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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Kaffee bitte!" oder: Einen Tag Umherschweifen in Berlin
Niko Fischer war wohl noch nie so recht fleißig, jetzt lebt er in Berlin und ist nur äußerlich noch Student, da er längst sein (Jura-)Studium aufgegeben hat und laut einer eigenen Aussage "nix" macht. Sein Vater wird ihn später am Tag fragen, was er eigentlich die ganzen zwei Jahre getrieben habe, in der er seinem Sohn monatlich 1000 €...
Vor 15 Monaten von Martin Ostermann veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht Farbe, nicht schwarzweiß, was überhaupt?
Melancholisch, farblos, teils ziemlich dröge kommt die Geschichte um den SinndesLebenssucher daher. Die durchaus gelungenen Bilder der Berliner Trostlosigkeit an manchen Orten sowie der Kiezbezirke sind mir nicht genug, um gleich einen Film daraus zu machen. Die um den Hauptdarsteller versammelten Charaktere werden an ihm und mit ihm gemeinsam beleuchtet und...
Vor 7 Monaten von Sven Jäckel veröffentlicht


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Kaffee bitte!" oder: Einen Tag Umherschweifen in Berlin, 27. Mai 2013
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Niko Fischer war wohl noch nie so recht fleißig, jetzt lebt er in Berlin und ist nur äußerlich noch Student, da er längst sein (Jura-)Studium aufgegeben hat und laut einer eigenen Aussage "nix" macht. Sein Vater wird ihn später am Tag fragen, was er eigentlich die ganzen zwei Jahre getrieben habe, in der er seinem Sohn monatlich 1000 € Unterhalt überwiesen hat, und Niko antwortet: "Ich habe nachgedacht ... über mich, über dich, über alles eben." So wirkt dieser junge Mann (grandios dargestellt von Tom Schilling) auch immer etwas abwesend, stets grübelnd und die Welt um ihn herum beobachtend. Der Film beginnt am Morgen, als nach gemeinsam verbrachter Nacht Niko sich davonstehlen will und seine Freundin ihn bittet, noch zu bleiben. Niko behauptet zwar, er habe viel zu tun, kann aber nicht sagen, was eigentlich. Diese Haltung, nicht zu wissen, was er will, bleibt bestehen, und der Betrachter folgt dem Protagonisten durch einen Tag und eine Nacht voller Begegnungen: mit einem verzweifelten Nachbarn, mit seinem Vater und dessen Assistenten (der bereits fertiger Jurist ist, obwohl jünger als Niko), mit zwei merkwürdigen S-Bahn-Kontrolleuren, mit seinem Freund Matze und dem Besuch eines Filmsets, mit einer ehemaligen Schulkameradin und dem Besuch einer Theater-Performance und mit einer zufälligen Kneipenbekanntschaft und dem Besuch eines Krankenhauses. Dazwischen immer wieder der Versuch, einen Kaffee zu bekommen und Bilder der Metropole Berlin: Straßenszenen, Häuserecken, Mietwohnungen, Orte und Menschen. Nach 24 Stunden kann der Betrachter wieder die Hauptfigur beobachten und mit ihr gemeinsam schweigend den Blick über Berlin (als heimliche Hauptdarstellerin des Films) schweifen lassen.

Jan Ole Gerster (bisher nur als Darsteller in Ein Freund von mir bekannt) hat mit seinem Regiedebüt eine melancholisch-komödiantische Beobachtungsstudie gedreht, die traumhaft sicher die in schwarz-weiß gedrehte, ruhige Bildsprache, den jazzigen Soundtrack und eine völlig unspektakuläre Geschichte über einen jungen Mann im Zwischenstadium des Erwachsenenseins verbindet. Oberflächlich betrachtet plätschert der Film dahin, auf einer zweiten Ebene erzählen die Begegnungen und Gespräche von der Suche nach einem Platz im Leben, von Einsamkeit, Verletzung, Liebe, Respekt und schließlich sogar vom Leben als Ganzes, das unweigerlich auf den Tod zuläuft. Das Flanieren durch die Metropole Berlin verzichtet dabei völlig auf Klischeebilder (wie z.B. Brandenburger Tor und Reichstag) und zeigt die Großstadt in ungewöhnlichen Perspektiven als Lebensraum, der schmutzig-laut und spannend-abenteuerlich zugleich ist. Durch die ausgefeilte und ruhig beobachtende Bildsprache entsteht auch eine Poesie der Großstadt, die sich auf die Stimmung des Filmes insgesamt überträgt. Eine kleine Szene, wie das Umarmen der Großmutter beim Aufenthalt in der Wohnung eines jugendlichen Dealers kann so zu einer lange nachklingenden Metapher für die Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit werden.

