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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 4. Oktober 2013
Die Furcht vor der Gefahr ist schrecklicher, als die Gefahr selbst." Dieses Zitat aus Daniel Defoe's literarischem Meisterwerk Robinson Crusoe" spiegelt die Gefühlswelt in Ignacy Trezwiczek neustem Werk Robinson Crusoe: Adventure on the Cursed Island" (Pegasus) fast perfekt wieder. Die Spieler sind auf einer einsamen Insel gestrandet und müssen sich dort gemeinsam gegen allerlei Gefahren durchsetzen. Vulkaninseln wollen erforscht und Signalfeuer erbaut werden. Wilde Tiere, Wetter, Hunger und Krankheiten bedrohen uns dabei Tag für Tag und Nacht für Nacht. Nur gemeinsam haben wir eine Chance, der Wildnis zu trotzen. Die Zeit scheint dabei aber nie ausreichend, um alle gesetzten Tagesziele zu erreichen.

Von Vulkanen und Kannibalen
Bevor die 1 bis 4 Gestrandeten gemeinsam um ihr Leben kämpfen können, müssen sich die Spieler zwischen 6 verschiedenen Szenarien entscheiden. Unter diesen befinden sich klassische Geschichten aus Film und Literatur, wie etwa archäologische Erkundungen einer Vulkaninsel oder dem Kampf gegen Kannibalen. Zusätzlich erhält jeder Spieler einen von vier verschiedenen Charakteren. Auch diese unterscheiden sich Spielmechanisch deutlich. Während der Koch leichter an Nahrung kommt kann der Tischler effektiver für einen Unterschlupf sorgen. Vervollständigt wird das Quartett durch Soldat und Forscher. Bei nur 1 oder 2 Spielern geht Freitag und / oder ein Hund zusätzlich helfend zur Hand / Pfote. Hat man alle (umfangreichen) Vorbereitungen getroffen beginnt das Abenteuer.

Seil + Messer + Holz = Bogen
Zu Beginn des Spiels hat man selten mehr als sein bloßes Leben und mit etwas Glück ein wenig Treibgut. Der Strand an dem wir an Land gespült wurden bietet nur wenig Nahrung, ein oder zwei Bäume die gefällt werden können und keinerlei Schutz vor dem Wetter. Es gibt also einiges zu tun. Leider haben wir pro Runde und Spieler nur zwei Aktionen. Diese können wir beide für die gleiche Tätigkeit verwenden die dann garantiert erfolgreich ist. Da wir auf diese Art allerdings nicht weit kommen muss regelmäßig etwas riskiert werden. Entsprechend versuchen wir des Öfteren zwei Arbeiten gleichzeitig zu erledigen. In einem solchen Fall entscheiden Würfel über den Erfolg und gegebenenfalls das Auftreten von besonderen Ereignissen. Dass diese nur in Ausnahmefällen positiv sind dürfte kaum überraschen.

Von Erkundungen und mangelnder Moral
Maximal 2 Aktionen pro Runde klingen nicht nach viel. Wie knapp diese wirklich sind, wird allerdings erst klar, wenn man sich die Fülle der Optionen vor Augen führt. Zu Spielbeginn steht dabei in erster Linie das Erkunden der Insel auf dem Programm. Insgesamt 10 Sechsecke bilden das gesamt Atoll, eines davon ist von Beginn an aufgedeckt. Ein neues Feld liefert neben (hoffentlich) Nahrung und Holz auch jagdbares Wild oder spezielle Entdeckungen. Wollen die Ressourcen allerdings verwendet werden, müssen sie mittels der entsprechenden Aktion zum Lager gebracht werden, welches unter Zuhilfenahme der Aktion Handwerk errichtet und ausgebaut werden kann. Sollte dies noch nicht genug sein, gilt es verschiedene Entwicklungen zu erschaffen, welche ihrerseits Bedingungen aufweisen und Vorteile bringen. So kann etwa ein Damm erst Gebaut werden, wenn ein Inselfeld mit einem Fluss entdeckt wurde, bringt dann aber zumindest etwas Nahrung. Diese wiederrum benötigen wir zum Rundende, um Schaden für die Gruppe zu vermeiden. In der Nacht ist dagegen ein Dach über dem Kopf hilfreich um uns vor den Auswirkungen der Wetterwürfel zu schützen. Gleichzeitig gilt es, sich gegen wilde Tieren zu wappnen, die Moral der Gruppe aufrecht zu erhalten und auf die eigene Gesundheit zu achten. Und dabei handelt es sich noch nicht einmal um die besonderen Zusatzbedingungen und Aufgaben die jedes Szenario bereithält.

Die Flucht
Robinson Crusoe ist ein steter Kampf ums überleben. Das Spiel vergibt nicht viele Fehler, von Anfang an sollte man genau überlegen wie man vorgeht. Gerade die späteren Szenarien sind wirklich schwer. Und genau so mag ich kooperative Spiele. Es gibt fast nichts Langweiligeres als ein kooperatives Spiel das man auf Anhieb schlägt. Bei Robinson Crusoe ist zwar das erste von 6 Szenarien durchaus nach wenigen Anläufen geschafft, der Schwierigkeitsgrad steigt allerdings sehr steil an. Ständig grübelt man über die beste Vorgehensweise, entscheidet welche Tätigkeit doch noch warten muss und überlegt, ob man das Risiko eingeht nur eine Aktion zu verwenden. Während dies dem Spiel eine unglaubliche Dichte verleiht, entsteht genau hier auch das typische Problem vieler kooperativer Spieler. Einzelne, erfahrene Spieler werden schnell dazu verleitet, das Kommando an sich zu reißen. Wird man allerdings von solchen Spielern verschont, bietet Robinson ein Spielgefühl wie ich es noch nicht sehr oft erlebt habe. Man bangt mit seinen Helden, hofft auf gute Würfe der Mitstreiter und betet regelrecht um gute Karten. Ignacy Trezwiczek ist schon lange kein Unbekannter mehr in der Spieleszene, mit Robinson Crusoe ist ihm allerdings sein Meisterstück gelungen.

