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am 19. April 2013
Mit "Infestissumam" gelingt Ghost (nur in den USA ist das sperrige B.C. aus rechtlichen Gründen momentan Pflicht - Amazon.de, delete this!) ein kreativer Quantensprung gegenüber ihrem Debüt.

War "Opus Eponymous" noch ein herrlich knorriger, knarziger Bastard aus Doom-Versatzstücken, straighten Proto-Metal Nummern und gelegentlichen Pop-Appeal, so ist "Infestissumam" eine schillernde Herausforderung an die Scheuklappenfraktion.

Die Scheibe wirkt in ihrer Gesamtheit deutlich anders als das Debüt. Das alte Klischee von sich "einlassen" stimmt hier tatsächlich. Und im Gegensatz zur Esoterikgruppe Herne-Nord ("Du Max, wir müssen das mal ausdiskutieren") bin ich bei Ghost auch gern bereit dazu. Denn diese Band macht einfach einen Heiden-Spass.

Los gehts erst einmal ziemlich vertraut, und ich muss sagen auch ungeheuer mitreissend. "Infesstissum" ist ein kurzes, von genialen Chorälen getragenes Instrumental, das natlos in "Per Aspera ad Inferi" übergeht. Und was ist das für ein verdammt GEILER Song! Das Gesangsarrangement im relativ simplen Chorus ist so ungeheuer majestätisch, das es mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagt. Ich hatte am Anfang echt Probleme die Scheibe danach chronologisch weiterzuhören, da ich diese Nummer immer wieder hören wollte. Beim Oberhausener Maiden-Konzert (dort werden Ghost als Vorgruppe zugegen sein) werde ich diese Zeilen mit religiöser (hüstel..) Inbrunst mitsingen, soviel ist klar. Wenn das also jemand neben euch an diesem Tag tut: Gebt ihm ein Bier aus.

"Secular Haze" ist ja schon eine ganze Zeit bekannt. Eine fiese, evil Zirkusnummer ist das aber auch. Macht Spass. Wie überhaupt zu sagen ist, das der feine Humor der Band immer wieder durchblitzt. Man werfe einen Blick ins Booklet (das Bild mit der Katze) und folge dann diesem Link ([...]).

Doch zurück zur Musik. Denn jetzt wirds spannend und so einige alte Fans der Band werden so ihre Probleme bekommen. Vermute ich mal. Ich hatte am Anfang auch so meine Zipperlein mit "Jigolo Har Megiddo". Der Song klingt eher nach Cabrio als nach Gruft, so locker fluffig kommt er daher. Gefällt trotzdem. Danach muss man als alter Metalkopp allerdings nochmal ziemlich tapfer sein, denn die ersten 3 Minuten von "Ghuleh/Zombie Queen" klingen wie der Geist (...) Harald Juhnkes, der früh um 4 nochmal in der verräucherten Kneipe in die Tasten haut. Schaurig-Schön.

Zu "Year Zero" muss ich nicht viel sagen. Satan in der Disco. Song des Jahres. Das Video! Ich hab immer ein megabreites Grinsen im Gesicht wenn ich das Stück höre. Die religiösen Spaßbremsen in den USA und anderswo werden sich besonders über den Refrain freuen. Wenn ihr Pfeifen solche Songs hinkriegt, dann singe ich auch bei euch mit. Also Klappe halten.

"Body and Blood" ist dann wieder so ein oberfies smoothes Stück mit einem ungeheuer schönen (!) Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Überhaupt sind es diese auf den ersten Blick eher unauffälligen (weil nicht besonders bombastischen) Stücke, die dem Album die Spannung und den Charakter verleihen. Blockbuster-Mucke geht anders.

"Idolatrine" ist dann der Song, mit dem ich am wenigsten anfangen kann. Zwar immer noch OK, aber auch recht unspektakulär.

"Depth of Satan's Eyes" ist dann der Song, der dem "Opus..." Material noch am nächsten kommt und den alten Metalkopp in mir versöhnt. Cool.

