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TOP 500 REZENSENTam 20. April 2013
FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung (Review):

Es beginnt mit schöner old-school Horror-Atmosphäre und nach ca. 60 Sekunden erfolgt eine Szene, die unter Umständen mindestens die Hälfte der unvorbereitenden Seher vor Grauen (im übertragenen Sinne) das Weite suchen lässt. Der spanische PAINLESS ist aber weit mehr als ein neuer guter Horrorbeitrag. Er ist einer der besten Genremix-Beiträge zwischen Drama, Thriller, Mystery, Fantasy und Horror den ich kenne. Und das sind eine Menge.

Zuschauern, bei denen der anspruchsvolle Mix wirkt, kann ich eine sehr aufregende Reise an die Grenzen des Vorstellbaren versprechen. Selten wurde ich so nachhaltig in einen Film aufgezogen und PAINLESS entfaltet seine suggestive Kraft ganz langsam, aber nachhaltig und man kann die Augen nicht mehr von der immer dramatischeren Geschichte nehmen. Sie erzählt (OHNE SPOILER!) in 2 zunächst völlig separaten Handlungssträngen die Geschichte von Kindern mit der Krankheit der völligen Schmerzunempfindlichkeit (eben "Painless") und dem krebskranken Arzt David auf der Suche nach seinen Eltern…

Würde man die komplette Story niederschreiben wollen, der Inhalt ließe sich gar nicht einfach zusammenfassen. PAINLESS wirkt wie so oft am besten, wenn man sich nicht sehr viel vorab informiert. Die dabei immer mehr zusammenlaufenden Handlungsstränge sind relativ komplex, jedoch immer nachvollziehbar und wenn man sie annimmt, logisch und konsistent geschalten. Der Film vermeidet also eine zu sehr konstruierte Form die oft anderen Filmen das Genick bricht.

In einer nicht enden wollenden Bilderflut erleben wir einen Film, der mit Blicken und wenigen Gesten seiner starken Protagonisten eine sehr starke Wirkung und morbide Atmosphäre hinterlässt. Sehr lange wird der Zuschauer im Unklaren darüber gehalten, wo die Reise überhaupt hingehen soll, und auf einmal befindet man sich in einem Kriegs- und Nachkriegsdrama mit erschütternden Szenen und gutem historischem Bezug. Eine Warnung sei für zarte Gemüter ausgesprochen. PAINLESS hat nicht viele, aber in etwa ein halbes Dutzend sehr heftiger Gewaltspitzen, die im Gedächtnis haften bleiben und für viele sicherlich schwer zu verdauen sind. Diese leben von dem starken Realismus, auch wenn das wirklich Explizite meist im off stattfindet, PAINLESS versteht es geschickt dafür zu sorgen, dass der Zuschauer dies in der eigenen Phantasie zu etwas viel grausameren kombiniert.

Am Ende erleben wir eine fast metaphysische oder spirituelle Note die PAINLESS für mich den gewissen Kick gegeben hat. Jegliche Haupt- oder Nebenrolle erfüllt ihren Zweck, es gibt keine dramaturgischen Schwächen oder sinnlose Handlungspfade. Alles läuft auf eine ziemlich unvorhersehbare Überspitzung der Handlungspfade hinaus. Eine "Wendung" wäre ein viel zu einfacher Ausdruck. Es scheint das Erstlingswerk des mit einem interessanten Namen ausgestatteten Regisseurs Juan Carlos Medina zu sein was den Film noch beachtlicher macht. PAINLESS wird bei weitem nicht jedem gefallen. Reinen Drama-Freunden wird er vielleicht viel zu brutal sein, Thrillerfans werden ggfs. die leichten Fantasy und mystischen Elemente ablehnen. Freunde von Standard Horrorkost könnte unter Umständen der bedächtige Storyaufbau im Dramastil etwas abschrecken.

Für mich ist PAINLESS nicht mehr und nicht weniger die größte Filmüberraschung 2013 im Sinne der Relation von Erwartung und Wirkung. Man sollte ihn mit Geduld und sehr unvoreingenommen auf sich wirken lassen und eine Chance geben. Selten hat mich ein Film so hypnotisch in seine Fänge genommen und gefesselt und ich hoffe, dass es noch vielen Sehern so geht. Selbst der deutsche Zusatztitel "Die Wahrheit ist schmerzhaft" ist diesmal sogar schön doppeldeutig passend gelungen. Deswegen berichte ich hier völlig positiv geflashed (was man sicher merkt) von einem sehr ungewöhnlichen, einmaligen und verstörenden Genremix, den ich allen offenen Gemütern sehr ans Herz legen möchte.