Sehr gute Schauspieler - allen voran ein grandioser Tom Schilling in der Hauptrolle - ein an Woody Allen erinnernder Sondtrack und poetische und gut eingesetzte Schwarz-weiß-Bilder machen dieses melancholisch-komödiantische 24-Stunden-Porträt zu einem ruhigen und rundherum gelungenen Filmvergnügen. Der Triumph bei der Verleihung des deutschen Filmpreises ist durchaus berechtigt.
In den Extras ist neben einem Trailer, Casting- bzw. Improvisationsaufnahmen und Outtakes auch ein Audiokommentar von Regisseur und Hauptdarsteller zu finden.
Empfehlenswert! Für Fans des anspruchsvollen deutschen Films ein Muss!
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Warnung, 15. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Erwartungen können etwas tolles sein, sie können aber auch einiges zerstören. Filme etwa. Ein Film kann noch so gut sein, wenn man etwas völlig anderes von ihm erwartet, wird man zwangsläufig enttäuscht. Diese Gefahr besteht auch bei "Oh Boy", vor allem, weil der Trailer einen falschen Eindruck erweckt. Damit potentiellen Käufern eine Enttäuschung erspart bleibt, schreibe ich jetzt eine Rezension zu "Oh Boy" und zwar in Form von einigen Warnungen:

1. Der Film ist keine Komödie.
Damit meine ich natürlich nicht, dass der Film nicht lustig ist. Im Gegenteil hat "Oh Boy" einen ganz eigenen Humor, mal subtil, mal skurril, mal gesellschaftskritisch. Allerdings ist diese Komik nie so allgegenwärtig, wie im Trailer. Der Film hat auch deutlich ruhigere, nachdenklichere Seiten und wer eine typisch deutsche Komödie mit Slapstick, lustigen Verwechslungen und "Gags" am laufenden Band erwartet, wird mit "Oh Boy" nicht glücklich. Er ist ein Film zum schmunzeln, nicht zum lauthals lachen.

2. Der Film hat keine wirklich zusammenhängende Handlung.
Vielmehr stolpert die Hauptfigur des Films von einer absurden Situation in die nächste, ohne zu wissen was kommt, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Und der Film tut es dem ziellosen Hauptcharakter, der einfach in den Tag hineinlebt, gleich. Er steigt ohne Umschweife in das Leben des Protagonisten ein, begleitet ihn einen Tag lang vom Bett seiner Freundin zum Verkehrsamt, zu einem Filmset, zu einem Untergrundtheater und schließlich ins Krankenhaus. Und dort entlässt "Oh Boy" den Zuschauer, ohne eine wirkliches "Ende" anzubieten. Weil es eben kein Ende gibt, da die "Geschichte", die erzählt wird, einfach das Leben der Hauptfigur ist. Der Film greift sich einfach einen Tag aus diesem Leben und präsentiert ihn, ohne Ansprüche auf Tiefgründigkeit, Epik oder Spannung. Ob die erzählte "Handlung" den Zuschauer packt, beührt oder zum Nachdenken anregt, liegt ganz beim Zuschauer. Der Film erwartet es jedenfalls nicht von ihm, lässt es aber zu.

3. Der zweite Star des Films ist Berlin.
Tom Schilling spielt fantastisch, keine Frage. Trotzdem wird er sich mit Berlin darum streiten müssen, wer präsenter ist. Denn obwohl der Film sehr ordentlich besetzt ist und die Dialoge außerordentlich gut geschrieben sind, schaffen es auch die schwarz-weißen, von Jazzklängen unterlegten Bilder Berlins, zu fesseln. Die Stadt wirkt dreckig und edel, spießig und gefährlich, faszinierend und abstoßend zugleich. Die Kamera schafft es, Ecken Berlins einzufangen, die einfach faszinieren, die den Zuschauer glauben lassen solch skurrile Gestalten wie im Film könnte es in dieser Stadt tatsächlich geben.

Wer jetzt immer noch Lust auf "Oh Boy" hat und nicht abgeschreckt ist, dem wird der Film vermutlich auch gefallen. Vielleicht wird er sogar einen neuen Lieblingsfilm finden. Das Potential dazu hat "Oh Boy" allemal.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Generation nix, 1. Mai 2013
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Erzählt wird ein Tag im Leben von Nico, der gerade umgezogen ist, sich von seiner Freundin getrennt hat und aus unterschiedlichen Gründen irgendwie nicht an eine heiß ersehnte Tasse Kaffee kommt. Sein reicher Vater hat ihm den Geldhahn zugedreht, da er herausbekommen hat, dass es schon vor Jahren sein Studium geschmissen hat und unterdessen nur noch 'über sein Leben nachdenkt'. Mit seinem Kumpel Matze zieht er umher, trifft eine alte Schulkameradin wieder, die er früher aufgrund ihrer Fettleibigkeit gehänselt hatte, die sich mittlerweile jedoch völlig verwandelt hat und immer noch auf ihn steht. Sie nehmen die Einladung zu einer experimentellen Tanzperformanz an und fallen dort unangenehm auf. Auch die potentielle Romanze endet in einer bedrückenden Sackgasse. Nico zieht weiter durch das nächtliche Berlin und wird mit dem Sterben konfrontiert....

Ein kleines cineastisches Kunstwerk über das stinknormale Leben, in schwarz-weiß gedreht. Früher hätte man Taugenichts zu der Gestalt des Nico gesagt, heute würde man ihn eher Verlierertyp nennen. Aber er ist keine unsympathische oder gar tragische Gestalt. Wie viele andere seiner Generation lebt er in den Tag hinein, lässt sich treiben und macht sich wenig Gedanken über seine Zukunft. Vielleicht setzt nun der Film an einem Punkt an, in dem ein Umdenkprozess eingeleitet wird, da er sich bis dato keinen Kopf um Geld machen musste, das er monatlich von seinem reichen Vater überwiesen bekommen hat. Vielleicht zeigt der Film den letzten 'unbeschwerten' Tag, bevor die 'Mühe des Lebens' Einzug erhält. Es könnte aber auch gut sein, dass Nico ein Lösung für sich findet, sich weiter durchwurstelt. Doch darum geht es letztendlich nicht, sondern um das Portrait eines jungen Mannes in Berlin und seiner Lebenszusammenhänge. Es ist weniger die Handlung, als vielmehr die Umsetzung, die besticht.

Tom Schilling spielt eindrucksvoll gelassen und gibt der Figur des Nico dadurch genau das richtige Maß an Authentizität.

Fazit: Vor kurzem ist das Werk mit Preisen überschüttet worden. Nicht zu Unrecht, wie ich meine.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der Kino-Highlights 2012/13 mit viel Liebe zum Detail!, 8. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Irgendwie ist dieser Film Kunst, schwer zu beschreiben. Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem die tolle Kameraführung und die unglaublich liebevolle Gestaltung im Detail. Beispiel: an sich völlig unspektakuläre, simple Schwarz-Weiß-Bilder von irgendwelchen hässlichen, unbededeutenden Ecken, Häusern und Straßen in Berlin - und trotzdem "catchen" einen diese Bilder (und ich bin kein Berliner!).

Die Story ist recht simpel, aber toll umgesetzt. Wenn der Film aufgrund seines melancholischen Fundaments - und Hauptdarstellers - Gefahr läuft, in einen allzu kitschigen Sumpf abzudriften, wird an den richtigen Stellen immer mal wieder subtiler Humor eingestreut, der den Zuschauer ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Zudem lebt der Film eindeutig von zahlreichen Dialogen (Nikos mit den facettenreichsten/unterschiedlichsten Weggefährten im Laufe des Films).

Selbst Kinogänger, die sich Hauptdarsteller Tom Schilling ansonsten aufgrund seines weinerlichen Naturells/Auftretens bzw. seiner weinerlichen Stimme nicht über längere Zeit "antun" können/wollen, werden zugeben müssen, dass Schilling die Hauptrolle in "Oh Boy" wie auf den Leib geschneidert scheint. Das passt einfach. Er spielt das richtig gut.