Das Beste haben sich Ghost allerdings wie auch schon beim Vorgänger (GENESIS!) für den Schluss aufgehoben. "Monstrance Clock" beschliesst die (un)heilige Messe und macht ein für allemal klar, dass Ghost die Maskerade eigentlich nicht nötig hätten. Egal, die dürfen das. Wenn die letzten Choräle verstummt sind, einfach nochmal auf "Repeat" drücken. So einfach kann das Leben sein.

Amen.
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am 29. April 2013
Heilig's Blechle! Diese Band ist keine Eintagsfliege...diese Band ist ein Monstrum! Das GHOST-Debüt "Opus eponymous" war vor knapp zwei Jahren eine der sonderbarsten Scheiben aus 2010, die mit ihrer Mischung aus düsterem MERCYFUL FATE-Riffing, Okkultrock-Atmosphäre und sakral-mönchsartigem Mummenschanz viele Leute vom Fleck weg begeisterte - auch ich zähle mich seitdem zum engen Kreise der "ghoul-followers". Und dennoch musste man irgendwie die Vermutung haben, dass das schwedische Sextett keinen adäquaten Nachfolger würde eintüten können. Und dass das vor dunklen Grusel-Klischees triefende Image sich vielleicht zuuu schnell abnutzen könnte.
Der nun veröffentlichte Zweitling "Infestissumam" nimmt aber allen GHOST-Nörglern unisono den Wind aus den Segeln. Denn anstatt eine einfache Kopie á la "Opus eponymous 2.0" im Setzkasten zu entwickeln, haben die sechs Maskenmänner sich teilweise komplett neu aufgestellt und wandern auf bisher unbeschrittenen Pfaden. Größtes Risiko hierbei: Die spröden Metal-Einflüsse des Debüts wurden auf "Infestissumam" etwas zurückgefahren, woran sich so manch gestandener Headbanger doch etwas stören könnte. Dafür hat sich die Band - vor allem in der Breite! - musikalisch enorm weiterentwickelt, und sich dabei hörbar dem tiefsinnigen, melodisch begeisterndem Progrock der Siebziger Jahre geöffnet. Weniger Gitarren, dafür gaaanz viel Orgel. Weniger MERCYFUL FATE, dafür eine gesunde Portion früher GENESIS. Weniger Dunkelheit, dafür gaaanz viel Schönheit. Diese neue Ausrichtung beim Songwriting muss man nicht mögen - mich persönlich hat dieser 10-Tracker jedoch ab der allerersten Sekunde überwältigt. Seitdem schwebe ich in einer musikalischen Parallelwelt, in der sich GHOST neben Rock-Dinosauriern wie RAINBOW , BLUE OYSTER CULT , BLACK SABBATH , GENESIS , THE DOORS oder THE DEVIL'S BLOOD (unvermeidbar!) spielend behaupten können.
Also, Manege frei! Mit brandneuen Gruselnummern wie "The depth of satan's eyes" (tolle Geister-Singalongs!), "Per aspera ad inferi" (geht tief unter die Haut!) oder dem elektronisch verfeinerten "Year zero" (schlichtweg unglaublich!) bestätigen die Schweden ihre "Opus eponymous"-Topform, wobei es sich die Band sogar leisten kann, mit dem schräg-zirkusartigen "Secular haze" den am wenigsten brillianten Song als erste Video-Auskopplung zu bringen. Der intrumentale Titelsong funktioniert gleich zu Beginn als fantastischer Dosenöffner im Selim Lemouchi-Breitwandformat, und hätte exakt so auch auf "Come reap" (THE DEVIL'S BLOOD) stehen können. Wunderschöne Doom-Rocker wie "Idolatrine" und "Body and blood" schrauben den Ohrwurmfaktor in schwindelerregende Höhen, und überzeugen quasi als poppiges Pendant zu "Stand by him" oder "Ritual" (beide vom Debüt!). Das abschließende "Monstrance clock" beginnt eher unauffällig, steigert sich aber mit jeder Sekunde zum anbetungswürdigen Doom/Prog-Kleinod, in dessen Verlauf sich Orgelzauberei und hymnische Choräle am Ende kongenial ergänzen. Gleiches gilt auch für das unfassbar eingängige "Jigolo har megiddo", bei dem der maskierte GHOST-Tastenmann ganz tief im epischen GENESIS-Reportoire (praktisch die gesamte Gabriel/Rutherford/Banks-Palette!) wildert, und dem Song damit einen raffinierten Artrock-Anstrich verleiht. Kein Zweifel, diese musikalische Vielfalt und Wandlungsfähigkeit wäre auf "Opus eponymous" noch komplett undenkbar gewesen. Beim zweigeteilten "Ghuleh / zombie queen" schießt der schwedische Geisterordern dann aber den finalen Vogel ab: Auch diese Nummer beginnt zunächst als ruhige, akustische Emotions-Wundertüte mit "And then there were three"-Gedächtnis-Keyboards, die beim Hörer für einen gewaltigen Schauer sorgt...nach einem Bruch gewinnen dann die heftigen Gitarren die Oberhand, um sich zu einer waschechten Hardrock-Hymne hochzuschaukeln. Hatte ich in diesem Zusammenhang schon die THE DEVIL'S BLOOD-Parallelen erwähnt? Ja? Gut, dann sag ich's eben nochmal damit es jeder kapiert!
Fantastische Spannungsbögen wie handgemalt...ein nahezu blindes Verständnis der Gitarren- und Tastenfraktion...dazu dieser spöttisch eingängige Gesang von Papa Emeritus , für den man glatt den Genrebegriff "BEACH BOYS-go-Metal" erfinden müsste, und der die besungene Satans-Huldigung voller Inbrunst in die weite Welt hinausposaunen darf, ohne das man es ihm übel nimmt.
Exakt so klingt Rockmusik am Rande der Perfektion! Haarscharf ausbalanciert zwischen Düsternis und melodiedurchfluteten Rechts- u. Linksschlenkern. Das Maskenimage ist nur Fassade...hier zählt das musikalische Ganze. Und da "Infestissumam" - wie auch bereits beim Vorgänger! - erneut kein Gramm Fett zuviel angesetzt hat, haben wir es hier mit einer der grandiosesten Rock/Metal-Scheiben 2013 zu tun. Ich lege mich fest: Über dieses Album wird man in vielen Jahren noch reden. Aber Vorsicht, is' ghoul man!
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TOP 500 REZENSENTam 19. Dezember 2015
Wie schon mit ihrem sehr erfolgreichen Debütalbum "Opus Eponymus" setzen die Schweden von GHOST auch bei "Infestissumam" voll auf Retro. Das macht Spaß, allerdings ist es jetzt auch nicht so spektakulär wie es hier von einigen Rezensenten und von großen Teilen der Medien propagiert wird. Kurz gesagt, ich kann diesen Hype um GHOST nicht ganz nachvollziehen, die Schweden sind weder innovativ, noch machen sie etwas völlig Neues. Die Musik ist weiterhin ein Mix aus verschiedensten Stilrichtungen, allerdings höre ich auf ihrem zweiten Album weniger MERCYFUL FATE heraus, ich finde das man sich eher an BLUE ÖYSTER CULT und DEEP PURPLE orientiert hat. Die fetten Orgeln sprechen doch sehr dafür, ansonsten ist die Musik, wie gehabt, eindeutig "70er-Jahre-Okkult-Psychedelic-Rock". Auch am Auftreten der Band hat sich nichts geändert, der Mummenschanz geht weiter. Das einzige das sich geändert hat ist, dass PAPA EMERITUS I., von PAPA EMERITUS II. abgelöst wurde und das man mehr auf Orgelmusik gesetzt hat, zu Lasten der Gitarren. Das sorgt, meiner Meinung nach, dafür, dass es den Songs doch ein wenig die Härte nimmt und für die doch eher poppige Note. Dennoch macht "Infestissumam" sehr viel Spaß, wer auf diese "70er-Jahre-Retro-Mucke" steht, sollte hier eigentlich voll auf seine Kosten kommen. Als Anspieltipps würde ich "Secular Haze", "Jigolo Har Megiddo", "Ghuleh/Zombie Queen", "Year Zero" und "Body and Blood" empfehlen, diese Songs haben mir am nesten gefallen. Allerdings bedeutet das nicht das die restlichen Songs schlecht oder gar Lückenfüller wären.

Mein Fazit: Mir persönlich fehlt es ein bisschen an Härte, für meinen Geschmack ist das ein wenig zu weichgespült. Allerdings ändert es nichts daran, dass "Infestissumam" ein ziemlich gutes Album geworden ist, dass dem Vorgänger unterm Strich in nichts nachsteht. Ich konnte jetzt zwar keine Steigerung zu "Opus Eponymus" erkennen, allerdings auch keine größeren Schwächen. GHOST haben das hohe Niveau des Vorgängers gehalten, das alleine ist ja schon sehr beachtlich. GHOST gehören für mich in der aktuellen "Retro-Bewegung" zu den herausragenden Bands, durch den Mix verschiedenster Stile und den unterschiedlichsten Einflüsse haben sich die Schweden sehr viel Eigenständigkeit bewahrt.

Meine Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Juli 2013
Ich war wirklich mehr als gespannt, wie sich GHOST auf ihrem Zweitalbum schlagen würden... für mich persönlich war es so ein bisschen eine "Make it or break it" Platte für die sechs vermummten Gespenster-Rocker, den Vorgänger "Opus Eponymous" legte ich mir seinerzeit zwar kurz nach Erscheinen zu und fand ihn gut, allerdings auch keineswegs so sensationell, wie er seitens der Presse häufig abgefeiert wurde. Live sind GHOST fraglos eine Band, die Spaß macht, aber dem zweiten Album sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen - würden es GHOST schaffen, die in sie gesetzten hohen Erwartungen zu erfüllen?

Ich muss sagen - eindeutig JA!

INFESTISSUMAM ist meiner Ansicht ein stärkeres, überzeugenderes Album als das gute, aber dann doch meiner Meinung nach ein bisschen überbewertete "Opus Eponymous" geworden. GHOST liefern hier definitiv ein musikalisch und atmosphärisch sehr gelungenes Stück Musik ab, deutlich vielschichtiger als der Vorgänger, dennoch unverwechselbar im gleichen Geiste (sic) gehalten, eben eine logische und deutliche Weiterentwicklung.

Schon der Opener "Infesstissum" macht klar - hier geht es theatralisch und mit jeder Menge Pathos zur Sache, die Chöre schmettern die Eröffnung regelrecht in die (nebelverhangene) Nacht hinaus, und wenn dann Papa Emeritus seinen charakteristischen Singsang anstimmt merkt man, dass die Band an Selbstbewusstsein gewonnen hat und hier ihr Ding durchzieht. Wirkliche Ausfälle kann ich auf INFESTISSUMAM im Gegensatz zu "OPus Eponymous", welches auch einige Füller enthielt, irgendwie nicht ausmachen... und es sind vor allem die späteren Stücke des Albums ("Year Zero"! "Body And Blood"! "Monstrance Clock"!") die höllisch zünden und schlichtweg einen riesigen Spaß machen.

GHOST arbeiten bei INFESTISSUMAM wesentlich abwechslungsreicher und dennoch eingängiger als beim Vorgänger, mitunter hat man glatt das Gefühl, einen Soundtrack zu hören, was ja auch zu dieser Band ausgezeichnet passt. Klar: Metal im eigentlichen Wortsinn ist das hier nur sehr am Rande, es ist auch nur hin- und wieder Hard Rock. GHOST spielen ihre ganz eigene Melange, in der man natürlich Blue Öyster Cult, alternative Sachen (ich meine immer wieder dezent an Christian Death zu "The Scriptures" Zeiten erinnert zu werden) sowie jede Menge klassischen Rock heraushören kann.

Alles in allem: ich gebe gerne zu, ich war skeptisch, ob es sich bei GHOST nicht um hochgehypte Typen handelt, die live zwar Spaß machen und mit "Opus Eponymous" ein nettes Album herausgebracht haben (vgl. meine dortige Rezension), und näherte mich INFESTISSUMAM mit einigen Vorbehalten. Ich muss einräumen: ich habe mich getäuscht. Das Album ist großartig geworden, und GHOST zeigen, dass sich hinter den Masken der Nameless Ghouls und Papa Emeritus nicht nur gute Showmänner, sondern auch tolle Songschreiber und Musiker verbergen.

