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Schöne Bilder, wirklich grandiose Darsteller und ein präzise gezeichnetes Bild einer bestimmten Gesellschaft aus den späten 40er und frühen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts - das ist doch schon eine ganze Menge für einen Film, oder? Da kann man es auch verschmerzen, wenn es bei der Geschichte mal hakt, wenn ihr die eindeutige Botschaft fehlt oder auch das schlüssige Ende.

Ein Kriegsheimkehrer bekommt das Leben nicht mehr auf die Reihe, wobei er nur einer von vielen ist, vielleicht einer in einer ganzen Generation. Alkohol und Schlimmerem ist er verfallen, und er schafft es nicht, in seinem Leben dauerhafte Beziehungen aufzubauen. In Jobs kann er sich nicht halten. Doch dann - durch einen Zufall - begegnet dieser entwurzelte Mann einer Art von Ersatzvater, der zumindest das mit dem Alkohol mit ihm teilt. Aber da ist noch mehr, beide entwickeln eine besondere Art von Abhängigkeit voneinander. Eine, die viele andere Dinge im Leben überstrahlt. Beide könnten aneinander wachsen, sich heilen, aber irgendwie will das nicht in diese Welt passen, in der es um so viele andere Dinge geht als um Freundschaft.

Man kann den Film auch anders sehen. In eine Art von Sekte gerät der beschädigte Kriegsheimkehrer. Diese tut zwar ganz wissenschaftlich. Doch eigentlich steht in ihrem Zentrum nur ein charismatischer Patriarch, dem es gelingt, genau die Punkte bei seinen Zuhörern anzusprechen, wo diese schwach sind, wo sie nach Kontakt, menschlicher Wärme und Verständnis suchen. Schnell entsteht eine merkwürdige Ersatzfamilie um ihn herum. Wobei diese von außen durchaus bedroht ist, von Zweiflern, von finanziellen Nöten, von Ausgrenzung aus den oberen Gesellschaftsschichten, deren Mitglied man doch eigentlich sein will. Und so entwickeln die Mitglieder dieser Gemeinschaft langsam einen Verfolgungswahn, der bestehende Konflikte, bestehende Neurosen und Ängste wieder hervorbrechen lässt. So sehr, dass das mit der Familie auf der Strecke bleibt. Am Ende steht dann ein totalitäres Wirtschaftsunternehmen, dass sich als Religion tarnt.

Nein, der Film erzählt nicht die Geschichte von Ron Hubbard und Scientology. Aber er erklärt dennoch deren Ursprünge aus einer kleinen Gruppe, die sich aus einer bestimmten, historischen Situation heraus bildet und sich dann nicht zuletzt aufgrund interner Machtkämpfe radikalisiert. Klein und schwach wird die Sekte hier zu Beginn gezeigt, dann in einer späteren Zeit stark und diszipliniert aber mit zerstörten Menschen. Dass unser Kriegsheimkehrer in dieses Bild dann nicht mehr so recht passen will, mag das merkwürdige Ende des Films erklären. Der Film regt jedenfalls schon zum Nachdenken darüber an, welche Geschichte hier warum erzählt wird. Und ich habe so den leisen Verdacht, dass das Scientology und anderen Sekten nicht wirklich gefallen kann.

Aber vielleicht kann man den Film ja noch ganz anders sehen, als Film mit einem skurrilen Humor, mit witzigen Schauspielern und schrägen Figuren, die in einem formal perfekt gemachten Film agieren und dabei viel Spaß haben. Dabei hört man dann noch wunderbare Musik, erlebt großartiges Ausstattungskino und hat durchaus etwas zu lachen.

