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5.0 von 5 Sternen "Vorschläge für mehr Langfristigkeit"
Hans-Werner Sinn gehört zu den geistigen Vätern der Agenda 2010 des abgewählten Kanzlers Schröder, dem seine Partei den Schwenk in die angeblich falsche Richtung bis heute nicht wirklich verziehen hat, obwohl er Deutschland damit wenigstens ansatzweise in eine Position gebracht hat, von der es heute profitiert. Und zwar im Gegensatz zu den meisten...
Veröffentlicht am 24. Mai 2013 von Dr. R. Manthey

versus
18 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele fragwürdige Empfehlungen
Man ist geneigt einem wirtschaftspolitischen Buch die volle Punktzahl zu geben wenn man die Ansichten teilt, und 0 Punkte wenn man anderer Ansicht ist.Da ich Herr Sinn von den Medien kenne, war mir von vorneherein bewusst dass ich seine Argumente weitgehend nicht teilen werde - aber natürlich ist es notwendig in Diskussionen die Argumente der Andersdenkenden zu...
Veröffentlicht am 21. Juni 2013 von K. Meucht


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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Vorschläge für mehr Langfristigkeit", 24. Mai 2013
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Hans-Werner Sinn gehört zu den geistigen Vätern der Agenda 2010 des abgewählten Kanzlers Schröder, dem seine Partei den Schwenk in die angeblich falsche Richtung bis heute nicht wirklich verziehen hat, obwohl er Deutschland damit wenigstens ansatzweise in eine Position gebracht hat, von der es heute profitiert. Und zwar im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten.

In diesem schmalen Büchlein zieht Professor Sinn nun Bilanz und mahnt neue Reformen an, um Deutschland noch viel nachhaltiger vom Weg in den Abgrund abzubringen. Denn dass das Land völlig unabhängig von der EU-Schuldenkrise dahin unterwegs ist, vermittelt allein der unverstellte Blick auf die demografische Entwicklung, wenn man diese gemeinsam und im Zusammenhang mit den noch vorhandenen Wohltaten des Sozialstaates betrachtet.

Aber das sind bei Weitem nicht die einzigen Probleme, die sich nicht dadurch in Luft auflösen, dass man sie einfach ignoriert. Der Inhalt dieses Textes lässt sich am besten durch seine Kapitelüberschriften verdeutlichen:

- Arbeit, Armut, Steuer - aber richtig!
- Energiewunde statt Energiewende - Aussteigen aus dem Ausstieg
- Familien, Mütter und Kinder nicht mehr diskriminieren
- Zuwanderung als Zeitbombe - den Sozialstaat vor dem Kollaps schützen
- Schule sinnvoll reformieren, aber nicht auf alles hören.

Professor Sinn wird in diesem Buch von Jens Schadendorf, einem der Herausgeber dieser neuen "Edition Debatte", befragt und antwortet in der gebotenen Kürze, in der manches vielleicht nicht so ausführlich und gründlich erklärt werden kann, wie es vielleicht nötig gewesen wäre.

"Der Politik genehm sind Wissenschaftler, die sich entweder mangels eigener analytischer Kraft oder aus Karrieregründen, wohlfeil der normativen Kraft des Faktischen beugen und der Regierung helfen, die selbst gesetzten roten Linien zu verschieben, damit man sie nicht überschreiten muss." Das liest man gleich zu Beginn des Textes. Sinn zählt sich selbst nicht zu dieser Gattung von Geistesgrößen und musste deswegen auch schon manche Beschimpfung ertragen, die unter Politikern offenbar zum guten Ton gehört.

Bereits an den oben genannten Kapitelüberschriften wird deutlich, dass Sinn in seinen Aussagen deutlich und nachdrücklich eine Abkehr von offenkundigen und vorrangig ideologisch begründeten Irrwegen verlangt und eine Hinwendung zu mehr Rationalität und Nachhaltigkeit fordert. Besonders seine Kommentare zur angeblichen Energiewende machen dies deutlich. Bei rationaler Betrachtung vermag Sinn nicht zu erkennen, wie man in einem hochindustriellen Land wie Deutschland die notwendige Energie im Wesentlichen aus Wind und Sonne erzeugen will, also mit Energiequellen, die keine Grundlast hervorbringen können.

Er prognostiziert, dass das Land gezwungen werden wird, von diesem sehr kostspieligen Irrtum abzugehen, zumal Deutschland wie ein Geisterfahrer unterwegs sei. Alle anderen würden mit zunehmender Geschwindigkeit in die Gegenrichtung fahren.

