mich macht eine gute Aufnahme aus, wenn Thielemann das Orchester ganz leise und vorsichtig spielen lässt und an anderen Stellen zu einem mächtigen voluminösen Klangkörper anschwellen lässt dass es ein fast von seinem Stülchen bläst. Oder für mich macht eine gute Aufnahme, aus wenn man die erotische Spannung, im ersten Akt der Walküre zwischen Sigmund und Sieglinde förmlich spüren kann. Oder für mich macht eine gute Aufnahme aus, das man bei Wotans Abschied mit den Tränen kämpfen muss und meistens den Kampf verliert. All dass und vieles mehr, macht diesen Ring so besonders und ist deshalb für mich perfekt. Na und, dann hört man halt im ersten Akt Siegfried die Souffleuse oder die manchmal lauteren Bühnengeraüsche. Diese Nachteile sind verschwindend klein im Gegensatz der großartigen Vorteile dieser Aufnahme. Ich hoffe dass sich viele diesen Ring anschaffen und miterleben. Und all die, die sich verzweifelt an ihre geschnipselte, zusammengeschnittene und unnötig perfektionierte Studioaufnahme klammern verpassen gewaltig was.

Der Preis ist unschlagbar. Schon die vier beigefügten Dokumentationen wären den Preis fast Wert.

Kaufen Kaufen Kaufen...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


43 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Herr der Ringe, 2. Juli 2013
Von 
Thomas Barisch (Euerbach, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Im November 2011 ließ sich Meister Thielemann herab, eine Wiederaufnahme des Rings an der Wiener Staatsoper zu dirigieren (ob seine Kühltruhe wohl leer war?). Laut bestens informierten Wiener Kreisen waren die Aufführungen 10fach überbucht, also mehr gefragt als Bayreuther Karten. Aufgenommen wurde das ganze auch mal gleich, dann wurde das ganze Projekt aber auf Eis gelegt, Eric Halvarsson verlor wohl nach dem 2.Akt der Götterdämmerung die Stimme, wurde durch Attila Jun ersetzt, dann hieß es, Franz Welser-Möst würde der Veröffentlichung nicht zustimmen, weil er selber einen veröffentlichen möchte. In einem Interview bezeichnete dann Thielemann das Projekt gestorben.
Wie Phoenix aus der Asche tauchte dann der Mitschnitt mitten hinein in den Hype des Wagnerjahres zu einem günstigen Preis wieder auf. Ergänzt durch die im Frühjahr im Fernsehen gesendeten einstündigen Werkeinführungen, die wirklich toll gemacht sind, für Anfänger und Fortgeschrittene hilfreich, lehrreich, witzig sind. Allein Stefan Mikischs Ausführungen und Klavierbearbeitung sind ja fast den Kauf wert. So habe ich der schmalen Box ("der wievielte Ring ist das nun?" frotzelte die beste Gattin von allen) garnicht widerstehen können, noch dazu als bekennender "Thielemann-Fan". "Sehen wir es doch als Hörkarte für Wien, die Inszenierung ist nach den Ausschnitten der DVD-Einführungen eh vernachlässigbar. Im Fernsehen gibt es doch auch nichts gescheites, machen wir uns ein wenig chic und auf gehts in die Wiener Staatsoper!" lud ich meine Frau ein.

