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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckt: Der in den Kopf sieht
Diese Sätze. Keiner kann sie so wie Axel Bosse. "Ist immer jemand da", tröstet er im Titellied dieses Albums, "war immer jemand da, der dir tief in den Kopf sah." Für einen selbst als Hörer fühlt es sich mit jeder Platte mehr so an, als wenn Axel Bosse dieser Freund ist, der einem in den Kopf sieht und Gefühle so formuliert, wie man es...
Vor 17 Monaten von Der Entdecker veröffentlicht

versus
49 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen An der Weggabelung
Unbändige Freude ergriff mich, als ich vom neuen Album hörte. Bosse und ich, das ist eine Liebe seit so langer Zeit, dass ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann, wie die Band hieß, für die er damals die Vorband machte. Etliche Konzerte und tagelanges Hören der CDs haben mich seitdem geprägt.

Und nun sitze ich hier mit...
Vor 17 Monaten von L. veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckt: Der in den Kopf sieht, 11. März 2013
Von 
Der Entdecker (Münster) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Diese Sätze. Keiner kann sie so wie Axel Bosse. "Ist immer jemand da", tröstet er im Titellied dieses Albums, "war immer jemand da, der dir tief in den Kopf sah." Für einen selbst als Hörer fühlt es sich mit jeder Platte mehr so an, als wenn Axel Bosse dieser Freund ist, der einem in den Kopf sieht und Gefühle so formuliert, wie man es niemals alleine gekonnt hätte. Gefühle. Und Trost. "Ich such’ nicht mehr und finde nur“, singt er im Refrain von "Kraniche" und dann, die größte Beruhigung überhaupt: "Kommt sowieso an den Start, was kommen mag." Was bei diesem Lied kommt, sind die Tränen. Emotional entwaffnend sind diese Songs, weise im Herzen. Zen-buddhistisch fast. "Kraniche" (der Song) als deutsche Version von Stings "All This Time" (thematisch, nicht musikalisch) und "Kraniche" (das Album) als perfekte Symbiose von Herz und Hirn. Denn: Bosse und seine Mitmusiker machen sich auch Gedanken darüber, was wann warum wie klingen sollte. In "Istanbul" hört man Saz und Kürbisgeige - authentische Klangkörper aus Bosses zweiter Wahlheimat. "Alter Affe Angst" handelt von derselben, klingt aber im absichtlichen Kontrast beschwigt und heiter. "Familienfest im Grünen" lässt ein Streichquartett aufspielen zu einem Fest, das nur von Kaputtheit erzählt. "Sophie" mischt Elektropop mit großer Geste a'la Coldplay. "Konfetti" schließt als Pianoballade wieder mit einer dieser herrlichen Zeilen, wie sie so klar und echt nur Bosse kann: "Seit ich dich kenne, regnet’s nie." Das ist nicht kitschig, sondern einfach nur schön. Das bislang größte, feinste, am meisten durchdachte, orchestralste Album ... und doch weiterhin so intim, als würde es beim Hören nur zu einem selbst sprechen. Einmalig.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Plan geht auf, 8. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich erinnere mich noch an ein Bosse-Interview aus dem Jahr 2007/2008 (?) - noch lange vor "Taxi". In diesem sprach Meister Bosse über seine musikalische Zukunft: Schon damals liebäugelte er mit Streichern und vielen unterschiedlichen Instrumenten in seinen Songs. Der Wunsch war also schon lange da, die Kreativität ebenso.

Gut ein halbes Jahrzehnt später hat der Braunschweiger Jung nun endlich die Möglichkeiten, seine lang gehegten Gedanken ausleben zu können. Das nenne ich mal konsequent und bin überaus dankbar für den Schritt, den Bosse mit "Kraniche" geht. Er hätte auch alles so lassen wir vorher und sich selbst wiederholen können. Macht er aber nicht: Er bebt, er lebt, er spricht, er träumt, er malt, er erinnert, er reflektiert, er feiert, er tanzt, er kritisiert - und lässt uns an seinem Blick auf die Dinge teilhaben, als würden wir in einem Hamburger Café mit ihm an der Theke sitzen.

