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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genialer Film - weniger geniale DVD
Die Geschichte ist sicherlich jedem bekannt: Zwei Liebende, deren Eltern in ewiger Fehde zueinander stehen und die wegen ihres Unglücks in den Freitod gehen. Romeo und Julia wurde schon oft inszeniert, aber noch nie so gewagt wie von Baz Luhrmann, der das legendäre Liebespaar aus dem mittelalterlichen Verona in das moderne mexikanische Verona-Beach...
Veröffentlicht am 1. Juni 2003 von D. Konrad

versus
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wunderbarer Film - Blu-Ray leider nicht
Mit Spannung habe ich auf diese Blu-Ray gewartet. Es ist einer der optisch faszinierendsten Filme für mich. In Frankreich ist die Blu-Ray schon auf dem Markt, ich habe sie mir dort besorgt. Nachdem Moulin Rouge absolut hervorragend auf Blu-Ray umgesetzt wurde, waren meine Erwartungen sehr hoch und wurden diesmal leider enttäuscht. Ich kann keine nennenswerte...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2010 von apotheosos


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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genialer Film - weniger geniale DVD, 1. Juni 2003
Die Geschichte ist sicherlich jedem bekannt: Zwei Liebende, deren Eltern in ewiger Fehde zueinander stehen und die wegen ihres Unglücks in den Freitod gehen. Romeo und Julia wurde schon oft inszeniert, aber noch nie so gewagt wie von Baz Luhrmann, der das legendäre Liebespaar aus dem mittelalterlichen Verona in das moderne mexikanische Verona-Beach entführt, wo sich Leonardo diCaprio und Claire Danes als "Romeo und Julia der MTV-Generation" zeigen.
Der Film ist, wie Baz Luhrmann sagte, ein Experiment, in dem man veruchte, dem alten Werk wieder etwas von der Lebendigkeit und Aktualität wiederzugeben, die es für die Besucher von Shakespeares Globe Theatre gehabt haben muss. Dies ist ihm meines Erachtens wirklich gelungen und der Film besitzt seinen Kultstatus mehr als zu Recht.
Sowohl Akteure, Bild und Musik wirken einzeln, als auch im Zusammenspiel grandios.
Einziger Vermutstropfen: Das Design der DVD!
Die Menüs sind ziemlich umständlich, die Bildergallerien filmisch eingespielt und nicht manuell weiterschaltbar und zwischen den Sprachversionen und Untertiteln kann nur im Hauptmenü gewechselt werden. Das Zusatzmaterial ist sehr gut gewählt und informativ, enttäuscht allerdings im Vergleich zur "Special Edition" von Luhrmanns neuestem Coup "Moulin Rouge". Wünschenswert wären auch zum Beispiel detailliertere Interviews gewesen oder der Videoclip zu "Lovefool" von den Cardigans, das zumindest in Deutschland seinerzeit ein (bis heute unvergessener) Nummer Eins-Hit war.
Wer nicht unbedingt Interesse an den Specials hat, ist mit der normalen DVD sicherlich besser beraten.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spagat geschafft, 5. Januar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: William Shakespeare's Romeo und Julia (DVD)
Zwei Häuser, beide an Ansehen gleich, entfachen neuen Streit aus altem Haß im lieblichen Verona, dem Schauplatz unseres Stückes. Aus unheilvollem Schoß der beiden Feinde entspringt ein Liebespaar und es begräbt, welch jammervoll und furchtbar traurig Los, der Väter fortdauernder Streit ihr Tod.
Mit diesem Fernsehbericht beginnt die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt und alle anderen Liebesgeschichten sind nur Variationen dieses Themas. Der Regisseur Baz Luhrmann hat den Spagat geschafft: Die Protagonisten sprechen in Reimen, die Geschichte aber spielt Mitte der 90er Jahre. Aus Gold wurden Dollarscheine, aus Schwertern 9 mm Swords und aus Gäulen schnelle Autos.
Alle Schauspieler sind hervorragend, nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Nebendarsteller. Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf das Liebespaar, verkörpert von Leonardo DiCaprio und Claire Danes, die schon in jungen Jahren mit den Titelrollen in Romeo + Julia eine der Rollen ihres Lebens ablieferten.
Der Film enthält alles, wofür Kino steht: Tempo, Action, witzige Dialoge, tolle Musik, die auch dann maßgeschneidert erscheint, wenn sie nicht wie der Score für den Film geschrieben wurde. Nicht umsonst gilt Romeo + Julia als einer der herausragendsten Filme der 90er Jahre.
Der 5.1 Dolby Digital Sound ist hervorragend abgemischt. Die Dialoge kommen klar und deutlich aus dem Center, bei der Musik und den vielen Geräuscheffekten - Donner kündigt beispielsweise das kommende Unheil an - werden alle Lautsprecher angesprochen. Rundum ein wunderbares Hörvergnügen. Freunde der englischen Sprache sind wirklich gefordert, denn das Shakespeare-Englisch hat mit der heutigen Sprache scheinbar nicht mehr allzuviel zu tun.
Das Bild ist gestochen scharf und läßt kaum Wünsche offen. Die Farben sind kräftig und es macht Spaß, die Cinematographie im Format 2.35:1 zu genießen.
Extras befinden sich außer einem Trailer nicht auf der DVD. Zur Zeit gibt es diese als Sonderpreis, da wohl eine Neuauflage geplant ist. Wer auf Audiokommentare und Schulterklopf-Making-Ofs keinen Wert legt, sollte jetzt zugreifen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konnte danach nicht schlafen, 27. Dezember 2008
Bevor ich den Film sah, hatte ich dieses und einige andere Stücke des Jahrtausend-Dramatikers Shakespeare mit Riesen-Begeisterung gelesen.

Dem Film habe ich mich mit großer Skepsis genähert. Die Anfangsszene (Streit und Schießerei an einer Tankstelle) fand ich etwas albern und überdreht inszeniert und zu hektisch geschnitten, was meine Skepsis zu bestätigen schien.

Die wich aber schon ab der 2. Szene totaler Begeisterung, denn:

Der Film ist zwar in puncto Schauplatz eine radikale Modernisierung dieses 400 Jahre alten Stücks, hält sich aber vom Ablauf her sehr gut an die Vorlage (bis auf wenige Details), und er hat im Gegensatz zu Zeffirellis traditioneller Version von 1968 zwei sehr starke Hauptdarsteller! Sogar die äußerst schwierige Schlussszene haben Claire Danes und Leonardo DiCaprio mit so ergreifender Mimik gespielt, als sei das Ganze echt.

Sowohl das leidenschaftliche Gefühl der 2 Titelhelden wie auch die (von Shakespeare auf so pfiffige Art kritisierte) Oberflächlichkeit der Konventionen der Welt um sie herum kommen hier perfekt zum Ausdruck. Und man muss Regisseur Baz Luhrmann, dem vermeintlichen Hektiker, dankbar sein, dass die Szenen, die leise und gedämpft sein müssen, tatsächlich leise und gedämpft sind - so dass die Emotionen den Zuschauer mit voller Wucht treffen.

Zusätzlich zu Shakespeares Symbolik hat die Regie noch eigene Symbolik eingebaut: Man achte auf die Bedeutung des Wassers (in verschiedenen Variationen) in wichtigen Szenen.

Ebenfalls sehr schön gewählt ist die Musik: Des'rees Liebeshymne "Kissing You" schlägt alles, was sich sonst je an Liebesliedern in Filmen gehört habe. Die Abspannmusik "Exit Music (For a Film)" von Radiohead passt von der Melodie und vom Text her genau zu dem, was man zuvor gesehen hat.

Am Ende war ich wie erschlagen von der Intensität dieses Films. Einschlafen war danach unmöglich. Ein wunderschönes Filmerlebnis!!!

Inzwischen sind 12 Jahre seit der Entstehung vergangen, aber in absehbarer Zeit wird wohl keiner mehr an den Dreh einer weiteren Fassung denken. Denn *diese* Verfilmung kann vermutlich kein Mensch mehr toppen!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfrkte Umsetzung des Shakespeare Dramas, 10. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: William Shakespeare's Romeo und Julia (DVD)
Ist die Aufgabe, ein Bühnenstück in einen Spielfilm zu überführen ohnehin schon eine schwierige, so wurde nicht nur dies, sondern auch der Brückenschlag zwischen dem elisabethanischen England und dem modernen Amerika perfekt vollzogen. Der Film verbindet eine unserer Zeit eigene Ästhetik mit den klassischen Inhalten des Dramas. Die Schauplätze und die Charaktere sind gerade so weit entrückt, dass sie nicht dem Charakter eines Spielfilms entsprechen und so den Zuschauer doch zum Betrachter eines "play"s werden lassen, der sich von seinen gewöhnlichen Seh- und Rezeptionsgewohnheiten verabschieden muss. Denn Romeo und Julia liegt weit ab von gewohnten Hollywood Produktionen. Sich darauf einzulassen wird aber mit einem ungewöhnlichen und bewegendem FIlmerlebnis belohnt. Schön ist auch die ideenreiche Umsetzung kleiner Details. So bekämpfen sich die zwei Häuser nicht mit Schwerten (sword), wohl aber heißt eben die Marke ihrer Handfeuerwaffen "SWORD". Alles in allem ist hier die Wiederaufnahme eines zeilosen Themas gelungen, dass nichts von der ursprünglichen Aussagekraft und emotionalen Tiefe verloren hat. Dies in eine für die heutige Generation verständliche, vor allem visuelle, Sprache zu übersetzen ist der Hauptverdienst Baz Luhrmans, der mit Romeo und Julia einen in jeder Hinsicht bemerkenswerten Film geschaffen hat.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend anderer Zugang zum Text - für Schüler ein idealer Einstieg in "Shakespeare", 4. Januar 2008
Die Handlung ist so bekannt, daß sie keiner weiteren Erwähnung bedarf. Auch zur Qualität und den Features der DVD an sich ist bereits genügend gesagt worden (der Grund für nur 4 Sterne).
Wenn man kein orthodoxer Klassikfanatiker ist und sowohl Shakespearschen Witz als auch zB den kruden Humor von "Striktly Ballroom" zu schätzen weiß, kann über diesen Film einen ganz neuen Zugang zum Text finden, der im Original übernommen wurde. In Szene gesetzt ist das ganze allerdings in einer schreiend bunten Neon- Marienbild-Pop-Jugendgang-Welt.
Was auf den ersten Blick ziemlich befremdlich wirkt, ermöglicht seltsamerweise ein ganz anderes Verständnis der Charaktere. Die im Text angelegten Typisierungen treten einfach deshalb besser als in allen klassischen Verfilmungen hervor, weil die (zugegeben stark übertriebenen) Insignien der jeweiligen Charaktere für uns dechiffrierbar sind. Der vor streitsuchendem Machismo nur so strotzende Tybald etwa, die ständig in ihrer Ehre gekränkten Mitglieder der rivalisierenden Häuser, die durch die Mafiaähnliche Darstellung plausibel werden, all das verstärkt nicht nur die im Originaltext angelegten Typen, sondern birgt auch eine Menge Komik, die von Shakespear mit Sicherheit auch so beabsichtigt war, die aber in klassischen Verfilmungen einfach schlechter erfassbar ist.

Für Kostüm- und Bühnenbildner ist dieser Film besonders interessant, beweist er doch eindrucksvoll, wie sehr Ausstattung, Ort und Kostüm unsere Wahrnehmung oder unser Verständnis beeinflussen und unterstützen, obwohl der Text weitestgehend mit dem gänzlich anderer Verfilmungen übereinstimmt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieser Film ist einfach genial!, 22. September 2002
Rezension bezieht sich auf: William Shakespeare's Romeo und Julia (DVD)
Fasten your Seatbelts: ultimativer Shakespeare für das neue Jahrtausend!
Regisseur Baz Luhrmann erzählt diese wilde Geschichte in einer unglaublichen Intensität und mit Shakspeares Originalworten. Hoffnungsvoll, Retungslos, Leidenschaftlich - Bis zum bitteren Ende! Romeo & Juliet ist eine Love-Story, ein optisches Feuerwerk, ein MTV- Clip und dennoch zugleich eine werkgetreue Literaturverfilmung.
Luhrmann hat das Kunststück vollbracht den Klassiker unter allen Klassiger kompromisslos neu zu deuten. Er verbindet in Romeo & Juliet eine brutale Liebesgeschichte mit einem lyrischen Gangsterfilm! Ein Meisterwerk, dessen Ursprung über 400 Jahre zurückliegt, jedoch in unserer Zeit abspielt und überhaupt nicht veraltet wirkt!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wäre Shakespeare heute Regisseur, wäre das sein Film..., 26. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: William Shakespeare's Romeo und Julia (DVD)
Eine gewöhnliche Filmrezension geht hier zu kurz. Ich bin, wie jeder in meinem Alter, voreingenommen: ich liebe Shakespeare und eigentlich auch "normale" Theater-Verfilmungen. Ich bin damals nicht ins Kino gegangen wegen Leonardo DiCaprio. Heute ist es einer der Filme die ich immer wieder gucken kann, weil man immer wieder neue Details entdeckt, die man im rasenden Tempo dieses Films beim ersten Mal gar nicht bemerkt, wenn man sich wegen der Verse und der alten Sprache viel zu sehr auf die Haupthandlung konzentrieren muss.
Ich glaube dass Shakespeare, lebte er heute, Film- und nicht Theaterregisseur wäre, und er würde keine langweiligen und gravitätischen Filme drehen sondern einen wie diesen. Für mich ist Baz Luhrmann's Film ein Anwärter auf den Preis der besten Klassik-Verfilmung überhaupt, und Antwort auf die Frage ob Klassiker in die heutige Zeit übertragbar sind oder uns noch etwas zu sagen haben. Unbegreiflich dass es hierfür keinen Oskar gab, aber dazu ist der Film eben nicht "mainstream" genug. Viele Ideen sind einfach meisterhaft, wie die Umsetzung des Shakespeare'schen Erzählers (Handlungsrahmen) in eine TV-Nachrichtensprecherin, die riesige Theaterbühne am Strand, oder die schon erwähnten Sword-Handfeuerwaffen. Dazu gehört auch die mitreissende musikalische Umsetzung. Die ersten 20 Minuten sind ein einziges Feuerwerk: Wer dann nicht weggelaufen ist, weil er das irre Tempo, den Pomp, die Grelle, Leidenschaft und Gewalt nicht erträgt... Der wird diesen Film lieben. Und die ihn noch nicht kennen, tun gut zu wissen: Das genau ist Shakespeare.
Die Hauptdarsteller haben es ein bisschen schwer, weil Drehbuch und die übrigen Schauspieler so gut sind. Jeder der Nebendarsteller macht einen überzeugenden Job, und einige sind einfach toll: die Eltern der beiden Jugendlichen (Brian Dennehy, die eiskalte Diane Verona, und Paul Sorvino, unvergleichlich beim Wutanfall), die Amme (Miriam Margoyles), der flippige Mercutio (Harald Perrineau jr), der philosophische Pater Lorenzo (Pete Postlethwaite), oder der Polizeipräsident mit den heruntergezogensten Mundwinkeln der Filmgeschichte (Vondie Curtis-Hall). Demgegenüber haben Romeo und Julia die am meisten mit Erwartungen überfrachteten, aber von der Story her eigentlich leichtesten Rollen. Sie müssen nur sehr jung, hübsch und romantisch sein, und das sind sie zweifelsohne. Der süssen Claire Danes sieht man die Verliebtheit richtig an. Und man kann auch beim 3. und 4. mal gucken noch wunderbar weinen kann über ihr trauriges Ende...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stilisierte Bildästhetik, 22. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Romeo & Julia [Blu-ray] (Blu-ray)
"Romeo & Julia" ist Baz Luhrmanns mittlerer Teil seiner "Roter-Vorhang-Trilogie", zu der auch noch "Strictly Ballroom" und "Moulin Rouge" gehören. In allen drei Filmen greift er auf theatralische Elemente zurück und zaubert eine stilisierte Romantik auf die Leinwand, die entgegen jeglicher Konvention klassische Themen mit aller Macht zwischen grellbunter Popkultur und ekstatischem Bombast in die Gegenwart presst. Der Film hält sich zwar strikt an den Originaltext von Shakespeares Vorlage, ist jedoch zeitlich in der Gegenwart angesiedelt, in Gestalt eines Bandenkriegs in Verona Beach im mexikanischen Teil Kaliforniens, wo in siedender Hitze ein erbitterter Kampf zwischen den verfeindeten Clans der Capulets und Montagues tobt und das Drama schließlich seinen schicksalhaften Lauf nimmt, als Romeo sich in die Tochter des gehassten Feindes verliebt.

Luhrmanns provokante Adaption mündet in eine subversive Inszenierung mit einer unbändigen Bildsprache, bei der Shakespeare-Puristen wohl verächtlich die Nase rümpfen werden. Schon die Eröffnungssequenz erinnert an eine postmoderne Metamixtur im Stile eines schnell geschnittenen Musikclips, in dem in einer fulminanten Sequenz von grellen Bildern religiöse Symbole, schriller Pop, transzendente Heiligenfiguren, flackernde Kerzen und die lateinamerikanische Lebensart nahtlos ineinander verschmelzen. Die verfeindeten Clans treten jeweils als aggressive Gangs mit zotigen Gesten in Aktion, deren emotional intensive Konfrontationen oft als präzise choreographiertes Gewaltballett inszeniert werden. Die Capulets, in ihren schwarzen Lederhosen und edlen Cowboy-Stiefeln, wirken wie antagonistische Desperados, die aus einem Italo-Western entsprungen sein könnten, in Szene gesetzt von epischen Bildeinstellungen und intimen Nahaufnahmen, die manchmal an Sergio Leone erinnern. Die äußere Erscheinung der Montagues absorbiert dagegen verschiedene rebellische Subkulturen der Moderne. Frisiert sind sie als Punks und Skins, glitzernder Schmuck blitzt als Symbol der Macht an den Körpern hervor und kunstvolle Tätowierungen zieren ihre Haut. Als verharmlosenden Gegenkontrast verpassten ihnen die Ausstatter noch legere Hawaii-Hemden. Mercutio erscheint auf dem pompösen Maskenball der Capulets gar als Drag-Queen in Frauenkleidern, mit Perücke und knallrot geschminkten Lippen.

Wie im Delirium kapseln sich Romeo und Julia von der exzessiven Gewalt ihrer Familien zunehmend ab. Auf der Suche nach isolierter Einsamkeit begeben sie sich intuitiv an abgelegene Orte meditativer Ruhe. Ihre Blicke kreuzen sich erstmals durch das Glas eines exotischen Aquariums mit künstlich blauem Neonlicht, in das sie in einer surreal wirkenden Szene mit ihren kristallinen Augen hineintauchen und so der Wirklichkeit entfliehen. Später umschlingen sich ihre Körper in ästhetischen Unterwasserszenen im Rausch der Tiefe eines Swimmingpools. Wasser wird von Luhrmann ständig als erlösendes Element vom verhängnisvollen Diktat des Feuers eingesetzt, mit dem in den Bildern meist der Bandenkrieg versinnbildlicht wird. Die Liebe der beiden steht dabei im Pathos der zerbrechlichen Unschuld. So erscheint Leonardo DiCaprio als adoleszenter Romeo in zarter und fragiler Androgynität, Claire Danes als Julia in Form einer zierlichen, wortkargen Kindfrau mit Engelsflügeln. In ihrer ersten Liebesnacht nach der heimlichen Hochzeit liegen die schlafenden Verliebten selig in weiße Laken eingewickelt in inniger Anmut nebeneinander im Bett. Als ob ihre Körper den des anderen reflektieren. Auf einem Tisch stehen Engelsfiguren umgeben von brennenden Kerzen. Ihre Liebe zueinander steht unter keinem guten Stern und ist von Anfang dazu bestimmt, mit dem Tod zu enden.

Baz Luhrmann konzentriert sich hier weniger auf die Konstruktion einer werkgetreuen Wirklichkeit, als auf eine stilisierte Bildkultur, die in einer atemberaubenden Visualität die Handlung in einen zeitlosen Kontext stellt. Viele Kameraeinstellungen mutieren zu symbolträchtigen Superzeichen. Dabei wühlt er in typischer Manier eklektisch im Fundus der Kino- und Fernsehgeschichte. Zahlreiche Zitate, von Tarantinos Pulp Fiction bis zu 70er TV-Serien, versteckt er in diesem Film. Nicht zuletzt auch wegen des tollen Soundtracks ist Romeo & Julia allerdings eine wunderbare Reminiszenz an die Popkultur der 90er Jahre. Die Musik stammt aus der Feder von Nellee Hooper aus Bristol, der sich damals als Produzent von Madonna, Massive Attack und Björk einen Namen machte. Als Titelsong sind The Cardigans mit Lovefool zu hören. Im Bonusmaterial vorhanden sind Audiokommentare, das Bazmark Archiv, "Die Musik von Romeo & Julia", "Shakespeare mal anders" und eine Interviewgalerie.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker leben von ihren Interpretationen!, 26. November 2008
Es ist wirklich schade, dass es die Auffassung gibt, diese Neuinterpretation von Romeo und Julia wäre überflüssig oder würde gar ein schlechtes Licht auf das Original werfen. Viel mehr ist diese Version eine Erweiterung des Klassikers. Autoren wollen doch sogar, dass man ihre Werke interpretiert. Niemanden ist geholfen, wenn man sich Jahrhunderte lang ausschließlich an das Original hält. Gegenteiliges ist der Fall, denn wenn man solche Klassiker wie Romeo und Julia nicht immer wieder neu auflegt, neu interpretiert und eigene Ideen mit einbringt, gerät auch das größte Meisterwerk früher oder später einfach in Vergessenheit.

Zum Film: Vor der Arbeit von Baz Luhrmann muss man einfach Respekt haben. Allein schon der Mut, ein derart anspruchvolles Projekt anzugehen und dann auch noch auf die Moderne zu übertragen, verdient große Bewunderung. Trotz vieler toller Ideen bleibt der Film aber dem Charakter des Originals absolut treu.

Ebenfalls sehr positiv fallen die Schauspieler auf. Die Rollen sind brillant besetzt und die Darsteller spielen sie einfach überzeugend. Es ist anfangs etwas ungewohnt, weil diese "alte Sprache" eigentlich nicht in die Welt dieses modernen Veronas zu passen scheint, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ein weiteres Highlight sind sowohl der Soundtrack (das scheinbar von Carl Orffs "O Fortuna" abgeleitete "O Verona"), als auch die großartigen Kulissen und Bilder.

Wer also das Original mag und offen für neue Interpretationen ist (der den klassischen Stoff auch für Jugendliche wieder attraktiver macht und so sein Überleben sichert), der wird den Film sicher mögen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch!!!!!!, 15. Juni 2008
Als ich Buz Lurmanns "Romeo und Julia" zum ersten Mal gesehen habe, habe ich nicht allzu viel damit anfangen können. Ich habe ihn nicht schlecht gefunden aber auch nicht überragend. Nur gut, dass ich es nicht bei dem einmaligen Anschauen belassen habe, denn beim zweiten Mal weckte der Film meine Begeisterung und rutschte auf der Skala weit nach oben und gehört jetzt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen!
Diese so tragische altbekannte Geschichte und Shakespeares alte Sprache gepaart mit dem wahnsinnigen Feuerwerk an Bildern aus der modernen Zeit haut mich jedes Mal aus den Socken.
Die Dramatik der Geschichte und die jeweiligen Stimmungen werden sowohl in fantastische Bilder umgesetzt, als auch überaus passend mit Musik untermalt. Die Kameraführung ist einfach genial, die Schauspieler, allen voran Leo DiCaprio und Claire Danes sind super besetzt und spielen ihre Rollen hervorragend aber auch viele der Schauspieler in den Nebenrollen (wie z.B. die des Mercutio, Tybalt oder Pater Laurence) sind überaus passend ausgewählt.
Es ist einfach eine geniale Verfilmung voller Leidenschaft, Liebe und Tragik, die man auf jeden Fall gesehen haben muss!!!
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