Eine ähnlich kontroverse Position nimmt Sinn bei der Zuwanderung ein. Es müsse endlich Schluss sein mit der Zuwanderung in die sowieso schon überlasteten Sozialsysteme. Man kann das mit einfachen Maßnahmen regeln, die allerdings Prinzipien der EU widersprechen. Stattdessen sollte man eine Zuwanderung in Arbeit fördern.

Natürlich werden Sinns Forderungen auf erheblichen Widerstand stoßen, weil sie kurzfristigen Interessen von gesellschaftlichen Gruppen und Gruppierungen entgegenstehen, die diese geschickt als Interessen aller tarnen oder hinter scheinmoralischen Forderungen verstecken. Für langfristig wirkende und den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Entscheidungen reichen leider weder das Verständnis, noch die politische Kraft und erst recht nicht das persönliche Rückgrat des handelnden Personals.

Am Ende des Buches findet man in einer Zusammenfassung Sinns Vorschläge für eine neue Agenda.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Formuliert so etwas wie die Konturen eines neuen „Zukunftsprogramms für Deutschland“, 5. Juni 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Fast täglich meldet er sich in der Presse, im TV und mehrmals jährlich mit eigenen Büchern zu Wort und mischt sich ein - der rührige und kämpferische Ökonom Hans Werner Sinn, der das IFO -Institut in München leitet. Sinn war einer der maßgebenden Ratgeber Gerhard Schröders bei der Entwicklung und Durchsetzen der berühmten Agenda 2010, die Deutschland aus der Krise brachte und die nun von links wieder zur Debatte gestellt wird. Sinn hat zum Teil heftig sich gewehrt mit seinem ökonomischen Sachverstand gegen die seiner Meinung nach verfehlte Politik der Bundesregierung und der EU im Zusammenhang mit der Finanzkrise und der Eurorettung.

Nun legt er im Gespräch mit Jens Schadendorf, einem der Herausgeber der „Edition Debatte“ im Redline Verlag, die mit diesem Buch startet, unter dem Titel „Verspielt nicht eure Zukunft!“ nieder, welche offenen Baustellen in Deutschland er neben der Eurokrise noch sieht und entwickelt auf wenigen Seiten und absolut verständlich so etwas wie eine neue Agenda, Reformen, die eine neue Regierung spätestens im Herbst dringend angehen muss, sollen nicht der Wettbewerbsvorteil Deustchlands, der Wohlstand seiner Bevölkerung und die Chancen der nächsten Generationen aufs Spiel gesetzt werden.

Immer mit dem Fokus, eine klügere Politik zu ermöglichen, macht er in folgenden Themenabschnitten Vorschläge für mehr Langfristigkeit:

* Arbeit, Armut, Steuer – aber richtig!
* Energiewunde statt Energiewende - Aussteigen aus dem Ausstieg
* Familien, Mütter und Kinder nicht mehr diskriminieren
* Zuwanderung als Zeitbombe - den Sozialstaat vor dem Kollaps schützen
* Schule sinnvoll reformieren, aber nicht auf alles hören

