Kundenrezensionen


29 Rezensionen
5 Sterne:
 (24)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So machen Klassiker Spass
Vor etlichen Jahren besaß ich die Arthaus-DVD von "12 Uhr Mittags" und dachte mir,
in "besserer" Bildqualität wirst du den Film nie sehen. Wie man sich irren kann...

Die Blu-Ray von "12 Uhr Mittags" bietet ein hevorragendes Bild in Schwarz-Weiss,
mit tollen Kontrasten, einer hohen Detailzeichnung (egal ob auf hellen oder dunklen...
Vor 17 Monaten von Harry Hausen veröffentlicht

versus
0 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mittelmässig ........
Habe mir von diesen Western doch etwas mehr erwartet. Es ging immer nur um die Uhrzeit 12.00 Mittags....das wird mit der Zeit doch etwas zu Fad....naja Geschmacksache eben.
Vor 2 Monaten von Kainz Werner veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

46 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So machen Klassiker Spass, 26. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Vor etlichen Jahren besaß ich die Arthaus-DVD von "12 Uhr Mittags" und dachte mir,
in "besserer" Bildqualität wirst du den Film nie sehen. Wie man sich irren kann...

Die Blu-Ray von "12 Uhr Mittags" bietet ein hevorragendes Bild in Schwarz-Weiss,
mit tollen Kontrasten, einer hohen Detailzeichnung (egal ob auf hellen oder dunklen Flächen).
Ich konnte kaum Rauschen oder Artefaktbildung erkennen. Der Unterschied zur DVD ist mächtig gewaltig.
Allen Zweiflern zum trotz, ist diese Vö. der Beweis, dass sich auch uralte Filme auf Blu-Ray lohnen.

Der Ton liegt in Deutsch/Englisch 2.0 DTS HD-Master Audio vor.
Er ist gut verständlich, in Deutsch etwas dumpf.

An Bonusmaterial gibt es:
1. Making of 22'
2. Doku 50'
3. Das berühmte Titellied 2.37'
4. Deutscher Kinotrailer
5. US-Trailer
6. Titelvorschau

Die beiden Dokus und der Film sind Deutsch untertitelt.
Dazu gibt es Wendecover und ein 18-seitiges Booklet in Deutsch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


66 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker auf hervorragender Blu-ray, 19. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
So kennt man High Noon aus dem Fernsehen: verrauschtes, unscharfes Bild, dumpfer Ton. Das war für mich auch der Grund die DVD nicht zu kaufen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Qualität über TV Niveau sei.
Völlig anders ist das bei der vorliegenden Scheibe. Das Bild ist einfach nur grandios, scharf, detaillreich, ausgezeichneter Schwarzwert, es wird nichts verschluckt, die Hautporen sind bei Nahaufnahmen zu erkennen, der Schweiß perlt glänzend von Gary Coopers Gesicht. Das Bild ist vergleichbar gut, wenn nicht sogar besser, wie bei Casablanca und Sein oder Nichtsein (Ernst Lubitsch, auch eine Arthaus Blu-ra).
Der (deutsche) Ton ist solide und so gut wie rauschfrei, die Dialoge klar und sauber, lediglich die Musikuntermalung kling etwas dumpf.
Über den Film muss nichts mehr gesagt werden, er ist unbestritten einer der besten Western überhaupt.
Für Fans des Films ist der Kauf Pflicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HIGH NOON - Der Western-Klassiker auf Blu-ray, 13. August 2013
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Sheriff Will Kane (Gary Cooper) hat die schöne Quäkerin Amy (Grace Kelly) geheiratet und gibt auf ihren Wunsch sein Sheriffamt auf. Der Nachfolger soll erst am nächsten Tag kommen. Vor der Abreise erfährt Kane, dass der einst von ihm verhaftete Mörder Miller in Freiheit und auf dem Weg in die Stadt ist, um Rache zu üben. Kane ist müde und hat Angst - und doch wird er sich dem Mörder stellen, auch um nicht sein ganzes Leben in Angst verbringen zu müssen ...

So beginnt einer der berühmtesten Western, der auch nach 60 Jahren nichts von seiner Kraft verloren hat. HIGH NOON erzählt die Geschichte nahezu in Echtzeit, ohne auf die genreüblichen Gewaltszenen zurückgreifen zu müssen. Fred Zinnemann (1907-1997) realisierte den Film in kargen und daher besonders wirkungsvollen Schwarz-weiss-Bildern mit einem denkbar geringen Produktionsbudget (750.000 US-Dollar). Als Produzent fungierte der einige Jahre später auch als Regisseur bedeutende Stanley Kramer (1913-2001). Westernstar Gary Cooper (1901-1961) erhielt den Oscar für die beste Hauptrolle. Neben ihm glänzt Grace Kelly (1929-1982) in ihrer ersten Hauptrolle. In einer wortlosen Banditenrolle ist der spätere Westernstar Lee van Cleef (1925-1989) zu sehen.

