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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
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4,7 von 5 Sternen
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am 20. August 2005
Es soll ja Leute geben, die diesen erstklassigen Film, oder generell Hitchcock-Filme, noch nie gesehen haben.
Nun denn, "Das Fenster zum Hof" ist und bleibt wohl mein Lieblingsfilm von Hitch. Die Handlung ist so simpel wie genial: Der Foto-Journalist L.B. "Jeff" Jeffries (James Stewart) ist wegen eines gebrochenen Beines an einen Rollstuhl gefesselt. Da Hochsommer ist, verbringt er den ganzen Tag über die Zeit am großen Erkerfenster seines Appartments, um frische Luft zu bekommen. Dieses Fenster ist mit Blick auf den Innenhof eines großen New Yorker Appartment-Hauses. Aus Langeweile fängt er an, das Treiben der Leute, die er in den gegenüberliegenden Fenstern oder im Innenhof sieht, zu beobachten.
Schließlich beobachtet er ein Ehepaar, das sich dauernd streitet, dessen Frau krank und bettlegerig zu sein scheint. Eines Tages ist die Ehefrau auf einmal quasi über Nacht verschwunden und Jeffries wittert einen Mord, was sich durch beobachtete Indizien zu verhärten scheint.
Der Film hat einen tollen Spannungsaufbau, einen ruhigen Erzählrhytmus und gleichzeitig eine unglaublich starke Atmosphäre. Es ist wirklich, als schaue man selbst durch das Fenster in den Hof. Hitchcock hat dabei natürlich ganz bewusst darauf gesetzt, den kleinen Voyeur, der in jedem von uns steckt, zu wecken, was ihm auch sehr gut gelungen ist.
Der Hof ist ein wahrer Mikro-Kosmos, der laut Hitchcock (siehe das Buch: "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?") die Liebe thematisiert. Da ist das junge Ehepaar, die ständig miteinander schlafen, das ältere Ehepaar, dessen Frau ihre ganze Liebe dem kleinen Hundchen widmet, oder die junge, attraktive Tänzerin, die sich mehrere attraktive Liebhaber zu halten scheint, aber doch nur auf ihren kleinen, unattraktiven Freund wartet, der beim Militär eingezogen ist. Da ist der Pianist, der durch ein eigenkomponiertes Liebeslied, das durch den ganzen Hof schallt, die Aufmerksamkeit einer einsamen Frau weckt, die ebenfalls im Innenhof wohnt. Und da sind L.B. Jeffries (James Stewart) und Lisa Carol Fremont (hinreißend: Grace Kelly): Lisa glaubt in Jeff den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, doch er sträubt sich noch ein wenig, sie zu heiraten, da er der aktive Foto-Journalist ist, der in aller Herren Länder reist, um Reportagen zu machen und dabei oft sein Leben aufs Spiel setzt, und da sie die junge Frau aus reichem Hause ist, die jeden Tag ein neues Kleid tragen muss.
Es schwimmt also auch leichte, unterschwellige Gesellschaftskritik in REAR WINDOW (so der Originaltitel) mit.
Zu erwähnen sei noch Raymund "Perry Mason" Burr als angeblicher Frauen-Mörder Lars Thorwald, der - genau wie Stewart - ein sehr intensives Schauspiel abliefert.
In "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" erzählt Hitch, dass er bei DAS FENSTER ZUM HOF auch von zwei realen Kriminalfällen inspiriert wurde, vor allem, als es darum geht, dass als Beweis die (komplette) Leiche gefunden werden muss, denn ohne Leiche kein wirklicher Mord-Beweis, sondern nur Indizien.
Interessant ist auch, dass für DAS FENSTER ZUM HOF die zu damaligen Zeiten größte Studiobühne gebaut werden musste, da es sich als schwierig herausstellte, die richtigen Lichtverhältnisse hinzubekommen, wenn man draußen in einem echten New Yorker Innenhof gedreht hätte.
Wer, "Das Fenster zum Hof" jedenfalls noch nicht kennt, hat einen der besten Hitchcock-Filme und auch ganz generell einen der besten Filme überhaupt verpasst. Man kann es eigentlich nicht wirklich als reinrassigen Krimi bezeichnen, er ist viel mehr als das, eben auch Gesellschaftsdrama und Psychogramm, was einen auch erkennen lässt, dass die Buch-Vorlage vom genialen, aber unterschätzten Cornell Woolrich geschrieben wurde.
Auch noch wichtig: Die Original-Kinosynchro von 1954 gilt seit Jahrzehnten als verschollen, weswegen in den 80ern eine Neu-Synchro - zum Glück immer noch mit dem grandiosen Siegmar Schneider auf Jimmy Stewart - angefertigt wurde, die ihrer wirklich würdig ist. Trotz der neue(re)n Synchro kommt "klassische" Atmosphäre auf, alle Synchronsprecher, allen voran natürlich Siegmar Schneider, Monica Bielenstein und Joachim Nottke - spielen ihre Rollen perfekt.
Dieser Film gehört jedenfalls in jede gute DVD-Sammlung!
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am 18. Juli 2014
In dieser Woche habe ich die BluRay "Das Fenster zum Hof" gekauft. Über den Inhalt des Films und die Qualitäten der Schauspieler (Grace Kelly, James Stewart, Thelma Ritter, Raymond Burr) muss ich hier nichts mehr schreiben. Da es sich um einen Hitchcock-Klassiker handelt, dürfte auch die Story weitgehend bekannt sein.

