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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rabbit Hole
(Kinoversion)

Jennifer Lynch ist eine ziemlich bodenständige, sympathische Frau. So zumindest präsentierte sie sich auf dem 26. Fantasy Filmfest, auf dem sie ihren aktuellen Film „Chained“ vorstellte. Nach dem Film plauderte sie noch ein wenig von den Dreharbeiten zu ihrem verstörenden Psychothriller und von Vincent D’Onofrios...
Veröffentlicht am 25. März 2013 von MissVega

versus
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn die tägliche Routine eines Serienkillers den Zuschauer kalt läßt
Zum ersten sei gesagt: "Chained" ist weiß Gott kein schlechter Film.
Mit seiner morbiden, durch und durch brütend wahnsinnigen Grundidee ragt er aus dem Gros des Genre-Allerlei heraus.
Ist er deswegen ein empfehlenswerter packender, innovativer Film? Beileibe nicht.
Mag es daran liegen, daß der geneigte Zuschauer vielleicht schon zuviele...
Vor 24 Monaten von RUMBURAK veröffentlicht


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rabbit Hole, 25. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Chained [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

Jennifer Lynch ist eine ziemlich bodenständige, sympathische Frau. So zumindest präsentierte sie sich auf dem 26. Fantasy Filmfest, auf dem sie ihren aktuellen Film „Chained“ vorstellte. Nach dem Film plauderte sie noch ein wenig von den Dreharbeiten zu ihrem verstörenden Psychothriller und von Vincent D’Onofrios Bereitschaft, für Jennifer über seine eigenen Grenzen zu gehen und Szenen zu drehen, die ihm großes Unbehagen bereitet haben. Die Tochter von Regisseur David Lynch ist fröhlich und offen und steht somit im krassen Gegensatz zu ihrem Film, der den Zuschauer ziemlich mitnimmt und nachhaltig verstört. Zusammen mit Script-Debütant Damian O’Donnell hat Jennifer Lynch die Story um einen kranken Serienkiller und seine jahrelange Geisel geschrieben und sich dabei lediglich am Ende etwas vergaloppiert. Ganz zum Schluss wartet „Chained“ mit einem doppelten Finaltwist auf, der definitiv zuviel des Guten ist, nicht Not getan hätte und dem Film so etwas von seiner fiebrigen Authentizität nimmt. Das ist ein wenig bedauerlich, da „Chained“ sonst ein perfekter Psychothriller geworden wäre. Nichtsdestotrotz ist „Chained“ ein sehr beeindruckender, unglaublich böser und düsterer Film, der schockiert und berührt. Und das ist mehr, als man von den meisten Filmen dieses Genres erwarten kann.

Tim (Evan Bird) führt ein glückliches Leben mit seinen Eltern Sarah und Brad (Julia Ormond, „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ und Jake Weber, „Medium - Nichts bleibt verborgen“), bis der 8jährige und seine Mutter eines Tages auf dem Rückweg vom Kino von ihrem Taxifahrer entführt werden. Für Bob (Vincent D’Onofrio, „Criminal Intent“) ist Sarah nur eines von vielen Opfern, das er kaltblütig und brutal umbringt, nachdem er sich an ihr vergangen hat. Bei Tim jedoch zögert er und beschließt, anstatt den Jungen ebenfalls umzubringen, ihn bei sich zu behalten und zu seinem Gehilfen bzw. Nachfolger heranzuzüchten. Fortan muss Tim, den Bob nur „Rabbit“ nennt, die Zimmer nach Bobs blutigen Exzessen reinigen und später sogar die Leichen der zahllosen Frauen, die Bob mit in sein abgelegenes Haus bringt, beseitigen. Bob hält Rabbit jahrelang an einer langen eisernen Kette, die er erst löst, als er sicher ist, dass Rabbit nicht mehr fliehen und vielleicht sogar in Bobs blutige Fußstapfen treten wird. Wird der mittlerweile 18jährige Rabbit selbst zu dem Psychopathen werden, dem er jahrelang dienen und bei seinen grausamen Taten zur Hand gehen musste? Oder wird er sich gegen seinen Peiniger auflehnen und sich nicht klaglos in sein Schicksal fügen?

Diese Frage wird erst am Ende von „Chained“ beantwortet, doch bis dahin ist es ein langer, schmerzvoller Weg. Jennifer Lynch („Boxing Helena“, „Unter Kontrolle“) ist ein bedrückender, schockierender und brutaler Film gelungen, der in seiner Intensität kaum noch zu überbieten ist. Man fühlt sich zusammen mit Rabbit gefangen in der infernalischen Welt, die Bobs Heimat ist und leidet stumm mit dem kleinen Jungen und späteren Teenager, der innerhalb kürzester Zeit jeglicher Hoffnung beraubt wird. Er hört seine Mutter sterben und muss fortan an dem Ort leben, an dem sie umgebracht wurde. Kein Tageslicht dringt durch die verbarrikadierten Fenster, kein Mensch gelangt je zu dem abgelegenen Haus, niemand kann dem Jungen helfen. Stattdessen findet er sich in einer Hölle wieder, die schlimmer nicht sein könnte. In verdreckten Klamotten, ungewaschen und stets an eine lange Eisenkette gefesselt, vegetiert er auf einem Klappsofa in der neonbeleuchteten Küche vor sich hin, immer angstvoll darauf wartend, wann Bob sein nächstes Opfer anschleppt. Und sie kommen regelmäßig, die Frauen, die Bob in seinem Taxi entführt, grausam quält und dann umbringt. Rabbit hört die Schreie und das Stöhnen, das Winseln und den letzten Atemhauch der bedauernswerten Frauen, während er auf seinen Einsatz wartet. Nach getaner „Arbeit“ muss Rabbit Bobs Zimmer von den blutigen Spuren seiner unglaublichen Taten reinigen und später sogar die toten Körper der Frauen unter dem Haus vergraben. So wächst Rabbit zu einem psychischen Wrack heran, bei dem noch nicht abzusehen ist, ob die jahrelang umgebenen Grausamkeiten ihn zu einem ähnlichen Monster wie Bob gemacht haben oder ob er sich erfolgreich dagegen wehren kann, zu solch menschlichem Abschaum wie Bob zu werden.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Jennifer Lynch gelingt das seltene Kunststück, Bob gleichzeitig als Täter und Opfer darzustellen. Durch immer wieder aufflackernde Flashbacks wird der Zuschauer zurückgeworfen in Bobs Kindheit, die kaum weniger grausam ist als das, was er später Anderen antut. Gewalt, Missbrauch, Inzest…Bobs kindliche Welt ist ein tiefschwarzer Ort, von dem es kein Entkommen gibt. Und so widerlich, brutal, unmenschlich und grausam Bob auch ist, man kommt nicht umhin, ab und zu auch Mitleid für ihn zu empfinden, weil er selbst einst so viel Unvorstellbares ertragen musste. Das entschuldigt sein Handeln natürlich keineswegs, aber es macht es nachvollziehbar. Auf diesem schmalen Grat zwischen Mitleid und Abscheu wandelt Jennifer Lynch traumwandlerisch sicher, so dass sich „Chained“ auch als differenziertes Psychogramm entpuppt, das sich nicht nur auf das Leid der Opfer beschränkt.