Ich sah den Film nach 30 Jahren erstmals wieder und war begeistert - von der Wirkung, die der Film immer noch hat und von der hervorragenden HD-Umsetzung. Die von STUDIOCANAL exklusiv für den deutschen Markt erstellte Blu-ray präsentiert den Film im Originalformat 4:3 in gestochenem schwarz-weiss. Als Bonusmaterial sind "Making of High Noon" vom amerikanischen Filmkritiker Leonard Maltin (1992, 22 min, darin Interviews mit Stanley Kramer, Lloyd Bridges, Fred Zinnemann sowie Archivaufnahmen mit Gary Cooper) und die Dokumentation "Inside High Noon" (2006, 50 min, Hintergründe der Produktion und Bedeutung damals wie heute) sowie die Kinotrailer (US und deutsch) enthalten. Beide Dokumentationen sind untertitelt und erstmals in Deutschland zu sehen. Besonders hervorzuheben ist das beiliegende 16-seitige Booklet mit einem lesenswerten Text von Max Honert. Auch ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Absolute Kaufempfehlung für jede ernsthafte Filmsammlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The story of a man who was too proud to run. (Filmposter), 24. September 2014
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Handlung dürfte den meisten bekannt sein, weshalb sie hier nur stichwortartig und zu Referenzzwecken verschiedener anderer Aspekte des Films wiedergegeben werden soll. Jedenfalls darf "verraten" werden, dass High Noon alles andere als ein klassischer Western ist, er bietet keine heldenhafte Vision der Geschichte Amerikas und seines Erbes, hier wird auch nicht der Pionier und die Natur besungen. Drehbuchautor Carl Foreman, Cinematographer Floyd Crosby und Regisseur Fred Zinnemann benutzten das Westernthema in einer bisher unbekannten Strenge und Kargheit allegorisch, um eine jederzeit brüchige Gesellschaft darzustellen. Auch die scheinbare Einheit von Echtzeit und Filmzeit (tatsächlich sind rund 100 Minuten Echtzeit auf 85 Minuten Filmzeit komprimiert), sowie die dokumentarisch wirkende Photographie (Floyd Crosby hatte durchgesetzt, auf jegliche Filter zu verzichten) und das psychologisierende Spiel der Darsteller machen High Noon zu einem über das Genre hinausweisenden Werk - und zeitlos.

Drei Männer reiten in eine unbedeutende Kleinstadt irgendwo um 1880 im Westen, die Einwohner beobachten sie misstrauisch und gehen ihnen aus dem Weg. Sie kennen die drei, vor allem kennen sie den Mann, der nicht mit ihnen reitet, Frank Miller (Ian MacDonald) der etwas später mit dem Zug eintreffen soll. Sie sind die Desperados von denen Marshal Will Kane (Gary Cooper) die Stadt einst gesäubert hatte. Die Reiter passieren das Fenster des Justice of the Peace wo gerade eine Trauung stattfindet. Der soeben zurückgetretene Kane heiratet die junge Amy Fowler. Als sich die beiden das Ja-Wort geben zeigt die Wanduhr 10:33, es ist die erste Uhr in einem Film in dem die Zeit die wichtigste dramaturgische Rolle spielt. Schnitt zum Bahnhof wo der Station Master um 10:35 ein alarmierendes Telegramm erhält. Kanes Erzfeind soll hier um zwölf Uhr mittags eintreffen. Kane hatte ihn einst verhaftet worauf Miller zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt, aber nun aus unerfindlichen Gründen nach nur fünf Jahren begnadigt wurde und zurückkehrt um Rache zu nehmen.

Bürgermeister, Richter und Freunde drängen Kane, die Stadt trotzdem wie vorgesehen zu verlassen, schliesslich würde der neue Marshal tags darauf eintreffen, weshalb die Stadt sicher sei. Nachdem Will Kane und Amy mit ihrem Buggy bereits einige Meilen hinter sich gebracht haben, kommen Kane Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung, die er nun als Flucht empfindet und realisiert, dass er sich Miller sowieso irgendwann stellen muss wenn er nicht ewig flüchten will. Als Kane den Buggy wendet kann die kurze Ehe als gescheitert gelten, zumal ihn Amy nach der Rückkehr sofort vor das Ultimatum stellt, entweder sie oder die Stadt. An diesem Sommersonntag wird Kane in 85 Minuten entscheidende Lebenserfahrungen machen. Bereits um 10:53 kauft sich Amy ein Ticket um mit dem selben Zug die Stadt zu verlassen mit dem Frank Miller eintreffen soll und zwei Minuten später stellt ihm sein Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges) ein weiteres Ultimatum, entweder er wird der neue Marshal oder schmeisst hin - Kane lehnt ab und Bridges schmeisst Stern und Waffe auf Kanes Schreibtisch.

Regisseur Fred Zinnemann beschrieb selbst [1] wie er den Film basierend auf drei Elementen visualisierte: 1. Die bedrohliche Atmosphäre, die den ganzen Film bestimmt, symbolisiert durch die ewig statischen Eisenbahnschienen. 2. Gary Cooper in konstanter Bewegung nach Hilfe suchend, schwarz kontrastierend gegen einen weissen Himmel. 3. Der Mangel an Zeit, die als Gegner empfunden werden muss, weshalb in fast jeder Szene mit geradezu obsessiver Präzision eine Uhr gezeigt wird. Somit gewinnt jede einzelne Minute an Bedeutung und erhöht die Spannung, hier ist kein Platz für Füllmaterial, weder szenisch noch in Dialogen.

Zinnemann hatte sich bereits in den 1930er Jahren einen Namen gemacht für low-budget Filme mit ambitioniertem Anspruch. Sein erstes A-picture The Seventh Cross (1944) der mit Spencer Tracy in Hitler-Deutschland spielt, bezeichnete er als Vorahnung für High Noon (1952): "In a country gone berserk a man is running for his life, unable to trust anyone..." [2] Offensichtlich ist High Noon kein Western der den Pionier und das weite Land besingt, er wird vielmehr bestimmt durch die wechselnden Bedingungen denen Hollywood in den frühen 1950er Jahren sowohl kulturell als auch politisch unterworfen war, was sich auch in der Handlung zeigt. Zinnemann drehte 1953 mit From Here to Eternity ein kritisches Drama über das Leben in der US Army, mit dem er Frank Sinatra endgültig zu Starruhm verhalf und insgesamt 8 Oscars einfuhr, was Zinnemann in die Top Liga amerikanischer Regisseure katapultierte.

Den eigentlichen Anstoss zur Produktion dieses Films gab ein Repräsentant der UN, der Stanley Kramer mehrfach mit der Bitte kontaktierte, einen Film über die Gründungsgeschichte der 1945 in San Francisco gegründeten Organisation zu drehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte keiner der später Beteiligten eine inhaltliche Vorstellung, Drehbuchautor Carl Foreman war jedoch am Thema interessiert und schrieb bereits 1948 eine dreiseitige Synopsis ohne Titel in der er das politisch neutrale Vehikel eines Western als strategischen Vorwand für politische und gesellschaftliche Kritik benutzte. Dieser Grobentwurf enthielt bereits das komplette Skelett der späteren Handlung [3]. Mitte 1949 berichtete die New York Times über die fortschreitenden Pläne Kramers einen Western zu produzieren "which would tell the story of a town which died because it lacked sufficient fibre of citizenship to stand behind a man on moral grounds." [4] Damit wurde auch der Titel High Noon erstmals bekanntgegeben.

