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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harter Tobak, aber sehr authentisch
Trotz einiger, weniger künstlerischer Abweichungen von dem tatsächlichen Fall, der diesen Film als Inspiration zu Grunde lag, hält sich die Story überzeugend bzw. auch erschreckend eng an die damaligen Gegebenheiten. Die gewaltsame Unterdrückung der offiziell gleichberechtigten Schwarzen im amerikanischen Süden wird in all ihren Facetten...
Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von Dodo

versus
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Guter Film. scheiß Qualität der DVD.
Mein freund wollte ihn unbedingt haben, da gab's ihn halt zu Weihnachten.... :)
Schade nur das er ihn schon nicht mehr gucken kann. Grade mal 3 mal abgespielt und schon hängt er ununterbrochen.
Vor 1 Monat von Julia Kirsch veröffentlicht


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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harter Tobak, aber sehr authentisch, 6. Februar 2010
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Trotz einiger, weniger künstlerischer Abweichungen von dem tatsächlichen Fall, der diesen Film als Inspiration zu Grunde lag, hält sich die Story überzeugend bzw. auch erschreckend eng an die damaligen Gegebenheiten. Die gewaltsame Unterdrückung der offiziell gleichberechtigten Schwarzen im amerikanischen Süden wird in all ihren Facetten gezeigt, dabei entstehen Bilder, die man oft eigentlich lieber nicht sehen möchte, die aber haargenauso in historischen Fotographien zu sehen und in Originalaussagen damaliger Zeitzeugen zu lesen sind: Bilder von gelynchten Männern, die vielleicht nur wagten, mit einem Weißen aus den Norden ein paar Worte zu wechseln (auch wenn diese Worte nur waren: "Lassen Sie mich in Ruhe. Ich sagen Ihnen nichts."), Bilder von brennenden Kirchen der schwarzen Gemeinde aus denen schreiend Menschen flüchten (- wenn sie es noch schaffen), Bilder von Männern, die zusammengeschlagen und verstümmelt werden, Bilder von selbstgerechten "Red-Necks", die jeden, der nicht zu "uns" gehört als "Niggerfreund" und "Jude" beschimpfen.

Das tut manchmal weh anzusehen, erzeugt aber nicht so sehr Hass wie vielmehr Abscheu und die Erkenntnis, dass die in jeder Hinsicht ärmeren Weißen aus dieser Gegend letztlich voller Angst waren. Angst vor jeder Veränderung, Angst vor den wirtschaftlich stärkerem Norden, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor der Feststellung, dass man vielleicht ein Versager ist und nur die feste Überzeugung, die "Schwarzen" seien einem von Natur aus unterlegen, das letzte bisschen Selbstwertgefühl ist, das man überhaupt noch hat.

Sehr gelungen sind auch die wiederkehrenden Frequenzen, in der historisch belegte Interviewäußerungen von Weißen ("Wir haben hier keine Probleme mit den Schwarzen, die werden von uns so behandelt, wie sie es verdienen.") im Wechsel mit Gewaltexzessen gezeigt werden.

Die Botschaft des Filmes ist am Ende sehr drastisch und kann zum Nachdenken anregen: gibt es gesellschaftliche Gewalt, die tatsächlich nur durch massive Gegengewalt beendet werden kann? Gibt es Menschen, die zu einem sachlichen Dialog nicht mehr fähig sind, da sie so in ihren in sich verzahnten Überzeugungen feststecken, dass sie gar nicht mehr bemerken (können), dass ihre Argumentation irrational und ihr Verhalten latent aggressiv und auf ständige Konfrontation ausgerichtet ist? Gibt es Menschen, die solch einen Hass in sich tragen, dass es ihnen nicht mehr möglich ist, davon wegzukommen, dass nur noch die Hoffnung auf eine veränderte, kommende Generation bleibt? Gibt es Menschen, in deren Moral der gesunde Menschenverstand pervertiert zu sein scheint und Gut und Böse unbewusst die Rollen getauscht haben? (Böse sind nicht wir, die wir Schwarze lynchen, böse sind diese Typen aus dem Norden, die uns das einfach verbieten wollen.)

