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Kundenrezensionen

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am 27. Oktober 2013
Virgil Oldman - sein Name ist fast Programm: Virgil (Geoffrey Rush) ist Auktionar von alter Kunst mit stilsicherem Auge sowie grossem Gespür für Echtes, auch wenn es sich noch unter einer verborgenen Schicht befindet. So hat er schon manches übermalte Kunstwerk entdeckt und Fälschungen als solche erkannt. Privat ist längst arriviert. Er lebt jedoch allein und in beinahe klösterlicher Ruhe zurückgezogen in einem wunderschönen, grossbürgerlichen Penthouse. Seine Gesellschaft und Leidenschaft sind mehr als hundert Frauenporträts unterschiedlicher Epochen, die in einem gesicherten Raum hinter einem Wandschrank wie in einem ganz privaten Boudoir auf ihn warten. Für Virigil ein Sehnsuchtsort und ein Schutzraum des Schönen, in dem er sich entspannt, geniesst, liest und nachdenkt. Hier lässt er weibliche Gesellschaft, wenn auch mit grosser Distanz, zu: Alle Porträts zeigen Frauen in Frontalansicht oder Profil - Blickkontakt inklusive. Auch sonst neigt der erfolgreiche Kunsthändler zu einer gewissen Exzentrik. Er trägt prinzipiell nur Handschuhe. Schon fast panisch ist seine Phobie, Türklinken oder Telefonhörer ohne Schutz anzufassen. Und selbst mit seinem langjährigen Freund und Vertrauten Billy (Donald Sutherland), einem Maler, pflegt er v.a. eine geschäftliche Beziehung. Nicht, dass er dessen Kunst kaufen würde - sie genügt seinen Ansprüchen nicht. Der Freund ersteigert für ihn als Strohmann die Portäts seiner Begierde und erhält dafür eine Provision. Einzig in den Auktionen vor grossem Publikum lässt Virgil eine Aura aus Eleganz, Witz und Bildung aufblitzen, die ihn, den sonst eher Kantigen, sehr sympathisch und irgendwo anziehend macht. Wie ein Kapellmeister nimmt er die Gebote im Saal auf, dirigiert die Objekte an die Meistbietenden. Alles untermalt von dem stimmigen und einprägsamen Soundtrack von Ennio Morricone.

Als Virgil von der jungen Claire beauftragt wird, in ihrer Villa das Erbe ihrer verstorbenen Eltern zu schätzen, nimmt er den Auftrag eher widerwillig an. Zu kompliziert scheint ihm die Kommunikation und zu wenig hochrangig ist das Inventar, das versteigert werden soll. Doch sein Spürsinn und Jagdinstinkt werden geweckt, als er Zahnräder findet, die Teile der Mechanik eines historischen Automaten sein könnten, eines der Fachgebiete des Kunsthistorikers. Zudem verstrickt er sich in eine verhängnisvolle Affäre aus Leidenschaft und Distanz mit seiner deutlich jüngeren Auftraggeberin, die ihn Grenzen überschreiten lässt. Zuviel soll hier nicht verraten werden. Alles in allem ein klug konstruierter und komplexer Plot mit überraschenden Wendungen, einer Prise Philosophie, mit herausragenden Schauspielern (neben Sutherland und Rush auch Jim Sturgess und die aparte Sylvia Hoeks), hinreissenden Locations, die in die Glanzzeiten vergangener Epochen führen (es wurde u.a. in Bozen, Meran, Wien und Prag gefilmt). Müsste ich etwas kritisieren, dann höchstens, dass der Film (Spieldauer 125 Min.) v.a. im mittleren Teil die eine oder andere kleinere Länge hat - das ist nichts für Ungeduldige. Und auch manches Klischee in der aufkeimenden Liebesgeschichte mag stören. Durchhalten lohnt sich aber: Man wird mit einem packenden Finale belohnt! Die DVD verfügt leider über keine weiteren Extras.
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TOP 500 REZENSENTam 28. August 2013
FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung/Besprechung (Review): (DVD Informationen ganz unten)

Wer eine kleine filmische Zeitreise in einen gediegenen und im besten Sinne altmodischen Thriller machen möchte, ist mit THE BEST OFFER in jeder Hinsicht bestens bedient. Das Werk des hierzulande nicht allzu bekannten italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore pflegt geradezu die italienische Hochkultur und setzt einen bewussten Gegenpol zu dem hektischen und actiongeprägten Kino der Jetztzeit. Auf der Basis eines bewusst ruhigen, ja fast hypnotischen Tempos und Rhythmus stellt er uns die Geschichte des genialen und hochspezialisierten Kunstexperten und Auktionators Virgil Oldman dar, der einer reichen Erbin, die sich aufgrund einer Krankheit nicht zeigen kann, verfällt. Um es in einem Satz zu sagen: die darstellerische Leistung und Intensität in dieser Rolle von Geoffrey Rush ist atemberaubend und preisverdächtig.