@Spielfreude.blogspot
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am 2. Dezember 2013
Ich habe lange auf Robinson Crusoe gewartet und konnte auf der Spielemesse im Herbst 2013 endlich ein Exemplar ergattern. Dieses ist deutschsprachig, was im Nachhinein etwas schade ist, da die Übersetzung der ersten Erweiterung sicherlich noch einige Zeit dauern wird.

Robinson Crusoe halte ich für das bisher gelungenste Koop-Spiel, sofern man nicht mit Nicht-Brettspielern spielt oder es zeitlich knapp ist. In diesen Fällen würde ich weiterhin zum wesentlich unkomplizierteren Pandemie greifen. Was Robinson Crusoe gleich beim Auspacken und -testen auszeichnet ist insbesondere die Übereinstimmung von Story und Spielmechanismen. Mehr als bei anderen Spielen passen die Vor-, Nachteile, Ressourcen und Ereignisse zu den im Spiel erlebten Geschehnissen (vgl. die abstrakten Karten bei Battlestar Galactica und Pandemie, die Katapulte und Merlins bei Camelot, etc.). Und zwar so gut, dass man beinah gleichzeitig eine Rollenspielrunde draus machen kann. Man kann einfach richtig in das Abenteuer eintauchen, wozu auch das tolle, stimmungsvolle Artwork beiträgt.

Ein mir besonders wichtiger Punkt ist, wie gut die Spielmechanismen funktionieren. Und diese sind bei Robinson großartig durchdacht! Es gibt einerseits fast nie einen eindeutig richtigen Weg, um zum Ziel zu kommen. Man kann also weniger als bei anderen Spielen "durchrechnen", wie man vorgehen muss. Das reduziert auch Probleme mit "Alpha-Spielern", die immer gerne den anderen erklären möchten, wie sie "richtig" ziehen sollen. So kommt das Spiel komplett ohne die Verräter-Rolle aus, die sonst dieses Reinreden reduzieren soll. Andererseits ist es auch nicht so, dass man nicht einschätzen könnte, welche Gefahren auf einen zu kommen. Wenn man etwas vergeigt, hat man hinterher auch das Gefühl, dass man es hätte wissen müssen. Trotz der Zufallselemente bleibt das Spiel in der Regel also schwer aber nicht unmöglich oder kippt plötzlich unerwartet. Faszinierend ist auch, wie alles mit Spieleranzahlen von 1-4 skaliert, ohne dass sich merklich etwas an den Regeln ändert. Ich kenne sonst noch kein Spiel, das über solch eine Bandbreite ähnlich gut funktioniert.

Sehr schön finde ich auch die Szenarien. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen, dass sechs Szenarien ja nicht viel seien. Das ist Quatsch, anderswo würde eines dieser Szenarien als komplettes Spiel verkauft. (Und mehrere offizielle und Fan-Gratisabenteuer sind bereits verfügbar.) Andere Warnungen bezogen sich auf die Spielanleitung: Ja, das Regelheft ist nicht überragend, aber auch nicht so schlimm wie dargestellt. Beim späteren Nachschlagen sucht man teils länger als gewohnt, man kommt aber trotzdem gut klar. Wichtiger ist in meinen Augen, dass die Regeln konsistent und durchdacht sind. Da es sich um ein einigermaßen komplexen Spiel mit vielen Regeln und Möglichkeiten handelt muss man es einmal anspielen und macht dabei viele Fehler und übersieht Dinge -- danach geht es aber. Es ist halt einfach so, dass ständig eine Menge Tokens verschiedener Art herumbewegt werden und der Weg zum Sieg alles andere als eindeutig ist. Aber wer mit der Komplexität von z. B. Arkham Horror klar kommt wird mit Robinson Crusoe sicher keine ernsthaften Probleme haben.

Ich halte Robinson Crusoe jedenfalls für ein absolutes Top-Spiel und warte schon auf die deutsche Erweiterung im nächsten Jahr. Falls es irgendwelche Fragen zum Spiel gibt, ergänze ich diese Rezension gerne.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Januar 2014
Ich habe damals schon das Original von Portal Publishing gespielt und muss sagen: die Pegasus-Auflage ist deutlich verbessert worden. Die Regel DAMALS war eine wirkliche Katastrophe mit recht abenteuerlichen Übersetzungsfehlern, jetzt ist es halt immer noch ein Spiel für Vielspieler mit dementsprechendem Regelwerk. Dass eine 10-jährige mit diesem Spiel hoffnungslos überfordert ist, sollte Jedem klar sein. Auch das Material wurde verbessert, die Plättchen vom Orignal waren schon arg dünn. Grafisch ist es gleich gelieben: hervorragend! Aber zum Spiel:

Eine Runde besteht aus 6 Phasen:

-Ereigniskarte ziehen und den ersten Effekt ausführen. Damit ist die Karte aber noch nicht abgehandelt, sondern wandert auf das Bedrohungsfeld, wo sie uns im späteren Verlauf entweder Vorteile verschafft, oder nochmal ärgert.