Es erwartet den Hörer dann ein wirkliches Live-Erlebnis, da wurde wohl nichts mehr korrigiert, nachproduziert, das ist für Perfektionisten also gleich garnichts. Die Aufnahmetechnik ist für 2011 dann auch nicht wirklich sprektakulär, der Atem oder die Lüfter des Wiener Hauses wehen einen hörbar an, eine aktive Rolle spielt der Souffleur, manchmal konnte er aber auch nicht mehr helfen, man kanns ja fast verstehen bei diesem Ungetüm von einem Text. Das also als Warnung voraus. Uns hat es dann trotzdem gepackt, so wie die anwesenden 2000 Staatsopernbesucher. Und das liegt eindeutig an Thielemann und seinem wirklich suggestiven Dirigat, er ist halt der Peter Jackson des Wagnerrings, wenn dieser despektierliche Vergleich erlaubt ist. Oder vielleicht besser ein Vergleich a la Joachim Kaiser, con Grandezza: "Er vereinigt Karajans Klangsensibilität mit Soltis dramatisch-brutaler Wucht und Karl Böhms Bühneninstinkt!" Und dabei bleibt er halt Thielemann, er ist ja einer der ganz wenigen in den letzten Jahren, die einen eigenen Stil entwickelt haben, die wiedererkennbar sind. Und das mag man halt - oder nicht. Ich mags wie er Spannung aufbaut, hält, wie er vorwärts treibt und innehält, seine inzwischen berüchtigten Pausen, wie er Dynamik erstmal unten hält (Karajan da ähnlich und doch wieder ganz anders) und dann garnichts mehr drauf setzen muss, weil sich die Wiener wie von selbst entladen, im offenen Graben dazu eine ganz andere Ästhetik als in Bayreuth, mit oft gewaltiger Attacke im tiefen Blech und den Pauken. Für mich immer ein besonderer Zug Thielemanns, bei Höhepunkten nicht schneller zu werden, ja manchmal gelegentlich sogar den Moment anhaltend. so kommt halt jeder Effekt der effektvollen Partitur oft wie gemeißelt heraus.
Im Vergleich zum Bayreuther Mitschnitts von 2008 hat er sich schon weiter entwickelt, ist generell zügiger geworden (1. Akt Walküre in 58 Minuten!), die große Linie, die Eigenheiten sind aber geblieben. Das Orchester der Wiener Staatsoper gibt alles, musiziert hörbar auf der Kante sitzend und erzeugt eine nie zu laute, aber manchmal schon körperliche Intensität. Unter der Prämisse, das nichts nachgebessert wurde, eine phantastische Leistung, kein Wunder, dass das Orchester angeblich maßgeblich die Veröffentlichung wollte.