Starker Tobak wie gesagt, aber ein beeindruckender. Dazu zwei exzellente Darsteller in den Hauptrollen. Kein Film für eine Schüssel Popcorn allein auf dem Sofa, eher ein Film, den man ruhig mit anderen zusammen sehen und dann darüber sprechen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auge um Auge, Zahn um Zahn..., 7. September 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
"Mississippi Burning" aus dem Jahr 1988 ist neben "12 Uhr Nachts" wahrscheinlich der beste Film des britischen Regisseurs Alan Parker, der zahlreiche weitere Erfolge vorzweisen hat: Fame, Angel Heart, The Commitments, Birdy, The Wall oder Die Asche meiner Mutter.
Der Film wurde inspiriert vom tatsächlichen Fall der Ermordung von drei Bürgerrechtlern James Earl Chaney, Michael Shwerner und Andrew Goodman durch Mitglieder des White Knights of the Ku Klux Klan in Neshoba Country am 21. Juni 1964. Schon 1975 wurde der Fall unter dem Titel "Attack on Terror: The FBI vs. the Ku Klus Klan" als zweiteiliges Dokudrama für die CBS verfilmt.

Alan Parkers Version wurde bei der Oscarverleihung mit 7 Nominierungen (Bester Film, Regisseur Alan Parker, Hauptdarsteller Gene Hackman, Nebendarstellerin Frances McDormand, Kameramann Peter Bisou, Bester Schnitt, Beste Tonmischung) honoriert, wovon aber nur eine Nominierung auch erfolgreich war: Peter Bisou wurde als bester Kameramann ausgezeichnet.
Die größeren Absahner des Jahres waren Rain Man mit 4 Auszeichnungen und Eine gefährliche Liebschaft mit 3 Auszeichnungen.

Dennoch ist Alan Parkers düstere Südstaaten Bestandsaufnahme aus den 60er Jahren ein Klassiker geworden und vor allem die oft kritisierte Filmfigur, der hartgesottene FBI Mann Rupert Anderson, gespielt von Gene Hackman, hat einige unvergessene Filmszenen. Wenn er die Rassisten mit den gleichen Mitteln angreift, wie diese ihre Feinde angehen, dann sahen einige Kritiker rot und bescheinigten dem Macher, dass er genau hier an die Rachegelüste appelliert und dass diese Dramaturgie dem Film die authentischen Kräfte raubt. In der vielleicht bekanntesten Szene des Films setzt Hackman, während FBI-Beamte grinsend und ihn abschirmend vor der Tür stehen, dem fiesen Südstaaten-Debuty, grossartig von Brad Dourif gespielt, das Messer im Rasiersalon an die Kehle und ritzt ihm ungerührt das Gesicht auf, bevor er ihn zusammenschlägt.
Der Zuschauer gefällt diese Dirty Harry Einlage natürlich (mir auch), aber der Kritiker ist näher bei dem besonnenen FBI Agenten Alan Ward (William Dafoe), der zwar etwas weltfremd und introvertiert wirkt, aber aus gutem Grund als Vorgesetzter von Anderson, gerade in diesem Fall der schweigenden und gelegentlich lynchen lassenden Mehrheit im Süden auch nur ein Argument gegen diese zähen Ermittlungen zu liefern. Parker setzt also auf die beiden Gegensätze der ermittelnden Hoover-Boys und vom Verstand her ist man eher beim besonnenen Anderson, das Gefühl gibt aber dem cholerischen Anderson den Zuschlag, der auch mal anpackt, wenn es Zeit wird dies zu tun. Im Übrigen ist es für mich neben Popeye Doyle (French Connection) und Little Bill Daggett (Erbarmungslos) die beste Rolle in Gene Hackmans Karriere.