High Noon entstand in einer politisch brisanten Zeit in der Präsident Harry Truman Stärke demonstrieren wollte. Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea führte 1950 zur Intervention der USA und endete erst 1953 mit einem Waffenstillstand. Der republikanische Senator Joseph McCarthy heizte seit 1950 im House Committee on Un-American Activities (HUAC) auf der hysterischen Suche nach angeblichen Kommunisten im öffentlichen Leben der USA die innenpolitische Stimmung auf. Auch für High Noon bleibt gerade dies nicht ohne Folgen: Drehbuchautor Carl Foreman wird im April 1951 als "unfriendly witness" vorgeladen und verweigert die Aussage. Das bringt ihn auf die berüchtigte Blacklist und führt zu Spaltungen im Team. Produzent Stanley Kramer bricht die Beziehungen ohne persönliche Begründung ab und - etwas später - auch Gary Cooper. Lediglich Fred Zinnemann bleibt bis zum Ende an Foremans Seite. Nun folgt eine öffentliche Hetzkampagne der High Noon-Gegner angeführt von John Wayne. Als Präsident der rechtskonservativen Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals bekämpft er Foreman und hört nicht einmal auf, nachdem er selbst mit mit Howard Hawks als Regisseur hingebungsvoll in der Hauptrolle von Rio Bravo (1958) einen Gegenschlag gelandet hatte, der als Anti-High Noon-Film in die Westerngeschichte eingehen sollte. Sogar noch in den siebziger Jahren rühmte er sich in einem Playboy Interview seiner Mithilfe, Foreman nach England gejagt zu haben.

Für das Publikum machten vor allem die Darsteller High Noon attraktiv. Die Persönlichkeit mit der grössten Hollywood Erfahrung, von der auch High Noon profitierte, war natürlich Gary Cooper. Er war der höchstbezahlte Star in Amerika und ein geradezu globales filmisches Ikon von "understated masculinity", er galt als gradlinig, moralisch, lakonisch. Cooper war der Westerner, der Kavallerist, aber auch der solide ordinary joe. High Noon war sein 11. Nachkriegsfilm und aus mehreren Gründen war er eine Idealbesetzung für den vereinsamten Will Kane, ein eigentlich müde gewordener Held, der noch einmal über sich hinauswachsen muss. Stanley Kramers wichtigste Entdeckung war zweifellos die 21jährige Grace Kelly als Amy Kane, die direkt vom Broadway kam, keinerlei Filmerfahrung besass und anfangs noch etwas ungelenk wirkt aber durch Zinnemanns Führung plötzlich auf der Weltbühne stand und triumphierte. Katy Jurado als Kanes frühere Geliebte hatte bereits in über 40 Filmen mitgewirkt und war ein "top star south of the border". Sie kam aus einer wohlhabenden Familie und benötigte auch keinen Presse-Agenten, da sie ihre eigenen Kolumnen schrieb. Dann Thomas Mitchell als Bürgermeister, Lloyd Bridges als Hilfssheriff. Diese Schauspieler stehen vollkommen im Dienst der Handlung, sie haben kein Eigenleben, sie haben auch keinen Ausweg in eine komische Situation denn der Film ist ernst bis in die Knochen - und dies ist ausnahmsweise als Kompliment gemeint.

Der Film hat drei Handlungsstränge, zuerst die Beziehung zwischen Will Kane und Frank Miller die in einer Neuinszenierung der Vergangenheit die Gegenwart in ein explosives Gemisch verwandeln. Daraus entsteht gleich der zweite, in dem die Ehe von Will Kane und Amy unterbrochen wird, da deren Glaubensprinzipien sich nicht mit Wills Engagement für Gewalt in Einklang bringen lassen. Der dritte Handlungsstrang betrifft Kanes Beziehungen mit einer Reihe von Bürgern und deren Verhandlungen untereinander. Und da kommt auf geniale Weise Katy Jurado als Helen Ramirez ins Spiel, psychologisch und strukturell verbindet sie die drei männlichen Hauptrollen. Denn sowohl mit Kane als auch Miller und nun auch mit dem verhinderten und eifersüchtigen Deputy Harvey, dem labilsten Glied dieser Kette, hatte und hat sie romantische Affairen. In der Tat dominiert sie auf unterschiedliche Weise jeden der drei.

Aber Helen Ramirez, die Besitzerin des Hotels und Saloons, bezieht keine Stellung in diesem Konflikt, sie denkt pragmatisch, verkauft ihre Anteile und packt ihre Koffer und um 11:06 hat sie mit dem schwächlich eifersüchtigen Harvey Schluss gemacht. Kane erhält eine einhellige Abfuhr von den Gästen des vollbesetzten Ramirez Saloon und seine weitere Suche nach Deputies bleibt ebenfalls erfolglos. Sein ehemaliger Deputy Sam Fuller lässt sich aus Angst von seiner Frau verleugnen. In der ebenfalls vollbesetzten Kirche zeigt man ihm zwar mit vielen Worten Verständnis, aber dies ist hohl und vor allem von kommerziellen Interessen geprägt. Letztendlich kommt die Gemeinde zum Ergebnis, dass es für alle das Beste sei, wenn Kane die Stadt sofort verlässt. Kanes Vorgänger und langjähriger Freund Mart Howe (Lon Chaney Jr.) verweist auf seine Arthritis und betont, er wäre deshalb eher hinderlich. Mit jeder Verhandlung und Ablehnung verrinnt wertvolle Zeit und Kane wird zunehmend verzweifelter und bitter enttäuscht über seine Freunde, die sich in ihren Häusern verbarrikadieren. Es wird ruhig in Hadleyville.

