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am 20. August 2014
Reformen brauchen wir, wenn etwas aus der Form geraten ist, andere Züge und Konturen annimmt, – wobei die Richtung in Prozessen noch korrigier- oder modifizierbar wäre. Revolutionen sind dann von nöten, wenn das (Schul-)Gebilde den gesellschaftlichen Erfordernissen von Grund auf widerspricht, ein Neuaufbau dringlich wird, wenn Folgen oder auch Schäden absehbar werden, die in ihren Konsequenzen einen unsäglichen Missstand für die Zukunft projizieren, aber durch kluge und rechtzeitige Änderung von Grundbedingungen sehr wohl abzuwenden sind. Wenn Fachleute und Verwalter zu Verwahrern von Missständen werden, wenn der eigene notwendige innerseelische Antrieb für die „gute Sache“ den rationalen Überlegungen anderer Zwecke geopfert wird – einem sicheren Auskommen (Entschädigungsaufwand), einem selbstgerechten, vordergründigen, ungeprüften Dienst nach Vorschrift, einer natürlich-ökonomisierten Anstrengungsminimierung des Arbeitsaufwands –, dann entsteht Schaden: für Lehrer, die seelisch leer werden, weil ihnen der Sinn ihrer Tätigkeit abhanden kommt; für Schüler, die ausbrennen (Burn-Out), anstatt sich an der Freude des Lernens selbst entzünden zu dürfen; für Eltern, die ihren Kindern beim Verlust der gestohlenen Kindheit und deren Selbstentwicklung keinen Ersatz bieten können.

Richard David Prechts Buch ist ein notwendiges Einmischen in gesellschaftliche Fehlleitungen. Seine Abhandlung orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen (insbesondere Physiognomie und Gehirn des Menschen), ist abseits parteisüchtiger Vorlieben und Positionen, der Sache verschrieben: einer gesamtgesellschaftlichen Mammut-Aufgabe. – Und wir brauchen diese Neuorientierung. Der künstliche Graben zwischen Stofflernen und Persönlichkeitsentfaltung muss überwunden werden. Denn: Was nur zu etwas dient, ist seinem Wesen nach knechtisch, erzwungen, und erzieht keine demokratischen Bürger. – Der Widerspruch zwischen Nützlichkeit und Kultur scheint künstlich verfasst zu sein, denn bestimmte, eng begrenzte Fertigkeiten (reine Routinen und Erfahrungen) können über sich selbst hinaus nicht nutzbar gemacht werden; wohl aber kann jede Fertigkeit, die unter gleichzeitiger Vertiefung des Erkennens und Verstehens und unter Ausbildung des Urteils erworben ist, auch in neuen Sachlagen und unter eigener Verantwortung nutzbar gemacht werden. Das wäre genau das, was die Wirtschaft (in vielen Kompetenzbereichen) benötigte, aber nicht vordenken kann.

Danke, Herr Precht, für dieses aufschlussreiche Buch über alle sophistischen Freund-Feind-Linien hinweg, und für jene Gedanken, die große Räume öffnen, wenn man sie nur nutzen mag.
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Mit "Anna, die Schule und der liebe Gott" legt Precht eine radikale Kritik des deutschen Schulsystems vor, die zwar viele Missstände durchaus zutreffend charakterisiert, insgesamt aber wenig Neues bringt und unter überzogenen Pauschalaussagen leidet. Der Rezensent ist hin- und hergerissen.

Einerseits ist es natürlich begrüßenswert, dass es Precht aufgrund seiner medialen Präsenz als Bestsellerautor gelingt, ein breites Publikum für die wichtige Frage der Zukunft unseres in weiten Bereichen antiquierten Schulsystems zu interessieren. Andererseits leidet das Buch unter überzogenem Alarmismus und wenig fundierten Vorstellungen über die Zukunft von Schule und Unterricht. In Teilen sinkt der Schreibtischrevolutionär Precht dabei auf Stammtischniveau ab, obwohl seine Kritik an überholten Unterrichtsformaten, einem ungerechten Beurteilungssystem, des fragwürdigen Systems der Jahrgangsklassen, der überzogenen Stofffülle, der Konzentration auf Selektion statt Förderung und vielem mehr, durchaus zutreffend ist.

