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47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Juni 2013
Ich habe vor wenigen Tagen "Imaginaerum" zum ersten Mal gesehen und muss sagen, ich bin begeistert und fasziniert zugleich. Ich habe bei weitem nicht so viel erwartet von diesem Film, wie ich letztlich geboten bekommen habe. Was soll ich da anderes dazu sagen, außer GENIAL!
Dazu möchte ich auch unbedingt erwähnen, dass ich zwar Nightwish als Band kenne und ihre Musik sehr schätze, jedoch kein großer Fan bin. Darum denke ich dass meine Rezension hier objektiv genug ausfallen wird.

Zu Beginn von "Imaginaerum" erscheint die Handlung dem Zuschauer noch als sehr wirr und ich fragte mich mehrfach wo eigentlich der Sinn hinter all dem steckt. Genau diese Tatsache stellt sich aber mit Voranschreiten des Filmes als einer der genialsten Schachzüge der Produktion heraus. Denn sie spiegelt genau die Sichtweise wieder, aus der der Hauptcharakter der Geschichte in der Gegenwart seine Welt betrachtet. Wirr durch die Altersdemenz wird er in eine Welt hineingerissen, die er weder versteht, noch in der er jemanden zunächst wirklich erkennt. Und das ist was auch dem Zuschauer am eigenen Leibe wiederfährt. Zudem lässt sich dieses Gefühl der Verwirrung ebenso auf den Eindruck beziehen, den Außenstehende zunächst vom Hauptcharakter haben müssen, wenn sie sich nur oberflächlich mit seiner Herangehensweise an die Welt befassen. Und zu Beginn der Story ist genau dies der Fall. Die Hintergründe für sein Handeln während seines gesamten Lebens werden nicht einmal durch die eigene Tochter verstanden. Erst mit tieferem Blick ergibt alles plötzlich einen Sinn - sowohl für die Tochter, als auch für den Zuschauer.

Und auch sonst...zusammengefasst ohne zu viel verraten zu wollen, zeigt sich der Film als von vorne bis hinten perfekt durchdacht und von der ersten Minute bis zur letzten ist es erforderlich hinzusehen und mitzudenken, damit sich alles erschließen kann. Um auch das letzte Fragezeichen aus dem Kopf des Zuschauers zu entfernen, ist es nötig bis zum Ende dranzubleiben, was dem Film eine besondere Spannung verleiht. Zumal man mit der Zeit und mit zunehmendem Verständnis auch von selbst hungrig darauf wird alle weiteren Lösungen für das stimmige Gesamtbild herauszufinden.
Dazu faszinierende Bilder und ein wunderbarer Soundtrack. Die Auftrittsszenen der Band selbst passen perfekt in den Verlauf der Geschichte, da die Band einfach Teil der Geschichte ist.
Ich frage mich nur was die Kritiker, die an der Art des Ausschöpfens vom Budget oder den Schauspielkünsten rumnörgeln, eigentlich anders haben wollten??? Die Umsetzung ist in meinen Augen einfach stimmig und das obwohl hier nicht ausschließlich professionelle Schauspieler am Werk waren.
Und jene, die ihn als langweilig bezeichnen, haben sicherlich zu sehr auf leichte unterhaltende Kost gesetzt. Denn dieser Film verlangt es einfach, dass der Zuschauer selbst mitdenkt und nicht zwischendrin abschaltet und sich berieseln lässt. Anders wirkt er nunmal sinnlos und, wie oben genannt, wirr. Wer damit nicht zurecht kommt, der sollte daher vielleicht einfach lieber zu einem anderen Film greifen. Für jeden, der aber eine verstrickte, emotionale und dramatische Lebensgeschichte eines Künstlers sucht, für den wird dieser Film sich als ein gefundenes Juwel heraustellen.

Und zum Macher dieses Filmes und die zugehörige Musik passt meiner Meinung nach wirklich nur ein Titel, den er bereits zuvor schon innehatte aufgrund seiner reinen musikalischen Werke: Mastermind! Ganz großen RESPEKT vor dieser Lestung!!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2013
Die Kombination aus Film und Musik spielt im Kino eine außerordentlich große Rolle oder was wäre "Herr der Ringe" ohne Howard Shore, "Avatar" ohne James Horner und "Inception" ohne den berühmten Hans Zimmer. Nicht vergessen darf man dabei, dass die Musik erst nach dem Bildmaterial entsteht. Bei "Imaginaerum" liegt die Sache dagegen komplett anders, denn vor einigen Jahren kam "Nightwish"-Bandmitglied Toumas Holopainen eine Geschichte in den Sinn, die die komplette Band letztendlich auf dem gleichnamigen Album "Imaginaerum" erzählt. Freilich sprechen manche Lieder mehr als tausend Bilder, aber in diesem Fall entschied man sich den finnischen Regisseur Stobe Harju ins Boot zu holen und mit einem Budget von unter 5 Mio. € ein Fantasydrama zu inszenieren, das die tragische Geschichte des Musikers und Poeten Thomas Whitman erzählt. Was sich als extrem schwierig anhört, wurde dabei allerdings von allen Beteiligten mit Bravour gemeistert. "Imaginaerum" ist eine der besten Independent und Genre-Produktionen der letzten Jahre !