5/5 Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):

- BILD: gutes (HD) Bild ohne für mich feststellbare Schwächen, guter Kontrast, Schwarz und Details
- TON: relativ frontlastig, könnte etwas räumlicher sein, teilweise sehr voluminös/bassig, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: making of
- SONSTIGES: FSK 16 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur Teil der Erstauflage)
33 Kommentare|21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. April 2013
(Kinoversion)

Das spanische Wort “insensible” (der Originaltitel des Films ist “Insensibles”) beschreibt in seiner Mehrdeutigkeit treffend die Gefühlswelt dieses Films. „Insensible“ bedeutet sowohl gefühl- als auch herzlos, darüber hinaus dickfellig, gleichgültig und noch ein paar andere Adjektive mehr. Regisseur Juan Carlos Medina fängt mit diesem Titel sowohl die physische Schmerzunfähigkeit seiner kleinen Protagonisten ein als auch die Herzlosigkeit derer, die mit der seltenen Krankheit der Kinder heillos überfordert sind und die Kinder einfach wegsperren. In „Painless“ entfaltet sich der ganz persönliche Horror der Franco-Diktatur und der einer Nation, die bis heute unter den Folgen des Bürgerkrieges und der bis in die 70er Jahre andauernden Diktatur zu leiden hatte.

Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts: in einem Dorf in Katalonien entdeckt man an verschiedenen Kindern, dass diese offensichtlich keinerlei Schmerzen empfinden können. Rückständig und gottesfürchtig, wie es wohl dereinst zuging, will man die Kinder, diese Saat des Teufels, am liebsten umbringen. Dies kann jedoch gerade noch verhindert werden, stattdessen entschließt man sich, die Kinder ihren Eltern zu entreißen und in den Katakomben einer Nervenklinik einfach wegzusperren. Keinerlei Therapie, keine Fürsorge, keine sozialen Kontakte gönnt man den armen Kleinen. Diese müssen in Zwangsjacken gefesselt in Gummizellen vor sich hinvegetieren und ihr Kontakt zu anderen Menschen geht nicht über den zum Pflegepersonal hinaus, das ihnen täglich nur wenige Minuten widmet. Doch das grausame Schicksal scheint sich zu wenden, als der aus Deutschland geflohene jüdische Arzt Dr. Holzmann (Derek de Lint) sich den Kindern annimmt und ihre Krankheit zu erforschen beginnt. Doch die kurze Phase des Glücks ist durch den 1936 beginnenden Bürgerkrieg und die nachfolgende Franco-Diktatur schnell wieder vorbei und das Leid der Kinder scheint kein Ende nehmen zu wollen. Dekaden später bittet der an Krebs erkrankte Arzt David (Àlex Brendemühl, „Die Vermessung der Welt“) seine Eltern um eine Knochenmarkspende, die diese ihm nicht geben können, da sie nicht seine biologischen Eltern sind. David macht sich auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter, die offenbar in unheilvoller Verbindung zu der Nervenheilanstalt steht, in der vor 70 Jahren die schmerzunempfindlichen Kinder eingesperrt waren. Doch das ist nicht das einzige schreckliche Geheimnis, das David zutage fördert…

„Painless“ ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinn. Zwar wartet er mit Grausamkeiten und auch körperlicher Gewalt auf, doch der eigentliche Horror oder vielmehr das eigentliche Drama liegt viel tiefer, in den Seelen der aussätzigen Kinder, die keine Lobby haben und mit ihrer unerklärlichen und somit dämonischen Krankheit ganz auf sich allein gestellt sind. Die Misshandlungen sind seelischer Natur und richten weit größeren und nachhaltigeren Schaden an, als körperliche Schändung es könnte. Darüber hinaus widmet Regisseur Medina sich einem weiteren Trauma, dem Trauma einer Nation, die noch heute unter den Folgen der Franco-Diktatur leidet und diese dunkle Ära noch längst nicht überwunden hat. Damit steht „Painless“ ganz eindeutig in der Tradition der Filme von Guillermo del Toro, der sich sowohl in „The Devil’s Backbone“ als auch in „Pans Labyrinth“ diesem Trauma widmet. Und auch wenn del Torro sich dem Thema eher auf mystische Weise nähert, sind die Parallelen in Thema und Inszenierung bei „Painless“ nicht zu übersehen.