Nur hat man solche Analysen schon sehr viel fundierter an anderer Stelle gelesen. Etwa in Jutta Allemendingers hervorragenden Studie Schulaufgaben: Wie wir das Bildungssystem verändern müssen, um unseren Kindern gerecht zu werden. Prechts unterkomplexe Darstellung wegweisender Ideen bezieht sich - ohne dass dies dem Laien deutlich wird - auf Konzepte von Autoren wie Ken Robinson In meinem Element: Wie wir von erfolgreichen Menschen lernen können, unser Potenzial zu entdecken, dem es in einem 18 Minutenclip (Youtube: Ken Robinson TED) sehr viel besser gelingt, auf den Punkt zu bringen, warum unsere traditionelle Art des Schulemachens überholt ist. Und die Idee der Abschaffung der Jahrgangsklasse zugunsten mediengestützen individualisierten Lernens geht auf Salman Khan zurück (Youtube: Khan TED), der in seinem neuen Buch Die Khan-Academy: Die Revolution für die Schule von morgen mit seiner Khan-Akademie ein wegweisendes, machbares und teilweise bereits umgesetztes Konzept für die Schule bzw. den Unterricht der Zukunft vorstellt.

Abseits von solcher Detailkritik besteht das entscheidendes Manko an Prechts Schulkritik darin, dass es ihr an gesellschaftstheoretisch fundierten Analysen mangelt, weswegen ihn der Hamburger Schulsenator Ties Rabe in "Die Zeit" als "Sofa-Kritiker" bezeichnete. Hat er doch erleben müssen wie privilegierte Bildungsbürger selbst einen bescheidenen und von allen Parteien getragenen Kompromiss einer 6-jährigen Grundschule zu Fall brachten. Da erscheint es billig, vom bequemen Schreibtisch des schwadronierenden Philosophen und Medienstars aus, eine "Bildungsrevolution" auszurufen, die aufgrund der platten Zuspitzung auch prompt Bestsellerquoten erreicht.

Allerdings müssen sich Bildungsforscher, Erziehungswissenschaftler und progressive Politiker angesichts dieses Erfolges fragen, warum ihre fundierten Analysen auf ein so geringes öffentliches Interesse stoßen. Bedauerlicher Weise wird beide, den Bestsellerautor und den solide argumentierende Fachwissenschaftler das gleiche Schicksal treffen: Weder Alarmismus noch Argumente bringen die Bildungspolitik auf einen vernünftigen Kurs, geht es doch in Wirklichkeit weniger um Pädagogik, oder gar um das Wohl der Kinder, sondern um knallharte Interessenvertretung angesichts schwindender Ressourcen und Aufstiegschancen. Um diesen Zusammenhang zu verstehen, sollte man Colin Crouch lesen Postdemokratie (edition suhrkamp), der nicht von Revolutionen schwafelt, sondern zeigt wie sie entstehen: Nämlich nicht als Kopfgeburten, sondern als Ergebnis sozialer Bewegungen für deren Entstehen es besonderer gesellschaftlicher Bedingungen bedarf.

Und der Weg dahin, führt nicht zuletzt auch über vergleichsweise kleine Schritte engagierter PädagogInnen, die mit konkreten Vorhaben unter schwierigsten Bedingungen, daran arbeiten, die Schule der Zukunft zu gestalten. Wie das geht, kann man in Reinhard Kahls FilmenTreibhäuser der Zukunft [3 DVDs] sehen oder auch in Konzepten einer "Positiven Pädagogik" Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück nachlesen.

Warum gebe ich trotz dieser Kritik Prechts Buch 4 Sterne? Bei aller Verkürzung, gelingt es ihm ein breites Publikum zu erreichen und trägt damit vielleicht dazu bei, längst fällige Diskussionen anzustoßen.