Noch mehr als Thielemanns inzwischen ja schon fast anerkanntes Dirigat spalten die Sänger die kritischen, ja meist überkritischen Zuhörer. Der Bayreuther Mitschnitt wurde meines Erachtens über Gebühr ja schon fast diffamiert, man fragt sich da auch: Wer hat in Ruhe die die 15 Stunden vielleicht gar zweimal angehört, mal einer anderen sängerischen Leistung und Interpretation als der halt schon ewig gewohnten eine Chance gegeben? Da schreibt sich schnell ein Verriß und kompetent gilt man sowieso, denn früher war ja alles besser.
So versuche ich einfach Hinweise zu den Stimmen zu geben, erstmal im Sinne einer Kaufentscheidungshilfe, Objektivität ist ja eh kaum möglich: Wotan, Siegfried und Brünnhilde sind mit den bewährten Thielemann-Recken aus Bayreuth besetzt, für meine Ohren haben sich alle weiterentwickelt: Stephen Gould war und ist für mich ein Siegfried ohne Fehl und Tadel, mühelos bewältigt er mit seiner baritonalen Stimme die Riesenpartie, im Gegesatz z.B. zu Lance Ryan kann er Legatobögen singen, noch dazu mit schier endlosem Atem, dazu ist die Stimme kraftvoller als Windgassen. Und an Helge Brillioth, Manfred Jung wollen wir auch nicht denken, dazu Siegfried Jerusalems nasales Timbre und das Siegfriedchen von Reiner Goldberg, oder Rene Kollo. Ja natürlich Max Lorenz, das wäre es gewesen. Ein "Hoihohoihe" rutscht Gould in die Kehle im dritten Götterdämmerungsakt, ich will es gleich erwähnen, just der, den Wolfgang Schmitt (nun der Mime) unter Levine vor Jahren ewig durchhielt. Albert Dohmen gibt auch nach vielen Dienstjahren einen stimmgewaltigen Wotan, differenziert unter Thielemanns Anleitung auch in der Lautstärke nach unten und hat die Power auch noch für einen großartigen Wanderer, um den sich inzwischen ja viele Wotane drücken - Rene Pape z.B. Sicher ist Dohmen kein Belcanto-Sänger wie Pape, den ich auch sehr schätze, dessen Wotan dann aber auch ein wenig blass bleibt. Dohmen verkörpert diese grandiose Figur, in der doch soviel von uns allen (Männern) steckt, glaubhaft, bis an die Grenzen gehend. Dabei schmettert er den Beginn von Wotans Abschied mit einer offensiven fast möchte man sagen Italianita und Leidenschaft hinaus, die ich im garnicht zugetraut hätte. Und seinen Schlusston hält er bis zum Posaunen-Einstz des Siegfriedthemas durch.