„Painless“ ist ein schmerzhafter, erschütternder und trauriger Film, der die Wunden, die die Willkür von Obrigkeiten (egal, ob diese nun Ärzte oder Generäle sind) gegenüber Unschuldigen und Abhängigen offen legt und lange nachbluten lässt. Das emotionale Band zu „Painless“ ist schnell geknüpft, da man praktisch sofort Mitleid mit diesen schmerzunempfindlichen Kindern hat und mit Schrecken mit ansehen muss, wie auf ihrer Kindheit, ihren Gefühlen, ihrem ganzen Sein gnadenlos herumgetrampelt wird. Selbst der gütige Arzt aus Deutschland, als Jude selbst ein Verfolgter, ist nicht ganz frei von Skrupellosigkeit, da die Kinder auch für ihn nicht nur bedauernswerte Wesen, sondern auch Forschungsobjekte sind. Und doch kann er ihnen eine kleine Pause ihrer seelischen Qualen gönnen, die dann aber schon 1936 wieder vorbei ist, als der Bürgerkrieg zu toben beginnt und Francos Schergen zu wüten beginnen.

Die hierzulande unbekannten Darsteller liefern präzise und emotional ab. Besonders die Kinder sind hier in der Lage, das ihnen angetane Leid glaubwürdig zum Zuschauer zu transportieren und großes Mitgefühl zu wecken. Doch auch die Erwachsenen, angefangen beim selbst traumatisierten jüdischen Arzt, der seinen Forschungsdrang manchmal dem Mitgefühl, das er für die Kinder empfindet, unterordnet bis hin zu Tómas Lemarquis („Nói albínói“), der als Berkano fast sein ganzes Leben in Gefangenschaft von Ärzten und Militär verbringt, beeindrucken durch ihre authentisches Spiel.

Bedauerlicherweise ist „Painless“ kein ganz ausgegorenes Debüt, so sensibel und eindringlich Medina hier auch zu Werke geht. Zwei Drittel der insgesamt 100 Filmminuten verwendet er darauf, den Alltag der Kinder in den Katakomben zu schildern und ab und zu ins Hier und Jetzt zu David zu schwenken, dessen Krebserkrankung zu Nachforschungen führt, die in Zusammenhang mit dem Schicksal der Kinder stehen. Schwerfällig und langsam schreitet die Handlung voran und kann trotz aller Empathie nicht davon ablenken, dass Medina hier den Spannungsbogen zu sehr schleifen lässt. Glücklicherweise wird der Zuschauer im letzten Drittel mit einem sehr emotionalen und spannenden Finale belohnt, das das gemächliche Anfangstempo wettmacht. Wenn die Handlungsfäden aus Vergangenheit und Gegenwart endlich alle zusammenführen und in einem berührenden Abschluss münden, sind die schwerfälligen Anfänge schnell vergessen.

Ein sehr guter Cast, stimmungsvolle Musik und bedrückend authentische Locations runden „Painless“ gelungen ab. Trotz mühseligen Beginns und einer spannungsarmen Durststrecke im Mittelteil ein sehenswertes Drama, dessen seelischer Grausamkeit man sich nur schwer entziehen kann. Sehr gute drei von fünf Kinderseelen, denen die gezeigten Torturen nie widerfahren sollten.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Mai 2013
... Guillermo Del Toro's "Pan's Labyrinth" auf und wem dieser Film gefiel, dem könnte auch "Painless" gefallen.

"Painless" ist eher Thriller denn Horrorfilm und richtet sich an den Freund anspruchsvollerer Werke.

Wie in "Pan's Labyrinth" spielt "Painless", eine spanisch-französische Koproduktion, zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs, der zwischen den Anhängern Francos und den Kommunisten tobte.

Regisseur Juan Carlos Medina hat hier sein Erstlingswerk abgeliefert und macht seine Sache ausgesprochen gut:

In weitgehend bräunlich gehaltenen Tönen wird relativ ruhig, aber spannend eine düstere Geschichte erzählt, die sich konstant aufbaut, am Schluss
allerdings jeden Realismus über Bord wirft.

Worum geht es?

Unsympath David erhält eines Tages schlechte Neuigkeiten und sucht seine Eltern auf, mit denen er ansonsten wenig Kontakt hat.
Dabei taucht er zunehmends tiefer in eine Geschichte ein, die auf einer zweiten Erzählebene geschildert wird.

Mehr sei nicht verraten, denn das würde nur unnötig den Reiz des Filmes zerstören.

Vom Regisseur wird man sicher in Zukunft noch mehr hören!
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am 1. Juni 2013
Nach einem Autounfall bekommt der Neurochirurg David im Krankenhaus bei einer Untersuchung eine schlimme Diagnose: Er leidet an Krebs und benötigt dringend eine passende Knochenmarkspende, doch die kann nur aus der eigenen Familie kommen, da sonst die Gefahr besteht, das der Körper sie abstößt. David fragt seine Eltern um Rat und erfährt dabei, dass er gar nicht deren Sohn ist und begibt sich auf die Suche nach seinen leiblichen Erzeugern. Seine Recherchen gestalten sich schwierig, denn sie führen zurück zum Spanischen Bürgerkrieg. Da gab es Kinder in einem Sanatorium in Katalonien, die außergewöhnliche Fähigkeiten hatten. Sie waren physischen Schmerzen gegenüber vollkommen resistent und wurden gesondert eingesperrt. Dort irgendwo liegt das Geheimnis seiner Eltern, doch keiner will ihm bei seinen Ermittlungen helfen....