In dieser Form sollten GHOST noch lange durch die Musikszene spuken!

Vier Sterne mit Tendenz nach oben!
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am 28. August 2015
(Das schreibt einer, der von Musik wenig Ahnung hat, seit den 80ern gern Metal á la Priest und Saxon sowie Metallica (bis zum schwarzen Dings) hört aber auch düster angehauchten Krams wie Celtic Frost und Tiamat gegenüber aufgeschlossen ist...und in Sachen Pop völlig angstfrei ist)

Hab Ghost beim SRF 2015 völlig unbedarft und auf eigene Faust (ohne meine kundige Begleitung) gesehen. Vorher nie gehört, nie drüber gesprochen. Es war eines dieser Konzerte, die unter die Haut gehen und mehr Musiktheater als nur ein Gig sind. Sich dann im Nachgang ne Platte zu holen ist ja ähnlich risikoreich, wie den auf Reisen entdeckten spanischen/itla./oder wie auch immer Rotwein oder ein Newcastle Brown Ale daheim im Laden zu holen und zu meinen, dass sich auch hier der Genuss wieder einstellt. Aber nicht enttäuscht. Die leicht weinerlich gruselige Grundstimmung setzt sich durch. Erinnert von der Grundfärbung manchmal an BÖC, Danzig oder sogar Ozzy. So isses musikalisch nicht allzu hart aber eben ergreifend, wenn's denn eben einen Nerv trifft und den trifft es bei mir.
Schön, dass es auch nach einigen Jahrzehnten immer mal was Neues gibt, das vielleicht hier und da vertraut klingt aber ganz eigen ist...
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am 21. April 2013
Nachdem mich das Debüt von Ghost "Opus Eponymous" doch überrascht und absolut überzeugt hat, war ich auf die 2. Veröffentlichung mehr als nur gespannt.

Eines vorweg: ich wurde nicht enttäuscht, aber ein wenig mehr hätte ich mir schon erwartet. "Infestisummam" ist keineswegs schlecht, aber es ist irgendwie anders. Poppiger, routinierter, eingängiger.
Textlich befindet man sich noch immer auf der Okkult-Schiene, allerdings immer ein wenig übertrieben, weshalb das Image nicht aufgezwungen wirkt, aber man kann erkennen, dass es Teil des Marketings ist. Weniger King Diamond/Mercyful Fate, eher Cartoon-Style wie Kiss. Wobei die Texte raffiniert verfasst sind und man wegen der zuckersüssen Melodien auf den ersten Blick gar nicht bemerkt, was man da eigentlich singt!

Die Musik hat leider etwas an Biss verloren, sprich die Gitarren haben mit dem Keyboard tauschen müssen. Dadurch wirkt die Musik poppiger, mir fehlt das Rockige einfach. Darum gibts einen halben Punkt abzug. Einen weiteren halben Punkt gibt es für das Fehlen von Übersongs wie "Ritual" oder "Elizabeth". Zwar sind auch auf dem neuen Album einige eingängige Hits vertreten, aber die sind zu offensichtlich auf Eingängigkeit getrimmt, zu konstruiert.
Eingängig ist auch noch immer die Stimme des Sängers, auch wenn er sich nun Papa Emeritus II. nennt. Das ist aber gut so, denn ich mochte den gesang schon auf dem Debüt sehr.

Die Songs im Einzelnen:
Infestissumam - ein Einstieg, wie ich ihn mir gewünscht habe. Ein Choral, der dann mit der musikalischen Begleitung schnell zur treibenden Hymne wird. Sehr melodisch, perfekt!
Per Aspera Ad Inferi - Geht schnell ins Ohr, die Gitarren sind im Vordergrund, aber Refrain mag nicht so richtig zünden, auch wenn er schnell ins Ohr geht. Wirkt zu gezwungen.
Secular Haze - Entweder man mag Kirmesorgeln, oder man mag sie nicht. Ich mag sie nicht, drum liegt mir der Song auch nicht so, obwohl er doch recht progressiv ist.
Jigolo Har Megiddo - Obwohl es hier so richtig poppig wird, finde ich den Song genial. Dem Refrain kann ich mich nicht entziehen. Hat zwar erst beim 3. mal gezündet, aber dafür dann richtig.
Ghuleh/Zombie Queen - Eigentlich auch ganz gut. Der erste Teil ist erfrischend anders, ziemlich gruselig. Im 2. Teil erinnert mich der Gitarrensound an die Neue Deutsche Welle. Der Refrain ist zwar zum Mitsingen, aber auch irgendwie so konstruiert.
Year Zero - Da werden Erinnerungen an Era und Konsorten wach. Mit Chorälen und treibendem Discobeat unterlegt, frisst sich der Song sofort in den Gehörgängen fest.
Body and Blood - Eingängig, aber ohne Höhepunkte.
Idolatrine - Gefällig, aber nicht zwingend. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Der Beat nervt irgendwie.
Depth of Satans Eyes - Auch so ein Song ohne Höhepunkte. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nicht nervig, aber verzichtbar.
Monstrance Clock - Hier wirds wieder besser. Eingängiger Song, nicht zu platt. Zwar kein Highlight des Albums, aber trotzdem ganz gut, da nicht so vorhersehbar und nicht so offensichtlich auf Eingängigkeit getrimmt.

Die Deluxe Edition enthält ausserdem:
La Mantra Mori - Für mich ein klarer Lückenfüller, plätschert ohne Höhepunkte vor sich hin.
I'm a Marionette - Abba-Cover mit David Grohl an den Drums. Perfekt gemacht! Vor allem der Refrain ist so richtig depressiv. Steht fast im Kontrast zu den beschwingten Melodien der Eigenkompositionen.

In Summe ergibt das 4 Punkte. Hätte ich für das Debüt eine Kritik verfasst, wären 5 Punkte herausgesprungen - nur zum Vergleich.
Wer Das Debüt mochte, auf Blue Öyster Cult, Mercyful Fate und guten, teilweise poppigen Rock steht, der kann bedenkenlos zuschlagen.
Reinhören würde ich aber jedem empfehlen. Anspieltipps: Die ersten 6 Songs!
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am 19. Mai 2016
Ghost kommen mit Infestissumam leider nicht an ihr Debutalbum heran. Grund sind ein weit poppigerer Sound zu lasten von Bass & Gitarrenarbeit. Dennoch sind die Jungs von Ghost begnadete Songschreiber und haben auf Infestissumam einige sehr eingängige Songs geschrieben.

Anspieltipps:

Year Zero
Per Aspera ad Inferi
Monstrance Clock
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am 11. September 2015
Eigentlich wollte "Infestissumam" am Anfang gar nicht so recht zünden bei mir. Eigentlich ging es mir zuerst wie den vielen anderen Metalfans, die durch den Hype gerade innerhalb der metallischen Musikszene zwangsläufig auf die Band aufmerksam werden mussten und dann von den doch etwas softeren Klängen erst einmal abgeschreckt wurden. Schon bei dem, was ich von "Opus Eponymous" gehört hatte, fand ich trotz der noch härteren Riffs keinen Zugang, weil die Songs ein wenig zu lasch und zu sanft auf mich wirkten. Aber als "Cirice" vom neuen Album vorab im Netz kursierte und der Song mir schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf ging, wollte ich der Band doch noch eine Chance geben.
Also wurde "Infestissumam" bestellt, da "Meliora" noch nicht draussen war.

Beim ersten Hördurchgang gefiel mir das Album wie gesagt nicht gleich auf Anhieb, nur ein paar Songs blieben hängen. Das änderte sich aber mit jedem neuen Durchlauf der Scheibe ziemlich schnell.
Das titelgebende, weitgehend instrumentale Introstück gibt den Ton mit einem satanischen Kirchenchor und einem simplen Rockriff vor, das dann mit dem Einsatz einer träumerischen Gitarrenmelodie erst seine Wirkung richtig entfaltet. Mit "Per Aspera Ad Inferi" folgt dann der erste eigentliche Song, der mit seinen Snare-Marsch-Gewittern eine militärisch anmutende Stimmung erzeugt, und gemäß dem Konzept die Ankunft des Antichristen musikalisch zu verkünden scheint. Rifftechnisch sind hier Metalklänge vorherrschend, wenn auch mit nicht allzu aggressiv verzerrtem Gitarrensound, allerdings zeigen Ghost schon im nächsten Song, daß die härtere Gangart auf diesem Album eher die Ausnahme bildet und mehr Abwechslung angesagt ist: "Secular Haze" wirkt mit seinem Walzer(?)rhytmus wie ein morbider Puppenreigen aus einem alten Gruselfilm und lässt dabei Gitarren und Keyboards gleichberechtigt nebeneinander stehen, ohne eines von beidem in den Vordergrund zu stellen. "Jigolo Har Megiddo" stampft sehr rockig, aber nicht zu hart aus den Boxen und setzt statt eines Hymnenrefrains einmal mehr auf eingängige Gitarrenmelodien und driftet in einem Interludium kurz in leicht "progressiver" angehauchte Gefilde ab, bevor man das typische A-B-A-B Schema wieder aufnimmt. Mit "Guleh/Zombie Queen" drosselt man dann schließlich das (ohnehin nicht allzuhohe) Tempo und wartet scheinbar mit der Albums-Ballade auf - abgesehen von der genialen Gitarrenmelodie ist der Anfang des Songs schon fast zu schnulzig, allerdings steigert sich der Song dann zu einem düsteren Rocker mit hypnotisch-hymnischem Refrain, der sich sofort in den Gehörgängen festsetzt und zum Mitsingen animiert. Und dabei bereitet der Song erst auf eines der beiden eigentlichen Meisterwerke auf dem Album vor:
"Year Zero" ist eine wahre Hymne auf den gefallenen Engel und macht diesem Zweck auch alle Ehre. Schaurige Chöre leiten den Song ein und vermischen sich schließlich mit Gitarre, Bass und Schlagzeug zu einem höllisch geilen Groove, zu dem Papa Emeritus II. dann die Strophen intoniert. Und mit dem epischen Chorus erfährt das Stück einmal mehr eine Steigerung, und als man schon glaubt, es ginge nicht mehr besser, da setzt das wenngleich simple, doch geniale Gitarrensolo noch einmal einen drauf.
Klar, daß "Body and Blood" im Anschluß nur verlieren kann, für mich der schwächste Song des Albums, ein eher ruhigerer Rocksong, der zwar nicht schlecht ist, aber auch nicht besonders herausragt. Mit "Idolatrine" nimmt das Album dann aber wieder an Fahrt auf, und es ist schön, zuzuhören, wie Papa Emeritus II. zu feinstem Rock'N'Roll mit unschuldigster Stimme bitterböse Texte vortragen kann. Sollte das Konzept der Band doch nicht nur Show sein, so könnte sich unter der Maske doch der Teufel persönlich verbergen, der die Hörerschaft zuckersüß zu einem dämonischen Pakt verführt.
Kurz vor dem Abschluss der Scheibe überfällt man den Hörer dann doch noch einmal mit ein bisschen Heavy Metal, ohne dabei jedoch jemals ganz den 70er-Jahre-Hardrock-Charme zu verlassen. "Depth Of Satan's Eyes" ist düster, treibend und mit Sicherheit neben "Per Aspera..." einer der "härteren" Songs auf dem Album, der trotz seiner gelegentlich schrägen Töne Ohrwurmqualität entfaltet.
Und zum Ende überrascht man de Hörer mit der zweiten Meisterhymne "Monstrance Clock". Ruhig und bedrohlich beginnt der Song, bevor er sich zu einem wahren Epos entfaltet, das dem Hörer das Gefühl gibt, nicht zu Hause vor der Stereoanlage, sondern im Publikum auf einem Konzert zu stehen und mit tausenden von Menschen aus voller Kehle mitzusingen - inmitten von dicken Schwaden von Weihrauch. Die Kirchenchöre schaffen auch hier noch einmal eine einzigartige Atmosphäre und wenn der letzte Ton verklungen ist, hallt der Aufruf noch immer in den Ohren nach: "Come together for lucifer's son"...
Konsequenterweise lässt man mit einer mehrminütigen Pause nach dem eigentlichen Ruasschmeißer auf der Deluxe Edition dafür auch noch Raum, bevor man noch zwei Bonustracks draufsetzt: Das gespenstische, ruhigere "La Mantra Mori" erinnert ein wenig an Blue Oyster Cults "Don't Fear The Reaper" und versetzt den Zuhörer auch ähnlich in Trance, und das Abba-Cover "I'm A Marionette" ist derart gekonnt in den Ghost-Stil übergesetzt, daß ich als Nicht-Abba-Fan gar nicht gemerkt hätte, daß es sich hier nicht um einen Song der Band handelt, hätte ich es nicht im Netz gelesen.