Linda Watson ist nur in Siegfried und Götterdämmerung engagiert, sie war auch für mich im Bayreuther Mitschnitt ein Schwachpunkt. Aber auch sie hat wohl gearbeitet, hat ihr Vibrato nicht ganz, aber viel besser im Griff. Sie ist halt eine dieser Riesenstimmen a la Marton oder Schnaut, die live viel Eindruck machen. Und doch, neben manchen Textschwächen in den dramatischen Teilen der Götterdämmerung ist auch viel schönes zu hören, gerade im Siegfried und der Schlussgesang gelingt ihr souverän und das will bei den unangenhmen Spitzentönen doch was heißen. In der Walküre wurde Katharina Dalayman eingesetzt (und dann ersetzt?), sie überzeugt mich nicht völlig, erst in den leisen Stellen des 3.Aktes blüht die recht dunkle Stimme wirklich auf, da wäre Frau Watson wohl besser gewesen.

Ansonsten aber sind - für meine nicht fachkundigen Ohren - rollendeckende bis grandiose Stimmen zu hören: Der Alberich von Tomasz Koniecny ist auf der Höhe eines Gustav Neidlinger, eine Überraschung die Besetzung des Mime mit Wolfgang Schmitt. Lange Jahre Siegfried von Dienst mit seiner etwas blechernen, aber die Orchesterwogen mühelos durchschneidenden Stimme, als Mime immer noch toll bei Stimme und passend eingesetzt. Überraschend ebenso Adrian Eröd, Thielemanns Beckmesser auf der DVD, eine eigentümliche Stimme, Bariton und Tenor vermischend, chamäleonhaft und damit rollendeckend. Markus Eiche - nomen est omen - als kraftvoler Donner und Gunther, Anna Larssons dunkel schöne Erda, Janina Baechle als Fricka und Waltraude mit rundem Mezzo. Lars Woldt lässt als Fasolt aufhorchen, Ain Anger poltert im Rheingold wie weiland Kurt Böhme, muss als Siegfried-Fafner leider wieder - ohne Sprechtüte - ins akustische Abseits. Eric Halfvarsson kann mit seiner grauen Granitstimme (uihh, fast ein Stabreim) wohl nur noch Hagen, Hunding und Großinquisitor singen, macht aber nix, sein Mannenruf donnert durch das Haus, fahl und bleich die da ja passende Tongebung. Dass er im dritten Akt durch den auch vorzüglichen Attila Jun ersetzt werden musste, hört man im 2.Akt nicht. Und der Wechsel zu Jun fällt auch nicht auf.
Die Wurzen, wie es in Wien so schön heißt, sind hauseigen besetzt, das erwartet man. Da gibt es schöne Stimmen wie die Woglinde, aber auch durchschnittliches, da waren beim Bayreuther Mitschnitt - zumindest da - festspielwürdigere Nornen.
Und dann noch eine kleine Sensation: Der heldische, hell und stimmschön auftrumpfende Siegmund von Christopher Ventris und die jugendlich-frische, leidenschaftlich-nervöse Sieglinde der - Waltraud Meier, chapeau. Ein natürliches, strömendes Singen, das der Versuchung widersteht, einen auf Lotte Lehmann zu machen, deren Erzählung einziartig, aber auch nicht konkurrenzlos ist - meine Frau meint da immer ganz herzlos, das klingt, als wenn die Marlene Dietrich sänge. Überhaupt der 1. Akt der Walküre reisst unmittelbar mit.