PAINLESS hat wieder mal ein Cover, das die geliebten Käufer auf eine falsche Fährte lockt. Ich habe den Streifen in meiner Sammlung unter DRAMA einsortiert, wo er auch hingehört und nicht unter Thriller und schon gar nicht unter Horror.

Die beiden Handlungsstränge von David und den Kindern werden parallel erzählt und erst gegen Ende erfährt man wie alles zusammenhängt. Das ist stilsicher inszeniert und insbesondere die Kinder machen einen tollen Job.

Man könnte den Film mit PANS LABYRINTH ohne Fantasy-Elemente beschreiben, daher sind Fans dieses Films sicher auch die Zielgruppe für PAINLESS. Auch Leute die bei Filmen mit Anspruch, aber gleichzeitig auch mit recht deftigen Gewaltdarstellungen kein Problem haben (die sich allerdings größtenteils im Kopf des Zuschauers abspielen) sind hier richtig.

Gegen Ende wird allerdings alles etwas arg melodramatisch, was mit bei dieser Art Film in letzter Zeit öfters auffällt, das scheint der neuste Trend zu sein. Das wirkt dann alles etwas aufgesetzt und arg weit hergeholt, ohne dass ich jetzt zu viel spoilern möchte.

Fazit: Schwere Kost aus Spanien, die sicherlich nicht jedermann zusagen wird. Klassischer „Love it or hate it“-Streifen. (mehr auf videotie.de)

3,5 Sternchen
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TOP 500 REZENSENTam 8. Mai 2013
PAINLESS ist ein Mix aus Drama, Thriller, Horror und Fantasy, denn von all dem hat der Film etwas zu bieten. Er ist auch keine leichte Kost und FSK16 ist mehr als sinnvoll. Gerade in der ersten Hälfte ist der Umgang mit Kindern nicht immer einfach anzuschauen und auch im weiteren Verlauf gibt es immer mal die eine und andere brutale Szene.

Der Film, der in Spanien spielt, besteht aus zwei Geschichten und somit zwei Handlungssträngen.
Eine Geschichte spielt in der heutigen Zeit. Bei einer medizinischen Untersuchung wird bei einem Arzt Krebs diagnostiziert. Für die Heilung wird Knochenmark benötigt. Ein Spender könnte ein Elternteil sein. Daher besucht der Arzt sie. Doch das Gespräch entwickelt sich entgegen seiner Vorstellung, weswegen er mehr über seine Eltern erfahren möchte.
Die zweite Geschichte beginnt Anfang der 1930er-Jahre. Bei mehreren Kindern wurde ein merkwürdiges und nicht erklärbares Phänomen festgestellt. Sie haben kein Schmerzempfinden. Egal was man ihnen antut und wie schmerzhaft es ist, sie spüren es nicht. Deshalb haben diese Kinder auch kein Gespür dafür, was es bedeutet, jemandem Schmerzen zuzufügen und gehen nicht zimperlich mit sich und anderen Menschen um. Um diese Kinder vor sich selbst und ihren Mitmenschen zu schützen, werden sie in eine Klinik gebracht.

Zwischen den Handlungssträngen wird immer hin und hergesprungen, was jedoch nicht plötzlich, sondern an geeigneten Stellen stattfindet, wobei die Übergänge meist fließend ineinander übergehen.

Die erste Geschichte wirkt eher wie polizeiliche Ermittlungsarbeit. Dabei erhält der Zuschauer immer mehr Hinweise, wie die beiden Geschichten miteinander verknüpft sind.
Doch lebt PAINLESS vor allem von der zweiten Geschichte. Hier liefert die Kameraarbeit ganz hervorragende Bilder, was auch durch die zumeist düstere Ausstattung der Räumlichkeiten in der Klinik verstärkt wird. Aber auch die Außenaufnahmen sind vielfach ein Augenschmaus.

Der Film verzichtet auf das übliche Vorstellen der Protagonisten, in dem es keine Einführungsphase gibt. Stattdessen setzt er von der ersten Sekunde an auf Spannung, was ihm auch durchgängig gelingt.
Allerdings ist PAINLESS nicht immer schlüssig. Mal wird inkonsequent gehandelt, dann fragt man sich, wie eine Folgeszene zustande kommen konnte und auch ein merkwürdiger Zufall muss mal helfen, um die Geschichte weitererzählen zu können.