-Moralphase: jetzt wird erstmal geguckt, wie es mit unserer Moral aussieht. Wir erhalten Entschlossenheitsmarker (auch eine Art Ressource) oder geben sie ab

- Produktionsphase: auf der modularen Insel gibt es verschiedene Rohstoffquellen, die Nahrung und Holz liefern. Je nachdem, wo unser Camp ist, bekommen wir hier nötige Ressourcen (und die sind knapp in diesem Spiel)

- Aktionsphase: der workerplacement-Teil des Spiels. Hier können wir nach unterschiedlichen Regeln unsere Gestrandeten einsetzen. Leider brauchen wir für die unterschiedlichen Aktionen manchmal Unterstützung, es sei denn, wir lassen die Würfel sprechen: dann entscheidet das Glück, ob wir die Aktion erfolgreich beenden können oder wir scheitern. Wenn wir richtig Pech haben, verletzten wir uns sogar dabei.

Aktionen wären: Bedrohungskarteneffekte auflösen, Jagen, Bauen (Unterschlupf, Palisaden, Waffen, Erfindungen usw...), Insel Erforschen, Ressourcen sammeln, Das Lager aufräumen oder uns ausruhen.

Für Alles gibt es Ressourcen und Marker, die auf verschiedenste Art und Weise eingesetzt werden und/oder mit Spezialfähigkeiten der Charaktäre und anderen Karten kombiniert werden können. Hier greift wirklich ein Zahnrad in das Andere und es ist ein ausgeklügeltes System. So macht workerplacement Spaß!

-Dann kommt die Wetterphase, wo wir mittels Würfeln gegen die klimatischen Bedingungen auf der Insel kämpfen. Jetzt wäre ein Unterschlupf gut.

- In der Nachtphase müssen wir dann nochmal gegen die harten Bedingungen auf der Insel bestehen. Sollten wir in den vorangegangenen Phasen nicht schlau genug agiert haben, könnte uns das jetzt erneut Nachteile einbringen.

Fazit:

Robinson Crusoe ist ein waschechtes Workerplacement-Spiel für Vielspieler. Gelegenheitsspieler sollten definitiv die Finger davon lassen, es sei denn, sie haben ein guten Erklärbären vor Ort und sind ambitioniert genug, sich mit den komplexen Regeln auseinanderzusetzen. Außerdem ist das Spiel nur für Spieler mit Teamgeist auf gleichwertigem Niveau geeignet, denn hier wird alles zusammen entschieden. Es besteht hier allerdings die Gefahr, dass ein ausgewiefter Spieler "die Macht" an sich reisst und für die anderen Spieler die Entscheidungen trifft. Der Grund, warum Robinson Crusoe in der Brettspielszene so eingeschlagen hat, ist definitiv die perfekte Verpaarung von Eurogame und Geschichte. Die Geschichte des Spiels passt auf den Mechanismus, wie die Faust auf's Auge. Absolut Großartig! Während andere Spiele immer mehr in Richtung trockene Optimierung abgedriftet sind, gelang es dem Autor hier vor 2 Jahren, die wichtigsten Elemente eines Spiels (nämlich story und Mechanismus) wieder zu einem tollen Spielerlebnis zusammenzufügen. Das Spiel hat nicht umsonst den Community-Lama von BrettspieLama bekommen. Eine Award vergeben von einer Szene-Seite, gewählt durch das Publikum (grösstenteils Vielspieler).
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am 21. November 2013
Was für ein Spiel!
40 Seiten Regelheft, verschiedene Szenarien, zwölf farbige Würfel, Insel-Teile für einen variablen Aufbau, Charakter-Sheets, Ressourcen-Würfel in unterschiedlichsten Farben, viele Tokens, Errungenschaftskarten, Geheimniskarten, Baukarten, Entdeckerkarten...
Um "Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel" zu erlernen, muss man sich aber richtig darauf einlassen - und das braucht die richtige Motivation und Geduld. Hier könnte vielleicht sogar der eine oder andere Vielspieler an die Grenzen dessen stoßen, was er zu investieren bereit ist (während sich andere die Anleitung wahrscheinlich kurz in der Mittagspause reinsaugen :) )

Mir persönlich hat schon das Kennenlernen des Spiels viel Spaß gemacht - ich habe mir sehr viel Zeit genommen, habe das aufgebaute Spiel mehrere Tage im Arbeitszimmer gelassen, mich immer wieder hingesetzt und gelesen und neues entdeckt - und viel gestaunt, was in diesem Spiel alles möglich ist. Das Thema scheint jede Komponente zu durchdringen, das Regelwerk ist zwar sehr umfangreich, aber gut geschrieben, in sich geschlossen stimmig und es lässt sich sehr gut einprägen - dazu kommen viele kleine Hilfestellungen auf dem Brett (z.B. findet man die Nummerierung der Spielphasen in den verschiedenen Bereichen). Dass die Spielanleitung mancherorts krisitiert wird, hängt wohl damit zusammen, dass man (wie bei Spielen dieser Komplexität üblich), einen Kompromiss finden musste zwischen der Lesbarkeit für Erst-Leser und der Eignung als Nachschlagewerk. Meiner Meinung nach ist dieser aber sehr gut gelungen.
Das Material ist enorm umfangreich und von sehr guter Qualität. Aber natürlich reichen, wie in einer anderen Rezension bemängelt, die mitgelieferten Tütchen nicht aus. Aber die meisten Vielspieler haben wahrscheinlich sowieso ihre eigenen Techniken und bevorzugten Behälter für die Aufbewahrung von Karten, Tokens und Holzwürfel.