Man mag nicht mit jedem Vorschlag, den er macht, nicht mit jeder Idee, die er hat, einverstanden sein, Tatsache, ist dass Sinn hier in einem kleinen Buch, das man in zwei Stunden lesen kann, die wesentlichen Themen benennt und so etwas wie die Konturen eines neuen „Zukunftsprogramms für Deutschland“ zeichnet. Nun braucht es nur noch Politiker bzw. Regierungskoalitionen, die diese Themen mutig aufgreifen, so wie die Schröder-Regierung es vor über zehn Jahren getan hat.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessant., 13. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
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Das Büchlein hält was es verspricht. Bin sehr zufrieden. Es ist wichtig verschiedene Sachen aus diesem Themenbereich zu lesen, um sich eine Meinung bilden zu können
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Masterplan für Deutschland, 4. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Kurze, klare und nachvollziehbare Zusammenfassung der aktuellen Probleme in Deutschland und Ideen zu Lösung. Unbedingt lesenswert um in der aktuellen politischen Diskussionen, vor allem zur anstehenden Wahl die richtigen Fragen stellen zu können.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nettes Büchlein - für den Zug, oder so ähnlich, 30. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Das neue Buch, eher Büchlein, von Hans-Werner Sinn ‚Verspielt nicht eure Zukunft‘ ist lesenswert. Der Autor ist wohl der mit am meisten polarisierende deutsche Ökonom. Für die Einen ist er ein wortgewaltiger Verkäufer seiner Ideen, für die Anderen ist er ein unbequemer Wissenschaftler, der seine Ansichten auf den Punkt bringen kann und langfristige Sichtweisen präferiert. Egal, ob man ihn mag: aber man muss im attestieren, dass er feinsinnig analysieren und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen auch einem breiten Publikum vermitteln kann. In diese Tradition passt das kleine Büchlein mit viel Inhalt. Im Stil eines Interviews, das Buch ist aus zahlreichen Einzelgesprächen Sinns mit dem Co-Herausgeber des kleinen Bändchens entstanden, führt der Autor durch zahlreichen Themenfelder, die zwar etwas lose aneinandergereiht, gleichwohl fesselnd diskutiert werden. Es geht über die aktuelle Krise im Euro-Währungsraum und der Zuwanderungsproblematik bis hin zur Energiewende und der Familienpolitik. Darüber hinaus werden auch die Bildungssituation, der Arbeitsmarkt und die Steuergesetzgebung angesprochen. Also zahlreiche verschiedene Gebiete, über die sich so ein Ökonom Gedanken machen kann.

Es gibt aber einen roten Faden im Buch: Und zwar die kurzfristige Sichtweise unserer handelnden Politikerinnen und Politiker und der fehlenden Mut, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen, wenn diese zur langfristigen Sicherung unseres Wohlstandes notwendig sind. Als Beispiel führt Sinn immer wieder die Agenda 2010 an, die dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder wohl mitentscheidend die Kanzlerschaft gekostet hat. Sinn kritisiert aber nicht nur, sondern er macht auch Vorschläge. Nicht immer spektakuläre Vorschläge, aber wichtige Einzelaspekte, wie z. B. das Kinderwahlrecht für Eltern, den staatlichen Verzicht auf Inflationsgewinne bei der Einkommensteuer oder die Einführung einer Generationenbilanz auf amtlicher Ebene. Alles gut lesbar und auch für Nicht-Ökonomen verständlich beschrieben. Ein Buch, lesenswert und informativ. Wer aber wissenschaftlichen Tiefgang mag, muss sich zusätzlich informieren.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 22. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Dieses Büchlein sollte jeder in Deutschland lesen. Es entlarft die Lügen von Politik und Medien und gibt den Menschen Argumente für eine Gegenwehr. Die Abkehr von der verhängnisvollen, desaströsen "Eurorettung" ist dringend geboten.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Agenda 2020, 5. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Taschenbuch)
Wer wissen möchte, was die große Koalition vor lauter Wahlgeschenken versäumen wird respektive was jetzt u.a. getan werden müsste, der wird an diesem Buch seine Freude haben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gespräche über Änderungen der deutschen Politik, 20. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Kindle Edition)
Abwicklung: Das digitale Überspielen auf den Kindle war in kurzer Zeit problemlos erfolgt.

Über das Buch: Professor Sinn legt einen möglichen Fahrplan für die deutsche Politik in ihren Problempunkten offen und macht interessante Vorschäge für ihre Lösung. Das Buch ist empfehlenswert und auf Grund seiner gerafften Form auch schnell gelesen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Kindle Edition)
Dieses Buch spricht weit entfernt von jeder Parteipolitik und Political Correctness der Gutmenschen die wirklichen Probleme unserer Lebensgemeinschaft in Deutschland an. Ein Muss für jeden der wissen muss, was in der Zukunft auf und wartet.
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18 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele fragwürdige Empfehlungen, 21. Juni 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Kindle Edition)
Man ist geneigt einem wirtschaftspolitischen Buch die volle Punktzahl zu geben wenn man die Ansichten teilt, und 0 Punkte wenn man anderer Ansicht ist.Da ich Herr Sinn von den Medien kenne, war mir von vorneherein bewusst dass ich seine Argumente weitgehend nicht teilen werde - aber natürlich ist es notwendig in Diskussionen die Argumente der Andersdenkenden zu kennen und auch ernst zu nehmen.

Das Buch ist klein, sogar sehr klein. Da ich die Kindle Version gelesen hatte kann ich es nicht in Seiten benennen, es reicht ein Abend um es zu lesen und ist für jedermann der nur etwas wirtschaftspolitisch interessiert verständlich.

