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133 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2007
Forschende und erfindende Hochbegabte wirken wie von einem anderen Stern und stoßen auf Unverständnis. Das Philosophische und Experimentelle provoziert (unfreiwillig) Lehrer, die nicht differenzieren. Was der für Fragen stellt, wie lange der Eindrücke verarbeitet, wie der sich kleidet - den wollen wir provozieren und verspotten. Man hat gefälligst normal zu sein. Und normal ist, was die Mehrheit macht, auch wenn es objektiv falsch ist. So verkennen wir den inneren Reichtum der von uns sogenannten "Verrückten" oder "Gestörten".

Die Verhaltenstherapeutin Andrea Brackmann gibt diesen Verunsicherten ihren Wert zurück und nennt sie Hochbegabte (H.B). Das ist einer von 40. Man kann eben Menschen nur verstehen und helfen, wenn man sie mag. Und dazu gehören auch die grenzgängerischen Borderliner und im Extrem autistische Menschen.

Da gibt es typisierende Psychogramme (natürlich auch in Kombination):
Der philosophierende Träumer. Der am Detail scheiternde Erfinder. Die chaotische Künstlerin. Die verunsicherte Rebellin. Der überblickende Besserwisser. Das führende Multitalent. Der unbestechlich Gerechte. Der in seinen Fragen gefangene Professor. Die extrem sich auslebende Grenzgängerin. Die sich zur Einfachheit bekennende Asketin. Der schillernde, neugierige Workoholik. Den zuviel im Kopf herumschwirrenden Zweifler. Der akribisch ordnende Perfektionist. Der umfassend gebildete Gedichteschreiber.

Deren gemeinsame Problematik liegt darin, dass ihre feinen Sensoren relativ schnell überfordert sind. Sie erleben eine Art Nerventerror. Das Zuviel an ungeordneten Sinneseindrücken zerfällt in Fragmente und blockiert die innere Verarbeitung. So erklärt sich der Bedarf an Ruhe und Ritualen.

Und weil sie eben in Gefahr sind, Schaden zu nehmen und die Verletzung fürchten, geben sie sich entsprechend. Die Borderliner sind von Kindheit und Jugend an emotionell belastet, gereizt und fühlen sich unverstanden. Zudem erschwert ihr großes Einfühlungsvermögen das Finden der eigenen Position. So bleibt ihre Leistung in Vielem zurück, wobei sie in ihren Interessen genial sind.

Introvertierte fühlen und denken mehr, nehmen zu viel auf und müssen entsprechend mehr innerlich verarbeiten. Der H.B braucht ein Schritt-Tempo, einen klaren Rhythmus beim Lernen und Arbeiten mit kreativen Pausen.

Der isolierte H.B braucht Bestärkung durch klare Strukturen, braucht Reflektion (vor- und nachdenken, Realitätsprüfung), braucht Kreativität, Identifikation mit dem richtigen Umfeld, und Aufklärung über sich mit der Ermittlung von Potentialen und Zielen.

Die Seele kann an der unverarbeiteten seelischen Grausamkeit des "Angreifers" zerbrechen. Abwertungen, etwa von den Eltern, müssen bearbeitet werden. Hilfreich ist auch, die Motive der Angreifer aufzudecken. Schulverweigerer müssen zur H.B-Schule, sonst entwickeln sie ganz eigene Methoden und sprechen nur auf bestimmte Dinge an.

Der H.B muss also viel an Selbsterkenntnis aufbringen. Er muss das Plus und Minus seiner Sensibilität bewerten, zu seinem Anderssein stehen, Gemeinschaft lernen und sein Potential dort einbringen.

