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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der menschliche Jesus
Jeder Film ist Fiktion. Es gibt die verschiedensten Versuche die Evangelien auf Zelluloid zu bannen. Jeder dieser Versuche - von historisierenden Hollywoodschinken über Monty Pythons Satire bis zur jetzt aktuellen "Passion" von Mel Gibson - jede filmische Umsetzung der Botschaft aus den Evangelien muss Interpretation bleiben, die kontrovers diskutiert wird...
Am 24. März 2004 veröffentlicht

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jesus als Familienvater
Eines darf man nie vergessen, es ist eine Romanverfilmung (Nikos Kazantzakis) und nicht der übliche Sandalenfilm aus der Antike, der das Alte Testament ins Bild rückt. Und er handelt doch von der Passion Christi. Die Szenen, die wir alle seit Kindertagen kennen sind auch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, der militante katholische Demonstranten Ende der...
Vor 6 Monaten von zopmar veröffentlicht


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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der menschliche Jesus, 24. März 2004
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
Jeder Film ist Fiktion. Es gibt die verschiedensten Versuche die Evangelien auf Zelluloid zu bannen. Jeder dieser Versuche - von historisierenden Hollywoodschinken über Monty Pythons Satire bis zur jetzt aktuellen "Passion" von Mel Gibson - jede filmische Umsetzung der Botschaft aus den Evangelien muss Interpretation bleiben, die kontrovers diskutiert wird.
Martin Scorsese ist eine Version gelungen, die uns Jesus ganz von seiner menschlichen Seite zeigt. Er ist sich seiner Mission nicht schon immer bewusst gewesen, er ist ein Suchender, ein Zweifelnder, wie viele andere Menschen auch. Und er ist den Versuchungen der "Welt", den raffinierten Verlockungen des Bösen ebenso ausgeliefert. Erst am Kreuz entscheidet er sich endgültig dazu zum Christus zu werden. Ein Film, der den Zuschauer spüren lässt, dass sich der Regisseur intensiv mit der Materie auseinandergesetzt und relativ gut recherchiert hat, vor allem was die Darstellung der Kreuzigungspraxis betrifft. Bei der Lektüre der Evangelien hätte Scorsese allerdings bemerken müssen, dass nirgends davon die Rede ist, dass Maria Magdalena eine Hure war, sondern eine der Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren (Luk 8,2).
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24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Judas und sein Freund, der Nazarener!, 12. Mai 2005
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
Judas ist der innigste Freund von Jesus und wahrlich kein Verräter. Im Gegenteil. Jesus bittet, ja fleht seinen Gefährten Judas an, das Schreckliche zu tun, was er umgekehrt selbst nie tun könnte: Die römischen Soldaten in den Garten Gethsemane führen, damit die Kreuzigung auch wirklich erfüllt werde.
Überhaupt ist Judas einer der größten Stützen des angeblichen Messias, der sich oft gar nicht so sicher ist, derjenige zu sein. Wiederholt plagen Angst und Furcht den Nazarener. Der Höhepunkt des Filmes beginnt erst richtig mit der Kreuzigung. Nur soviel sei gesagt: Jesus MUSS nicht sterben - er kann sich noch am Kreuz entscheiden. Die wirklich verblüffende Wendung kommt dennoch erst zum dramatischen Filmende.
Kein Spaßfilm, kein Slapstick, kein Comic, keine Verletzung religiöser Gefühle. Eher eine Variation, wie sie auch gut hätte sein können. Wer allerdings die offiziellen biblischen Inhalte als die unabänderbare "absolute Wahrheit" verinnerlicht hat, wird diesem genialen Film schwerlich seine tiefen philosophischen Aussagen abgewinnen können. MUSS zum Beispiel die Menschheit erlöst werden? Oder: Wie könnte Lebensglück aussehen?
Jesus ist hier kein tief religiöser Überflieger, der strax die Menschenmassen begeistert, sondern vielmehr jener einfache Mensch, der er historisch wahrscheinlich war.
Dieser Film hebt sich wohltuend von der Masse der zu diesem Thema gemachten Verfilmungen ab und erhält von mir das Prädikat "ausgezeichnet".
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jesus als Familienvater, 21. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi [Blu-ray] (Blu-ray)
Eines darf man nie vergessen, es ist eine Romanverfilmung (Nikos Kazantzakis) und nicht der übliche Sandalenfilm aus der Antike, der das Alte Testament ins Bild rückt. Und er handelt doch von der Passion Christi. Die Szenen, die wir alle seit Kindertagen kennen sind auch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, der militante katholische Demonstranten Ende der 80er Jahre vor die Kinoeingänge trieb, um den Eingang zu blockieren. Es ist ein Gedankenspiel am Ende des Films, das die Ursache für den Skandal war: Jesus (Willem Dafoe) wird von einem Schutzengel (Juliette Caton) vom Kreuz abgenommen, mit der sündigen Hure Magdalena (Barbara Hershey) vermählt und bekommt Kinder. Blasphemie! Teufelswerk! schmähten die Aufgebrachten damals. Es lag eine Scheiterhaufenatmosphäre in der Luft. Zugegeben man sah noch nie Jesus mit einer Frau im Bett Liebe machen – und seitdem auch nie wieder.
Die Gegner übersahen völlig, dass sich Jesus mit Judas (Harvey Keitel) ausgiebige Wortgefechte lieferte, der ihn noch auf seinem Totenbett als Feigling bezeichnet, der seine Mission nicht erfüllt habe. Konsequent weiter gedacht würde das nämlich bedeuten: kein Opfer, keine Erlösung. Das wäre der wahre Skandal gewesen: eine Religion ohne Erlösung!? Doch dazu kommt es ja nicht. Jesus muss zurück ans Kreuz und lachend verkünden ‘Es ist vollbracht!‘ Manche Szenen können den gottlosen Zuschauer an ‘Das Leben des Brian‘ erinnern. Da hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ganz schön was im Bewusstsein verändert. Und dann lässt Martin Scorsese die letzten Bilder über die Leinwand flackern, die sie aussehen, als sei die Filmrolle aus Zelluloid durchgeschmort. Vielleicht ein Hinweis, dass das alles nicht wirklich stattgefunden hat!?
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann man dem Buch auf dem dieser Film basiert..., 14. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
... durchaus noch vorwerfen vordergründig das Leben Jesu auf den Kopf zu stellen um provokant zu sein, so trifft das auf diesen Film gar nicht zu. Scorsese hat ein wunderbares Werk geschaffen, das einen Messias zeigt wie wir ihn uns bisher nicht vorstellen durften. Das über Jahrhunderte von der Kirche aufgebaute Bild des Gottessohnes wird zwar in weiten Teilen demontiert aber Willem Dafoe macht es dem Betrachter leicht, sich mit den neuen Tatsachen abzufinden. Unaufgeregt und ohne Effekthascherei nimmt Dafoe den Zuschauer durch seine phantastische Darstellung an die Hand und bereitet ihn gewissermaßen auf die nächste Ungeheuerlichkeit vor. Natürlich erreicht vor allem die Buchvorlage ihre provozierende Absicht dadurch, dass über die als gesichert geltenden Fakten konsequent die genau gegenteiligen Behauptungen gestellt werden. Der kirchliche Jesus wird uns ja als jemand nahe gebracht, der zu jeder Zeit weiß was auf ihn zukommt, jemand der den vorherbestimmten Weg rational geht, ihn gewissermaßen trotz aller Härte selbst gewählt hat. Dieser Charakterzug zusammen mit der göttlichen Abstammung bildet den Nimbus des göttlichen Erlösers, angesiedelt fern der menschlichen Wesensart. Hier nun ist Jesus ganz und gar Mensch mit vielen Sorgen, Ängsten und Zweifeln. Jemand der nicht geduldig vor sich hinleidet im Wissen wofür und das es vorbeigeht. Ist die Formel vom kirchlichen Jesus zu überhöht, zu unantasbar, so ist die hier gezeigte Auslegung sicher zu erdig und für einen Heiland schlicht zu banal. Die Wahrheit liegt hier, wie so oft, wohl irgendwo dazwischen. Wozu dann ein solcher Film? Er fügt der gängigen Vorstellung vom Menschensohn ein paar neue, erfrischende Aspekte hinzu. Sicherlich ist nicht jeder dieser Aspekte als Fakt zu nehmen (genauso wenig wie jeder Aspekt der den biblischen Christus ausmacht) aber die Auseinandersetzung mit dem Gedanken dass die Persönlichkeit Jesu reicher war als allgemeingültig dargestellt, öffnet neuen Zugang zu ihm mit dem Potential Nähe zu schaffen.
Dieser Film ist übrigens nicht nur inhaltlich sehr gut. Handwerklich hat er ebenso viele Vorzüge. Dramaturgie, Kameraführung, Inszenierung und darstellerische Leistung lassen nur wenige Wünsche offen. Das einende Element und ist bleibt dabei Willem Dafoe, der den wirklichen Jesus erstmals erahnbar machte. Dieser Film gehört in jede anspruchsvolle DVD- Sammlung.
Ein Wort noch zu den Reaktionen, die dieser Film seinerzeit bei wahrscheinlich ewig gestrigen Zeitgenossen auslöste: Was ist so ungeheuerlich daran dass Jesus mit Maria Magdalena schläft bzw. darüber hinaus mit ihr Familie und Kinder gehabt haben könnte? Ist es die Tatsache dass Christus mit einer Frau verkehrte? Oder dass diese eine Hure war? Beides kommt noch heute ungezählte Male überall auf dem Globus vor... Übrigens die Szenen im Film können ansich nicht die Reaktionen verantwortet haben, denn die von Scorsese gewählten Bilder sind weder anstößig noch obzön- nur leidenschaftlich und anrührend.
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18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ecce Homo - Jesus mal (echt) menschlich!, 7. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
Jesus, einmal wirklich interessant - weil zutiefst menschlich - dargestellt. Endlich mal kein in tyischer Hollywoodmanier aufgemachtes Werk, in welchen Jesus bisher als verklärter, auf Erden wandelnder, Johannes-Evangeliums-Zitate-wortgetreu-rezitierender Guru über die Leinwand laufen mußte und wo dies dann auch noch mit seichtester Halleluja-Musik untermalt wurde, um einen zu Tränen zu rühren. Nein! Am verklärten Jesus der mit dieser Welt nichts zu tun hat war Scorsese (zum Glück) nicht interessiert. Er zeigt einen zwar mit göttlichen Gaben ausgestatteten Mann der aber um seinen Glauben ringen muß, da er an vielem zweifelt und fast verzweifelt - der seine göttliche Auserwähltheit nicht lautstark bejuben will, weil sich diese ihm vor allem als schwere Last und Bürde erweist.
Der Film will nicht bibeltreu sein, deshalb taugt er auch nichts für christliche Fundis (allerdings konnte Scorsese der seinigen Versuchung nicht widerstehen und ließ Jesus in seinem Film (ganz bibelgemäß) seine Wunderwerke vollbringen, was völlig unnötig war, eher sogar stört).
Nebenbei behandelt der Film eines der großen spirituellen Themen:
Ein mit göttlichen Gaben ausgestatteter Mensch - hier: Jesus am Kreuz - muß sich entscheiden zwischen einem, von ihm eigentlich ersehnten, Leben auf Erden als gewöhnlicher, sterblicher Mann, der ein natürliches Leben leben, Frauen lieben, eine Familie gründen, Erfahrungen machen will - und zwischen einer Existenz als göttliches Wesen, welches zwar unsterblich, vollkommen und allwissend ist, dafür aber auch auf die menschlichen (fleischlichen) Erfahrungen verzichten muß.
Fazit: Sehr sehenswert für alle am Genre interessierten (Fundis ausgenommen).
DVD-Mangel: Für den hohen Preis hätte man eine Menge Zusatzmaterial erwarten können (making of). Darüber tröstet auch nicht das Vorhandensein des englischen Originaltons hinweg.
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23 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer ist Miles Bethany ? ;-), 11. Juni 2004
Von 
Axel Krauss (Duisburg, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
"Alberne Kameratricks" ? Na da spricht ja ein Experte ,-).
Scorseses bzw. Ballhaus' Kameraführung ist gerade in diesem
Film alles andere als albern, sondern höchst subtil und weckt
viele religionsphilosophische Assoziationen. Naja, was rede ich - die meisten Filmkritiker schauen eh nicht so genau hin, daraus resultiert dann so manches Fehlurteil. Ansonsten zählt
"Die letzte Versuchung Christi" zu den intelligentesten und komplexesten Verfilmungen der Passionsgeschichte, die bisher entstanden - besonders im Vergleich zu Gibsons borniertem "Passion of Christ".
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scorseses zutiefst empfundene und persönliche Interpretation der Evangelien, 4. Februar 2014
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi [Blu-ray] (Blu-ray)
Martin Scorseses Adaption von Nikos Kazantzakis Roman "Die letzte Versuchung Christ" ist ohne Zweifel einer der am heftigsten umstrittenenen Filme aller Zeiten. Der Film löste weltweit eine enorme Protestwelle aus: Es wurden massive Straßendemonstrationen geführt, Kinos, die den Film spielten, wurden angegriffen. In Paris wurde sogar ein Spielort von einer fundamentalen christlichen Partei angezündet. Oft erfolgte der heftigste Protest auch aus Lagern, die den Film nicht mal gesehen haben und ihre aggressive Meinung rein durch Hörensagen bildeten. Ganz objektiv betrachtet ist "Die letzte Versuchung Christi" ein hochanspruchsvolles und bewegendes Kunstwerk, das man, ob gläubig oder nicht, gesehen haben sollte.

Hier liegt, und das wird direkt zu Anfang in Form einer Textafel verdeutlicht, eine fiktive Interpretation der Evangelien vor. Scorsese, der streng katholisch erzogen wurde, liefert hier sein wohl persönlichstes Werk, in dem er und seine Drehbuchautoren Paul Schrader und Jay Cocks versuchen, die Figur Jesus Christus aus ihrem persönlichen Blickwinkel zu ergründen. Scorsese nutzt dafür wie auch schon in vielen seiner anderen Filme, sei es "Taxi Driver", "Raging Bull" oder "The King of Comedy", eine sehr subjektive Erzählweise aus der Sicht der Hauptfigur, in diesem Fall Jesus Christus. Der Film ist folglich als intime Charakterstudie konzipiert.

In dieser wird Jesus (kraftvoll portraitiert von Willem Dafoe) als Person dargestellt, der zwischen seiner menschlichen und göttlichen Seite hin- und hergerissen ist. Hier wird ein Jesus gezeigt, der Angst vor seiner Rolle als Messias hat, der zweifelt und mit sich hadert und einen langen Lernweg und eine spirituelle Reise zu beschreiten hat. Dort muss er erst seine Stärke finden und versuchen zu begreifen, was sein Auftrag für die Menschheit bedeutet. Scorsese zeigt einen getriebenen, ängstlichen, verwirrten, hinterfragenden Jesus, der von menschlichen Emotionen geprägt ist und auch von irdischen Versuchungen heimgesucht wird.

"Die letzte Versuchung Christi" ist ein sehr komplexer, intelektueller, hochanspruchsvoller aber auch kraftvoll-emotionaler Film, sicherlich Scorseses herausfordernstes und anstrengendes Werk. Der Film erfordert absolute Konzentration und Aufgeschlossenheit des Zuschauers. Zugleich ist der Film ganz offensichtlich zutiefst empfunden und persönlich, eine filmische Expression von Scorseses jahrzehntelang gehegten Gefühlen und Gedanken über Jesus Christus. Das Ganze inszeniert er sehr bodenständig als intimes Portrait und nicht als monumentalen Ausstattungsfilm. In Scorseses Film existiert zudem das Natürliche direkt und ganz selbstverständlich neben dem Übernatürlichen.

Der größte Streitpunkt des Films war wohl (neben der allgemeinen Darstellung eines von menschlicher Schwäche geprägten Jesus) der letzte Akt, wo die titelgebende letzte Versuchung stattfindet. (Spoiler) Jesus hängt am Kreuz, als ihm ein Mädchen erscheint, das behauptet, sein Schutzengel zu sein. Sie sagt ihm, dass er nun genug gelitten hat und Gott möchte, dass er glücklich ist. Obwohl er Gottes Sohn sei, ist er nicht der Messias und darf ein irdisches Leben führen. Die letzte halbe Stunde spielt sich in etwa so ab wie "Ist das Leben nicht schön", ein Was-wäre-wenn-Szenario, in dem Jesus Maria Magdalena (Barbara Hershey) heiratet, mit ihr Kinder hat und nach ihrem frühen Tod Maria und Martha von Bethanien heiratet, weitere Kinder zeugt und ein langes, friedliches Leben führt. Auf seinem Sterbebett enthüllt Judas (ein gewöhnungsbedürftiger, rothaariger Harvey Keitel), dass sein Schutzengel in Wahrheit der Teufel ist. Jesus schreitet darauf durch das brennende Jerusalem und fleht Gott am Ort seiner Kreuzigung an, seine Bestimmung ausführen zu dürfen. Er findet sich erleichtert am Kreuz wieder. (Spoiler Ende)

Lässt man den Inhalt ausser Acht, offenbart sich hier wie von Scorsese gewohnt ein filmisch exzellent umgesetztes Werk. Visuell ist "Die letzte Versuchung Christi" eher zurückhaltend, dennoch bieten sich kraftvolle Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Unterstrichen werden diese von einer herausragenden Filmmusik von Peter Gabriel, ein unglaublich atmosphärischer Weltmusik-Soundtrack, der asiatische, afrikanische und arabische mit modernen Klängen aufregend kombiniert. Sicher eine der besten und interessantesten Filmmusiken überhaupt.

Für Scoreses mutige und faszinierende Vision muss man aufgeschlossen und tolerant sein. Fällt man in diese Kategorie, bietet sich hier eine wunderbare Diskussionsbasis, sowohl für Gläubige, wie auch Nichtgläubige. Das ist zumindest die Hoffnung.

BLU-RAY:
Die Blu-Ray präsentiert sich technisch gut, aber nicht sehr gut umgesetzt. Das Bild weist sehr unterschiedliche Schärfewerte auf, es gibt sehr hochauflösende Momente, jedoch bewegt sich der transfer meistens eher nur auf DVD-Niveau. In manchen dunklen Momenten ist auch sehr deutliches und störendes Bildrauschen zu erkennen. Dies bleibt aber eine seltene Beobachtung und die Bildqualität kann als anständig bezeichnet werden.

In Sachen Ton präsentiert sich ein sehr anständiges Bild. Die deutsche (und französische, italienische und spanische Tonspur liegt nur in DTS 2.0 vor, dort kommen die Stimmen in diesem sehr dialoglastigen Film aber sehr gut zur Geltung. Auch die Filmmusik ertönt kraftvoll. Die Originalfassung in DTS-HD Master Audio 5.1 ist natürlich räumlicher abgemischt, dort sind die Stimmen aber eine Spur leiser, dennoch aber sehr gut verständlich. Der Soundtrack verteilt sich schön im gesamten Raum, dynamische Effekte sind eher selten.

Das Bonusmaterial fällt eher mager aus. Hier gibt es lediglich ein sehr interessantes, aber zu kurzes Interview mit Martin Scorsese (13:14). Dort spricht der Regisseur über die Kontroverse, unfaire Anschuldigungen und Todesdrohungen, seine Intention, die Entstehungsgeschichte und die Besetzung. An dieser Stelle bricht das Interview leider ab und wirkt daher unvollständig. Ansonsten gibt es nur noch den Original-Trailer (01:43).
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus, zuerst als Skeptiker, dann als Messias..., 30. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein Mann erkennt durch Gott seine wahre Bestimmung und beginnt, seinen Glauben zu verbreiten. Willem Dafoe in Martin Scorsese's oppulenter Verfilmung.

Zum Film: Jesus (Willem Dafoe) will die Zeichen nicht erkennen, die von Gott kommen und hilft den Römern dabei, seine eigenen Leute zu kreuzigen. Nach einiger Zeit des Zweifelns verlangt er in der Wüste von Gott, das dieser zu ihm spricht. Als er tatsächlich Signale bekommt, beginnt er, seine neue Bestimmung, seinen Glauben und seine Ansichten unter das jüdischen Volk zu verbreiten. Nach anfänglichen Zweifeln beginnen die Menschen ihm zu folgen. Sein Wirken wird jedoch von den Volksoberen nicht toleriert, und die Folgen sind grausam...

Das Bild der Blu Ray ist sehr gut, scharfe Konturen, detailierte Hintergründe... Die Farbgebung ist oft ein wenig matt, passt aber zu Thema des Films. Filmkorn ist stets präsent, stört aber nicht.
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5.0 von 5 Sternen Interessant, 9. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
Ein Film der sich ins Gedächnis einprägt. X x x x x x x x x x x x x
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hohe Erwartung, 31. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Versuchung Christi (DVD)
In diesen Film legte ich hohe Erwartungen, weil ich bereits im Religionsunterricht und in kirchlichen Diskussionen viel über diesen Film gehört hatte und mir nun selbst ein Bild über die Kontroverse darin machen wollte. Diesen Film empfehle ich nur Leuten, welche die Bibelgeschichte um Jesus kennen. Dann erst fallen einem Interpretationen auf, welche dieser Film für seine Aussage zugrunde legt. Leute, welche die Geshcichte nicht kennen, können eher wenig mit diesem Film anfangen. Für diese wird der Film eher ermüdend sein, weil er nicht so gut ist. Ein geschichtlicher Abriss ist dieser Film nicht. Er erzählt Handlungen anders, fügt Nichtzusammenhängendes zusammen, erzählt Manches nicht aus dem Kontext heraus und interpretiert die Geschichte um. Weil ich das Buch nicht kenne, kann ich nichts über Scorsese und seine Gelungene Verfilmung sagen. Meine Rezension bezieht sich daher ausschließlich auf die Handlung, die ich im Flim vorfinde. Scorsese Verfremdet zum Teil Geschehen, so dass man manchmal nicht weiß, ob es sich um Träume oder um Gegebenheiten handelt. Er reiht so viele Geschichten aneinander, dass man sich hinterher fragt, ob man diese wirklich erzählen hätte müssen, weil sie für die Aussage des Films keine Rolle Spielen. Der Film war für mich Etwas ermüdend und wirkte sehr lang, durch die zu vielen unnötigen Geschichten, die zwar in der Bibel vorkommen, aber eben nichts mit der letzten Versuchung zu tun haben. Viele Aussagen wurden nicht deutlich und die eigentliche Intention: "Die letzte Versuchung" kam zu kurz. Dieser Film ist vermutlich eher was für Film- oder Kunstkritiker.
Zur eigenltichen Intention, der letzten Versuchung, muss ich sagen, dass die Rückführung zu seiner dann doch eigneltichen Entscheidung nicht ganz nachzuvollziehen war.
Der Film bot auf jeden Fall viel Stoff für Diskussionen und ist lange nicht so schlimm, wie die Kirche ihn darstellte. Viele menschliche Fragen werden darin aufgearbeitet und Jesus war eben auch Mensch, das wird gerne vergessen.
Als Gesamtwerk nicht gelungen, aber im Einzelnen sehr interessant und diskutabel, vor allem für Glaubensfragen.
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