Ein Film für viele Zielgruppen.
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am 17. Dezember 2013
für P.T.Anderson Fans wahrscheinlich ein weiteres Meisterwerk, ich habe mich schon mit 'There will be Blood' nicht so recht anfreunden können, 'Magnolia' fand ich hingegen noch genial. Man sollte sich jedenfalls Zeit nehmen und hellwach sein, es ist eine Freude J.Phoenix und P.S.Hoffmann zuzusehen, aber man kann es auch als anstrengend empfinden. Manchmal, und das ist vielleicht auch durchaus vom Regisseur so gewollt, glaubt man selbst in einer 'Gehirnwäschebehandlung' zu stecken. Hervorragend umgesetzt ist die Zeit der 1950er Jahre, die Kostüme und die tollen Bilder, allein das spricht für die Blu-Ray, besser geht es nicht. Als Extra gibt es noch eine Originaldoku über traumatisierte amerikanische Kriegsheimkehrer, die durchaus sehenswert ist.
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am 25. Oktober 2013
Peggy Dodd(Amy Adams) ist der eigentliche Kopf hinter Lancaster Dodd(Philip Seymour -Hoffman), dem Anführer des „Ursprungs“. Dodd ist Mystiker, Schriftsteller, Familienvater, Redner und Halbgott zugleich. Mit seiner Entourage zieht er durchs Land und „bekehrt“ die Menschen zu seinen Lehren. Das Ziel ist klar: Die Menschen sollen besser werden. Allerdings hat Dodds „Verein“ eher den Anstrich, dass alle Beteiligten sich lediglich Dodds Willen unterordnen und sein Portemonnaie füllen sollen. Aber das kann man natürlich auch anders sehen...

1950 gerät der ehemalige Soldat Freddie Quell(Joaquin Phoenix) in Dodds Dunstkreis. Quell ist psychisch angeschlagen, alkoholkrank, jähzornig und gewalttätig aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrt. Nachdem sein Alkoholkonsum und seine Ausraster dafür sorgten, dass er einen Job als Photograf und einen als Feldarbeiter verliert, schließt sich Quell Dodds „Ursprung“ an.
Auch hier schießt Quell quer, aber Lancaster Dodd schafft es, den jähzornigen jungen Mann ein wenig zu zügeln. Quell wird Dodds glühendster Anhänger und würde alles für Dodd tun. Der gerät so langsam ins Blickfeld der Behörden. Zudem gibt es immer wieder Kritik an Dodd, der als Scharlatan angesehen wird. Freddie braucht man damit nicht kommen. Er verteidigt Dodd um jeden Preis. Doch nach einiger Zeit muss Freddie feststellen, dass seine Liebe zu Dodd nicht komplett erwidert wird...

Natürlich hat Paul Thomas Anderson seinen -The Master- ganz eng an L.Ron Hubbard und die Geschichte von Scientology angelehnt. Das lässt sich nicht verheimlichen. Dabei zeigt Anderson gut auf, wie Menschen sich von „Heilsbringern“ vereinnahmen lassen, und wie eine Organisation wie „Der Ursprung“ funktioniert.

-The Master- ist dabei keine leichte Kinokost. Wie schon in -There will be blood- ist mir die Machart des Films ein wenig zu künstlich angelegt. Die Story ist gut, aber wieso bestimmte Bilder mit „seltsamer“ Orchestermusik unterlegt werden, erschloss sich mir nicht. Hier und da wirkt -The Master- wie ein Theaterstück und kommt, jedenfalls meiner Meinung nach, psychedelisch und intellektuell irgendwie überfrachtet daher. Das stieß mich als Zuschauer eher ab, als das es den Film besonders interessant machte.

Joaquin Phoenix Rolle beschränkt sich oft darauf, als krummer, schiefer Kriegsveteran sonderlich und verstört durch den Plot zu hetzen. Phoenix spielt das klasse, die Rolle ist jedoch sehr statisch ausgelegt. Ganz im Gegenteil dazu erwischt Philip Seymour-Hoffmann als Lancaster Dodd einen Traumrolle. Wie Seymour-Hoffman hier in allen Facetten des Schauspiels brillieren kann, das ist einzigartig gut. Allein Seymour-Hoffman ist das Ansehen von -The Master- wert. Er trägt den Film fast komplett allein.