1964 im US-Staat Mississippi. Drei junge Bürgerrechtler (zwei weiße und ein dunkelhäutiger Junge) werden nachts auf einer abgelegenen Straße von drei Fahrzeugen verfolgt und bedrängt. Als die jungen Männer bemerken, dass auch ein Polizeiauto dabei ist, halten sie an. Was sie lieber nicht getan hätten, sie werden als Judenbengel und Niggerfreund beschimpft und alle drei in den nachfolgenden Minuten erschossen. Die jungen Männer wollten sich für das Wahlrecht der Schwarzen einsetzen. Nachdem sie als vermisst gemeldet werden, werden die zwei besagten FBI Agenten zur Aufklärung des Falles ins ländliche Jessup County geschickt. Dort im Ort herrscht immer noch offener Rassismus. Die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Polizei unter der Leitung von Sheriff Stucky (Gailard Sartain) und auch des Bürgermeisters Tilman (R. Lee Ermey) erschweren natürlich die Ermittlungen vor Ort. Mögliche Zeugen werden eingeschüchtert, die Präsenz des FBI verstärkt sogar den Rassenkonflikt enorm. Anderson kommt der Frau (Frances McDormand) des Hilfsheriffs Pell (Brad Dourif) näher, die ihrem Mann, der immer mehr sicherer Verdächtiger wird, ein Alibi für die Tatzeit gegeben hat. Auch Frank Bailey (Michael Rooker) dürfte einer der Täter sein, möglicherweise hatten die ausführenden Mörder aber einen Auftragsgeber. Der Geschäftsmann Clayton Townley (Stephen Tobolowsky) jedenfalls macht keinen Hehl aus seiner rassistischen Gesinnung...

Alan Parkers Film prangert illegales Unrecht und verschwörerische Brutalität an, zeigt aber auch, dass er zu ihrer Bekämpfung die ähnlichen Methoden anwenden muss. Mag sein, dass dies die moralische Position des Films an sich schwächt. Man sieht am Ende beispielsweise...Vorsicht Spoiler.. ein Mitglied des Ku-Klux Klan, der durch ein fingiertes Schauspiel des FBI zu einem Geständnis genötigt wird. Dieser glaubt, dass seine Kumpane ihn als Verräter ausgemacht haben und als er schon am Strick (durch die verkleideten FBI Männer) baumelt und sich die Hosen vor Todesangst tatsächlich voll gemacht hat, bleibt ihm nur die Wahrheit als einzige Chance des Überlebens.