Eines der Kinohighlights Ende 2012/Anfang 2013.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen " Ich habe es gesehen....ihr habt gelacht ! ", 7. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy [Blu-ray] (Blu-ray)
Junge....warum hast du nichts gelernt ?
Niko (Tom Schilling), Ende 20 hat sein Jura Studium geschmissen...und das schon vor zwei Jahren.
Sein Papa, der die Sache finanziert weiß nichts davon, denkt jedenfalls Niko.
Und als der Geldautomat seine EC-Karte einzieht, und das Geld nicht mal mehr für
eine Tasse Kaffee reicht ("3,40 €.. ist ja auch der Columbia") ist ein Besuch bei Papa
fällig...und der hat nur auf den Besuch gewartet.
Und so streift Niko durch Berlin auf der Suche nach irgendwas, und macht jede Menge skuriler
Bekanntschaften : Nachbarn, Freunde, Schauspieler, Beamte, Drogendealer und deren Omas,
alte Schulfreundinnen sind nur einige Fälle von schräger Situationskomik.
Wird er seinen Kaffee bekommen ? Nicht nur die Filmmusik erinnert hier an Woody Allen.
Ein deutscher Film der anderen Art, nicht umsonst war "Oh Boy" beim deutschen Filmpreis
ganze vorne mit dabei. Tipp !

Die BD bietet stellenweise zwar nicht das beste Bild, wurde wohl mit 16 mm gedreht ?
Und da ist dann auch einfach nicht mehr drin. Passt aber irgendwie zum Film.
Der Griff zur DVD könnte reichen !
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen oh boy, 30. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Diesen schwarz- weiß Film habe ich durchgehend genossen.
Erzählt wird von Nico, der seit zwei Jahren sein Studium abgebrochen hat und nun, mehr oder weniger, in den Tag hineinlebt.
Seine Freundin wirft ihn raus,das mit dem Kaffee klappt auch nie, der Bankomat gibt kein Geld mehr her, der Vater überzuckert, dass der Sohnemann nicht mehr studiert.
Trotzdem bleibt Nico gelassen ,in seinem Tempo, findet sich wieder in einer Dealer-Wohnung und in inniger Umarmung einer ehemaligen Schulkollegin.Es "wiederfährt" ihm eine Situation nach der anderen und der Zuseher wird auf diese Reise mitgenommen.
Ein Film mit feiner Komik ,satirischer Übertreibung , die stellenweise auch beklemmend an die Realität erinnert,sowie beeindruckender Kameraführung.
Anschaun!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach treiben lassen...., 3. Januar 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Niko Fischer (Tom Schilling) hängt einfach nur rum und lässt sich treiben vom Motor der Metropole Berlin. Seinen Vater (Ulrich Noethen) hat er verheimlicht, dass er das Jurastudium schon lange geschmissen hat. Wäre ja auch doof, denn dann wären 1.000 Euro elterliche Unsterstützung weg. Doch an diesem Tag wird die Kontokarte eingezogen. Da hilft nur ein Anruf. Ansonsen schaut der Endzwanziger und Tagträumer was die Stadt noch so an Komischem und Tragischem heute zu bieten hat. Ok, zuerst mal zum "Idiotentest", weil auch der Führerschein eingezogen wurde. Hoffentlich sind nicht alle Psychologen so krank wie dieser anmaßende Aggressor (Andreas Schröders). Auf den Misserfolg einen Kaffee, doch der ist in dieser Bar zu teuer. Es geht weiter abhängen mit dem Freund und Schauspieler Matze (Marc Hosemann), so schauen die beiden bei Dreharbeiten zu einem NS-Film zu. Wenig später treffen sie auf Julika (Friederike Kemper)), eine ehemalige Mitschülerin von Niko, die die beiden einlädt zu einer Avantgarde-Theateraufführung, in der sie mitspielt. Bevor die Nacht in Berlin zu Ende geht, kriegt Niko noch eine aufs Maul und landet alleine als einsamer Wolf in einer Bar, dort erzählt ein besoffener Gast (Michael Gwisdek) von seiner Kindheit im dritten Reich. Der Ausklang findet im Krankenhaus statt...
Jan Ole Gersters "Oh Boy" ist ein sehr schöner Städtefilm. In exzellenten s/w Aufnahmen gelingt dem Kameramann Philipp Kirsamer eine Weltklassearbeit. Die Tragikomödie ist perfekt aufgebaut und hält durchgehend eine schöne, teils unbekümmerte, teils schwermütige Melancholie. Einerseits ist viel Leere vom heutigen Großstadtmenschen eingefangen, aber auch der emotionale Durchbruch, der durch die Menschen erreicht wird, indem sie sich einander flüchtig und dennoch sehr intentiv begegnen und einander wahrnehmen. Für mich eine der besten deutschen Filme der letzten Jahre, es ist eine Art berliner Variante zu Woody Allens großartigem New York Portrait "Manhattan" geworden. Tom Schilling spielt genial, er wirkt authentisch und bietet viele Identifikationsmöglichkeiten. Im Grunde spielt er so einen Tagträumer von der Art eines Antoine Doinel, der weltbekannten Filmfigur von Francois Truffaut. Und wer weiß: Vielleicht greift Gerster ja die Idee auf in einigen Jahren eine Fortsetzung zu drehen, interessant wäre es auf jeden Fall wie es mit Filmfigur Niko weitergeht.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 mal die Lola (Deutscher Filmpreis), 29. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Bis in die kleinsten Nebenrollen klasse besetzter Berlin-Film, nicht nur für Berlin Fans. Friederike Kempter und RP Kahl geben sich auch die Ehre! So etwas hat man selten im Kino gesehen, und noch dazu mit einem Budget von 300.000 EUR, da wünscht man sich in Zukunft mehr Filme vom Regiesseur und Drehbuchautor Jan-Ole Gerster!!! Eine Hoffnung für den Neuen Deutschen Film! Gegen nur alles gratis im Internet und Spaß haben. Es lebe das Kino!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der deutsche Film hat es wieder drauf ..., 29. August 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Bereits das Schwarzweiß, in das der Film getaucht ist, versetzt den Zuschauer in eine besondere Welt, und selbst dem angestammten Berliner erscheint seine ansonsten farbenprächtige Stadt in neuem Licht.

Zur Farblosigkeit passt die Geschichte um den planlos vor sich hin lebenden Niko (Tom Schilling), der schon als Kind nichts auf die Reihe brachte und nun nach einem angebrochenen Jura-Studium vor einem Scherbenhaufen steht. Sein wohlhabender Vater dreht ihm den Geldhahn zu. Der amtliche Idioten-Tester verweigert ihm die Herausgabe des beschlagnahmten Führerscheins. Sein versoffener Nachbar ist einsam und tröstet sich mit Fußballvideos, die er in einem Hobbykeller schaut. Angesoffene Halbstarke schlagen ihm die Nase blutig.

Niko ist allein, und auch sein Freund Matze (Marc Hosemann) hilft ihm nicht wirklich. Wundervoll korrespondiert zu diesem schrägen Haufen die neurotische Ausdruckstänzerin Julika (Friedrike Kempter), die Niko anhimmelt.

Lediglich einmal übernimmt Niko Verantwortung für einen ihm vollkommen unbekannten Mann (Michael Gwisdek), der ihn in einer Kneipe mit seiner Lebensgeschichte überfällt und plötzlich umkippt.

Und auch allem der Running Gag des Films ist grandios: Niko verlangt ständig einen bezahlbaren Kaffee, wird aber erst in der letzten Szene fündig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht Farbe, nicht schwarzweiß, was überhaupt?, 5. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Melancholisch, farblos, teils ziemlich dröge kommt die Geschichte um den SinndesLebenssucher daher. Die durchaus gelungenen Bilder der Berliner Trostlosigkeit an manchen Orten sowie der Kiezbezirke sind mir nicht genug, um gleich einen Film daraus zu machen. Die um den Hauptdarsteller versammelten Charaktere werden an ihm und mit ihm gemeinsam beleuchtet und entlarvt, durchaus auch auf kunstvolle Weise. Dennoch bleibt mir der Hauptdarsteller selbst zu farblos, zu ungreifbar. Man wird mit ihm nicht warm, wundert sich ständig über seine merkwürdigen, teils situationsunangemessenen Schrulligkeiten. Genauso wenig wie sich der Hauptdarsteller entscheiden kann, ob er nun cool, abgeklärt oder verpeilter Flaneur sein möchte, kann sich der Film nicht entscheiden ob er Kunstfilm oder Charakterportrait werden möchte ... und wird beides nur halb. Kein verschwendetes Geld, aber durchaus auch keine echte Empfehlung werd. Daher 3 Sterne.
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