Tom Whitman (Francis X. McCarthy), ein alternder Komponist, leidet unter schwerer Demenz. Immer wieder hat er Erinnerungslücken und kann sich plötzlich nicht mehr an vertraute Personen erinnern. Er ist bereits seit vielen Jahren krank und erinnert sich nicht mehr an sein Leben als Erwachsener, lediglich die Erinnerungen seiner Kindheit sind ihm geblieben. So reist er als zehnjähriger Junge (Quinn Lord) durch seine eigene Fantasie. Während Tom langsam ins Koma abdriftet, versucht seine Tochter Gem (Marianne Farley), sich dem ihr über die Jahre fremd gewordenen Vater wieder etwas anzunähern. Da jedoch die Hindernisse - Toms Koma und sein bevorstehender Tod - übermächtig sind, ist seine Tochter am Verzweifeln. Doch durch die dunkelsten Geheimnisse ihres Vaters entdeckt Gem einen Weg, der es ihr vielleicht ermöglicht, Tom wiederzufinden...

Das selbst mit kleinem Budget großartige Werke entstehen können, zeigt sich bereits am hochwertigen Bild und natürlich am perfekt eingespielten Soundtrack. Stobe Harju kleidet das teiftraurige Drama in sehr düstere, aber gleichzeitig atemberaubend schöne Bilder. Selbst die CGI-Effekte brauchen sich nicht zu verstecken. Diese sind natürlich nicht vergleichbar mit großen Hollywoodproduktion, aber die Bildkompositionen sind clever durchdacht. Die neuaufgenommenen "Nightwish"-Titel geben dabei eine hervorragende Klangkulisse für das bunte Treiben auf der Leinwand ab. Selbst auf der DVD ist die Qualität dieser Musikaufnahmen ausgesprochen klar und gleichzeitig kräftig. Man merkt, dass hier eine professionelle und alteingesessene Truppe am Werk war. Doch neben der tontechnischen Qualität sind es vor allem die verzaubernden Melodien und magischen Klänge, die aus den Boxen kommen. Selten fand ein Film eine derart gute Abstimmung zwischen Bild und Ton.

Dazu gesellt sich eine Geschichte rund um Reue, Tod, Schuldgefühle und Traumata. Holopainen erzählt davon anhand von Thomas Whitman, der sich auf die Reise macht, sein Leben in geordnete Bahnen zu bringen, bevor der Hauch des Todes nach ihm greift. Die Erzählung ist sicherlich nicht, wie das FSK-Cover uns weis machen will, ab 12 Jahren geeignet, denn hier geht es um tiefgründige, poetische Fragen des Lebens, die ein Kind in derartigem Alter sicherlich noch nicht ganz verstehen kann. Für die leider viel zu kurzen 82 Minuten Laufzeit wurde die Geschichte allerdings hervorragend ausgearbeitet und liefert keinerlei Langweile. Im Gegenteil : Einige Szenen gehen durchaus an die Nieren und stimmen nachdenklich. Alles perfekt also ? Nein, nicht ganz. Wie bereits angesprochen ist "Imaginaerum" , wahrscheinlich aufgrund des knappen Budgets, etwas zu kurz geraten. Zwar werden alle wichtigen Thematiken und Konflikte angesprochen, doch einige Details werden verschwiegen, so z.B. bleiben sowohl Gems Mutter, als auch Thomas Mutter nicht weiter als undetaillierte Erzählungen. Das Ganze liegt allerdings nicht ganz so schwer im Magen, wie die ein oder andere holprige Dialogzeile. Gerade die Gespräche zwischen Gem und Thomas Whitmans Bandkollegin Ann wirken manchmal gestelzt. Solche Kleinigkeiten fallen aber nur gering ins Gewicht, vor allem weil die schauspielerischen Leistungen als gelungen bezeichnet werden können.

Fazit : Das Gesamtwerk "Imaginaerum" ist ein nachdenkliches Meisterwerk mit viel Herz und Seele, Punkt.
Wenn engagierte Musiker auch solche Filmprojekte stemmen können, dann sollten das ruhig auch noch andere versuchen oder was haltet ihr von einem "Blind Guardian" - Epos.......
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2013
Es ist einer der schönsten Filme, die ich gesehen habe. Trotz des niedrigen Budget haben Nightwish es geschafft, einen Film zu produzieren, der unter die Haut geht, jeden mitfiebern lässt und am Ende für ein paar Tränchen sorgt (zumindest für die, die emotional bei sowas werden :) ). Ein gelungener Film. Wer also nur auf die Effekte schaut und am Ende nicht auf die Geschichte, hat den hauptsächlichen Teil nicht verstanden und sollte den Film auch nicht noch einmal sehen.
Zuviele Leute zerreißen sich den Mund um den Film... wie schlecht animiert und wie düster er sei. Wer ihn zu düster findet, hat nur dünne Nerven.

Ich sage Note 1 bzw. 5 Sterne für diesen Film! Eine Empfehlung für jeden, der Nightwish liebt.
Ein "Must-have" :D.