Die Qualität des Films auf der BluRay hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich habe den Film sowohl vor dreißig Jahren bei der Wiederaufführung mehrmals im Kino gesehen, als auch vor ein paar Jahren die DVD-Veröffentlichung gekauft. Universal hat den inzwischen sechzig Jahre alten Film auf der BluRay in einer Qualität veröffentlicht, die dem Klassiker aus dem Jahre 1954 mehr als gerecht wird. Ich erinnere mich noch: Der Film war bei der Wiederaufführung im Kino vor dreißig Jahren noch in einer auffällig schlechten Qualität mit ausgebleichten Farben gezeigt worden. In den 80iger Jahren wurde er - genau wie "Vertigo - erst einmal aufwendig analog restauriert, nachdem man ihn der Hitchcock Foundation abgekauft hatte. Jetzt scheint er - wie viele Filme, die Universal auf BluRay veröffentlicht - zusätzlich noch einmal digital überarbeitet worden zu sein. Der Film auf der BluRay befindet sich in einem so exzellenten Zustand, wie man es sich als Käufer nur wünschen kann (sehr gute Auflösung - satte, strahlende Farben und weder Kratzer noch Flecken auf dem Bild)! Der Kauf der BluRay als Ersatz für die DVD hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Wer hier noch die DVD kauft, spart am falschen Platz (zumal mich die BluRay noch keine acht Euro kostete).

Die BluRay enthält zudem zahlreiche umfangreiche Dokumentationen über Hitchcocks Arbeit, die für mich alleine den Preis der BluRay wert gewesen wären. Das Interessante an dieser Art von Film-Dokumentationen ist, dass sie einem auf Details hinweisen, die man sonst wahrscheinlich übersehen hätte und die zeigen, mit welchem Perfektionismus Hitchcock seine Filme gestaltete. Mir gefiel hier besonders die Doku über Hitchcock's Einsatz von Toneffekten und Musik. Ich kann die BluRay jedem Hitchcock-Fan somit guten Gewissens zum Kauf empfehlen, denn man bekommt wirklich etwas für sein Geld. Danke, Universal - vorbildlich gemacht!
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am 14. November 2006
Meine Rezension bezieht sich auf die DVD mit Erscheinungstermin 9.11.2006. Meine Bewertung bezieht sich ausschliesslich auf die DVD, nicht auf den Film.