Für Freunde von anspruchsvollem Kino ist -The Master- sicher sehenswert. Wer es ein wenig „bescheidener“ mag, da zähle ich mich gern dazu, muss von Andersons Werk nicht hundertprozentig begeistert sein. Ich finde, man kann es sich einfach machen: Wer -There will be blood- mochte, wird auch -The Master- genießen. Wer nicht zu dieser Kategorie Zuschauer gehört, kann sein Glück versuchen, ob er es findet, kann ich allerdings nicht versprechen...
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am 21. Mai 2016
...eines ist MIR sehr wichtig...eine psychosekte die mittels "zeitreisen" (es wird mal so eben billionen von jahren zurückgegangen,vllcht war man ja mal jemand "wichtiges) menschen extrem manipuliert ist gefährlich und sollte verboten werden. besonders dann wenn es NUR um GELD geht...was also auf dem schiff alles so passiert (aktuell:Freewinds) weiss niemand genau...deswegen finde ich das der film vor solchen gauklern warnt. und das gut...
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am 2. März 2015
Der Film versprach so viel, angeführt von dieser Top-Riege an Schauspielern, die ich wirklich sehr mag, einem tollen Regisseur und einer interessant erscheinenden Story. Für mich war es nur eine Enttäuschung. Die Story (was sollte eigentlich ausgesagt werden?) bleibt in Andeutungen stecken. Nichts, schon gar nicht die Charaktere, wird vertieft. Man wartet ständig darauf, wann der Film nun endlich richtig anfängt. Dann ist er nach langer Zeit zu Ende, und man fragt sich, was das Ganze eigentlich sollte.
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am 30. September 2013
Mit dieser Rezession möchte ich meine Teil zu dieser Diskussion dazu beitragen. In the Master geht es um Freddie Quell der in seinem Leben viel durchgemacht hat und von seinen Problemen übermannt wird. Als durch seinen illegal gebrannten Schnaps ein Mann krank wird flüchtet er auf das Boot von Lancaster Dodd. Dieser ist der Gründer des sogenannten Ursprungs, der sich von allen nur Master nennen lässt. Für Freddie ist am Anfang alles ungewöhnlich und neu und er kann sich schwer einfügen in die Gruppe, dennoch ist er fasziniert von Dodd der an Ihm gefallen gefunden hat. Erst als der Sohn von Dodd Ihm sagt alles was der Master von sich gibt sei gelogen zerbricht sein Bild von Dodd. Doch Dodd will um alles Freddie bei sich behalten und schafft es sogar das Freddie bleibt und Übungen macht, um so Freddies Probleme in den Griff zubekommen. Gegen Ende hat Freddie genug und will nichts mehr mit dem Ursprung zu tun haben, doch Dodd findet Ihn und versucht Ihn zu überreden das er bleibt. Dodd macht Ihm klar wenn geht sind Sie feinde im Geiste. Freddie lässt Ihn kommentarlos stehen.

Alle bisherige Rezessionen beziehen sich auf die Anspielungen zu Scientology, was auch verständlich ist da man so geworben hat. Ich denke es geht mehr um Freddie Quell und die Auseinandersetzung mit Lancaster Dodd die diesen Film ausmachen. Hier kommen zwei Personen aufeinander die unterschiedlicher nicht sein können, der eine vom Krieg gebeutelt und dem Alkohol erlegen, der andere Mitten im Leben mit Macht und Anhängern. Diese Auseinandersetzung macht den Film spannend und lässt viel Spielraum um so seine eigene Schlüsse zu ziehen. Für mich persönlich ist der Film weder eine Verherrlichung von Scientology noch eine Anprangerung. Hier geht es mehr um den Konflikt zwischen zwei Personen und da man nicht näher auf die Lehren eingeht können nur wenige parallelen zu Scientology gezogen werden.
L. Ron Hubbard war aber sicher das Vorbild für diesen Film, versteht mich bitte nicht falsch aber dieser Film dient als Unterhaltung. Wer kritische Stimmen über Gruppierungen dieser Art hören und sehen möchte sollte sich wo anders informieren, da auch jede neue Religiöse Bewegung von einer Person geleitet wird und auch mit Sicherheit auch dort auch Spannungen entstehen. Und um diese Spannungen geht es und nicht um das hinterfragen der Lehren einer solchen Bewegung. Für mich ein klares Highlight!
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am 17. Januar 2014
Ich habe die Filme von Paul Thomas Anderson wirklich lieben gelernt. The Master war der einzige Film von ihm auf den ich mich aber gefreut habe und er hat nicht enttäuscht.

Freddie Quell ist ein desillusionierter Kriegsveteran, der mit seinem Leben nichts anzufangen weiß. Eines Tages trifft er allerdings Lancaster Dodd der seine eigene Religion langsam verbreitet und von seinen Anhängern nur als Master bezeichnet wird. Freddie schließt sich ihm an und wird zu einem der treusten Anhänger, muss aber einen schlimmen Entzug durchleben.

Paul Thomas Anderson hat mich mit Filmen wie There Will Be Blood und Magnolia wirklich überrascht. Seine Art Filme zu machen gefällt mir, weil er sich immer für eine bestimmte Richtung entscheidet, diese dann konsequent beschreitet und immer das Beste aus seinen Darstellern herausholt. Hat er in There will be Blood fast das gesamte Leben eines Mannes und in Magnolia die zusammenhängenden Leben mehrerer Menschen beleuchtet, geht es in diesem Film einzig um einen bestimmten Lebensabschnitt eines Mannes.
Und diese Art der Geschichte ist etwas, dass manchen Zuschauern vielleicht negativ auffallen könnte. Man ist es gewohnt, in Filmen einer Geschichte zu folgen, die einen Weg beschreitet und an ein Ziel führt. Dies ist hier nur auf eine bestimmte Art und Weise der Fall. Man wird sofort mit Freddie Quell konfrontiert, der hier großartig von Joaquin Phoenix (Walk the Line) gespielt wird, ohne viel über ihn zu wissen. Dann trifft er auch schon den Master Philip Seymour Hoffman (Capote) und schließt sich seiner Bewegung an und von da an läuft der Film auf kein richtiges Ziel zu. Der Film dreht sich um den Entzug Freddies und wie der Master seine Anhänger manipuliert. Es gibt hier kein großes Aufbegehren gegen den Master oder irgendeine finale Revolution, sondern lediglich den Ausbau seiner Anhänger.
Dies könnte man dem Film ankreiden, weil kein direktes Ende in Sicht ist und der Film so einfach irgendwann vorbei ist. Mir erging es aber gar nicht so. Mir hat gefallen, wie sich die Charaktere entwickeln bzw. wie facettenreich sie dargestellt werden. Die Geschichte an sich wirkt wie nichts Aussergewöhnliches, bleibt aber durch die Darsteller stets interessant. Und die sind es auch, die den ganzen Charme des Films ausmachen.
Allen voran ist da natürlich besagter Joaquion Phoenix, der hier wieder alles gibt und diese gebrochene Figur nicht nur körperlich sondern auch mental absolut authentisch darstellt. Mal ist er einfach nur verzweifelt, mal verwirrt und dann wieder einfach nur aggressiv. Ihm gegenüber steht Philip Seymour Hoffman als Heilsbringer, der auch gekonnt die verschiedenen Seiten seines Charakters präsentiert. Wenn er mit Freddie redet ist er immer freundlich und normal, redet er aber zu seinen Anhängern, verfällt er in eine ruhige Rage und neigt dazu, zu übertreiben und gegenüber seiner Frau ist er kleinlaut. Diese wird nämlich von einer sehr starken Amy Adams (The Fighter) verkörpert, die auch nicht immer so nett ist, wie sie zu sein scheint. Alle drei wurden mit einer Oscar-Nominierung geehrt und auch absolut zurecht.
P.T. Anderson schafft es auch wieder seine sehr guten Darsteller angemessen in Szene zu setzen. Der Film hat einige starke Momente, die auch dementsprechend inszeniert werden und vor allem die Dialoge bzw. Monologe von Phoenix und/oder Hoffman sind sehr unterhaltsam und intensiv. Der Film verzichtet auf solche schönen Momente wie in Magnolia und ist auch emotional nicht ganz so intensiv wie There will be Blood, hinterlässt aber einen bleibenden Eindruck.