Ps: Dieser Film sollte aber aufgrund einiger Szenen lieber ab 16 Jahren, statt ab 12 Jahren sein.
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60 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2013
Mit dem Film "Imaginaerum" ging die Band Nightwish ein großes Risiko ein. Eigene Einnahmen wurden zur Verwirklichung verwendet und Sponsoren benötigt, um das Projekt zu realisieren. Trotz dessen lag das Budget weit hinter den Summen zurück, mit denen beispielsweise Hollywood-Produktionen gefördert werden. Diesen Umstand sollte man also zunächst bedenken, wenn man sich "Imaginaerum by Nightwish" ansieht.
Doch zunächst ein paar Worte zur Handlung selbst. Der alternde Komponist Tom leidet unter Demenz, erinnert sich größtenteils nur noch an seine Kindheit und besitzt auch zu seiner Tochter ein eher angespanntes Verhältnis. Als er schließlich ins Koma fällt, scheint genau dies der Auslöser, der ihn Gem endlich wieder näherbringen kann, während er seinen Weg durch eine bizarre Traumwelt beschreitet.
An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass ich nur den Film bewerten kann, den ich auf der Premiere in Berlin bewundern konnte und nicht die DVD oder Bluray. Doch da der Kauf eines Films vorrangig von dessen Qualität und nicht irgendwelcher Extras abhängt, dürfte dies der Sache keinen Abbruch tun.
"Imaginaerum" ist ein sehr emotionaler und bildgewaltiger Film. Trotz des knappen Budgets wissen die Spezialeffekte zu überzeugen. Zwar sieht man dem Schneemann und den Kulissen an, dass sie vom Computer stammen, dennoch sind die Effekte keineswegs so plump, wie in manch anderen Produktionen, die auf den Markt geworfen werden. Allgemein erinnert die düstere Stimmung ein wenig an einen Tim Burton-Film. Die Handlung wiederum besitzt einige kleine Kritikpunkte. Sie schreitet rasch voran und teilweise wirken einige Stränge in ihrer schnellen Abwicklung (besonders wenn man die Stimmung zu Beginn des Films betrachtet) nicht ganz glaubwürdig. Dies ist jedoch einer dieser Punkte, die ebenfalls mit dem Geld in Verbindung stehen. Die Band musste bei der Realisierung viele Kompromisse eingehen, um "Imaginaerum" ins Kino bringen zu können und so muss man mit einigen Schwächen in der Umsetzung leben.
Anfangs wirkt die Erzählweise auch sehr sprunghaft, doch je länger der Film läuft, desto weniger fällt dies ins Gewicht, da man immer tiefer in die Geschichte eintaucht. Die Musik des Albums "Imaginaerum" wurde für den Film neu arrangiert und erschafft eine Atmosphäre die Gänsehaut bereitet. Positiv sei ebenfalls anzumerken, dass wirklich jeder Song seinen Platz in "Imaginaerum by Nightwish" findet, sei es nun in abgewandelter Form, wie auf dem Score zu finden oder in Unterbringung in einer eigenen Szene. So findet sich im Film eine "Slow Love Slow"-, sowie eine "Scaretale"-Szene, letztere stellt meiner persönlichen Meinung nach eines der Highlights im Film dar. Ja, selbst "I Want My Tears Back" wird in pfiffiger Art untergebracht.
Die Schauspieler machen einen soliden Job und spielen ihre Rollen auf glaubwürdige Art und Weise und auch der Auftritt der Bandmitglieder fügt sich sinnvoll in den Zusammenhang. Zur deutschen Synchronisation kann ich an dieser Stelle nichts sagen, da ich den Film im Original gesehen habe.

Am Ende bleibt ein anständiger Fantasyfilm, der das Genre nicht neu erfindet, aber sich durchaus mit anderen messen kann. Könnte man hier 3,5 Sterne vergeben, hätte ich dies getan, so habe ich ihn ein wenig besser eingestuft, da drei Sterne meiner persönlichen Meinung nach, diesem nicht gerecht geworden wären. Alles, was mit einem knappen Budget möglich war, hat die Band aus dieser Verfilmung herausgeholt und dies gilt es zu würdigen. Für Nightwish-Fans ist "Imaginaerum" vermutlich ein Muss, doch auch andere können sich von der Geschichte berühren lassen.

Edit: Nachtrag zur deutschen Synchronisation. Ich sage wirklich selten, dass die deutsche Synchronisation nichts taugt, doch hier ist es tatsächlich der Fall. Eigentlich enttäuschen mich die deutschen Synchronarbeiten selten, OT-Liebhaber werden mir da vermutlich widersprechen, doch bisher hatte ich stets das Gefühl, dass mit sehr viel Engagement an das Anpassen der Texte und deren Umsetzung gegangen wird. Bei "Imaginaerum" hatte ich dieses Gefühl zum ersten Mal nicht. Schon nach Erscheinen des deutschen Trailers kamen bei mir Sorgen auf, klang dieser doch ausgesprochen plump. Doch an Trailern sollte man einen Film ja bekanntlich nicht messen. Leider blieb es nicht beim Trailer, auch im Film bleiben die Formulierungen hölzern und unpassend. Die Sprecher wirken überfordert mit ihren Rollen und Eigenarten des Filmes wurden nicht beachtet (Gems Kinderstimme im Original fehlt in der "Scaretale"-Szene z.B. einfach, was diese, in der deutschen Version, einiges an Atmosphäre kostet). Jeder der des Englischen mächtig ist oder kein Problem damit hat Untertitel zu verfolgen, sollte von der Synchronisation also die Finger lassen.