Für Freunde von Auktionen, Kunst und Kunstgeschichte ist THE BEST OFFER zudem ein Augenschmaus und eine intellektuelle Zeitreise vom Feinsten. Kaum ein Film lebt so von seinen Wendungen und Rätseln und deswegen wird hier nicht mehr Inhaltliches ausgeführt. Aber durch seine dadurch generierte suggestive Kraft bindet er den Zuschauer nachhaltig an die Leinwand, auch wenn THE BEST OFFER in einzelnen Abschnitten recht absurd wirkt und auch das Verhalten der reichen Erbin nicht im Geringsten nachvollziehbar scheint. Man will der Wahrheit hinter der Story auf den Grund kommen. Der Film geht das Risiko seine Wirkung völlig dieser Auflösung und der damit verbundenen dramaturgischen Zuspitzung unterzuordnen bewusst ein und scheitert damit nicht.

THE BEST OFFER gewinnt emotionale Tiefe durch diesen Kniff und liefert jede Menge Denkstoff für ein gehobenes Arthouse Publikum. Anfänglich Inkonsistenzen werden inbrünstig weggespült und scheinbare Paradoxien belächelt. Die Puzzleteile fügen sich am Ende zusammen wie die mechanischen Teile eines Androiden, den ein Freund von Oldman aus Teilen baut, die Oldman im Hause der Erbin im Keller findet. Wer gerne Rätsel löst ist hier richtig am Platz. Wenn eine kleinwüchsige Frau in einem Restaurant gegenüber des Hauses der Erbin immer wieder in paradoxen Rätseln spricht, unlogische Verknüpfungsketten bildet oder mathematische Konstanten zitiert, badet THE BEST OFFER geradezu in Surrealität und der damit einhergehenden gänzlichen Verwirrung des Zuschauers.

Geoffrey Rush vermag es in jeder Phase des Films seine außerordentliche Mimik extrem gekonnt einzusetzen und die Figur des Gentlemans und exzentrischen Kunstgenies geradezu perfekt zu verkörpern. Mit an Bord ist Altmime Donald Sutherland als Auktionsfreund von Virgil Oldman, der im Santa Klaus Look mit langen weißen Haaren und Bart eine gute Ergänzung darstellt, ohne jedoch zu Höchstleistungen gefordert zu werden. THE BEST OFFER ist ein Film über das Scheitern einer Vision, eines (Lebens-)Entwurfs und auch der Liebe. Er ist auch sperrig in seiner Konsequenz, seiner boshaften und zugleich grazilen Eleganz, wirkt nach und ist alles andere als leichte Unterhaltung.

Die Musik des fast 85 jährigen Ennio Morricone ist sehr prägnant. Erleben wir in den Anfangsszenen noch hektische Streicher, die wie aufgeregte Kolibris wirken, kommen im späteren Verlauf dann die berühmten sphärischen Frauenstimmen zum Einsatz und der fast 85 jährige liefert seine bewährte Visitenkarte ab und auch einen zusätzlichen Baustein für die besondere Atmosphäre von THE BEST OFFER. Manche Bilder sind noch Wochen später im Kopf. Die Mischung aus Drama und Thriller im old-school Look und der wahnwitzigen und fast albtraumartigen Geschichte und Auflösung ist ein Juwel unter den Filmen und eine wahre Entdeckung.

4,5/5 Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides und detailliertes DVD-Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen
- TON: relativ frontlastig, räumlich wo nötig, in DD 5.1 in Deutsch
- EXTRAS: nichts nennenswertes
- SONSTIGES: FSK 6 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Februar 2015
Die Flucht vor dem Leben, der Fatalismus des Voyeurs, die Eitelkeit der Kunst – all dies sind Themen des Hitchcock-Ausflug "The Best Offer" von Giuseppe Tornatore. Der italienische Regisseur wurde vor allem durch seine poetischen und melancholischen Italienfilme "Cinema Paradiso" oder "Der Zauber von Malena" bekannt. Insofern ist sein geisterhafter Romantikthriller der Weg in eine ganz andere Richtung.

Zum Lohn gab es einige Nominierungen zum europäischen Filmpreis 2013, hatte aber gegen Landsmann Paolo Sorrentino mit dessen ausufernder Rom-Orgie keine Chance. Gekonnt spielt der Film mit der Kunst, mit Gemälden - mit Originalen und Fälschungen und wenn "Vertigo" das Original ist, dann hat Tornatore mit seinem Thriller aber eine überaus hervorragende und stilvolle Fälschung hingelegt. Rational wird man den Thriller kaum so genießen können, wie auf der emotionalen Ebene - aber das war ja beim großen Vorbild von Hitchcock auch nicht anders. Man muss also nachvollziehen können, warum Scottie Ferguson von dieser Madeline Elster, die er beschatten soll, so fasziniert wird, dass sie zur Obsession wird. Ebenso muss ein Virgil Oldman (Geoffrey Rush spielt grandios) für glaubwürdig halten. Denn der exzentrische Einzelgänger steckt voller Neurosen und Zynismus. Der Mann ist reich und angesehen, weil er seit Jahren der gefragteste Kunst- und Antiquitätenauktionator der Welt ist.

Sein Alltag besteht aus Auktion und dem Chillen in seinem geheimen Zimmer seiner Villa, wo sich wohl die wertvollste, epochenübergreifendste Sammlung von Frauenporträts befindet. Unter den Bildern befinden sich Gemälde von Rafael, Tizian, Dürer und Renoir. Ausserdem hat der Sonderling eine arg feti­schis­ti­sche Faszi­na­tion für Leder­hand­schuhe. Diese Hand­schuhe dienen aber auch als Schutz, denn das psycho­lo­gi­sche Haupt­motiv ist eine unüberwindbare Scheu vor Menschen. Er hat Angst zu berühren. So verehrt er zwar die Frauen, hat aber noch niemals körperlichen Kontakt gehabt. Zusammen mit seinem Vertrauten Bily (Donald Sutherland) preist er von zeit zu Zeit bedeutende Kunstwerke auch unter Wert an, um sie dann verdeckt selbst zu ersteigern - so wurde seine private Sammlung immer größer und der Wert dieser Kunstwerke nimmt inzwischen astronomische Summen an. Für seine aufwendigen Restaurationen benötigt er mitunter die Hilfe des Bastlers Robert (Im Stugress) an. Der junge Mann ist äusserst attraktiv und hat ständig Frauen um sich. Virgils Schicksal nimmt eine tragische Wendung, nachdem er im Haus seiner neuen Klientin Claire Ibbetson (Sylvia Hoeks) kleine Teile einer mehrere hundert Jahre alten Maschine entdeckt. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass es Einzelteile eines bekannten, verschollenen Automaten von unschätzbarem Wert handelt. Und die Teile müssten in dieser Villa verstreut und zu finden sein. Finden tut er auch immer mehr die Besiitzerin des Hauses, die sich seltsam mysteriös benimmt. Sie erscheint nie persönlich und soll an einer unheilbaren Krankheit landen. So finden die Kontakt zuerst nur telefonisch statt, ab einem gewissen Zeitpunkt unterhält sich der 63jährige Neurotiker an der Tür vor ihrem abgeschlossenen Zimmer. Eine Seelenverwandte ? Er findet heraus, dass Claire seit ihrer Jugend an Agoraphobie leidet und das Zimmer nur dann verlässt, wenn sie alleine ist. Im Laufe der Katalogisierung des zu versteigenden Inventars wird Virgils Interesse an der unnahbaren Claire aber immer größer...

Ein weiteres Leitmotiv neben dem großen Hitchcock Flair borgt sich Tornatore aus Martin Scorseses "Hugo Cabret" aus - das Automatom als Form zur Welt, denn eine große Magie soll hinter dem Uhrwerk stecken. Wie James Stewart in "Vertigo" wird sich die Faszination des Mannes an der unnahbaren Frau immer mehr faszinieren und die Liebe folgt den Gefühlen und sagt dem Verstand möglicherweise Adieu. So wird Virgil Oldman im Hauptteil des Films von seinem Freund auch gewarnt, dass auch die Fälschung etwas "echtes" hat, genau wie bei den Gemälden. Den gleichen Rat bekommt der Liebende dann auch von seinem jungen Mechaniker. Geradezu wunderbar wie Tornatore mit seinem leisen Thriller einen bewussten Gegenpol zu dem hektischen und actiongeprägten Kino der Jetztzeit setzt. Immer mehr gleitet die Geschichte in einen hypnotischen Rhythmus, dem man sich nur schwer entziehen kann. Darüberhinaus zelebriert Kameramann Fabio Zamarion ein Fest für die Sinne, vor allem fürs Auge. Für Freunde von Auktionen, Kunst und Kunstgeschichte ist der suggestive Thriller sowieso ein Muß. Aber wie gesagt, man muss das Verhalten der Protagonisten nicht unbedingt rational deuten wollen, sie folgen dem Gefühl. Und auch vielleicht einem übergeordneten Plan, der nur dann funktioniert, wenn er auf lange Hand sorgfältig geplant ist und somit auch die komplexe Konstruktion und Inszenierung perfekt durchkomponiert ist. Und dies erscheint dann doch im Hinblick auf ein höherwertiges Ziel, dass erreicht sein will, dann doch wieder sehr logisch. "The Best Offer" hat mich sehr gefesselt mit seiner wahnwitzigen und fast albtraumartigen Geschichte.
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Virgil Oldman (Geoffrey Rush), reicher Kunstexperte, Auktionator und eloquenter Misanthrop/Neurotiker/Einzelgänger (Erinnerungen an Melvin Udall/Jack Nicholson in "Besser geht's nicht" werden wach), soll die wertvolle Sammlung der versteckt lebenden Claire Ibbotson (Sylvia Hoeks) bewerten. Wer ist diese Frau hinter der Wand? Sein smarter Restaurator (Jim Sturgess) gibt dem Beziehungsunerfahrenen wertvolle Tipps, wie die Verborgene hervorzulocken sei ...

Ich würde ja gerne so einiges schreiben, aber am Besten hören Sie hier schon auf zu lesen, da man "The Best Offer" möglichst uninformiert sehen sollte - schon die Bestimmung des Genres wäre ein Spoiler. Unpräzise möchte ich nur andeuten, dass Ausstattung und Ambiente des Films anfangs sehr fesseln, Donald Sutherland und Super-Model Liya Kebede in Nebenrollen zähle ich da mal respektlos zum Ambiente hinzu. Im Mittelteil legt sich das Interesse allerdings etwas, da die Handlungen der Protagonisten nicht immer so recht nachvollziehbar sind. Für mich war "Mr. Oldman" zudem zwar ein Sonderling, aber nicht unbedingt einer der sympathischen Art, so dass sich meine Empathie eher bei den Nebenrollen verlor. Die Musik von Ennio Morricone trägt den Zuschauer jedoch elegant zum Ende, welches einen dann mit den vorhandenen (aber notwendigen) Längen absolut versöhnt.

Gute 4 Sterne
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am 1. Januar 2016
Einmal habe ich diesen Film erst gesehen: Ich war von der Story gebannt, aber am Ende verwirrt: Wie ging es denn nun aus? Der Schluss ist wie eine Tür, die sich in ein Nichts voller Fragen öffnet, man kann gar nicht anders als immer wieder rätseln, wie die Schicksale der geschilderten Personen wohl weitergingen.
Virgil Oldman ist großartig gespielt, ebenso exzentrisch wie glaubwürdig. Claires Rolle ist von Anfang an rätselhaft, und als man meint, sie endlich verstanden zu haben, nimmt die Geschichte wieder eine unerwartete Wendung.
Zentraler Satz des Films ist: In einer Beziehung ist es wie auf einer Auktion: Das höchste Gebot gilt! Wer hat nun Claire, und auch wie, das höchste Gebot gemacht? Das Ende hätte das Zeug zu einer Fortsetzung...
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am 16. November 2013
... man kann sie fälschen." Vielleicht ist das die Essenz von Guiseppe Tornatores Film -The Best Offer-. Ich denke allerdings, dass es da noch eine andere Kernaussage gibt. Die lautet: Hitchcock hat seinerzeit wunderbare Krimis gedreht, und: Wer sich auf seine Spuren begibt und seine Kniffe einsetzt, um eine Story spannend, geheimnisvoll und überraschend aufzubauen, der hat alles richtig gemacht. Tornatore hat Hitchcocks Arbeit und auch dessen Kameraführung komplett auf Tasche. Wenn zu dieser Kunst dann noch Schauspieler wie Geoffrey Rush(Virgil Oldman), Donald Sutherland(Billy Whistler) und Jim Sturgess(Robert) kommen, was soll da noch schief gehen?

Virgil Oldman ist DER Auktionator und Kunstkenner der momentanen Kunstszene. Sein Urteil steht über allem. Oldman ist ein seltsamer Typ. Er scheut die Menschen, trägt ständig Handschuhe, um niemanden zu berühren und ist völlig allein. Nur sein alter Freund Whistler trifft ihn öfters. Vor allem, um zusammen mit Oldman die ein oder andere Schummelei bei Auktionen durchzuführen. Oldman sorgt dafür, dass die Auktionspreise bei bestimmten Objekten kellertief sind und Whistler ersteigert die Sachen in Oldmans Auftrag. So hat das Unikum Oldman einen respektablen Kunstschatz von unschätzbarem Wert angehäuft.
Eines Tages wird Oldman per Telefon von Claire Issobet(Sylvia Hoeks) angerufen. Sie hat ein altes Haus geerbt und will die Sachen in der Villa schätzen lassen. Claire ist geheimnisvoll, geradezu ein Phantom. Niemand bekommt sie zu Gesicht. Oldman begibt sich in das Haus und entdeckt dort Schätze, von denen er bisher nur träumte. Mit Hilfe des Tüftlers Robert will er Teile einer mechanischen Figur aus dem 18. Jahrhundert, die er in der Villa gefunden hat, zu einem sensationellen Fund zusammenbauen lassen. Aber Claire kann er davon nichts sagen. Die versteckt sich im eigenen Haus, kommuniziert nur am Telefon, hat eine seltene Krankheit und wird trotzdem für Oldman zu Obsession. Als er Claire dann sieht, ist es um ihn geschehen. Und was dann passiert... das sollten sie sich unbedingt ansehen...

Clever, clever, clever. Eine Hammergeschichte. Oldschool und ziemlich nah an Hitchcocks großen Filmen. Die Kamera nimmt uns gnadenlos mit in Claires Villa und Virgils Leben. Was da passiert scheint oft nur so, wie es aussieht. Die Wirklichkeit steht letztendlich auf einem ganz anderen Blatt Papier. Das hat Tornatore sehr gut hinbekommen. Ein Film, spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Es geht um die Liebe, um Freunde, um sehr viel Geld und noch mehr Gier. Absolut sehenswert!
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am 3. August 2013
Der exaltierte Kunstexperte und Auktionator Virgil Oldman geniest einen weltweiten Ruf. Zudem besitzt er eine atemberaubende private Bildersammlung, die er der Öffentlichkeit vorenthält. An den über Sechzigjährigen Oldman ist nicht leicht heran zukommen. So muss sich Claire Ibbetson echt Mühe geben und ihn mehrfach kontaktieren, bis Oldman sich endlich herablässt und den Nachlass ihrer Eltern in Augenschein nimmt. Der Experten ist von dem beeindruckenden Nachlass nicht sonderlich angetan und sieht zunächst eine Routinearbeit darin. Dann stößt er auf ein Artefakt, dass sein Interesse weckt.

Die raffinierte Geschichte könnte von H.P. Lovecraft sein. Aber das ist sie nicht und er hätte sicher auch einen ganz anderen Schluss angestrebt. Filigrane Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und bringen ambivalente gewöhnungsbedürftige Figuren zum Vorschein. Überraschende Wendungen lassen die Spannung langsam ansteigen. Hervorragend ausgestattete Szenarien verwöhnen das Auge mit so manchem Eyecatcher und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspielern ist eine sehenswerte Filmperle gelungen.
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am 1. Juli 2013
Obgleich die Welt der Kunstauktionen und Gemälde mich eher wenig interessieren, hat mich dieser Film von der ersten Minute gepackt.

Hervorragende Schauspieler ( darunter ein fantastiascher Geoffrey Rush ) und ein sehr spannendes Drehbuch, tolle Musik und eine dichte Atmosphäre, bieten ein hervorragendes Filmerlebnis.

Ein Geheimtipp, meinerseits.
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am 5. Oktober 2013
Einer der besten Filme seit langem!!
Auch wenn der Film einiges an Aufmerksamkeit verlangt - die Story ist erfrischend anders, die Schauspieler in Höchstform!
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am 15. Dezember 2013
Ich habe den Film auf Verdacht und bei einem dieser 4-Euro-pro-Film Angebote erstanden. Die hervorragende, schauspielerische Leistung von Geoffrey Rush ist auch für mich als Laien wirklich unübersehbar. Die Geschichte ist an und für sich unaufgeregt, wird getragen von den interessanten Charakteren und hat trotzdem einige Höhepunkte, einen interessanten Plot-Twist (gut, den sieht man irgendwann schon kommen) und ein bemerkenswertes Ende. Man hat stets das Gefühl, dass sich etwas Schlimmes zusammen braut, dass jeder etwas zu verbergen hat. Morricones Soundtrack setzt das ganze derart gut ins Bild, dass ich zwischendrin sogar die Musik aktiv wahrgenommen habe und das Bild mal eben vernachlässigt habe. Alles in allem, verdammt gut investiertes Geld, für Freunde von feinsinnigen Filmen.
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