Machen wir uns also nicht schuldig, diese wertvollen Menschen zu verkennen. Lernen wir, für sie Partei zu nehmen wie die verständige Autorin. Ein angepasster Bürokrat kann eben schlecht eine Inspiration für gesellschaftliche Veränderungen sein. Deshalb sind diese, unsere H.B einfach unverzichtbar.
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229 von 235 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. August 2006
Ich übernehme mal die Worte von Dr. Dagmar Knopf (freie Wissenschaftsjournalistin in Limburg), die genau meine Sichtweise zu diesem Buch widerspiegelt:

Jeder träumt bisweilen davon, sich von seinen Mitmenschen abzuheben - etwa durch ein besonderes Talent oder einen gigantischen IQ. Für einige wenige nun ist genau das das tägliche Los und macht sie alles andere als glücklich: Sie fühlen sich ausgegrenzt, missverstanden und allein. Wieder andere können sich solche Gefühle überhaupt nicht erklären, weil sie gar nichts von ihrer Außergewöhnlichkeit ahnen.

Hochbegabte sind schlauer als 98 Prozent der Bevölkerung. Doch sind sie auch auf sensorischer und emotionaler Ebene überdurchschnittlich empfindsam? Die Diplompsychologin und Verhaltenstherapeutin Andrea Brackmann tastet sich einfühlsam an diese Gruppe von Menschen heran, die sich so ganz anders fühlen als der Rest. "Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel?" fragt die Autorin und beschäftigt sich damit auf eher unübliche Weise mit dem Phänomen überdurchschnittlicher Intelligenz.

Zahlreiche Beispiele aus ihren langjährigen Erfahrungen als Therapeutin scheinen die Vermutung im Titel grundsätzlich zu bestätigen. So entwickeln viele Hochbegabte schon als Kind starke Eigenarten und ertragen Ungerechtigkeiten nur schlecht. Außerdem sind sie häufig lärmempfindlich oder fühlen körperliche Schmerzen, wenn ihnen fremde Menschen nur beim Schlangestehen zu nahe kommen. Aus der übersensiblen Wahrnehmung der Umwelt, ihrer Mitmenschen und von sich selbst ergeben sich schließlich viele soziale Schwierigkeiten.

Hochintelligente Menschen haben beispielsweise extreme Ansprüche an Freundschaften und gleichzeitig Schwierigkeiten, auch nur Smalltalk zu führen - was in den Augen anderer leicht als mangelnder Sinn für Humor abgestempelt werden kann und einen lockeren Umgang schwierig macht. Im Gegensatz zu vielen Ratgebern über Hochbegabung wendet sich Andrea Brackmann mit ihrem Werk weniger an unsichere Eltern, die bei ihren Sprösslingen ein besonderes Talent vermuten. Sie richtete sich vor allem an Psychotherapeuten, die in ihrer täglichen Arbeit auf einen besonders intelligenten und empfindsamen Menschen treffen, dessen Situation vielleicht aber auf den ersten Blick nicht erfassen.

Tatsächlich gestaltet sich die Diagnose häufig nicht einfach: Ein Großteil der Hochbegabten ahnt selbst nichts von den eigenen Fähigkeiten, sondern wundert sich ein Leben lang, warum einiges so viel komplizierter läuft als bei anderen. Um bei diesen Patienten aber nicht fälschlicherweise eine psychische Störung zu diagnostizieren, ist es nach Meinung der Autorin wichtig, den richtigen Blick für die übersensible Persönlichkeitsstruktur zu gewinnen. So erklärt Brackmann schließlich auch Symptome wie Autismus oder Borderline vor dem Hintergrund der Hochbegabung - ein Aspekt, dem man sich durchaus eine noch lebhaftere Diskussion wünschen würde.

