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5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte im Literaturbetrieb: Ein Hörvergnügen
David jobt als Kellner. Um die junge und attraktive Marie zu beindrucken und für sich zu gewinnen, wäre er gerne Schriftsteller. Als er zufällig in einem alten Nachttisch ein Manuskript über die tragisch endende Liebesgeschichte zwischen Peter und Sophie findet, gibt er es ihr gegenüber als seines aus. Mit Erfolg, Marie wird seine Freundin. Ohne...
Veröffentlicht am 5. Juli 2007 von Dr. Matthias Korner

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Suter war schon besser
Nicht ganz so spannend wie die die anderen Bücher Suters fand ich sein letztes. Suters gelingt es diesmal nicht ganz so überzeugend, das Verhalten seiner Hauptfigur als so zwingend darzustellen wie in den vorgen Romanen. Immer wieder denkt man sich "Das könnte der jetzt wirklich anders machen". Da die Geschichte aber nur dann funktioniert, wenn...
Veröffentlicht am 10. August 2004 von tempelmaus


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte im Literaturbetrieb: Ein Hörvergnügen, 5. Juli 2007
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
David jobt als Kellner. Um die junge und attraktive Marie zu beindrucken und für sich zu gewinnen, wäre er gerne Schriftsteller. Als er zufällig in einem alten Nachttisch ein Manuskript über die tragisch endende Liebesgeschichte zwischen Peter und Sophie findet, gibt er es ihr gegenüber als seines aus. Mit Erfolg, Marie wird seine Freundin. Ohne sein Wissen sendet sie das Manuskript an einen Verlag, der es unter dem Titel ,Lila, Lila` veröffentlicht. Das Buch wird zu einem Verkaufserfolg. David absolviert die ungeliebten Leseveranstaltungen, nimmt den plötzlichen Geldregen hin. Doch eines Leseabends steht vor dem jungen Literaturstar ein Mann, der behauptet, der wahre Autor zu sein. Aus Angst aufzufliegen, läßt David ihn mitverdienen. Ab sofort reißen die Turbulenzen nicht mehr ab.

Wie schon bei seinem Roman ,Ein perfekter Freund` hat der Schweizer Erfolgsautor Martin Suter höchst Bemerkenswertes geleistet. Die traurig endende Liebesgeschichte von Peter und Sophie bzw. von David und Marie ist gleichzeitig eine glänzend geschriebene Parodie auf den deutschsprachigen Literaturbetrieb. Der 2004 im Züricher Diogenes Verlag erschienene Roman wurde noch in demselben Jahr in ein aus 5 CDs bestehendes Hörbuch umgesetzt. Für die gekürzte Lesung konnte der preisgekrönte Nachwuchsschauspieler Daniel Brühl, dem Film- und Fernsehpublikum bekannt über 'Good Bye, Lenin', gewonnen werden. Das hat sich ausgezahlt, denn Brühl mit seiner wandlungsfähigen Stimme beschert Hörer/Hörerin ein ca. 6 stündiges Hörvergnügen.

Fazit: Hinreißende Liebes- und Hochstaplergeschichte inmitten des deutschsprachigen Literaturbetriebs.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die erste Liebegeschichte von Martin Suter, 27. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila (Gebundene Ausgabe)
Lila Lila ist seines Zeichens die erste wirkliche Liebesgeschichte von Martin Suter. Der junge Kellner David (erinnert etwas an Geri Weibel) wird von seinen Freunden und seinem Arbeitgeber nicht richtig ernst genommen. Als die schöne Marie auftaucht, merkt er wiedereinmal, dass er auch bei Frauen nicht ankommt.
Als David in einem alten Nachttisch ein Romanmanuskript aus den Fünfziger Jahren entdeckt, kommt er auf die Idee, sich als Autor dessen auszugeben. Marie, sehr für Literatur interessiert, ist schwer imponiert von David und nimmt ihn plötzlich ernst. David gewinnt Marie für sich. »Mich interessieren Veränderungen - besonders unfreiwillige«, sagte Suter in einem Interview. So ergeht es auch unserem David. Als Marie ohne sein Wissen das Manuskript einem Verlag schickt, beginnt sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten plötzlich jeder für diesen unbekannten David Kern zu interessieren. So beginnt für David eine schwere Zeit, die er nur mit der Liebe zu und von Marie überstehen kann. Nie würde er den Betrug auffliegen lassen. Er quält sich dafür durch Lesungen, die Buchmesse und die vielen mühsamen Interviews mit immer denselben Fragen. Der Protagonist verfällt in eine Gleichgültigkeit gegenüber der Literaturwelt und will nur noch eines: Zusammen mit Marie glücklich sein.
Der Roman kommt - entgegen einigen wüsten Literaturkritikern, die wahrscheinlich den Seitenhieb an ihrer Zunft nicht verkraftet haben - frisch, spannend und gefühlsvoll daher. Suter beschreibt die Stimmungslage von David Kern und lässt so beim Leser ein Sympathiegefühl für den gleichgültigen jungen Betrüger entstehen. Der Roman entwickelt eine Reflektion über die gesamte Gilde der Schriftsteller überhaupt. Geben wir vor, wer wir überhaupt sind oder verstecken wir uns hinter einer Maske? Höhen und Tiefen erlebt David Kern und so auch die Leser des Romans. Gegen Ende spitzt sich die Situation zu und es kommt beinahe zu einem Highsmith'en Finale. Ein spannender, tiefgründiger Roman der mehr als nur eine Liebesgeschichte darstellt und die Krisen im Leben eines jungen Mannes aufzeigt, der mit sich und seiner Situation einfach nicht mehr zurecht kommt.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie weit geht Liebe?, 2. Juli 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila. Roman (Taschenbuch)
Die Handlung steht ja schon in der Amazon-Rezension. Da brauch ich nicht auch noch den Plot wiederzugeben. Lila Lila ist ein etwas anderer Suter. Aber wieder versteht er es, den Leser zu faszinieren. Diesmal mit einer doppelten Liebesgeschichte. Die Liebe aus dem gefundenen Manuskript deckt sich dann mit der Liebe des Protagonisten der Handlung. Und immer wieder möchte man dem eigentlichen Kellner David beim Lesen raten- sag doch endlich die Wahrheit- das ist nicht deine Geschichte. Das kann nicht gut gehen. Aber sehen wir doch in uns hinein . Wer gibt eine Lüge auf wenn darauf die Liebe seines Lebens gebaut ist? Wer bestitzt die Grösse, mit der Wahrheit den größten Verlust in Kauf zu nehmen, den er sich vorstellen kann? Immer am Rande des Abgrundes, immer in Sorge, es könnte doch auffliegen. Du weisst, es würde dich erleichtern aber um den Preis der Liebe? Ein herrliches Buch, ein Buch zum mitfühlen, ein Buch, das man nicht weglegen möchte und ein Buch das zum Gefühl wird, zum Gefühl, dass es nicht gutgehen wird. Und das Tragische dabei: Die Liebe geht - aber aus einem ganz anderen Grund. Wieder ein Volltreffer von Martin Suter.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Suter war schon besser, 10. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila (Gebundene Ausgabe)
Nicht ganz so spannend wie die die anderen Bücher Suters fand ich sein letztes. Suters gelingt es diesmal nicht ganz so überzeugend, das Verhalten seiner Hauptfigur als so zwingend darzustellen wie in den vorgen Romanen. Immer wieder denkt man sich "Das könnte der jetzt wirklich anders machen". Da die Geschichte aber nur dann funktioniert, wenn der angebliche Schriftsteller so handelt, wie er es im Buch tut, muss er eben so handeln. Auch wenn man es als Leser nicht einsehen will. Grandios trotzdem wieder einmal der Einsatz der Sprache und eine herrliche Nebenfigur.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wieder ein gelungenes Werk, 31. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila. Roman (Taschenbuch)
Über Martin Suter muss man nichts weiter sagen, er schreibt so prima Bücher und dies ist wieder eins davon. Der Erzählstil ist fesselnd und mit einem gewissen Witz gepaart, so dass es sich sehr leicht liest. Die Geschichte hat ungeahnte Wendungen und lebt ganz einfach von ihrer Leichtigkeit. Ein schönes Buch für den Urlaub, die Bahnfahrt oder den tristen Wintertag.
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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Willkommen im Flachland, 27. Januar 2004
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila (Gebundene Ausgabe)
Martin Suter gehörte zu Beginn meiner Texterkarriere zu den grossen Vorbildern aller Novizen. Und als er nach seinem Ausstieg die Bücherfreunde mit seinem Erstling "Small World" überraschte, gehörte er für mich endgültig zu den Tausendsassas, denen einfach alles gelingt. Seine beiden nächsten Romane rissen mich zwar nicht mehr vom Hocker, hoben sich aber noch immer deutlich vom Durchschnitt seiner neuen Zunft ab. Jedenfalls betrachtete ich es als Glücksfall, dass mir in der Buchhandlung "Lila, Lila" entgegenzwinkerte, als ich notfallmässig einen literarischen Begleiter suchte, der mir beim Auskurieren einer Grippe die Langeweile unter zwei dicken Decken vertreiben sollte.
Mit fortschreitender Lektüre merkte ich aber, dass Spannung allein nicht ausreicht, um meinen Gesundungsprozess zu beschleunigen. Offenbar lechzte ich auch nach literarischer, künstlerischer Nahrung. Doch die konnte mir Martin Suter mit seinem neusten Buch nicht liefern. Klar hat es ein Nachfolger von Franzens "Die Korrekturen" nicht einfach. Aber wenn auf dem Umschlag ein ZDF-Kritiker meint, er halte Martin Suter im Moment für einen der besten deutschsprachigen Autoren, weckt dies Erwartungen, die klar nicht erfüllt wurden. Die Figuren sind flach, platt, farblos. Man kennt die Dialoge, wird von seelischen Regungen konsequent ausgeschlossen, wundert sich über die Vorhersagbarkeit der Handlungen und über sich selbst, das Ganze trotzdem noch spannend zu finden.
Wenn mich ein Schriftsteller in die Welt des Literaturbetriebes entführt, weckt das Erwartungen. Ich möchte entweder etwas über dieses spezielle Bühnenbild erfahren, vor dem sich das allgemein Menschliche abspielt. Oder ich möchte vorgeführt bekommen, dass sich grosse Gefühle weder um Kulissen, noch um Zeitgeist kümmern. Bei Martin Suters neuem Buch erfahre ich aber, dass der Literaturbetrieb so klischeehaft sein soll, wie uns die Regenbogenpresse weismachen will. Was ich nicht glaube. Ich erfahre auch, dass der fiktive Mitschnitt von alltäglichen Dialogen wenig über das Innenleben der Menschen aussagen. Und ich erfahre, dass man das Erzeugen von Spannung einfach als Handwerk auffassen kann. Womit wir wieder beim Werbetexter angelangt sind, dem Suter eigentlich entfliehen wollte.
"Das ist die Geschichte von Peter und Sophie. Lieber Gott, lass sie nicht traurig enden." So lautet der erste Satz des Romans, den ein unbedarfter Kellner sich zu eigen macht und über Nacht zum Shooting-Star der deutschen Literatur wird. Je weniger ich der Hauptfigur die reale Existenz zutraute, desto mehr wuchs der Wunsch, die geklaute Liebesgeschichte aus den 50er-Jahren zu lesen. Und am Schluss des Buches beschlich mich das Gefühl, Martin Suter hätte wohl auch lieber das angedeutete Meisterwerk schreiben wollen als das immer blasser werdende Opus "Lila, Lila" Zwar werden der Name "Suter" und das gekonnte Marketing des Diogenes Verlages für eine Platzierung in der Bestsellerliste sorgen, aber im Wiederholungsfalle wird auch das nicht mehr ausreichen. Ich werde beim nächsten Roman jedenfalls abwarten, was andere Leser meinen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiv, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila. Roman (Taschenbuch)
"Lila, lila" hat mich im wahren Sinne des Wortes zur Ver-zwei-flung gebracht.
Ich konnte nicht weiter lesen, ich konnte nicht aufhören.
Einerseits brauchte ich Pausen, um die Ergriffenheit zu lockern, andererseits hat mich die Spannung zum weiter lesen verlockt.
"Lila, lila" ist ein Lektüreerlebnis der ganz intensiven Art.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schreibschon, Schreibschon, 6. Februar 2004
Von 
Abby Normal - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich alle bisherigen Romane von Martin Suter verschlungen und geliebt habe, war Lila, Lila natürlich ein Muss. Und ich bin wieder begeistert.
Lila, Lila liest sich am schnellsten. Es hat das bisher größte Spannungspotential, übertrifft sich selbst an Originalität des Schreibstils, bietet vortrefflichen, dezenten Humor und amüsante Zweideutigkeiten.
Suter schöpft dabei sicher aus seinen eigenen Erfahrungen als Schriftsteller, die er allerdings mit viel Ironie zu einer feinen Satire ausbaut. Er geht dabei nicht streng chronologisch vor. Frei nach dem Motto „Zuerst die Antworten, dann die Fragen" schafft er es, den Leser mitfiebern zu lassen. Nebenbei sei erwähnt, dass Lila, Lila keine typische Liebesgeschichte ist. Es geht vorrangig um David und seiner Karriere als Hochstapler.
Von der Story her ist dies wahrscheinlich sein „leichtester" Roman. Sie ist einfach zu überschauen und handelt am ehesten von ganz normalen Menschen in Alltagssituationen. Eine große Überraschung fehlt zwar am Schluss, aber das Ende ist nichtsdestotrotz ein „typischer Suter".
Ich hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich schon auf den nächsten Roman von Suter.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 2. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila. Roman (Taschenbuch)
Das neueste Buch von Martin Suter handelt, kurz gesagt, von einem jungen Mann, der, um die Liebe einer Frau zu gewinnen, einen kleineren Betrug begeht, dessen Folgen er sehr schnell nicht mehr gewachsen ist.
Wie "Small World", Suter's bestem Roman und "Dark side of the Moon" ist auch "Lila, Lila" ein Buch über den Verlust der eigenen Identität. Man legt es erst aus der Hand, wenn man es vollständig durchgelesen hat. Es kann einen also durchaus eine schlaflose Nacht kosten!
Besonders reizvoll sind die Teile am Anfang des Buches wo die ersten Begegnungen des Hauptcharakters und seiner Angebeteten nacheinander aus beiden Blickwinkeln dargestellt werden und die Geschichte noch einige Überraschungen verspricht.
Wenn sich dann jedoch herausstellt, dass diese nicht eintreten wird das Buch leider zur Zerreisprobe. Man ahnt die ganze Zeit, worauf das ganze hinauslaufen wird, muß sich aber durch einen stark von Wiederholungen durchsetzen, zum Teil sogar richtig nervigen Mittelteil, des Buches kämpfen. Dieser lebt hauptsächlich von Suter's Talent Charaktere außergewöhnlich gut zu beschreiben und so zum Leben zu erwecken, langweilt aber auf Dauer doch ein bisschen.
Nachdem ich das Buch durchgelesen hatte, ergriff mich ein unschönes Gefühl der Leere... Das Buch enthält einfach zu viele Unstimmigkeiten und merkwürdige Konstruktionen sowie einige Elemente die einem auf die Nerven gehen. Martin Suter hat die Geschichte wirklich clever konstruiert und erzählt sie wunderbar. Aber insgesamt stimmt es dann doch nicht, so war mein Gefühl. Ich denke, daß es vielen, die das Buch gelesen haben genauso geht. Es gibt objektiv (fast) nichts ausszusetzen, aber trotzdem funktioniert das Buch bei weitem nicht so gut wie die anderen von Suter.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte in der Geschichte, 17. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila (Kindle Edition)
Kennen Sie diese Geschichten, in denen Menschen plötzlich und unerwartet Geld finden? Viel Geld. Geld, das in einer Telefonzelle liegt, an Bushaltestellen, in einem alten Möbelstück...? Geld, das jemand anderem gehört, aber gleichzeitig herrenlos erscheint. Geld, das vom Finder dringend benötigt wird. Das die Lösung all seiner Probleme bedeuten würde.
Und die Frage lautet dann: was tue ich damit? Und was passiert, wenn eines Tages derjenige vor mir steht, dem das Geld ursprünglich gehört hat?

Diese Art von Geschichte bildet die Folie des Romans "Lila, Lila", der eine sehr raffiniert konstruierte und facettenreiche Abwandlung dieser eher flachen Grundidee schafft:
David, ein erfolgloser Kellner mit Schriftstellerambitionen, aber ohne Talent, findet in einem antiken Schränkchen einen Roman. Dieser Roman, "Sophie, Sophie", erzählt die Geschichte einer unglücklichen Liebe in den 50er Jahren. David ist von der Geschichte gefesselt.
Kurze Zeit zuvor lernt David in der Bar in der er kellnert Marie kennen, in die er sich verliebt. Er findet heraus, dass Marie sich für Literatur interessiert. An David zeigt Marie jedoch kein besonderes Interesse.
Um Marie zu beeindrucken, gibt David ihr den Roman "Sophie, Sophie" zu lesen. Er gibt die Geschichte als sein eigenes, unveröffentlichtes Manuskript aus.
Marie ist von dem Roman fasziniert und diese Faszination überträgt sich auf Davids Person, den vermeintlichen Autor der Geschichte. Die Beiden werden ein Paar.
Für David ist die Geschichte an dieser Stelle abgeschlossen. Er wollte weder reich noch berühmt werden, er wollte ausschließlich Marie zu seiner Freundin. Dieses Ziel hat er erreicht.
Marie hingegen sendet den Roman ohne Davids Wissen an einen Verlag. Der Roman wird zur Veröffentlichung angenommen.
David befindet sich nun in einer Zwickmühle. Obwohl er Angst vor einer Entlarvung durch den wirklichen Autor der Geschichte hat, will er Maries Liebe nicht aufs Spiel setzen. Er gibt sich weiterhin als Autor der Geschichte aus und beginnt eine Schriftstellerkarriere. Davids Bekanntheit steigert sich, der Roman wird zum Beststeller.
Aber eines Tages steht ein Mann vor ihm, der behauptet, der wahre Autor der Geschichte zu sein...

"Lila, Lila" hat trotz einiger Längen Suspense. Zudem kann sich kaum jemand der Frage entziehen: wie hätte ich an Davids Stelle gehandelt? Was passiert, wenn ich durch eine Lüge das Herz der Person gewinnen könnte, die ich liebe? Oder das Ziel erreichen könnte, an dem mir am meisten liegt.
Greife ich zu? Nehme ich das Geld, das Manuskript, ... oder lasse ich diese Gelegenheit verstreichen, weil mein Gewissen oder meine Angst mich (durchaus berechtigt) davon abhalten?
Neben den - kursiv gesetzten- Auszügen des fiktiven Romans "Sophie, Sophie" finden sich weitere kleine Geschichten in der Geschichte von "Lila, Lila", die etwas aus dem Leben einiger Protagonisten erzählen, das nicht notwendigerweise Teil des Plots sein müsste. Diese Geschichten machen den Roman unterhaltsamer, die Figuren insgesamt plastischer.
Die Figur des David bleibt jedoch hölzern. Es ist für den Leser schwer nachzuvollziehen, dass dieser langweilige, ungeschickte Junge ohne einen Funken Ausstrahlung einzig durch einen Roman das Herz seiner Angebeteten erobern kann. Der Leser empfindet praktisch keine Empathie mit dieser Hauptfigur, die in ihrer Reizlosigkeit beinahe schon überzeichnet ist.

Insgesamt ein guter Roman, der leider durch eine stereotypisierte Hauptfigur an Ausstrahlung verliert.
Dreieinhalb Sterne.
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Lila, Lila
Lila, Lila von Martin Suter
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