Und obwohl ich Vincent D’Onofrio persönlich überhaupt nicht mag, weder vom Äußeren noch von seiner Schauspielkunst, muss ich ihm hier zugestehen, dass er großartig spielt. Die ungelenke Grobschlächtigkeit seiner 1,92 m großen Physis unterstreicht eindrucksvoll die Charakterzüge, die er Bob hier angedeihen lässt. Plump, ungeduldig, brutal, emotionslos, aber auch cholerisch und zügellos ist D’Onofrios Bob, so dass man für ihn - zumindest im Erwachsenenalter - keinerlei Sympathien zu empfinden vermag. Und dennoch, ab und an schleicht sich ein verlorener Ausdruck in sein Gesicht und man meint, all die Schmerzen, die er selbst einst erleiden musste, darin zu erkennen. Ähnlich intensiv ist das Spiel von Eamon Farren, der den älteren Rabbit spielt. Devot, ängstlich, emotional verkümmert und seltsam zurückgeblieben ist sein Rabbit. Man hat Mitleid mit diesem traumatisierten, einsamen und unter grausamen Umständen groß gewordenen Jungen, der sich dennoch ein Stück Überlebenswillen und Stolz bewahrt hat. Seine Schreie mögen lautlos sein, dennoch haben sie etwas Befreiendes für ihn. Farren spielt grandios mit feinsten Nuancen in Mimik und Gestik, was zu einem tiefgründigen Spiel führt. Neben diesen beiden großen Darstellern verblasst der restliche Cast zwangsweise, auch wenn Julia Ormond, Jake Weber und all die anderen ebenfalls sehr gut spielen.

Über 90 Minuten ist man gefangen in Rabbits und Bobs Welt, die so unaussprechlich zerstörerisch und furchtbar ist, dass man heilfroh ist, wenn die Handlung diese Welt verlässt. Doch leider ist genau das der Punkt, an dem Jennifer Lynch ihr Film latent entgleitet. Sie möchte den Zuschauer mit einem doppelten Twist kraftvoll aus der Handlung katapultieren, vernachlässigt dabei aber Logik und leider auch Glaubwürdigkeit. Es gibt einen stimmigen Showdown, nach dem der Film wunderbar hätte zu Ende sein können. Aber nein, Frau Lynch möchte noch einen draufsetzen. Also gut, diesen ersten Nachschlag mag man ihr noch verzeihen, auch wenn er eigentlich überflüssig ist. Leider aber hat Jennifer Lynch nun immer noch nicht genug und wartet mit einem Twist auf, der so unglaubwürdig wie unlogisch ist und die intensive, düstere Stimmung des Films zugunsten eines billig wirkenden und vollkommen überzogenen Finales abwertet. Denn das, was „Chained“ hier ganz zum Schluss aus dem Sack holt, ist weder psychologisch schlüssig noch auch nur im Ansatz glaubwürdig. Und vor allem: es hätte überhaupt nicht Not getan! 92 der insgesamt 98 Minuten sind nahezu perfekt, aber just auf der Zielgeraden verlässt Lynch ihr Gespür für Authentizität und Timing. Das schadet dem Film zwar nicht nachhaltig, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack, den man einem so guten Film gerne erspart hätte. Das doppelte Ass-aus-dem-Ärmel-ziehen am Ende wirkt aufgesetzt, unpassend und vollkommen überzogen und führt zwangsweise zum Nachdenken über psychologische Untiefen und Ungereimtheiten des Films. Schade.

Dennoch, „Chained“ ist ein überdurchschnittlich guter Film, der immerhin fast alles richtig gemacht hat. Der inhaltliche Patzer am Ende ist bedauerlich, kann aber zum Glück die ungemütliche Intensität, die sich während des Sehens beim Zuschauer breit gemacht hat, nicht zerstören. „Chained“ ist schmerzhaft, qualvoll und weckt die widersprüchlichsten Gefühle. Die Charaktere werden intensiv beleuchtet und gezeichnet, das Spiel der Darsteller ist über jeden Zweifel erhaben, die Settings sind beengend und unwirtlich und der Soundtrack untermalt die bedrückenden und abscheulichen Szenerien eindrucksvoll. Ein starker, abgründiger, böser Film, der keine Gnade kennt und erschütternd ist. Ob des überfrachteten, überambitionierten und unlogischen Endes leider nur vier von fünf Eisenketten, von denen man sich hoffentlich irgendwann befreien kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rabbit Hole, 3. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Chained [IT Import] (DVD)
(Kinoversion)