Für die US-amerikanische "Alfred Hitchcock - The Masterpiece DVD Collection" wurde der Film 2005 neu gemastert und die Bildqualität gegenüber den bisher in den USA und Europa erhältlichen Fassungen deutlich verbessert. Als nun Universal in Deutschland auf diesen Herbst den Film mit einem neu gestalteten Cover herausgebrachte, dachte ich mir, dass wir nun auch in den Genuss der neu gemasterten US-Fassung kommen. Leider falsch gedacht. Die DVD ist exakt die gleiche wie die bisherige DVD mit Erscheinungstermin 3.2.2003. Wer also schon die bisherige DVD besitzt, kann sich das Geld für die neue DVD sparen. Das neue Cover ist bloss Augenwischerei.
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Meines Erachtens war Hitchcock - The Master of Suspense - immer dann richtig gut, wenn er das Böse, das Schockierende als banal dargestellt hat (was im übrigens oft in seiner glanzvollen Karriere gelungen ist). In "Rear Window" fährt der Kult-Regisseur genau diese Schiene und schafft mit eigentlich recht einfachen Mitteln ein atmosphärisch gekonnt inszeniertes Leinwandwerk, das auch heute noch oft in diversen filmgeschichtlichen Besprechungen, Bestenlisten usf. genannt bzw. angeführt wird.

Dabei ist der Plot recht einfach gehalten (Achtung: Spoileralarm!):
Fotoreporter L.B. "Jeff" Jefferies (James Stewart) ist durch ein gebrochenes Bein außer Gefecht gesetzt und entdeckt (fragwürdigen) Gefallen daran, seine Nachbarschaft mittels Fernglas auszukundschaften. Dabei beobachtet die Hauptfigur allerlei Alltagstätigkeiten und avanciert innerhalb kurzer Zeit zum Fachmann bez. obligatorischer Gewohnheiten seiner Mitmenschen. Seine Verlobte Lisa (Grace Kelly) missbilligt den neuen Lieblingszeitvertreib ihres künftigen Göttergatten und stellt ihn - wie der Zuseher wohl auch - kritisch in Frage.
Als Jeff in einer schwülen, drückenden, später regnerischen Sommernacht allerdings glaubt, einen Mord in einer gegenüberliegenden Wohnung beobachtet bzw. verfolgt zu haben, wendet sich das Blatt allmählich. Ohne handfeste Beweise (weshalb auch die Polizei zunächst nicht eingeschaltet wird) heftet sich der Voyeur - freilich nur mit seinen Augen - an die Fersen des Übeltäters. Lisa, die zunächst immer noch kein gutes Gefühl bei der Sache hat, fungiert im weiteren Verlauf als Mittelsfrau und begibt sich in gefährliche Situationen (die der im Rollstuhl sitzende Jeff lediglich tatenlos beobachten kann.)
Freilich gelingt es am Ende, den Täter zu überführen, selbst wenn der Hauptprotagonist dafür ein zweites gebrochenes Bein in Kauf nehmen muss...

Hitchcocks Kunstkniff liegt bei vorliegendem Streifen vermutlich weniger in der soliden & spannenden Inszenierung des (dennoch gelungenen) Plots selbst begründet, als darin, jeden harmlosen Hinterhof westlicher Gesellschaften als Mordtatort in Frage zu stellen. Tatsächlich wirkt die moralisch fragwürdige Besessenheit des voyeuristischen Beobachters (selbst, wenn er am Ende einen Mord aufdeckt) verstörend und ein Stück weit auch beängstigend. Selbst, wenn mittlerweile über ein halbes Jahrhundert zwischen der Gegenwart und hiesigem Streifen (von 1954) liegt, macht genau dieses nachhaltige Gefühl ihn in gewisser Weise zeitlos. Ich glaube, Ihnen fast garantieren zu können, dass man eine Zeit lang - nachdem man vorliegenden Film gesehen hat - banger als sonst aus dem heimeligen Fenster blickt.
So gesehen ist dem Meisterregisseur hier wieder einmal ein Meisterstück geglückt, das völlig zurecht als Klassiker eingestuft wird. Alles in allem - und deshalb ziehe ich dennoch einen Stern ab - gibt's einige Hitchcock-Streifen (auch andere freilich), die ich diesem hier vorziehen würde. Stellenweise - und das ist bestimmt nicht böse gemeint - wirkt der Plot auch ein bisschen altbacken und zäh. Gewiss könnte man darin wohlwollend auch einen Charme erkennen (und ich liebe Schinken dieser Art normalerweis wirklich), dennoch hat "Rear Window" irgendetwas an sich, das ich jetzt wohl nicht genauer definieren kann, dass es für mich ein bisschen unausgegoren macht (was die Mischung zwischen Thrill, Humor, Romantik usw. angeht). Meiner Meinung nach hat der vielzitierte Zahn der Zeit hieran ein bisschen stärker genagt, als an Klassikern ähnlichen Formats. Mag sein, dass dieses Gefühl freilich sehr subjektiver Natur ist, aber am Ende, so denke ich, werden diesem durchaus gelungenen, spannenden und sehenswerten Kult-Streifen 4 Sterne halbwegs gerecht.

Fazit: Mit vorliegendem Streifen liefert der Master of Suspense ein weiteres Leinwandwerk hoher Güte ab, das Hitchcock-Liebhabern und Genre-Fans - und nicht nur ausschließlich solchen - sicher gefallen dürfte. So genial Hitchcock es (wieder einmal) versteht, das Banale & Naheliegende als Böse darzustellen und jeden stinknormalen Hinterhof in einem völlig anderen Lichte erscheinen zu lassen, so altbacken und oberflächlich wirken sämtliche Nebenstränge des Films (wie z.B. die teils schnulzig anmutende Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern) stellenweise auf mich. Für mich persönlich - aber darüber kann man wohl vortrefflich streiten - zählt "Rear Window" deshalb nicht zu Hitchcocks allergrößten Leistungen, wenngleich ich schon der Meinung bin, dass Hitchcock-Fans und Cineasten diesen Streifen freilich gesehen haben sollten.

In der Hoffnung, dafür nicht an den Pranger gestellt zu werden (es gibt auch eine Unzahl an 5-Sterne-Rezensionen zu Hitchcock-Filmen, die ich verfasst habe und die bei Interesse gerne nachgelesen werden können), vergebe ich aus subjektiver Sicht am Ende 4 Sterne für diesen - aus heutiger Sicht - teils leicht "angestaubten" Klassiker!

Prädikat: SEHENSWERT. ++++
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TOP 500 REZENSENTam 2. Mai 2016
Das ist schon interessant. Ich habe vor kurzem einen ganz aktuellen Action-Thriller (Mission:Impossible 5) gesehen. Ganz modern, viele Drehorte auf der ganzen Welt und Action ohne Ende. Am Abend des gleichen Tages schaute ich mir zum gefühlt 10ten Mal "Das Fenster zum Hof" an. Der Film ist über 60 Jahre alt, spielt nur in einem Zimmer und im Hinterhof eines Hauses, hat so gut wie keine Action.

SO, UND NUN RATEN SIE MAL, WELCHER FILM MIR BESSER GEFIEL !!!

Natürlich "Das Fenster zum Hof" vom Master of Suspense, Alfred Hitchcock persönlich. Der Film ist ein absolutes Meisterwerk.

Bei der Blu-ray hat mich ein wenig gestört, dass man nach dem Einlegen in den Blu-ray-Player relativ lange braucht, bis man zum Film kommt.

Technisch ist die Blu-ray top. Das Bild ist gut ausgeleuchtet und gestochen scharf. Die Farben sind kräftig. Mir sind keinerlei Bildmängel aufgefallen. Ich hätte nie gedacht, dass man bei einem so alten Film diese Top-Qualität herausholen kann. Der Ton ist nach meinem Empfinden kraftvoll und klar.
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Top in (fast) allen Belangen- so könnte das kurze Fazit zu dieser DVD mit einem der bekanntesten Hitchcock- Klassiker lauten. Weil aber damit noch nicht allzuviel Konkretes ausgesagt worden ist, wird diese Rezension denn doch etwas länger ausfallen :-)
Über den Film selbst ist schon viel gesagt worden und wird immer wieder dasselbe gesagt werden: Er ist in seiner Machart einfach genial- Jeff (James Stewart) ist Fotograf und zur Zeit mit einem gebrochenen Bein an den Rollstuhl und in seiner kleinen Wohnung gefesselt. Zum Zeitvertreib beobachtet er seine Nachbarn und glaubt bald, einen Mord beobachtet zu haben. Von nun an spionieren er, seine Freundin Lisa (Grace Kelly) und seine zupackende Pflegerin (Thelma Ritter) gemeinsam- auf der Suche nach einer Leiche und einem Beweis...
Schon der Handlungsort ist für Hollywood- Verhältnisse revolutionär gewählt: Unmittelbarer Schauplatz ist nur Jeffs Wohnung, von der aus der Blick zu all den gegenüberliegenden Fenstern wandert. Dabei versteht es Alfred Hitchcock aber auf einzigartige Weise, die Welten der anonymen Nachbarn durch kurze Schlaglichter perfekt darzustellen. Im Fokus des Zuschauers befindet sich der Plot um den Mord in der Wohnung von Mr Thorwald (Raymond Burr) und seiner Frau, doch die anderen Figuren erzählen jede eine eigene Geschichte. So fixiert sich die Konzentration nicht nur auf das Verbrechen- ein frisch verheiratetes Paar durchlebt sehr intensive Flitterwochen, ein Songschreiber komponiert während des ganzen Films an einem Stück, eine Tänzerin umgibt sich mit vielen Verehrern und Miss Einsames-Herz steuert auf einen Selbstmord zu... Die Handlungen und Wandlungen um diese Nebenkriegsschauplätze sind genauso unterhaltsam wie der eigentliche Kern des Filmes, zumal sie zum Schluss auch noch miteinander verknüpft bzw. aufgelöst werden.
Hier zeigt der Film auch am deutlichsten sein sozialkritisches Gesicht: Jeffs Voyeurismus mag- wenn man den Maßstab eng anlegt- niederen Motiven wie Neugier und Sensationsgier entspringen, aber er endet mit der Festnahme eines Mörders, der sonst davongekommen wäre. So ist er auch eine Form der gegenseitigen Aufmerksamkeit, die während des Films die Besitzerin des ermordeten Hundes einfordert. Überhaupt vermittelt „Das Fenster zum Hof" mit der Kriminalgeschichte als Steigbügelhalter auch ein skeptisches Bild von der heutigen Gesellschaft, das aber positiv oder zumindest versöhnlich ausklingt.
Abgesehen von diesen psychologischen Überlegungen bietet dieser Thriller- natürlich, möchte man sagen- beste Unterhaltung. Wie fast immer hat Hitchcock ein feines Händchen für die Rollenbesetzung- James Stewart spielt den Fotografen Jeff wunderbar sympathisch und beeindruckt vor allem durch die intensive und natürliche Mimik, die die Handlung dann tragen muss, wenn die pure Beobachtung und die unmittelbare Reaktion darauf im Vordergrund stehen. Ebenso souverän gibt Grace Kelly seine Freundin Lisa, eine High Society- Schönheit, die den brummigen Jeff von ihrer Tauglichkeit überzeugen möchte. Sie verbindet Charme mit Witz, und das in einer äußerst anmutigen Weise. Das komische Highlight des Films ist Thelma Ritter als herrlich sarkastische Pflegerin, deren Humor trockener als ein uralter Zwieback ist. Den durchweg überdurchschnittlichen Eindruck rundet Raymond Burr als Lars Thorwald ab- sein wichtigster Beitrag ist sein Äußeres (bullige Statur, silbergraues Haar), das auf eine faszinierende Weise bedrohlich wirkt.
Der Klasse des Films trägt auch die Ausstattung der DVD Rechnung: Neben den obligatorischen Trailern auch zu anderen Hitchcock- Produktionen gibt es eine Kunstgalerie mit Szenenfotos und Kinoplakaten. Toll ist vor allem die Dokumentation zum Making Of der Restauration des Films mit vergleichenden Bildern und ausführlichen Kommentaren, und sehr liebevoll gemacht ist ein Bericht über die Entstehung des Films mit Einblicken in die Ideenwelt des Master of Suspense, Interviews mit Beteiligten und anderen Details. Auch das (farblich etwas altbackene) Menü ist übersichtlich gestaltet - das würde die Höchstnote verdienen, wenn meine Ansprüche nicht noch etwas höher wären: Mich hätte ein Interview beispielsweise mit James Stewart gefreut- hätte sich so etwas nicht auftreiben lassen? Ansonsten aber: Kompliment- und kaufen!
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am 6. Juli 2013
Wieder ein super Hitchcock-Film. Jeder kennt den Film bestimmt aus dem Fernsehen und somit ist wohl eine genaue Beschreibung unnötig.
Der Film ist spannend, teilweise amüsant, durch das Spannerhafte Verhalten des Journalisten, der das gegenüberliegende Haus samt Bewohner beobachtet und seine Bemerkungen dazu abgibt, bis ihm einiges verdächtig vorkommt.
Traurig, den Mord am kleinen Hündchen, das leider die Tat drohte aufzudecken, durch sein Buddeln in der Erde.. .
James Stewart und Grace Kelly in einem sehr spannenden Hitchcock-Thriller. Immer wieder ein Genuß.
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Wenn es einen Film gibt der Hitchcocks Begriffe vom "Pure Cinema" und "Suspense" ziemlich gut verdeutlicht, dann ist es "Das Fenster Zum Hof".

Es ist eine wahre Freude zu sehen wie Hitchcock mit den Mitteln, die nur dem Film zur Verfügung stehen, das Publikum manipuliert. Hier wird zum Teil mit wenig Dialog und nur mit Bild, Perspektive, Schnitt, Ton und Musik die Geschichte erzählt und die Spannung aufgebaut. Für Menschen die sich nur halbwegs für das Filmemachen interessieren, ist das ein echter Lehrfilm. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Anfang des Films. Dort erklärt er auch nur ohne ein Wort Dialog und mit einem Kameraschwenk, wieso James Stewart im Rollstuhl sitzt und was er beruflich macht.

Der Film wurde komplett in einer Studiokulisse gefilmt. Das erklärt die optische Künstlichkeit des Films. Hitchcock liebte das Studio und hasste das Drehen an Originalschauplätzen. Im Studio konnte er alles so manipulieren wie er wollte. Hier konnte er auch die Schauspieler wie "Puppen tanzen lassen".
Der Zuschauer betrachtet den Hof und die Nachbarn fast ausschließlich aus der Perspektive von James Stewart und dessen Wohnung. Das macht den Zuschauer genauso zum Voyeur und zum Verbündeten mit Stewart.

Mit James Stewart und Grace Kelly hat der Film zwei von Hitchcocks Lieblingsschauspielern an Bord und bietet somit auch einige Starpower. Grace Kelly wurde meines Erachtens in keinem anderen Film besser auf die Leinwand gebracht.

Auf den Inhalt des Films möchte ich nur wenig eingehen.

Insoweit Spoileralarm,
obwohl das bei Hitchcock-Filmen nicht nötig ist, da es ihm weniger auf die Handlung und umso mehr auf den Spannungsaufbau und die wohldosierten Schocks des Publikums ankam:

In der ersten Hälfte bis ca. Minute 50 stellt Hitchcock alle Hauptakteure, die Nachbarn das Setting, das Thema und die Problematik vor. Die Vorstellung der Nachbarn bietet dabei reichlich Raum um Hitchcocks Humor und auch Berührendes zu zeigen, was vom grausamen Mord ablenken und dem Zuschauer etwas Erholung bieten soll. Das geschieht meist alles ohne Dialog und zeigt wiederum was "Pure Cinema" bedeutet und auch Hitchcocks Herkunft aus dem Stummfilmzeitalter.
In der zweiten Hälfte geht es darum Raymond Burr den Mord nachzuweisen. Hitchcock zieht dabei die Spannungsschraube fast bis zum Unerträglichen an.

Zur Blu-ray:
Das Bild ist deutlich besser als auf der DVD und nicht so grobkörnig. "Gestochen scharf" wie hier in anderen Rezensionen gesagt wird, ist es aber nicht. Das war auch bestimmt wegen des Alters des Films und des verwendeten Filmmaterials nicht möglich. Manche Nahaufnahme von Grace Kellys Gesicht wirkt unscharf und weichgezeichnet.
Die Farben wirken sehr kraftvoll.
Der deutsche 2.0 DTS-Ton ist klar und deutlich. Es wurde die deutsche Synchronfassung von 1984 benutzt, die ursprüngliche Fassung aus den 50ern gilt zum größten Teil als verschollen. James Stewart hat aber in beiden Fassungen den selben Sprecher.

Die Blu-ray bietet die alten Extras der DVD. Dazu gibt es aber auch ein paar neue Extras:
-ein 30-minütiges Interview mit Hitchcock aus den 70ern (zeitlich nach Frenzy, da er darauf Bezug nimmt)
-einen Audiokommentar von John Fawell
-zwei Specials in denen Hitchcocks Technik und seine Nutzung des Tons erklärt werden
-Ausschnitte aus dem Truffaut/Hitchcock-Interview (als Hitchcock-Fan und Filmfreund sollte man unbedingt das dazugehörige Buch lesen)
Es gibt hier also einiges zu entdecken. Danach ist man um einiges schlauer.

Fazit:
Perfekter Film in perfekter Blu-ray-Umsetzung. Dazu viele gute Extras. Viel mehr geht bei so einem alten Film (1954) nicht.
Von daher: Kaufen !!!
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am 23. Juli 2007
Es ist schwer zu sagen welcher Hitchcock Film sein letztendlich bester ist. Definitiv gehört Rear Window (Das Fenster zum Hof) zu den seinen Meisterwerken.

L.B. Jeffries (James Stewart) ist ein Pressefotograf, der in der ganzen Welt Sensationsfotos für sein Magazin liefert. Bei einem Unfall auf der Rennstrecke hat er sich jedoch ein Bein gebrochen und ist so während des heißen New Yorker Sommers für einige Wochen in seinem Apartment gefangen. Die Krankenschwester Stella (Thelma Ritter) kommt regelmäßig um nach ihm zu sehen.

Aufgrund des brütend heißen Wetters haben alle Nachbarn ihre Fenster zum Innenhof weit geöffnet. Zunächst aus purer Langeweile beobachtet Jeff mit seinem Teleobjektiv seine Nachbarn in ihren Wohnungen. Dabei fällt ihm auf, dass nach einem Streit die kranke Ehefrau seines Nachbarn Lars Thorwald (Raymond Burr) von Gegenüber plötzlich verschwunden ist. Jeff hat den Verdacht, dass Thorwald seine Frau umgebracht und die Leiche beseitigt hat. Seinen Freund, Polizeidetective Tom Doyle (Wendell Corey) kann er jedoch nicht davon überzeugen etwas zu unternehmen, da Jeff außer einer vagen Vermutung keinerlei Beweise hat.

Jeffs elegante Verlobte Lisa (Grace Kelly) kommt aus bestem Hause und möchte gerne, dass sie heiraten. Jeff aber will seine Unabhängigkeit und seinen abenteuerlichen Beruf nicht aufgeben. Um ihm zu beweisen, dass sie an seinem gefährlichen und aufregenden Leben als reisender Reporter teilhaben kann, unterstützt sie Jeff bei seinen heimlichen Ermittlungen gegen Thorwald und bricht sogar in dessen Wohnung ein, um nach Beweisen zu suchen. Da beobachtet Jeff, wie Thorwald vorzeitig nach Hause kommt. Er kann Lisa nur retten in dem er seine Tarnung aufgibt. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen Thorwald und Jeff.

Die gesamte Geschichte spielt in Jeffs winzigem Apartment und besteht ansonsten nur aus dessen subjektiven Beobachtungen im Hof und in den Wohnungen gegenüber. Dadurch wird eine ganz außergewöhnliche Spannung und dichte Atmosphäre erzeugt.

Wie es Hitchcock gelingt, diese bedrückende Situation einzufangen und Hintergründe der Geschichte bildlich zu erzählen ist schlicht meisterhaft. Für die Darstellung der gesamten Vorgeschichte, Jeffs Beruf, seinen Unfall und die Beziehung zu Lisa genügt ein einziger langsamer Kameraschwenk. Die kleinen Geschichten seiner Nachbarn die Jeff durch sein Teleobjektiv beobachtet, werden in Ermangelung eines Dialogs in wenigen einfachen Bildern erzählt.

Hitchcock verwendet keine eigentliche Filmmusik. Die Musik die man hört, ist immer Teil der Handlung und kommt aus einer der vielen Wohnungen zum Innenhof. Dieses, damals noch sehr unbekannte Stilmittel verstärkt den Realismus des Filmes.

Das sensationelle Set wurde in einem der riesigen Paramount Studios gebaut. Um die enorme Höhe von 5 Stockwerken zu realisieren, bei denen sich hinter allen Fenstern reale Personen bewegen können, wurde die Kellerdecke herausgenommen und die Lagerräume in den zwei Untergeschossen mit einbezogen. Für jede Tageszeit wurde in spezielles Lichtdesign entwickelt, das auf Knopfdruck aktiviert werden konnte. So etwas konnte sich nur Hitchcock erlauben.

James Steward zeigt in diesem Film erneut sein Talent, den amerikanischen Durchschnittsmann zu repräsentieren, mit dem sich der Zuschauer sofort identifiziert. Grace Kelly liefert eine der besten Darstellungen ihrer Filmkarriere ab.

Dieses einmalige Meisterwerk, wird hier in einer originalgetreu restaurierten Fassung angeboten, und bietet für einen über 50 Jahre alten Film eine sehr ordentliche Bild- und Tonqualität. Wie in der gesamten Universal Hitchcock Collection, ist auch auf dieser DVD umfangreiches Bonusmaterial enthalten, bei dem unter anderem der Autor John Michael Hayes und Hitchcocks Tochter Pat als Zeitzeugen zu Wort kommen. Das fast 1 stündige "Making of" liefert differenzierte Hintergrundinformationen und ist deutlich interessanter als das übliche Bonusmaterial heutiger Filme, dass oft zu Promotingzwecken gleich am Set mitgedreht wird und meist nur aus gegenseitigen Lobhudeleien der Mitwirkenden besteht.

Universal zeigt mit seiner Hitchcock Collection, dass man Klassiker schlicht und dennoch würdig präsentieren kann.

Das gebührt Dank und 5 Sterne.
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Geniestreich eines Genies! Wunderbare Darsteller, eine raffinierte Geschichte - und das Alles in einer der größten Kulissen die je gebaut wurden. Die Bildqualität der Blu-Ray ist sehr gut (nicht so gut wie bei Vertigo, aber wirklich gut) und reichlich Bonus-Material ist auch noch vorhanden.
Pst! Unter uns meine Herren: Grace Kelly sieht einfach umwerfend aus. Eine der schönsten Frauen die je gelebt haben. Ich habe den Film mittlerweile mindestens 15 x gesehen und werde ihn garantiert noch 15 weitere Male anschauen.
Kaufempfehlung hoch 17!
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