Fazit: Ideen eines Schreibtischrevolutionärs - geeignet als Diskussionsanstoß

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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am 10. Mai 2015
Precht beschreibt in klaren und durchaus unterhaltenden -ohne dabei in Banalität abzurutschen- Worten die Missstände des deutschen Schulsystems, die jedem normal denkenden und über das Niveau eines Goldfisches hinaus interessiertem Bürger gegenwärtig sind. Jemandem wie mir, der nach 25 jähriger Tätigkeit in der Wirtschaft wieder in dieses System hinein schaut, wird wieder und besonders deutlich, dass sich nichts, aber auch gar nichts -und vor allem nicht zum Guten- geändert hat. Dennoch zeigt Precht Wege auf, wie "das Verbrechen an unseren Kindern" -und nichts anderes ist dieses Schulsystem!- gemindert und sogar durchgreifend modifiziert werden könnte.
Das Buch zu lesen macht Spaß, wenn es auch nicht "so nebenbei" inhaliert werden kann; zu anspruchsvoll sind dafür die komplexen, auch Hintergrunde aufzeigenden Zusammenhänge, zu ausgefeilt und mit vielen Zwischentönen versehen ist dafür der Schreibstill von Precht. Doch das Werk regt zum Nachdenken an, wenn auch die Hoffnung nicht groß ist, dass diejenigen, die tätig werden könnten, tatsächlich tätig werden. Das System ist durchsetzt von Systembewahrern, die natürlich ihr eigenes system nicht zu hinterfragen bereit sind.
Das Buch aber regt jeden Interessierten an, wenn er mit dem Kopfschütteln über den IST-Zustand fertig ist, an der einen oder anderen Ecke doch eine kleine Stellschraube zu drehen!
Besonders im ersten Teil hat das Buch aber auch lange Abschnitte, die für den medizinisch Ungebildeten schwer nachvollziehbar bzw. auch zu behalten sind. Precht zeigt die ganzen neurologischen und der Gehirnforschung zuzurechnenden Zusammenhänge des Lernens auf, das erfordert dann doch recht viel Geduld beim lesen.
Dennoch: Dieses Buch ist ein Muss für Kultusmitarbeiter, für Lehrer und auch für Eltern!
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am 1. August 2013
Was habe ich gelitten in der Schule; dachte die Uni wird besser. Dann das gleiche Drama: stillsitzen und auswendig lernen von Definitionen! Ich hatte immer Ideen wie das viel besser zu machen ist - und habe mich nebenbei über Jahrzehnte mit dem Thema befasst und viele Streitgespräche geführt a la "man muß ja erstmal die Grundlagen auswendig lernen". Meine Ambitionen, darüber ein Buch zu schreiben, hat Herr Precht beerdigt: er fasst das Thema ganz vorzüglich zusammen und führt die Absurdität kollektiven Handelns in verkrusteten Strukturen so deutlich vor Augen, daß man beim Lesen beinahe weinen muß - wenn es denn nicht noch größeres Elend in unserer Welt geben würde.

Aber zum Punkt: das Buch ist eine Zusammenfassung, eine Aufrüttelung, ein plakatives Deutlichmachen, damit es auch der Letzte versteht. Es ist keine wissenschaftliche Untersuchung! Liebe Kritiker: der Mann ist Philosoph und kein Wissenschaftler. Er kommt zu seinen Schlüssen durch reines Denken basierend auf eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen Anderer - losgelöst von rückschrittlichem Zeitgeist. Wenn man ihm hier a) vorwirft, nix sei neu und alles bekannt, und b) er nimmt zu wissenschaftlichen Untersuchungen wie PISA keine Stellung, dann hat man das Ziel des Buches a) nicht verstanden oder b) nicht gelesen, denn PISA wird z.B. in aller Form auseinander genommen.

Das Buch ist also i.W. eine Zusammenfassung! Nirgendwo sagt Precht, er hätte sich das alles selbst aus den Fingern gezogen - ganz im Gegenteil: er zitiert und verweist fleißigst auf Quellen. Im ersten Teil des Buches wird einem die Notwendigkeit von Veränderungen im Schulsystem vor Augen geführt - selbst wenn man das schon begriffen hat: eine schön zu lesende Wiederholung. Im zweiten Teil wird anhand von vielen Beispielen aus alten und neuen Denkansätzen und konkreten Studien gezeigt, wie es besser geht. Ob das alles im Detail so oder so richtig ist, oder eben doch nicht, spielt doch überhaupt keine Rolle. Teil 1 zeigt das Problem auf - Teil 2 zeigt mögliche (!) Lösung anderer auf - angereichert mit Prechts eigenen Ideen. Das Buch ist Anstoß zum Denken und ein Mutmachen für Leute, die etwas bewegen wollen. Wir müssen gemeinsam eine deutsche Lösung finden - keine 1:1 kopieren - genauso sagt es auch Precht.