Nachtrag zu den Extras: Die DVD wertet mit einem fast 45-minütigem Making-Of auf und gewährt interessante Einblick in die Entstehung des Films. Die Bildergalerie beinhaltet hauptsächlich eindrucksvolle Konzeptzeichnung und gibt einen kleinen Eindruck davon, wie der Film mit etwas mehr Möglichkeiten im Budget auch hätte aussehen können. Das "Storytime"-Musikvideo und der Kinotrailer sind bereits bekannt, aber ein netter Bonus neben dem informativen Making-Of und der Bildergalerie.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2013
Was soll man zu dem hier vorliegenden Film noch sagen... Ich versuche so neutral wie möglich mein Empfinden zusammen zufassen. Ich bin kein Fan dieser Band und habe auch keine besonderen Berührungspunkte mit dieser Musikrichtung. Nun bin ich aber ein Filmfan und so wurde mir dieser Film (von einem Fan) empfohlen zu schauen - obwohl Nightwish auf dem Cover steht.

Der Film ist bei weitem nicht so schlecht wie hier einige schreiben. Aber als so verehrungswürdig wie er vom anderen Extrem dargestellt wird ist er auch nicht. - Die Wahrheit liegt, wie so oft, wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Der Film ist für meinen Geschmack optisch einfach genial umgesetzt. Ich finde man sieht ihm an keiner Stelle stelle an, dass das Budget knapp bemessen war. Die animierten Figuren sind sehr detailreich und auch das Zusammenspiel mit den realen Figuren sieht für mich nahezu perfekt aus. Das habe ich schon bei teuren Hollywoodproduktionen schlechter gesehen. Auch sonst ist das Bild optimal für Bluray geeignet. Besonders Soundtechnisch liegt der Film klar vorn. Alle 8 Boxen (7.1) werden bedient und sorgen für Atmosphäre. Technisch sind also klare 5 Sterne mehr als verdient, besonders wenn man das kleine Budget betrachtet.

Inhaltlich habe ich so meine Probleme. Der Film beginnt stark und eindrucksvoll - lässt aber bereits nach 20min extrem nach. Fast alles was der Film zu erzählen hatte ist spätestens nach 25min mehr als gesagt. Zu schnell gibt der Film alles preis und hat keine Überraschungen oder Neuigkeiten mehr parat. Es wird nur noch auf der melodramatischen Welle geritten bis es auch noch der letzte begriffen hat, dass die Figuren von Schuldgefühlen und Zweifel zerfressen sind. Aber dennoch bleiben die Figuren insgesamt sehr blass und hölzern. - Was meiner Meinung nach nicht an der hier teilweise bemängelten schauspielerischen Leistung liegt. Es ist eher das fehlende dramaturgische Geschick eine solche Geschichte zu erzählen.

Unterm Strich ein gelungenes Erstlingswerk was neugierig auf kommende Arbeiten macht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. August 2013
Bei einem Film wie diesem gehe ich mit der Erwartung heran, einen guten Film zu sehen. Aber dieser Film hat mich mit etwas Meisterhaftem überrascht.

Thomas Whitman liegt im sterben. Im Koma denkt er nochmal an sein Leben zurück, seine Versäumnisse und Abenteuer. Dabei träumt er sich in eine Welt voller Phantasmen und magischer Wesen. Währenddessen versucht sich seine Freundin daran, Thomas' Tochter davon zu überzeugen, dass er sie immer geliebt hat.

Imaginaerum by Nightwish hat mich schon im Laden anhand des Covers fasziniert, ich war mir aber nicht sicher, ob er wirklich gut sein würde. Deswegen habe ich ihn mir nur ausgeliehen und was ich dann gesehen habe, hat mich absolut umgehauen.
Als erstes sind mir natürlich die wunderschönen Bilder aufgefallen. Diese Traumwelten, in die sich Thomas begibt, strotzen nur so vor Kreativität und Surrealismus. Man begibt sich zusammen mit einem jungen und einen alten Thomas auf eine Reise in eine Welt, in der man vollkommen versinken kann. Nicht nur das Design selber, sondern auch die visuelle Kraft machen den Film so stark. Durch das Unwirkliche gibt es natürlich viele computergenerierte Effekte und die sehen wirklich klasse aus. Ich habe immer wieder darüber gestaut, wie gut die Effekte aussehen, die wirklich mit vielen großen Hollywood-Produktionen mithalten können.
Neben der schönen Optik viel mir auch schnell die Musik auf. Wie der Titel schon vermuten lässt, hat die Band Nightwish an diesem Film mitgearbeitet und einen Großteil der Musik beigesteuert. Zusammen mit den Klängen von Petri Alanko entsteht ein stimmiger Klangteppich, der gewaltig zum Filmerlebnis beiträgt. Mehrere Male hatte ich wirklich Gänsehaut, weil die Komposition aus Bild und Ton einfach so fesselnd und gewaltig war.
Als ich dann eine Weile diese Welt genoss, viel mir auch immer mehr die Geschichte auf. Es geht hier im Grunde darum, dass ein Mann im Koma liegt und das Leben an ihm vorbeizieht, mit den Wesen und Kreationen, die er schon lange in seinen Gedanken herumträgt. Die Anfangs einfach nur wunderschönen Bilder spiegeln immer deutlicher Erlebnisse aus seinem Leben wieder. Diese Art des Vorbeiziehens ist absolut einzigartig und mutet schon poetisch an. Und genau dies macht die Faszination des Films aus. Ich habe immer wieder mit diesem alten Mann mitgefiebert und gehofft, dass er seine Dämonen überwinden und seine Fehler erkennen kann.
Dadurch sollte einem aber auch klar sein, dass dies kein Film ist, bei dem man sich beim ersten Mal Gucken gemütlich zurücklehnen und sich berieseln lassen kann; dies kann man, sollte man aber nicht tun. Wenn man nicht ein bisschen aufpasst, entgehen einen die eigentlichen Details und wirklichen Bedeutungen vieler Szenen und gerade dies macht den Film ja schließlich so einzigartig.

Fazit:
Imaginaerum by Nightwish ist eine visuell opulente Reise, die in wunderschönen Bildern mit grandioser Musik die Lebensgeschichte eines Mannes widerspiegelt. Dieses fast schon poetische Abenteuer erzählt sehr einzigartig eine bekannte Geschichte und verwöhnt den Zuschauer dabei mit Bildern, die an Kreativität und Bildgewalt kaum zu übertreffen sind.
Dies ist eine große Perle, die man mal gesehen haben sollte, weil sie einfach wunderbar verdeutlicht, dass unsere Vorstellungskraft nur die Grenzen kennt, die wir ihr setzen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Juni 2013
Ersteinmal vorweg: Ich bin zwar ein Fan der Band, aber mein Leben dreht sich wahrlich auch noch um andere Sachen und Künstler als Nightwish.

Trotzdem: Dies ist für mich einer der besten Filme die ich jemals gesehen habe.
Ergreifender als ich es jemals erwartet hätte. Und vorallem ist es keine Hollywood-Mainstream-Produktion die versucht allen und jedem zu gefallen und die dabei an Tiefe einbüßen würde.

Der Film regt starkt zum mitdenken an - wer nur nebenbei hinsieht, wird die Story nicht vollends verstehen, oder erst zum Schluss, sobald sich alles aufklärt. Es wird einem als Zuschauer wahrlich nicht leicht gemacht. Am Anfang fragt man sich noch: "...hmmm.....warum das alles? Wieso verhält sich die Tochter des Demenzkranken so? Was hat es mit den Ausflügen in die Fantasiewelt auf sich? Was hat der Schneemann zu bedeuten?". Der Film bleibt bis kurz vor Schluss sehr rätselhaft und gibt die Gründe für die Situation erst nach und nach preis.
Durch das notwendige Mitdenken bleibt dieses Werk, wie ich finde, bis zum Schluss sehr spannend und fordernd.

Die sehr stimmige Musik untermalt jede Situation passend und emotional ergreifend. Vorallem da die Stücke allesamt zwar vorkommen, jedoch nicht einfach 1 zu 1 aus dem Album kopiert wurden, sondern extra für den Film mit viel Mühe adaptiert wurden.
Vorallem die extrem sinnliche Szene von "Slow Love, Slow" hat mich sehr beeindruckt und Gänsehaut bereitet.

Auch von der optischen Seite konnte mich der Film (vorallem angesichts des vergleichsweise geringen Budgets) beeindrucken. Die Computeranimationen sind zwar sichtbar, aber qualitativ sehr hochwertig und überzeugend. Vorallem die düstere Atmosphäre hat mich stark an Tim Burton erinnert und passt sehr gut zu Plot und Musik.

Letztendlich muss ich ein Verbot für Menschen aussprechen, die mit traurigen Filmen nichts anfangen können. Ich und mein Partner hatten eigentlich ab der Hälfte des Filmes durchgehend feuchte Augen, vorallem da die Handlung so ergreifend dargestellt und die meiste Zeit nicht gerade fröhlich frohlockend ist.

Ein weiterer Pluspunkt: Den Film können auch Leute ansehen, die bisher noch keine größeren Erfahrungen mit Nightwish gemacht haben. Es ist kein 90 minütiges Musikvideo geworden.
Eher kann man sagen, dass Musik und Film als ebenbürtige Partner nebeneinander stehen und gemeinsam versuchen den Zuschauer für sich zu gewinnen. Musik ergänzt Film und umgekehrt.
Der einzig größere Fanservice besteht meines erachtens nach darin, dass die Band an wenigen, aber sehr eindrucksvollen Stellen selbst auftritt (dies aber sehr passend und niveauvoll dezent eingearbeitet). Und eben darin, dass die Musikvorlage von Nightwish stammt.

