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Kundenrezensionen

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am 20. August 2011
JR Moehringer schreibt seine ureigene Geschichte. Er beschreibt seine entbehrungsreiche Kindheit auf Long Island, seine wechselvolle Jugendzeit und die Probleme des Erwachsenwerdens. Es ist eine lebendige, mitreißende, authentische Erzählung, die mich nicht mehr losgelassen hat. Die bilderreich beschriebenen Charaktere sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich das Buch auch nach dem Lesen nicht aus der Hand legen wollte.

Worum geht es in Kürze? Es geht um eine Bar in Manhasset, das Dreh- und Angelpunkt im Leben JRs wird. Es geht um das Trinken und Rauchen, aber vor allem um die originellen Typen in der Bar und ihre Geschichten. Hier in der Bar versammeln sich die eigentlichen Erzähler. Wer hier etwas vorträgt, muss es verstehen, die anderen mitzureißen und zum Lachen zu bringen. JR entdeckt hier in der Bar schon als Kind seine Liebe zu den Wörtern. Er lernt, zuzuhören, sich in die Lebensgeschichten anderer einzufühlen und seine eigenen Erfahrungen und Misserfolge zu reflektieren. JR beißt sich durch, absolviert ein Literaturstudium, liest die Times, setzt sich mit zahlreichen Schriftstellern und Philosophen wie auch dem Zeitgeschehen intensiv auseinander. Aber das Erzählen und Schreiben, das Sammeln von Zitaten und Gedankengängen findet in der Bar statt. So handelt das Buch auch vom Schreiben an sich. Die zahlreichen Anläufe, den vorliegenden Roman zu erstellen, die erlebte Wirklichkeit strukturiert, lebendig und zugleich leicht leserlich zu Papier zu bringen, werden immer wieder thematisiert. Er ist JRs Mutter, die ihm, wie so oft im Leben, den entscheidenden Rat erteilt: immer auf dem Boden zu bleiben und auf schlichte Formulierungen zu achten.

Der Roman ist unbedingt empfehlenswert. Ich werde ihn sicher noch einmal lesen.
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am 25. Mai 2008
Wer entscheidet eigentlich, welche Kritiken auf dem Cover eines Buches erscheinen? Die Auswahl ist mal wieder so was von daneben....Weder hat Tender Bar viel gemeinsam mit dem düsteren "Die Asche meiner Mutter", noch findet JR's Kindheit in einer verrauchten Bar statt, noch können Frauen aus dem Buch lernen, dass Männer viel einfühlsamer sind, als man denkt. Aber sei's drum!
ZUM INHALT: Zunächst wird beschrieben, wie die Kindheit von JR verläuft - seine Prägung durch den fehlenden Vater; die chaotische Verwandtschaft, auf die man finanziell und emotional angewiesen ist; die liebevolle und stützende Mutter und die Männer des "Publicans", die aufgrund fehlender anderer Identifikationsobjekte für den Jungen sein "Männerbild" liefern müssen.
JR ist ein kluger Kopf, absolviert die High School mit Bravour und schafft es, in Yale aufgenommen zu werden. Später bekommt er eine Stelle als Volontär bei der "Times".
Damit aber tritt der junge Mann in neue, unbekannte Welten ein, für die er keine adäquaten Verhaltensmuster besitzt. Seinen Stress und seine Verwirrung kann er in der Bar "Publicans" vergessen, wobei ihm nicht nur der Alkohol sondern auch das Verständnis und die fraglose Annahme durch die anderen Dauerbesucher der Bar helfen. Die Bar wird zu seinem Zufluchtsort und beinahe (?) zu seinem Verhängnis. Diese Zeit der Flucht, das Zusammentreffen mit den zum Teil skurrilen, meist liebenswürdigen und einfühlsamen Menschen in der Bar stehen im Vordergrund der Handlung.
Erst sehr spät merkt JR, dass sein Zufluchtsort zu seinem Gefängnis geworden ist, wobei er bis zum Schluss des Buches nicht klar hat, welche negativen Wirkungen das abendliche "Abhängen" am Tresen für ihn hatte. Der Alkoholkonsum wird verharmlost, das völlige "Einfrieren" seiner beruflichen Ambitionen nicht gesehen und man hat Zweifel, ob JR nicht, wenn das Leben wieder verwirrend wird, das nächste "Publicans" finden wird.
Aber wie dem auch sei, ein Buch muss keine positive Lebensbewältigung schildern, um gut zu sein. Ich jedenfalls war nach anfänglichen Zweifeln fasziniert, habe mit Freude diese mir fremde Welt erlebt, war angerührt und amüsiert, habe über Lebensstile und menschliche Beziehungen nachgedacht. Was will man mehr?
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am 28. Juni 2007
Man muss die US-amerikanische Kultur in der Tat schon grundsätzlich mögen und den Ostküstenhumor mit seiner manchmal umwerfend trocken-komischen Idiomatik schätzen, will man diesem Buch etwas abgewinnen.

Die Handlung dieses autobiographischen Buches ist hinreichend beschrieben worden. Die Geschichte des Jungen, der auf Long Island ohne Vater aufwächst und dessen Eltern es nicht einmal geschafft haben, ihm einen richtigen Namen zur geben, so dass er zeitlebens hofft, dass niemand ihn danach fragt, was sich hinter den Buchstaben J.R. verbirgt (nichts einfallsloseres als "junior", amerikanisch abgekürzt "jr"), ist tragikomisch.

Den Ersatz für die fehlende väterliche Liebe findet JR im Alter von zehn Jahren im "Dickens" (später "Publicans"), wo gescheiterte Existenzen sich das Leben mit Alkohol schöner trinken. Von Ihnen lernt er jedoch, was Zusammenhalt, Vertrauen und Zuversicht ist. Hier erfährt er Unterstützung und Ermutigung. Mit ihrer Hilfe schafft er die nahezu unmögliche Aufnahme in "Yale". Und nur um sie nicht zu enttäuschen, schafft mit vielen Mühen seinen Abschluss, ähnlich wie er sich später bei der New York Times als Volontär für sie durchbeißt, weil er weiß, wie stolz sie auf ihn sind. Bei Ihnen und beim Alkohol findet JR Trost, als die erste große Liebe scheitert.

Und so wird eine handvoll trunksüchtiger Männer für ihn zu tauglichen Vaterersatz und Pendant zur liebevollen Mutter, die unter miserablen finanziellen Bedingungen versucht, für JR eine bessere Zukunft zu schaffen als sie jemals selber hatte. Und dann ist da noch Frank Sinatra, Sinnbild amerikanischen Erfolgs, ohne den JR das alles nicht geschafft hätte.

Ulrich Noethen ist als Vorleser eine m. E. ideale Besetzung der sechs CDs umfassenden Hörbuchversion, die ganz ohne jegliche "akustische Inszenierung" auskommt. Er trifft den tragikomischen Tonfall dieser Ostküstenbiographie perfekt. Zudem ist die fast siebenstündige Hörbuchversion preislich ein echtes "Schnäppchen"!

Fazit: Ein bemerkenswert "zärtliches" Buch über eine Kindheit auf Long Island, ohne den sonst üblichen "Vom-Tellerwäsche-zum-Millionär-Plot".
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am 19. Oktober 2008
Dieses Buch kann ich nur ans Herz legen. Gut, Geschichten aus Bars mochte ich schon immer, doch dieses Buch ist etwas Besonderes. JR, vaterlos aufgewachsen, sucht seine männlichen Rollenvorbilder in der Bar, in der sein Onkel arbeitet. Die Bar ist seine Familie und ausser seiner Mutter die einzige, die ihn sein Leben lang begleitet. Autobiographisch angelegt zeigt die Geschichte, wie man aus dem größten 'Scheißhaus' des Opas es tatsächlich bis zur Times bringt.

Es ist ein Buch, in dem nicht die Story etwas Herausragendes ist (eher im Gegenteil, für mich hat sie eigentlich etwas zu viel amerikanisches Pathos und Tellerwäscher-zum-Millionär-Mentalität). Nein, das Herausragendste dieses Buches ist die Liebe zu den Worten. Es sind die Sätze, die man viermal liest, um sie zu verinnerlichen und zu beten, dass sie nie wieder vergessen werden. Kleine Ideen und Gedanken, die so einleuchtend sind, das es ist, als wären sie schon immer im eigenen Gehirn gewesen. Es sind die liebevollen Figurenzeichnungen, die auch schlechte Charaktereigenschaften nicht verurteilend darstellen. Man mag dem Autor, nicht zufällig Pulitzerpreisträger, gratulieren. Dieses Buch ist äußerst lesenswert, wenn man auf die leisen Töne hören möchte.
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Das Buch Tender Bar war monatelang auf Platz eins der Bestsellerlisten in der USA, der Autor J.R. Moehringer ist Pulitzerpreisträger und TENDER BAR sein erster Roman. Doch ist es wirklich nur Fiktion was hier vorgelesen wird? Die Stimmungen, die Details und die Geschichte sind authentisch, fesselnd und packend zugleich. Selten habe ich mit TENDER BAR eine Hör-CD gehabt, welche mich so einnahm und mitleiden wie auch freuen ließ - an dem Schicksal von J.R. oder vielmehr Junior".

J.R. wächst in katastrophalen Verhältnissen auf. Sein Vater hat die Familie verlassen und er und seine Mutter leben beim verschrobenen und geizigen Großvater, also eine echte Dickens" Geschichte.

Als J.R. in Kontakt mit der BAR kommt, eröffnet sich ihm ein Kaleidoskop von Möglichkeiten ein Mann zu werden. Er fühlt sich dort geborgen und die Bar gibt ihm Sicherheit und ein zu Hause. Sie beschützt ihn und zerstört ihn doch, spätestens als er zu trinken anfängt (als junger Mann) - doch die Bar mit all den liebenswürdigen und schrulligen Bewohnern ist einfach wunderbar.

Er trifft immer wieder auf Männer die ihm helfen, dort und anderswo - also immer ein echter Glücksfall. Das er den Sprung nach Jale schafft gleicht einem Wunder, dass er den Abschluss dort schafft, trotz der Bar, ist ein Mysterium.

Die Bar behütet ihn und doch stößt sie ihn eines Tages zurück - und dies ist das größte Geschenk für Junior, denn dadurch kann er sich endlich von seiner heimlichen Geliebten lösen.

TENDER BAR von J.R. Moehringer hat etwas Besonderes, etwas Faszinierendes, ein Geheimnis, welches der Autor hier mit uns teilt und ich bin glücklich als Zuhörer selbst in der Bar gewesen zu sein und mit angehört zu haben wie das Leben von Junior verlaufen ist - im Schatten der Bar.

Die Geschichte wird übrigens von Ulrich Noethen vorgelesen, welcher mit seiner markant rauchigen Stimme TENDER BAR die richtige (Bar-)Atmosphäre gegeben hat.

Sehr Empfehlenswert!
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. Oktober 2008
Der Junge JR wächst ohne Vater auf. Er kennt ihn nur als Stimme aus dem Radio. Die Mutter kämpft ständig ums finanzielle Überleben, so dass sie mal bei Opa und Oma in chaotischen Verhältnissen wohnen, mal wieder nicht. Dort lebt auch seine Tante mit den 6 Kindern und mal wieder nicht. Über seinen Onkel Charlie, der in der Bar Dickens, später Publicans, arbeitet, kommt er in Kontakt mit männlichen Personen und später auch mit der Bar. JR, der Zeit seines Lebens seinen Namen erklären muss, schafft es nach Yale und dort wie auch immer seinen Abschluß. Ab dann wird JR für mich unsympathisch. Er jobbt in der Heimdekorabteilung eines Kaufhauses und später als erfolgloser Volontär bei der Times. Und hängt ständig in der Bar herum und trinkt. Schade - nach dem vielversprechenden Anfang sich von unten hoch gearbeitet zu haben. Vor den letzten 15 Seiten macht die Geschichte einen Schnitt und man erfährt nicht, was JR dazu bewogen hat, sein Leben zu ändern. Er muss es wohl getan haben, denn plötzlich sind wir beim 11.9. und es geht ihm anscheinend gut.

Das Buch skizziert sehr viele originelle Persönlichkeiten im Leben von JR, in der Familie, in der Bar. Das beschreibt der Autor sehr gut, treffend und anschaulich. Jede Menge Alkohol fließt, es geht ständig um Sport, Wetten und Spiele, und es gibt viele Anspielungen auf bekannte Personen in Amerika, die zum Glück am Ende im Glossar erläutert werden. Am Anfang kommt man noch ganz gut durch, dann hat das Buch aber Längen.

JR hat ein schönes Mantra, das ich mir merken möchte: Ich mache mir keine Sorgen über etwas, das nicht passiert. Sonst bleibt leider nicht so viel in hängen.
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am 20. August 2013
Viele zweifeln den Sinn dieses Buches an...Ich finde es ist eine tolle Charakterstudie. Wer kommt woher? Wo landet er? Wieso tut er dies oder jenes, oder nichts? Na, und? Ist denn jeder der in einer Kneipe rumhängt und diese als sein Wohnzimmer ansieht zwangsläufig ein Versager?! Daß die Charaktere in dem Buch zuviel Alkohol trinken ist unumstritten, aber man muss es ihnen ja nicht gleich tun. Ich fand das Buch recht spannend zu lesen, wenn sich auch ein 2. Mal lesen definitiv erübrigt. Mal was anderes.
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am 13. Juli 2012
Ein neuer Roman über die Kindheit und das Erwachsenwerden: Der kleine JR wächst in der wohl langweiligsten Stadt Long Islands auf. Das einzig lohnenswerte ist die örtliche Bar, ein Treffpunkt der unterschiedlichsten Menschen aus der Umgebung. Hier lernt JR nicht nur seine Weisheiten fürs Leben, sondern findet auch die besten Freunde. Bei eher schwierigen Famillienverhältnissen und einem chronischen Geldmangel daheim, hält ihn nur der Wunsch in Yale zu studierem noch aufrecht. Doch wie soll er es bis dahin schaffen und was wird aus ihm nach seinem Studium.
J.R Moeringer liefert mit seinem Erstling "Tender Bar" eine sehr warmherzig geschriebenen Roman über das Erwachsenwerden, Familie, Träume und wie der Titel schon verrät: Alkohol. Das teilweise recht tragische Schicksal des Protaginisten wird mit viel Humor erzählt und auch die kindliche Naivität entlockt dem Leser hier und da ein Schmunzeln.
Doch leider sind weite Teile des Buches zu langatmig geraten. Was dem Autor wichtig erschien, wirkt auf einige Leser eher ermüdend, wenn man eigentlich lieber mehr zur Handlung erfahren möchte.
Ganz ohne Kitsch und ohne Verziehrungen wird eine authentische Geschichte über die großen und kleine Probleme des Lebens erzählt, in dem nicht immer alles nach Plan laufen kann.
Tja und was lernen wir daraus? Vor allem, dass Alkohol nur in Maßen genossen werdne sollte^^ und das man den Charakter eines Menschen an der Wahl seines Drinks erkennt.
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am 18. August 2008
Das Buch nennt sich "Roman", aber das ist ein Etikettenschwindel - tatsächlich handelt es sich um Memoiren. Der amerikanische Journalist J. R. Moehringer erzählt seine eigene Lebensgeschichte, in deren Mittelpunkt die Bar "Dickens" steht, die später "Publicans" heißt. Diese Bar befindet sich in Manhasset, einer Kleinstadt auf Long Island, bekannt geworden durch Fitzgeralds "Der große Gatsby".
JR - ohne Punkte - wächst ohne Vater auf. Dieser, ein Radiodiscjockey, hat die Mutter missbraucht und geschlagen, weshalb es früh zur Scheidung kam. Deshalb kennt der kleine JR seinen Erzeuger nur aus dem Radio, aber er muss ständig die Frequenz suchen, da der ruhelose Vater, "die Stimme", selten länger als ein paar Wochen für einen Sender arbeitet. JR begegnet diesem Vater nur ein paar Male, weshalb andere Männer zu Ersatzvätern werden, allen voran Onkel Charlie, Barkeeper im besagten "Dickens", sowie dessen Kumpels.
"Tender Bar" beginnt einfühlsam, erzählt von der Kindheit und vom Erwachsenwerden, von männlichen Leitfiguren, von der starken Mutter, vom Leben in der Kleinstadt, in der Alkohol fließt wie in keiner anderen, und von der Bar, deren Stammgast JR wird, als er das einundzwanzigste Lebensjahr beendet. JR schafft es, für Yale zugelassen zu werden, obwohl die Mutter arm ist und ihre Nächte mit dem Taschenrechner in der Hand am Küchentisch verbringt, was nicht selten zur Konsequenz hat, dass die beiden in das "Scheißhaus" des Opas zurückkehren müssen, eine baufällige Villa nicht weit vom "Dickens" entfernt. Während seiner Universitätszeit verliebt sich JR unsterblich, aber die Angebetete ist eine Nummer zu groß für den mittellosen Kleinstädter. Später wird er Volontär bei der angesehenen "New York Times", sitzt aber längst viel lieber am Tresen der Bar als irgendwo sonst. Die Figuren, die sich dort treffen, beherrschen jetzt das Buch. Ab diesem Zeitpunkt verliert die Geschichte. JR befindet sich auf dem Weg zum Alkoholiker und scheitert bei der "Times", führt endlose Gespräche am Tresen und arbeitet an einem Roman über das "Dickens/Publicans", während man sich als Leser immer häufiger fragt, was daran interessant sein soll.
Moehringer versucht, die Bar zum Dreh- und Angelpunkt seines "Romans" zu machen, worauf er einleitend fast eindringlich hinweist, aber genau dieser Umstand lässt das Buch im zweiten Teil scheitern. Tatsächlich kann man sogar miterleben, warum das so ist, denn der Autor erläutert ausführlich, wie viele Anläufe JR (also er selbst) benötigt, um den Roman über die Bar zu schreiben, skizziert sogar alle Entwürfe, von denen man den letzten schließlich im Moment des Lesens in den Händen hält. All das funktioniert nicht mehr, weil eine Bar doch nur eine Bar ist, ein Ort, an dem sich Leute betrinken, und nicht der Nabel der Welt, wie uns Moehringer weiszumachen versucht. Zudem ist dessen spätere Biographie nicht wirklich interessant genug, um einen Roman, der keiner ist, zu tragen. Es sollte eine Liebeserklärung werden, aber das ganze ist nach einem wirklich guten Start auf der Hälfte verreckt, wie ein Glas Scotch, das der Barkeeper elegant einem Gast entgegenschieben wollte, ohne ausreichend Schwung gegeben zu haben.
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am 13. Juni 2011
'Tender Bar' von J. R. Moehringer gehört zweifelsohne zu den interessantesten Neuerscheinungen in diesem Bücher-Frühling.

In den USA für die Originalausgabe 2005 mit dem renommierten Booker-Preis geehrt, überschlagen sich auch hier die Rezensenten mit Lob.

Und das zu Recht: 'Tender Bar' ist herzergreifend, ehrlich und emotional. Es ist genauso traurig wie skurril witzig. Kurz gesagt: Es ist ' wie alle großen Bücher ' ein Buch über das Leben selbst.

Zwar hat ihm der S. Fischer-Verlag die Bezeichnung Roman auf den Umschlag geschrieben, doch eigentlich ist es eine Autobiographie. Moehringer betont selbst immer wieder, dass sich alles genauso zugetragen hat wie im Buch beschrieben: das Leben allein mit der Mutter in dem New Yorker Vorort Manhasset, weil der gewalttätige Vater die Familie verlassen hat, finanzielle Nöte, die dazu führen, dass die beiden immer wieder in das verhasste Haus der Großeltern ziehen müssen, verschiedene Jobs, ein überraschendes Stipendium für Yale, die Hassliebe zum Vater, die Liebe zu einer Oberschichten-Schönheit und der steinige Beginn einer Karriere als Journalist.

Doch die Klammer für alle Entwicklungsschritte ist eine Bar in Manhasset namens 'Publicans', in die der Ich-Erzähler immer wieder zurückkehrt. Er teilt mit den Männern dort seine Niederlagen und Erfolge, lässt sich von ihnen beim Schreiben und in der Liebe beraten. Die Bar wird für ihn zu einem zweiten Zuhause ' zu einem gefährlichen Zuhause natürlich: Gegen Ende des Buches ' und das ist die auf der Hand liegende Kehrseite der Medaille ' läuft unser Held Gefahr, zum Alkoholiker zu werden und sein Leben zu ruinieren.

Tender Bar ist eines jener Bücher, bei denen man traurig die letzte Seite aufschlägt, weil einem schon da die Figuren zu fehlen beginnen: der Vietnam-Veteran Cager, Bob the Cop, der weise Barkeeper Charlie und Steve mit seinem alles verzaubernden Lächeln ...
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