Wenn man über diese kleinen Schwächen hinwegsieht, dann ist PAINLESS ein spannendes und vor allem visuelles Filmerlebnis, das sich jedoch nicht als Gute-Nacht-Geschichte eignet.
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am 10. Mai 2016
Ziemlich langweiliger und unausgegorener Film, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Achtung Spoiler:
wie kann es sein, dass jemand unbemerkt Jahrzehnte in eine Zelle eingesperrt ist? Wie kann es niemand merken, dass jemand in den Ruinen haust und eine Leiche bunkert? Der Anfang des Films war noch spannend, aber nach der Hälfte wird die Geschichte sehr abstrus. Man bekommt den Eindruck, dass der Regisseur sich die Story während des Drehs ausgedacht hat. Nachbdem Motto: Was könnten wir noch verpacken?
Ich würde mir das Geld und die Lebenszeit sparen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. November 2015
'sieht man in der gelungensten Szenenüberblendung seit (dem ansonsten ziemlich blödsinnigen und überschätzten) 'Highlander': Ein Kind zeichnet eine Linie in eine Blutlache; diese geht über in eine Straße, die sich durch die Berge Kataloniens windet und noch öfter zu sehen ist. Chirurg David (Àlex Brendemühl) fährt sie entlang. Sie ist sein Lebensweg. Und dieser offenbart Spuren von Blut, Gewalt, Tod. David benötigt nach einem schweren Unfall eine Knochenmarkspende von Blutsverwandten, und seine Eltern haben ihm ein Geheimnis offenbart: Sie sind gar nicht seine biologischen Eltern. Dass sie dies eigentlich für immer verschweigen wollten und sich auch jetzt mit dem Reden schwer tun, ist Zeichen dafür, dass sich hinter Davids Geschichte ein schreckliches Geheimnis verbirgt.

Dass es so ist, ahnen wir schon, als wir nach ca. einem Drittel des Filmes so weit sind wie oben beschrieben, denn der Film springt zwischen zwei Zeitebenen hin und her. Auf einer Bergfestung wird 1931 eine Gruppe von Kindern untergebracht, die keinen Schmerz empfinden. Der Film schildert realistische die davon ausgehenden Gefahren, aber auch die geringere (wenn auch nicht mangelnde) Empathiefähigkeit der Betroffenen. Zunächst eher weggesperrt, werden sie später von einem deutschen Arzt behandelt. Ein Junge und ein Mädchen, Benigno und Inés, bekommen unsere besondere Aufmerksamkeit, zumal sich die beiden besonders zu mögen scheinen. Wie stehen sie mit David in Verbindung? Langsam sehen wir dem Film beim 'Häuten der Zwiebel' zu. Durch die ab den 1930er Jahren turbulente und blutige Geschichte Spaniens kommt es zu dramatischen Ereignissen in der und um die Festung'

Juan Carlos Medina hat in seinem Erstling Beeindruckendes geleistet (zum Glück hat meine Frau diese Perle aufgetrieben, die mir ansonsten wohl entgangen wäre). Schon in der ersten Szene offenbart sich die ganze Kraft des Filmes. Märchenhafte Schönheit, Rätselhaftigkeit und ganz und gar unschuldige Grausamkeit. Ein Mädchen geht in den Wald, nur an einer Stelle ist ein zunächst schwaches, aber warmes Licht zu sehen. Dort steht Inés, die im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Feuer spielt. Und weil sie noch klein ist und nicht weiß, dass Feuer IRGENDJEMANDEM weh tut, gibt sie auch ihrer Freundin davon. Diese scheint es zunächst ebenfalls zu ertragen, schreit dann aber doch entsetzt und schmerzverzerrt auf, um verbrennend zu sterben. Was haben wir gesehen? In welcher Zeit spielt dies? Ist es ob des scheinbar Irrealen und in so schönem Licht Gezeigten vielleicht ein (Alb-)Traum? Wir wissen es nicht! Von Anfang an ein Rätsel, eine interessante Spurensuche, bei der es uns der Film alles andere als leicht macht. Er fordert uns. Danach ist erstmal David ' nein, nicht auf Spurensuche, sondern neben der Spur. Als völlig überarbeiteter Chirurg fällt er am Steuer in Sekundenschlaf, seine Frau möchte noch eingreifen, der Mann verliert die Kontrolle über seinen Wagen, Unfall, Frau tot, gemeinsames Kind als lebensfähiges Frühchen im Brutkasten. Und David selbst ' siehe oben. Auch diese Szene etwas genauer zu erzählen scheint mir wichtig, denn sie wird im Nachhinein offenbaren, wie geschickt viele Motive eingesetzt werden.

