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am 21. Februar 2015
„Love and Math“ von Edward Frenkel ist ein furioses Plädoyer für die Schönheit und Kraft der Mathematik, der Autor versucht den Leser mit seiner Passion anzustecken, und hat dabei die Chuzpe, auf für Nichtmathematiker verständliche Art und Weise, eine der anspruchsvollsten mathematischen Theorien – das Langland Programm – vorzustellen.

Robert Langlands stellte Anfang der 60iger einen Zusammenhang zwischen Darstellung von Galois Gruppen und automorphen Funktionen her, der eine Verbindung von Objekten der Arithmetik einerseits und der Harmonischen Analysis andererseits liefert; wenn so etwa geschieht, ist das für Mathematiker unter Umständen eine kleine Sensation, denn mittel dieser Entsprechung lassen sich ggf. schier unlösbare Probleme des einen Gebietes in Probleme umwandeln, die mit den Werkzeugen des anderen Gebiets behandelbar sind.

Schrittweise erläutert der Autor notwendige Begriffe, wie Symmetrie, Galois Gruppe, Restklassen- Arithmetik und Garben; seine Darstellung wird durch Geschichten, wie er sich dieser Materie im Laufe seines wissenschaftlichen Werdegangs genähert hat, immer wieder aufgelockert.

Sein Weg ins Herz der Mathematik war keineswegs vorgezeichnet, zwar wurde Frenkels Leidenschaft, der in einer kleinen Stadt in der Nähe von Moskau aufwuchs, schon während des letzten Schuljahrs geweckt, aber der, in der damaligen UdSSR zwar nicht offiziell, trotzdem aber unverhohlen, praktizierte Antisemitismus, verwerte Ihm ein Studium an der MGU, der Universität mit dem bedeutendsten mathematischen Institut des Landes. (Ähnliche Vorkommnisse berichtet Masha Gessen in ihrer Biographie über Grigori Perelman). Aber er findet einen Studienplatz an dem liberaleren Institut für Öl und Gas, das nach einer typisch russischen Wortschöpfung allgemein 'Kerosinka' genannt wurde, und dank verständnisvoller Betreuer und Förderer findet er Mittel und Wege, neben seinem eigentlichen Studium, sich mit reiner Mathematik zu befassen, ja sogar auf inoffiziellen Wegen an Vorlesungen an der MGU, und sogar an dem berühmten Gelfand Seminar, teilzunehmen. Boris Feigin stellt ihm ein Problem, aus der Zusammenarbeit der beiden entsteht eine Arbeit über Kac- Moody- Algebren, die in einem internationalen Journal veröffentlicht wird, und – gerade zu rechten Zeit – erhält er eine Einladung der Harvard Universität.

Mittlerweile hatte die Perestroika begonnen und in Zuge des einsetzten politischen Tauwetters, wurde die Zeit reif, den wissenschaftlichen Austausch über den Eisernen Vorhang hinweg wieder in Gang zu bringen; Arthur Jaffe fand Unterstützung (u.a. durch Landon Clay) und richtete eine Gastprofessorenstelle für talentierte russische Mathematiker (Harvard Prize Fellowship) ein – und Edward Frenkel, gehörte zu den ersten, denen diese Stelle angeboten wurde.

In den USA traf Frenkel u.a. Victor Kac und Vladimir Drinfeld, der sich sehr für seine Arbeit interessierte, und der sich eine Anwendung im Rahmen des Langland Programms vorstellen konnte. Sympathisch berichtet der Autor von seinen neuen Erfahrungen und Eindrücken – eine der anrührensten, eher privaten Anekdoten handelt von der Suche nach einem Päckchen Salz in einem amerikanischen Supermarkt...

Dem Autor gelingt es, dem Leser einen faszinierenden Einblick in die Welt dieser verborgenen Korrespondenz zu vermitteln, der Lust auf mehr macht. Möglicherweise deuten die im Langlands Programm entdeckten Verbindungen, auf noch unentdeckte tieferliegende Geheimnisse hin, die in ihrer gegenseitigen Befruchtung von Mathematik und Physik vielleicht auch neues Licht auf die „unbegreifliche Effizienz der Mathematik“, wie es Wigner ausdrückte, werfen. Der Autor ist bekennender Platoniker, im Sinne von Penrose u.a., wenn er von den Wundern der Mathematik schwärmt, die zu entdecken, uns manchmal vergönnt sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juli 2014
This work by one of the most gifted thinkers of contemporary mathematics combines advanced insight into the exciting recent developments with really appealing biographical memories. It is not just about Frenkel and his love, it is about how to do science.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Februar 2014
Anfangs nett geschrieben, aber nach einiger Zeit hat man deutlich den Eindruck, dass Frenkel hier seine Zielgruppe aus den Augen verliert. Obwohl ich mich als Hobby immer mal wieder mit Mathematik beschäftige wird's mir ab 2/3 des Buchs endgültig zu abstrakt.
Das mag dem Thema geschuldet sein - ich kann mir auch kaum vorstellen, wie man Frenkels Gebiet inhaltlich jemandem nahebringen kann, der sich nicht sehr intensiv damit beschäftigt. Das ändert aber leider nichts daran, dass er seinem eigenen Anspruch meiner Meinung nach nicht gerecht wird.
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