"Robinson Crusoe" bedient sich verschiedener bekannter Spielmechaniken und erinnert stellenweise an andere große Titel, ohne mit diesen aber wirklich vergleichbar zu sein. Mir gefällt besonders, wie es planerische und kontrollierbare Elemente mit dem Unvorhergesehenen verknüpft - ja, manchmal entscheidet das Würfelglück über Gedeih und Verderb, aber das macht immer thematisch Sinn (auf das Wetter hat man nunmal keinen Einfluss und wenn ein Sturm aufzieht, hat man Pech). So kann das Spiel ganz schön hart zu den Spielern sein (was ja aber Liebhaber von komplexeren Ko-op-Spielen ganz gern haben, sonst wären ja Titel wie "Ghost Stories" nicht so beliebt:-) )
Es lässt sich hervorragend von 1-4 Spieler skalieren und ist gerade auch als Solospiel ein absoluter Top-Titel, der sich mit den ganz großen messen kann (z.B. "Mage Knight" und "Arkham Horror") und auch wunderbar neben diese ins Spielregal passt.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Oktober 2014
"Robinson Crusoe" knallt eine aboslut dichte und packende Spielatmosphäre auf den Tisch, die im Brettspielgenre immer noch viel zu selten zu finden ist. Es ist ein Spiel, bei dem man hinterher echte Geschichten erzählen kann, die eben so viel mehr hergeben, als eine trockene Siegpunktanalyse. Geschichten, die von der Rettung auf einem selbstgebauten Floß in allerletzter Sekunde handeln oder vom tragischen Vergiftungstod durch eine Wunde, für deren Behandlung im Strudel der Ereignisse einfach nicht mehr rechtzeitig das nötige Heilmittel aufgetrieben werden konnte. Kurz gesagt: Echte Geschichten vom Überleben und Sterben, die jedes Spielerherz höher schlagen lassen...

GIBT ES EINE VIDEO-REVIEW?
Wir haben zu "Robinson Crusoe", wie auch zur Erweiterung "Die Fahrt der Beagle" auf unserem YouTube-Kanal "Hunter & Cron" ausführliche Video-Reviews gemacht.

HUNTER 8/10
+ Mechanik, Regeln, Artwork und Qualität sind top
+ Wunderschön ausgestaltete, atmospherische Szenarien
- Nur 6 Szenarien, die sich nach Erfolg trotz etlicher Karten und Würfelvarianz schon irgendwie „erledigt" anfühlen.
- Manchmal wären ein paar Erfolgserlebnisse unter den lauter Katastrophen ganz nett.

CRON 9/10
+ absolut großartige und thematisch dichte Spielatmosphäre auf Rollenspielniveau!
+ knallharte Kooperationsabenteuer, kein seichtes Wischi-Waschi!
- Das alte Koop-Problem: Erfahrene Inselabenteurer dominieren die Gruppe...

WAS ES SONST NOCH ZU WISSEN GIBT:
Auf der Seite von Pegasus Spiele steht ein weiteres Szenario zum kostenlosen Download bereit, mit dem Titel „King King -- Abenteuer auf der Totenkopfinsel". Wer also dringend Nachschub für die Insel braucht, sollte sich Szenario Nr. 7 nicht entgehen lassen. Wir wünschen uns für die Zukunft noch mehr Szenarien!

WIE DER VERLAG SELBST DAS SPIEL BESCHREIBT:
Einer der Spielehits der SPIEL in Essen 2012 war Robinson Crusoe. Das kooperative Abenteuerspiel lässt Spieler die Rolle von Schiffbrüchigen übernehmen, die auf einer unbewohnten Insel gestrandet sind. Ihr Ziel ist es, eine Siedlung zu bauen, sich vor Gefahren zu schützen und ihre Mission zu erfüllen. Während des Spiels gilt es neues Terrain zu entdecken, Ressourcen zu akquirieren und den besten Platz für ein Camp finden. Hat man diesen gefunden, kann man einen Unterschlupf aufbauen, um sich gegen Regen, Kälte und Wind zu schützen, und einen Zaun darum zu errichten, um die wilden Tiere abzuhalten, ehe man anfängt nach Nahrung zu suchen und beginnt einen Wintervorrat anzulegen. Auf der Insel findet man zudem Hinweise auf das Schicksal der anderen Schiffbrüchigen und versteckte Schätze. Auch die Hütten der Eingeboren können nach Nützlichem durchforstet werden. Last but not least gilt es auch sein gesamtes Inventar selbst herzustellen, vom einfachen Kochtopf bis zu den nötigen Waffen. Das Spiel enthält sechs verschiedene Szenarien, die jedes Spiel einzigartig machen.

@hunterundcron
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am 10. Juli 2014
Seid längerem bin ich auf der Suche nach guten Spielen für 2 oder mehr Spieler. Mit Robinson Crusoe habe ich ein Spiel entdeckt, welches eine komplett andere Athmosphäre am Tisch schafft, als alle bisher gespielten kooperativen oder üblichen Brettspiele. Alle bisherigen Mitspieler waren absolut begeistert von dem Spiel.