Fazit: Andrea Brackmann ist mit "Jenseits der Norm" ein Buch gelungen, das spannende und sicher auch erleuchtende Augenblicke gewährt. Vor allem auch für erwachsene Hochbegabte.
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126 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juni 2005
Dieses Buch will viel: hochbegabte Kinder, Jugendliche und Erwachsene
beschreiben, eine allgemeine Theorie der Hochbegabung formulieren,
mögliche seelische und soziale Probleme Hochbegabter schildern und
psychische Störungsbilder (ausgerechnet die umstrittenen
Borderline-Störungen und autistischen Syndrome) vor dem Hintergrund von
Hochbegabungs-Phänomenen erklären. Es will uns überdies eine neue
humanistische Sicht auf das Verhältnis von Therapeut und Klient
nahebringen und therapeutische Behandlungsansätze für Hochbegabte
aufzeigen. Und es rüttelt an unserem Verständnis von Begriffen der
"Norm" und der "psychischen Störung", des "Gesunden" und "Verrückten",
des "Gewöhnlichen" und des "Außergewöhnlichen".
Das Erstaunliche ist: der hoch kompakte Inhalt dieses schmalen Bandes
wird - in klarer, verständlicher Sprache - diesen Ansprüchen gerecht.
Nicht alle ihrer Thesen kann die Autorin vollständig empirisch belegen.
In diesem Falle gilt jedoch, was Sigmund Freud sagte:
"Man kann Leute nicht entbehren, die den Mut haben, Neues zu denken, ehe
sie es aufzeigen können."
Es steckt in diesem Buch mehr Sprengkraft, Provokation und
Innovationsgeist, als es auf den ersten Blick vermuten läßt: was als
harmloser Elternratgeber beginnt, endet als unverfrorene Kritik an der
"Tyrannei des Normalen" in Psychologie, Pädagogik, Wissenschaft und
Gesellschaft. Erfreulich inspirierend und im besten Sinne subversiv!
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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. November 2006
In diesem Buch erläutert Andrea Brackmann was es bedeutet, wenn Menschen tatsächlich mit einem IQ jenseits der Norm (130 aufwärts) gesegnet sind. Sie schildert wissenschaftlich präzise und dennoch sehr verständlich durch welche Charakteristiken (manchmal eben auch Symptome psychischer Auffälligkeiten wie Asperger Syndrom oder Borderline) Hochbegabte sich auszeichnen können. Dass es sich dabei nicht immer um Uni-Professoren und Nobelpreisträger handeln muss, ist mittlerweile bekannt. Doch stellt sich vielen hier genau die Frage nach dem warum. Warum kommt jemand mit einem solchen IQ teilweise im Leben nicht zurecht und ist eben nicht so erfolgreich, wie man doch erwarten sollte?

Und genau hierauf liefert Frau Brackmann entscheidende Antworten. Bereits als Kind muss ein Hochbegabter, wenn die Begabung nicht festgestellt wird, lernen sich seiner Umgebung anzupassen. Für viele zieht sich dies durchs ganze Leben. Wenn sie zeigen, wie intelligent sie tatsächlich sind, werden sie nicht verstanden, abgestempelt oder ausgegrenzt. Dass viele Hochbegabte sich daher selbst ausbremsen und lieber "normal" durchs Leben gehen wollen, ist daher einleuchtend. Doch ist eben genau dies ist nicht so einfach möglich und viele sind irgendwann mit ihrer ständigen "Anpassungs-Schauspielerei" psychisch überfordert. Denn das sie anders - jenseits der Norm sind- ist den meisten irgendwie bewusst.

Ich denke wenn mehr Pädagogen und Therapeuten sich mit diesem Thema beschäftigen würden, damit Hochbegabte möglichst früh identifiziert werden, noch bevor sie sich in Behandlung begeben müssen, dann könnten sich viele von diesen Menschen besser verwirklichen und wir hätten evtl. auch ein paar Nobelpreisträger mehr :-) !

Für alle, die beruflich mit dem Thema zu tun haben, halte ich das Buch für eine Pflichtlektüre und für alle Hochbegabten gibt es hilfreiche Tipps etwas aus der Begabung zu machen!
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60 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. April 2005
Ich selbst habe lange Zeit nach einem Buch gesucht, in dem das Phänomen Hochbegabung über die Schulzeit hinaus beschrieben wird. Bei allen anderen mir bekannten Büchern zum vorliegenden Thema werden außergewöhnliche Begabungen und ihre nicht jederzeit angenehmen Folgen meist nur anhand von Kindern, bestenfalls auch im Hinblick auf Jugendliche behandelt. Dieses Buch beschäftigt sich insbesondere auch mit Hochbegabung bei Erwachsenen. Besondere Begabung wird hierbei (erfreulich realitätsnah) nicht rein unter der Perspektive intellektueller Auswirkungen betrachtet, vielmehr widmet sich die Autorin auch sehr ausgiebig den emotionalen und sensorischen Aspekten der Hochbegabung (z.B. Umgang mit ständig sehr starken Emotionen, Reizempfindlichkeit). Dies heißt aber nicht, dass Kinder und Jugendliche zu kurz kämen, sie werden in der gleichen Ausführlichkeit beschrieben. Die Fallbeispiele sind dabei oft erhellend wie amüsant, weil fast jeder Hochbegabte bei sich gewisse Züge der dargestellten Personen wiederfinden dürfte. Darüber hinaus ermöglicht das Buch aber auch eine vertiefte Einsicht in das eigene Anderssein, spendet Trost durch die Erkenntnis, mit seinen Schwierigkeiten nicht allein dazustehen.
All das vermittelt Andrea Brackmann in einem Stil, der sowohl fachlichen Ansprüchen an Exaktheit genügen dürfte, als auch für Laien sehr gut zu lesen ist, der außerdem verständnisvoll und human ist (ein schönes Beispiel ist das Schlusskapitel "Ausblick - einige tröstliche Worte").
Das Buch ist für Personen geeignet, die zum ersten Mal mit dem Thema Hochbegabung in Berührung kommen, da die wichtigen Grundlagen vermittelt werden, genauso wie für solche, die schon länger von ihrer Begabung wissen, aber noch tiefere Einsichten gewinnen wollen. Sehr hilfreich für ein vertieftes Verständnis sind für manche (wie zum Beispiel mich) mit Sicherheit auch die Kapitel über die Zusammenhänge zwischen Hochbegabung, Autismus und Borderline-Syndrom. Auch wer in dieser Hinsicht nicht direkt betroffen ist (was wohl die Mehrheit sein dürfte), kann diese Abschnitte mit großem Gewinn lesen.
Bei all den behandelten Problemen mit der Begabung wird aber ein ganz wichtiger Aspekt nicht außer Acht gelassen: ein Leben mit Hochbegabung ist keine reine Qual, sondern wirklich lebenswert. Die Begabung ist nicht nur potenzielle Schwierigkeit, sondern kann vielmehr für die Betroffenen ein großer Gewinn sein, wenn sie lernen, mit ihr umzugehen.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Dezember 2005
Dieses Buch ist für mich ECHT und beruht auf tiefen langjährigen beruflichen praktischen Erfahrungen der Autorin, so kam es bei mir an.

Alleine dies hat mich sehr berührt, war schon das Geld wert und zudem ist mir dies Buch eine große Lebenshilfe;

aber der Reihe nach:

Im Februar 2002 hatte ich einen Burn Out mit Erblühen einer Angsstörung. Es folgte u.a. 1 Jahr Arbeitsunfähigkeit und 3 Psychotherapien. Bereits in der 2. Therapie sagte meine Thera, dass ich sehr außergewöhnlich intensiv sei und 'ECHT' etwas ganz wichtiges für mich sei und ich mit meiner Intensität wohl leben müsste und dies z.B mit Pausen regeln könne. Sie empfahl mir das Buch 20 Minuten Pause, Ernest L. Rossi, was ich ebenfalls im Umfeld des BO empfehlen kann.

In der dritten Thera sagte mein Thera schon bald, dass er vermute, ich sei hochbegabt. Dies stritt ich 6 Monate ab, konnte es mir nicht vorstellen. Ich bin sehr schwach in Rechtschreibung, kann so knapp Englisch, habe mir alles in der Schule schwer erarbeiten müssen ...dann kann dies doch nicht sein.

6 Monate später empfahl er mir dieses Buch.

Es hat mich sehr berührt. Berührt, weil ich mich in vielen Fallbeschreibungen wiederfand. Berührt auch, weil es von Andrea Brackmann so authentisch geschrieben ist und weil sie etwas mitzuteilen hat, mitzuteilen aus ihrer reichen Erfahrung in der Arbeit mit Hochbegabten. Es geht nicht um die Wurzel aus 1254785221. Es geht darum, dass Hochbegabte einfach etwas intensiver sind, intensiver im Denken und Fühlen, manchmal komplexer in der Erfassung, aber auch, bedingt durch intensive Gehirntätigkeit, intensiv mit vielem, auch mit Dingen, in denen es vielleicht "gesünder" :-) wäre, einmal weniger intensiv zu sein - mal zu stoppen, 5e gerade sein lassen ... . Intensiv auch im Fühlen und damit sehr sensibel und verletzlich, eben mit allen positiven aber auch negativen Konsequenzen, Grenzen und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Die Palette, wie sich dies im Leben darstellt, wird anhand von Fallbeispielen, in die Frau Brackmann ihre Berufserfahrung sehr engagiert einbringt, z.B in "Der sensible Träumer", "Daniel Düsentrieb", "Die Künstlerin", "Die Rebellin", "Der Besserwisser", "Der Verweigerer", "Die Anführerin", "Der Unbeirrbare", "Der zerstreute Professor", "Die Schillernde, "Der Perfektionist" usw., sehr gut beschrieben, und ich konnte mich dadurch ganz praktisch gut wiederfinden, reflektieren.

Sehr interessant waren auch die Ausführungen bzgl. Psychotherapie und Hochbegabung, insbesondere dem speziellen Verhältnis Therapeut - Klient. Auch hier habe ich mich sehr wieder gefunden- u.a. was den Punkt auf gleicher Augenhöhe sein, anbelangt.

Im Anschluss geht Frau Brackmann auf die Krankheitsbilder Autistische Störungen und Borderline-Störungen ein. Ursprünglich dachte ich, dies sei weniger interessant für mich, doch ich muss sagen, dass mich ihre Ausführungen darüber sehr beeindruckt haben und verschiedene Parallelen zur Hochbegabung durchaus vorstellbar sind - dass enge Verbindungen möglich sind.

Als psychologischer Laie möchte ich mich hier etwas zurückhalten. Was aber für mich spürbar war, ist die tiefe praktische Erfahrung von Frau Brackmann in diesem Themenkreis und die Entschlossenheit, tiefe erlangte Überzeugung authentisch darzulegen, um etwas zu bewegen. Dies hat mich sehr beeindruckt.

Aus meiner Sicht ein sehr interessantes Buch auch für direkte betroffene Personen, die sich im Kreis dieser Diagnose befinden.

Sollten Sie, Frau Brackmann, meine Rezension lesen, so möchte ich mich auf diesem Wege ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Ich habe für mich den Eindruck, dass durch die Inhalte dieses Buches ein deutlicher Beitrag zur Bewältigung meines Burn Outs als auch meiner Angststörung erfolgt ist, eben weil ich mich besser verstehe, damit mich besser annehmen und leben kann.

Ein Umdenken, Umbewerten vom Mangel zum Talent hat stattgefunden mit allen praktischen Konsequenzen.

Ich danke Ihnen sehr, dass Sie so offen und gut verständlich Ihre Lebenserfahrungen weitergegeben haben. Ihre Arbeit hat sich gelohnt. Nochmals Danke dafür.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Januar 2010
Endlich ein Buch, das ungeschminkt auf der Basis eines umfangreichen Literaturstudiums einerseits und mannigfaltiger praktischen Erfahrung aus der eigenen pychologischen Beratungspraxis andererseits die ganze Wahrheit über das Tabuthema Hochbegabung in unserer Gesellschaft darstellt:
Hochbegabung ist eine Lernbehinderung mit anderem Vorzeichen- nur das hier statt Hilfe, Neid und Angst geriert werden.Im besten Fall Unverständnis.
Der Zusammenhang zwischen Hochbegabung und sogen. psychischen Störungen wie Autismus und Borderline- Syndrom wird hervorragend beleuchtet.
Niederschmetternd die arrogante Sicht auf diese Phänomene in der einschlägigen Fachliteratur und Forschungsansätzen. Frau Brackmann versteht es gekonnt, sich einer eigenen Kommentierung zu enthalten und überlässt es dem geneigten Leser sich selber ein Urteil zu bilden.
Sie versucht sich am Ende ihres Buches in einem tröstlichen Ausblick. Der fällt aber m.E. etwas mager aus. Vielleicht besteht der Trost aber auch einfach darin zu erkennen, dass Hochbegabte eine Norm für sich bilden. Mir hat das Buch sehr dabei geholfen mich selbst zu erkennen und richtig einschätzen zu lernen- jenseits der kleinkarierten Norm der anderen.Danke, Frau Brackmann!
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. September 2005
Nur zwei von Hundert Menschen gelten als hochbegabt - das sind dann in Deutschland aber immerhin etwa zwei Millionen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass es sich dabei um langweilige Streber handelt, die beruflich auf alle Fälle erfolgreich sind, schildert Frau Brackmann viele unterschiedliche Charaktere und Lebensformen. Besonders eindrücklich wird erklärt wie viele Probleme die hohe Begabung mit sich bringen kann, wenn das Umfeld nicht damit umzugehen weiß. Hochbega-bung kann sich auf sehr unterschiedliche Weise äußern, mit speziellen technischen ebenso wie künstlerischen Interessen verbunden sein und ist zudem in ganz verschiedene Persönlichkeitsstrukturen eingebunden. Gemeinsam ist allen Hochbegab-ten nur, dass sie nicht dem Durchschnitt entsprechen und mit ihren Fähigkeiten zu-nächst einmal sehr allein sind. Oft genug stört sie das zunächst nicht besonders, weil sie Interessen haben mit denen sie sich sehr gut allein beschäftigen können. Bücher lesen, Bilder malen, Musik machen - Kinder ebenso wie Erwachsene haben oft sehr ausgeprägte Interessen mit denen sie sich intensiv auseinandersetzen. Dennoch wünschen sich Hochbegabte, wie alle anderen Menschen auch, soziale Kontakte - die wiederum gestalten sich oft nicht einfach. Die landläufige Meinung, dass derlei Probleme ausschließlich in der "verkopften" Art der begabten Menschen liegt, widerlegt Frau Brackmann anschaulich. Anhand von Fallbeispielen führt sie aus, dass hohe intellektuelle Fähigkeiten nicht selten auch mit hoher emotionaler Empfindsamkeit einhergehen. Seismographisch nehmen diese Personen mitunter alles auf, was in ihrer Umgebung und anderen Menschen vorgeht. Dank ihrer großen intellektuellen Möglichkeiten versuchen sie dann jedoch oftmals das Wahrgenommene vollständig "auszuwerten", alle Perspektiven und Emotionen zu analysieren. So können sie ein großes Verständnis für andere Menschen und deren Belange erreichen - aber nicht selten führt das wiederum zu einer Überlastung im psychischen Bereich. Die Re-densart "sie stehen ständig unter Strom" beschreibt plakativ die nervliche Belastung der Betroffenen. An dieser Schnittstelle knüpft Brackmann die Brücke zu Borderline- und Asperger-Patienten. Diese Krankheitsbilder, so vermutet Brackmann, seien nahezu typisch für Hochbegabte. Kritisch merkt die Autorin jedoch an, dass Menschen jenseits der Norm allzu leicht als gestört diagnostiziert werden. Hier geht sie aller-dings ein bisschen weit in ihrer Darstellung indem sie Patientenbeschreibungen anderer Autoren zitiert und darin nicht-diagnostizierte Hochbegabte vermutet, ohne eine vollständige Anamnese zu kennen. Es scheint, als ob Brackmann jede Begegnung unter dem Blickwinkel möglicher Hochbegabungen sieht. Damit hat sie allerdings den Fokus auf einen Bereich gelegt, der leider von vielen ihrer Kollegen noch zu oft übersehen wird. Wer bereit ist, sich auf die intelligenten "Sonderlinge" einzulassen, kann laut Brackmann in jedem Fall einem großen Reichtum begegnen, der sich erst jenseits von small talk und oberflächlichen Floskeln entfaltet. Ein Buch, das die Vielfalt menschlicher Möglichkeiten deutlich macht und von einer kritischen Bertachtung der eigenen psychologischen Arbeit nicht halt macht.
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39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Mai 2007
Ich kann mich nur der Meinung der vorangegangenen Rezensierer anschließen. Während ich das Buch von Andrea Brackmann las, wurde mir klar, dass ich kein Sonderfall bin, da ich mich einfach in fast jedem Satz selbst erkannte. Frau Brackmann hat mir sehr dabei geholfen, ein Bewusstsein über mich selbst zu bilden, über mein Inneres und meine (noch) geheimen Fähigkeiten.

Übrigens eines der wenigen Bücher, die erwachsene Hochbegabte betreffen!

Ich suche schon länger nach Literatur zu dem Thema und tue mir schwer, da die meisten Bücher über Kinder sind. Dabei gibt es so viele Erwachsene, die sich nie ihrer "Besonderheit" bewusst geworden sind, und es vielleicht auch nie werden...

Hoffentlich kann Andrea Brackmann mit diesem wundervollen Buch einen Beitrag dazu leisten, dass dies nicht so bleibt!

Ich empfehle dieses Buch für jeden, der mit dem Thema Hochbegabung in irgendeiner Weise zu tun hat. Es hilft auch beim Abbauen von Vorurteilen wenn es Leute lesen, die Hochbegabung für einen Spleen oder Arroganz halten und die depressiven oder besorgten Hochbegabten mit dem Rat "Reiß dich doch mal zusammen!" oder "Sei nicht so eingebildet, du bist nichts besonderes!" kommen. Ich glaube, viele Hochbegabte können dies nachvollziehen!
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Mai 2007
Jeder Hochbegabte ist anders. Und wie andere Kinder und Jugendliche auch haben Hochbegabte auch Probleme ' kleinere und größere. Die meisten sind nicht hochbegabtenspezifisch: Es kann Normal- wie Hochbegabten passieren, dass sie in der Schule gehänselt werden, dass sie schlechte Schulnoten nach Hause bringen, dass sie verstimmt sind, sich mit Akne, Liebeskummer oder Streit herumschlagen müssen, dass sie gelangweilt oder einsam sind ' was auch immer.

Die wenigsten Probleme, die Hochbegabte haben, hängen allein mit ihrer Hochbegabung zusammen. Die meisten Probleme, die Hochbegabte haben, werden aber auch durch ihre Hochbegabung beeinflusst.

Dieses Buch aus der Reihe "Leben lernen" wendet sich gleichermaßen an hauptberufliche Berater wie auch an Eltern und Lehrer. Die Psychologin Brackmann kommt aus ihrer Beratungspraxis heraus zu dem Schluss, dass Hochbegabte oft auch besonders empfindsam seien. Entsprechend nähmen sie auch Verletzungen anders wahr und gingen anders mit ihnen um. Beratung und Therapiekonzepte müssten daher auf die Hochbegabung der Betroffenen abgestimmt sein.

Dass Hochbegabung nicht nur ein "intellektueller Bonus" ist, sondern sich auch auf die soziale und emotionale Entwicklung und damit letztlich auf jeden Aspekt des Lebens auswirkt, das macht Brackmanns Buch so deutlich wie kaum ein anderes auf dem Markt. Brackmann zeigt, wie unterschiedlich Hochbegabte sind, und sie geht auf alle Lebensbereiche und -alter ein. Ihr Buch bietet dabei eine gute Balance zwischen Fallbeispielen und allgemeinen Forschungsergebnissen; wen hauptsächlich letztere interessieren, sollte sich zudem Aiga Stapfs "Hochbegabte Kinder" ansehen.

Dazu tritt die Autorin trotz (oder wegen?) ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer langjährigen Beratererfahrung bescheiden auf und behauptet nicht, auf alle Fragen endgültige Antworten zu haben -' auch deshalb schon ein sehr sympathisches Buch.

Vergleichbar gut, aber vor allem für Erwachsene geschrieben, die (vielleicht) selbst hochbegabt sind, ist "Ganz normal hochbegabt" von der selben Autorin.
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