Jennifer Lynch ist eine ziemlich bodenständige, sympathische Frau. So zumindest präsentierte sie sich auf dem 26. Fantasy Filmfest, auf dem sie ihren aktuellen Film „Chained“ vorstellte. Nach dem Film plauderte sie noch ein wenig von den Dreharbeiten zu ihrem verstörenden Psychothriller und von Vincent D’Onofrios Bereitschaft, für Jennifer über seine eigenen Grenzen zu gehen und Szenen zu drehen, die ihm großes Unbehagen bereitet haben. Die Tochter von Regisseur David Lynch ist fröhlich und offen und steht somit im krassen Gegensatz zu ihrem Film, der den Zuschauer ziemlich mitnimmt und nachhaltig verstört. Zusammen mit Script-Debütant Damian O’Donnell hat Jennifer Lynch die Story um einen kranken Serienkiller und seine jahrelange Geisel geschrieben und sich dabei lediglich am Ende etwas vergaloppiert. Ganz zum Schluss wartet „Chained“ mit einem doppelten Finaltwist auf, der definitiv zuviel des Guten ist, nicht Not getan hätte und dem Film so etwas von seiner fiebrigen Authentizität nimmt. Das ist ein wenig bedauerlich, da „Chained“ sonst ein perfekter Psychothriller geworden wäre. Nichtsdestotrotz ist „Chained“ ein sehr beeindruckender, unglaublich böser und düsterer Film, der schockiert und berührt. Und das ist mehr, als man von den meisten Filmen dieses Genres erwarten kann.

Tim (Evan Bird) führt ein glückliches Leben mit seinen Eltern Sarah und Brad (Julia Ormond, „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ und Jake Weber, „Medium - Nichts bleibt verborgen“), bis der 8jährige und seine Mutter eines Tages auf dem Rückweg vom Kino von ihrem Taxifahrer entführt werden. Für Bob (Vincent D’Onofrio, „Criminal Intent“) ist Sarah nur eines von vielen Opfern, das er kaltblütig und brutal umbringt, nachdem er sich an ihr vergangen hat. Bei Tim jedoch zögert er und beschließt, anstatt den Jungen ebenfalls umzubringen, ihn bei sich zu behalten und zu seinem Gehilfen bzw. Nachfolger heranzuzüchten. Fortan muss Tim, den Bob nur „Rabbit“ nennt, die Zimmer nach Bobs blutigen Exzessen reinigen und später sogar die Leichen der zahllosen Frauen, die Bob mit in sein abgelegenes Haus bringt, beseitigen. Bob hält Rabbit jahrelang an einer langen eisernen Kette, die er erst löst, als er sicher ist, dass Rabbit nicht mehr fliehen und vielleicht sogar in Bobs blutige Fußstapfen treten wird. Wird der mittlerweile 18jährige Rabbit selbst zu dem Psychopathen werden, dem er jahrelang dienen und bei seinen grausamen Taten zur Hand gehen musste? Oder wird er sich gegen seinen Peiniger auflehnen und sich nicht klaglos in sein Schicksal fügen?

Diese Frage wird erst am Ende von „Chained“ beantwortet, doch bis dahin ist es ein langer, schmerzvoller Weg. Jennifer Lynch („Boxing Helena“, „Unter Kontrolle“) ist ein bedrückender, schockierender und brutaler Film gelungen, der in seiner Intensität kaum noch zu überbieten ist. Man fühlt sich zusammen mit Rabbit gefangen in der infernalischen Welt, die Bobs Heimat ist und leidet stumm mit dem kleinen Jungen und späteren Teenager, der innerhalb kürzester Zeit jeglicher Hoffnung beraubt wird. Er hört seine Mutter sterben und muss fortan an dem Ort leben, an dem sie umgebracht wurde. Kein Tageslicht dringt durch die verbarrikadierten Fenster, kein Mensch gelangt je zu dem abgelegenen Haus, niemand kann dem Jungen helfen. Stattdessen findet er sich in einer Hölle wieder, die schlimmer nicht sein könnte. In verdreckten Klamotten, ungewaschen und stets an eine lange Eisenkette gefesselt, vegetiert er auf einem Klappsofa in der neonbeleuchteten Küche vor sich hin, immer angstvoll darauf wartend, wann Bob sein nächstes Opfer anschleppt. Und sie kommen regelmäßig, die Frauen, die Bob in seinem Taxi entführt, grausam quält und dann umbringt. Rabbit hört die Schreie und das Stöhnen, das Winseln und den letzten Atemhauch der bedauernswerten Frauen, während er auf seinen Einsatz wartet. Nach getaner „Arbeit“ muss Rabbit Bobs Zimmer von den blutigen Spuren seiner unglaublichen Taten reinigen und später sogar die toten Körper der Frauen unter dem Haus vergraben. So wächst Rabbit zu einem psychischen Wrack heran, bei dem noch nicht abzusehen ist, ob die ihn jahrelang umgebenen Grausamkeiten ihn zu einem ähnlichen Monster wie Bob gemacht haben oder ob er sich erfolgreich dagegen wehren kann, zu solch menschlichem Abschaum wie Bob zu werden.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Jennifer Lynch gelingt das seltene Kunststück, Bob gleichzeitig als Täter und Opfer darzustellen. Durch immer wieder aufflackernde Flashbacks wird der Zuschauer zurückgeworfen in Bobs Kindheit, die kaum weniger grausam ist als das, was er später Anderen antut. Gewalt, Missbrauch, Inzest…Bobs kindliche Welt ist ein tiefschwarzer Ort, von dem es kein Entkommen gibt. Und so widerlich, brutal, unmenschlich und grausam Bob auch ist, man kommt nicht umhin, ab und zu auch Mitleid für ihn zu empfinden, weil er selbst einst so viel Unvorstellbares ertragen musste. Das entschuldigt sein Handeln natürlich keineswegs, aber es macht es nachvollziehbar. Auf diesem schmalen Grat zwischen Mitleid und Abscheu wandelt Jennifer Lynch traumwandlerisch sicher, so dass sich „Chained“ auch als differenziertes Psychogramm entpuppt, das sich nicht nur auf das Leid der Opfer beschränkt.

Und obwohl ich Vincent D’Onofrio persönlich überhaupt nicht mag, weder vom Äußeren noch von seiner Schauspielkunst, muss ich ihm hier zugestehen, dass er großartig spielt. Die ungelenke Grobschlächtigkeit seiner 1,92 m großen Physis unterstreicht eindrucksvoll die Charakterzüge, die er Bob hier angedeihen lässt. Plump, ungeduldig, brutal, emotionslos, aber auch cholerisch und zügellos ist D’Onofrios Bob, so dass man für ihn - zumindest im Erwachsenenalter - keinerlei Sympathien zu empfinden vermag. Und dennoch, ab und an schleicht sich ein verlorener Ausdruck in sein Gesicht und man meint, all die Schmerzen, die er selbst einst erleiden musste, darin zu erkennen. Ähnlich intensiv ist das Spiel von Eamon Farren, der den älteren Rabbit spielt. Devot, ängstlich, emotional verkümmert und seltsam zurückgeblieben ist sein Rabbit. Man hat Mitleid mit diesem traumatisierten, einsamen und unter grausamen Umständen groß gewordenen Jungen, der sich dennoch ein Stück Überlebenswillen und Stolz bewahrt hat. Seine Schreie mögen lautlos sein, dennoch haben sie etwas Befreiendes für ihn. Farren spielt grandios mit feinsten Nuancen in Mimik und Gestik, was zu einem tiefgründigen Spiel führt. Neben diesen beiden großen Darstellern verblasst der restliche Cast zwangsweise, auch wenn Julia Ormond, Jake Weber und all die anderen ebenfalls sehr gut spielen.

Über 90 Minuten ist man gefangen in Rabbits und Bobs Welt, die so unaussprechlich zerstörerisch und furchtbar ist, dass man heilfroh ist, wenn die Handlung diese Welt verlässt. Doch leider ist genau das der Punkt, an dem Jennifer Lynch ihr Film latent entgleitet. Sie möchte den Zuschauer mit einem doppelten Twist kraftvoll aus der Handlung katapultieren, vernachlässigt dabei aber Logik und leider auch Glaubwürdigkeit. Es gibt einen stimmigen Showdown, nach dem der Film wunderbar hätte zu Ende sein können. Aber nein, Frau Lynch möchte noch einen draufsetzen. Also gut, diesen ersten Nachschlag mag man ihr noch verzeihen, auch wenn er eigentlich überflüssig ist. Leider aber hat Jennifer Lynch nun immer noch nicht genug und wartet mit einem Twist auf, der so unglaubwürdig wie unlogisch ist und die intensive, düstere Stimmung des Films zugunsten eines billig wirkenden und vollkommen überzogenen Finales abwertet. Denn das, was „Chained“ hier ganz zum Schluss aus dem Sack holt, ist weder psychologisch schlüssig noch auch nur im Ansatz glaubwürdig. Und vor allem: es hätte überhaupt nicht Not getan! 92 der insgesamt 98 Minuten sind nahezu perfekt, aber just auf der Zielgeraden verlässt Lynch ihr Gespür für Authentizität und Timing. Das schadet dem Film zwar nicht nachhaltig, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack, den man einem so guten Film gerne erspart hätte. Das doppelte Ass-aus-dem-Ärmel-ziehen am Ende wirkt aufgesetzt, unpassend und vollkommen überzogen und führt zwangsweise zum Nachdenken über psychologische Untiefen und Ungereimtheiten des Films. Schade.

Dennoch, „Chained“ ist ein überdurchschnittlich guter Film, der immerhin fast alles richtig gemacht hat. Der inhaltliche Patzer am Ende ist bedauerlich, kann aber zum Glück die ungemütliche Intensität, die sich während des Sehens beim Zuschauer breit gemacht hat, nicht zerstören. „Chained“ ist schmerzhaft, qualvoll und weckt die widersprüchlichsten Gefühle. Die Charaktere werden intensiv beleuchtet und gezeichnet, das Spiel der Darsteller ist über jeden Zweifel erhaben, die Settings sind beengend und unwirtlich und der Soundtrack untermalt die bedrückenden und abscheulichen Szenerien eindrucksvoll. Ein starker, abgründiger, böser Film, der keine Gnade kennt und erschütternd ist. Ob des überfrachteten, überambitionierten und unlogischen Endes leider nur vier von fünf Eisenketten, von denen man sich hoffentlich irgendwann befreien kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen " Mom- warum geht die Tür nicht auf?!! ", 27. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chained (DVD)
Seit diesem Film bescheren mir Taxen, besonders die amerikanischen
Modelle, gruselerweckende Erinnerungen.
Besonders dieser eine Taxifahrer- der wohl einer der fiesesten
der Fiesen ist. Etwas vollschlank, leicht dickbäuchig also,-
groß, schmuddelig, immens brutal und natürlich auf den ersten
und zweiten Blick völlig durchgeknallt.
Als sein Opfer, ein kleiner Junge, seine Mutter nur noch schreien hört,
nässt er sich, zurückgelassen im Taxi, in vollster Panik ein.
Und das ist erst der Anfang- man möchte ihm zu Hilfe eilen.

" Du bist jetzt einmal hier...., da werde ich das beste draus machen! "
Befehle und Prügel, Gehorsam, Züchtigung und das fast tägliche MORDEN
des- milde ausgedrückten- Haustyrannen bestimmen diesen makaberen Film.
Von Anfang bis Ende wird sich das Gefühl des "ausgeliefert sein" im Zuschauer
fest verankern. Denn die Schauspieler transportieren dieses Feeling in
jeder Sekunde extrem glaubwürdig an den entsetzen Voyeur, also wir, weiter.

Krank? Nein. Ich denke, daß der Film CHAINED ein Spiegel der Gesellschaft ist,
der ausdrücken soll, zeigen, wozu Menschen fähig sein können; wie sie ticken.
Und austicken. Auf der ganzen Welt, in extra angelegten Kellergewölben,-
und in abgelegenen Häusern. Und mit Sicherheit in unserer ein oder anderen
Nachbarwohnung. Wer kennt schon die genaue Dunkelziffer.

" Er tut dir weh, nicht wahr? "- " Wenn er es für richtig hält..ja."

----------------------------------------------------------------

Story:

Nach einem Kinobesuch verschleppt ein Taxifahrer den kleinen Tim
und seine Mutter in sein abgelegenes Haus.
Dort muss Tim mit ansehen, wie seine Mutter kaltblütig abgeschlachtet
wird. Den Jungen verschont der wahnsinnige Killer,- und "kürt" ihn zum
Komplizen bei der Verwirklichung seiner perversen Rachefantasien.
Für Tim folgen dunkle Jahre voller Angst und Gewalt an der Seite seines
" Mentors ".
Angekettet in dem trostlosen Haus erlebt er, daß der Psychopath dann
und wann eine neue Besucherin mitbringt.....und jedes Mal muss er kurz
darauf deren blutige Überreste im Keller vergraben.

_________________________________________________________

Fazit:

Durch Rückblenden, die das Martyrium des Täters in seiner Kindheit
bezeugen, ist man fast gewillt, dieser Bestie in Menschengestalt
minimales Mitleid zu zollen.
Die barbarische Lieblosigkeit, mit der manch noch kleiner Mensch
konfrontiert wird, - die Unbarmherzigkeit der Erniedrigung, lassen
uns den Atem stocken und hilflos mit ansehen, wie aus Kindern Monster
herangezüchtet werden.

Der Film ist von der FSK in die Altersstufe ab 18 eingestuft worden.
Und das nicht, weil vielleicht zu viel nackte Haut oder durchgeschnittene
Kehlen dominieren. Nein. Weil es ein definitiv anspruchsvoller Film ist,
der auf grausamste Weise zeigt, wie Selbstachtung und Seele verstümmelt
werden.
Und das- ist gefährlicher und schockierender, als ein blutgetränkter
Slasher- Film je sein kann. Meine Meinung.

Und wer dieses Meisterwerk als langweilig bewertet,.....
den hat die Botschaft niemals erreicht.

---------------------------------------------------------------

Bonusmaterial: leider null- außer Audiokommentare und Trailer. Schade.

Lauflänge des UNCUT!! HIER: ca. 90 Minuten.

PRÄDIKAT: Besonders wertvoll. Ist so.

Fünf Sterne verdient dieser packende, aber verstörende..und ehrliche
Film. Von mir. Ohne wenn und aber.

" Eine tiefdüstere, packend inszenierte und verstörende Schauermar
über einen brutalen Frauenmörder." ( Filmstarts.de)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Menschen sind wie Puzzle., 25. Mai 2013
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Chained [Blu-ray] (Blu-ray)
Eines tages werden der kleine Tim und seine Mutter von einem Taxifahrer entführt.
Selbiger entpuppt sich als Serienkiller der die Mutter noch am selben Tag tötet.
Mit Tim hat der anscheinend geistesgestörte Mann anderes vor.
Er beraubt Tim seiner Identität und nennt ihn Rabbit.
Rabbit soll nun Tag für Tag die Wohnung reinigen, dem mann das Essen servieren und ihm zu diensten sein.
Ausserdem ist er auch für die Beseitigung der Leichen zuständig und die anschliessende Säuberung der blutigen Zimmer.
Zudem darf er erst Essen wenn der Mann fertig ist, dann jedoch nur die Reste und er muss ein Album anlegen mit Zeitungsberichten von berichten über die verschwundenen Frauen und Mädchen.
Als Rabbit nun eines tages zu fliehen versucht muss er diesen Entschluss bitter Bezahlen.
Der Killer kettet ihn mit einer langen,schweren Eisenkette an, mit der er jeden Raum des einsamgelegenen Hauses erreichen kann, aber die eine Flucht unmöglich macht.
Das geht mehrere Jahre so.....
Rabbit ist mittlerweile ein Teenager und an seiner Situation hat sich kaum etwas geändert.
Dann kommt es zu einem Schlüsselmoment für den Mann.
In seinem Taxi bekommt er mit wie ein Vater seinen Jungen abwertend behandelt und in Angst versetzt.
Der Killer erinnert sich an seine Kindheit und beschliesst Rabbit zu seinem Schüler zu machen.
Er schenkt ihm ein Buch über menschliche Anatomie und beginnt eine Beziehung zu dem aschfahlen und ausgemergelten Jungen aufzubauen.
Wird sein Plan aufgehen oder steckt noch etwas menschliches in Rabbit?

Junge,Junge......harter Tobak das ganze.
Die visuelle Gewalt halt sich zwar in Grenzen, mit Ausnahme von 2-3 Szenen, aber Kopfkino und Psychospielchen des Killers machen das ganze zu einem schwer verdaubaren Filmerlebnis.
Die Intensität mit der die beiden Hauptdarsteller Vincent d'Onofrio und Eamon Farren spielen tut fast schon weh und manche Handlungen lassen einen schlucken.
Die Dialoge sind stimmig, die Story verstörend, beklemmend, spannend und erschütternd, die Atmosphäre trostlos und die Darsteller klasse.
nNeben d'Onofrio und Farren sind mit dabei: Julia Ormond, Gina Philips, Jake Weber und Conor Leslie.
Eine Warnung noch: Für zartbesaitete ist dieser Film definitiv nicht geeignet.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn die tägliche Routine eines Serienkillers den Zuschauer kalt läßt, 6. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Chained (DVD)
Zum ersten sei gesagt: "Chained" ist weiß Gott kein schlechter Film.
Mit seiner morbiden, durch und durch brütend wahnsinnigen Grundidee ragt er aus dem Gros des Genre-Allerlei heraus.
Ist er deswegen ein empfehlenswerter packender, innovativer Film? Beileibe nicht.
Mag es daran liegen, daß der geneigte Zuschauer vielleicht schon zuviele ähnlich gelagerte Psychopathen Filme gesehen hat, oder einfach, was ich eher glaube an eklatanten Drehbuchschwächen.
"Chained" ist keine Offenbarung, und zeigt, daß man Vorschußlorbeeren in jedem Fall misstrauen sollte.
"Chained "läßt einen mit dem unbefriedigenden Gefühl zurück:"Wie das war alles?" und schafft es nicht bis auf wenige zweifellos hervoragende Szenen den Zuschauer zu fesseln, nicht nur intellektuell sondern auch emotional zu schockieren.
"Chained" ist ein brütendes, dumpfes Kammerspiel des Wahnsinns, fast die gesamte Filmlänge ist der einzige Drehort die funzelig beleuchteten Wohnräume des Psychopathen Bob, der hier mit seinem ausgemergelten Gehilfen tagein, tagaus seine Gewaltobsessionen auslebt.
Dieser Gehilfe ist und das ist die einzige Neuerung die aufmerken läßt, ein als Kind vor Jahren von Bob verschleppter junger ausgemergelter Mann.
Hier muß er von jeglicher Außenwelt isoliert dem einzigen Menschen, der seine einzige noch lebende Bezugsperson darstellt zu Diensten sein, muß das Blut von Bobs weiblichen Opfern wegwaschen, die Leichen begraben und fristet an einer langen Kette wie ein hilfloses Tier gehalten ein Leben in der Hölle.
Bezeichnenderweise wird er von Psychopath Bob nur "Rabitt" genannt.
Sein Martyrium begann an einem hellen Sommertag als er mit seiner Mutter in ein Taxi einstieg ohne das beide ahnten, daß hier ein finsterer Killer hinter dem Steuer sitzt.
Hier hat der Film gleich zu Anfang eine seiner stärksten Szenen.Die hilflose Mutter (Julia Ormond) die auf der Fahrt langsam erkennt, daß der Fahrer die Richtung hin zu einem Feldweg wechselt, die Knöpfe der Autotüren die automatisch verschlossen werden, die Angst, in den Gesichtern, wenn Bob schließlich die Frau aus dem Wagen in seine Garage zerrt, und der kleine Junge schreiend hinter dem Wagenfenster den grausamen Tod seiner Mutter erlebt.
Schwer zu ertragen ist hier schon der Film, und würde danach nicht so eine eherne, dumpfe Leere in Dramaturgie und Spannungsbogen folgen könnte man sich auf einen tabubrechenden Schocker einstellen.
Abgrundtief böse ist das Kommende auch.
Der Junge wird von Bob quasi zwangsadoptiert und jeden Abend schleppt Bob nun neue Mädchen an, die er durch seine Taxifahrertätigkeit wahllos aussucht, in das Haus verfrachtet, sie vergewaltigt und dann umbringt.
Vincent Donofrio gibt den kidnappenden sadistischen Vergewaltiger grandios und auch der junge heranwachsende Gefangene wird großartig von Eamon Farben verkörpert.
Sporadisch erfahren wir ,daß oh Wunder Bob unter einer gestörten Beziehung zu Frauen leidet. Niemals tritt eine Bedrohung von außen auf, die dieses so furchtbare Geschehen ans Tageslicht bringen könnte.
Mit einigen Zahnschmerzen und Kopfschütteln akzeptiert dies der Zuschauer.
Verstörende Einzelszenen erleben wir nun; der Junge wird die anatomischen Organe des Menschen aus erster Hand kennenlernen, mit den Ausweisen der getöteten Frauen wird Karten gespielt und als er alt genug zu sein scheint, soll er quasi als sexuelle erste Erfahrung selbst ein Mädchen töten.
Auch hier eine sehr starke Szene wenn die "Erwählte" verzweifelt versucht zu dem Jungen einen Kontakt auf zu bauen um dem Tod zu entgehen. "Ich bin bereit für die Jagd"- vieleicht der schaurigste Moment des Films, wenn "Rabitt" dies blutüberströmt zu seinem diabolischen Ziehvater sagt.
Interessante Fragen werfen sich auf: Sind wir von uns aus zu bösen Taten fähig, oder werden wir bestialisch böse weil wir in einer solchen teuflischen Umgebung als einzige Sozialisation das Töten vorgelebt bekommen.
Hat der Mensch eine Wahl, eine Handlungsfreiheit, oder ist er immer Opfer seiner Lebensumstände. Ein Getriebener der zwanghaft zum Täter wird.
Sehr schade, wenn ein Film solch interessanten Gedankengänge anschiebt, sie aber dann mit so wenig Potential wieder verschenkt.
Der Film bietet keine spannungsreiche Dramaturgie, spielt wie gesagt fast nur in der öden, verkommenen Wohnung des Täters, und versucht gar dann doch am Ende noch ein kommerzielles, wahnsinnig unglaubwürdiges Ende zu finden.
Ein Meisterwerk wie "Henry-Portrait of a Serial Killer" wird bei weitem nicht erreicht. John McNaughton wußte in seinem Film genau, daß ein Film über einen gestörten psychopathischen Mikrokosmos nur funktioniert wenn von außen jemand stellvertretend für uns Zuschauer diese Welt betritt.
In seinem Fall war es die Cousine Becky, die in das brütende abgeschlossen System eintrat, und mit ihrer Tötung kann dieser Klassiker bis heute schockieren. Ebenfalls zeigt uns "Henry" auch immer wieder in Szenen die Außenwelt, die nächtlichen Straßen, vertieft seine Charaktere.
Schlechte Dramaturgie, kein Wecken von wirklichem Interesse bei dem Zuschauer führt dazu, daß wir auf der denkenden Ebene den Wahnsinn von "Chained" begreifen, er uns aber bis auf die genannten herausstechenden Szenen niemals an der Gurgel packt oder uns emotional mitreißt.
So eintönig, karg und öde wie das Leben der Charaktere, so ein ödes gelangweiltes Gefühl macht sich auch beim Zuschauer breit.
Ein Film wie "Funny Games" ist zum Beispiel deswegen so nachhaltig weil hier eine totale Identifikation mit den Personen stattfindet.
Können wir in "Chained" irgendetwas nachfühlen, werden uns die Individuen plastisch vorgestellt?
Ein Raum, zwei Charaktere, kurz auftauchende und sofort getötete Frauen, irrsinnige alltägliche Routine und kein Platz für eine weitere Entfaltung der Geschichte.
Solche Film nennt man gut gemeint, doch überflüssig. Nichts Neues, ein Dahinplätschern und ein Ende, was dann so hanebüchen daherkommt, daß höchstens Achselzucken übrigbleibt.
Ein finsteres Drama voller Blut und doch so blutleer, wenig mitreißend inszeniert.
Für ein Großteil des Publikums wird er in seiner Thematik zu hart sein um sich damit auseinander zu setzen, und für die, die Willens sind seinen Gedankengängen zu folgen ist er nicht kraftvoll, nicht überzeugend, durchdacht genug.
So wird ein Film nicht zum Klassiker.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Na ja..., 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Chained (DVD)
Der Grundgedanke dieses Films ist ja ganz gut, auch die Schauspieler machen ihren Job gut. Aber der Film hat wahnsinnig langatmige Passagen, bei denen man sich echt überlegt ob man ihn überhaupt noch weiter ansehen soll.
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3.0 von 5 Sternen Einfach zu wenig und doch zu viel, 23. Mai 2013
Gott weiß, dass ich kein Gorehound bin, der nur dann "Spannung" empfinden kann, wenn Blut spritzt und eine Abartigkeit die nächste ablöst.
Als sehr sensibler und empathischer Mensch bin ich extrem empfänglich für subtile und authentisch anmutende Suspense.

Kommt dann im Jahre 2013 ein Film daher, dessen Thematik schon gefühlte tausend Mal zuvor durchgekaut wurde, bedarf es schon eines ganz besonderen Drehbuches bzw. Händchen des Regisseurs, um einen anspruchsvollen Gucker vom Hocker zu reißen.
Ohne ein großer David-Lynch-Fan zu sein, suggerierte mir der Name "Jennifer Lynch", mit diesem Film eine besondere Erfahrung machen zu können.

Zu schade, dass hier nichts geboten wird, was man nicht schon x-mal zuvor zu sehen bekam.

Meiner Meinung nach kann ein solcher Film, ein Thriller, der von den Abgründen kranker menschlicher Seelen erzählt, heute nur dann noch überzeugen und Innovation bieten, wenn er entweder außergewöhnlich raffiniert oder extrem schonungslos gemacht wird. CHAINED ist nichts davon.

Anstatt in eine Richtung zu gehen - also entweder auf pure Suspense oder Authentizität zu setzen - wirkt CHAINED extrem weichgespült, zeigt zwar hier und da Härten, diese wirken aber ziemlich bemüht und aufgesetzt.
Auch Jennifer Lynch ließ es sich nicht nehmen, die kranke Psyche des Antagonisten reißerisch zu erklären - ein Stilmittel, das heutzutage auch absolut ausgelutscht anmutet. Muss immer gezeigt werden, wie ein Monster zum Monster wurde, indem man mit hektisch geschnittenen Rückblenden arbeitet? Wäre es nicht viel gediegener, einen kranken Menschen auch von seinen anderen - nicht psychotischen - Seiten zu zeigen und so die stereotypische Schublade geschlossen zu lassen? Das ist offenbar zu viel verlangt, denn es gibt natürlich nur gute und schlechte Menschen - keine guten Menschen, die (auch) Schlechtes tun.

Die finale Szene - eine Art Epilog nach dem eigentlichen Finale - hält eine kleine Überraschung parat, die den Film nicht besser macht, dafür aber noch mehr wie einen unentschiedenen Brei dastehen lässt.

Echte Psychologie gibt es hier nicht. Die nach "Schema F" illustrierte Geisteskrankheit des Hauptdarstellers lässt weder große Erkundungen des Drehbuchschreibers vermuten, der Film ist - in seinen Kulissen wie optischen Erscheinungen der Hauptdarsteller - viel zu steril. Der Bilderbuch-Bösewicht ist merkwürdig gepflegt und gut gestylt, obwohl er offenbar so schwere psychische Leiden hat, dass eine solche Eitelkeit schlichtweg nicht zu ihm passt. Dem Jungen, der nach einer stilistisch unmöglichen Überblendung von fast zehn(!) Jahren, in denen sich merkwürdigerweise nicht viel zwischen Täter und Opfer entwickelt hat, aussieht wie der leibhaftige Tod, sieht man die Schminke sogar in Totalen an.

Ich möchte nicht nur schimpfen. Nimmt man CHAINED als Feierabend-Thriller, ist alles in Butter.
Bezeichnet man ihn aber als ultimativ intensiven Film, kann ich absolut nicht d'accord gehen.

Nimmt man beispielsweise einmal die erste Hälfte des Filmes MARTYRS (2008, Regie: Pascal Laugier), so bekommt man es mi einem Film zu tun, vor dessen Produktion sich der Drehbuchautor und Regisseur offensichtlich viele Gedanken gemacht und erkundigt hat. Es gibt psychologisch-intelligente Töne, die - abgesehen von einer zum Zerbersten spannenden Geschichte - den gemeinen Zuschauer mit Themen konfrontieren, mit denen dieser sich bis dato wahrscheinlich nicht beschäftigen musste. CHAINED verzichtet gänzlich auf psychologische Tiefe und durchdachtes Fundament.

Vor ein paar Jahren erschien der österreichische Film MICHAEL, in dem ein Mann einen Jungen entführt und diesen in seinen Keller sperrt und sexuell missbraucht. Hier gibt es - neben der zunächst klischeehaft anmutenden Geschichte - echte Psychologie. CHAINED schockt dagegen bloß mit dem Holzhammer.

Ich will gar nicht direkt vergleichen - das sollte man generell nicht tun. Die genannten Filmbeispiele sollen bloß als Beispiele dafür dienen, dass man einen Film mit "CHAINED-Thematik" auch im einundzwanzigsten Jahrhundert noch innovativ und kompromisslos umsetzen kann.

Drei Sterne für tolle Kamera, mehr oder weniger gutes Schauspiel und ein zwar vorhersehbares, aber spannendes Finale.

Achtung, Spoiler: Selbstverständlich werden aus Menschen, die in ihrer Jugend exzessiver Gewalt ausgesetzt waren, ebefalls mordende, frauenfeinliche Monster.
Also, liebe Frauen, erkundigen Sie sich vor dem ersten privaten Treffen mit einem Mann nach dessen Kindheit. Denn CHAINED zeigt beeindruckend auf, dass man sich von diesen Menschen besser fernhält. ;o)

Ich empfehle mich und wünsche noch einen schönen Tag!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungeschnitten, ungemütlich und unglaublich intensiv..., 27. April 2013
...ist der neue Film von Jennifer Chambers Lynch, der Tochter von David Lynch.
Nach den letzten Totalausfällen "Hisss" und "Girls! Girls! Girls!" wurde es nun höchste Zeit, zu zeigen, was in ihr steckt.

Was dem Cover und dem Titel nach wie ein billiger B-Horror aussehen mag, ist tatsächlich ein düsterer und visuell brilliant umgesetzter
Thriller über das Innenleben eines Serienkillers und somit drängen sich auch Vergleichsmöglichkeiten mit "Henry - Portrait Of A Serial Killer" und
"The Hillside Strangler" (hierzulande nicht ungeschnitten erhältlich) auf.

Wer kann sich noch an "Private Paula" aus Kubricks "Full Metal Jacket" erinnern?
Diese Rolle öffnete Darsteller Vincent D'Onofrio alle Türen.

Im vorliegenden Film spielt er mit unheimlicher Präsenz den Taxifahrer Bob.
Eines Tages nimmt er einen kleinen Jungen und seine Mutter mit, es wird für die beiden eine Reise in die Düsternis...

Wer mit kammerspielartigen, düsteren Trips in die dunkle Seite des Menschen etwas anfangen kann, der ist hier richtig.
Wer einen konventionellen Torture-Porn etc. erwartet, sei vorgewarnt.

Intensiv und düster.
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4.0 von 5 Sternen Beklemmend, aber hervorragende Schauspieler, 26. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chained [Blu-ray] (Blu-ray)
Wer Vincent D'Onofrio mag, ihn aber nur als guten, intelligenten Bullen aus den einschlägigen US Krimi Serien kennt, der wird sich hier sehr wundern. Unbedingt ansehen!

Die FSK 18 Einstufung ist zurecht.
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5.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter, intelligenter Psychothriller von Jane Lynch, 24. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Chained (DVD)
Jennifer Lynch, Tochter von Regielegende und Meister des surrealen Films David Lynch, hatte mit ihrer Karriere zunächst nicht so viel Glück wie ihr Vater. Ihr Debutfilm "Boxing Helena" war nicht gerade ein Erfolg, sodass sie sich ganze 15 Jahre Zeit ließ bis sie sich wieder an einen Film wagte. Dann aber, 2008 feierte sie mit "Unter Kontrolle" ein gutes, wenn auch der Vorhersehbarkeit geschuldet nicht ausgezeichnetes Comeback. Mit "Chained" merzt sie nun jedoch alle Zweifel aus, es nur aufgrund ihres berühmten Vaters auf den Regiestuhl geschafft zu haben. Hier beweist sie, dass sie sowohl jede Menge Talent geerbt hat, als auch einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Allein schon stilistisch bewegt sich ihr neuer Film weit über dem Einheitsbrei des Horror/Psychothriller-Genres. Sie vermag es eine äußerst dichte und durchweg spannende Atmosphäre zu erschaffen, mit trotz der für so manch einen sicher schwer erträglichen Brutalität ästhetischen Bildern. Fast schlimmer als die selten tatsächlich gezeigten Brutalitäten sind diejenigen, die man als Zuschauer nur hört und sich selbst vorstellt. Bereits Hitchcock hatte erkannt, dass das, was sich der Zuschauer selbst vorstellt in den meisten Fällen schlimmer ist, als das, was man ihm auf der Leinwand zeigen könnte. Die beiden Hauptdarsteller erweisen sich als Glücksgriff, vermögen sie doch das Psychospiel zwischeneinander überzeugend zu spielen. Vincent D'Onofrio verkörpert die Figur des Killers ausgezeichnet und vor allem nicht nur als jene austauschbare Serienkillerschablone die sich in so manch anderen Genrevertretern findet. Eamon Farren auf der anderen Seite ist ein zurückhaltender und gleichzeitig undurchsichtiger "Rabbit". Der Film spielt nahezu ausschließlich in einem Haus, was für die beklemmende Atmosphäre sicherlich nur von Vorteil ist und fast schon an ein Theaterstück erinnert. Die intelligenteren Ansätze des Drehbuchs (und davon gibt es einige) werden zwar nicht alle völlig ausgeschöpft, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Insgesamt ist "Chained" ein höchst sehenswerter, stylischer, spannender, brutaler, teils unangenehmer und intelligenter Psychothriller, den Genrefans auf keinen Fall verpassen sollten.
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Chained [Blu-ray]
Chained [Blu-ray] von Jennifer Chambers Lynch (Blu-ray - 2013)
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