Zum Aufbau des Spiels möchte ich hier nicht mehr viel sagen, da die Rezensenten zuvor diese bereits ausführlich erleutert haben. Ein groben Überblick gebe ich aber auch hier.

Von der Geschichte her landet der Spieler auf einer unentdeckten Insel, da das eigene Schiff zu Bruch gegangen ist. Um das Spiel zu bewältigen, werden verschiedene Aufgaben verlangt, welche es zum Teil wirklich in sich haben. Zu den Aufgaben gehören unter anderem der Bau eines großen Holzstapels um ein Signalfeuer zu entfachen, welches ein vorbeifahrendes Schiff registrieren muss. Eine andere Aufgabe wäre z.B. dass man als Schatzsucher auf die Insel gekommen ist und ein Vulkan ausbricht, man vorher genug Schätze sammeln und zusätzlich ein Rettungsboot bauen muss, um dann reich von der Insel zu verduften. Insgesamt liegen dem Basisspiel 6 verschiedene Szenarien vor, die alle sehr schön inszeniert sind und sich gut in das Spiel eingliedern. Im Internet gibt es allerdings schon einige weitere Szenarios und ein Addon soll auch bald erscheinen.

Zum Ablauf:
Jedes Szenario ist durch eine bestimmte Rundenanzahl begrenzt. Eine Runde teilt sich in 6 verschiedene Phasen ein, auf die ich hier allerdings nicht weiter eingehen will, außer auf die Aktionsphase. In der Aktionsphase können die Spieler ihre begrenzten Aktionen planen und ausführen. Dabei können neue Gegenstände gebaut und neue Inselteile erkundet werden. Dabei können allerdings ziemlich viele Unanehmlichkeiten auftauchen, wie das Verlaufen oder Verletzen beim bauen. Die Schritte müssen gut überlegt werden, da einem ansonsten das Unwetter und die vielen anderen drohenden Ereignisse einen Strich durch die Rechnung machen. Und genau das Überlegen, welcher Schritt am sinnvollsten ist, ist der Kern des Spiels. Die Diskussion die dabei am Tisch entsteht, macht wirklich sehr viel Spaß.

Man muss bei diesem Spiel wirklich Teamgeist beweisen, wenn man gewinnen möchte. Jeder Schritt muss wirklich sehr gut durchdacht sein, damit dies möglich ist. Für mich ist diese Kombination aus Rätsel-Lösen, Geschichten erzählen und im Team zu agieren, äußerst gut gelungen.

Das schöne an dem Spiel ist, dass es nicht einen Verlierer oder Gewinner gibt, sondern dass alle Mitspieler gemeinsam gewinnen oder verlieren.

Zu dem Schwierigkeitsgrad: Es gibt Szenarien, die sind gut machbar, wie das erste z.B.. Andere Szenarien haben es da schon deutlich mehr in sich. Zusätzlich zu den Mitspielenden Charakteren kann man zwei verschiedene Helfer mit ins Spiel bringen, um das Spiel ein wenig zu vereinfachen. Bei uns gingen bisher alle Szenarien bis auf 5 und 6 ziemlich gut von der Hand, spätestens beim dritten Anlauf pro Szenario war es auch geschafft, teilweise nur zu zweit, teilweise mit Hund oder Freitag oder mit beiden. An Szenario 5 sind wir bislang zu zweit und beiden Helfern allerdings immer (5x) kläglich gescheitert. Das Spiel macht allerdings auch beim Scheitern Spaß, denn man hat auch im Nachhinein viel zu bereden, da eigentlich immer klar ist, was schief gelaufen ist. Und gemeinsam macht verlieren eben Spaß, wie die einfache mathematische Gleichung zeigt: (-1)*(-1)=+1.

Negativ ist, dass man wirklich etwas Zeit braucht um hier einzusteigen. Das Spiel ist wirklich sehr komplex und die 40 seitige Anleitung auch nicht einfach, dafür aber sehr übersichtlich und man findet auch während des Spiels einigermaßen schnell was man sucht. Die Kritik bei der Vorgängerversion, die nicht bei Pegasus-Spiele erschienen ist, dass die Anleitung nicht ausreichend detailiert ist, ist nun nicht mehr gültig. Für mich ist die Anleitung vollständig und übersichtlich, dafür aber langwierig. Zusätzlich habe ich mir ein paar Videos auf YouTube angeschaut, um bei dem Zusammensetzen des Spielflusses etwas unterstützt zu werden. Hat man die Anleitung allerdings einmal geschluckt, ist der Rest kein Problem mehr. Es lohnt sich definitiv. Für das Spiel mit mehreren Spielern sollte allerdings von anfang an jemand dabei sein, der das Spiel einigermaßen drauf hat bezüglich der Regeln, denn zusammen erst 40 Seiten lesen, dürfte langweilig werden. Ist allerdings ein Erklärbär am Tisch, ist das Spiel auch schnell erklärt und es kann losgehen.

