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62 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker auf hervorragender Blu-ray, 19. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
So kennt man High Noon aus dem Fernsehen: verrauschtes, unscharfes Bild, dumpfer Ton. Das war für mich auch der Grund die DVD nicht zu kaufen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Qualität über TV Niveau sei.
Völlig anders ist das bei der vorliegenden Scheibe. Das Bild ist einfach nur grandios, scharf, detaillreich, ausgezeichneter Schwarzwert, es wird nichts verschluckt, die Hautporen sind bei Nahaufnahmen zu erkennen, der Schweiß perlt glänzend von Gary Coopers Gesicht. Das Bild ist vergleichbar gut, wenn nicht sogar besser, wie bei Casablanca und Sein oder Nichtsein (Ernst Lubitsch, auch eine Arthaus Blu-ra).
Der (deutsche) Ton ist solide und so gut wie rauschfrei, die Dialoge klar und sauber, lediglich die Musikuntermalung kling etwas dumpf.
Über den Film muss nichts mehr gesagt werden, er ist unbestritten einer der besten Western überhaupt.
Für Fans des Films ist der Kauf Pflicht.
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43 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So machen Klassiker Spass, 26. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Vor etlichen Jahren besaß ich die Arthaus-DVD von "12 Uhr Mittags" und dachte mir,
in "besserer" Bildqualität wirst du den Film nie sehen. Wie man sich irren kann...

Die Blu-Ray von "12 Uhr Mittags" bietet ein hevorragendes Bild in Schwarz-Weiss,
mit tollen Kontrasten, einer hohen Detailzeichnung (egal ob auf hellen oder dunklen Flächen).
Ich konnte kaum Rauschen oder Artefaktbildung erkennen. Der Unterschied zur DVD ist mächtig gewaltig.
Allen Zweiflern zum trotz, ist diese Vö. der Beweis, dass sich auch uralte Filme auf Blu-Ray lohnen.

Der Ton liegt in Deutsch/Englisch 2.0 DTS HD-Master Audio vor.
Er ist gut verständlich, in Deutsch etwas dumpf.

An Bonusmaterial gibt es:
1. Making of 22'
2. Doku 50'
3. Das berühmte Titellied 2.37'
4. Deutscher Kinotrailer
5. US-Trailer
6. Titelvorschau

Die beiden Dokus und der Film sind Deutsch untertitelt.
Dazu gibt es Wendecover und ein 18-seitiges Booklet in Deutsch.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Blu-ray Umsetzung für einen Super-Western !, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Regisseur Fred Zinnemann hat 1952 mit "Zwölf Uhr mittags" den Westernfilm" hoffähig gemacht, obwohl es vorher, an der Spitze "Red River", auch schon einige starke Western gab. Aber erst mit Zinnemanns Film erhielt das Genre "Western die Reputation die es verdiente. Seine Regiearbeit, die Filmmusik des großartigen Komponisten Dimitri Tiomkin, der weltberühmte Song "Don't Forsake Me oh My Darlin", der sich in großartiger Abstimmung durch den ganzen Film zieht und Hauptdarsteller Gary Cooper, der mit grandioser Leistung, einer der besten der gesamten Westernfilmgeschichte, den "Oscar" gewann, werden für immer unvergessen bleiben!
Ein einsamer Marshal, eine intollerante Frau, die feigen Bürger, die skrupellosen Killer. Urbilder des klassischen Western. Fred Zinnemann inszinierte daraus ein atemberaubendes Statement über Gewalt und Verantwortung, wie es Hollywood so noch nie gesehen hatte. Zinnemann erlaubt dem Western Menschlichkeit.
Allein schon deshalb wird "Zwölf Uhr mittags, wo auch immer nach den besten Western aller Zeiten gesucht wird, bei allen Nennungen um den Spitzenplatz, dabei sein.
Dass dieser Super-Western jetzt endlich auf Blu-ray vorliegt und zwar in einer vorher noch nie erreichten großartigen Bild- und Ton-Qualität läßt alle Westernherzen höher schlagen, egal wo, wann und wie oft man den Film bisher gesehen hat. Auch meins.
Kaufempfehlung an alle! Kein echter "Westernfan" wird es bereuen.
R.H., 12.08.2013
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HIGH NOON - Der Western-Klassiker auf Blu-ray, 13. August 2013
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Sheriff Will Kane (Gary Cooper) hat die schöne Quäkerin Amy (Grace Kelly) geheiratet und gibt auf ihren Wunsch sein Sheriffamt auf. Der Nachfolger soll erst am nächsten Tag kommen. Vor der Abreise erfährt Kane, dass der einst von ihm verhaftete Mörder Miller in Freiheit und auf dem Weg in die Stadt ist, um Rache zu üben. Kane ist müde und hat Angst - und doch wird er sich dem Mörder stellen, auch um nicht sein ganzes Leben in Angst verbringen zu müssen ...