Auch wenn die erste Stunde des Films nicht von herkömmlicher Action bestimmt wird, ist jede Minute bedeutungsvoll und konzentriert, dass man einfach mit Kane mitlebt. Jede Minute hat ihre Symbolik und eigene Spannung und fordert vom Zuschauer äusserste Konzentration, man spürt am eigenen Leib, wie Kane die Zeit davonläuft, seine Enttäuschung wächst, er wirkt zwar nicht mutlos, aber man sieht und fühlt wie er langsam an der Situation zu verzweifeln droht, sodass er vor der Abfassung seines Testaments fast zusammenbricht. Es ist 11:55 und die Schnitte werden rasanter, vom Uhrenpendel in Kanes Büro zu den ewig statischen und bedrohlichen Bahnschienen, zu den Desperados die zum letzten Mal ihre Waffen inspizieren, zur leeren Mainstreet, Grossaufnahme der Fullers, Grossaufnahme von Mart Howe. Um 11:58 Grossaufnahmen von Helen Ramirez und Amy Kane, zurück in Will Kanes Büro und den Sessel in dem einst Frank Miller Rache schwor - in diesem Moment pfeift der ankommende Zug.

In diesem Moment fällt aber auch plötzlich auf, dass der andere Hauptdarsteller Frank Miller, während einer vollen Stunde nicht einmal aufgetreten ist. Sein Charakter wurde lediglich durch Gespräche und andere verbale Hinweise gezeichnet, es gibt weder irgendeine Einleitung noch Rückblenden, was ihn zu einer irgendwie abstrakten Bedrohung macht. Wollte Drehbuchator Foreman durch den physisch abwesenden Frank Miller die unheimliche Bedrohung des HUAC und die Kapitulation Hollywoods kommentieren oder demonstrieren? Immerhin war er Zeuge, wie weit über hundert bedeutende Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren und andere boykottiert und teilweise ruiniert wurden. Denn HUAC wollte genau wie Frank Miller radikal aufräumen.

Dann Schnitt auf Will Kane, der allein und verlassen in der Mitte der Main Street steht. Nun folgt die berühmteste Einstellung des Films indem die Kamera von einem Kran langsam nach oben geführt wird, wodurch Kane kleiner und kleiner und machtloser wirkt.

Pünktlich um 12 Uhr mittags trifft Frank Miller ein, zunächst sieht man ihn nur von hinten um die Neugier zu erhöhen bevor er sich umdreht und sein pockennarbiges Gesicht zeigt. Gleichzeitig steigen Amy Kane und Helen Ramirez in den Zug. Nun marschieren die Desperados auf die menschenleere Stadt um Kane zu suchen. Kane überlistet zwei der Bande und erschiesst sie. Dann wird er von einer Kugel getroffen und geht zu Boden. Bevor ihn der dritte Gangster erledigen kann, taucht überraschend Amy auf die bereits beim ersten Schuss aus dem Zug in die Stadt geeilt ist und erschiesst den dritten Gangster von hinten. Aber sie wird von Miller als Geisel genommen, kann sich aber losreissen und gibt damit Kane freies Schussfeld, sodass dieser seinen Widersacher endlich zur Strecke bringen kann. Und nun tauchen plötzlich aus allen Richtungen die Bürger auf um erleichtert den Tatort zu begaffen und Kane zu gratulieren. Aber der Marshal blickt sie nur kalt an und wirft ihnen den Stern vor die Füsse. Anschliessend besteigt er mit Amy wieder den Buggy aus der Anfangsszene und verlässt endgültig die Stadt.

Abschliessend noch eine Anmerkung zu dem berühmten Urteil John Waynes, der den Film als un-amerikanisch abtat. Dies hatte nicht nur mit der Rettung von Kane durch eine Frau zu tun, Howard Hawks störte vor allem der Gedanke, dass Gary Coopers Marshal geradezu kopflos durch die Stadt rennt, um die Bürgerschaft um Hilfe zu bitten, dies empfand er als politisch unkorrekt und moralisch geradezu verwerflich. Um den Kontrast zu High Noon zu betonen, stellte Hawks dem einsamen Gary Cooper die camaraderie von John Wayne, Dean Martin und Walter Brennan gegenüber, die zudem auch mit einer gesunden Portion Humor ausgestattet ist. Hinzu kam, dass der Duke die Schluss-Szene mit dem Stern missverstand. Er dachte nämlich, dass Kane den Stern nicht nur in den Staub warf, sondern diesen auch noch mit dem Stiefelabsatz hineinstampfte. Hierzu muss man verstehen, dass die Amerikaner gewissen nationalen Symbolen wie der Flagge und eben auch Dienstabzeichen (ein Marshal war ein Bundesbeamter) mehr Respekt entgegenbringen als wir Europäer. 1971 nutzte Don Siegel die Symbolik, indem er Dirty Harry Callahan (Clint Eastwood) am Ende seine Dienstmarke verächtlich ins Wasser werfen lässt.

High Noon wurde 1953 für sieben Oscars nominiert. Ausgezeichnet wurden Gary Cooper als bester Darsteller, Dimitri Tiomkin und Ned Washington für den Song "Do Not Forsake Me, oh My Darlin'", Tiomkin für die Musik, Elmo Williams und Harry Gerstad für den Schnitt. Bester Film wurde The Greatest Show On Earth von Cecil B. DeMille. Im Gegensatz zu High Noon ist er inzwischen fast vergessen. Aber Western hatten selten die Chance, einen Oscar als bester Film zu gewinnen.