Wenn Worte schweigen, beginnt die Musik - so oder ähnlich wird Victor Hugo zitiert. Wenn die orchestrale Coda nach Hagens "Zurück vom Ring" einsetzt, erleben wir wirklich einen magischen Moment, Thielemann und die Wiener zelebrieren den Schluss mit Gänsehautgarantie, wieviel Ringe habe ich im Schrank - hier ist wieder eine Steigerung zu erleben und das Publikum hält wenigstens ein paar Sekunden den Atem an.
Ja, wir wären gerne live in Wien dabei gewesen und sind froh, dass es nun davon einen tönenden Pfannkuchen gibt. Jetzt schaun wir mal, wie Kollege Marek Janowski seinen Ring weiter schmiedet, mit seinem ganz anderen Ansatz. "Kinder schafft neues" soll Wagner gesagt haben. Ich freue mich auf Neues, freue mich, dass ich neben neuen Regiekonzepten auch musikalisch Neues höre. Nicht mehr, nicht weniger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Superbes Dirigat - Tolle Orchesterleistung - mangelhafte Tonqualität, 13. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Über die musikalische Qualität dieses Rings ist in den anderen Kritiken bereits Treffendes geschrieben wurden. Ich habe diese Aufnahme wegen de Dirigats und dem Orchester gekauft. Die Verpackung und die beiden zusätzlichen DVDs sorgen für einen positiven Eindruck. Diese allerdings schwindet mit dem Einlegen der ersten CD's. Die Aufnahmen wurden Live-Mitgescchnitten, die Sänger sind nur teilweise textverständlich aufgenommen, man benötigt (wie auch in Studio-Aufnahmen) das Libretto zum Mitthören. Der Aufnahmepegel ist gering, manchmal der Klang recht topfig und man glaubt eine Aufnahme aus den 50er Jahren des vergangenen Jhdts. eingelegt zu haben. Diese Qualität ist der Deutschen Grammophon unwürdig, der Tonmeister und seine Gehilfen sollten sich tunlichst einen anderen Job zulegen. Nebengeräusche deutlich hörbar! Ungefilterte Aufnahme - wollte man hier zu einem relativ günstigen Verkaufs-Preis keine zusätzlichen Kosten mehr in Kauf nehmen?
Der Orchesterklang ist stellenweise transparenter, in Sängerpassagen jedoch weniger durchhörbar. Trotzdem lässt sich das Dirigat Thielemanns als ausgezeichnet erkennen.
Über die Qualität der Sänger ist bereits ausreichend geschrieben. Man kann sich den Kritiken nur anschließen.
Fazit: Tolles Dirigat - tolle Orchesterleistung -durchwachsene Sängerleistungen aber schlechte Tonqualität.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ring mit Löcher, 8. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zum einen muss ich sagen, dass ich mir den Ring aus Kompletttierungsgründen zugelegt habe, zur Zeit sind es 37 Ringzyklen. Zur Akkustik ist folgendes zu erwähnen, ja es gibt tonale Schwächen, welche die Toningenieure nicht richtig abgemischt haben, a b e r bei genauerem Hinsehen so katastrophal wie beschrieben ist sie bei weitem nicht. Schon zu Beginn des Rheingold empfindet man rein phonetisch das etwas "fehlt". Das Aufnahmelevel ist zu niedrig ausgesteuert, jedoch gewöhnt sich das Ohr schnell an diesem Manko, also 5% mehr ansteuern und es klappt. Die Hintergrundgeräusche sind minimal mehr, wie bei anderen vergleichbaren Aufnahmen, für mein Empfinden meine ältesten Aufnahmen stammen aus den Jahren 1936 - 1941 unter Bodanzky/Leinsdorf, habe ich damit keine Probleme, weil eben menschlich - hier natürlich nicht akzeptabel im Vergleich zu Aufnahmen der Jetztzeit. Aber nun zum wesentlichen, daß ist das Dirigat von Christian Thielemann und dieses nimmt einen vom ersten Akkord im Rheingold gefangen und erhält sich bis der Ring den Rheintöchtern zurückgegeben ist. Dann wie der Rezenzent vor mir schon erwähnte, ein leiser Applaus, der sich dann zum phrenetischen Jubel steigert. Was die Deutung für die Neuzeit bedeutet ist hier ein Meilenstein gelegt. Das Sängerpersonal ist durchweg auf gehobenem Niveau anzusiedeln, aber nicht in jeder Lage zu vergleichen mit seiner anderern Ringeinspielung aus Bayreuth. Hier ist Herr Dohmen und Frau Watson etwas näher an meiner Deutung des Werk, aber nur marginal. Wer sich für die Wiener Deutung durch Christian Thielemann entscheidet, und die Lautstärke um 5% anhebt, bekommt einen Markstein in der Interpretation des Ringes geboten. Was die Editon abschließt sind die DVD, welche eine Kulturgeschicht bieten, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich beschäftige mich schon seit 20 Jahren mit den Werken des Meisters sowohl was seine Literatur angeht, hier fast vollständig, aber auch was die Musik angeht, hier ca 270 Einspielungen, und hier wird mehr geboten als man beim ersten sehen und hören mitbekommt. Diese Ring- und Musikdeutungen eröffnen jedem einen Horizont der weit hinter Walhall liegt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen mangelhaft, 2. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Eine Opernaufnahme, insbesondere der RING von Wagner im 21. Jhd. muss heutzutage gewisse Standards erfüllen, die Messlate wurde bereits in den 60er Jahren mit der Studioproduktion der DECCA des SOLTI Rings in Wien sehr hoch angesiedelt. Dieser Live-Mitschnitt hier ist Lichtjahre davon entfernt. Eine Live-Aufnahme ist nun mal mit Kompromissen verbunden, Nebengeräusche, leichte Unsauberkeiten musikalischer Art bei Solisten und Orchester usw., das ist nun mal so, besonders bei einem Werk dieses Umfangs. Niemand wird das kritisieren.

Wenn die DG dann diesen Text (S. Kritik Bill Adama)
"In contrast to many other Ring cycles, these recordings have sought to preserve the original musical dynamics of the live performances. To communicate the immediacy of the live experience, and to reflect the extreme range of the dynamics throughout the cycle, we dispensed with the convention of invasive level corrections in certain passages. Furthermore, in the interest of acoustic fidelity and transparency of the high-resolution audio signal, no compressors or limiters in the signal path were used. Playing the recording throughout at a higher stereo volume level than customary will ensure the listener the benefit of the unique features of this live-recording experience."

als Rechfertigung für die Mängel dieser Aufnahme präsentiert, ist das eine Entmündigung des sachkundigen Kunden. Eine Aufnahme, die untersteuert ist, kann man beim Mastering-Prozess korrigieren, die suboptimale Balance der Solisten zu Orchester (Solisten viel zu weit weg!!!!!!) lässt sich ebenfalls korrigieren, wenn das passende Ausgangsmaterial vorhanden ist. Hier wurde ein Routine-Mitschnitt aus der Staatsoper in Wien ohne zusätzliche Investition in die Nachbearbeitung einfach "auf dem Markt geworfen", nach dem Motto: der Name Thielemann wird schon reichen. ES REICHT ABER NICHT!!!!!!! Es gab bei den Labels früher eine künstlerische Freigabe, um den Qualitätsstandard zu gewährleisten, das ist hier offensichtlich nicht geschehen. Die Stellungnahme des Labels (s.o)ist absoluter Unfug. Das Label DG hat sich selbst, Herrn Thielemann und dem Orchester der Wiener Staatsoper einen grossen Schaden zugefügt. Entweder man macht es richtig und veröffentlicht ein Produkt, das dem Standard des 21. Jhds. entspricht, oder man lässt es sein. Letzteres wäre in diesem Fall sinnvoller gewesen, wenn man nicht in der Lage oder willens ist, die Mängel der Aufnahme zu beheben.

Musikalisch mag die Aufführung sehr gut sein, das klangliche Ergebnis muss aber stimmig sein, wir reden hier nicht von einem historischem Ring-Mitschnitt aus den 40er Jahren des 20 Jhds, sondern einem live Mitschnitt aus dem Jahr 2009 !!!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Den Ring muß ich haben " !! Bravi tutti !!, 18. September 2013
Von 
R. Hefty "robert50114" (Burgrieden Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Liebe Musikfreunde – ich weiß ja nicht , wie es Ihnen geht, aber in meinen Augen sollten Künstler in jeder Hinsicht Respekt für Ihre Leistung verdienen . Sie sind Spezialisten Ihres Genres.
Eine Aufnahme gefällt oder gefällt nicht - hat keinen drive, keine emotions und keinen Sound - wie es in Neudeutsch heißt ! blablablaa - Musik ist GOTTSEIDANK Geschmackssache !!
ABER : Diese Aufnahme unter Christian Thielemann hat Ihre volle Daseinsberechtigung. Thielemann gelingt es den großen Spannungsbogen über alle 4 Opern zu halten und den Hörer in den Bann zu nehmen und sind wir mal ganz ehrlich, da gibt es selbst für eingefleischte Ringfans Passagen, die einfach lang oder langweilig sind oder interpretiert werden. Keinesfalls hier!
„Furtwänglerisch“ spannend ist dieser Ring und das ist wohl das größte Kompliment für ihn als Furtwänglerverehrer.
Nun die Sänger betreffend:
Zugegeben Wagnersänger von annodazumal gibt es eben nicht mehr ! Aber da stellt sich die Frage, ob die „Fachkritiker“ wirklich wissen, was es bedeutet über mehrere Stunden mit 2 Stimmbändern gegen ein über 100 Mann/frau starkes Orchester zu bestehen ? Alle schaffen das hier bis auf den armen Halvarsson, der sich im 2. Akt Götterdämmerung wohl angeschlagen so verausgabt hatte und durch Attila Jun ersetzt werden musste – ebenfalls als “Ersatz“ erstklassig ! Waltraud Meier als Sieglinde eine große Überraschung und immer noch Großartig !
Dohmen, Gould und Watson sind Thielemannrecken und somit mit seiner Interpretation bestens vertraut. Watson ist angezählt, allerdings europaweit immer noch regelmäßig als Brünnhilde und im Charakterfach gebucht. Bis in die kleinsten Partien sind die Vorstellung ausgezeichnet besetzt , wobei manche Sänger einmal mehr einmal weniger aufhorchen lassen. Grandios der Rollenwechsel von Wolfgang Schmidt, der den Text brilliant interpretiert ( könnte wohl in Zukunft mit dem entsprechenenden Wanderer den ganzen 1. Akt Siegfried alleine bewältigen :_) )ebenfalls Chen Reiss als Waldvogel , um nur wenige Glanzlichter aus dieser tollen Produktion zu nennen.

„Den Ring muss ich haben“ gilt für Wotan UND sollte für alle Wagnerianer gelten ( früher oder später) gleichwohl man bei dieser Produktion die Klangqualität kritisieren könnte.