So beginnt einer der berühmtesten Western, der auch nach 60 Jahren nichts von seiner Kraft verloren hat. HIGH NOON erzählt die Geschichte nahezu in Echtzeit, ohne auf die genreüblichen Gewaltszenen zurückgreifen zu müssen. Fred Zinnemann (1907-1997) realisierte den Film in kargen und daher besonders wirkungsvollen Schwarz-weiss-Bildern mit einem denkbar geringen Produktionsbudget (750.000 US-Dollar). Als Produzent fungierte der einige Jahre später auch als Regisseur bedeutende Stanley Kramer (1913-2001). Westernstar Gary Cooper (1901-1961) erhielt den Oscar für die beste Hauptrolle. Neben ihm glänzt Grace Kelly (1929-1982) in ihrer ersten Hauptrolle. In einer wortlosen Banditenrolle ist der spätere Westernstar Lee van Cleef (1925-1989) zu sehen.

Ich sah den Film nach 30 Jahren erstmals wieder und war begeistert - von der Wirkung, die der Film immer noch hat und von der hervorragenden HD-Umsetzung. Die von STUDIOCANAL exklusiv für den deutschen Markt erstellte Blu-ray präsentiert den Film im Originalformat 4:3 in gestochenem schwarz-weiss. Als Bonusmaterial sind "Making of High Noon" vom amerikanischen Filmkritiker Leonard Maltin (1992, 22 min, darin Interviews mit Stanley Kramer, Lloyd Bridges, Fred Zinnemann sowie Archivaufnahmen mit Gary Cooper) und die Dokumentation "Inside High Noon" (2006, 50 min, Hintergründe der Produktion und Bedeutung damals wie heute) sowie die Kinotrailer (US und deutsch) enthalten. Beide Dokumentationen sind untertitelt und erstmals in Deutschland zu sehen. Besonders hervorzuheben ist das beiliegende 16-seitige Booklet mit einem lesenswerten Text von Max Honert. Auch ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Absolute Kaufempfehlung für jede ernsthafte Filmsammlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen super, 30. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein Classica den man haben muss. Der Film gehört in jede Sammlung. Ich schreibe nichts zur Qualität da es ein alter Film ist und ich nicht päpstlicher als der Papst sein möchte. Zusatzmaterial ist auch egal. Ich kann solche Filme nicht mit den heutigen Maßstäben messen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High Noon - Bluray, 12. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Eine Bewertung diese Klassikers abzugeben, erübrigt sich meines Erachtens. Aber die Aufbereitung diese alten Filmmaterials
auf Bluray verdient dennoch höchste Anerkennung. Auf Leinwand angeschaut ist die Wirkung wie damals in den Fünfzigern im Kino. Klasse.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blu-ray - wie zum ersten Mal gesehen, 1. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich habe ehrlich zugegeben lange gezögert, mir den Film, den ich sicherlich seit den 70ern ein halbes Dutzend mal im Fernsehen gesehen habe, auf Blu-ray zuzulegen. Konnte das einen großen Unterschied machen? Das ist längst nicht immer der Fall, aber hier mit Sicherheit! Es war, als ob ich den Film zum ersten Mal sehe. So viele feine Details, man kann jeden Strohhalm in der Scheune zählen und jede Schweißperle auf der Stirn, und der Film gewinnt mit der Schärfe eine neue Intensität. Zwei Dokumentationen (50+20 Minuten) im Bonusmaterial lassen Leute erzählen, die zu dem Film wirklich etwas zu sagen haben, auch das lohnte sich anzuschauen. Höchste Empfehlung!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High Noon: Endlich restauriert in HD, 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
"High Noon" (1952), in Deutschland unter dem Titel "12 Uhr mittags" bekannt, gilt allgemein als der berühmteste Western aller Zeiten. Der Film war seinerzeit für sieben Oscars nominiert und gewann vier für Dimitri Tiomkins Filmmusik, den Titelsong, den Schnitt und natürlich den unvergesslichen Hauptdarsteller Gary Cooper.

Regie führte der Österreicher Fred Zinnemann, das großartige, unglaublich kompakte Drehbuch mit seinen messerscharfen Dialogen schrieb Carl Foreman und verantwortlicher Produzent war der legendäre Stanley Kramer.