Disco-Tipp: Istanbul, So oder so
Nachdenk-Tipp: 4 Leben

Und bei einer Sache bin ich mir sehr sicher: Auf der nächsten Tour, auf dem nächsten Festival (egal wie groß), wird es Axel Bosse erneut gelingen, eine private Stimmung zu erzeugen, bei der jeder Besucher das Gefühl hat, Bosse würde nur für ihn spielen. Neben dem vielen Bombast, kann er nämlich auch sehr reduziert präsentieren, wie die Acoustic-Versionen auf der Bonus-CD der Limited-Edition beweisen. Ich freu mich auf ein tolles Bosse-Jahr!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeisterung im zweiten Anlauf, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (inkl. Bonustracks / exklusiv bei Amazon.de) (MP3-Download)
Lange herbeigesehnt, brachte der erste Hörgenuss erst einmal Ernüchterung.
Wo ist der Schwung, wo sind die vielen tanzbaren Stücke, die ich bisher von Bosse gewohnt war? Von Lied zu Lied wartete ich auf den großen "Kracher", der sich jedoch nicht einstellte.
Also legte ich das Album beiseite, gab ihm kurze Zeit später aber eine zweite Chance.
Und dann geschah es. Die Musik ging ins Ohr. Und ja, sogar tanzen war kein Problem mehr! Bis in den letzten Ton ausgefeilt, lädt jeder Titel ein in seine eigene Geschichte. Musikalisch sehr schön und durch die vielen neuen Musikinstrumente abwechslungsreich und einzigartig. Und die Stimme unverändert sinnlich zum Wegträumen!
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49 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen An der Weggabelung, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (inkl. Bonustracks / exklusiv bei Amazon.de) (MP3-Download)
Unbändige Freude ergriff mich, als ich vom neuen Album hörte. Bosse und ich, das ist eine Liebe seit so langer Zeit, dass ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann, wie die Band hieß, für die er damals die Vorband machte. Etliche Konzerte und tagelanges Hören der CDs haben mich seitdem geprägt.

Und nun sitze ich hier mit dem 5. Album auf den Ohren und spüre, dass es sich bei uns wie in einer langen Beziehung verhält. Man liebt sich, aber man merkt, irgendwas ist anders. Man kann es nicht richtig (be)greifen und schon gar nicht verstehen. Es liegt nicht nur an dir, es liegt auch an mir. Haben wir uns auseinander gelebt?

"Ich such nicht mehr und finde nur" singst du in Kraniche. Und ich kann dich verstehen. Du bist angekommen in deinem (beruflichen) Leben, ausverkaufte Touren, Plattendeal beim großen Label (nicht erst mit dem Album, ich weiß). Aber leider hört man es..

Alles klingt so sehr arrangiert. "Ja, hier noch 'ne Triangel. Hier legen wir nochmal deine Stimme drüber, dann klingt es mehr. Und hier als Lückenfüller noch ein "uuuhuuu, yeaaahaaa" " Bosse ist noch da, in den Texten. Doch der Sound hat sich für mich stark verändert. Zu glatt, zu einheitlich, zu "groß". Das Album düdelt so durch - es gibt keine Brüche, keine Kanten, an denen man stolpern würde und sich denkt: "Huch, was war das? Muss ich gleich nochmal hören."

Wir haben uns beide weiterentwickelt. Und auch wenn man die Trennung nach einer so langen Zeit nicht wahrhaben will, ist es vielleicht besser, wenn wir uns hier an der Weggabelung die Hände reichen und in verschiedene Richtungen gehen. Lass uns Freunde bleiben. Und von Zeit zu Zeit auf Konzerten die alten Gefühle & Erinnerungen aufleben lassen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ziemlich brillant, 10. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Audio CD)
Ich kann einen Teil meiner Vorredner/innen, die hier Kritik üben, schon ein Stück weit verstehen: Da gibt`s schon vereinzelte Programming-Schleifen, die too much sind und das Verlangen nach guter alter Handwerkskunst nähren, Stimm-Sirenen, die man sich wegwünscht. Auch meine 5 Sterne sind kaufmännisch gerundet. Aber ich lese hier zu viel Pathos: Bosse ist keine Religion, ich muss nicht exakt das fühlen, was Bosse fühlt und auch nicht in seiner Bettwäsche schlafen. "Kraniche" ist ein tolles Album, kreativ und facettenreich wie gewohnt (kein Titel gleicht dem anderen gemäß dem von Bosse selbst formulierten Anspruch). Songs, die wie immer Texte und Melodien im Gepäck haben, die einen packen und mitnehmen, unerwartete Momente, die stets zünden. Das mit "Wartesaal" gesetzte Denkmal steht stabil. "Vive La Danse" ist der einzige Track, den ich nicht vermissen würde, der "ganze Rest" wird mich noch ziemlich lange beschäftigen...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Flacher aber musikalisch gut, 4. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (inkl. Bonustracks / exklusiv bei Amazon.de) (MP3-Download)
Im Vergleich zu alten Alben werden die Texte teilweise immer flacher...Manche gehen in die Tiefe, regen zum Träumen und zum Phantasieren an...andere zum Nachdenken...Aber leider sind auch einige Lückenfüller dabei, die auf alten Alben nicht erschienen wären. Man merkt einfach den Versuch an krampfhaft die Zeit zu füllen, die noch zu füllen ist...Bosse wird alt, erwachsen, aber nicht schlechter...die Musik (Melodien, Rhythmen, Kompositionen, Instrumentalisierung) wurde seit dem letzten Album Wartesaal abwechslungsreicher und regt doch auch gerne mal zum Tanzen an...man bemerkt schnell den Mainstream Zwang der großen Plattenfirmen ...Erfolg heisst heutzutage eben ...Weg vom Speziellen, hin zum Allgemeinen...schade eigentlich, aber das kennen wir ja schon länger.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hatte mir mehr versprochen, 8. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Audio CD)
War okay, allerdings hatte ich gehofft, dass mir mehr Lieder gefallen würden als die, die ich bereits kannte. Dem war leider nur in einigen Fällen so. Schade. Trotzdem gute Lieder.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen KRANICHE, 8. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Tolle, markante Titel, die ins Ohr gehen.
Perfekt zum Autofahren.
Titel aus dem Leben und der Jugend.
Wärmstens zu empfehlen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Popalbum, 3. April 2013
Von 
Bosse ist zurück! Nach "Wartesaal" kommt jetzt das nächste, aufwendig und liebevoll produzierte Popalbum des Sprachkünstlers und Weltenbummlers mit dem vielleicht sympathischsten Gesicht der Branche.

