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Caroline Ledoux (Catherine Deneuve) kam gemeinsam mit ihrer Schwester aus Brüssel nach London und arbeitet als Maniküre in einem Schönheitssalon. Gemeinsam leben beide in einem kleinen Appartement, in dem gelegentlich auch der verheiratete Geliebte der Schwester übernachtet, vor dem Caroline eine schon fast körperliche Abscheu empfindet. Die höchste Erniedrigung ist das nächtliche Belauschen beider sexueller Aktivitäten durch die hellhörige Wand. Auch sonst ist Caroline introvertiert und selbst ihrem Verehrer Colin gegenüber absolut distanziert, was diesen in Frustration und Selbstzweifel treibt. Als die Schwester mit ihrem Geliebten für zwei Wochen nach Italien verreist, gerät Caroles Psychose außer Kontrolle. In zunehmenden Wahnvorstellungen verliert sie jeglichen Bezug zur Realität ...

REPULSION (1965) war die erste englischsprachige Produktion des aus Polen emigrierten Roman Polanski (*1933), der trotz des geringen benötigten Budgets für das gemeinsam mit seinem langjährigen Autoren Gérard Brach (1927-2006) in Paris verfasste Drehbuch bei den Großen der Branche nur auf Desinteresse stieß. Produzent wurde letztendlich ein kleines britisches Filmunternehmen, das ansonsten billige Softsexfilme ür eine eigene Kinokette produzierte. Der noch heute schockierende Horrorfilm über eine schöne Psychopathin war für Polanski und Hauptdarstellerin Catherine Deneuve der Durchbruch für eine internationale Karriere. In Deutschland war der Film bis 2010 ab 18 Jahren zugelassen und nach Neuprüfung nun ungekürzt ab 16.

Die Blu-ray von PIERROT LE FOU (Vertrieb: Alive!) bietet den annähernd 50 Jahre alten schwarz-weiß-Film in sehr guter Bild- und Tonqualität. Als Extra befinden sich auf der Blu-ray zwei englische Original-Kinotrailer sowie ein nicht untetitelbarer Audio-Kommentar mit Roman Polanski und Catherine Deneuve. Das 3-Disc-Set umfasst zusätzlich eine identisch ausgestattete DVD sowie eine Bonus-DVD mit der 2003 entstandenen Dokumentation A BRITISH HORROR FILM (23 min, englisch mit optionalen deutschen Untertiteln), in der sich Roman Polanski und Produzent Gene Gutowski an die Entstehung der Low-Budget-Produktion erinnern. Ferner enthält die DVD ein Interview mit Kameramann Stanley Long (2010, 9 min, untertitelt) sowie zwei weitere Trailer aus dem Programm des Labels. Die Discs befinden sich in einem aufklappbaren 3-teiligen Digipak, das mit Szenenfotos hervorragend gestaltet ist und die Discs einbezieht. Der FSK-Kleber ist vom Schuber rückstandsfrei zu entfernen. Die DVD-Version des Titels umfasst die zwei oben beschriebenen DVDs.

Für Sammler von Klassikern ein Pflichtkauf!
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am 31. Januar 2010
"Repulsion" - so der Original-Filmtitel - heißt zu deutsch nichts anderes als Abstoßung, Widerwärtigkeit, Widerwille, Abneigung ... der deutsche Filmtitel "Ekel" geht also einmal nicht am Thema vorbei. Zu seinem Erscheinen im Jahr 1965 soll der Film (Polanski's Zweiter in eigener Regie) bereits auf der damaligen Berlinale, wo dieses Werk auch mit einem silbernen Bären ausgezeichnet wurde, der meistdiskutierteste gewesen sein ... abstoßend, ekelhaft, letztendlich verstörend wirken die in schwarz/weiß geschossenen Bilder noch heute, Polanski verstand es, effizient ein klaustrophobisches, paranoides Szenario zu erstellen, das im Verlauf des Films eine Intensität erlangt, die - je nach Gemütszustand und Nervenkostüm - durchaus als unerträglich empfunden werden kann.

