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TOP 500 REZENSENTam 10. Juni 2013
Carl-Maria von Weber wird heute in der Öffentlichkeit vor allem als Komponist des Freischütz wahrgenommen, daneben hört man im Konzert allenfalls seine Klarinettenkonzerte. Seine beiden letzten Opern - Euryanthe und Oberon - führen dagegen trotz wunderbarer Musik ein Schattendasein. Das liegt bei der Euryanthe vor allem an einem dramaturgisch ungeschickten Libretto, die es sehr schwer macht, das Stück, eine romantische Ritterromanze - ernsthaft auf die Bühne zu bringen.

Insofern hätte diese 1974 in Dresden (als Ost-West-Koproduktion) entstandene Aufnahme die Chance geboten, den musikalischen Reichtum der Oper aufzuzeigen. Leider gelingt dies nur teilweise:

Das liegt nicht an der Sängerin der Titelpartie, der jungen Jessye Norman, deren warme, unendlich reiche Stimme damals auch über die erforderliche Beweglichkeit für die enormen technischen Schwierigkeiten der Partie verfügte.

Leider ist die männliche Hauptrolle nicht gleichwertig besetzt: Nicolai Gedda ist nicht in Topform, versucht offenbar, seine lyrische Stimme künstlich zu vergrößern, um den Anforderungen der Partie, die vom Volumen einen jugendlichen Heldentenor erfordern würde, gerecht zu werden. Dabei kommen dann leider viele gequetschte, gepresste Töne heraus. Insgesamt klingt er mit 49 Jahren auch nicht mehr ganz so jugendlich, wie man es sich in dieser Partie wünschen würde. Schade, von der Papierform wäre er eine Idealbesetzung gewesen.

Rita Hunter singt die Intrigantin Eglantine mit etwas glattem Schönklang und teilweise irritierendem Akzent ("untergäähn") - das klingt zwar hübsch, passt aber nicht zur Rolle.

Der dazugehörige männliche Bösewicht Lysiart wird dagegen von Tom Krause angemessen düster und dämonisch dargestellt. Auch die Nebenrollen sind ausgezeichnet bis hervorragend besetzt (Siegfried Vogel als König!).

Chor (Rundfunkchor Leipzig) und Orchester (Staatskapelle Dresden) tragen zu einem insgesamt guten Eindruck bei - wenn mir auch die Tempi des Dirigenten Marek Janowski teilweise etwas zu flott sind, seine Interpretation etwas zu glatt.

Trotz kleiner Einwände ist diese einzige vollständige Gesamtaufnahme von Webers Spätwerk empfehlenswert.
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am 7. April 2016
Dies Aufnahme zeichnet sich vor allem wegen ihrer hochrangigen Besetzung aus. Die Oper zählt zu einem der Höhepuknte der romantischen Operkompositionen schlechthin. Wagner hat sie bzw. C. M. von Webers musikalische Neuerungen als Vorbild für sein Operschaffen bezeichnet. Alles in allem ist diese Produktion sehr emphehlenswert, hier stimmt alles.
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