Zusammenfassend: Ich bin wirklich begeistert. Kaufen!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2013
Hatte es leider nicht geschafft den Film im Kino zu sehen und habe nun kürzlich die DVD als Geschenk für meine Schwester bestellt. Das Album habe ich schon lange, die gesamte Filmmusik kannte ich also bereits. Der Film ist schon allein wegen der tollen Bilder optisch wahnsinnig schön anzusehen, häufig sehr düster - wer allerdings Filme im Stil von Tim Burton mag, wird gerade das besonders mögen! ;)
Aufmerksamkeit ist beim Ansehen des Filmes sehr wichtig, da die Handlung anfangs sehr verwirrend ist und erst am Ende wirklich alles einen Sinn ergibt, dann ist die Komplexität der Handlung allerdings nur umso beeindruckender. Sehr schön finde ich auch, dass die Band immer wieder ihre Musik präsentiert und völlig im Vordergrund steht, an anderen Stellen wiederum lediglich in den Hintergrund tritt und nur die Musik zur Begleitung dient. Man könnte lange darüber schreiben, da der Film wirklich wunderbar ist, dennoch empfiehlt es sich wohl am ehesten, den Film anzusehen.
Kurz gesagt entsteht durch ein wahnsinnig gutes Zusammenspiel von der Band, den Produzenten, den begabten Schauspielern sowie toller Animation und Bildgestaltung (da sämtliche Umräume, Hintergründe etc. erst im Nachhinein am PC entstanden) ein grandioses Kunstwerk, das weit mehr ist, als einfach nur ein Film!
Absolut empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eines vorneweg: Ich bin bereits seit dem ersten Album „Angels fall first“ ein großer Fan von Nightwish. Abgesehen von der Tatsache, dass ich sämtliche Alben besitze, bemühe ich mich in diesem Fall dennoch einer neutralen Beurteilung.
„Imaginaerum by Nightwish“ basiert auf den 13 Stücken des Albums „Imaginaerum“, das als Grundlage für die Handlung dient. Bei der Realisierung des Projektes ging die Band große Risiken ein, da für die Finanzierung nicht nur Sponsoren herhielten, sondern auch eigene Einnahmen dafür verwendet wurden.
Regie führte Stobe Harju, der sich zusammen mit Bandkopf Tuomas Holopainen für das Drehbuch verantwortlich zeigte. Der Plot ist sehr fantastisch, ja nahezu surreal ausgefallen. Der Musiker Thomas Whitman (ausgezeichnet gespielt von Francis-Xavier McCarthy) leidet an Demenz und befindet sich im Koma. An aktuelle Ereignisse erinnert er sich kaum noch, dafür aber an seine Vergangenheit als Junge umso besser. In einer Traumwelt versucht er sich an wichtige Schicksalspunkte in seinem Leben zu erinnern und durchlebt sie erneut. Doch bleibt ungewiss, ob es ihm gelingt so aus dem Koma jemals wieder zu erwachen. Währenddessen versucht seine Tochter Gem in der Realität herauszufinden, wieso sich ihr Vater bereits früh von ihr distanzierte.
An manchen Stellen erinnert diese auszugsweise an „Hinter dem Horizont“, während der visuelle Aspekt entfernt von „The Fall“ und den Tim Burton Werken inspiriert zu sein scheint. Für manch einen scheint die Geschichte diesbezüglich nicht viel Sinn machen. Doch handelt es sich hierbei nicht nur um einen Fantasy Film, sondern darüber hinaus spielt die Haupthandlung in einer Traumwelt. Das Spiel mit Metaphern ist sehr stark ausgeprägt, löst sich aber letzten Endes sehr gut auf. Schön ist in diesem Zusammenhang der emotionale Charakter, der den Zuschauer erreicht und mitfühlen lässt.
Interessant ist übrigens die Tatsache, dass jedes Bandmitglied eine Rolle in der Handlung übernimmt und sich dabei wirklich souverän schlägt. Denn neben den ansonsten durchweg aus professionellen Darstellern bestehende Cast wie etwa Marianne Farley, Quinn Lord („Das Kabinett des Dr. Parnassus“), Francis-Xavier McCarthy („Deep Impact“, Ilkka Villi oder Joanna Noyes („Keine halben Sachen“) ist die komplette Band selbst in einzelnen Szenen bei der Darbietung ihrer Songs zu sehen, was aber sehr gut in den fantastischen Plot integriert wurde. So kann „Imaginaerum by Nightwish“ nicht nur als der längste Videoclip aller Zeiten angesehen werden, da die Handlung weitausmehr bietet. Trotz dem übergroßen fantastischen Fundament bleibt noch viel Raum für eine emotional berührende Geschichte um die Beziehung zweiter Menschen, so dass auch die ein oder andere Ungereimtheit schnell unvergessen ist.
Es ist erstaunlich, was aus dem schmalen Budget von 3,7 Millionen US-Dollar herausgeholt wurde. Selbstverständlich kann sich das Ergebnis keineswegs mit den Blockbuster Produktionen aus Hollywood messen, aber auch erscheint das Resultat bis auf nur wenige Ausnahmen wirklich professionell. Dem ein oder anderen CGI Effekt sieht man diesbezüglich seine Herkunft schon an. Dass der Film an den Kinokassen der große Erfolg verwehrt blieb und nicht einmal 100.000 US-Dollar wieder eingespielt werden konnten, wundert nicht weiter, da dieser nach der Premiere am 10. November 2012 in Helsinki von der Presse überwiegend zerrissen wurde, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Immerhin halten die Fans der Band die Treue, denn auf einschlägigen Foren und Bewertungsseiten erzielt „Imaginaerum by Nightwish“ zum Großteil sehr positive Kritiken, zumal bei der Internationalen Movie Datenbank IMDB, sich die Wertung mit aktuell 6,2 dem mehr oder weniger anschließt.

Das Bild ist sehr sauber ausgefallen. Da die Handlung überwiegend in einer Traumwelt spielt, ist nicht wirklich mit realistischer und natürlicher Farbgebung zu rechnen. Farbfilter sind da keine Seltenheit, so dass manche Koloration lediglich zur Bildung einer bestimmen Atmosphäre dient. In diesem Zusammenhang sind die Farben aber durchweg sehr kräftig ausgefallen. Der Kontrast ist sehr gut eingestellt und gibt den Schwarzwert äußerst stark wieder, was aber vereinzelt zu Problemen bei der Durchzeichnung führt, da manche Details im Dunkel untergehen. Dessen ungeachtet ist der Detailgrad und die Schärfe bis auf nur sehr wenigen Ausnahmen sehr hoch und gibt nahezu sämtliche Feinheiten wieder. Die Kompression arbeitet auf hohem Niveau und hinterließ keine Spuren.
.
Die Abmischung ist mit einem Wort zu beschreiben: Sagenhaft! Ich könnte an dieser Stelle mit Superlativen um mich schmeißen und nichts davon wäre übertrieben. Das beginnt bereits bei der ausgewogenen und umfangreichen Abmischung, die nicht nur sehr klar ausgefallen ist, sondern obendrein sehr kräftig ist. Die Dynamit ist außerordentlich umfangreich. Die Bässe sind abgrundtief, aber dennoch prägnant und transparent. An zahlreichen Surroundeffekten mangelt es ebenso wenig. Selbstverständlich legt sich die atmosphärische und abwechslungsreiche Musik in einem speziellen Surroundmix über sämtliche Lautsprecher. Darüber hinaus sind auch etliche Hintergrundgeräusche bei ausgezeichneter Direktionalität zu vernehmen. Trotz dieser bombastischen Abmischung bleiben die Dialoge jederzeit klar und deutlich zu verstehen.

Ausstattung:
Making of (HD; 44:32 Minuten)
Musikvideo „Storytime“ (HD; 4:05 Minuten)
Bildergalerie
Trailer (HD; 2:21 Minuten)
Filmtipps (HD)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Dezember 2014
"Aus dem schwarzen Nachthimmel schwebte die letzte Schneeflocke herab und mache meinten sie hätte magische Kräfte, aber der kleine Mathew glaubte nicht mehr an Märchen".
Und doch klopfte auf einmal in eisblauer Winternacht sein selbstgebauter riesiger Schneemann an die vereiste Fensterscheibe.
"Willst du mit mir auf eine Reise kommen" ,knarzte es aus dem kohlenbestückten riesigen Mund. "Du wirst viele Menschen und seltsame Begebenheiten erleben. Menschen, die du einst wirklich trafst, und andere, die nur in deinen Träumen existierten.
"Fühlt sich ziemlich echt an" erwidert der staunende kleine Junge, als er den verwitterten, klauenhaften Arm-Ast des Schneemanns berührt. "Und dabei träume ich das doch alles nur"-
und auf eine tief berührende, magische Reise in eine Wunderwelt der Poesie nimmt Sie, lieber Interessent auch dieser Film mit.
Er läßt uns, wenn wir mit dem kleinen Mathew auf den Schneemann aufsteigen, über die schwarzen Wolken des glitzernden Nachthimmels fliegen, zu hymnisch- treibender Musik so begeistert und aufgeregt sein, wie einst auf Fuchurs Glücksdrachen.
"Imaginaerum" ist ein Feuerwerk der Schönheit, sowohl tieftraurig melancholisch, als auch gleichzeitig eine Hymne an die Macht der Gefühle, voller märchenhafter Metaphern, versponnener Assoziationen, die so unglaublich berührend Herz und Seele zum Klingen bringen, dass am Ende doch die Tränen fließen können, und der Kloß im Hals sehr groß ist.
"Imaginaerum" ist von seinen, in jedem Bild versteckten Hinweisen, Symbolismen, liebevoll filigranen Ideen imanent reichhaltig beglückend, dass man ihn gleich nach dem Abspann noch einmal schauen möchte.
Dieses Wunderwerk ist Zartheit, Düsternis, Wehmut, wahre Liebe und Melancholie verbunden mit brillanter Ästhetik in Vollendung.
In der pittoresken Verknüpfung verschiedener Metaebenen werden Anklänge an David Lynch bemerkbar. Die atemberaubende Ästhetik eines Tarsem Singhs "The Cell", "The Fall" ist ähnlich, der "Cirque de Soleil" könnte auch Pate stehen.
Ebenfalls sind viele bizarre Szenerien vergleichbar mit Tim Burtons "Corpse Bride" oder seinem "Big Fish" mit dem "Imaginaerum" eine etwas ähnliche Geschichte teilt.
Und doch ist "Imaginaerum" volkommen eigenständig und in seiner betörenden Schönheit einzigartig.
Was ist das Wichtigste im Leben? Die Kraft der Erinnerungen, die Suche nach Geborgenheit und Liebe, die tiefste Finsternis überwinden kann, die Macht der Empathie, die schließlich Vergebung und Erlösung verspricht.
Die Geschichte ist so simpel, wie sie intelligent und betörend verschachtelt ist.
Es geht um die letzten Stunden im Leben eines alten Musikkomponisten.
Unbeweglich liegt er in seinem weißen Krankenbett, nicht ansprechbar und gefangen in seiner eigenen Bilderwelt.
Die surrealen Welten eines Demenzkranken, der sich in die Zeit seiner Kindheit, später seiner jungen Erwachsenenjahre zurückversetzt sieht.
Wünsche, Träume, aber auch tiefe Schuldgefühle und die Angst vor der Einsamkeit manifestieren sich in fast Dali -artigen Bildern, wenn die kleinen Modellflugzeuge seiner Jugend plötzlich riesenhaft am Himmel schweben, die Zinnsoldaten aus seiner Weihnachtsschachtel lebensgross am seinem Krankenbett flanieren, groteske Zirkusclowns in einem unheimlichen Varieté um ihn tanzen, er auf einer unendlichen riesenhaften Brücke unter dem bleichen Mond dahinrast, und sein Schneemann ihn auf eine lange abenteuerliche Reise mitnimmt.
Verwirrend und surreal, und vollkommen der Magie des Traumes verpflichtet sind diese Poesiewelten, in denen er seinem Vater, seiner kleinen Tochter begegnet.
Bruchstücke, die zwar märchenhaft verfremdet, doch dahinter bestürzende Wahrheiten von nicht gelebtem Leben, versäumten Glück und traumatisierenden Erlebnissen verdeutlichen.
Besonders die Entfremdung zu seiner Tochter scheint den alten Mann in seinen Träumen schwer zu belasten.
Zulange geschwiegen, zulange das eigene Herz wie einen Panzer eingemauert, um jetzt noch einmal Herzenswärme und Glückseligkeit zu erleben ? Die nun erwachsene Tochter sitzt in den, in der Realität spielenden Szenen des Films am Krankenbett ihres Vaters, und fängt nach und nach an dem alten Mann wieder näher zu kommen.
Jede einzige Sekunde ist "Imaginaerum" ein Feuerwerk des Staunens über die optischen und akustischen Bilderwelten. Atemberaubend erleben wir durch die Kraft einer Märchenallegorie, eine zu Herzen gehende gefühlvolle , doch niemals kitschige
Sinnenreise.
Staunen kann man gleich weiter, denn hinter diesem Traumerlebnis stecken die Musiker der legendären finnischen Sinfonie- Metal Band "Nightwish", und um gleich jeden Verdacht auszuräumen. "Imaginaerum" ist kein überlanges Musikvideo geworden, schlägt auch keine harten Metaltöne an, sondern ist als vollkommen eigenständige Märchenpoesie zu erleben.
Selbst unbedingt Fan der Band muss man also nicht sein.
Tuomas Holopainen, der Kreativkopf hinter "Nightwish" legt hier ein beeindruckendes filmisches Talent an den Tag, verbunden mit einer faszinierenden Optik, wunderbarem Fingerspitzengefühl für berührende Momente, und einer Ästhetik, die zum schönsten gehört, was wir lange im Kino zu sehen bekamen..
Grandios ist natürlich die phantastische Musik von "Nightwish" eingearbeitet und trägt mit ihren opernhaften, dann wieder melancholisch zärtlichen Klängen den Film ebenfalls in begeisternde Sphären.
"Imaginaerum" entwickelt einen fesselnden Filmsog, dem man sich nicht entziehen kann.
Kino bedeutet hier Staunen, wie ein Kind begeistert sein , und gleichzeitig tief bewegt sein von der zeitlos magischen Aussagekraft. und Herzenswärme
Die Kraft der Imagination als funkelndes Kinowunder und wenn in den letzten Sekunden sich eine Spieluhr mit einer kleinen Tänzerin, wie einem Märchen von Andersen entsprungen, tatsächlich wild rasend vor Glück im Kreise dreht, dann glauben auch wir das Geheimnisse wahr werden können.
Zumindest für die 90 Minuten in die uns "Imaginaerum" in sein Zauberreich entführt, und vielleicht ....bei genauerer Betrachtung sind Märchen ja doch letztlich die einzige Wahrheit, die wirklich zählt.
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