1. Fred Zinnemann: An Autobiography. London 1992
2. Phillip Drummond: High Noon. BFI 1997
3. Foremans Agent fielen einige Übereinstimmungen mit der 1947 erschienen Kurzgeschichte The Tin Star von John Cunningham auf, worauf Foreman die Rechte kaufte und Cunninghams Name im Vorspann angegeben wurde.
4. New York Times, 8 May 1949

PS: Obwohl ich mit der DVD durchaus zufrieden bin, dachte ich trotzdem, dass manche Konturen nicht ganz so scharf sind wie sie sein sollten. Auch die von Floyd Crosby bewussten Überbelichtungen reduzieren manchmal Detailreichtum. Deshalb bestellte ich diese Blue Ray und muss feststellen, dass die Bildqualität geradezu enorm besser ist. Die Kameraführung und -technik von Floyd Crosby, der bewusst auf alle Filter verzichtete, um eine fast dokumentarische Atmosphäre zu schaffen kommen praktisch wie auf der Kinoleinwand prägnant zur Geltung. Auf die interessanten Extras wurde hier bereits hingewiesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich die Nr. 3 der besten Western aller Zeiten, 2. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Produkt: BLU-RAY (1 Stück). Vertrieb: STUDIOCANAL. ASIN: B00BRGMNZQ
Deutscher Titel: Zwölf Uhr Mittags. Originaltitel: High Noon
Produktionsland: USA. Premiere: 1952.
Mit:
Der Gute: Gary Cooper (Marshal)
Die Frauen: Grace Kelly (Braut), Katy Jurado (Helen Ramirez, Ex-Freundin), Eve McVeagh (Bekannte), Virginia Christine (Kirchenbesucherin)
Die Bürger: Lloyd Bridges (Deputy Marshal), Thomas Mitchell (Bürgermeister), Jack Elam (Zelleninsaße), Otto Kruger (Richter), Lon Chaney Jr. (Sheriff in Ruhestand). Harry (Henry) Morgan (vermeintlicher Freund), Morgan Farley (Pastor), James Millican (vermeintlicher Helfer), Howland Chamberlain (Rezeptionist), Tom London (Vertrauter von Helen Ramirez), Ralph Reed (14-jähriger Junge, der dem Marshal helfen will), William Newell (Triker, der dem Marshal helfen will), Lee Aker (kleiner Bub) u. A.
Die Bösewichte: Lee Van Cleef (Jack Colby), Sheb Wooley (Ben Miller), Robert J. Wilke (Jim Pierce), Ian MacDonald (Frank Miller)
Regie: Fred Zinnemann. Drehbuch: Carl Foreman. Musik: Dimitri Tiomkin
Genre: Westernfilm
Auszeichnungen:
Oscar für beste männliche Hauptrolle (Gary Cooper)
Oscar für besten Schnitt (Elmo Williams und Harry W. Gerstad)
Oscar für beste Musik (Dimitri Tiomkin)
Oscar für besten Titelsong (Musik: Dimitri Tiomkin; Text: Ned Washington)
Nominierungen: für beste Regie, besten Film und bestes Drehbuch
Bild: ausgezeichnet / 4:3 / SW. Sprache: Englisch. Synchronisation: Deutsch. Untertitel: Deutsch.
Filmlänge: 84 Minuten und 43 Sekunden (Originallänge im NTSC-Laufverfahren)
Specials:
a.) 22 Minuten Produktionsdoku mit Szenen, Interviews, Hintergrundinformationen in englischer Sprache mit deutschen UT
b.) 50 Minuten Produktionsdoku mit Szenen, Interviews, Hintergrundinformationen in englischer Sprache mit deutschen UT
c.) Trailer

Es kursiert ein Gerücht, dass Gary Cooper einen einzigen Oscar gewann und zwar für diesen Film. Er bekam den zweiten Oscar für die Rolle von Sergeant York.
Das ist für mich nach The Searchers und Red River der drittbeste Western aller Zeiten.
Die besten Qualitäten dieses Films sind:
a.) seine Einfachheit
b.) ein menschlicher und gleichzeitig mutiger Held
c.) die ängstlichen, feigen oder egoistischen Mitbürger, die den Helden in entscheidendem Moment im Stich lassen
d.) die Musik
e.) die Spannung

Gary Cooper als Sheriff ist ein menschlich normaler Held, der seine Mitbürger um Hilfe gegen blutdürstige Bösewichte bittet. Schon diese Tatsache offenbart den Film als eine realitätsnahe Studie über soziale Mechanismen von Entscheidungen. Feigheit ist die Triebfeder der meisten Absagen der vermeintlichen Freunde, aufgrund derer Cooper in eine lebensbedrohliche Situation katapultiert wird innerhalb von Sekunden. Die Uhr tickt. Er stellt sich dem mordlüsternen Killerkommando nicht, weil er gute Chancen hat, sondern, weil er seinen Treueeid hält. Die Bürger in ihrem vermeintlich gesicherten gesellschaftlichen Gefüge prostituieren sich dadurch, dass sie die Anarchie zulassen, indem sie sich als aktive Bewahrer der Kollektivordnung verweigern. Sie verstehen nicht, dass ihr persönlicher Verzicht auf die Ausübung der regulierenden Gewalt, den Status der eigenen Sicherheit untergräbt. Der Einzige, der die Gefahr durchschaut, ist Cooper - und aus dem Grund weicht er nicht der bösen Gewalt.
Gary Cooper verkörpert den besorgten, aber nicht zurückweichenden Helden ganz tiefsinnig und glaubwürdig, so dass er des Oscars vollkommen würdig ist.
Es ist die zutiefst bewegende Psychologie der Handlung, in welcher ein Einzelner, der bis dahin ein anerkanntes Mitglied der Gemeinde war, plötzlich völlig alleine und verlassen da steht. Ein solcher Held wirkt berührend im Auge des Zuschauers, dem man sich spontan solidarisch zuwendet. Das ist auch einer der Gründe für die große Beliebtheit des Films und seinen Erfolg.
Kurz zur Reaktion auf den Film mit filmischen Beispielen wie Rio Bravo. Es ist klar, warum es der Eine oder Andere nicht vermag, High Noon zu ertragen. Weil die Situation von Cooper unerträglich ist. Es ist genauso unerträglich, der Hilflosigkeit und seinem wahrscheinlichen Scheitern entgegenzusehen. Das ist aber gleichzeitig seine Güte. High Noon ist ja viel komplexer und realer, als sämtliche Geschichten über die furchtlosen Helden, die ach ja so locker ihren Revolver aus dem Halfter ziehen. Darum ist Zwölf Uhr Mittags besser. Der Einzelne muß mal diesen Druck des drohenden und sich nähernden Todes ertragen, sich ihm stellen. Das als Zuschauer zu verfolgen, erfordert Demut, Courage und Verständnis, sowie die Selbsterkenntnis, wie brüchig, unsicher und ungewiß das Leben an sich ist. Die Lebenskunst besteht darin, dass man infolge und trotz existenzieller Angst, nicht davonrennt, sondern Courage beweist. Das ist echtes Heldentum, und das hat Hawks nicht kapiert, als er Rio Bravo schuf.
High Noon ist zurecht einer der besten Filme der Filmgeschichte (nicht nur der Westernfilme).
Verwunderlich an dem Western ist die Tatsache, dass es sich um keinen Actionfilm handelt mit viel Schießerei, sondern um einen auf Spannung konzipierten Film, dessen Faszinität in der sich nähernden Bedrohung besteht. Auch wenn der Film nicht mit Action trumpft, so empfindet man in der ungewissen Erwartung der bevorstehenden Eskalation niemals Langeweile. Man ist in die absurde Situation des von allen Mitmenschen verlassenen Helden so hineingenommen, dass man sich beinahe als diese Person selber wähnt und als gebannter Mitbeteiligter dem unvorhersehbaren Ausgang entgegenfiebert. Diese Kunst der aufrechterhaltenen Spannung mittels des Fokus auf die tickende Wanduhr, Blickes auf die Bahngleise, der dramatischen Musik und der immer verzweifelter werdenden Suche des Helden nach Helfern ist zum Zerreissen gespannt und verströmt eine stille Emotion, welche gnadenlos den Nerv des Zuschauers trifft. So muss jeder, der den Film anschaut, ob er's will oder nicht, still einbekennen, dass es sich dabei um einen großen Film handelt.