Aber „ HALLO“ –
1. ist eine Liveaufnahme und nur so wirkt der Ring wirklich realistisch und alle Darsteller sind authentischer in einer Rin - Live - aufnahme als im Studio
2. kann man für knapp 70 Euro in der Besetzung für diesen Ring und eine erstklassige DVD Dokumentation ( auf 2 Bonus DVD's ) NICHT meckern und
3. sind wir mal ehrlich in der heutigen Zeit gibt es genug features sich zuhause den Sound so zu verbessern, dass Tonqualität kein wirkliches Mangelkriterium sein sollte.Aus fast jeder misslungenen Tonaufnahme lässt sich heute eine audiophil schmeichelnde Produktion machen. – Mir ist es jedenfalls gelungen - Und was zählt ist doch bringen die das Ding - dieses Riesenmonster "Ring" an die Konsumenten rüber ! Hier UNBEDINGT JA und das ohne BILD.
Von mir 5 Punkte und ein Dank an Deutsche Grammophon, dass diese Produktion zumindest akustisch konserviert und den Freunden der Klassik zugänglich gemacht wurde. Im übrigen sprechen die Verkaufszahlen ja für sich ! Bravi tutti !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Uneinheitlicher Genuss, 9. Oktober 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zunaechst mal das Positive an dieser neuen Thielemann Ring Einspielung - die zweite in zwei Jahren.

Sie ist wesentlich besser als die in Bayreuth aufgenommene. Die Wiener Philharmoniker stehen Thielemann gut an.

Dieser Ring bietet den wohl besten und dramatischsten Orchesterpart den ich lange im Ring gehoert habe. Thielemann ist im besten Sinne ein Pedant.

Er arbeitet die letzten Feinheiten aus dem Orchester heraus - ich habe noch nie so viel Neues im Ring gehoert - wirklich Ungehoertes und Unerhoertes. - Thielemann ist wohl der zur Zeit spanneste Wagner Interpret und Kapellmeister (er mag den Begriff ,Dirigent' nicht).

Dieses - sorry - ,Dirigat' lohnt alleine den Kauf dieses Rings.

Der Rest ist gemischt bis schlimm. Zunaechst mal zur Technik - meine Vor-Rezensenten haben voellig recht - sie ist eine schlanke Unverschaemtheit.

Wie Grammophon einen so miserabel abgemischten Mitschnitt auf den Markt bringen kann - sie haben schliesslich einen erstklassigen Ruf zu verlieren - ist nicht zu verstehen und tut Thielemann wahrhaft keinen Gefallen.

Die Saegner kommen teils auf dem off - dauernde ueberlaute Buehnengeraeusche stoeren den Genuss - warum man bruellende Ovationen am Ende jeden Alktes stehen lassen muss weiss ich auch nicht.

Der Sound und besonders die Lautstaerke ist schwierig auf ein einheitliches Niveau zu bringen - dauernd muss man nachregulieren - das ist, in der Tat sehr aergerlich.

Da haette man sich mehr Muehe geben muessen und auch die Ausstattung der Box ist eher aermlich. Die Farbe blaettert vom billigen Papier

Positiv hingegen sind die vier Einfuehrungen in die Teile des Ring auf DVD - hoch interessant und auch wieder viel Neues gelernt.

Schlicht nicht akzeptabel aber ist die Leistung der Saegner. Ich weiss nicht ob Thielemann diese Leute aussucht oder ob er nur ein Mitspracherecht hat.

Ganz besonders schlimm Linda Watson als wirklich grausam tremolierende Bruennhilde. Das haelt keiner aus und man glaubt sich in Loriots Jodelakademie. Thielemann sollte die Dame nun wirklich nicht mehr beschaeftigen. Da gibt es heute viel bessere, juengere Interpretinnen.

Auch Albert Dohmen als Wotan ist kurzatmig und bekommt die Partie nur muehevoll hin.

Ein weiterer kompletter Fehlgriff ist Eric Halfvarson als Hagen. Dessen Gebruell und Tremolo ist genausowenig auszuhalten wie das der Dame Watson.

Im letzten Akt der Goetterdaemmerung hat man ihn dann (endlich!) ersetzt. So einen voellig indisponierten Saenger laesst man nicht auf einer Tonaufnahme ueberleben.

Leider auch ein Unfall ist Waltraut Meier als Sieglinde. Einst die gefeiertste Wagner-Saengerin unserer Zeit sollte Dame Meier sich nicht den Namen zerstoeren. Sie ist in die Jahre gekommen.

Eine solch spitzige fast kreischende Sieglinde kann Siegmunds Grossmustter geben aber nicht seine Schwester und Geliebte. Das ist einfach vorbei.

Da hat man wohl auf den Namen gesehen bei der Besetzung und nicht auf die Disposition.

Es gibt mehr solche Beispiele auf dieser Aufnahme - Thielemann ist klar Opfer seiner Saegner-Auswahl.

Es bleibt zu hoffen das dieser wirkliche Jahrhundert-Kapellmeister fuer Wagner endlich mal eine Saenger Riege aufbaut - wie es Barenboim gelungen ist - die sein Niveau erreicht.

Ich hoffe das dies nicht weiterer halbherziger Ring Eisnpielungen wie der vorliegenden bedarf bis das geschieht.

Mit hat es dennoch nicht leid getan sie zu kaufen - Thielemanns Ring-,Dirigat' ist enorm und wohl das beste das man zur Zeit hoeren kann. Geniessen wir also das ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Anfang versaut, Akustik gut, 28. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zu den Beschwerden über die Aufnahmequalität: Kann ich interessanterweise nicht nachvollziehen. Vielleicht hat nicht jeder eine entsprechend fein auflösende Musikanlage zu Hause. Aber nach etwas Probehören finde ich tatsächlich, daß es meinem Empfinden von Live-Klang wesentlich näherkommt als z.B. die genannte Solti-Aufnahme. Die nämlich drängt sich im direkten Vergleich zu wuchtig auf. Dagegen höre ich bei der DG eine breite Bühne, man kann einzelnen Stimmen wunderbar "nachhorchen".
Ich ärgere mich furchtbar über den versauten Einsatz der Hörner im Rheingold-Vorspiel, aber insgesamt klingt es doch ganz schön.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orchestral ein "must" für einen Wagner Fan!, 3. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Als regelmäßiger Bayreuth Besucher und Besitzer von 10 "Ringen" (Krauss, Furtwängler, Keilberth, Karajan, Solti, Haitink, Barenboim, Thielemann 2008, Janowski und Böhm)muss ich zusammenfassend und nach mehrmaligem Hören und auch "Vergleichem feststellen, dass dieser Ring orchestral das "NonplusUltra" für mich darstellt. Thielemann gelingt es durchweg Spannung zu erzeugen und diese Spannung über die 14 Stunden aufrecht zu erhalten. Sein Dirigat lebt von teils kammermusikalischer Finesse, teils aber auch gewaltigen Effekten.
Die Sängerrieg (allen voran Waltraud Meier und Stephen Gould) gefällt mir wesentlich besser als die Bayreuther besetzung von 2008. Gould erreicht zwar nicht die Qualität eines Lauritz Melchior (Deklamation und Kunst) ist dennoch ein schlagkräftiger Sänger!
Es ist weiterhing positiv, dass dieser Ring nur als Audio-Version erschienen ist, da ich als besucher der "umjubelten" Aufführung bestätigen kann, dass das Bühnebild und die Regie vernachlässigbar sind.
Alles in allem eine sehr gelungene Neuveröffentlichung der DGG, was auch die Verkaufszahlen belegen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Ring des Nibelungen
Der Ring des Nibelungen von Christian Thielemann (Audio CD - 2013)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen