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am 15. Mai 2013
Darum geht es in -Another Earth-. Gleich vorweg: Wer mit clever inszenierten Independent-Filmen, die weder einfach noch geschenkt zu "konsumieren" sind, nichts anfangen kann, der sollte erst gar nicht versuchen Mike Cahills preisgekrönten Film in den Player zu schieben. -Another Earth- fällt(mal wieder) in die Sparte "Belohnungsfilm". Wer die ersten tristen, kargen 20 Minuten "übersteht", die der Streifen einfach braucht, um die Hauptdarstellerin Rhoda(Brit Marling) ins rechte Licht zu rücken, der wird anschließend von einer gefühlvollen, überaus geschickt eingefädelten Story belohnt, deren Ende mich so richtig erst 5 Minuten nach dem Abspann erreichte. So lange brauchte ich jedenfalls, bis ich gerafft habe, was Cahill mit diesem Schluss demonstrieren wollte.

Am Himmel der Erde taucht ein Planet auf, der unserer Erde absolut gleicht. Die Spekulationen schießen ins Kraut, was es damit auf sich hat. Die 17jährige Rhoda bestaunt den Planeten, der von den Wissenschaftlern Erde 2 getauft wird, während sie betrunken mit dem Wagen nach Hause fährt. Sie ist so abgelenkt, dass sie den Wagen des Komponisten John(William Mapother) rammt. Johns schwangere Frau und sein Sohn sterben bei dem Unfall. John fällt ins Koma und die leichtverletzte Rhoda wandert vier Jahre ins Gefängnis. Als sie entlassen wird, zerbricht sie fast an ihrer Schuld. Obwohl sie hochintelligent ist, will sie nicht mehr studieren und beginnt einen Job als Hausmeisterin. Eines Tages sieht sie John und sucht sein Haus auf. Sie will ihn um Vergebung bitten, schafft es aber nicht. Nach einem Suizidversuch bietet sie sich dem völlig im Abseits gelandeten Mann als Putzhilfe an. Sie bringt Johns Haus auf Vordermann und gewinnt seine Wertschätzung. Spätestens jetzt müsste sie sich offenbaren, aber sie verpasst den richtigen Moment. Mittlerweile ist die Erde 2 so nah an unsere Erde herangerückt, dass man tatsächlich Funkverkehr aufnehmen kann. Es stellt sich heraus, dass die Erde 1 und die Erde 2 vermutlich komplett synchron verlaufen. Es gibt einen Wettbewerb, bei dem man einen Raumflug zur Erde 2 gewinnen kann. Rhoda nimmt Teil, denn sie glaubt, dass auf der Erde 2 ihr Leben vielleicht noch nicht "verpfuscht" ist. Aber dann kommt alles ganz anders...

Was für ein genialer Plot! Mit einer erklärenden Erzählstimme bringt Cahill uns immer wieder auf den aktuellen Stand der Geschichte. Das die Geschichte mit zwei völlig unterschiedlichen Erzählsträngen so gut funktioniert ist ein echter Glücksgriff. Brit Marling spielt die zerrissene Rhoda mit unglaublicher Perfektion. Zu ihrem granidosen Schauspiel gesellen sich immer wieder Bilder der Erde 2, die den Himmel unserer Erde beherrscht. Das passt perfekt zueinander und ist so geheimnisvoll wie schön.

-Another Earth- ist komplett anderes Kino. Kein Blockbuster, der sich von allein anschaut, sondern vielmehr ein sehr komplexes Gebilde von Film, das sich nicht unbedingt auf Anhieb dem Zuschauer erschließen muss. Aber es soll ja auch Menschen geben, die gern ein wenig mitdenken und tüfteln, wie diese Geschichte wohl zu Ende gehen wird. Mir hat das großen Spaß gemacht und am Ende war ich erst überrascht und dann überzeugt. -Another Earth- hat beim Sundance Filmfestival einen Preis gewonnen und ist mit 200.000 Dollar Produktionskosten ein echtes "Schnäpchen" für einen Spielfilm. Von mir gibt es deshalb die Empfehlung zum Anschauen, aber denken sie bitte dran: Leichte Einheitskost sieht komplett anders aus...
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am 16. Juli 2012
Die Idee von einer "Parallelwelt", die sich zu einer eigentständigen Welt entwickelt fand ich super. Daher habe ich mir den Film auch gekauft. Was mir sehr gefallen hat, war die Auseinandersetzung mit Fehlern, die man begangen hat und der Frage, hat mein anderes Ich die gleichen Fehler gemacht und entsprechend daraus gelernt oder wie lebt mein anderes Ich damit.

Nicht so toll fand ich die visuelle Umsetzung des Themas. Zeitweise kam diese recht billig herüber. Auch die Kommunikation mit der anderen Erde war recht dürftig. Theorien wurden nur kurz umrissen und nicht so richtig klar herausgestellt. Fragen hatte ich am Ende des Films auch mehr als genug. Z.B. Was macht ein Mann mit einer verunglückten Familie auf der 2. Erde, auf der es ja ebenfall einen Ehemann gibt, selbst wenn die Familie auf dieser Welt überlebt hat. Wäre er doch da auch nur die Nr. 2 - oder?

Alles in allem kann man diesen Film mal anschauen, aber ausleihen reicht hier völlig, eine Kaufempfehlung gebe ich hier nicht ab.
11 Kommentar7 von 8 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 27. Februar 2012
MEDIUM:

- BILD: Bild ok, natürliche Farben
- TON: gute Dialogabstimmung, wenig Räumlichkeit ausgenutzt, Blu-ray: DTS 5.1 (nur engl. in HD Ton), DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Musikvideo, entfallene Szenen, die wissenschaftlichen Hintergründe, Unterhaltung über die Entstehung des Films, Kinotrailer
- SONSTIGE: Audiodeskription für Sehbehhinderte (Englisch) 5.1 Dolby Digital (Blu-ray)

FILM (OHNE SPOILER):

Die Grundidee einer zweiten Erde die von unserer Erde aus sichtbar wird ist genial und die Gefühle der Menschen sind von diesem setup sofort stark emotional berührt. Science-Fiction Fans haben ad hoc eine Reihe von Ideen wie eine Story hier genre-gerecht umzusetzen wäre. ANOTHER EARTH kümmert sich allerdings bewusst nicht um diese primären Wünsche und wartet deswegen nicht mit entsprechenden Effekten oder gar einer Blockbuster kompatiblen Umsetzung oder bekannten Schauspielern auf. Der Science-Fiction Aspekt bleibt im Hintergrund und der Film hat einen stark dokumentarischen Ansatz.

Die 17-jährige Astrophysik Studentin Rhoda Williams feiert ausgiebig während am Himmel ein neuer Planet erscheint, der wie die Erde aussieht. Sie verursacht in dieser Nacht einen Unfall bei eine Frau und ein Kind sterben. Der Vater überlebt. Nach vier Jahren im Gefängnis kehrt Rhoda nach Hause zurück und nimmt parallel an einem Wettbewerb teil, bei dem es eine Fahrt zum neuen Planeten, der Erde 2 genannt wird, zu gewinnen gibt....mehr soll hier nicht verraten werden um sich weitgehend unvoreingenommen auf den Film einlassen zu können. Er ist es auf jeden Fall wert.

Mit einem Budget von nur ca. 200.000 Dollar hat Regisseur Mike Cahill nach seinem Debüt KING OF CALIFORNIA (mit Starbesetzung) ohne es zu ahnen einen low-budget Gegenentwurf von Lars von Triers MELANCHOLIA gemacht ohne natürlich dessen apokalyptisch übersteigerte Mythologie zu übernehmen. ANOTHER EARTH ist sich seines Independent Charakters bewusst und man nimmt dem Film die oft wackligen handkamera-artigen Doku-Bilder aus TV- und Radiosendungen die den Kontakt zur "Erde 2" herstellen wollen nicht übel.

Das geringe Budget ist sichtbar und so will und kann der Film zu einen nicht emotional dauerhaft so fesseln wie MELANCHOLIA. Auch seine philosophische Aussage wird nicht weiter vertieft, die Voraussetzungen dazu wären aufgrund des hervorragenden Plots potentiell gross gewesen. Im Kontext einer zarten Romanze lässt der Film bewusst vieles offen und lässt die Protagonisten mit der Ungewissheit über das eigene und das Schicksal der Erde als ganzes zurück. Ist es das Ende oder ein neuer Anfang .....?

Am Ende bleibt ein Independent Film mit poetischer Kraft und ohne übermässigen Kitsch der einem auf eine fast märchenhafte Weise mit schönen Bildern und guten Darstellern einfängt und auf eine Gedankenreise schickt. Er schöpft jedoch bei weitem nicht alle Möglichkeiten der guten Story in bezug auf Emotionalität und Vertiefung der philosophischen Gedankenspiele aus.

Wer von Logik und Rationalität von Story und Inhalten im Science-Fiction Genrekontext geprägt ist und offen-unerklärte Handlungen nicht mag wird den Film ablehnen. Der Film wird die Zuschauer definitiv polarisieren. ANOTHER EARTH gewann auf dem Sundance Film Festival 2011 den Spezialpreis der Jury als bestes Drama und den Alfred-P.-Sloan-Preis. Der Soundtrack ist auch empfehlenswert.

4/5 Sternen
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am 14. Oktober 2012
Auch wenn die Filme nicht ganz vergleichbar sind, möchte ich mal den Vergleich zu Lars Triers berühmten melancholia ziehen.

In beiden Filmen erlangt ein anderer Planet eine besondere bedeutung. Während er in melancholia jedoch das ende der Welt herauf beschwört, bedeutet er in another earth den möglichen Beginn von etwas neuem.

Gefallen haben mir letztendlich beide filme, soviel sei gesagt. Verwundert hat mich jedoch, dass mir diese kleine independent-Produktion letztendlich sogar besser gefallen hat.

Gelungen fand ich vor allem, dass die Story sehr tiefgründig ist und sehr viel Raum für mögliche Interpretationen schafft. An einem schicksalhaften Tag fuer die angehende studentin rhoda taucht hier eine zweite Erde am firmament auf und beendet die duplizität auf dieser und der zweiten erde.

Könnte es also sein, dass die Ereignisse dort auf der zweiten erde seit jenem tag eine andere Wendung genommen haben? Oder handelt es sich gar lediglich um die Hirngespinste einer jungen frau, die vom Schicksal all zu sehr gebeutelt wurde?

Derer fragen bleiben hier glücklicherweise unbeantwortet und letztendlich hat jeder Zuschauer selbst darüber zu entscheiden.

Bedeutung erlangt dabei nicht so sehr das Sciencefiction element, sondern es wird vor allem die Geschichte von Rhoda erzählt, die um Vergebung für ihre - zumindest auf dieser Erde - nicht mehr gut zu machende tat sucht.

Die zweite Erde, die wie ein übergroßer Mond am Himmel zu sehen ist, mutet geradezu gespenstisch an und wurde auf eine tolle Art und Weise mit dem Drama verbunden.

Der Film schlägt dabei eher leise Töne an und ich habe es selten erlebt, dass ein film eine so gefühlvoll-nachdenklich-melancholische Atmosphäre erschafft wie hier.

Mögliche Schwächen im realismus sind -zumindest für mich - irgendwann nicht mehr von bedeutung, denn man begreift den gesamten Plot vielmehr als parabel, in dem die zweite Erde eher eine symbolische Bedeutung erlangt.

Das Ende ist dann so, wie man es sich für dieses kleine Kunstwerk von film nur wünschen kann. Aber ich möchte dieses hier nicht vorweg nehmen.

Insgesamt ein wirklich aussergewöhnlicher film, der mich sehr begeistert hat.
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am 8. April 2012
Um es gleich ganz deutlich zu sagen: "Another Earth" ist, trotz aller Ähnlichkeiten im Handlungsansatz, das genaue Gegenstück zu Lars von Triers "Melancholia". In beiden Filmen aus dem Jahr 2011 werden zwischenmenschliche Dramen mit übernatürlichen Elementen verbunden, in beiden Filmen kollidieren Welten in Form von plötzlich auftauchenden Planeten im Erdorbit, aber auch in der Interaktion der Hauptfiguren.
Beide Filme muss man deshalb unweigerlich miteinander vergleichen und beide Filme sind auf ihre Art sehr gelungen. "Another Earth" ist allerdings definitiv die optimistischere, menschlichere und befriedigendere Variante des ungewöhnlichen Themas, da nicht der blanke Weltuntergang sondern ein metaphysisch überhöhter Heilungsprozess im Mittelpunkt steht.
Ein großer, kleiner Film über Schuld, die Macht der Entscheidungen, Liebe, Rache und Versöhnung, der in seiner Machart an die unzähligen Milieudramen des britischen Gegenwartskinos erinnert, aber durch die zweite Erde im Orbit immer wieder metaphysisch durchbrochen wird. Ein ungewöhnlicher Ansatz, konsequent zu Ende gebracht und trotzdem weit entfernt von jener Hoffnungslosigkeit, die in "Melancholia" verkörpert wurde.
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am 6. Januar 2014
Ein sehr beeindruckender Film mit Tiefgang und interessanten Ideen, der eine Geschichte um eine junge Frau erzählt, die einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Die Geschichte um eine zweite Erde/Welt spielt allerdings dabei nur eine untergeordnete Rolle, was aber keineswegs schlimm ist, denn das offene Ende lässt viel Raum um Spekulation.
Ich würde den Film von der Machart her mit dem Film "Extrem laut & unglaublich nah" vergleichen, da er Abspruch und Denkanstöße vermittelt.
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am 14. Januar 2013
dieser film glänzt mit stille und intimität
hier wird eine sehr sehr schöne atmosphäre geschafft die ich selten in filmen erlebt hab
der letzte film der mich so zurück gelassen hat war dancer in the dark und ich hab gedacht das es auch so schnell keinen film mehr geben wird der das bei mir schafft
und dieser film wird ab jetzt zu meinen leiblings filmen zählen
es ist ein wunderschöner film um die frage des schlechten gewissen
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am 4. Juli 2013
Ich hatte "ANOTHER EARTH" eigentlich eher zufällig in der Videothek entdeckt und da ich Science Fiction mag und die Geschichte spannend klang, hatte ich ihn mal mitgenommen. Ich fand ihn dann überraschenderweise so gut, dass ich ihn mir bestellt hab, weil ich wußte, dass das ein Film ist, den ich gerne mehrmals sehen möchte und den man mal gut zu Hause stehen haben kann.

Nun, ich möchte die Geschichte hier inhaltlich nicht wiedergeben, sondern auf ein paar Punkte eingehen, die mir wichtig sind:

# Für alle, die sich auf ein Science Fiction-Abenteuer freuen: es ist weniger Science Fiction im herkömmlichen Sinne als eine Phantasie über ein "Was wäre wenn...?", über eine physikalische Theorie (Broken Mirror Theory)

# Die Erde II, die andere Welt, die im Film auftaucht und immer am Horizont zu sehen ist, ist meines Erachtens eher als eine faszinierende Metapher für einen Ausweg aus einer extrem schuldhaften Lage ('Schuld und Sühne' lässt übrigens grüßen) zu verstehen, weniger als eine reale, zugängliche Erde II (daher ist es für mich auch kein Science Fiction-Film so im herkömmlichen Sinne)

# Die Musik, die Schauspieler, die Beziehungen, das Sich-Näherkommen und auch das Ende wirken meines Erachtens nie kitschig oder gewollt

# Der Film kann zum Nachdenken anregen und er greift (im übertragenen Sinne!) einen bewegenden Gedanken auf: Könnte es mich noch mal geben und wenn ja, was würde ich zu mir selbst sagen?

(Zitat aus dem Film):
'It would be very hard to think "I am over there" and "Can I go meet me?" and "Is that me better than this me?" "Can I learn from the other me?" "Has the other me made the same mistakes I've made?" Or, "Can I sit down and have a conversation with me?" Wouldn't that be an interesting thing?'

"ANOTHER EARTH" ist eine bewegende Variation über Fragen nach Identität und Schuld.

Und als Nachtrag: Das kurze Interview mit Regisseur und Hauptdarstellerin im Bonusmaterial der DVD ist ziemlich witzig.
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am 5. Juni 2015
Skuril, unwirklich und trotzdem begreifbar nachvollziehbar. Dieser Film bleibt mir im Gedächnis, das Bild der Zweit Erde über der Protagonistin beim Spazierengehen eingebrannt. Und beim Schlußbild ldrängt sich mir der Gedanke auf: Mädel, du meinst, bis jetzt hattest du Probleme??? :-)
Leider kann ich ihn nicht auf meinem Labtop abspielen, da muss der alte DVDPlayer her, daher nicht alle Sternchen.
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am 12. April 2013
„Another Earth“ ist ein sehr spezieller Film und keineswegs für die breite Masse bestimmt. Er wirft philosophische und existenzielle Fragen auf, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben.

Der Trailer ist unglaublich gut gelungen. Leider verspricht er mehr Science-Fiction als das, was der Film tatsächlich ist: Ein tiefgründiges Drama. Positiverweise bin ich ohne große Erwartungen an den Film herangegangen und wurde sehr überrascht.

Rhoda ist die Hauptperson in diesem Sci-Fi-Drama und hat als Jugendliche einen folgeschweren Autounfall verursacht. Eine dreiköpfige Familie saß in dem anderen Fahrzeug und bis auf den Vater hat kein einziger überlebt.

Die junge Frau fängt 4 Jahre später in einer Schule als Hausmeisterin an. Hier muss sie nicht viel reden. Hier kann sie nachdenken. Ihr alternder Kollege ist blind und redet ebenfalls nicht viel.

Eines Tages macht sie die Adresse des überlebenden Vaters ausfindig. Sie muss sich von dieser Schuld befreien und ihm alles erklären. Schließlich bringt sie kein Wort über die Lippen, als sie an seiner Tür steht, sondern bietet ihre Hilfe als Putzfrau an. Eine allmähliche Bindung baut sich zwischen den beiden auf und Rhoda schiebt ihr Geheimnis immer weiter auf – bis es irgendwann zu spät zu sein scheint.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich: Warum heißt der Film „Another Earth“?
Deshalb: Ein weiteres Storyelement ist diese zweite Erde, die wie aus dem Nichts aufgetaucht ist und in der Regierung großes Aufsehen erregt. Über TV und Rundfunk erfährt Rhoda (und auch der Zuschauer), dass Forschungen angestellt und erste Kontaktaufnahmen unternommen werden. Schon bald wird klar: Auf „Erde 2“ leben Duplikate. Ob sie genau so sind wie auf dieser Welt? Ist das zweite Ich besser? Hat es dieselben Fehler gemacht? Das alles ist unheimlich spannend und raffiniert in diese eher melancholische Story eingebaut. Ich muss aber darauf hinweisen, dass es nicht Kernelement des Filmes ist. Also nicht so ausufernd. Um es vorweg zu nehmen: Eine Reise zur „Erde 2“ bekommt man hier nicht zu sehen.

Ja, der Film ist sehr poetisch und philosophisch, teilweise sogar hypnotisierend. Die Aufnahmen sind klasse und Brit Marling als Rhoda liefert eine umwerfend gute schauspielerische Leistung ab. Sie hat mich mitunter stark an Julia Roberts in jungen Jahren erinnert.

Durch diesen Streifen zieht sich eine Stille, dich ich so noch nie bei einem amerikanischen Film erleben durfte. Dieser Fakt dürfte eine Menge Leute abschrecken, aber wie ich schon sagte: „Another Earth“ ist kein Mainstream-Kino, bei weitem nicht.

Die Musik ist schlichtweg umwerfend. Der Komponist verdient meinen allergrößten Respekt vor dieser Meisterleistung.

Das Ende hat mich sehr überrascht und ebenfalls nachdenklich gestimmt. Ich dachte nur: „Stimmt eigentlich… Was denken DIE eigentlich?“
Wem stieg diese Frage auch in den Kopf?

Mit 89 Minuten ist der Film auch keine Minute zu lang oder zu kurz.

Durch den Film schlängelt sich auch eine beispiellose Atmosphäre. Meiner Meinung sollte man „Another Earth“ allein wegen des Erlebnisses mal anschauen, egal ob Drama-Muffel oder Sci-Fi-Hasser.

Fazit: Bewegt, hallt nach und stimmt nachdenklich. Die Schauspieler leisten hervorragende Arbeit und die Kerngeschichte ist realitätsnah und dürfte viele Leute ansprechen. Der Film behandelt Themen, die zeitlos bleiben: Schuld, Sühne und Vergebung.
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