Fazit:
Eins der besten Spiele, die ich seit langem gespielt habe. Es ist komplex und nichts für blinde Draufgänger. Man muss hart im Nehmen sein, was zu mehreren allerdings angenehmer ist, da geteiltes Leid ist halbes/ ein drittel/ ein viertel Leid. Hier macht es auch Spaß zu verlieren. Es ist klar zu empfehlen für Spieler, die etwas zum knobeln suchen und sich mit einem kleinen Team durch etliche Gefahren und Aufgaben wälzen wollen. Einzelgänger haben hier wirklich nicht viel verloren, es sei denn sie spielen das Spiel alleine, was ebenfalls möglich ist. Es kann ziemlich anspruchsvoll sein, aber wenn das Spiel gewonnen ist, bietet es ein Erfolgserlebnis, wie es bei mir noch kein anderes Spiel geschafft hat.
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am 20. Oktober 2014
So
nun ist es wieder soweit und ich versuche eine Rezension zu verfassen.

Und eines wieder vorweg, ich bin auch von diesem Spiel wieder restlos begeistert.
Doch für wen ist Robinson Crusoe etwas ?
Ob es was für dich ist, werter leser versuche ich nun mit den Nächsten Zeilen zu klären.
Denn eins ist Gewiss es ist kein Spiel für jeder man.

Denn wie die Überschrift schon sagt, die Einstiegshürde ist riesig. Und die ersten Partien spielt man mit sicherheit nicht richtig. Dabei ist die Anleitung gut geschrieben und erklärt die Regeln verständlich (da schon mal das erste Lob an den Pegasus Verlag, einfach fantastisch gemacht). Doch würde man sich als Anfänger ein zweites Regelheft wünschen, vielleicht mit Tutorialszenario was einem erstmal die Grundmechanicken einfach bei bringt. Ehe man dann mit dem Regelheft ganz ins Detail geht. Dies hat mir schon bei MageKnight (http://www.amazon.de/Pegasus-Spiele-51840G-Mage-Knight/dp/B006WY1U9I/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1413819680&sr=8-2&keywords=MageKnight) wahnsinnig gut gefallen und würde sich hier auch anbieten.
So kann ich aber jeden nur empfehlen, wie es Hörbe (http://www.amazon.de/review/RK8DBAV9Z9LOG/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=B00BTXLVX2&channel=detail-glance&nodeID=12950651&store=toys) schon in seiner tollen Rezi geschrieben hat. Baut das spiel auf, nehmt euch Zeit und geht die Anleitung mit dem Spiel erstmal alleine durch. Ehe ihr euch dran macht sie anderen zu erklären. Das macht es viel einfacher. Desweiteren gibt es mittlerweile ein schönes Video von Spielama ([...]) was den einstieg bestimmt auch erleichtert. Das gab es zu meinem einstieg leider noch nicht.

Doch nun zum Spielablauf
Dieser besteht aus mehreren Rund, die vom Szenario vorgegeben werden. Von denen gibt es 6 an der Zahl und noch eine Siebte zum freien Download bei Pegasus Spiele ([...]). Die alle sehr unterschiedlich sind.
Jede Runde Gliedert sich in 6 Phasen: 1 Die Ereignisphase ... Hier wird eine Ereigniskarte gezogen die die Spieler stehts vor
neue Herrausforderungen stellen durch einen sofort Effekt und
ein der erst nach weiteren zwei Runden kommt wenn er denn
nicht verhindert wird. Was möglich und meist zu empfehlen ist.
2 Die Moralphase ... Hier wird die Moral der Gruppe geprüft, was ein Element auf dem
Spielbrett ist. Dies kann sowohl kosten verursachen als auch
"Gewinn" bringen.
3 Die Produktionsphase ... Hier bekommt man die Recoursen vom Feld wo das Lager ist
4 Die Aktionsphase ... Das eigentliche Spiel also. Hier kann jeder Spieler seine zwei
Spielsteine einsetzen. Um Dinge zu Bauen, Die Insel zu
erforschen, Rohstoffe zu sammeln, zu Jagen, Aufzuräumen,
Auszuruhen, das zweite Ereignis zu verhindern, das Lager
auszubauen und und und
wie man sieht sind maximal zwei Aktionen pro Spieler echt wenig
bei dem was man alles machen kann und auch eigentlich
möchte. Und dann muss man auch immer noch abwägen mache
ich nur eine Aktion in der Rund die aber sicher, oder mache ich
zwei und überlasse es dem Glück der Würfel ob es gelingt und
mir vielleicht noch ein Abenteuer wiederfährt wenn ich eine
entsprechende Karte ziehen muss und Verwundungen drohen
einem auch. Doch Zeit ist auch Kostbar und knapp.
5 Wetterphase ... Hier werden die Wetterwürfel geworfen und der Name verrät es.
Es gilt mit dem Ergebnis klar zu kommen.
6 Die Nachtphase ... Alle Spieler müssen etwas essen, können Bestimmte Aktionen
durchführen. Wie z.B. mit dem Lager umziehen. Der nächste
wird Startspieler und eine neue Runde Beginnt.

Dies is nur ein SEHR grober überblick über den Spielablauf, schaut euch dafür lieber das Video (im Link oben) von Spielama oder andere Rezensionen an. Die da besser und Detaillierter drauf eingehen.
Nun noch ein Paar Worte zum Material ... Das ist einfach WOW ... Die Spielsteine für die Spieler , die Rohstoffe , und Marker sind aus Holz oder aus fester Pappe. Die Bilder sind eindeutig, leicht zu erkennen und erklären mit den Symbolen ihren Zweck Herforragend. Das Layout vom ganzen Spiel ist durchweck super gelungen und unglaublich Stimmungsvoll, dies gilt auch für die Texte.
Wie man merkt ich bin begeistert, was auch mein Fazit ist. Dieses Spiel baut mit seiner Mechanik, seinem Layout und allem was dazu gehört eine Wahnsinns Stimmung auf. Man meint einfach ein Abenteuer zu erleben egal ob man Gewinnt oder Verliert. Durch seine Komplexität, seinen von beginn an großen Kartenstock und dem sehr sehr gelungenen Glücksanteil hat man jedes mal auch ein neues Abenteuer was anders Ablaufen tut als das davor. Doch da liegt auch das einzige Problem, die Hürde der Komplexität und des Umfangs ist groß und man muss Zeit investieren. Und nicht jeder wird dazu bereit sein. Da gibt es andere Spiele die auch Thematisch sind und nen leichteren einstieg bieten. Ich würde sagen wen Komplexität nicht schreckt und sich gerne mal rein fuchst GREIFT ZU dieses Spiel ist genial in jeder Konstellation von Spielern ... jedem anderen hey schaut euch sonst mal Eldritch Horror (http://www.amazon.de/Heidelberger-HE564-Eldritch-Horror-Brettspiel/dp/B00IKGS832/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1413822811&sr=8-1&keywords=eldritch+horror) an oder die Legenden von Andor (http://www.amazon.de/KOSMOS-691745-Legenden-Kennerspiel-Jahres/dp/B0088UZZJK/ref=pd_cp_toy_3) die kenne ich zwar nun nicht. Haben aber gute Rezis und reizen mich auch. Doch Ich habe mich für Robinson Crusoe entschieden, und bereue es in keinster Weise und hoffe es geht jedem anderen ebenso !!!
Viel Spaß beim Spielen ;)
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am 15. Juli 2015
Meine Spielesammlung halte ich bei etwa 90 bis 100 Spielen aus ganz unterschiedlichen Kategorien. Was mich nicht überzeugt wird wieder verkauft, da Platz, Zeit und Mitspieler sehr begrenzt sind. Seit etwa eineinhalb Jahren steht Robinson Crusoe für mich unangefochten auf Platz 1 meiner Sammlung. Ganz klar: Bei diesem Titel handelt es sich nicht um ein Familienspiel, das man "mal eben" auf den Tisch packt, sondern um ein sehr komplexes Vielspieler-Spiel. Die Einstiegshürde ist hoch und das Regelheft ist sehr umfangreich. ABER: Hat man sich erstmal reingewurschtelt, bietet Robinson Crusoe eine spitzen Unterhaltung auf höchstem Niveau! Die Spielmechaniken sind perfekt aufeinander abgestimmt, das Spiel funktioniert in allen Konstallationen (1-4 Spieler) sehr gut und spielt sich dennoch in jeder Besetzung unterschiedlich. Die verschiedenen Szenarien kombiniert mit den vielen Ereigniskarten sorgen für eine sehr dichte Atmosphäre und dafür, dass wirklich keine Partie so verläuft wie die andere. Sehr hoher Wiederspiel-Reiz! Was mir spielmechanisch besonders gut gefällt: Irgendwann ist man durch die Survival-Situation dazu gezwungen, Kompromisse und Risiken einzugehen, was den späteren Spielverlauf verschärft. Beispiel: Ich habe keine Zeit, in dieser Runde gewissenhaft meinen Unterschlupf auszubauen, weil ich auch noch Nahrung sammeln muss. Also versuche ich beides, muss in diesem Fall würfeln ob es klappt und erlebe dabei auch noch ein "Abenteuer" in Form einer stimmungsvollen Ereigniskarte. Der erste Teil der Karte sagt mir, dass ich mich beim hastigen Arbeiten verletzt habe, anschließend wird die Karte in den Nachziehstapel gemischt. Zwei runden später taucht sie wieder auf, meine Verletzung hat sich entzündet und ich bin für diese Runde außer Gefecht. Genial gemacht! Normalerweise stört mich ein zu hoher Glücksfaktor bei Spielen, aber bei Robinson Crusoe passt es einfach super zum Thema. KAUFEN!
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am 29. Oktober 2014
Es gibt ja inzwischen schon reichlich Rezensionen zu Robinson Crusoe - und auch die erste Erweiterung (habe ich noch nicht gespielt).
Daher halte ich mich hier bewusst kurz.
Ich halte Spielmaterial und grundlegenden Regelmechanismus für absolut großartig. Eine Mechanismus, bei dem meine Risikobereitschaft auf die Handlung Einfluss nimmt, wo oftmals Entscheidungen der ersten Runden später wieder relevant werden - klasse! Die Regeln sind dabei komplex, aber nach ein paar Mal spielen hat man sie drin - ab da geht das Spiel sehr flüssig von der Hand. Es ist kein Spiel für zwischendurch - dafür ist es sehr abwechslungsreich.