Will Kane (Gary Cooper), Marshall des kleinen Städtchens Hadleyville, hat gerade den Bund fürs Leben mit der Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly) geschlossen, als ein Telegramm eintrifft. Frank Miller (Ian McDonald), der mit seiner Bande die Stadt im Griff hatte, bevor Kane dort für Ordnung sorgte, ist begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen worden. Noch im Gerichtssaal hatte Miller dem Marshall tödliche Rache geschworen. Sein Bruder Ben (Sheb Wooley) und seine alten Kumpane Pierce (Robert Wilke) und Colby (Lee van Cleef in seinem Kino-Debüt) warten bereits am Bahnhof, um Frank in Empfang zu nehmen. Genau um 12 Uhr mittags wird der Zug eintreffen...

Will steht vor einer schweren Entscheidung. Er fühlt sich immer noch verantwortlich für die Stadt und die Bürger. Eigentlich hat er sein Amt bereits niedergelegt, sein Nachfolger soll aber erst in ein paar Tagen eintreffen. Ihm bleibt etwas mehr als eine Stunde, um die Stadt zu verlassen. Tatsächlich bricht er zunächst mit Amy auf, kehrt aber bald wieder um. Amy, die jeder Gewalt entsagt hat, seit sie mit ansehen musste, wie ihr Vater und ihr Bruder erschossen wurden, versucht, ihren Mann umzustimmen, doch dieser weiß, dass er vor Miller und seiner Bande nicht davonlaufen kann.

In der verbleibenden Zeit versucht der Marshall, Verbündete für seinen Kampf gegen die Miller-Gang zu finden, doch alle seine Freunde und früheren Mitstreiter versuchen entweder, ihn zur Flucht zu überreden oder wenden sich aus Angst, Feigheit und persönlichen Motiven von ihm ab. Der Richter (Otto Kruger), der damals das Urteil gegen Miller sprach, sieht die Situation voraus und sucht vorsichtshalber selbst das Weite. Der Bürgermeister (Thomas Mitchell) fürchtet bei neuer Gewalt um den Ruf der Stadt und ihre Zukunft. Sogar sein Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges), der eine Beziehung zu der mexikanischen Geschäftsfrau Helen Ramirez (Kathy Jurado) hat, mit der auch Will einst liiert war, kehrt ihm aus verletztem Stolz den Rücken. Will lehnt außerdem mehrfach Hilfe ab, da er nicht das Gefühl hat, dass die Betreffenden ihm wirklich helfen können bzw. er das Leben gerade dieser Personen nicht aufs Spiel setzen will. Außerdem hat Frank Miller nach wie vor Freunde in der Stadt. So muss Will Kane sich im berühmtesten Showdown der Western-Geschichte allein den vier Verbrechern stellen...

"High Noon" ist so viel mehr als nur ein einfacher, kleiner Western und auf vielen Ebenen absolut untypisch für dieses amerikanischste aller Genres. Der Film bietet für einen Western nur sehr wenig Action. Er konzentriert sich stattdessen ganz auf die Figuren und ihre Konstellation zueinander. Das Städtchen ist der einzige Schauplatz der Handlung. Gedreht wurde in nur vier Wochen mit einem Budget von 750.000 Dollar. Die Geschichte wird nahezu in Echtzeit erzählt in kargen, trostlosen Schwarzweiß-Bildern. In seiner visuellen Gestaltung erinnert der Film stark an Schlüsselwerke des italienischen Neo-Realismus wie Vittorio de Sicas "Fahrraddiebe" oder Roberto Rossellinis "Rom, offene Stadt".

Fred Zinnemann, der in Hollywood bereits für seinen direkten, schnörkellosen Stil bekannt war, hält sich in seiner Inszenierung so eng wie möglich an die Vorgaben des Drehbuchs. So sorgt er dafür, dass nichts, was in diesem Film gesagt oder getan wird, dem Zufall überlassen bleibt, indem er für alles entsprechende Grundlagen schafft, entweder durch Dialoge oder durch Gesten und andere Kleinigkeiten, die von der Kamera eingefangen werden.

Nicht nur in der Entwicklung seiner Figuren umgeht "High Noon" bahnbrechend etablierte Klischees und betritt gerade im Western echtes Neuland, etwa bei den beiden bemerkenswerten weiblichen Charakteren. Amy und Helen bedienen nur auf den ersten Blick den ewigen Klassiker blond gegen dunkelhaarig. Amy Fowler ist kein naives, weltfremdes blondes Fräulein und Helen Ramirez ist kein mexikanisches Bad Girl. Die beiden Frauen sind auch keine Rivalinnen um die Gunst und Liebe des Helden. Die Damen sind viel komplexer, tiefgründiger und emanzipierter angelegt, als es in Western bis dahin üblich war.