Da ist, erstens, die Schuld: David (als Jurist hat es mich etwas überrascht, dass sich die Staatsanwalt nicht dafür interessiert, wenn ein Auto ohne erkennbaren Grund von der Straße abkommt und jemand aufgrund dessen tot ist) hat zuviel gearbeitet und ist mitverantwortlich für den Tod seiner Frau sowie die folgenden Ereignisse. Auch die Menschen, die in vergangenen Zeiten bis hin zur Gegenwart mit ihm zu tun hatten/haben, haben Schuld auf sich geladen, woraufhin andere Menschen sterben mussten.

Da ist, zweitens und noch wichtiger, die Unfreiheit: Man sagt, dass es zum 'allgemeinen Persönlichkeitsrecht' gehört, seine eigene Abstammung zu kennen, und das ist nicht nur Juristengewäsch: Nach allen zur Verfügung stehenden Erkenntnissen taten die Verfassungsrechtler auch aus psychologischen Gründen gut daran, dies so zu etablieren. Man mag Chirurg (oder Angehöriger eines anderen Berufsstandes) aus Leidenschaft sein; bei David hat man nicht den Eindruck. Das scheint eher Zwang zu sein. Man sieht ihn nie bei seinem Beruf, man sieht nie, wie er damit Gutes tut (was er doch sicherlich getan hat), wie ihn dies erfüllt. Man sieht nur die negativen Seiten; seine schöne Frau, die sich beschwert, dass man seit zehn Jahren keinen Urlaub mehr hatte ' offenbar gibt es auch kaum ein Eheleben und arbeitet der Mann weiter wie besessen, obwohl es doch einen Grund für eine Veränderung gebe ' die Schwangerschaft! Wir werden sehen, dass auch Davids Vater (der falsche wie der echte) komplexe Charaktere sind, die sogar wahrhaft monströse Schuld tragen ' und es spricht für den Film, dass wir sie dennoch nicht vollständig verdammen können. Ja, so waren sie teilweise, unsere Schurken, man kennt das beispielsweise auch von KZ-Aufsehern, und dieses Rätsel von der Banalität des Bösen ist eines der Spannendsten der Psychologie und der Geschichte. Der Film beschäftigt sich mit ihm auf hohem Niveau, weiß aber zudem zu fesseln und in einigen Bildern zu beunruhigen und zu schockieren ' ohne dass dies vordergründig, effekthascherisch, selbstzweckhaft wirkt.

Drittens, mit dem Vorherigen zusammenhängend: Die Suche nach Erkenntnis: Davids Beruf ist nicht austauschbar! Er schaut 'ins Innere' und geht den Dingen auf den Grund. Die schmerzunempfindlichen Kinder sind (darin ist der Film sehr realistisch, und doch poetisch und schrecklich zugleich) neugierig wie andere Kinder auch. Nur dass sie eben mehr als andere aneinander herumpulen, sozusagen mit chirurgischer Neugier. Grad Benigno wird sich darin hervortun und versuchen, dies zum Guten zu wenden, wenn er im Rahmen der Therapie einen Hund operiert. Er wird mit dieser Gabe aber auch noch zum Bösen verführt werden, was darauf schließen lässt, dass er ebenfalls ein 'unfreier Chirurg' ist. So wie auch ein anderer Böser, der mit Benigno wie David in Verbindung steht, unfrei ist (was seine Taten keinesfalls entschuldigen soll).

Und dies führt, viertens und mit allem zusammenhängend, zu den Einflüssen zwischen den Generationen; zu dem, was Eltern ihren Kindern gewollt oder ungewollt mitgeben (antun?). Es wird schließlich auch noch die nächste Generation nach David geben. Von ihr, von seinem Sohn, ist ganz am Ende die Rede. Die Geschichte des Filmes wird Davids Vermächtnis an ihn sein. Dass David nun sein Geheimnis gelöst und der Wahrheit 'in die Augen gesehen habe' (schöne Augenmetaphorik in der Bildsprache), werde seinen Sohn frei machen ' etwas, das Vater und Opa nie waren.

Neben der gelungenen Metaphorik, der anspruchsvollen Thematik und der Mischung aus poetischer Schönheit, Traurigkeit und beängstigendem Horror sowie dem Einfühlungsvermögen in Kinder mit einer besonderen psychischen Herausforderung muss man aber leider auch sagen: So gut das alles ist, es ist nicht perfekt. Bei der Hunde-OP fragt man sich, ob das nicht narkotisierte Tier ebenfalls schmerzunempfindlich ist - der Film bleibt die Antwort schuldig und der Hund lässt den Eingriff einfach so mit sich machen. Die Kinder altern über die Jahre ein bisschen zu langsam und einige in der Jetzt-Zeit des Filmes vorkommende Personen sehen zu jung aus, um die zu sein, als die sie sich letztendlich offenbaren werden. Auch ist die Schlussbegegnung Davids mit ' nein, dies zu verraten wäre gemein ' eher metaphorisch als logisch. Kann ein Ausgestoßener in einer Höhle wirklich jahrzehntelang (über)leben und sich zudem sein beeindruckendes Sixpack erhalten? Immerhin: DASS das Ganze in einer Höhle spielt, ist wieder eine hübsche Idee; David muss erst durch einen immer engeren Tunnel, in ein Verlies. Welches sich tatsächlich wie metaphorisch hinter einer Mauer befindet. Er wird dort zum Kern seines eigenen Lebens vordringen.

So zeigt sich, dass man bei den Logikfehlern nicht kleinlich sein sollte und dies dem gelungenen Bemühen um eine stringente Psychologie (und eine in allen anderen Punkten stringente Erzählung) unterordnen kann. Kein Punktabzug für einen faszinierenden und gelegentlich echt beunruhigenden Film, dem der Anspruch nie zu Kopfe steigt und dem der Spagat zwischen klugem und berührendem Filmerlebnis vollauf gelingt. In guter Qualität mit deutschem und spanischem Ton sowie optionalen Untertiteln.
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am 2. Mai 2014
Der Film Painless – Die Wahrheit Ist Schmerzhaft, (OT Insensibles) ist ein gelungener Genremixfilm, der den Zuschauer in eine fesselnde Geschichte eintauchen lässt .
Ein kurzer Blick zur Storyline:
In den 30ger Jahren in einem kleinen Dorf in Catalonien wird eine Gruppe von Kindern in eine Psychiatrie gesperrt, um ihre Krankheit zu untersuchen, denn sie fühlen keinen Schmerz. In der Gegenwart braucht der Arzt David dringend eine Knochenmarkstspende. So findet er heraus, dass er adoptiert wurde. Er begibt sich auf die Suche seiner Eltern und stösst dabei auf grauenvolle Geschehnisse der Vergangenheit.

Der Regisseur Juan Carlos Medina greift Ereignisse des Spanischen Bürgerkrieges auf und packt diese in eine düstere und spannende Geschichte, die von Anfang bis Ende fesselnd ist. Dem Zuschauer seine Phantasie zum Grausamen wird oft durch nur angedeutete Folterszenen angeregt, ohne konkrete Bilder.
Auch das Ende hat etwas Gutes an sich. Es ist kein typischer Hollywoodschluss sondern lässt den Zuschauer mit unbeantworteten Fragen zurück.
Die Darstellung der einzelen Schauspieler ist beachtlich und sehr überzeugend gespielt.
Auch das Bildmaterial, wie suggestive Bildgestaltung und der silbern schimernde, kalte, winterliche jedoch sehr kontrastreiche Bildstil, der sich durch den ganzen Film zieht, ist ebenfalls sehr beeindruckend und fesselnd.
Painless punktet eindeutig mit der morbiden Atmosphäre und der ergreifenden Geschichte, der von der Gesellschaft als verloren geltende Kinder.
Auch Preis Leistung als DVD wie auch als Bluray ist berechtigt und nicht zu teuer.
Jedoch gibt es auch negatives zu Painless zu sagen.
Wie man schon in der Storyline feststellen kann, werden im Film zwei parallele Geschichten dargestellt. Dies sorgt ein manches Mal für Verwirrung und macht den Film sehr langatmig. Der ständige Wechsel zwischen den beiden Geschichten hätte besser insziniert beziehungsweise gelöst werden können.
Ebenfalls wegen des Wechsels der Geschichten ist es nur schwer möglich sich richtig in den Protagonisten des Films hineinzufühlen. Zum Ende hin lassen sich die zwei Handlungsstränge nur schwer zusammenführen. Es gehört viel Phantasie des Zuschauers dazu um sich das Ende verständlich zu machen.
Kurz gesagt, insgesamt wirkt der Plot einfach zu diffus, als dass die Story wirklich Gänsehautfeeling verleihen könnte.
Der Schluss von Painless ist wegen seiner doch eher dürftigen visuellen Effekten doch eher zu belächeln, jedoch zu verkraften.