Das macht das Buch auf der einen Seite sympathisch weil es schnell auf den Punkt kommt, auf der anderen Seite bleibt es aufgrund der Kürze doch sehr an der Oberfläche. Es wird vieles behauptet aber wenig begründet. Es werden auf die typischen Argumente der politischen Gegner nicht eingegangen. Gerade deshalb wird Herr Sinn mit diesem Buch Zuspruch von seinen eigenen Anhänger erhalten, aber nicht diejenigen die aus dem anderen Lager kommen überzeugen.

Anfangs erfährt man das Herr Sinn maßgeblichen Einfluss auf die Agenda 2010 hatte. Dass die Bewertung der Agenda durchaus gespalten ist wird ignoriert. Die Zahl der Arbeitslosen ist trotz statistischen Tricksereien sicherlich gesunken, aber massiv die Qualität der Arbeit. Herr Sinn scheint stolz auf dem hohem Niedriglohnsektor zu sein. Ich haben nie verstanden warum ein Land stark sein soll, wenn es einem Großteil seiner Bürger schlecht geht.

Es gibt einige Punkte, die ich mit Herrn Sinn teile. Schon auf den ersten Seiten gibt er zu dass es Marktfehler gibt, und es die Aufgabe der Politik ist diese Fehler zu erkennen und Regularien zu schaffen um diese entgegenzutreten. Herr Sinn ist somit nicht der Vertreter des freien Marktes. Diese Schublade in links und rechts passt zu Herrn Sinn nicht denn es gibt einige Punkte da wirken seine Argumente doch eher unfreiwillig kommunistisch.

zum Bereich Armut, Arbeit, Steuern

So will er dass der Staat garantiert dass jeder der Arbeiten will auch eine Arbeit bekommt. Die Kommunen sollen Arbeit anbieten, und aufstockend zu Hartz IV bezahlen. Ich befürchte die lokalen Handwerker werden sich nicht bedanken. Herr Sinn ist ein großer Fan der Aufstockung und will diese ausweiten. Sein Argument ist dass Arbeit die nicht eine Mindestproduktivität erreicht, dennoch ausgeführt werden sollte.

Ich sehe hier ein großer Denkfehler. Niedriglöhne können viele Ursachen haben. Werden in Luxushotels mit Übernachtungskosten über 200 Euro nur geringe Löhne gezahlt, dann hat das mit mangelnder Produktivität gar nichts zu tun. Es ist die Notlage der Angestellten jede Arbeit zu jedem Preis annehmen zu müssen. Es ist die Tatsache dass diese Servicekräfte gleich mehrere Chefs (Hierarchie von Subunternehmen) ernähren. Es muss ja nicht die Unproduktivität der Arbeitnehmer sein, und selbst wenn es so wäre, schien mir die bessere Lösung den Arbeitnehmer besser auszubilden.

Herr Sinn ist gegen Flächentarifverträge und will mehr Verträge auf betrieblicher Ebene. Das wundert mich für jemanden der immer den Wettbewerb betont. Der Sinn von Flächentarifverträge ist doch sich auf gemeinsame Wettbewerbsbedingungen zu einigen. Soll derjenige den Wettbewerb gewinnen der die niedrigsten Löhne zahlt, oder derjenige der die besten Produkte anbietet?

Für Herr Sinn scheinen niedrigere Löhne so zu wirken wie eine technologische Effizienzsteigerung. Was er nicht erwähnt, dass die Betriebe im Binnenmarkt bei allgemein niedrigen Löhnen ihre Preise senken müssen und gegenüber ausländischen Betrieben der Wechselkurs durchschnittliche unterschiedliche Lohnstückkosten ausgleicht. Der Wettbewerb um die niedrigsten Löhne behindert in meinen Augen den Wettbewerb nach Qualität, Innovation und Effizienz.

Positiv finde ich dagegen das was Herr Sinn die Steuern auf Rädern meint. Die Steuersätze passen sich automatisch der Inflation an. So entgeht man der kalten Progression.

zum Bereich Energiewende

Bzgl. Energiewende will Herr Sinn den Ausstieg vom Ausstieg der Kernenergie. Die Skepsis ohne Kernenergie die notwendige (billige) Energie zu erzielen kann ich nachvollziehen. Ich empfinde es aber unfair die Verteuerung der Energie nur der Energiewende zuzuschreiben. Ein sehr großer Anteil daran hat die Oligopol Struktur unserer Energiekonzerne.