Auch im Einsatz von Kamera und Schnitt war dieser Film seiner Zeit weit voraus. Die drei visuellen Eckpfeiler sind die mehrfach wiederholte, vollkommen statische Kamera-Einstellung der Eisenbahnschienen vor dem Eintreffen des Zuges, der Marshall selbst, der ständig in Bewegung ist und nach Helfern sucht, und die immer wieder eingeblendete, gnadenlos tickende Uhr.

Seine enorme Dramatik bezieht dieser Western durch den Einsatz der Mittel des Suspense. Das Unheil in Gestalt von Frank Miller ist zunächst nicht sichtbar, aber es nähert sich unaufhaltsam. Gleichzeitig ist der Zuschauer emotional immer auf der Seite von Marshall Kane.

Es wird von Anfang an mit Großaufnahmen, etwa von Gesichtern gearbeitet. Die Close-Ups werden immer zahlreicher und auch extremer, je näher der Showdown rückt. Die offensichtlichen Erwartungen des Zuschauers werden durch die Struktur des Drehbuchs und die Art der Inszenierung konsequent unterlaufen. Schon die Tatsache, dass der Haupt-Schurke erst unmittelbar vor dem Showdown erstmals auftritt, ist mehr als ungewöhnlich. Das Warten auf seine Ankunft sorgt dafür, dass die Spannung zu keiner Sekunde abnimmt. Frank Millers Gesicht sehen wir dann auch nicht gleich in der ersten Einstellung als er aus dem Zug steigt. Der Regisseur schneidet erst dann zu einer Großaufnahme, als Miller seine ehemalige Freundin Helen Ramirez, die ihrerseits gerade mit Kanes Frau den Zug besteigen will, erblickt. Auch die Musik, die zuvor eher dezent war, nimmt im letzten Akt des Dramas eine immer gewichtigere Rolle ein. "High Noon" nimmt gewissermaßen im Ansatz den extremen Stil der Italo-Western eines Sergio Leone vorweg, ohne freilich deren opernhaften Impetus zu erreichen.

Der Held, Will Kane, ist kein amerikanischer Hurra-Patriot, der sich mit fliegenden Fahnen ins Gefecht stürzt, sondern ein Mann, der in der Stadt, die ihm so viel zu verdanken hat, plötzlich isoliert ist. Will Kane rechnet damit, dass er die Konfrontation mit der Miller-Bande nicht überleben wird. Noch Minuten, bevor der Zug eintrifft, verfasst der Marshall sein Testament. Er hat Angst, was Darsteller Gary Cooper nur uns, das Publikum, in den Szenen direkt spüren lässt, in denen der Marshall allein ist und sich unbeobachtet glaubt.

Gary Cooper war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 50 Jahre alt. Seine Müdigkeit und sein Alter sieht man ihm an, was seine Performance um so eindrucksvoller macht. Will Kane will kein Held sein, doch wenn er jemals ein friedliches Leben führen will, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass seine Todfeinde ihn aufspüren, muss er tun, was er eben tun muss.

Auch wenn "High Noon" eigentlich kein politischer Film ist, kann man ihn durchaus als Parabel auf die Umtriebe und das politische Klima in Amerika während seiner Entstehungszeit verstehen. Zudem beschäftigt er sich eindringlich mit der Rolle und Stellung des Einzelnen in einer Gemeinschaft, den Mechanismen eines demokratischen Rechtsstaates und dessen natürlichen Einschränkungen. Man kann nun einmal niemanden verhaften und einsperren, bevor er nicht etwas Gesetzwidriges getan hat. Am Bahnhof auf jemanden zu warten ist schließlich nicht verboten. In einer Diktatur wäre man der Miller-Bande sicher mit anderen Mitteln zu Leibe gerückt. Der Film ist gottlob konsequent genug, nicht in Populismus oder Polemik zu verfallen. Er zeigt die Zustände wie sie nun einmal sind, schafft es aber gleichzeitig, sich jeder Wertung über ein politisches System zu enthalten.

"High Noon" könnte auch in einem anderen Milieu als einer Western-Stadt spielen. Romantisches Wildwest-Flair sucht man vergeblich. Die Kernthemen des Filmes sind absolut zeitlos, sein Blick auf die Moral einer Gesellschaft und die menschliche Natur ist ernüchternd. Besonders deutlich wird dies in den Kommentaren von Will Kanes greisem, schwer krankem Vorgänger (Lon Chaney). Hier versagt die Gemeinschaft. Und ob man Western nun mag oder nicht: Dieses Werk ist bis heute ein Lehrbeispiel für ganz große Filmkunst mit vergleichsweise einfachen Mitteln.

Endlich gibt es diesen Klassiker auch in Deutschland in angemessener Umsetzung! Die bisher bei uns erhältliche DVD aus dem Hause Kinowelt mit dem unscharfen, von Verschmutzungen und anderen Defekten durchzogenen Bild und dem verrauschten Ton kann eingemottet werden! Pünktlich zum 60. Jahrestag war "High Noon" in den USA 2012 auf Bluray erschienen. Nun hat es der neue HD-Transfer auch zu uns geschafft. Der Film wird präsentiert im Format 4:3/ 1.33:1. Der Ton liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Die Original-Tonspuren wurden im DTS-Verfahren aufbereitet. Dazu gibt es ausblendbare deutsche Untertitel.

Das Bild ist, gemessen am Alter des Original-Materials, eine Wucht! Die Schwarz-Weiß- Kontraste, die Regisseur Fred Zinnemann und Kameramann Floyd Crosby so wichtig waren, kommen jetzt erst voll zur Geltung. Auch der Ton liegt in ausgezeichneter Qualität vor und klingt meiner Meinung nach im englischen Original sogar noch besser als auf Deutsch. Bei der deutschen Tonspur handelt es sich um die bekannte, sehr gute Original-Synchronisation.

Auch bei den Extras trumpft die Bluray groß auf. Es gibt ein etwa 20-minütiges Making-Of, durch das Filmkritiker und Historiker Leonard Maltin führt, dem am Ende aber ein derber Lapsus unterläuft. Er sagt, Gary Coopers Oscar für die Rolle des Will Kane sei sein einziger gewesen. Falsch! Es war bereits sein zweiter Oscar. Den ersten bekam er 1941 für "Sergeant York." Einem echten Experten sollte sowas eigentlich nicht passieren.

Besonders empfehlenswert ist die 50-minütige Dokumentation "Inside High Noon" aus dem Jahr 2006, in der dieser Western nicht nur in allen rein filmischen Aspekten analysiert wird. Vielmehr wird die zeitgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung von "High Noon" gezeigt. Die Macher sahen sich seinerzeit einem enormen Druck ausgesetzt. Der Film entstand auf dem Höhepunkt der Kommunisten-Hatz durch Senator McCarthy und bietet in diesem Kontext reichlich Raum für Interpretationen. Es wird erklärt, warum gerade dieser Western die Jahrzehnte überdauert hat, aber auch, warum viele Fans klassischer Western gerade diesem Film ablehnend gegenüberstehen.

Als weitere Extras bietet diese Edition den Titelsong, den deutschen und amerikanischen Trailer, sowie ein tolles Booklet mit weiteren Hintergrundinformationen.

Würden Klassiker immer so in High Definition präsentiert wie "High Noon", würde vielen DVD-Freunden die Entscheidung, ob sie auf die blauen Scheiben umsatteln sollen, leichter gemacht. Eine ganz klare Kaufempfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Highnoon, 28. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich war angenehm überrascht von der Aufarbeitung des Klassikers. Nachdem ich schon Jahrelang die DvD besaß hab ich mir nun die Blu Ray zu gelegt und wurde nicht Enttäuscht. Man sieht sogar die Schweißperlen auf Gary Coopers Stirn. Do not forsake me oh my Darling...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen D E R Western, 4. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Endlich liegt dieses Meisterwerk in der ihm gebührenden Form vor !
Tolle Aufmachung, tolles Booklet, viele Informationen, überragendes Bonus-Material mit unendlich vielen Zusatz-Informationen.

Dazu noch überzeugend in Bild und Ton. Klasse !! So soll es sein !!

Nachdem ich den Film jetzt längere Zeit nicht mehr gesehen hatte, habe ich ihn gleich mehrfach wieder angeschaut. Jetzt weis ich wieder ganz genau, warum er für mich immer das Non-Plus-Ultra des Westerns und auch überhaupt des Films gewesen ist. Hier wird einem durch einen leeren Stuhl, in Nahaufnahme und in Schwarz-Weiß, der Angstschweiß über den Rücken getrieben. Welch ein Regie-Streich ! Dialoge kurz und schmerzlos: Cooper sagt, er kann nicht anders, als den Kampf anzunehmen; Jurado antwortet nur: ich weis. Und alles ist gesagt. Enorm !!

Als Westernfan ist dieser Film ein Muss ! Für alle andern kann er als Studienobjekt dienen. Er zeigt, was ein Meisterwerk von einem normalen Film unterscheidet.
Es gibt nur eine Handvoll Filme, die dies von sich behaupten können.
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12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray]
12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] von Fred Zinnemann (Blu-ray - 2013)
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