Fazit:
The Master ist ein großartig gespieltes und inszeniertes Drama, das seine eigentlich einfache Geschichte mit fantastischen Dialogen aufwiegt. Der Film ist intensiv und bietet starke Charaktere, die sich einige interessante Wortgefechte liefern.
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Regisseur Paul Thomas Anderson hat in seiner bisherigen Laufbahn gerade einmal sechs Spielfilme abgedreht, diese besitzen allerdings jeder für sich einen besonderen Schauwert! Hierbei muss man jedoch auch etwas differenzieren, denn neben dem mainstreamigen, und hervorragenden "Boogie Nights" ist Anderson auch ein Garant für Filme, die dem Massengeschmack eher die Zunge zeigen. Dies bewies er ansatzweise mit dem symbolträchtigen "Magnolia", dem epischen Bildersturm "There will be Blood" und natürlich nicht zuletzt mir dem arthousigen "Punch Drunk Love".
Bleibt vorweg zu sagen dass Anderson seinem Schema treu geblieben ist, und nicht in die "Massenware" zurückfällt, wenn man sich sein aktuellstes Werk "The Master" zu Gemüte führt. Hier verpflichtete er mit Philipp Seymour Hoffmann und Joaquin Phoenix zwei absolut hingebungsvolle Darsteller, die sich in einer heiklen Thematik gegenseitig an die Wand spielen dürfen. Es wird nie näher erwähnt, allerdings dreht sich die Geschichte um L. Ron Hubbard und die Entstehung seiner Scientology-Sekte. Hier wird ambivalent Phoenix als gescheiterte Existenz in Form des Ex-Soldaten Quell gesetzt, der durch Zufall an charismatischen Lancaster Dodd gerät, und diesen als seinen "Master" anzusehen lernt. Über die weiterführende Geschichte muss man detailliert kein Wort verlieren, da der Streifen insgesamt nicht davon lebt, und auch keinen großen Wert darauf zu legen scheint. Hauptaugenmerk liegt auf den Hauptakteuren, und deren Gesprächen und Diskussionen, die es zwar in sich haben, allerdings mit der langen Laufzeit von über 2 Stunden auch auf geneigte Zuschauer stoßen müssen. Somit ist der Streifen zwar superb gespielt und inszeniert, ist aber einer von Andersons Werken, auf die man sich absolut einlassen können muss.
Die Blu-ray ist qualitativ ganz weit oben anzusiedeln! Die Bildqualität ist sehr gut, und die Möglichkeiten von "High Definition" werden voll und ganz ausgenutzt. Der Ton spielt sich, wie gewohnt in dialoglastigen Filmen, fast nur vorne ab, dafür aber in guter Qualität. An Extras finden sich auf der Scheibe die Dokumentation "Let there be light", der Trailer sowie weitere Filmvorschau.
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am 23. Oktober 2013
Derzeit gibt es einfach keinen Regisseur wie P.T. Anderson. In seiner Umgebung brilliert jeder Schauspieler. Seien es Kinderrollen, die in Filmen stets nerven oder die manifestierte Dämlichkeit Adam Sandler. Aus allem holt er mehr heraus als man zuvor vermutet. Zu seinem Können als Autor muss nichts mehr gesagt werden.