Aber: es ist mir an vielen Stellen zu abstrakt, zu unstimmig, zu sehr einzig auf das Balancing fokussiert. Dadurch kommt bei mir einfach keine Stimmung auf.
Das fällt z.B. beim Zeit-Konzept auf. Denn es ist unklar, welche Zeiteinheit eine einzelne Runde darstellen soll. Mal scheint es ein Tag zu sein (was Sinn macht, da man am Ende wo übernachtet, sich ernährt etc) - mal scheinen es eher ein paar Wochen/Monate zu sein (Wetterwechsel zwischen Schnee, kein Schnee und zurück) - mal handelt es sich wohl eher um Jahre (Kinder kriegen). So kann es also vorkommen, dass ich mal an einem Tag einen ganzen Keller aushebe, ein anderesmal aber über Jahre hinweg keine Schaufel bauen kann. Und das wechselt mitunter sogar innerhalb eines einzelnen Szenarios.
Auch z.B. beim "Gegenstand" Feuer merkt man, dass Balancing vor Sinnhaftigkeit ging: um Feuer "bauen" zu können muss man Gebirge gefunden haben. Ob man Holz hat ist hingegen irrelevant. Und ja, man "baut" Feuer in diesem Spiel.
Jeder Charakter hat Sonderfertigkeiten, die er über sogenannte "Entschlossenheitsmarker" einsetzen kann. Dies begrenzt den Einsatz der Fertigkeiten stark (und sinnvoll vom Balancing her), ist aber eben wieder sehr abstrakt. Zudem sorgt es dafür, dass jeder Charakter praktisch identisch ist. Es ist fast immer (schätze ca. 80-90% der Fääe) egal, welchen Charakter ich was machen lasse, hauptsache es wird von irgendwem gemacht. Und es kam bei uns des Öfteren vor, dass ein Spieler kein einziges Mal genug Entschlossenheitsmarker hatte, um eine einzige Fertigkeit seines Charakters zu nutzen.
Auch Teile der Handlung fallen unter abstrakt, gebalanced, und wenig sinnhaft vom "Realismus" her: Nebel durch das Errichten von Holz-Kreuzen vertreiben z.B.

Ergänzung: der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist sehr hoch. Wir sind etwa jedes zweites Mal gescheitert. Ob dies nun Ansporn oder Frustration mit sich bringt, muss jeder für sich entscheiden. Gernervt hat es uns bei einer Mission, bei der man bestimmte Gegenstände bauen muss - dafür muss man vorher ein bestimmtes Landschaftsfeld finden. Dieses war leider (durch Zufall beim Mischen der Landschaften) das vorletzte überhaupt einsetzbare Plättchen. Egal wie wir gespielt hätten, und egal wie viel Risiko wir gehen und wieviel Glück wir beim Würfeln haben, die Mission war so unschaffbar. Hier wäre eine Änderung des Spielaufbaus (betroffenes Landschaftsplättchen muss unten der obersten 5 liegen z.B.) notwendig.

Wer sich an einem gewissen Maß an Abstraktheit nicht stört, komplexe, anspruchsvolle und zeitintensive coop-Spiele mag, der macht mit Robinson Crusoe aber sicher keinen Fehlkauf! Habe zudem gehört, dass die Erweiterung die Geschichte in sich stimmiger und v.a. aufeinander aufbauend machen soll. Dass könnte dem Spiel nochmal einen echten Schub geben. Nur die Furstrationspotential sollte man nicht unterschätzen, denn man verliert schon eher oft.
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am 17. November 2013
Ich habe das Spiel nun an drei Abenden ausgepackt, wovon der erste Abend (ca. 3 h) nur Aufbau, Regelstudium und die erste Runde beinhaltete. Die zwei anderen Abende habe ich das Einstiegsszenario als Solo-Variante gespielt und jämmerlich verloren. Aber es kommt sicher noch besser, ich werde an der Strategie noch zu schrauben haben...
Meine Rezension basiert somit auf gut neun Stunden intensiver Auseinandersetzung mit dem Spiel.

Positiv stufe ich das Material und das thematische Erleben des Abenteuers ein. Man fühlt sich richtig auf der Insel: Geschichte (Szenario und Ereignisse) und Aktionen sind sehr gut miteinander verknüpft. Spiel und Geschichte sind faszinierend stimmig. Bei Regelunklarheiten hilft die Überlegung, welche Auslegung die Realität besser abbilden würde. Ich bin überzeugt, mit etwas Übung wird dieses Spiel seinen richtigen Reiz erst offenbaren. Schliesslich will das Einstiegsszenario mindestens einmal gewonnen werden, bevor ich mich an die anderen herantaste.

Als negativ empfinde ich die sehr vielen Regeldetails: Immer wieder musste ich bisher in den Regeln nachschlagen, weil Fragen auftauchten. Grösstenteils sind sie beantwortet, manchmal muss man aber etwas suchen. Mir fehlt einerseits ein Index, um das gesuchte Thema schneller zu finden. Andererseits werden gewisse Karten erläutert, andere die ich nachschlagen wollte fehlten jedoch. Hier hätte das System von Uwe Rosenberg mit einem erläuternden Anhang sicher nicht geschadet (wie z. B. bei Agrigola oder Ora & Labora).
Hinzu kommt, dass ich immer wieder feststellen musste, dass ich das eine oder andere Regeldetail im Laufe des Spiels vergessen hatte.

Fazit: Hierbei handelt es sich um ein spannendes, sehr durchdachtes Expertenspiel. Wer sich einfachere Spiele (dazu zählen auch die "Kennerspiele" gemäss der Jury "Spiel des Jahres") gewohnt ist, wird mit diesem Spiel kaum zurecht kommen.

Ergänzung nach einigen weiteren - auch gewonnener - Partien:
Der Kritikpunkt zu diesem Spiel ist die Regeldichte, die es Einsteigern sehr schwer macht. Sobald in einer Spielrunde jedoch ein Regelkenner dabei ist, fällt der Einstieg deutlich leichter. Ansonsten erwartet euch ein sehr thematisches und in verschiedenen Szenarien immer wieder spannendes Spiel.
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