Meine Kritik an dem reform-pädagigischem Ansatz und meinen eigenen Ideen dazu war immer, dass vielleicht nicht alle so sind wie ich. Viele sind halt nicht so hell, oder kreativ, oder sind einfach böse. Wie es so ein 1*-Kritiker hier beschreibt: bei üblen, lern-unwilligen Kinder geht es eben nicht mit gutem Willen. Heute weiß ich, daß ist quatsch! Auch der Dunkelste ist gar nicht dunkel, er kann eben nur andere Sachen. Diese Bewertung von menschlichem Wesen ist einfach nur arrogant. Was kenne ich für kreative Mitschüler, die einfach nur dumm gemacht wurden, weil sie Mathe eben nicht konnten. Und selbst wenn jemand nicht kreativ ist, dann ist er/sie vielleicht nett, oder witzig, oder zuverlässig, oder schnell, oder sauber, oder einfühlsam oder oder oder - irgendwas kann jeder richtig gut!
Und ein zweites Erlebnis hat mir diesen vermeintlichen Schwachpunkt genommen: eine Spiegel-TV-Reportage über die Laborschule in Bielefeld. Da waren die Kinder (und zwar alle!) traurig, daß Ferien waren! Die wollten nicht abhängen, die wollten lernen, Projekte machen, zusammen Erfahrungen machen und so weiter! Wie geht denn sowas?! Precht lesen, dann seine Zitierten :) Wenn ich das also mit meiner Leidenszeit vergleiche, dann weiß ich, was ich meinen Kindern ermöglichen will...

Ein letzter Punkt: die 1*Sterne-Fraktion echauffiert sich, daß der kleine "Sofa"-Precht eine Revolution ausruft. Wer sei er denn schon?! Diese Arroganz; und wieder das Buch nicht gelesen - wohl eine schlechte Schulbildung genossen? Denn ausführlich belegt Precht, wie das staatliche Bildungssystem durch private Träger löchrig wird - die Revolution ist im Gange und es kann sie niemand mehr aufhalten. Die Frage die Precht aber stellt: sollen nur die Reichen in den Genuß kommen, oder eben auch die Armen. Deren Kinder, BTW, mit der gleichen Varianz an Kapazitäten auf die Welt kommen, wie die der Reichen - nur erhalten sie eben nicht die Förderungen und werden vom System AKTIV unterdrückt (siehe UNESCO-Bericht über Deutschland etc.). Alles Dinge, die Precht beleuchtet und die das Buch unglaublich wertvoll machen und ein toller Einstieg in das ganze Thema für das GANZE Volk sind.

Grandiose Arbeit Herr Precht! Durch Sie und all die Anderen werden mehr Kinder schneller vernünftig behandelt - zum Wohle unserer Gesellschaft mit wirklich gebildeten und stabilen Bürgern. Ich bin froh, daß es Leute wie Sie gibt! Seien sie laut und bewegen Sie was! Danke und voll 505 Sterne von mir!

An Euch Leser: das Buch kann man leicht und schnell verschlingen - es macht Freude und Hoffnung, soviel Vernunft zu lesen. Viel Erfolg für Eure Kinder und SPREAD THE WORD - ich werde das Buch fleißig verschenken!
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Februar 2015
Nach seinem 2007 erschienenen, fast schon Philosophie-Klassiker für Erwachsene „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele“, sowie Bänden über die „Liebe: ein unordentliches Gefühl“ und zu Fragen der Moral in „Die Kunst kein Egoist zu sein“ mischt sich Richard David Precht 2013 mit diesem gut lesbaren Buch in die Bildungsdebatte ein.