Leider konnte ich den Film erst jetzt sehen. Manipuliert durch viele negative Stimmen im Vorfeld war ich skeptisch, ob P.T. einmal mehr ein Meisterwerk abgeliefert hat. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt.

Der Film handelt von dem leicht debilen Kriegsveteranen Freddie Quell, der traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Nach einem seiner vielen Alkoholexzesse, wacht er auf dem Schiff von Lancaster Dodd auf. Dieser hat einen Scientology ähnlichen Kult um sich erschaffen. "Der Master" sieht in dem leicht zu manipulierenden Freddie DAS Versuchkaninchen, um das totalitäre System in seiner Sekte zu perfektionieren. Freddie ist selbst faszieniert vom "Master" und hilft ihm deshalb freiwillig bei seinem Plan.

P.T. kritisiert in seinem Werk nicht den seltsam anmutenden Glauben von Sekten, sondern einzig deren bedingungslosen Gehorsam gegenüber ihrem Anführer. Damit der Glaube nicht zur Lachnummer wird, bedarfte es hervorragender schauspielerischer Leistungen, die mit der Kombination aus P.T.s Regiearbeit sowie den Hauptdarstellern Joaquín Phoenix, Philip Seymour Hoffman und Amy Adams auch vorhanden ist.

P.T.s Kritik an dem System Sekte wird durch den schlichten Freddie deutlich. Sein Leben verbessert sich nicht in diesem System. Gekrönt wird diese Kritik durch das so nie dagewesene offene Ende, dass anscheinend sehr viele Zuschauer ratlos zurückgelassen hat. Ob Freddie nun ohne die Sekte besser dran ist als mit ihr, bleibt offen. Warum sollte P.T. uns auch eine solche Endaussage aufdrücken, wie er es in anderen Filmen gemacht hat? Das wäre reiner Faschismus.

Und so erhebt sich auch dieses Werk von P.T. Anderson aus der Masse. Wo andere Filme dem Zuschauer ihre Aussage aufdrücken, zwingt uns P.T. zu 100% selbst zu entscheiden. Dafür braucht man Eier.

"The Master" wird nicht zu einem meiner Favoriten werden. Dazu sagt mir die Thematik zuwenig zu. Ein einzigartiges Meisterwerk ist der Film trotzdem.
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am 31. Mai 2014
Ich fand es interessant, was hier ein anderer Rezensent über die Filme von Anderson schrieb.

"Magnolia" ist an mir vorbeigezogen wie ein leichter Sommerwind. "Punch Drunk Love" ging für mich gar nicht wegen Adam Sandler, dem ich einfach nichts abgewinnen kann. "There Will Be Blood" dagegen hatte schon eine immense Wucht. Das Gleiche habe ich bei "The Master" empfunden. Eine emotionale Wucht, die mich auch dank der großartigen schauspielerischen Leistungen total gefesselt hat, obwohl der Film, was das Dramaturgische angeht, es wirklich nicht drauf anlegt, den Zuschauer zu fesseln. Mit Sicherheit kein klassisches Drama oder Rührstück, das irgendwelche Erwartungshaltungen bedient. Im Gegenteil.

Obwohl phantastisch ausgestattet, gibt es so gut wie keine schönen Momente. Von Anfang an hat man das Gefühl, daß in der Haut von Freddie Quell zu stecken, nicht sehr angenehm sein kann. Joaquin Phoenix spielt das gnadenlos durch. Der geprügelte Hund wird auch später nicht zum Helden, sondern bleibt so eigen und zerrissen, wie er nunmal ist, bis zum bitteren Ende.

Man fühlt sich nach dem Ende nicht unbedingt befriedigt, aber bei mir zumindest hallt der Film nach, seit vielen Tagen.
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