Eine noch junge Catherine Deneuve (in den frühen 60ern erst auf dem Weg dahin, in Frankreich ein Star zu werden), spielt Carol, die mit ihrer Schwester zusammen ein Londoner Apartment bewohnt. Carol, die einer Beschäftigung in einem Schönheitssalon nachgeht, erscheint zunächst als verträumte, etwas naive, zurückhaltene, junge Frau, die nicht ganz mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen scheint. Der Zuschauer wird jedoch schnell gewahr, daß sie ein Problem hat, mit Nähe, Berührungen, Intimität, Beziehungen, dabei unterm Strich ganz besonders mit Männern. Carol ist nicht dazu in der Lage zu differenzieren, zwischen 'billiger Anmache' und aufrichtig empfundenen Gefühlen, die ihr entgegen gebracht werden: Männer werden in ihrer Welt als Penetration, als Bedrohung, als Eindringlinge, als widerwärtig empfunden, worauf sie mit Apathie, bzw. mit Abwehr reagieren muß. So erklärt sich von allein, daß sie keinesfalls lediglich in einer Traumwelt lebt, sondern fortwährend in einer Art von lebensnotwendigem Refugium - die 'Außenwelt', in der sie lebt, erscheint ihr fremd und in ihr wirkt sie - als erwachsene, attraktive Frau - wie ein kleines, hilfloses Mädchen, das offenbar früh aufgehört hat, sich in ihr zu entwickeln. In ihrer eigenen Welt scheint sie Ruhe zu haben, was allerdings ein Ende hat, als ihre Schwester mit deren Lover für einige Tage verreist und Carol allein in der Wohnung ist. Innerhalb der vier Wände verschmelzen nun Carol's Innen- und Außenleben, Auslöser ist offenkundig, daß sie jetzt 'allein gelassen' wurde. Sie schafft es nicht, dem Vermieter sein Geld zu geben, sie vergißt, als sie sich ein Bad einläßt, den Wasserhahn abzustellen, sie vergißt einfach, zur Arbeit zu gehen (die sie letztlich auch verliert), Essensreste gammeln in der stetig düster ausgeleuchteten Wohnung, die mehr und mehr verkommt, tagelang vor sich hin (symbolisch für alles alltägliche, 'normale', das zur Bedeutungslosigkeit verkommt und 'liegen bleibt'), die Fliegen mehren sich ... als Zuschauer meint man bereits, den Gestank wahrzunehmen. Carol allerdings nimmt dies alles nicht wirklich wahr, ihre Sinne sind geschärft für aufplatzende Risse in den Wohnungswänden (stellvertretend für etwas, daß jetzt in ihrer Psyche 'aufbricht'), für Schritte vor der Wohnungstür, Grenzen zwischen Realität und Wahn scheinen zu verschwimmen, als plötzlich ein Mann in ihrer Wohnung zu sein scheint, der körperlich zudringlich wird ... was zur tatsächlichen Katastophe eskaliert, denn Carol - mit allem und allermeisten mit sich selbst überfordert - beginnt jetzt zu morden ...

Polanski hat sein erschütterndes Psychogramm strategisch stilsicher und präzise inszeniert, was ganz besonders zur Zeit des ursprünglichen Erscheinens dieses Films seinen Effekt nicht verfehlt haben kann. Dabei spielt u.a. auch der Einsatz der Musik (komponiert von Chico Hamilton) eine bedeutende Rolle - sie ist nämlich nur allzu oft gar nicht vorhanden. In der Wohnung dominieren in aller Regel andere Laute, wie tropfende Wasserhähne, laut schrillende Türklingeln und Telefone, das Ticken von Uhren, Schritte vor der Tür, die anwachsende Schar von Fliegen sowie die aufplatzenden Wände. Musik erklingt zunächst nur, wenn Carol außerhalb der Wohnung unterwegs ist, leicht beschwingt - ein akustischer Reflektor des 'Swinging London'. Doch mit jedem weiteren 'Außenaufenthalt' Carols nimmt die Intensität der Musik zu - passend zum Voranschreiten der Handlung. Später, als Carol die Wohnung gar nicht mehr verläßt, erklingt Musik dann auch in derselbigen, wo sie den düsteren, klaustrophobischen Charakter der gesamten Szenerie effizient zu unterstreichen/mit zu kreieren versteht. Erst am Ende, nachdem die Schwester zurück gekehrt ist, impliziert die Musik wieder Frieden. Ein weiteres, immer wieder gern verwendetes Stilmittel ist das geöffnete Fenster ... auch in diesem Film irgendwann die einzige Verbindung zur Außenwelt, in der hörbar gelacht, gespielt, musiziert, einfach gelebt wird. Wie brilliant Polanski Carol's desolaten, psychischen Zustand inszeniert hat zeigt sich nicht allein in ihrem seltsam-manischen Selbstreinigungszwang (z.B. Zähneputzen nach Kuss), sondern ebenfalls in den absurden, irrationalen Tätigkeiten, die sie ausübt, während nebenan eine Leiche liegt: Debil vor sich her singen, während sie näht oder Wäsche bügelt (wobei das Bügeleisen nicht einmal an einen Stromkreis angeschlossen ist). Wie gekonnt der Regisseur den weiteren Verlauf von Carol's Manie inszeniert hat (was Catherine Deneuve wirklich erschreckend gut darzustellen vermochte!), soll an dieser Stelle nicht vertieft werden, muß man selbst gesehen haben. Der Film bietet für Carol's Verhalten/Zustand zu keiner Zeit eine Lösung im Sinne einer Entschlüsselung an, er zeigt lediglich auf. Dem Zuschauer bleibt es überlassen, hinein zu interpretieren, was seine Fantasie/seine psychologische Kenntnis zuläßt, wobei sich vordergründig recht schnell der Verdacht auf Mißbrauch in der Kindheit einstellen wird. Dennoch meine ich, man sollte sich eine Offenheit bewahren, die auch andere Interpretationsmöglichkeiten zuläßt, dezent und unterschwellig offeriert der Film nämlich auch diesbezüglich Potential.
Interessant erscheinen läßt den Film ebenfalls, daß es nicht allein Carol's Ekel ist, den Polanski für den Zuschauer sichtbar macht. Schon gleich zu Beginn - wie auch noch häufiger, im Verlauf des Films - bekommt der Zuschauer (paradoxerweise?) im Schönheitssalon das 'eklige' Bild einer bröckelnden Schönheitsmaske auf dem Gesicht einer alternden Frau zu sehen und sämtliche, weitere Kundinnen im Salon (sowie auch die Geschäftsführerin), derer man noch so ansichtig werden darf, tragen keinesfalls zu einem ästhetischen Kontrastbild, quasi als Gegenüberstellung zum Rest des filmischen Inhalts, bei, sie wirken alle irgendwie widerlich. Insgesamt also, auf seine eigenwillige Art, ist "Ekel" ein in sich stimmiges Werk.

Erstaunlich, daß in heutiger Zeit noch ein 'FSK ab 18'-Logo das DVD-Cover 'ziert' (leider kein ablösbarer Aufkleber), vollkommen altersgruppenunabhängig aber würde ich diesem Film generell keine Empfehlung aussprechen. Er läßt den Zuschauer schon irgendwie erschüttert und verstört zurück, ist definitiv nichts für schwache Gemüter, wer ihn sich aber ansehen möchte, soll dies selbstverständlich für sich selbst entscheiden. Ich mag den Film aufgrund seiner hervorragenden Inszenierung, auf Filme von Roman Polanski habe ich allerdings bereits seit meiner Teenager-Zeit ein Auge. Wem's ähnlich geht oder wer gar ein 'Hardcore'-Polanski-Fan ist, der braucht keine explizite Empfehlung, für den versteht es sich von selbst, daß dieser Film - lange vor den Klassikern "Rosemary's Baby", "Chinatown" oder dem mehrfach prämierten "Der Pianist" entstanden - in die eigene Sammlung integriert wird. Und wer das tun möchte, trifft mit dieser Ausgabe aus dem neuesten Schub von SZ-Filmen (veröffentlicht unter dem Oberbegriff 'Berlinale') bestimmt nicht die schlechteste Wahl, ich bin nämlich nicht sicher, ob die bislang einzige, in Deutschland erhältliche DVD-Version von McOne überhaupt noch regulär produziert wird. Diese SZ-DVD ist nicht exorbitant teuer, bietet zwar keine Extras, dafür, neben der deutschen, auch die englische Originalsprache, sowie einige gedruckte Informationen im Innencover - der Sammler darf vollauf zufrieden sein.
-- theSilentNoirFreak
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am 8. April 2016
Im Mittelpunkt des fast kammerspielartigen Filmes von Roman Polanski, der sich überwiegend in einer Wohnung abspielt, steht die 1965 erst 22jährige Catherine Deneuve, eine Ikone nicht nur des Filmes, sondern ein Stück Frankreich, nach deren Bild eine Büste der französischen "Marianne" gefertigt wurde
Deneuve spielt eine junge französische Kosmetikerin, die in dem Schwarz-Weiß-Film als Carol mit ihrer Schwester in London eine Wohnung teilt.
Sie ist zurückhaltend, in sich gekehrt und oft verträumt, und sie hat ein ernstes Problem mit dem männlichen Geschlecht. Der verheiratete Lover ihrer Schwester ist ihr ein Gräuel, seine Zahnbürste in ihrem Zahnputzglas verursacht Ekel (was ich noch nicht unbedingt als krankhaft sehe), und ein junger Mann, der sich um sie bemüht und ernsthafte Absichten hat ( er verteidigt sie gegen zotige Bemerkungen von Bekannten in einer Kneipe) wird vertröstet und zurückgewiesen.
Ihre Stimme ist schüchtern, mädchenhaft, und als ihre Schwester für 14 Tage mit dem Lover in Urlaub fährt, entwickelt sie paranoide Züge (eine psychische Störung, die mit optischen oder akustischen Wahnvorstellungen und Verkennung der Realität einhergeht). Ihre Wahnvorstellungen, die sich in Vergwaltigungsszenen, in Rissen der Wahrnehmung der Realität, geschickt symbolisiert durch plötzlich auftretende oder sich drastisch vergrößernde Risse im Putz, aus den Wänden ragende Hände, die nach ihr greifen, äußern, lassen sie die Wohnung verwahrlosen, Schimmel und Fliegengesumm, sie geht unentschuldigt nicht mehr zur Arbeit, ihre Paranoia "läßt sie schließlich zur Mörderin werden", wie nicht ganz zutreffend auf der Rückseite der DVD-Hülle geschildert wird. Zu diesem Zeitpunkt hat die Krankheit nämlich erkennbar soweit ihren Realitätssinn vernebelt, dass die Tat eher eine Notwehr dieses kranken Gehirnes ist, von Planung, Heimtücke, niederen Motiven und was sonst noch eine Tötung zum Mord macht, kann bei Carol keine Rede sein.

Die junge Catherine Deneuve zeigt in diesem frühen Fim einer großartigen Karriere mit über 100 Filmen, oft in Hauptrollen, mit zahlreichen Preisen und Ehrungen belohnt, eine faszinierende Vorstellung. Großartig glaubhaft verkörpert sie eine schüchterne, fast verhuschte junge Frau, die sich an die große Schwester klammert und in deren Abwesenheit zunehmend jeden Bezug zur Realität verliert und Wahnvorstellungen erliegt. Beeindruckend ihr Mienenspiel von verträumt, schüchtern, ängstlich und fast ausdrucklos, in einer Szene auf der Straße, bei der die übrigen Passanten einen Unfallort beobachten, geht sie mit regungslosem Gesicht wie ferngesteuert vorbei. Auch in der Wohnung sitzT sie oft ausdruckslos, nur gelegentlich eine Hand ans Gesicht zuckend, als wolle sie da eine Fliege verscheuchen.

Polanski hat in großartigen Schwarz-Weiß-Bildern und MIT einer umwerfenden noch sehr jungen Catherine Deneuve eine beeindruckende Studie der Entwicklung einer paranoiden Psychose gezeigt, symbolisch treffend die schon erwähnten Risse, bei denen auch der Zuschauer erschrickt, der Verlust des Bezuges zur Realität, aus Ekel wird Wahn, und die Schlusseinstellung zeigt ein Familienfoto mit einer Carol als junges Mädchen, das Bild wird zunehmend vergerößert, bis wir fast nur noch das Gesicht sehen, man achte auf den Ausdruck, der uns vermuten lässt, dass die Wurzeln der Paranoia in der Kindheit zu finden sind, wir können uns ausmalen, was dem Mädchen widerfahren sein mag. Die Kamera zoomt weiter heran, bis wir nur noch Schwarz sehen.
Der Film ist ein MEISTERWERK, das Spiel der jungen Catherine Deneuve eine Offenbarung.

Doc Halliday
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am 29. Mai 2015
Roman Polanski's Meisterwerk der menschlichen Psyche. Erster Teil seiner Horror-Trilogie: Ekel, Rosemary's Baby, Der Mieter
Alle dieser Werke präsentieren nicht nur Horror von höchstem Niveau, sondern wissen auf intelligente Art zu gruseln. Aus Zeiten, wo Qualität das Ziel war und nicht der reine Umsatz durch Mainstream-Blockbuster.

Kann man sich immer wieder kaufen. Ist jedes Geld wert!!!
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am 8. Juni 2016
Es gibt Frauen, die sind so schön, so zart, dass man denkt, man könne sie nicht berühren, man würde sie beschmutzen, wenn man seine eigene, beharrte, bakterielle Haut, unter der es an Fleisch, Blut und Exkrementen brodelt an das beinahe schon plastisch-vollkommene Gegenüber reibt. Carole (Catherine Deneuve) in "Ekel" ist eine solche Frau. Unschuldig, unberührt und engelsgleich, leicht wie eine Feder geht sie gedankenverloren durch ihren Alltag, immer in ihrer eigenen Welt, in ihrem Geist verschwunden und gefangen. Es ist diese Reinheit, die Polanski in seinem Film gegen das Verdorbene, das Schmutzige, das Sexuelle einen aussichtslosen Kampf kämpfen lässt; die friedliche Abgeschiedenheit der Wohnung (die Seele) gegen die äußeren Unruhestifter wie soziale Verantwortung und Konvention. Natürlich aber kommentiert der Regisseur das Geschehen zu keinem Zeitpunkt, "Ekel" ist in erster Linie immer noch ein surrealer Horrorfilm ohne Botschaft, sein neuer Surrealismus ist, auch trotz Traumsequenz und Bunuel-Zitats zu Beginn, keiner, der Traum und Realität gegenüberstellt, sondern einer, der die subjektive Wahn- wie Alltagswahrnehmung seiner Hauptfigur nach außen kehrt und für den Zuschauer real erfahrbar macht.
Und immer wieder findet Polanski dafür aufregende Bilder: Seien es die Risse im Ornament, der Tierkadaver, die grapschenden Hände aus der Wand: Sie alle dokumentieren den seelischen Zerfall eines Opfers einer das soziale Leben dominierenden Männlichkeit, das sich gegen das unaufhaltsame Eindringen alles Maskulinem zu verteidigen versucht. Beinahe wirkt der Film an Symbolen und Motiven gar überladen, wechselt sich ab mit Subtilem (Fötusmetapher) und Plakativem (Nonnen) und ist vielleicht deshalb nicht Polanskis reifster Film, dafür aber ein hochinteressantes und komplexes Frühwerk, das hohe Maßstäbe setzte.
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am 1. November 2006
Carol ist jung, attraktiv. Carol hat einen patholgischen Haß auf Männer, sie ekelt sich vor ihnen. Carol ist allein, ihre Schwester ist mit ihrem Geliebten in Urlaub gefahren. Carol hat Angst - Carol ist gefährlich...

Roman Polanskis zweiter abendfüllender Spielfilm ist selbst 40 Jahre nach seiner Entstehung ein absoluter Sesselkraller. Mit subtilen Schockmomenten und belastenden Bildern wird ein mörderischer psychologischer Zerfall geschildert. Catherine Deneuve ist brillant als engelsgleiches, leidendes Menschenkind, das zur Gefangenen der eigenen vier Wände - und letztlich ihres Innenlebens - wird. Diese Qualitäten machen "Ekel" zum ersten Teil einer losen Trilogie, die sich mit dem beunruhigenden "Rosemaries' Baby" (1968) fortsetzte und mit dem klaustrophobischen "Der Mieter" (1976) zu Ende ging. Dabei ist "Ekel" noch der Film, der am meisten mit optischen Tricks arbeitet (Hände, die aus Wänden schießen; Räume, die sich bedrohlich in die Länge ziehen etc.); das macht jedoch nichts, denn die Künstlichkeit steht synonym für die verzerrte Wahrnehumg der Hauptperson, ähnlich wie bei "Marnie" von Alfred Hitchcock, von dem Polanski viel gelernt hat.

Fazit: Sterne, soweit das Auge reicht - wenn man's vertragen kann!
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am 9. Juni 2015
Also zum Film muss man nix sagen einfach grandios. Die Box enthält die Blu-Ray, die DVD und noch eine DVD mit dem Bonusmaterial. Laufzeit der Bonus-DVD beträgt 60 min. Ton und Bild sind sehr gut. VORSICHT: Das FSK Flatschen muss man vorsichtig entfernen, da es sonst Spuren hinterlässt. Der Ton auf der Bly-Ray ist auf (sagt man das so ?!) PCM 2.0 und auf der DVD Dolby Digital 2.0. Bildformat ist 1.77:1 falls es einen von euch interessiert. Als Sprachauswahl gibt es Englisch und Deutsch und Untertitel leider nur auf Deutsch.

Extras:

Audiokommentar mit Roman Polanski und Catherine Deneuve
Dokumentation ,, A British Horror Film"
Interview mit Kameramann Stanley Long
Original Kinotrailer

Fazit: Sehr guter Film, der nicht für jeder ist, da man dafür Nerven braucht. Sehr schön gestaltete Box im Digipack. Klare Kaufempfehlung !!!
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am 1. August 2011
Roman Polanskis verstörendes Psychodrama "Ekel" beginnt mit einer Großaufnahme von einem geweiteten Auge, das mit nervösem Puls zuckt und misstrauisch seine Umgebung mustert. Unterlegt wird die Szene mit einem hypnotisch voranpeitschenden Schlagwerk, das scheinbar in seinem eindringlichen motorischen Rhythmus eine akustisch wahrnehmbare Bedrohung suggeriert. Bis die Kamera immer stärker aufzieht und wir entdecken, dass das Auge zu dem engelsgleichen Gesicht von Carol gehört, einer Belgierin in London, die in einem Kosmetiksalon einer Kundin die Hände manikürt. Die apathische Carol hat ein Problem, das niemand bemerkt: Sie leidet an einer psychosexuellen Störung und ekelt sich extrem vor Männern. Das dominante Auftreten des anderen Geschlechts, die psychische Gewalt mitsamt dem brutalen Machogehabe und das Gestöhne von ihrer Schwester Helen beim Sex mit ihrem verheirateten Liebhaber Michael, das Carol durch die Wände der gemeinsamen Wohnung vernimmt, widern sie dermaßen an, dass sie gegen alles eine Phobie entwickelt, was auch nur im Entferntesten mit der maskulinen Existenz im Kontext steht, so dass selbst ein deplatziertes Rasiermesser im Bad zum finalen Auslöser einer tiefgehenden Psychose wird. Als Helen für ein paar Tage mit Michael verreist und ihre unselbstständige Schwester allein in der Wohnung zurücklässt, nehmen die schizophrenen Wahnvorstellungen in Carol immer stärker zu, bis die Angst ihre Wahrnehmung komplett vereinnahmt hat und sie aufgrund ihrer Zwangsneurosen zwischen Realität und Einbildung nicht mehr unterscheiden kann. Carol steigert sich nun so tief in ihren Verfolgungswahn hinein, dass sie schließlich zur Mörderin wird!

"Ekel" zeichnet akribisch das beklemmende Psychogramm einer Frau, die offensichtlich alle Symptome einer paranoiden Schizophrenie aufweist und unaufhaltsam ihrem persönlichen Niedergang entgegensteuert. Carol isoliert sich immer mehr von der Außenwelt, sie spricht wenig, ist äußerst lethargisch und wehrt sich vehement gegen alle Versuche ihres Verehrers Colin, sie in ein soziales Gefüge zu integrieren. Sie leidet stark darunter, als Lustobjekt wahrgenommen zu werden, so dass sie sogar einen flüchtigen Kuss mit panischer Hysterie goutiert. Ihre unterwürfige Art ist scheinbar einem femininen Nichtigkeitswahn entsprungen, der die tiefe Überzeugung in ihrem Bewusstsein verankert hat, minderwertig zu sein. Ein Gefühl, das durch die herablassenden Äußerungen von Helens Liebhaber Michael und die Lästereien der Frauen im Schönheitssalon noch verstärkt wird. Die Motorik ihrer Psyche ist stark gestört und lässt sie tranceartig wie im Delirium ziellos durch die Strassen von London irren. Als sie in der Stadt auf einer Bank sitzt, starrt sie mit leerem Blick auf einen Riss im Asphalt, der ihr später in gleicher Form in den Wänden ihrer Wohnung wieder erscheint. In der nächtlichen Einsamkeit beginnt sie Geräusche zu halluzinieren. Als sie ihren Kleiderschrank schließt, glaubt sie in der Spiegeltür einen Mann gesehen zu haben, der schließlich in ihrer wahnhaften Suggestion zu ihr ins Bett steigt und sie gegen ihren Willen zärtlich berührt. Doch dies sind letztendlich alles nur äußere Symptome, denn die entscheidende Frage, was denn mit Carol eigentlich passiert ist, dass sie so traumatisiert durchs Leben wankt, lässt der Film im Ungewissen zurück. Dass etwas Schlimmes in der Vergangenheit geschehen sein muss, wird lediglich angedeutet, aber nie ausgesprochen. Ein Geheimnis, das wie ein dunkler Schleier die ganze Zeit nebulös über der Handlung liegt und woraus der Film auch seinen eigentlichen Horror zieht. Beispielsweise muss es ja einen triftigen Grund dafür geben, weshalb Helen ihre rätselhafte Schwester überhaupt noch bei sich wohnen lässt, obwohl sie sich aufgrund ihres sprunghaften Liebeslebens nach mehr Freiraum für ihre eigene Intimsphäre sehnt. Die übersensible Carol könnte auch Polanskis gruselige Antwort auf den männlichen Chauvinismus sein oder eine Metapher für die einsame Entfremdung von einer immer anonymeren Umwelt, die nicht mehr in der Lage ist, Carols Krankheit zu erkennen. Ob tatsächlich ein Trauma besteht und welche schrecklichen Dinge Carols schöne Augen einst erblickt haben könnten, bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen, was ein durchaus raffinierter Kunstgriff ist, weil so die Spannung weit über das Filmende hinaus bestehen bleibt. Die letzte Einstellung ähnelt der Eröffnungssequenz. Polanski zeigt uns erneut Carols Augen, nun aber auf einem Foto aus Kindheitstagen, auf dem sie hasserfüllt auf einen lächelnden Mann blickt, der vor ihr auf einer Bank sitzt.

Roman Polanski taucht mit der Kamera tief in das Bewusstsein der immer monströser erscheinenden Carol ein, so dass der Film unterschwellig sogar eine voyeuristische Faszination für psychische Deformationsprozesse kolportiert. Carol ist eine ambivalente Figur, weil sie einerseits ihrem Verfall hilflos ausgeliefert scheint und andererseits einen subtilen Schrecken ausstrahlt, der insbesondere Männern eine Warnung sein sollte, denn hinter der ebenmäßigen Schönheit von Carols Gesicht verbirgt sich Abgründiges, so dass die oberflächliche Reduktion einer Frau auf ihr attraktives Äußeres fatale Folgen für das eigene Leben haben könnte. Dabei wecken Carols ausgeprägte Neurosen Assoziationen an Hitchcocks Hauptfiguren, ebenso das Frauenbild der kühlen, unnahbaren Blonden wie sie von Catherine Deneuve hier verkörpert wird. Oder die Bedrohungen, die aus der Tonspur erwachsen, wenn Carol in ihrer Wohnung ständig von einem seltsamen Glockengeläut aufgeschreckt wird, das aus der gegenüberliegenden Kirche zu ihr vordringt und in seiner schneidenden Intonation stark an Bernard Herrmanns schreiende Geigen aus Psycho erinnert. Dass der Film noch in Schwarzweiß gedreht wurde, kommt ihm sogar zu pass, denn dies verleiht ihm rein visuell gesehen eine gewisse Zeitlosigkeit, die stark der ästhetischen Düsternis des Film Noir ähnelt. Oft entfalten die Bilder eine metaphorische Kraft, wenn die hübsche Carol etwa auf einen Wasserkessel blickt und der Zuschauer erst im verzerrten Spiegelbild den tödlichen Wahnsinn in ihr entdeckt oder die veränderten Proportionen der Räume zum Ausdruck ihrer Wahrnehmungsstörungen werden. Die Musik stammt von Chico Hamilton, dessen psychotischer Jazz wunderbar den inneren Zustand von Carols Seelenleben widerspiegelt.
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am 7. September 2009
Roman Polanski soll einmal gesagt haben, er hasse happy endings. Ein Film müsse den Zuschauer unruhig und aufgewühlt zurücklassen, erst dann finde eine echte Auseinandersetzung statt, erst dann würde ein Film nicht nur Spuren hinterlassen, sondern das Denken in den Köpfen verändern. Wenn das stimmt, ist "Ekel" der wahrscheinlich reinste Ausdruck von Polanskis Absichten. Es ist der purste Horrorfilm, der sich denken läßt, denn er konfrontiert uns mit einer Geschichte, die jedem von uns passieren kann. Angstphobien, Depressionen, die in Wahnvorstellungen und Halluzinationen münden, können auch Menschen treffen, die in ihrer Vorgeschichte eigentlich nichts Schlimmes erlebt haben. Indem wir durch Carols Augen ihren allmählichen Zerfallsprozeß erleben, haben wir im Verlauf des Films genau wie sie mehr und mehr das Gefühl, den Boden unter den Füßen weggerissen zu bekommen. Scheinbar normale Alltagssituationen, Geräusche, Menschen wirken durch Carols verfremdeten Blick auf ihre Umwelt für uns ebenso bedrohlich und angsteinflößend. Ich habe den Film zum ersten Mal mit 14 gesehen - kein typischer Horrorfilm mit Monstern und Aliens hat mir seitdem mehr Angst eingejagt als dieser nahezu klinisch wissenschaftliche Bericht eines psychischen Zerfallprozesses, der uns hilflos und ohne jede Erklärung zurückläßt. Nur die Schlußeinstellung, die langsam auf ein altes Kinderfoto von Carol zuschwebt und in ihren Augen ihre schon damals verankerte Krankheit erkennen läßt, weist auf ein Kindheitstrauma hin. In diesem Zusammenhang finde ich die Deutung eines meiner Vorrezensenten interessant, daß sie möglicherweise von ihrem Vater mißbraucht worden ist und sich daraus ihre (mörderische) Angst vor Männern begründet. In der ersten Vergewaltigungs-Vision, die sie hat, fällt ein älterer Mann über sie her, der ihr Vater sein könnte.Man hat das Gefühl, daß Carols Phobien realistisch dargestellt sind, Angst und Depressionen können einen Menschen tatsächlich so paralysieren, daß man total kraftlos und nahezu bewegungsunfähig wird und ähnlich wie Carol die Wohnung, in der sie allein ist, verwahrlosen läßt. Auch die scheinbaren wenigen Szenen, die man Polanski als klischeehaft ankreiden könnte, die Vision im Spiegel, die Hände, die aus berstenden Wänden nach Carol greifen, sind bewiesene Visionen bei psychisch oder schizophren erkrankten Menschen. Ich weiß nicht, wie weit sich Polanski von Hitchcocks "Psycho" hat inspirieren lassen, aber eins hat er bestimmt mit ihm gemeinsam. Mit rein filmischen Mitteln zieht er uns in die seelischen Abgründe Carols hinein. Man könnte den Ton abschalten, auch als Stummfilm würde man "Ekel" vollkommen verstehen. Carols eigene Sprachlosigkeit überträgt sich auch auf ihre Mitmenschen, die nicht fähig sind, wirklich mit ihr zu sprechen, die überhaupt kein Gespür dafür entwickeln, daß diese Frau Hilfe braucht. Genaugenommen wird die hübsche Carol von den Männern zum Sexualobjekt degradiert, ihr Seelenleben interessiert nicht wirklich. Wenn ihr Verehrer, der nicht zu ihr durchdringen kann, von seinen Freunden deswegen aufgezogen wird, reagiert er mit männlicher Eitelkeit nach der Devise "wenn ich die nicht ins Bett kriege, wie stehe ich vor meinen Kumpels da"? statt wirklich ergründen zu wollen, welcher Mensch hinter Carols scheuer Fassade steckt. Carol erlebt ihre Schwester als ständig männerwechselnde sinnenfrohe Frau und muß dadurch noch tiefer verletzt werden, weil sie Liebe nur als körperliche Begierde und als männliche Dominanz erfährt. Subtil zieht uns Polanski damit sogar auf ihre Seite und weckt in uns den Wunsch, daß sie sich an solchen Männern rächt, wir kommen sogar zu der Überzeugung, daß es Typen wie ihr schmieriger Vermieter nicht anders verdient hat. Carols Anonymität, die in Mord und Wahnsinn endet, ist eine Reflexion und eine "Antwort" auf die Anonymität und Unfähigkeit zu wirklicher Kommunikation ihrer Umwelt. Carol, die offensichtlich schon in ihrer Kindheit Opfer war, wird zum Opfer eines Großstadt-Alltags, der keinen Platz läßt, echte menschliche gefühle zu entwickeln, sie wird zum Opfer von Mann - Frau-Geschlechterrollenritualen, die die Frau im wahrsten Sinne des Wortes unterliegen lassen. Für hypersensible Menschen wie Carol muß die Oberflächlichkeit ihres Umfeldes fast konsequenterweise so niederschmetternd wirken, daß sie wehrlos wehrhaft wird. Dieses Psychogramm steht auch nach 40 Jahren ziemlich einmalig in der Filmgeschichte da. Und es ist bestimmt keine Platitüde zu behaupten, das ist einer jener Filme, die man sich wirklich besser nicht allein ansehen sollte.
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am 22. Januar 2012
Carol (Catherine Deneuve), eine Angestellte eines britischen Kosmetiksalons, bewohnt mit ihrer älteren Schwester Helen (Yvonne Furneaux) eine etwas heruntergekommene große Wohnung in einem Mietshaus im London der 60-iger Jahre des 20. Jahrhunderts. Die ältere Schwester wird dort regelmäßig von ihrem Freund besucht, der stets auch eine Liebesnacht mit ihr verbringt. Polanski zeigt die jüngere Carol als eine extrem unsichere und emotional erstarrte Frau mit heftiger Abneigung gegen jede Form von Sexualität, jedoch mit einem für die meisten Männer sehr attraktiven Körper. Der Film nimmt sich die die ersten dreißig Minuten Zeit, den psychischen Zustand der Protagonistin zu verdeutlichen, indem wir ihr Verhalten am Arbeitsplatz im Kosmetiksalon gegenüber Chefin, Kolleginnen und Kundinnen, gegenüber einem sehr hartnäckigen Verehrer, ihrer Schwester und deren Freund sowie in scheinbar unbeobachteten Momenten im Detail unter die Lupe nehmen können. Wir erkennen bald, dass bei dieser Frau geistig etwas nicht stimmen kann. Während eines Kurzurlaubes der Schwester überschlagen sich die Ereignisse und es kommt bei Carol zum akuten psychotischen Schub mit akustischen und optischen Halluzinationen. Der Film wurde früher als Horrorfilm eingestuft, dürfte jedoch für die meisten Fans dieses Genres, die von dieser Filmkategorie doch schockierendere Action wie bei "Psycho", "The Hills Have Eyes", "Wrong Turn", "Hostel", "Dark Water", "The Grudge" oder ähnlichem erwarten, mit einer Enttäuschung aufwarten, obwohl ein paar - heute eher sehr zahme - Schrecksekunden mit unterstützender dramatischer Musik enthalten sind. Das liegt aber nicht an Polanski's Film (den ich übrigens nur mit Originalton kenne - Catherine Deneuve, die die Carol sehr glaubhaft darstellte, sprach Englisch mit französischem Einschlag), der uns den psychischen Zustand der jungen Frau hauptsächlich in Form von Veränderungen an der Wohnung zeigt. So sehen wir z.B. dass Carol glaubt, Risse in den Wänden entstehen zu sehen oder die Wände werden weich wie Ton oder geben Wasser ab. Da Carol Nahrungsaufnahme und persönliche Hygiene vernachlässigt und sich auch nicht mehr um das Aufräumen und Säubern der Wohnung kümmert, sehen wir auch am sich ausbreitenden Chaos die Verschlimmerung ihres seelischen Zustandes. Obwohl zwei Menschen in Folge von Carols Wahn sterben, kann man den Film meines Erachtens heute nicht mehr so richtig ins Horror-Genre einordnen, weil dieses ingesamt doch viel härter geworden ist. Der S/W-Spielfilm "Ekel" (Originaltitel: "Repulsion" (GB, 1965)) aber war in meinen Augen eher eine über weite Strecken ziemlich subtile und auch beklemmende psychologische Studie über den Ausbruch einer akuten Geisteskrankheit bei einer jungen Frau und das Unverständnis der normalen und medizinisch nicht vorgebildeten Menschen in ihrer Umgebung für das seltsame Verhalten von Carol.
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