Auch sein grünes Paradoxon kann ich als Argument nachvollziehen. Aber wer soll denn die sauberen Technologien entwickeln wenn nicht die entwickelten Energiestaaten?

Weniger Dissens habe ich in seiner Familienpolitik. Ein Kindersplitting einzuführen statt einem Ehegattensplittung hat schon Sympathie. Auch die Erziehungsleistung besser zu belohnen scheint mir gerecht. Nur die Ängste aufgrund der geringen Kinderanzahl halte ich für total überzogen. Die Überalterung der Gesellschaft die wir schon hinter uns haben ist viel grösser als das was uns noch erwartet. Wir haben dies durch den technologischen Fortschritt mehr als ausgleichen können. Das Demographie Problem halte ich für extrem aufgebauscht und ich bezweifle ob es bei höherer Kinderanzahl es uns gelingen würde, diese Kinder anständig auszubilden und eine gut bezahlte Arbeit zu geben.

zum Bereich Zuwanderung

Hier wird es richtig ärgerlich wenn Herr Sinn von einer Zeitbombe bzgl. Zuzug in die Sozialsystem erzählt. Hier werden Ängste geschürt, deren Zahlen es nicht zulassen. Im letzten Jahr stieg aufgrund der Eurokrise und der Freizügigkeit in Rumänien und Bulgarien die Migration ärmerer Menschen. Für einige Städte ist es sicherlich ein großes Problem, weil sich die Zuwanderung nicht gleichmäßig verteilt - sondern sich auf wenige Städte konzentriert.

Wir hatten während des Balkankrieges viel größere Zuwanderungen als heute. Die Zuwanderung wird aber sicherlich wieder abnehmen. Der Vorschlag des Heimatlandesprinzips ist schon abenteuerlich. Das Prinzip sagt z.B. dass Rumänien die Sozialhilfe in Deutschland lebender Rumänen zahlen soll. Dass die Rumänien dies weder kann noch tun wird ist logisch. Ich gebe zu dass es vielleicht ein Fehler extrem arme Länder mit aller Freizügigkeit aufzunehmen, aber wir können die Menschen die rechtmäßig zu uns kommen nicht verhungern lassen.

zum Bereich Schule

Für mich der schwächste Teil des Buches, wenn es auch weniger ärgerlich ist. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl dass sich Herr Sinn mit Bildungsproblemen beschäftigt hat. Er macht es sich relativ einfach. Im Pisa-Test schneiden wir schlecht ab, also übernehmen wir die Formen der Länder die besser abschneiden. So ist er für Gesamt- und Ganztagsschulen. Herr Sinn hinterfragt nicht die Aussagekraft der Pisa Studien. Ich denke die Diskussion über Schulformen geht an der Problematik vorbei. Ob 2 oder 3 gliedrig, bb Ganstags- oder Gesamtschule scheint mir nur eine nebensächliche Frage zu sein, die Qualität der Schule hängt von ganz anderen Fragen ab - in erster Linie von der Qualität der Lehrer.

Das Buch spart die Euro Krise weitgehend aus. Sie wird nur kurz angesprochen weil Herr Sinn schon mit seinem "Target" Buch darüber beschäftigt hatte. Herr Sinn deutet an dass es nur freiwillige Hilfen geben sollte und keine Automatismen. Ich persönlich halte ein Euro Zone ohne Transferzahlungen für unmöglich. Selbst innerhalb Deutschlands, auch nur innerhalb Bayerns, haben wir Transferleistungen um ärmere Regionen zu helfen. Herr Sinn beklagt das Verfehlen der Maastricht Kriterien vieler Länder. Was mich dabei wundert ist dass dijenigen die Wettbewerb wollen und fördern sich wundern dass einige den Wettbewerb verlieren.

Ich teile selten die Ansichten von Herrn Sinn gebe aber trotzdem 3 Punkte weil das Buch einfach zu lesen ist und die Diskussion ankurbelt. Wirtschaft ist keine Natur-Wissenschaft, bei dem es ein richtig oder falsch gibt. Es gibt nun einmal verschiedene Sichtweisen die sich widersprechen können, aber trotzdem deswegen nicht falsch sind. Wirtschaft beruht auf Modellen , die unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Diesen ganzen Dogmatismus über verschiedene Wirtschaftsformen sollte man überwinden.
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