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78 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr wichtiges Buch
Seit Monaten verfolge ich diesen unfassbaren Fall in den Medien und habe fast jeden Bericht gesehen und jeden Artikel gelesen, der zum Thema erschienen ist. Insofern dachte ich, mich als "Kenner" der Causa Mollath bezeichnen zu können, zumindest soweit es die Fakten betrifft, die zwischenzeitlich in der Bevölkerung publik geworden sind. Mit Ungeduld habe ich...
Vor 21 Monaten von Ro Bert veröffentlicht

versus
18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade
Eigentlich hat dieses Buch fünf Sterne verdient. Die für die beiden Autoren äußerst mühsame Zusammenstellung des Skandals ist eine gelungene Darstellung des Dickichts, durch das sich wohl kaum ein Interessent wühlen kann, der sich damit nicht beruflich beschäftigen muss. Fair ist es, wie sich die Verfasser am Schluss für die Hilfe...
Vor 20 Monaten von Ulf G. Stuberger veröffentlicht


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78 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr wichtiges Buch, 29. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Affäre Mollath: Der Mann, der zu viel wusste (Kindle Edition)
Seit Monaten verfolge ich diesen unfassbaren Fall in den Medien und habe fast jeden Bericht gesehen und jeden Artikel gelesen, der zum Thema erschienen ist. Insofern dachte ich, mich als "Kenner" der Causa Mollath bezeichnen zu können, zumindest soweit es die Fakten betrifft, die zwischenzeitlich in der Bevölkerung publik geworden sind. Mit Ungeduld habe ich dennoch das Buch zum Fall Mollath erwartet, zumal es von eben jenen beiden Journalisten verfasst ist, die seit Monaten in der Affäre recherchieren und die meisten Artikel zum Thema (in der Süddeutschen Zeitung) veröffentlicht haben. Ich war gespannt und neugierig, ob das Buch einfach eine Zusammenfassung der bisher bekannten Fakten ist oder neue Erkenntnisse liefern würde. Nun, nachdem ich das Buch komplett "verschlungen" habe - ich sage deshalb verschlungen, weil es sich zum einen sehr flüssig liest und zum anderen spannender als jeder mir bekannte Thriller ist - muss ich sagen, dass dieses Buch meine Erwartungen noch bei Weitem übertroffen hat. Uwe Ritzer und Olaf Przybilla ist es gelungen, diesen wirklich grotesk verschlungenen, bisweilen geradezu verworrenen Fall, in dem so viele verschiedene Komponenten und zeitliche Aspekte eine Rolle spielen, in einen sehr transparenten, verständlichen Zusammenhang zu bringen.
Mit bestem Gewissen möchte ich deshalb hier feststellen: Dies ist definitiv ein sehr wichtiges Buch! Bereits nach wenigen Seiten merkt man, wie tief die beiden Autoren in diesen Fall eingetaucht sind und mit wie viel Akribie, Leidenschaft und Ernsthaftigkeit sie geforscht haben, um diesen Fall lückenlos und verständlich zu durchleuchten. Es fällt in gleicher Weise auf, dass sich die Autoren trotz all der ungeheuren Fakten, welche dazu angetan sind, jeden gesunden Menschenverstand zum überkochen zu bringen, stets um Sachlichkeit und Unvoreingenommenheit bemühen. Viele bisher nicht gekannte Details werden aufgeführt, ungeahnte Verbindungen beweissicher hergestellt, die Vorgeschichte des Rosenkriegs zwischen den Eheleuten Mollath tiefergehend betrachtet.
Besonders ausführlich aber werden die verschiedenen "Gutachten" jener vermeintlichen "Experten" der Psychiatrie besprochen. Und was man hier erfährt, das treibt einem fürwahr den Angstschweiß auf die Stirn. Am Ende der Lektüre bleibt man nur noch rat- und fassungslos zurück und fleht, dass man niemals in die Fänge solcher offenbar völlig gewissenlosen Psychiatrie-Dilettanten gelangen möge.
Abschließend möchte ich noch Folgendes anmerken: Inzwischen sind so viele hieb- und stichfeste Beweise für Mollaths geistige Gesundheit und Unschuld bekannt - sie haben sogar dazu geführt, dass nicht nur der überaus bedeutende Rechtsanwalt Dr. Strate, sondern auch die Staatsanwaltschaft Regensburg selbst (!!!) einen Antrag auf Wiederaufnahme gestellt hat - und trotzdem kommen immer wieder Leute buchstäblich aus ihren Löchern hervorgekrochen, um sich wichtig zu tun und Gustl Mollath zu diskreditieren. Jene "Ich- sage-euch-jetzt-warum-der-Justizskandal-doch-keiner-ist-Besserwisser" zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie von Verschwörungstheorien faseln und davon, wie sich ereifernde Bürger und Journalisten in ein solches Geflecht haben hineinziehen und blenden lassen. Diese Leute verleugnen meiner Meinung nach jegliche menschliche Logik und Vernunft, um aus purer Lust und Laune heraus eine Art Gegenposition im Fall Mollath einzunehmen, vermutlich weiden sie sich so an dem Ärger jener, die dieses Exempel höchster Ungerechtigkeit und Justizwillkür berührt und verletzt. Sogar der "Spiegel", die "Zeit" und der "tagesspiegel" haben sich dergestalt zu wahrhaft infamen Artikeln hinreißen lassen, die ihnen inzwischen, da selbst die Staatsanwaltschaft Regensburg aufgrund der vielen neuen Beweise einen Antrag auf Wiederaufnahme gestellt hat, vermutlich längst leid tun.
Doch noch einmal zurück zum Buch und seinem Inhalt: Ein dickes Bravo an die Autoren, super Arbeit, rundherum gelungen.
Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung? Kam dieses Buch, wie hier in Amazon von einer Rezensentin so auffällig schnell platziert und bemängelt, denn nun tatsächlich zu früh? Nein, im Gegenteil: Es kam zu spät, und zwar 7 lange Jahr zu spät. Genau so lang nämlich schon sitzt der Friedensaktivist Gustl Mollath, der nie jemandem etwas zuleide getan hat, zusammen mit den allerschlimmsten Schwerverbrechern, Vergewaltigern und Mördern weggesperrt in der Forensischen Psychiatrie.
Es bleibt nur zu hoffen, dass Gustl Mollath sehr bald wieder ein freier Mann sein wird und all jene, die ihn durch Lügen, Betrug, Falschaussagen, kriminelle Handlungen und Manipulation zu zerstören versuchten, in hohem Maße bestraft werden. Darüber hinaus hoffe ich, dass viele Menschen dieses Buch lesen, und so die Wahrheit über G. Mollath und die gefährlichen Mühlen von Justiz, Politik und Psychiatrie erfahren.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant, 5. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Affäre Mollath: Der Mann, der zu viel wusste (Kindle Edition)
Das Buch setzt sich mit den Fakten auseinander.
Fakten, die an die Öffentlichkeit gehören.

Unabhängig davon, wie das Verfahren ausgeht, sollte es uns alle interessieren, wie mangelhaft in unserem Rechtssystem unter Umständen Beweise geprüft und bewertet werden.

Sicher ist kein Rechtssystem perfekt und überall passieren Fehler. Das ist schlimm aber wahrscheinlich unvermeidlich.
Zutiefst beängstigend ist es allerdings, dass unser System anscheinend keinerlei Interesse hat, solche potentiellen Fehler aufzuklären und deren Wiederholung mit aller Kraft zu vermeiden.

Der Autor des Buches ist der Ansicht, dass das, was Herrn Mollath passierte, jedem passieren kann.
und ich als Anwalt muss ihm recht geben.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein aufschlussreiches Buch, 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein alles in allem glaenzend recherchierter, bestens lesbarer erschuetternder Bericht. Ritzer und Przybilla fuehren dem Leser eingaengig vor Augen, was einem gesetzestreuen Menschen selbst in einem Rechtsstaat nachhaltig zugefuegt werden kann, wenn sich kriminelle Elemente der Vertreter "rechtsstaatlicher Gewalten" zu bedienen wissen und ebenso willfaehrige wie verantwortungslose Psychiater am Werkeln sind.
Insbesondere, was die Mollath angehaengten Sachbeschaedigungen angeht, bleiben die beiden Autoren allerdings weiter unter ihren Moeglichkeiten. Da darf man sich von dem ARD-Beitrag "Der Fall Mollath" (DAS ERSTE, 3.6., 22:45 Uhr) mehr Aufschluss erhoffen. Deshalb "nur" vier Punkte.
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Affäre Mollath, 8. Juni 2013
Ein Mann beschuldigt seine Frau und einige ihrer Kollegen, allesamt Angestellte der Hypovereinsbank, Schwarzgeld teilweise prominenter Kunden illegal in die Schweiz zu schaffen und sich an Steuerhinterziehung, Betrug und Geldwäsche zu beteiligen. Die Justiz geht den detaillierten Anzeigen nicht nach, Politiker zeigen sich desinteressiert. Stattdessen wird der bis dahin unbescholtene Nürnberger Bürger wegen vermeintlicher Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem ihn seine Frau beschuldigt, sie misshandelt zu haben. Dort sitzt er sieben Jahre. Sein Name ist Gustl Mollath,.Seine Geschichte ist beispiellos. Mollath wird von Juristen, die ein skandalös fehlerhaftes Urteil fällen, weggesperrt. Und von Psychiatern, die ihn nie untersucht haben, für wahnhaft erklärt. Eine interne Untersuchung der Hypovereinsbank beweist, dass Mollaths Anschuldigungen im Kern zutreffen. Man verheimlicht die Akte und lässt ihn in der Anstalt schmoren. Wer den Fall kennt, kann kaum an ein zufälliges Versagen von Justiz, Psychiatrie und Politik glauben. Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Journalisten der Süddeutschen Zeitung, hier die Affäre Mollath in ihrer ganzen Tragweite. Für ihre Berichterstattung in der Affäre Mollath wurden sie 2013 mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse ausgezeichnet. Die Anschuldigungen Mollaths, wecken in einem Wut, Hass und Ungerechtigkeit. Kaum zu fassen, was die Justiz sich da erlaubt. Die Rechtskraft eines Urteils ist eines der höchsten Güter, die ein Rechtsstaat hat. Das aber könnte womöglich der Fluch dieses Rechtsstaates sein. Gerade weil dieser höchsten Ansprüchen genügen muss, glaubt er gelegentlich, einen einmal eingeschlagenen Weg immer weitergehen zu müssen, um zu zeigen, dass alles in Ordnung ist. Und dem hohen Anspruch eines Rechtsstaates Genüge getan wurde. Gerade dann ist die Kontrolle durch die Öffentlichkeit wichtiger denn je. Ein Politthriller der ersten Güte erschienen im Droemer Verlag München. Sollte man unbedingt lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Arroganz der Macht, 23. Dezember 2014
Das Buch ‚Die Affäre Mollath‘ der Autoren Ritzer und Przybilla ist bewegend und erschütternd. Der Leser erfährt, dass es eigentlich nichts Gefährlicheres bei selbst kleineren Delikten gibt, als vom Gericht wegen Schuldunfähigkeit frei gesprochen zu werden. Denn dann droht, die Unterbringung in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Anstalt, wenn Gemeingefährlichkeit attestiert wird. Als verurteilter Häftling hat man eine reelle Chance, irgendwann wieder frei zu kommen. Landet man in der geschlossenen Psychiatrie, ist die Freiheit nur über ärztliche Gutachten möglich. Die Autoren legen ausführlich dar, wie oft es zu Gefälligkeitsgutachten kommt, wie Gutachten erstellt werden, ohne den Betroffenen persönlich zu kontaktieren. Mollath mag ein schwieriger Zeitgenosse, eine Michael Kohlhaas Natur sein, gewalttätig war er nicht.
Die ganze Affäre ist nicht nur eine Sache psychiatrischen Fehlverhaltens, das Ganz begann letztlich als Justizskandal. Fair verlief der Prozess nicht, durch den das Unheil für Mollath eingeleitet wurde. Der Leser wird beunruhigt, wenn er erfährt, dass z.B. allein in Bayern 2008 130 unschuldig Verurteilte in Haftanstalten saßen. Richter sind auch nur Menschen. Wir sollten uns von ihren Talaren nicht einschüchtern lassen. Wenn sie schon selbst häufig versäumen, sich für befangen zu erklären, weil der Angeklagte ein Bundesbruder, ein Rotarier wie der Richter selbst ist, dann verlangt das von Politikern in irgendeiner Form über die Richter eine absolut unabhängige Kontrollinstanz zu setzen. Im Falle Mollaths hätte der als erster mit ihm befasster Richter längst zur Sachlichkeit ermahnt werden müssen. Sicherlich wäre es auch angebracht, immer wieder Stellenwechsel beim Personal vorzunehmen, um Verfilzungen auszuschalten.
Allein mit welcher bornierten Sturheit nach einer parlamentarischen Untersuchung die Wiederaufnahme des Falles Mollath abgelehnt wurde, bis eine übergeordnete Instanz diese anordnete, ist erschreckend zu lesen. Die 7 Jahre ungerecht angeordneter Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie wurde für Mollath nur dadurch positiv beendet, weil es gelang, eine breite Öffentlichkeit an diesem Fall zu informieren, die dann Forderungen stellte. Aber eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, ist nur ganz selten möglich. Zu fürchten ist, dass der Fall Mollath kein Einzelfall ist. Was mit ihm geschah, kann man durchaus als exemplarisch ansehen. Das Buch ist eine Aufforderung, die Politiker zum Handeln zu bewegen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mann, der zuviel wusste!, 8. Juni 2013
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
*
Der Fall Gustl Mollath berührt und dieses Buch zeigt, informativ und spannend geschrieben, die erschreckenden Irrwege der Justiz und der Psychiatrie, die den Rechtsgrundsatz "in dubio pro reo" gegen den Angeklagten ausgelegt hatten! Ob man nun für oder gegen den Menschen Mollath ist, das ist jedem selbst überlassen und die Mühlen der Justiz werden es irgendwann an das Tageslicht bringen. Das Buch fokussiert sich aber vor allen Dingen auf die "Psychiatrie-Spirale", erläutert präzise die verschiedenen Stadien des Falles und gibt dem geneigten Leser die Aufgabe, am Ende selbst zu urteilen. Die vorgebrachten Anschuldigungen gegen Mollath sind stets sehr dürftig gewesen und heute ist es erwiesen, dass keine einzige Anschuldigung rechtens war. Die formale Justiz hält Mollath dennoch weiter in Gewahrsam. Sein Leben ist zerstört, sein Besitz aufgeteilt, er sitzt seit über 7 Jahren in einer Irrenanstalt. Er ist weder für andere, noch für sich selbst gefährlich, aber er wurde aus Gründen, die alleine in einer komplexen, undurchschaubaren Rechtssprechung zu suchen sind, weggesperrt. Das wirft ganz üble Gedanken an die geläufigen Methoden von Diktaturen auf, die unbequeme Menschen zu Millionen als wahnsinnig erklärt hatten! Wo ist hier die Absicht in unserem Rechtssystem und wo fangen die Automatismen an, die solche Fälle maschinenartig abschieben? Wieviele Menschen sind in unserem Land in einer ähnlichen Situation, nämlich aus irgendwelchen aberwitzigen Gründen weggesperrt? Ein gruseliger Gedanke. Gerade diese Woche (Juni 2013) wurde der Fall "Pallmann" in München wieder aufgerollt. Ein genialer Chemiker, 64 Jahre alt, höchst sympathisch, vermögend, aber etwas verschroben. Auch er wird in psychiatrischen Anstalten seit Jahren "nackt abgespritzt und in seiner Pisse liegengelassen" (lt. seinem Anwalt). Auch von ihm geht keine Gefahr aus, er besitzt ein schlossartiges Anwesen auf Mallorca, kommt sehr gut im Leben zurecht, aber benützt Schlüsselwörter, die man in unserer Gesellschaft eher unterlassen sollte. Vor allem die Bayerische Justiz ist ein rotes Tuch für ihn und er hält mit seinem provokativen Vokabular nicht hinter dem Berg. Gibt es auch in diesem Fall Menschen, die an seiner Wegsperrung interessiert sind? Denn es gäbe andere Methoden, solche Menschen zu beruhigen und zu führen, als sie lebenslang von der Gesellschaft auszuschließen.

Es ist erwiesen, dass Mollath störte. Irgendjemanden, irgendeine Organisation aus irgendwelchen Gründen. Denn für den Besitz eines Luftgewehres und eines (erfundenen) Reifenaufstechens kann man keinen Menschen sieben Jahre seines Lebens hinter Gittern bringen. Das wäre schon fast das Strafmaß für Totschlag! Der Fall wühlt auf, sorgt für reichlich Diskussion und Mutmaßungen, und das vorliegende Buch ist der Beweis, dass es mit unserem Rechtsstaat doch noch nicht ganz so schlimm steht, wie es oft dargestellt wird. Dieses Buch durfte nämlich unzensiert erscheinen und den Fall aus der Sicht der Presse darstellen, auch wenn er noch nicht abgeschlossen ist und weiterhin spannend bleibt! Ein sehr gut recherchiertes Buch, ein zeitgeschichtlich wichtiges Werk und wirklich empfehlenswert!
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Verschwörungstheorien, 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Den beiden Autoren ist ein ausgezeichnetes und sehr gut lesbares Buch gelungen, welches nicht einmal im Ansatz irgendwelche Verschwörungstheorien verbreitet.
Ganz im Stil ihrer Artikelserie in der Süddeutschen Zeitung klären sie auf eine sachliche und absolut seriöse Art und Weise über den Fall auf. Sie enthalten sich dabei jeglicher Übertreibung oder Polemik.

Der bereits geäußerten Ansicht, das Buch erscheine zu früh, muss ganz entschieden widersprochen werden. Denn ohne den öffentlichen Druck dürfte sich Herr Mollath bis heute nicht die geringsten Hoffnungen auf ein faires und rechtsstaatliches Wiederaufnahmeverfahren machen.

Nur in einer Hinsicht befindet sich das Buch leider noch nicht auf dem aller neuesten Stand. Auf den Seiten 78 f. behandeln die Autoren die Herrn Mollath vorgeworfenen Reifenstechereien. In diesem Abschnitt konnten leider noch nicht die neuesten Ergebnisse der Recherchen des Rechtsanwalts Strate aus Hamburg verarbeitet werden, da sie erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurden.
Liest man den Schriftsatz Strates, der auf dessen Homepage zu finden ist, muss man zu der Auffassung gelangen, dass nicht nur keine Beweise gegen Herrn Mollath vorlagen, sondern noch nicht einmal wirkliche Indizien.

Der Strafrechtsprofessor Dr. Henning Ernst Müller aus Regensburg meint, dass die bloße Hypothese, ( "Der Mollath könnte ein Motiv haben") vom Gericht trickreich zu einer Tatfeststellung ausgebaut worden sei, einzig und allein dazu, eine Grundlage für Herrn Mollaths "Gefährlichkeit" zu schaffen.

Ich zitiere dazu wörtlich aus dem Schriftsatz Herrn Strates: "Sowohl die Behauptung eines in allen Fällen gleichen modus operandi als auch die Feststellung, dass die Schäden meist erst nach Fahrtantritt aufgefallen seien und eine konkrete Gefährdung der Fahrzeugführer herbeigeführt hätten, widersprechen dem Akteninhalt eklatant. Das war frei erfunden."

Herr Dr. Strate konnte mit Hilfe der damaligen Ermittlungsakten der Polizei stichhaltig nachweisen, dass die angeblichen Indizien gegen Herrn Mollath von Richter Brixner mittels geschickter Sachverhaltsverfälschungen bloß konstruiert wurden. Auch das ist ein Grund, weshalb er gegen diesen Richter den Vorwurf der Rechtsbeugung in zahlreichen Fällen erhebt.
Aber bitte lesen Sie selbst den Schriftsatz von Herrn Strate vom 1.5.2013 mit folgendem Aktenzeichen: 7KLs151Js4111/2013WA. Sie finden ihn neben anderen relevanten Schriftsätzen und Presseerklärungen auf seiner Homepage unter der Rubrik "Dokumentation".

Lesen Sie also bitte das Buch und informieren Sie sich zusätzlich dazu im Internet. Weitere interessante Adressen, wie z.B. die Seite gustl-for-help, welche vom Unterstützerkreis Herrn Mollaths eingerichtet wurde, geben die Autoren im letzten Kapitel ihres Buches an.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer für Alle?, 10. Juni 2013
Man könnte meinen, dass sich gewisse Herrschaften darauf verständigt haben, lieber einen Mann in die Psychatrie einweisen zu lassen und auf ein schnelles Ende zu hoffen als die Wahrheit über Machenschaften, Beziehungen, Vetternwirtschaft und Rechtsbeugungen ans Licht kommen zu lassen. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet die zwei Bewertungen dieses Justizthrillers mit einem Stern bereits vor Veröffentlichung dieses Buches abgegeben worden sind. Handelt es sich hierbei um Hellseher, Wahrsager oder nur um bedauernswerte Mitmenschen? Dass ein angeblicher Psychologe, der in seiner Personenbeschreibung lediglich angibt, dass er sich - wie so viele andere Menschen (ohne entsprechendes Studium) - für Psychologie interessiert, den Rest der Nation einliefern lassen würde, macht diesen Justizskandal nicht besser. Zwischenzeitlich sind so viele Fakten ans Tageslicht gekommen, dass gerade Justiz, Finanzbehörden und psychiatrische Gutachter sich in Grund und Boden schämen müssten. Warum wurde ein Mollath als "gemeingefährlich" eingestuft und soll lebenslang in der Psychatrie versperrt werden? Es dürfte auch dem Hobbypsychologen nicht entgangen sein, dass sich ausgerechnet die Punkte, die für die Einweisung geführt hatten, aufgrund hypointerner Untersuchungen widerlegt worden sind. Natürlich wäre eine abschließende Behandlung dieses unglaublichen Justizskandals noch stimmiger und spannender gewesen. Leben wir tatsächlich in einem Rechtsstaat oder kann es jeden von uns treffen? Dieses Buch ist zwar erst nach den allerersten Rezensionen veröffentlicht worden, war aber auch vom Zeitpunkt treffend, damit dieser Fall unter den Augen der Öffentlichkeit - hoffentlich - doch noch ein gutes Ende für Mollath findet und die tatsächlichen Straftäter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können. Aber danach sieht es ja - trotz aller Fakten - leider nicht aus...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gruselkrimi aus Bayern, 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch beschreibt in einem sehr gut zu lesendem Stil bei hervorragender Einführung und Gliederung der Thematik, mit abschließend übersichtlicher Chronologie, in welch unfaßbar perfides Räderwerk, ein einzigartiges System von rücksichtsloser Bösartigkeit, das Opfer Gustl Mollath geraten ist - und eine furchtbare Warnung für den Leser schwingt gleich noch mit: Jeder Kleinbürger kann mirnichts dirnichts mindestens in Bayern von den Mühlen eines unsichtbar agierenden Willkürsystems zynisch und scheinheilig zermahlen werden.
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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewusstes Versagen des Rechtsstaates?, 17. Juni 2013
In diesen Tagen wurde der Fall Gustl Mollath wieder aufgerollt und gerichtlich überprüft. Mit dem inzwischen bekannten Ausgang, den Mann noch für zumindest ein Jahr in der Obhut einer geschlossenen, psychiatrischen Abteilung zu belassen, wie schon in den letzten sieben Jahren. Und das auch dieses Mal mit einer obskuren Begründung in Folge eines nicht erstellten Gutachtens (wobei auch die Nichterstellung zum aktuellen Zeitpunkt eine mehr als unverständliche Begründung erfährt. Vielleicht ist de Blick auf wichtige Wahlen in diesem Jahr hier auch von Bedeutung gewesen?).

Eine „Spitze des Eisbergs“ in einem Justizvorgang, der von (nicht nur) der süddeutschen Zeitung kritisch begleitet und stark kritisiert wird. Beide Autoren arbeiten bei besagter Zeitung und sind, das spürt man dem Buch ab, intensiv und fundiert mit dem Fall vertraut. Nicht zufällig natürlich erscheint das Buch zum Zeitpunkt der Prüfung des Falles und bezieht eine klare Position gegen das nun bereits jahrelange „Wegsperren“. Allerdings nicht mit polemischem Unterton, sondern sehr differenziert und sorgsam begründet legen die Autoren die Ergebnisse ihrer Recherchen und ihre Schlüssse aus diesen vor.

Das in Bezug auf Gustl Mollath ein „kollektives“ Versagen der Exekutive im Raum steht, das ist für die Autoren erwiesen. Dieses Ergebnis ihrer Recherchen ist für die beiden Journalisten „ohne Zweifel“ und ihre Darlegung ist auch für den Leser überzeugend.
Umso schwieriger ist die Lage nun, nach dem erneuten Urteil gegen Mollath, in dem wiederum wesentliche Punkte des Falles gar nicht erst zur Verhandlung standen. Das gerade ist der „Justizskandal“, der ins Felde geführt ist, denn ebenso wurden bereist im ersten Angang des Falles die Einlassungen Mollaths erkennbar nicht genügend berücksichtigt und ein Dickicht von diversen Gutachten und Anträgen erzeugt, das fast wirkt, als solle unbedingt genau dieses Ergebnis gegen Mollath erreicht werden. Damals wie heute.

Vorgänge, die im Buch genauso minutiös dargelegt werden, wie der eigentliche Fall in den Blick rückt, aber auch die Person Mollaths ausgiebig vorgestellt wird.

Einerseits finden sich somit hier ein durchaus nicht einfacher, teils sturer Mann, der sich in dem Augenblick gegen seine eigene Frau wandte, in der er ihre am Rande der Legalität (bis darüber hinaus) sich vollziehende Arbeit als Anlageberaterin erst intern, dann immer lauter auch nach außen hin an den Pranger stellt. Ein Verhalten, dass zum Bruch zwischen beiden und den Übergang hin zum Kampf mit „harten Bandagen“ vor allem von Seiten der damaligen Ehefrau Mollaths darstellte.
Ein Schwarzgeldskandal im Rahmen der Hypovereinsbank, der zudem versehen ist mit einem dunklen Licht. Nicht nur auf eine konkrete Ehefrau und einen Ehestreit, sondern eben auch auf die weiteren Kreise Beteiligter. Die Bank, verantwortliche Politiker, Kunden.
Da bleibt dann nicht nur, sieht man den Verlauf des Prozesses vor Augen, ein „Gschmäckle“, dass Mollath von verschiedenen Seiten her mundtot gemacht werden sollte, da stehen handfeste Indizien im Raum, dass die Behandlung dieses Falles von Beginn an ein bestimmtes Ergebnis hervorbringen sollte.

Und das Ganze stellen die Autoren überzeugend dar. Nicht mit Hilfe einer reißerischer Darstellung, sondern gerade eben wegen der Kraft des Buches, Fakten zu benennen und nüchtern Zusammenhänge herzustellen. Wobei es sicherlich am Schwersten wiegt, wie wenig die Einlassung und allein schon die bürgerlichen Rechte des Mannes beachtet und gewahrt wurden (nicht nur bei seiner Enteignung, die fundamentale Rechtsmittel zu Gunsten eines „Opfers“ schlicht ignorierte). Einer, der die „Kreise“ von Finanz und Politik störte und hätte durcheinanderbringen können, wird hier im 21. Jahrhundert kühl mundtot gehalten, ein anderes Ergebnis kann die Lektüre nicht ergeben.

Sachlich, fundiert, sorgfältig recherchiert und sprachlich nüchtern und auf den Punkt gebracht, in Form und Inhalt ein überzeugendes Buch.
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