Mladen Kosar
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Blu-ray Umsetzung für einen Super-Western !, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Regisseur Fred Zinnemann hat 1952 mit "Zwölf Uhr mittags" den Westernfilm" hoffähig gemacht, obwohl es vorher, an der Spitze "Red River", auch schon einige starke Western gab. Aber erst mit Zinnemanns Film erhielt das Genre "Western die Reputation die es verdiente. Seine Regiearbeit, die Filmmusik des großartigen Komponisten Dimitri Tiomkin, der weltberühmte Song "Don't Forsake Me oh My Darlin", der sich in großartiger Abstimmung durch den ganzen Film zieht und Hauptdarsteller Gary Cooper, der mit grandioser Leistung, einer der besten der gesamten Westernfilmgeschichte, den "Oscar" gewann, werden für immer unvergessen bleiben!
Ein einsamer Marshal, eine intollerante Frau, die feigen Bürger, die skrupellosen Killer. Urbilder des klassischen Western. Fred Zinnemann inszinierte daraus ein atemberaubendes Statement über Gewalt und Verantwortung, wie es Hollywood so noch nie gesehen hatte. Zinnemann erlaubt dem Western Menschlichkeit.
Allein schon deshalb wird "Zwölf Uhr mittags, wo auch immer nach den besten Western aller Zeiten gesucht wird, bei allen Nennungen um den Spitzenplatz, dabei sein.
Dass dieser Super-Western jetzt endlich auf Blu-ray vorliegt und zwar in einer vorher noch nie erreichten großartigen Bild- und Ton-Qualität läßt alle Westernherzen höher schlagen, egal wo, wann und wie oft man den Film bisher gesehen hat. Auch meins.
Kaufempfehlung an alle! Kein echter "Westernfan" wird es bereuen.
R.H., 12.08.2013
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High Noon - Bluray, 12. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Eine Bewertung diese Klassikers abzugeben, erübrigt sich meines Erachtens. Aber die Aufbereitung diese alten Filmmaterials
auf Bluray verdient dennoch höchste Anerkennung. Auf Leinwand angeschaut ist die Wirkung wie damals in den Fünfzigern im Kino. Klasse.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blu-ray - wie zum ersten Mal gesehen, 1. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich habe ehrlich zugegeben lange gezögert, mir den Film, den ich sicherlich seit den 70ern ein halbes Dutzend mal im Fernsehen gesehen habe, auf Blu-ray zuzulegen. Konnte das einen großen Unterschied machen? Das ist längst nicht immer der Fall, aber hier mit Sicherheit! Es war, als ob ich den Film zum ersten Mal sehe. So viele feine Details, man kann jeden Strohhalm in der Scheune zählen und jede Schweißperle auf der Stirn, und der Film gewinnt mit der Schärfe eine neue Intensität. Zwei Dokumentationen (50+20 Minuten) im Bonusmaterial lassen Leute erzählen, die zu dem Film wirklich etwas zu sagen haben, auch das lohnte sich anzuschauen. Höchste Empfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Edelwestern, 31. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
Dies ist ein Western der in seiner Art kaum noch übertroffen werden kann. Handlung stimmt. Die Akteure perfekt. Umsetzung einzigartig. Kurz gesagt ein rundum gelungenes Meisterwerk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High Noon: Endlich restauriert in HD, 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] (Blu-ray)
"High Noon" (1952), in Deutschland unter dem Titel "12 Uhr mittags" bekannt, gilt allgemein als der berühmteste Western aller Zeiten. Der Film war seinerzeit für sieben Oscars nominiert und gewann vier für Dimitri Tiomkins Filmmusik, den Titelsong, den Schnitt und natürlich den unvergesslichen Hauptdarsteller Gary Cooper.

Regie führte der Österreicher Fred Zinnemann, das großartige, unglaublich kompakte Drehbuch mit seinen messerscharfen Dialogen schrieb Carl Foreman und verantwortlicher Produzent war der legendäre Stanley Kramer.

Will Kane (Gary Cooper), Marshall des kleinen Städtchens Hadleyville, hat gerade den Bund fürs Leben mit der Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly) geschlossen, als ein Telegramm eintrifft. Frank Miller (Ian McDonald), der mit seiner Bande die Stadt im Griff hatte, bevor Kane dort für Ordnung sorgte, ist begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen worden. Noch im Gerichtssaal hatte Miller dem Marshall tödliche Rache geschworen. Sein Bruder Ben (Sheb Wooley) und seine alten Kumpane Pierce (Robert Wilke) und Colby (Lee van Cleef in seinem Kino-Debüt) warten bereits am Bahnhof, um Frank in Empfang zu nehmen. Genau um 12 Uhr mittags wird der Zug eintreffen...

Will steht vor einer schweren Entscheidung. Er fühlt sich immer noch verantwortlich für die Stadt und die Bürger. Eigentlich hat er sein Amt bereits niedergelegt, sein Nachfolger soll aber erst in ein paar Tagen eintreffen. Ihm bleibt etwas mehr als eine Stunde, um die Stadt zu verlassen. Tatsächlich bricht er zunächst mit Amy auf, kehrt aber bald wieder um. Amy, die jeder Gewalt entsagt hat, seit sie mit ansehen musste, wie ihr Vater und ihr Bruder erschossen wurden, versucht, ihren Mann umzustimmen, doch dieser weiß, dass er vor Miller und seiner Bande nicht davonlaufen kann.

In der verbleibenden Zeit versucht der Marshall, Verbündete für seinen Kampf gegen die Miller-Gang zu finden, doch alle seine Freunde und früheren Mitstreiter versuchen entweder, ihn zur Flucht zu überreden oder wenden sich aus Angst, Feigheit und persönlichen Motiven von ihm ab. Der Richter (Otto Kruger), der damals das Urteil gegen Miller sprach, sieht die Situation voraus und sucht vorsichtshalber selbst das Weite. Der Bürgermeister (Thomas Mitchell) fürchtet bei neuer Gewalt um den Ruf der Stadt und ihre Zukunft. Sogar sein Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges), der eine Beziehung zu der mexikanischen Geschäftsfrau Helen Ramirez (Kathy Jurado) hat, mit der auch Will einst liiert war, kehrt ihm aus verletztem Stolz den Rücken. Will lehnt außerdem mehrfach Hilfe ab, da er nicht das Gefühl hat, dass die Betreffenden ihm wirklich helfen können bzw. er das Leben gerade dieser Personen nicht aufs Spiel setzen will. Außerdem hat Frank Miller nach wie vor Freunde in der Stadt. So muss Will Kane sich im berühmtesten Showdown der Western-Geschichte allein den vier Verbrechern stellen...

"High Noon" ist so viel mehr als nur ein einfacher, kleiner Western und auf vielen Ebenen absolut untypisch für dieses amerikanischste aller Genres. Der Film bietet für einen Western nur sehr wenig Action. Er konzentriert sich stattdessen ganz auf die Figuren und ihre Konstellation zueinander. Das Städtchen ist der einzige Schauplatz der Handlung. Gedreht wurde in nur vier Wochen mit einem Budget von 750.000 Dollar. Die Geschichte wird nahezu in Echtzeit erzählt in kargen, trostlosen Schwarzweiß-Bildern. In seiner visuellen Gestaltung erinnert der Film stark an Schlüsselwerke des italienischen Neo-Realismus wie Vittorio de Sicas "Fahrraddiebe" oder Roberto Rossellinis "Rom, offene Stadt".

Fred Zinnemann, der in Hollywood bereits für seinen direkten, schnörkellosen Stil bekannt war, hält sich in seiner Inszenierung so eng wie möglich an die Vorgaben des Drehbuchs. So sorgt er dafür, dass nichts, was in diesem Film gesagt oder getan wird, dem Zufall überlassen bleibt, indem er für alles entsprechende Grundlagen schafft, entweder durch Dialoge oder durch Gesten und andere Kleinigkeiten, die von der Kamera eingefangen werden.

Nicht nur in der Entwicklung seiner Figuren umgeht "High Noon" bahnbrechend etablierte Klischees und betritt gerade im Western echtes Neuland, etwa bei den beiden bemerkenswerten weiblichen Charakteren. Amy und Helen bedienen nur auf den ersten Blick den ewigen Klassiker blond gegen dunkelhaarig. Amy Fowler ist kein naives, weltfremdes blondes Fräulein und Helen Ramirez ist kein mexikanisches Bad Girl. Die beiden Frauen sind auch keine Rivalinnen um die Gunst und Liebe des Helden. Die Damen sind viel komplexer, tiefgründiger und emanzipierter angelegt, als es in Western bis dahin üblich war.

Auch im Einsatz von Kamera und Schnitt war dieser Film seiner Zeit weit voraus. Die drei visuellen Eckpfeiler sind die mehrfach wiederholte, vollkommen statische Kamera-Einstellung der Eisenbahnschienen vor dem Eintreffen des Zuges, der Marshall selbst, der ständig in Bewegung ist und nach Helfern sucht, und die immer wieder eingeblendete, gnadenlos tickende Uhr.

Seine enorme Dramatik bezieht dieser Western durch den Einsatz der Mittel des Suspense. Das Unheil in Gestalt von Frank Miller ist zunächst nicht sichtbar, aber es nähert sich unaufhaltsam. Gleichzeitig ist der Zuschauer emotional immer auf der Seite von Marshall Kane.

Es wird von Anfang an mit Großaufnahmen, etwa von Gesichtern gearbeitet. Die Close-Ups werden immer zahlreicher und auch extremer, je näher der Showdown rückt. Die offensichtlichen Erwartungen des Zuschauers werden durch die Struktur des Drehbuchs und die Art der Inszenierung konsequent unterlaufen. Schon die Tatsache, dass der Haupt-Schurke erst unmittelbar vor dem Showdown erstmals auftritt, ist mehr als ungewöhnlich. Das Warten auf seine Ankunft sorgt dafür, dass die Spannung zu keiner Sekunde abnimmt. Frank Millers Gesicht sehen wir dann auch nicht gleich in der ersten Einstellung als er aus dem Zug steigt. Der Regisseur schneidet erst dann zu einer Großaufnahme, als Miller seine ehemalige Freundin Helen Ramirez, die ihrerseits gerade mit Kanes Frau den Zug besteigen will, erblickt. Auch die Musik, die zuvor eher dezent war, nimmt im letzten Akt des Dramas eine immer gewichtigere Rolle ein. "High Noon" nimmt gewissermaßen im Ansatz den extremen Stil der Italo-Western eines Sergio Leone vorweg, ohne freilich deren opernhaften Impetus zu erreichen.