Tatsächlich ist das Album softer ausgefallen, als sein Vorgänger. Richtige Metalriffs findet man eigentlich nur in "Per Aspera Ad Inferi" und in dem rockenden "Depth Of Satan's Eyes", in den anderen Songs gibt es gelegentlich einen etwas heftigeren Ausbruch. Dabei sind die Gitarren aber auch nicht stark verzerrt, so daß selbst diese Riffs nicht allzu hart klingen. Den Großteil des Albums über ist Hardrock der 70er Jahre mit teilweise poppig anmutenden Elementen, hymnischen Refrains, tollen Chorälen und vielen Keyboardmelodien vorherrschend. Dabei schaffen Ghost aber eine tolle Atmosphäre, die zwar düster, aber dennoch nicht schwermütig und drückend ist. Sie entführen den Hörer in eine Traumwelt mit ihrer ganz eigenen schaurig-schönen Melancholie und lassen ihn nicht mehr los. Und der Kontrast zwischen der Musik mit ihren eher zuckersüß verführenden, berauschenden Klängen und der satanischen Thematik macht die Scheibe und auch die Band im Allgemeinen noch einmal interessanter.
Mittlerweile besitze ich alle drei Ghost-Alben. Anfangs hatte mich gerade der softere, leicht poppig wirkende Sound mit den sanften, monotonen Gesängen von Papa Emeritus in all seinen Inkarnationen abgeschreckt. Umso lustiger ist es, daß mir von den drei Werken, die ich jetzt alle hervorragend finde, ausgerechnet "Infestissumam" am Besten gefällt, obwohl es den geringsten Anteil an Heavy Metal enthält. Dafür besticht es mit seiner Stimmung, seinen Melodien und mit einer Menge 70er-Jahre-Charme und klingt dabei dennoch zeitlos.
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am 8. Mai 2016
EInfach gut gemachte Musik im Kleid der ...hmmm...70er...ohne Altbacken zu wirken. Ich liebe diese Art Musik. Kein abgedrehtes Hippiezeug sondern gute Heavy-Mucke mit zurückgenommenen Gain.
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am 5. Juni 2013
Genauso gut wie das Debut! Diese Band macht verdammt viel Spass, eine Wohltat unter all den gleichaussehenden, gleichklingenden Pro-Tools produzierten Metalbands mit ihren grunzenden Sängern.
Die Texte und das Image sind eine augenzwinkernde Hommage und wohl auch Persiflage an den klassischen Black-Metal der Achtzigerjahre, vor allem MERCYFUL FATE lassen grüssen. Garniert mit Zitaten der frühen BLACK SABBATH und Sixties Psychedelic, so meint man bei "Secular Haze" Ray Manzarek düster aus dem Jenseits orgeln zu hören. Die Melodien und Refrains sind allesamt dermassen zupackend, und erinnern mich immer wieder deutlich an BLUE ÖYSTER CULT. Kritiker merken immer wieder an das für diese Texte die Musik nicht hart genug und viel zu poppig sei. Das sehe ich nicht so, gerade diese Diskrepanz gibt dem Gesamtbild der Alben von GHOST eine unheimliche Aura, ganz nach dem Motto "ihr werdet den Teufel nicht erkennen weil er schön gekleidet ist und euch alles verspricht".
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