Ich habe Bosse irgendwann vor einigen Jahren entdeckt, als ich in Köln (ich glaube beim Ringfest) vor einer Bühne stand und auf irgendeine andere Band wartete. Ich hatte keines seiner Lieder jemals vorher gehört, aber ich war begeistert von dem Typen, der da auf der Bühne sein Ding durchzog, sauber auskomponierte Songs mit tiefgründigen Texten, ohne dabei auf Tanzbarkeit zu verzichten. Die Beine wollten nicht still halten, die Stimmung hob sich... und heute erinnere ich mich noch an den Auftritt von Bosse, aber nicht mehr an das, worauf ich eigentlich gewartet hatte.

Entsprechend hoch waren meine Ansprüche an seine Alben. Und bei allen Alben, die ich bisher gekauft habe, war ich im ersten Moment enttäuscht. Um spätestens beim zweiten oder dritten Hören dann hellauf begeistert zu sein. So auch bei "Kraniche".

Die Texte, die Axel Bosse schreibt und singt, sind eine Wucht. Manches muss man mehrfach hören, um alle Sinnebenen zu erfahren, um alle sprachlichen Feinheiten zu erfassen. Das ist Musik, die man (zumindest beim ersten Mal) nicht nebenbei hören kann, sondern auf die es sich lohnt intensiv zu hören.

Viele Rezensenten werfen Bosse vor, spätestens mit Wartesaal und Kraniche zu poplastig geworden zu sein, zu weit weg von der direkten und persönlichen Art, die er auf der Bühne rüber bringt. Da ist was dran. Aber das ist für mich keineswegs ein Kritikpunkt. Auf Platte wirkt die liebevolle, wunderbar auskomponierte Instrumentierung auf eine Art und Weise, die live in einer normalen Konzerthalle nicht zu verwirklichen wäre. Klar ist das Popmusik nach allen Regeln der Kunst, nicht mehr der Liedermacher von der Straße, der allein mit seiner Gitarre sein Publikum in Bewegung bringt. Aber das ist gut umgesetzt, es ist nicht die 08-15 Rhythmusmaschine mit den immer gleichen Akkorden, die den Großen der englischsprachigen Musikindustrie Chartserfolge sichert. Charakteristisch ist, zumindest bei den schnelleren Songs, die treibende Bassdrum, dazu dann ein feines Arrangement, dass sich rund um eine einfache Klavier- oder Gitarrenstimme legt, oft kommen Streicher zum Einsatz. Insgesamt klingt die Sache rund und stimmig, jeder Song hat etwas eigenes und lohnt, mehrmals gehört zu werden.

Die Schallplatte kommt mit einem Downloadcode, mit dem man das gesamte Album, inklusive der 6 Akustik-Versionen von "Kraniche", "Schönste Zeit", "So oder so", "Istanbul", "Alter Affe Angst" und "Sophie", als mp3 herunterladen kann. Damit entspricht der Umfang dem der Limited Edition der CD, wobei die Bonus-Tracks nicht auf Platte gepresst sind. Das Artwork ist nicht weltbewegend, die Platte kommt im einfachen Pappschuber, der relativ rau und recycelt wirkt, also kein weißer Hochglanz, aber passend zum Zeitgeist mit ökologischem Anstrich. Die innere Papierhülle ist mit einigen kleinen Fotos und sämtlichen Texten des Albums bedruckt.

Kleiner Tipp für Sportler: Man kann zu "Kraniche" wunderbar laufen (oder sich anders bewegen), allerdings setzt ab "Müßiggang" (übrigens einer meiner Lieblingssongs) ein deutlicher Tempowechsel ein... mein Laufrhythmus hat sich von einer Sekunde auf die andere spürbar verändert. Beim nächsten Mal würde ich daher nur die ersten 9 Songs in der Playlist lassen.

Meine Songtipps:

Familienfest (keine leichte Kost), Müßiggang (hilft bei Stress), So oder so, Istanbul.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht mehr das, was es mal war, 9. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kraniche (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich habe mich sehr auf dieses Album gefreut, konnte es kaum abwarten, endlich reinhören zu können. Ist ja auch normal, bei Bosse-Alben.
Aber ich kann die Rezension sehr gut verstehen, in der geschrieben wird, dass es wie eine Beziehung ist, in der man nun freundschaftlich auseinander geht. Genau dasselbe habe ich gestern auch gefühlt.
Ich höre Bosse schon sehr lange und ich gönne ihm von Herzen, dass er so einen Erfolg hat. Das hat jemand, der so hart kämpft und sich nicht unterkriegen lässt, wirklich verdient. Und ioh freue mich auch, dass es so viele Menschen gibt, die mit seiner Musik etwas anfangen können und sich angesprochen fühlen.
Aber wenn jemand schreibt, dass dieses Album so unglaublich viel Tiefgang hat und das Beste von allen ist, dann stelle ich mir manchmal wirklich die Frage, ob er schon mal Kamikazeherz gehört hat. Allein in Niemand vermisst uns steckt meiner Meinung nach mehr Tiefe als auf dem gesamten neuen Album.
Es gab für mich kein Bosse-Lied, das ich einfach so nebenbei hören konnte. Weil mich jedes Lied angesprochen hat. Es gab kein Lied, bei dem ich keine Gänsehaut bekommen habe. Und das hat sich auch in fünf Jahren nie geändert, egal, wie oft ich die Songs gehört habe.
Jetzt ist das neue Album da und schon bei Istanbul habe ich weggehört.
Es gibt kaum noch Zeilen, die mich zum Nachdenken anregen. Ich sehe den bisher gekannten Tiefgang nicht mehr.
Vier Leben kommt meiner Meinung nach am ehesten an alle vorangegangenen Songs ran.
Kraniche ist in der Akustikversion auch sehr schön, aber ich finde, dass der Beat die Magie des Liedes zerstört.
Und ich denke, dass diese ganze Electro-Unterlegung großen Einfluss darauf hat, dass ich mich nicht mehr angesprochen fühle. Ich finde, dass die Songs dadurch an Authenzität verlieren.

Istanbul empfinde ich fast wie einen Schlager, Vive la danse erinnert mich an die Atzen und Sophie wird ebenfalls durch die Beats massiv zerstört.
Es mag sein, dass diese Musik der Masse gefällt. Und es ist nicht so, dass ich diese Art von Musik schrecklich finde, aber ich finde sie in nicht passend in Songs von Bosse, vor allem, wenn alle 12 Stücke auf der CD so gestrickt sind.
Sie sind wirklich glatt, außer vielleicht Konfetti, wo die Kombination aus der aufgehenden Sonne und den Streichern wirklich gelungen ist.

Vor zwei Jahren hat er in einem Interview mal gesagt: Ich glaube, dass ich bei meinen Fans dafür stehe, dass ich ehrliche Worte spreche. Und dass er glaubt, dass man ihm ganz schnell vorwerfen würde, wenn er sich verbiegen würde.
Diesen Vorwurf mache ich ihm nicht, ich glaube nicht, dass er sich verbogen hat, sondern, dass er es einfach so machen wollte und das ist auch gut so.
Aber er hat auch gesagt, dass er es für möglich hält, dass viele sagen würden, dass sie darauf nicht stehen und dass sie sich das deswegen auch nicht anhören können.
Ich glaube, für mich ist mit dem neuen Album dieser Punkt erreicht.
Ich werde Bosse weiterhin hören, weil er für mich immernoch sehr wichtig ist. Und ich ihn für vier Alben liebe.

Die drei Sterne hab ich vergeben, weil ich Bosse nicht schlechter bewerten kann und weil es ja wirklich einige ganz schicke Songs gibt, auch, wenn die tiefgründigen Passagen meiner Meinung nach zu kurz kommen.
Vier Leben, Kraniche und Konfetti zum Beispiel.
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