Gut, das ist eindeutig Folter und nicht tolerierbar, aber als Zuschauer ist man dennoch froh, dass die Ermittler im Zuge einer gerechten Sache diesen gefährlichen Mördern endlich das Handwerk legen konnten. Am Ende sind die 10 Jahre Haft für die Rädelsführer dennoch sehr milde. Vielleicht drückt man da aufgrund der ausgleichenden Gerechtigkeit die Augen bei den ominösen Ermittlungsmethoden von Rupert Anderson wohlwollend beide Augen zu. Trotz dieser Kontroverse ist "Mississippi Burning" ein großer Film der 80er Jahre.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "They want me to say...", 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
'We're just try'in to find the three boys, Mr. Anderson' verkündet FBI-Agent Alan Ward, doch jeder weiß: es geht längst um viel mehr, als im Sommer 1964 zwei scheinbar grundverschiedene Agenten in den Süden der USA geschickt werden. Sie sollen das Verschwinden dreier Bürgerrechtsaktivisten untersuchen, waten aber schon bald knietief im rassistischen Kleinstadt-Sumpf Mississippis.
Es geht um Hass und Tradition, um Schweigen und Angst in einer von Vorurteilen und Gewalt verseuchten Zeit, in (nicht nur) einem Bundesstaat im Kampf mit der Liberalisierung des Landes. Der Traum eines Martin Luther King könnte dort kaum weiter entfernt liegen. Die gesetzlichen Beschlüsse des Civil Rights Acts von 1964 werden in der Praxis Lügen gestraft. Im 'Magnolienstaat' grassiert die Lynchjustiz des Ku Klux Klans ' Kirchen der schwarzen Gemeinde brennen und ein Mantel des Schweigens liegt über den Sümpfen und den lokalen Behörden:
'Simple fact is, Anderson, we got two cultures down here. White culture and a coloured culture. That's the way it always has been. That's the way it always will be' - diese fiebrige Atmosphäre fängt der Film genial ein, bannt sie in Bildern und Musik. Angst schwängert die Luft - lange sind die Agenten ohnmächtig gegenüber der unfassbaren Unmenschlichkeit der Angst der schwarzen Gemeinde und der wenigen(?) kritisch denkenden Weißen. Die Kamera ist ruhig und doch eindringlich, sieht nicht weg und steigert ihr Tempo im Takt des Films, im Takt des mal unendlich traurigen, mal fast hetzerischen, rastlosen Soundtracks. Einem panischen Herzschlag gleich, lässt dieser dem Zuschauer keine Ruhe, beschleunigt sich immer wieder, wenn Häuser brennen, wenn Schwarze gehängt werden und es den 'Bösen' letztlich an den Kragen geht. Dann dringen Bilder in diesem eher dialoglastigen Film bis ins Mark. Das ist Hollywood - und doch großartig inszeniert. Großen Anteil an der Wirkung von 'Mississippi Burning' haben unter des auch die beklemmend gut spielenden Darsteller, von Willem Dafoe und Gene Hackman in den Rollen von Ward und Anderson, bis in die kleinsten Nebenrollen.
Dabei erzeugt der Film immer mehr Fassungslosigkeit und, ja, Wut beim Zuschauer. Wut auf diesen ekelhaften Rassismus und seine Verfechter ' und so wollen wir, sein wir ehrlich, irgendwann sehen, wie es den Schweinen an den Kragen geht ' und zwar wortwörtlich. Dass ist bedenklich; der eigentlich interessante Konflikt des Films: der der Methoden des alten Hasen Anderson und des gestriegelten, korrekten Ward, der dem Prinzip 'Wir müssen besser sein' folgt und letztlich doch scheitern muss. Bedenklich und doch: kann man sich das nicht wünschen? Eine Antwort auf die Frage nach richtig und falsch fällt hier schwer, doch so muss es auch sein. In seiner Botschaft, seiner bedingungslosen Verurteilung des Rassismus, ist der Film sicher nicht der Differenzierteste. Die Hintergründe des tief verwurzelten Hasses werden nur teilweise angeschnitten, Zwischentöne wie die Geschichte Andersons über seinen Vater bleiben eher oberflächlich (sind aber vorhanden!), doch das schwächt den Film nicht ' wie anders sollte es sein, frage ich auch hier! Diese menschenverachtende Irrationalität gehört verurteilt, sie ist eine Schande, nichts weiter. Die Dialoge bleiben insofern auch quasi 127 Minuten lang recht plakativ, spruchreif, für den Zuschauer mundgerecht dargeboten ' weniger wahr macht sie das nicht, nur prägnanter ('Funny. Their kids are so cute.'). Dass die Schwarzen kaum mehr als Opfer sind und eigentlich nur ein mal auch als handelnde und sprechende Protagonisten auftreten (und zwar in Form des Pfarrers, der natürlich auch prompt ein zwar mehr als verständliches und doch kaum zielführendes Bild abgibt), mag indes manchem sauer aufstoßen, ist im Kontext des Films aber nur logisch, der sich nun mal mit dem Duell und dem Umgang der beiden Hauptdarsteller mit dem allgegenwärtigen Hass beschäftigt.
Die Wurzel des Hasses ' so der deutsche Untertitel ' sitzt tief. 'Mississippi Burning' ist keine Lösung, nur ein Eindruck ' aber ein beeindruckender, erschütternder, dicht fotografierter und einzigartig atmosphärischer, der einen Blick wert ist!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sechs ****** für einen der hundert Besten aller Zeiten!, 20. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Es ist schon ein kleines Wunder, wie gut es gerade einem britischen Regisseur gelingt, die enge Welt der Sechziger in der amerikanischen Südstaatenprovinz auf die Leinwand zu bringen. Den Lauf und alle Wendungen der Ermittlungen eines Mordes an ein paar Bürgerrechtlern in einer Kleinstadt in Mississippi zu verfolgen ist enorm spannend und wir sehen auch deshalb gerne zu, weil wir wissen, daß die ganze Geschichte, die Geschichte der Rassentrennung, einigermaßen gut ausgegangen ist. Was den Film aber adelt, sind die Darstellerleistungen. Willem Dafoe als ehrgeiziger junger FBI-Beamter Ward, der die Kleinstadt-Rassisten mit der ihm vom Staat verliehenen Autorität frontal angeht, bleibt noch etwas blass, Gene Hackmann als sein Kollege Anderson aber leuchtet wie in keinem anderen seiner Filme. Anderson ist ein alter Hase und stammt selbst aus dem hermetischen Milieu, in dem er jetzt ermittelt, er weiß, daß auf direktem Wege nichts geht. Wie absichtlos schlendert er durch das Provinznest und lässt sich an den Treffpunkten der Einheimischen sehen; er stört sich nicht an ihrem agressiven Mißtrauen, scherzt mit den Frauen im Schönheitssalon und provoziert boshaft-jovial die Männer beim Friseur und im Billard Salon, immer auf der Suche nach einem Riß, einer weichen Stelle in der geschlossenen Gesellschaft, an der er sie aufbrechen kann. Hilfe bekommt er schließlich von der gutherzigen Frau eines Deputy-Sheriffs, gespielt von Frances McDormand. Wie Anderson ungelenk und behutsam zugleich mit dieser Frau umgeht, wie die, geleitet vom schlichten Anstand einfacher Menschen, Gesundheit und Leben riskiert und wie sich zwischen den beiden eine scheue Zuneigung entwickelt, das macht Hackman und McDormand keiner nach. Für diese Rolle hätte McDormand der Oscar gehört, nicht für ihre Grimassenschneiderei in "Fargo". Und Hackman, McDormand und Dafoe sind nicht allein: mit ihnen agiert ein kleines Heer von Hollywoods feinsten Durchschnittstypen in den Nebenrollen und es ist gruselig zu sehen, mit welcher Lust einige von ihnen die rassistischen Dreckschweine spielen.
Ich weiß gerade nicht, wo die IMDB den Film einordnet, ist mir auch egal, sch*** auf die Schwarmintelligenz, ich meine: "Mississippi Burning" ist einer der besten hundert Filme die je gemacht wurden.
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärischer Südstaatenthriller, 23. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Für mich gehört dieser Film einfach zu den Besten ...
Gene Hackman und Willem Dafoe spielen zwei FBI-Agenten, die das Verschwinden einiger junger Bürgerrechtler in Mississippi aufklären sollen. Die Ermittlungsmethoden des alten Hasen (Hackman) und des ehrgeizigen Collegeabgängers (Dafoe) unterscheiden sich jedoch erheblich. Erst allmählich gelingt es den beiden die Mauer des Schweigens zum Einsturz zu bringen ...
Hier stimmt einfach alles - die Leistungen der Darsteller, die Musik, das Tempo.Dieser Film vermittelt wie kein zweiter die beklemmende Atmosphäre in den amerikanischen Südstaaten in den 60er Jahren . Wem (wie mir) all diese schnell geschnittenen bluttriefenden Shocker/Thriller mit Videoclip-Ästhetik auf die Nerven gehen, der ist hier an der richtigen Adresse. Ein langsamer (aber nicht langweiliger !!) Film mit tollen Darstellern.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lokaler Rassismus und zentralstaatlicher Durchgriff, 1. August 2011
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Das Jahr 1964 verweist in den Chroniken der USA auf fulminante Entwicklungen. Ein Jahr nach der Ermordung John F. Kennedys stellte sich der demokratische Interimspräsident Lyndon B. Johnson aus Texas in regulären Wahlen. Sein Gegenkandidat war der aus Arizona stammende Republikaner Barry Goldwater, der für alles zu stehen schien, was der demokratische Aufbruch hinter sich zu haben glaubte. Letztendlich gewann Johnson mit einem phänomenalen Ergebnis, Goldwater holte lediglich neben Arizona fünf weitere Staaten des tiefen Südens. Dort, vor allem im Bundesstaat Mississippi, herrschte erbitterter Widerstand gegen die Aufhebung der Rassentrennung und der para-faschistische Klu Klux Klan.

Vor diesem Hintergrund bewegen sich die Bilder des Films Mississippi Burning, der die Situation in vielen Facetten einfängt. Nach einem Mord an drei jungen Bürgerrechtlern, von denen einer schwarzer Hautfarbe war und einer lax und interessenlos geführten Untersuchung seitens der lokalen Behörden, wird eine Kommission des FBI aus Washington geschickt. Das untersuchende Duo sind ein junger, von den demokratischen Institutionen der USA überzeugter Ermittler, dargestellt durch Willem Dafoe und ein in Mississippi aufgewachsener Haudrauf und Skeptiker, exzellent mit Gene Hackman besetzt. Allein dieses Paar besticht schon durch die Rivalität der Vorgehensweisen: der Eine rigoros und nach dem Buchstaben des Gesetzes, der Andere mit dem interkulturellen Switch und der individuellen Interpretation des Rechts.

Die lokale Gesellschaft ist eine letzte Aufblendung des alten Südens, oder zumindest dessen, was davon übrig geblieben ist. Eine rechtsextreme, elitäre weiße Minderheit, die zwar von der Hautfarbe in der Majorität ist, aber in ihrem angelsächsich-protestantischen Bezug und ihrem Rassismus eine militante Sekte bildet. Zu sehen sind die Mitläufer, die in ihrem Stumpfsinn und ihrer ritualisierten Monotonie die Demütigung der schwarzen Bevölkerung als Gesellschaftsspiel und Affront gegen das Washington der amerikanischen Modernisierung betrachten. Und zu sehen sind die Weißen, die dieses Spieles überdrüssig sind, die die endlosen Schleifen der Gewalt nicht mehr ertragen und den Wandel zu einer demokratischeren Gesellschaft wollen.

In fulminanten Bildern, mit starken Charakteren und einer dramatischen Handlung gelingt es dem Film Mississippi Burning, sowohl die konkrete Handlung als auch den Konflikt zwischen dem Bundesstatt Mississippi und der Bundesbehörde sowie deren zentralstaatlichem Eingriff spannungsgeladen zu gestalten. Obwohl der Film bereits vor 23 Jahren gedreht wurde, hat er nichts von seiner zeitgemäßen Inszenierung eingebüßt. Ganz im Gegenteil: er weißt Züge auf, die eine andere Dimension der Kritik zulassen, als dieses heute oftmals üblich ist. Und er zeigt, wie wichtig zentralstaatlicher Durchgriff sein kann, wenn es in der Provinz basisdemokratisch völlig aus dem Ruder läuft!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brennende Kreuze gelöscht, 12. März 2013
Hier hat Parker, einer der vielseitigsten Regisseure unserer Zeit, erneut seine außergewöhnliche Spitzenklasse bewiesen. Rassismus, ein ernstes Thema, das nichts an Aktualität verloren hat, verpackt er in einen äußerst spannenden Spielfilm. Treffende Dialoge stützen sich auf ein ausgezeichnetes Drehbuch (z.B. dieser ‘Dr. Martin River King Kong‘ oder ‘Diesen Sack Würmer kriegen wir nur von innen auf.‘ oder ‘Eine Klapperschlange frisst sich nicht selber auf.‘) Actionreiche Szenen machen das unmenschliche Unrecht sichtbar (lynchen, Bomben). Und über den Clu Clux Clan erfahren wir ‘Große Kapuzen, aber nichts drunter.‘ Auch das Umschwenken der öffentlichen Meinung wird durch immer wieder eingeblendete Interviews der Anwohner dokumentiert.
Die beiden FBI Ermittler ergänzen sich in ihrer ganzen Gegensätzlichkeit. Gene Hackman, früher mal Sheriff im Süden der USA, gibt das charmante Raubein. Er kommentiert voller Ironie das Geschehen, hält aber auch schon mal einen widerspenstigen Rassisten an dessen Kronjuwelen fest. Sein Vorgesetzter, Willem Dafoe, hat studiert und vertraut auf rechtmäßige Vorschriften. Die Lage eskaliert fast bis zum Bürgerkrieg, denn die Farbigen schlagen mit Clu Clux Clan-Methoden zurück.
Am Ende macht uns Alan Parker Mut: Verhaftungswelle und Verurteilung der Schuldigen. Einträchtig stehen Farbige neben Weißen und singen gemeinsam. Zuvor gibt uns Parker noch die Message mit ‘Jeder ist schuldig, der zusieht und nichts dagegen unternimmt‘. Und ‘Hass ist anerzogen nicht angeboren‘. Eindrucksvoll und immer noch aktuell.
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5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filmen, 10. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Ich habe den Film nie im Kino gesehen, sondern im Fernsehen.

Zugegeben; der Film polarisiert. Auf der einen Seiten der blanke Hass, auf der anderen Seite der Glauben.

Daher ist dieses einer der wenigen Filme, wo ich in aller Deutlichkeit hinweisen muss/sollte, das zarte besaitete Seelen sich diesen vielleicht besser nicht anschauen sollten!

Die brutale Fratze wird hier allzu deutlich und realistisch dargestellt. Ich erschreckte, obwohl ich den Film kenne und schätze, jedes mal auf das Neue und brauche einige Zeit, um wieder "runterzukommen"!

Die Geschichte basiert auf wahren Tatsachen, die sich so oder so ähnlich in den 1960er Jahre im Süden der USA, hier Mississippi, abgespielt haben.

Nur ganz grob:

3 junge Bürgerrechtler verschwinden nach einer Fahrt durch Jussip County (Mississippi). 2 FBI Agent werden auf die Suche nach diesen geschickt. Dabei werden sie regelrecht missachtet, je vom Sheriff Departement und den meisten Einwohner.

Letztendlich löst ihre Anwesenheit eine Reihe von Verkettungen aus, die in brutaler Gewalt und Menschenrechtsverletzungen enden.

Die Geschichte ist dermaßen gut und gängig arrangiert worden, dass keine Längen und Hänger entstehen.
Die Musik wirkt auch nicht nervend, sondern steigert die Spannung auf ein, beinah, unerträgliches Maß. Die Bilder sind ruhig und kontrolliert.

Für mich als Filmlaie sieht es nach sehr guter Arbeit aus. Die DVD kann natürlich nicht besser sein als das Video Original aus den 1980er Jahren!!!

Soweit das Technische.
Die Kernaussage des Film ist eine unglaublich Brutale, letztendlich werden alle Regeln außer Kraft gesetzt, damit Ergebnisse erzielt werden.

Dabei stehen nicht nur der Rassismus in der Schusslinie, sondern die gesamte USA mit ihrer Moral und Ethik der 60er Jahre. Kritik wird auch an Edgar Hoover laut, der sich mit seiner Doppelmoral (Keine Kommunisten), beinah auf die Seite des Klans stellt. Tatsachen zufolge soll Hoover aber kein ausgesprochener Rassist gewesen sein.

Die Film Figuren Ward (W. Dafoe) und Anderson (G. Hackman) sind brillant besetzt und man merkt die hohe Kunst des Schauspiels.
Hackman lässt seine Figur eine gewisse komische Rolle, die sich in starken Sarkasmus übt, während hingegen Dafoe seinen Part ein wenig naiv und belehrt wirken lässt. Hier ist der Jüngere, der den älteren und erfahrenen Veteran leitet. Erst nach gewisser Zeit erkennt Ward, dass auf seine Weise (FBI Verfahrensweise) nichts entscheiden verändert. Daraufhin lässt er sich auf Anderson und seine Methodik ein und ist trotzdem mildern zur Stelle.
Die wichtigste Aussage ist:
"Woher kommt all dieser Hass" und "Was ist bloß mit den Menschen hier los"? Auch die Erklärungsversuche von Anderson wirken banal, ja schwach, auch wenn sie -bei längerem Nachdenken- Sinn machen. Anderson, der selbst aus Mississippi stammt, erzählt aus seiner Kindheit und seinen Erfahrung als Sheriff im Süden der USA.

Hierbei realisiert man erst später, dass auch die Gegenspieler "nur" Schauspieler sind, die aber so glaubhaft agieren, dass leicht Hass auf sie entsteht!
Selbst die "dümmsten Tölpel und Landeier" sind sehr gut besetzt und agieren glaubhaft.

In Nahaufnahmen sind man vor Angst und Grauen geöffnet Augen, Finger krallen sich fest.

Ein wenig wird der Klan erläutert, nicht ohne ihn jedoch auch zu verspotten ("Große Kapuzen und nichts drunter").

Der Klan ist sofort nach Beendigung des amerikanischen Bürgerkrieges gegründet worden und war zunächst zur Unterdrückung der Schwarzen gedacht. Es würde jedoch hier sämtlichen Rahmen sprengen um näher darauf einzugehen.

Auf der einen Seite steht also die weiße, einfältige Gemeinschaft, die sich in ihrem Frust nur durch Gewalt mitteilen kann. Auf der anderen Seite sind es die Schwarzen, die 100 Jahre (!!?) nach dem amerikanischen Bürgerkrieg noch immer unterdrückt und gedemütigt werden.

Mississippi gehört heute noch zu den ärmeren Bundesstaaten in den USA und der Hass bzw. die Unsicherheit wird so gebündelt und ausgedrückt.

Der positive Tenor ist; man wird nicht mit dem Hass geboren, er wird einem anerzogen. So auch die Aussage in dem Film. Letztendlich ist es ein offenes Ende. Die Menschen wohnen weiterhin dort, auch wenn die Karawane weiter gezogen ist!

Der Film Mississippi gehört zu den Filmen, die ein jeder mal gesehen haben sollte.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerikas Süden - Amerikas dunkle Seite, 29. November 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Manchmal passiert es mir, da ist es mir sowas von wurscht, worum es in dem Film geht. Wenn ich Namen wie Gene Hackman, Willem Dafoe und Alan Parker im gleichen Zusammenhang lese, ist für mich von vornherein klar: anschauen.

Auch wenn diese Mischung einen spannenden DVD-Genuss garantiert, darf man nicht vergessen, dass dieser Film ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte thematisiert; die Rassentrennung im amerikanischen Süden. Der Film basiert auf ein wahres Verbrechen und zeigt dabei überdeutlich die Schwierigkeiten bei der Aufklärung des Mordes. Obwohl die Rassentrennung zum Zeitpunkt der Handlung laut Papier abschafft wurde, existierte sie weiterhin in den Köpfen der Südstaatler. Und das wirkte sich natürlich auch auf die Arbeit der Bundespolizei aus, die den Mord aufzuklären hatte. Aber auch in den eigenen Reihen kommt es zu Schwierigkeiten, Gene Hackman als Südstaaten-FBIler hat es nicht gerade leicht mit dem "College-Boy" Dafoe. Aber letztlich gibt die Arbeitsweise des bissigen Südstaaten-FBIlers der Aufklärung des Falls den nötigen Schwung.

Bei diesem Film von Unterhaltung zu sprechen, wäre falsch, dazu ist das Thema einfach zu ernst. Alan Parker gelingt es allerdings, ein ernstes Thema massenkompatibel zu machen, dabei aber nicht in den hollywood-typischen Einheitsbrei abzurutschen.

Klarer Fall - volle Punktzahl
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tief im Süden..., 11. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
Atmosphärisch dicht insziniertes Drama um den Tod dreier junger Bürgerrechtler im rassistischen Mississippi der sechziger Jahre. Diese werden als "Niggerfreunde" von Anwohnern erschossen und verschwinden, woraufhin das FBI informiert wird. Es entbrennt ein erbitterter Kampf zwischen den FBI-Agenten, die zu allem bereit sind um für "Gerechtigkeit" zu sorgen und den ansäßigen Mitgliedern des KKK und dessen Symphatisanten.
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Mississippi Burning
Mississippi Burning von Sir Alan Parker (DVD - 2013)
EUR 8,99
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