Der Aufbau verfolgt eine Zweiteilung mit zunächst Darstellung der gegenwärtigen „Bildungskatastrophe“, um im zweiten Teil Elemente einer dringend nötigen „Bildungsrevolution“ darzulegen. Muß es sein, dass von dem ganzen Wissen, das wir als Schüler vorgesetzt bekommen, allenfalls 1% später als Erwachsener hängenbleibt? Wer sein Interview mit Gerald Hüther im Fernsehen verfolgt hat, wird in diesem Buch einiges an Argumenten zu einem anderen Lernen unserer Kinder wiederfinden: Abschaffung der Zensuren, weil sie zu einem Korrumpierungseffekt und Rückgang der eigentlich vorhandenen intrinsischen Motivation des Schülers führen; Einführung von Lernsoftware in den MINT-Fächern (ca. 1/5 der Unterrichtszeit), um allen Schülern in je eigenem Lerntempo und ohne Frustration das Wichtigste in Mathe und den Naturwissenschaften sich selbst beibringen zu lassen (Lehrer sozusagen nur noch als Coach), s. beispielsweise die Khan-Academy mit über 4000 frei zugänglichen kleinen Lernvideos im Internet als gelungenes Beispiel für solches Lernen aller; in anderen Lern-Bereichen Einübung von fächer-übergreifender Projektarbeit, die soziale und emotionale Kompetenzen fördert; Sprachunterricht müsse vor allem kommunikationsfördernder Sprechunterricht sein; Abschaffung des 3-gliedrigen Schulsystems und Umsetzen einer längeren Grundschulzeit von eher 6 statt nur 4 Jahren (nur Deutschland und Österreich haben noch diese kurze Grundschulzeit innerhalb Europas!). Abschaffung der Länderhoheit in der Bildungspolitik, weil so keine Einheitlichkeit hergestellt werden kann; Einbindung von Praktikern (z.B. pensionierte Leute aus unterschiedlichsten Berufen) in den Unterricht.

Ein toller Überblick in die notwendige Debatte um nachhaltigeres Lernen und eine bessere, weil kindgemäßere Schule, allen Schülern und Lehrern wie auch den Politikern zur Lektüre zu empfehlen. (14.02.15)
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am 4. August 2013
Wenn man die Kritiken dieses Buches in sogenannten seriösen Zeitschriften wie FAZ liest, merkt man sehr schnell wie politisch diese Zeitschriften wirklich motiviert sind.
Kritik wird sehr oft persönlich genommen und es wird gleich scharf zurückgeschossen. Aber das ist auf der anderen Seite auch gut so, denn das heizt die Debatte nur mehr ein und rückt sie mehr ins Mittelpunkt.
Herr Precht spricht den Kindern aus der Seele und er hat in sehr vielen Einwänden wirklich recht. Aber außer Kritik bietet er auch Vorschläge an, und das ist doch ein guter Anfang. Man muss ständig an einer Systembeserung arbeiten und immer was neues ausprobieren, nur so können wir unsere Gesellschaft verbessern.
Das Buch regt wie alle Bücher von Precht zum Nachdenken an und das ist meiner Meinung nach ein sehr guter Anfang. Die Änderungen, die das System notwenig hat, muss jeder mit seinem Anteil selbst aktiv herbeiwirken. Wer nur zuschaut und schweigt hat schon verloren.
Das Buch ist absolut zu empfehlen und die Meinungen und Kritiken des Autorens zu akzeptieren!
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am 11. Juli 2013
Piaget bemerkte einmal, dass die bedeutendsten Pädagogen keine Lehrer waren. Es ist kein Wunder, dass der grösste Widerstand gegen Reformen - von Revolutionen ganz abgesehen - von den Lehrern kommt. Nur ein verschwindend geringer Teil des Lehrkörpers versucht, innerhalb des bestehenden Systems die Schule humaner zu gestalten, nicht nur in Deutschland. Reformwillige scheitern immer wieder an den vier heiligen Kühen des Systems: Jahrgangsklassen, Punktebewertung, 3/4. Stundentakt und überholter Lehr- und Lernmethodik. Auch aus der Kinderrechtsperspektive sind unsere Schulsysteme ein Ärgernis. inder werden überhaupt nicht um Ihre Meinung gefragt, geschweige denn an der Planung und Durchführung des Unterrichts beteiligt.

Das Buch von Precht ist eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Diskussionen um die Schule. Einige Reformansätze habe ich vermisst, wie die Freinet-Pädagogik, die Antipädagogik sowie die "Open School" Bewegung etwa in England. Das Buch müsste Pflichtlektüre an allen Einrichtungen der Aus- und Fortbildung für Lehrer werden.
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am 27. Dezember 2013
Precht gelingt es in seinem Buch auf überzeugende Weise, vieles zu hinterfragen, was im schulischen Alltag meist als selbstverständlich gehalten wird: Die Aufteilung des Lehrstoffs in separate Fächer, das zeitliche Korsett der 45-minütigen Unterrichtsstunden, die jahrgangsweise Führung von Klassen, das nur kurzzeitig wirksame Anfüttern von Lernstoff für Prüfungen ("Bulimie-Lernen") u.v.m.