Der Held, Will Kane, ist kein amerikanischer Hurra-Patriot, der sich mit fliegenden Fahnen ins Gefecht stürzt, sondern ein Mann, der in der Stadt, die ihm so viel zu verdanken hat, plötzlich isoliert ist. Will Kane rechnet damit, dass er die Konfrontation mit der Miller-Bande nicht überleben wird. Noch Minuten, bevor der Zug eintrifft, verfasst der Marshall sein Testament. Er hat Angst, was Darsteller Gary Cooper nur uns, das Publikum, in den Szenen direkt spüren lässt, in denen der Marshall allein ist und sich unbeobachtet glaubt.

Gary Cooper war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 50 Jahre alt. Seine Müdigkeit und sein Alter sieht man ihm an, was seine Performance um so eindrucksvoller macht. Will Kane will kein Held sein, doch wenn er jemals ein friedliches Leben führen will, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass seine Todfeinde ihn aufspüren, muss er tun, was er eben tun muss.

Auch wenn "High Noon" eigentlich kein politischer Film ist, kann man ihn durchaus als Parabel auf die Umtriebe und das politische Klima in Amerika während seiner Entstehungszeit verstehen. Zudem beschäftigt er sich eindringlich mit der Rolle und Stellung des Einzelnen in einer Gemeinschaft, den Mechanismen eines demokratischen Rechtsstaates und dessen natürlichen Einschränkungen. Man kann nun einmal niemanden verhaften und einsperren, bevor er nicht etwas Gesetzwidriges getan hat. Am Bahnhof auf jemanden zu warten ist schließlich nicht verboten. In einer Diktatur wäre man der Miller-Bande sicher mit anderen Mitteln zu Leibe gerückt. Der Film ist gottlob konsequent genug, nicht in Populismus oder Polemik zu verfallen. Er zeigt die Zustände wie sie nun einmal sind, schafft es aber gleichzeitig, sich jeder Wertung über ein politisches System zu enthalten.

"High Noon" könnte auch in einem anderen Milieu als einer Western-Stadt spielen. Romantisches Wildwest-Flair sucht man vergeblich. Die Kernthemen des Filmes sind absolut zeitlos, sein Blick auf die Moral einer Gesellschaft und die menschliche Natur ist ernüchternd. Besonders deutlich wird dies in den Kommentaren von Will Kanes greisem, schwer krankem Vorgänger (Lon Chaney). Hier versagt die Gemeinschaft. Und ob man Western nun mag oder nicht: Dieses Werk ist bis heute ein Lehrbeispiel für ganz große Filmkunst mit vergleichsweise einfachen Mitteln.

Endlich gibt es diesen Klassiker auch in Deutschland in angemessener Umsetzung! Die bisher bei uns erhältliche DVD aus dem Hause Kinowelt mit dem unscharfen, von Verschmutzungen und anderen Defekten durchzogenen Bild und dem verrauschten Ton kann eingemottet werden! Pünktlich zum 60. Jahrestag war "High Noon" in den USA 2012 auf Bluray erschienen. Nun hat es der neue HD-Transfer auch zu uns geschafft. Der Film wird präsentiert im Format 4:3/ 1.33:1. Der Ton liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Die Original-Tonspuren wurden im DTS-Verfahren aufbereitet. Dazu gibt es ausblendbare deutsche Untertitel.

Das Bild ist, gemessen am Alter des Original-Materials, eine Wucht! Die Schwarz-Weiß- Kontraste, die Regisseur Fred Zinnemann und Kameramann Floyd Crosby so wichtig waren, kommen jetzt erst voll zur Geltung. Auch der Ton liegt in ausgezeichneter Qualität vor und klingt meiner Meinung nach im englischen Original sogar noch besser als auf Deutsch. Bei der deutschen Tonspur handelt es sich um die bekannte, sehr gute Original-Synchronisation.

Auch bei den Extras trumpft die Bluray groß auf. Es gibt ein etwa 20-minütiges Making-Of, durch das Filmkritiker und Historiker Leonard Maltin führt, dem am Ende aber ein derber Lapsus unterläuft. Er sagt, Gary Coopers Oscar für die Rolle des Will Kane sei sein einziger gewesen. Falsch! Es war bereits sein zweiter Oscar. Den ersten bekam er 1941 für "Sergeant York." Einem echten Experten sollte sowas eigentlich nicht passieren.

Besonders empfehlenswert ist die 50-minütige Dokumentation "Inside High Noon" aus dem Jahr 2006, in der dieser Western nicht nur in allen rein filmischen Aspekten analysiert wird. Vielmehr wird die zeitgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung von "High Noon" gezeigt. Die Macher sahen sich seinerzeit einem enormen Druck ausgesetzt. Der Film entstand auf dem Höhepunkt der Kommunisten-Hatz durch Senator McCarthy und bietet in diesem Kontext reichlich Raum für Interpretationen. Es wird erklärt, warum gerade dieser Western die Jahrzehnte überdauert hat, aber auch, warum viele Fans klassischer Western gerade diesem Film ablehnend gegenüberstehen.

Als weitere Extras bietet diese Edition den Titelsong, den deutschen und amerikanischen Trailer, sowie ein tolles Booklet mit weiteren Hintergrundinformationen.

Würden Klassiker immer so in High Definition präsentiert wie "High Noon", würde vielen DVD-Freunden die Entscheidung, ob sie auf die blauen Scheiben umsatteln sollen, leichter gemacht. Eine ganz klare Kaufempfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray]
12 Uhr mittags - High Noon [Blu-ray] von Fred Zinnemann (Blu-ray - 2013)
EUR 8,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen