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63 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sensibles Thema - sensibel inszeniert!
Zwei Dinge vorweg:
1. Meine Rezension beinhaltet zwar Teile der Handlung, jedoch nur bis zu den erhobenen Missbrauchsvorwürfen gegen Lucas. Dies ist zugleich Teil der offiziellen Filmbeschreibung. Ich verrate also nicht zu viel.

2. Die DVD war (zum Zeitpunkt des Verfassens meiner Rezension) noch nicht erschienen. Ich habe den Film also damals im Kino...
Vor 15 Monaten von Mephitidas veröffentlicht

versus
8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ...leider zu eindimensional.
Nach Schließung der Schule, an der der Lehrer Lucas (Mads Mikkelsen) angestellt war, arbeitet er in einem ortsansässigen Kindergarten. Aufgrund einer Bemerkung der kleinen Klara gegenüber der Kindergartenleiterin, entsteht der Verdacht, dass Lukas sich sexuell dem Kind genähert hat…

"Die Jagd" ist ein dänischer Spielfilm, der...
Vor 10 Monaten von Eric Lyle veröffentlicht


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63 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sensibles Thema - sensibel inszeniert!, 17. April 2013
Von 
Mephitidas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
Zwei Dinge vorweg:
1. Meine Rezension beinhaltet zwar Teile der Handlung, jedoch nur bis zu den erhobenen Missbrauchsvorwürfen gegen Lucas. Dies ist zugleich Teil der offiziellen Filmbeschreibung. Ich verrate also nicht zu viel.

2. Die DVD war (zum Zeitpunkt des Verfassens meiner Rezension) noch nicht erschienen. Ich habe den Film also damals im Kino gesehen. Wer in meiner Rezension Angaben zu Features, Bonusmaterial, Ton- sowie Filmqualität oder Menüführung vermisst, sei bis dato vertröstet: Es bleibt vorerst bei einer inhaltlichen Beschreibung. So viel sei aber gesagt: Unbedingt in dänischem Originalton anschauen!

Handlung
**********
Lucas lebt ein scheinbar einfaches und zufriedenes Leben in einer dänischen Kleingemeinde. Die Nachbarn sind Altbekannte, Jugendfreunde und Verwandte, man trifft sich regelmässig zum Nacktbaden am Weier, hilft einander mit Mehl, Eiern und Marmelade aus, geht miteinander auf die Jagd oder in die Kirche und trinkt abends in grosser Runde Selbstgebrannten. Wahrlich - hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein!

Lucas ist ein vierzigjähriger Kindergärtner und wohnt einen Steinwurf vom Kindergarten entfernt. Jeden Morgen spaziert er durch die Gemeinde zur Arbeit, wo die Kinder bereits hinter Büschen und Steinen auf ihn lauern. Der familiäre Dorfcharakter macht auch vor der Arbeit nicht Halt: Lucas ist Nanny, Mama, Ersatzpapa, Kindergärtner und bester Freund der Kinder. Er tollt mit den Kleinen im Grünen, begleitet sie an's stille Örtchen, holt sie von zuhause ab und bringt sie abends wieder heim. Sowohl die Kinder als auch deren Eltern vertrauen Lucas blind. Zugleich sind die Kinder für den geschiedenen Lucas, der erst vor Kurzem seine Stelle als Lehrer verloren hat, Lucas grosse Erfüllung und sein eigentlicher Lebensinhalt.

Besonders bei der kleinen Klara aus der Nachbarsfamilie scheint Lucas einen Stein im Brett zu haben. Klaras Vater Theo ist - wie beinahe alle Väter im Dorf - ein guter Freund von Lucas. Doch in Theos Ehe liegt einiges im Argen: Klaras Eltern streiten sich des Öfteren und Klaras grosser Bruder kämpft gerade mit den Tücken der Pubertät. Klara gerät, als weitaus jüngstes und verletzlichstes Familienmitglied, ein wenig in Vergessenheit. Sie ist hochsensibel, verträumt und mit ihren fünf Jahren vor allem noch viel zu jung, um mit der Situation adäquat umzugehen. Klara scheint den Leidensdruck auf ihre ganz persönliche Art und Weise zu absorbieren. Aufgrund dessen entwickelt Klara u.a. eine latente Zwangsstörung. So darf sie weder auf Fugen noch auf Streifen, Randsteinkanten oder Rillen treten. Sie umgeht sogar zuhause akribisch den Plattenboden. Lucas - als Kindergärtner und Freund der Familie - nimmt sich ihrer an, so gut er eben kann. Morgens holt er Klara von zuhause ab und bringt sie abends wieder heim. Hand in Hand zusammen unterwegs, achtet Lucas auf den Weg, während Klara die Fugen und Rillen auf dem Boden im Auge behält.

Von den Eheproblemen in Klaras Familie hält sich Lucas - aus Respekt vor Theo und als Freund der Familie - so gut er kann fern. Klara hingegen scheint in Lucas einen (neuen) Freund, Papa und Beschützer gefunden zu haben, der sie als Einziger versteht, ihr zuhört und sich um sie kümmert. In ihrer infantilen Art, Dankbarkeit zu zeigen, schenkt Klara Lucas ein Herz aus Bügelperlen und lässt es unauffällig in seine Tasche gleiten. Später, bei einer Tollerei im Kindergarten, küsst Klara Lucas schliesslich auf den Mund. Lucas reagiert sofort und stellt Klara zur Rede. Klara, eingeschüchtert und zurückgewiesen, streitet alles ab.

Eines Tages, bei Klara zuhause, bekommt sie auf dem iPad ihres grösseren Bruders pornographische Inhalte zu sehen. Was für den pubertierenden Bruder zum Erwachsenwerden gehört, verstört Klara zusätzlich. Überwältigt und als quasi "stummen Hilfeschrei" verarbeitet Klara das Gesehene zu einer phantastischen Geschichte, die sie eines Tages Grethe - ihrer Kindergärtnerin und einer langjährigen Arbeitskollegin von Lucas - anvertraut. Auch im Hinblick auf Lucas' Zurückweisung nach Klaras Kuss ist Lucas für Klara nicht mehr nur Beschützer, sondern jemand weiteres, der sich ihren Anliegen verschliesst. Und so soll ihr Lucas näher gekommen sein, als sie es sich zu Beginn gewünscht hat.

Inhalt
**********************

Klaras detailreiche Schilderung des Übergriffs finden auf Anhieb Gehör. Woher hat Klara diesen Detailreichtum? Wie kommt sie zu diesen Beschreibungen von Lucas?

"Jagten" zeigt brutal aber fein inszeniert, wie die Gesellschaft - in diesem Falle die dänischen Gemeinde - auf Klaras Vorwürfe Lucas gegenüber reagiert. Gleichsam ist dies - abseits der Schuldfrage - die eigentliche Handlung von "Jagten". Und die gibt mehr als genug her.

Vinterberg schneidet dabei eine Reihe heikler Gesellschaftsthemen an:

- Alltaspsychologische Argumentationen ("Im Zweifel für das Kinde!", "Ein Kind lügt nie!", "Seht ihn Euch an. Er war schon immer der Ruhigste im Dorf!").
- Ein selbsternannter Schulpsychologe, der Klara mit seinen Suggestivfragen jene Antworten entlockt, die er von Anfang an zu hören beabsichtigt.
- Eine aufgebrachte Lehrerschaft die sich plötzlich dazu ermächtigt fühlt, als Richter über Klaras und Lucas Leben aufzutreten.
- Klaras Eltern, die zwischen den Aussagen ihres Kindes und der langjährigen Freundschaft zu Lucas stehen.
- Entferntbekannte und Einwohner aus dem Dorf, die die Anschuldigungen gegen Lucas brühwarm aufnehmen und mit eigenen Ideen ausschmücken. Plötzlich will es jeder gesehen und gewusst haben.
- Hausfriedensbruch und Morddrohungen gegen Lucas und seine Familie.
- Und schliesslich die scheinbar hoffnungslose und von elender Scham besetzte Situation, in welcher sich der Beschuldigte befindet.

Nicht nur Lucas sondern auch der Zuschauer bricht hart mit den erhobenen Vorwürfen. Es machen sich Ohnmacht und Fassungslosigkeit breit, die einen tief erschüttern. Das zugleich grösste Dilemma ist, dass man jede einzelne Sichtweise der involvierten Personen sehr gut nachvollziehen kann. Von der Sicht des Metzgers, der Lucas täglich Hand in Hand mit der kleinen Klara gesehen hat bis hin zu Theo, der sich über jeden Zweifel erhaben auf die Seite seiner Tochter stellt und seinen langjährigen Freund der Pädophilie bezichtigt.

Eigene Meinung
****************
Ich habe dem Film im Vorfeld sehr kritisch gegenüber gestanden. Das Thema Pädophilie und/oder sexueller Missbrauch an Kindern ist mehrfach und vielerorts laienhaft und stereotyp abgehandelt worden. Sei dies im Film, in der Literatur, der Tages- und leider auch der Fachpresse.
Der einzige Beweggrund, warum ich mir den Film angesehen habe war die Hoffnung, dass ich es a) nicht mit einem überladenen Hollywood-Abklatsch zu tun habe und weil ich b) in der Vergangenheit mehrheitlich gute wenn nicht gar überwältigende Erfahrungen mit nordländischen Filmen gemacht habe. Und so hat mich auch Jagten ziemlich überzeugt.

Bei Vinterberg bleibt in der Fülle der verarbeiteten Dilemmata zwar keines ausgelassen, jedoch greift er die einzelnen Sachverhalte sehr emotional gefärbt und fein inszeniert auf. Überladen wirkt's zu keiner Zeit. Sowohl das Drehbuch als auch der fassungslose und ohnmächtigen Hauptdarsteller Mads Mikkelsen, dessen überragende schauspielerische Leistung ich an dieser Stelle noch einmal hervorheben möchte, überzeugen auf voller Länge.

Zudem verwendet Vinterberg sehr viele clever ausgewählte und empathische Momente, die im Film immer wieder aufgegriffen werden. Als Zuschauer wird man dadurch emotional an die Geschichte gebunden. Die Personen wachsen einem sehr an's Herz. Durch die schroffe, brüderliche und nordländische Art fällt der Fokus gezielt auf das rein Zwischenmenschliche, die Emotionen und die Freundschaft untereinander. Dies erlaubt es einem als Zuschauer, den Film nicht als "Schauspiel", sondern als mögliches Szenario zu erleben, das einem selbst oder einem Freund passieren könnte. Man denkt sich: Wie würde ich handeln? Was würde ich tun? Auf wen soll ich böse sein und wer trägt die Verantwortung für das Geschehene? Könnte ich meinem besten Freund jemals wieder in die Augen schauen? Und würde ich es wagen, an den Aussagen meines eigenen Kindes zu zweifeln?
Egal, für was man sich entscheiden würde: Es gibt mindestens ein Gegenüber und mindestens ein Gegenargument, welches für oder dagegen sprechen würde, so dass man als Zuschauer ständig dazu angehalten ist, die eigenen Vorurteile zu überdenken und zu korrigieren. Es gib also weder einen Pro- noch einen Antagonisten, kein wirkliches Gut und kein Böse, keine Schuld- und keine Undschuldsfrage sondern schlicht die unbequeme Wahrheit und die Frage, wie es zu so etwas kommen kann und vor allem, wie es weiter gehen soll.
Eine Frage mit starkem gesellschaftlichen und sicherheitspolitischem Charakter. ALlgemein lässt Vinterberg sehr viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Auch während des Films. Die Dialoge z.B. sind kräftig und "griffig", aber spartanisch und teilweise eher knapp. Das lässt einem Zeit.

Auch der spartanische aber umso heftigere Schluss steht meiner Meinung nach für das Insgesamt des Filmes. So viel sei verraten: Das Ende könnte nüchterner und zugleich zermürbender kaum sein. Auch hier verzichtet Vinterberg bewusst auf eine komplizierte Argumentationskette, wie man es aus anderen Filmen kennt und die sich ohnehin nur unschlüssig auflösen lässt.
Und wenn ich auf das eingangs Erwähnte noch einmal zurückkommen darf: Wenn möglich unbedingt in dänischem Originalton ansehen! Ich halte den Originalton durchaus nicht überall für viel ergiebiger. Aber gerade im Hinblick auf dieses "Puristische" des Filmes halte ich es hier für empfehlenswert. Das Raue und Brüderliche der dänischen Sprache unterstreicht den emotionalen Inhalt, wo die deutsche oder englische Sprache vielleicht bereits zu ausufernd und zu überladen gewesen wäre. Ausserdem unterstreicht es die hervorragende schauspielerische Leistung, was ich mir vor allem bei den sehr feinen und teilweise flüsternden Dialogen der kleinen Klara mit Synchronisation problematisch vorstellen könnte.

Als abschliessendes Fazit:
Ein gutes Zeichen für mich und somit für die Qualität des Filmes war, dass ich nicht völlig verstört Gedanken darüber gemacht habe oder gar die Handlung noch einmal durchgehen musste, weil sie keinen Sinn ergibt, sondern dass ich den Film an und für sich unbeschwert verdaut habe. Ich war zwar zu Tränen gerührt, aber gleichzeitig dazu angehalten, mich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig meisterhaft wie auch betrübend war die Tatsache, dass ich in diesem Film ein mögliches Szenario erkannt habe, das sich ohne Weiteres auf mein Leben übertragen liesse. Oder auf das eines Freundes. Oder das meines Nachbarn. Oder auf das Leben eines jenen, den ich nur flüchtig aus dem Dorf kenne. Und darin liegt für mich die wahre Kunst von "Jagten." Ein Film, der mit so viel auskommt wie eben nötig ist, den Fokus auf das Wesentlichste lenkt und genau deswegen viel mehr bietet, als es so manch andere (überladenere) Produktion wahrscheinlich getan hätte.

Das Geheimnis
*************
In meinen Augen steckt das Geheimnis des Filmes in Vinterbergs apolitischer Annäherung an die Thematik. Keine Floskeln, keine Anspielungen auf medial prominente Fälle, sondern pure Emotionen. Der Rahmen des Filmes bewegt sich ausschliesslich auf gesellschaftlichem, ethischem und psychologischem Niveau. Und ich halte Vinterberg sehr zugute, dass er auf eine zwanghaft aufgedrückte "Mässätsch" (= Message) verzichtet hat. Somit findet jeder Zuschauer seinen ganz persönlichen Zugang zum Thema. Auch solche Zuschauer, die - in welcher Art auch immer - u.U gar persönlich davon betroffen sind.

Meisterhaft, vier Sterne!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Kinder und Narren sagen die Wahrheit." Immer?, 28. Oktober 2013
Von 
Robert Hill "roberthill99" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd [Blu-ray] (Blu-ray)
Dass die Geschichte, die dem Film "Die Jagd" zu Grunde liegt, nicht ganz an den Haaren herbeigezogen ist, musste ein Praktikant in einem deutschen Kindergarten vor ein paar Jahren am eigenen Leib erfahren. Weil er die Annäherungsversuche einer Erzieherin nicht erwiderte, streute sie das Gerücht, er sei wohl homosexuell und würde sich an den Kindern vergreifen. Die aufgebrachten Eltern und die örtliche Presse starteten damals eine schmutzige Kampagne, die dem jungen Mann heute noch anhängt. Obwohl die Angelegenheit recht zügig aufgeklärt und er vollständig rehabilitiert wurde. Irgendwas bleibt halt immer hängen.

Ähnlich ergeht es Lucas, hervorragend gespielt von Mads Mikkelsen. Eher introvertiert, ist er vom Glück nicht gerade verfolgt. Den Job als Lehrer verlor er, als die Schule geschlossen wurde. Er ist geschieden und leidet unter der Trennung von seinem 15 jährigen Sohn. Dennoch ist er in der Gemeinschaft der dänischen Kleinstadt voll akzeptiert. Grade als er sein Leben wieder langsam in den Griff bekommt - er arbeitet als Erzieher im Kindergarten, lernt eine nette Partnerin kennen und der Sohn will in wenigen Wochen zu ihm ziehen - geschieht das Unheilvolle.

Klara (5 Jahre), die Tochter seines besten Freundes, sieht auf dem IPad ihres pubertierenden Bruders ein paar Pornoszenen, die sie nicht verarbeiten kann. Am nächsten Tag bekommt sie einen Ehestreit ihrer Eltern mit. Sichtlich davon verwirrt, schenkt sie Lucas, den sie offensichtlich sehr gern mag und vertraut, ein Herz aus Bügelperlen und küsst ihn bei einer kleinen Rangelei mit anderen Kindern auf den Mund. Lucas weist die kleine Verehrerin freundlich, aber bestimmt, zurück. Klara ist davon so beleidigt, dass sie der Kindergartenleiterin erzählt, Lucas wäre ihr mit sexuellen Avancen näher gekommen.

Was dann folgt, könnt Ihr Euch selbst ausmalen. Jeder der Erwachsenen tut nichts als seine Pflicht. Aus vagen Verdächtigungen werden Behauptungen. Und auch die zaghaften Versuche Klaras (grandios: Annika Wedderkopp), die Sache richtig zu stellen, können daran nichts ändern. Leise aber zielstrebig entwickelt sich ein Thriller, der keine Sekunde langweilig ist. Obwohl Regisseur Vinterberg die Geschichte eher ruhig erzählt, spannend bleibt es bis zum überraschenden Ende. Das teuflische daran: Der Zuschauer versteht zu jedem Zeitpunkt die Handlungen jeder Figur. Obwohl man es ja besser weiß. Irgendwie ist alles nachvollziehbar, jeder hat mit seinem Wissensstand irgendwo recht.

Wenn ich überhaupt Kritik an diesem Film äußern kann, dann eigentlich nur am für meinen Geschmack etwas zu passiven Umgang von Lucas mit seiner Situation. Obwohl die Anschuldigungen schwer sind und seine Existenz Zug um Zug vernichtet wird, wehrt er sich zu keinem Zeitpunkt, z.B. indem er einen Anwalt oder Gegengutachter einschaltet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top Ten Film, 5. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd [Blu-ray] (Blu-ray)
Seit Langen mal wieder ein Film der unter die Haut geht. .Nicht schon wieder das übliche herum Geballere.
Ein Film mit Nachdruck. Auge um Auge, Zahn um Zahn ohne Rücksicht auf Verluste.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Ruf ist schnell geschädigt, aber ihn reinzuwaschen dauert ewig.. Geheimtipp der Extraklasse!, 11. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
Ein Film der wirklich unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Besonders wenn man daran denkt, das jeder einzelne von uns in diese Situation kommen kann. Als Berufsschullehrer habe ich vor sowas am meisten Angst. Eine schlichte Aussage oder Beschuldigung und man wird seines Lebens nicht mehr froh.... genauso wie der Hauptdarsteller in diesem Streifen. Lucas, selbst Familienvater aber geschieden, arbeitet als Erzieher in einem Kindergarten. Alles läuft gut, die Kinder lieben ihn, ganz besonders Klara die Tochter seines besten Freundes. Sie will mit ihm kuscheln und küsst ihn auf den Mund. Lucas macht ihr klar, dass sich das nicht gehört und dass man nur seinen Vater auf den Mund küsst. Klara fühlt sich nach dieser Abweisung verletzt und er zählt der Leiterin des Kindergartens, dass Lucas sie angefasst hätte und er ihr seinen Penis gezeigt hat. Die Kindergärtnerin ist verpflichtet das zu melden. So erfahren es die Eltern, die Freunde und in kürzester Zeit die ganze Kleinstadt. Und die Stadt macht Jagd auf den Kinderschänder...

Ein Film der einen schockt und man sich vor dem Fernseher absolut hilflos fühlt und dem Darsteller am liebsten helfen will...
Geheimtipp der Extraklasse!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heikles Thema genial inszeniert, 31. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd [Blu-ray] (Blu-ray)
Das Kinder eine lebhafte Fantasie haben, mag wohl keiner bestreiten, der solche sein Eigen nennt, oder im Berufsleben mit den "kleinen Menschen" zu tun hat. Das solch eine Einbildungskraft aber auch in seltenen Fällen schwer nach hinten los geht, bekommt der ehemalige Lehrer Lucas (Mads Mikkelsen), der mittlerweile einen neuen Job in einem Kindergarten gefunden hat, am eigenen Leib zu spüren.

Lucas, der sich gerade im Sorgerechtsstreit um seinen Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) befindet, kümmert sich sehr liebevoll um alle Kinder an seinem neuen Arbeitsplatz. Auch um die kleine Klara (Annika Wedderkopp), die die Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen) ist. Klara verliebt sich in Lucas und küsst ihn auf den Mund, worauf Lucas ihr sagt, dass man das nur bei seinen Eltern darf. Klara überwindet diese Sache nicht, woraufhin sie der Kindergartenleiterin Grethe (Susse Wold) erzählt, dass sie das Glied von Lucas gesehen hat. Und es hat nach oben gestanden.
Damit bringt Klara eine Welle ins Rollen, die das Leben von Lucas und seiner Familie dramatisch verändert...

Ich meine, wir sind uns in diesem Punkt wohl alle einig. Es gibt wohl keine Personen, die wir mehr hassen und verachten als pädophile Menschen. In Thomas Vinterbergs neustem Film werden wir doch Zeuge, wie ein komplett unschuldiger Mensch dieser abartigen Neigung bezichtigt wird. Das Problem, bzw. eigentlich das Geniale dabei ist, dass wir Zuschauer die einzigen Zeugen sind und wissen, dass dies nur aus einer verschmähten Kinderfantasie entsprungen ist - die (fiktiven) Kleinstadtbewohner jedoch nicht.

So nimmt das Unheil seinen Lauf: Zuerst wird spekuliert, ob an Klaras Geschichte etwas Wahres dran ist. Als Klara später sogar selbst zugibt, dass sie diese Geschichte nur erfunden hat, wird das von den mündigen Bürgern als eine Art Verdrängung abgehakt, die bei traumatisierten Kindern auch üblich sind.

Der Plot, der auf leisen Sohlen daherkommt und sich enorm auf die Entwicklung der Charaktere konzentriert, bezieht seine Intensität und Spannung ganz klar von dem heiklen Thema und dessen Folgen. Wir müssen uns selbst ständig mit der Frage auseinandersetzen: Wie würden wir reagieren, wenn wir wüssten, dass wir in einem Menschen, den wir als guten Freund kennengelernt haben, sich plötzlich als Pädophiler rausstellt? Ob es stimmt oder nicht spielt dabei ab einem gewissem Zeitpunkt keine Rolle. Die Stimme des Volkes zählt und genau das macht den Film zu einem kleinen Meisterwerk.

Aus anfänglicher Abneigung gegenüber Lucas entwickelt sich langsam Groll und Hass auf diese Person, was auch später in unglaublich intensiven psychischen wie physischen Gewaltszenen ausartet. Lediglich sein Sohn und dessen Onkel glauben an die Unschuld Lucas und halten zu ihm, was ihm jedoch keinen wirklichen Halt gibt, da der Mob in Überzahl und allgegenwärtig ist.

Was mir zu Beginn etwas sauer aufstoß (also quasi meine einzige negative Kritik), ist, dass der beschuldigte Lucas anfangs auf die Beschuldigungen zu harmlos reagiert und man als passiver Zuschauer meinen könne, er wäre ins Valium-Fass gefallen. Ich versuche mich in seine Lage zu versetzen und ganz ehrlich: Ich würde ausrasten und handeln. Lucas nimmt alles hin, sagt zwar, dass alles nicht stimmen kann, aber dies mit einer viel zu ruhigen Art.
Regisseur Vinterberg stellt das aber verdammt schick an: Den ansich eh schon ruhigen und vernünftigen Charakter Lucas (Mads Mikkelsen liefert wie so oft eine perfekte Performance) bringt er im weiteren Verlauf förmlich zum Explodieren, so dass hier auch ein paar Szenen an "Falling Down - Ein ganz normaler Tag" erinnern. In manchen Szenen kann man nur staunen und sagen, dass Lucas den Mut eines Löwen mitbringt.

Dennoch geht es hier nicht ausschließlich um den Hauptcharakter sondern auch um seinen Sohn Marcus, der mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hat und dennoch zum Opfer aufgrund der Verwandtschaft wird.
Es ist gleichzeitig faszinierend so wie auch schockierend mit anzusehen, wie die Person Lucas nach und nach demontiert wird, seine ehemaligen Freunde sich gegenüber ihm entwickeln und dies alles in einem Finale endet, das man nicht besser hätte lösen können.

Ich kann nur eins sagen: Regisseur Vinterberg (der mir bisjetzt nicht wirklich durch andere Filme aufgefallen war) liefert mit "Die Jagd - The Hunt" eines der besten Dramen 2013 ab und man kann ihm nur gratulieren. Ein heikles Thema wurde grandios umgesetzt mit brillianten Darstellern gespickt und dieser Film setzt jede Menge unterschiedlicher Emotionen frei. Für Leute, die mit ruhigen Erzählpötten klar kommen, müssen hier zugreifen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berufsrisiko, 29. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
... beziehungsweise "Les risques du métier" oder "Die Verleumdung", so nannte André Cayatte seinen 1967 entstandenen Film um einen Dorfschullehrer (Jacques Brel in seiner ersten Hauptrolle), der von einer Schülerin der Vergewaltigung angeklagt und daraufhin einer wahren Hexenjagd ausgesetzt wird.
Unter dem Titel "Die Jagd" hat Thomas Vinterberg nun eine Art inoffizielles Remake des leider ein wenig in Vergessenheit geratenen französischen Klassikers mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle gedreht.

Dieser spielt hier den Lehrer Lucas, der in einem Kindergarten in einer dänischen Kleinstadt arbeitet.
Sämtliche Kinder lieben ihn, insbesondere die kleine Klara.
Als diese sich in ihrer Zuneigung von Lucas zurückgewiesen fühlt, erzählt sie der Leiterin des Kindergartens, ohne sich der Tragweite ihrer Worte auch nur annähernd bewusst zu sein, sie habe Lucas' Geschlechtsteil gesehen.
Obwohl Klara im Kindergarten dafür bekannt ist, auch schon mal Fantasiegeschichten zu erzählen, wird die Kindergartenleiterin hellhörig, schaltet erst einen Psychologen und dann die Polizei ein, suspendiert Lucas vorübergehend vom Dienst und informiert sowohl Lucas' geschiedene Frau als auch sämtliche Kollegen und Eltern und tritt damit eine unerbittliche Hexenjagd auf den vermeintlichen "Kinderschänder" los, die weitere Beschuldigungen nach sich zieht und selbst dann nicht aufhört, als sich Zweifel an Klaras Aussagen mehren und einige der gegen Lucas erhobenen Anschuldigungen eindeutig widerlegt werden können.

Vinterberg geht das schwierige Thema Kindsmissbrauch sehr behutsam und mit einer hervorragenden Darstellerriege an und enthält sich weitgehend jeglicher Parteiischkeit, so daß der Film wirklich sehr nachdenklich macht.
Kindsmissbrauch ist schlimm, so schlimm, daß es in jedem Fall richtig ist, hellhörig zu sein und lieber einem Verdacht zuviel als zuwenig nachzugehen.
Auch die Neigung, in einem solchen Fall zuerst mal dem Kind Glauben zu schenken, Vorsicht gegenüber dem Beschuldigten walten zu lassen und möglichst zu verhindern, daß er bis zur Klärung des Sachverhaltes mit Kindern in Kontakt kommt, ist nachvollziehbar und wohl auch sinnvoll, aber wie weit darf diese Neigung gehen, ohne den rechtsstaatlichen Grundsatz, nach dem jeder Angeklagte als unschuldig zu betrachten ist, bis seine Schuld erwiesen ist, zu verletzen?
Ganz langsam und allmählich entwickeln sich die vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen wie Lucas' Suspendierung vom Dienst und das nachvollziehbare Misstrauen der kleinstädtischen Gemeinschaft zu einer inakzeptablen Hexenjagd, in deren Verlauf Steine fliegen, Hausverbote erteilt werden und sogar die Lucas Nahestehenden, die selbst im Falle seiner Schuld selber unschuldig wären, mit ins Kreuzfeuer der aufgebrachten Verfolgerschar geraten.
Das Ganze ist, nicht nur von Mads Mikkelsen, sondern von sämtlichen Beteiligten einschließlich der kleinen Annika Wedderkopp als Klara, hervorragend gespielt, folgt einem intelligenten Drehbuch mit stimmigem Spannungsaufbau und bietet ferner eine schöne Kameraarbeit, die die triste Kleinstadtatmosphäre stimmig einfängt und auch ein paar schöne Landschaftsaufnahmen zeigt.

Fazit: Ein absolut sehenswerter Film, der nachdenklich macht und einen auch über den Abspann hinaus noch eine ganze Weile beschäftigen kann.
Für das fünfte Sternchen fehlte mir hier dennoch das I-Tüpfelchen, der letzte Wow-Effekt, was zu einem nicht unerheblichen Teil mit daran liegen dürfte, daß ich Cayattes "Original" von 1967 eben noch einen kleinen Tick besser fand.
Dies sei mir als großer Brel-Verehrerin nachgesehen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heikles Thema - nahezu perfekte Umsetzung - Mads Mikkelsen in Höchstform, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
Darf man bei mutmaßlichem Kindesmissbrauch auf der Seite des Beschuldigten stehen? Diese Frage stellt „Die Jagd“, ein Film des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg, der 2012 seine Premiere feierte und im März diesen Jahres in die deutschen Kinos kam. Seit zwei Wochen steht das Werk auch als DVD und Blu-Ray in den Läden.

Es ist ein heikles Thema, das der Film behandelt und es ist sicher auch keine leichte Kost, die der Zuschauer hier zu sehen bekommt. Der Lehrer Lucas arbeitet nach der Schließung seiner Schule als Erzieher im örtlichen Kindergarten, den auch die kleine Tochter seines besten Freundes besucht. Das Mädchen fühlt sich stark zu Lucas hingezogen. Als es jedoch Zurückweisung erfährt, schlagen die Gefühle um und das Mädchen äußert gegenüber der Kindergärtnerin (erfundene) Dinge über Lucas, die diese als Beschreibung eines sexuellen Übergriffs durch den Erzieher deutet. Während der folgenden anderthalb Stunden zeichnet Vinterberg das Porträt eines zu Unrecht beschuldigten Mannes, der zwar versucht, gegen die Vorwürfe vorzugehen und wiederholt seine Unschuld beteuert, von seinen Mitbürgern aber nur Abweisung erfährt. Nach und nach fallen auch seine Freunde und Vertrauten von ihm ab, nur wenige glauben ihm. Zum Plot gesellt der Regisseur außerdem eine Vater-Sohn-Geschichte, die ebenfalls von den Vorfällen beeinflusst wird. Dabei verliert sich Vinterberg dennoch keineswegs in komplizierten Beziehungsgeflechten, sondern schafft es, die Handlung fokussiert und konsequent zu erzählen. Unterstützt wird er dabei von Hauptdarsteller Mads Mikkelsen, der hier schlicht grandios agiert und für diese Leistung völlig zu Recht den Darstellerpreis in Cannes bekommen hat. Er verkörpert den verzweifelten, hilflosen Beschuldigten so intensiv und lebendig, dass man beinahe vergisst, einen Film zu sehen und nicht die Realität. Wie selbige bei einem Szenario wie diesem aussehen könnte, zeigt der Film nur zu gut. Unvorstellbar erscheint die Geschichte mitnichten.

Allerdings konzentriert sich „Die Jagd“ nicht krampfhaft auf die im Mittelpunkt stehende Person des Ausgegrenzten; vielmehr richtet sich der Blick auch auf das Verhalten der Gesellschaft um ihn herum. Dabei spielen Vertrauen, Mitläufertum und die Fähigkeit, zu vergeben, eine große Rolle. Genauso wie die Reaktion auf den Vorwurf des Kindesmissbrauchs, die sich vehement gegen den Beschuldigten richtet und diesem im Grunde keine Chance lässt. Der Film behauptet keineswegs, dass Fälle wie der dargelegte die Regel sind, er zweifelt nicht an der Schwere des beschriebenen Verbrechens, er spricht sich nicht gegen Sensibilität in Bezug auf das Thema aus, nicht dagegen, zunächst vom Schlimmsten auszugehen. Doch er kritisiert die Endgültigkeit, die die Vorwürfe haben, wenn sie an die Öffentlichkeit gelangen, er kritisiert, dass die Menschen oft nicht wahrhaben wollen, dass auch die Möglichkeit eines Missverständnisses, einer Unschuld des Angeklagten besteht.

„Die Jagd“ ist ein zermürbendes Drama über einen von der Gesellschaft Ausgestoßenen, der – trotz der scheinbaren Ausweglosigkeit – nie seinen Lebenswillen verliert und nie aufhört, für seine Würde zu kämpfen. Dem Film, dessen triste Grundstimmung irgendwie an „Winter’s Bone“ erinnert, gelingt es, das schwierige Thema Kindesmissbrauch, von einer ganz neuen Seite zu beleuchten und überzeugt damit auf ganzer Linie. Neben der Story überzeugt er außerdem durch eindringliche und tolle Bilder, die durch die hervorragende Kameraarbeit und den Schnitt möglich gemacht wurden. Getragen wird das Ganze vom durchgängig phänomenalen Cast, allen voran der oben bereits genannte Mads Mikkelsen, den wahrscheinlich viele noch als James-Bond-Bösewicht in „Casino Royale“ in Erinnerung haben und der zurzeit als Hannibal Lecter in einer amerikanischen Serie zu sehen ist. Des Weiteren ist auch die Leistung der jungen Annika Wedderkopp hervorzuheben, die in der Rolle des Mädchens – der Ursache für den Konflikt des Films – glänzt. Noch dazu hat das Drehbuch die schwierige Aufgabe, ein passendes Ende für die Handlung zu finden, mit Bravour gelöst. Darüber soll an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten werden.

Auch wenn der Film vereinzelt einige Längen aufweist, stellt er doch ein Highlight des laufenden Kinojahres dar. Hier kann man ohne zu zögern zugreifen. „Die Jagd“ ist das Geld auf jeden Fall wert.

Meine Wertung: 9,5/10
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realität. Wie oft passiert sowas tatsächlich auf der Welt?, 24. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
Es ist schwierig einen so schweren Film zu beurteilen. Ist etwas gut wenn es einem die ganze Zeit einen Stein auf die Seele legt? Es ist eher schockierend. Denn dieses Szenarion ist sicher nicht nur Fiktion. Was wenn das wirklich passiert? Aus der Nummer kommt man als Beschuldigter doch gar nicht mehr heraus. Ein Kind denkt sich etwas aus, die Masse tuschelt, wie bei Stille Post wiegelt sich das Thema auf und es kommt eine brutale Story dabei heraus. Das Kind weiß schon gar nicht mehr worum es geht und das Leben eines Menschen ist vorbei. Die Eltern reden dem eigenen Kind ein es habe ganz sicher erlebt was es sich ausgedacht hat und das Kind glaubt am Ende das was die Eltern sagen. Logische Reaktion. Man kann die Angst und die Wut aller Eltern verstehen. Dass sie über eine lebenslange Freundschaft hinaus geht und überwiegt ist wohl auch verständlich. Die Liebe zum eigenen Kind überwiegt alles. Das sollte sie zumindest. Man kann wohl alle Beteiligten verstehen. Jedoch bleibt zu hoffen, dass die Gesetze in allen Ländern irgendwann dazu kommen für dieses Szenario eine Patentlösung zu finden, die es ermöglicht die Wahrheit ans Licht zu führen ohne dem Kind weiter zu schaden und ohne dem Beschuldigten leichtfertig das Leben und die Freiheit zu nehmen. In dieser Sache sollten sich die Regierungen dieser Welt zusamentun und an einer Lösung arbeiten. Wenn man allerdings bedenkt, dass vielleicht Tausende von derartigen Verbrechen alleine durch die Überempfindlichkeit von Eltern aufgedeckt werden, die sonst im Sande verlaufen würden, dann müssen wir wohl den einen oder anderen Fall akzeptieren bei dem ein Unschuldiger einfach alles verliert. Es bleibe betont, dass derartige Vergehen, wenn sie denn tatsächlich passiert sind, nicht nur von Männern begangen werden. Der Frauenanteil ist sicherlich um einiges niedriger. Dennoch existiert signifikant einer.

Der Film ist etwas ganz Schweres, dass man nicht mit mehreren schauen sollte. Außer alle halten die ganze Zeit den Schnabel und diskutieren im Anschluss darüber bis zum Morgengrauen, denn das könnte man. Ich bin froh, dass ich ihn alleine gesehen habe denn so kam der Film genau dort an wo er wohl auch ankommen sollte. Und zwar ganz tief in Herz und Seele. Übrig bleibt die Frage, die sich nicht klären lassen will:

Was würde "ich" tun? Sowohl als Elternteil als auch als Opfer...
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was einmal gesagt wurde, kann nicht mehr zurück genommen werden...., 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
Realistisch, emotional, eiskalt. Der dänische Film Die Jagd" punktet durch seine Nähe zur Realität. Ohne große Effekte schafft der Film es doch, dass man als Zuschauer mitfiebert, weint, bangt und verzweifelt. Dieser Film kann Angst machen vor der Stumpfsinnigkeit vieler Menschen und der Folge von ausgesprochenen Worten. Anschauen und nachdenken....
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich war begeistert..., 9. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jagd (DVD)
... mit welcher Eindrücklichkeit und Glaubwürdigkeit besonders Mads Mikkelsen seine Rolle spielte: einfach genial. Der Film behandelt ein sensibles Thema, welches jedoch in meinen Augen einen hohen Realitätsbezug aufweist; also bestimmt auch so oder so ähnlich ablaufen könnte.

Ich war die knapp 180 Minuten sehr gefesselt von diesem Film (wie schon lange nicht mehr), obwohl die Handlung an sich sehr ruhig ist. Aber wahrscheinlich macht genau das die Spannung aus, man fühlt sehr intensiv mit dem "Gejagten" mit und fordert insgeheim "Gerechtigkeit".

Schon jetzt einer der besten Filme dieses Jahres. 5 Sterne.

Allerdings sollte man schon ein Interesse am Thema sowie generell an Filmen höheren Anspruchs mitbringen. Das ist nichts für den typischen Mainstreamer, der einen Actionfilm erwartet bei dem Titel.
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Die Jagd [Blu-ray]
Die Jagd [Blu-ray] von Thomas Vinterberg (Blu-ray - 2013)
EUR 9,97
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