Vieles von seiner Kritik am herkömmlichen Schulsystem in Deutschland ist natürlich nicht neu, manches ließe sich noch ergänzen durch die Berücksichtigung des Konzeptes der "Laboratory School" von John Dewey, der als einer der Pioniere der Reformpädagogik u.a. nicht nur darauf Wert legte, die geläufige Trennung von Wissen und Handeln, Theorie und Praxis, zu überwinden, sondern auch in der Erziehung zu solidarischem, demokratischem Denken und Tun einen grundlegenden Wert sah, den es in der Schule zu vermitteln gelte.

Zusammenfassend ein sehr anregendes und nachdenklich stimmendes Buch, das allerdings in einzelnen Kritikpunkten und Vorschlägen nicht auf ungeteilte Zustimmung treffen dürfte (z.B. sein Vorschlag nach Einführung von Schuluniformen). Auch dürfte es ziemlich ernüchternd bzw. wenig praxisrelevant für jene sein, die nach der Lektüre wieder täglich in der traditionell strukturierten und geführten Klasse unterrichten (müssen).
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am 20. Februar 2014
Es bleiben zu viele Kinder auf der Strecke, alle Kinder lernen gern, ja instinktiv von Geburt an, wenn sie nicht krank
sind. Und alle wollen auch gern in die Schule, doch dann bleiben einige auf der Strecke, weil sie nicht die Förderung
und nicht die Zeit bekommen die sie brauchen um sich zu entwickeln. Die Lehrer können das nicht schaffen, Klassenstärken von 25-30 Kinder, da kann kein Lehrer individuell auf jedes Kind eingehen. Nach der 4 oder 6 Klasse werden viele Kinder aussortiert und ausgebremst. Sie sind nicht gut genug, es liegt nicht an den Kindern und sie
können auch nichts dafür, wenn ihre Eltern nicht die Zeit, nicht das Geld oder kein Intresse haben zu helfen. Aber sie leben eigentlich in einem Staat, welcher sich eine bessere Schulbildung leisten könnte und müsste. Kleinere Klassen oder mehr Lehrer. Wir bekämen dafür mehr Fachkräfte und weniger Arbeitslose und Harz-IV-Empfänger.
Wenn Umweltbewustsein und gesunde Lebensweise (Eigenverantwortung für Gesundheit), intensiv von der ersten Klasse an vermittelt würden, so dass es für alle selbstverständlich ist, verantwortungsvoll mit sich und der Umwelt umzugehen, dann hätten auch nachfolgende Generationen noch die Chance auf ein gutes Leben auf unserer Erde.
Wir tragen die Verantwortung und unsere Kinder sind die Zukunft.
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am 10. Juli 2013
Ich bin 'Volksschüler (9 Schuljahre HH)". Auch bin der Meinung, das unser 'Bildungssystem' nur durch revolutionäre Massnahmen zu heilen ist. Aus eigener Kraft habe ich es geschafft, eine Ausbildung als Diplom-Ingenieur für Schiffsbetriebsbetriebstechnik erfolgreich abzuschliessen. Beruflich habe ich immer wieder durch autodidaktische Weiterbildung (chemische Verfahrenstechnk) mich den Anforderungen in Leitenden Funktionen - sowohl in der Mineralölindustrie wie auch in der Kautschukproduktion - erfolgreich stellen zu können. - Als Rentner mit knapp 77 Jahren wünsche ich Herrn Richard David Precht, dass sich viele aktive Mitstreiter mit seinem Projekt mit Nachdruck gegen Kultusminister und Lehrerververbände durchsetzen werden - die ausführlichen Argumente sind fundamental mit dem Buch >Der Verrat des Bildungssystem an...< an die Hand gegeben. Viel Erfolg!

PS:Nachdem ich in einer Talkshow einen kurzen Abriss zu dem Thema 'Schule und Ausbildung' Herrn Precht verfoglt habe, lud ich mir kurz danach das Buch heruntergeladen.
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