Alles in allem hat Juan Carlos Medina eine spannende Geschichte insziniert, die den Zuschauer oftmal erschaudern lässt.
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am 13. Dezember 2013
Wie oft kommt es vor, daß man während des Abspanns eines Films sprachlos, stumm ergriffen ist, übervoll an den morbiden, verstörenden, tiefgreifenden Emotionen, die diese 100 Minuten hinterlassen.
"Painless" immer wieder vollkommen falsch in das Genre Horror eingeordnet ist furchterregend aber noch so viel mehr als das..
Ein finsteres, unendlich schreckliches Drama, eine Tragödie voller psychischer und physischer Qual, eine hochintelligente Abrechnung mit der im spanischen Volk oft verdrängten Zeit des spanischen Bürgerkrieges.
Zusätzlich ein Film grosser Raffinesse in einem hervorragend komponierten Mystery- Rätsel, voller Doppelbödigkeit, Metaphern und Zeitsprüngen.
Sofort nach der ersten Sichtung möchte man ihn noch einmal von vorne sehen, möchte die vielen kleinen und grossen Facetten der Story noch einmal wirken lassen.
Sicherlich ist der Film mit seiner exzentrischen Bearbeitung des Kriegstraumas zur Zeit Francos vorwiegend aus der Kindersicht mit den Meisterwerken "The Devils Backbone", und "Pans Labyrinth" vergleichbar, geht aber aufgrund seiner weniger phantastischen, aber ultraspannend, hypnotischen Herangehensweise ganz eigenständige Wege und ist sicherlich das beste Regiedebüt des Jahres 2013.
Wen wunderts, daß er natürlich wieder aus Spanien kommt, dem Land, welches momentan in Punkto Innovation und Kunstfertigkeit im Filmgenre kaum zu schlagen ist.
Juan Carlos Medina entwickelt von der ersten Minute an ein so kraftvolles, atemberaubendes, vielschichtiges Drama, daß man nur ergriffen schaudern kann, was wohl von diesem Talent noch zu erwarten ist.
Die Story wie ein dunkles, unheilvolles Puzzle, genial verschachtelt, doch nie so verwirrend, daß man den Überblick verlieren würde, sondern in packender, zutiefst bewegender Weise an das Geschehen gefessselt ist.
Schon die erste Viertelstunde hat mehr schmerzhaft poetische Bilderwucht und erzählerische Klasse, als man es je in anderen Filmen über die ganze Länge zu Gesicht bekommt.

"Diese Kinder sind eine Bedrohung, für sich selbst und andere.
Sie können keine Schmerzen empfinden. Deshalb werden wir sie vor sich selbst und andere vor ihnen schützen".

Wir schreiben das Jahr 1931 in Spanien. Eine kleine Gruppe von Kindern wartet auf die ewige Isolation.
Weit weg von ihren Familien werden sie für immer eingeschlossen in einem abgelegenen Sanatorium in den einsamen Bergen Kataloniens.
Ein außergewöhnliches, damals vollkommen unerforschtes Leiden nennen sie ihr eigen.
Sie sind vollkommen unempfindlich gegen physische Schmerzen.
Können demnach auch nicht körperliches Leid bei anderen Menschen nachempfinden. Sie schneiden sich, verbrennen sich, ohne eine Gefühlsregung.
Was zwar Nichtempfinden körperlicher Leiden, aber sehr wohl psychische Schmerzen und Pein für Deformationen in der Seele auslösen können, davon handelt zum grossen Teil dieser Film.
Von einer Handvoll Ärzte in düsteren Zellen gehalten, hilflose Opfer medizinischer Untersuchungen, sind es nur ein paar Krankenschwestern, die die kleinen Kinder zu sehen bekommen.
"Was ist das, was da über deine Wange läuft",
"Das sind Tränen, daß passiert wenn man traurig ist."
Kinder, für immer emotional verkrüppelt und abgeschottet von der Wirklichkeit.
Ein Verbrechen, welches furchtbare Auswüchse haben wird, und menschliche gefühllose Monster kreieren kann.
In Zwangsjacken, und vollkommen hilflos werden die Jahre des Franco Regimes, des zweiten Weltkrieges in ihrer Abgeschiedenheit an ihnen vorbeigehen. Diktatorische Aufseher wechseln sich ab, Angst ist allgegenwärtig.
Trotzdem entwickelt sich zwischen zwei Kindern eine heimliche kleine Annäherung.
Erst ein deutscher jüdischer Arzt, der nach Spanien vor dem Naziregime flüchtete, erkennt die hoffnungslose Lage der Kinder.
Das Leid, die Einsamkeit, auch die schwer erträglichen körperlichen Verletzungen, die sich die kleinen Geschöpfe beibringen, all dies wird von grandiosen Kinderdarstellern verkörpert.
Immer wieder wird der Zuschauer in Rückblenden an ihrem Schicksal über die Zeit der Kriegswirren teilhaben.
Hochspannend wird dem Zuschauer auch noch der zweite Handlungstrang präsentiert. Beide Geschichten werden sich in dramatisch genialer Weise verknüpfen.
In der Jetzt -Zeit hat der renommierte Neurochirurg David mit seiner hochschwangeren Freundin einen verheerenden Autounfall.
Seine Freundin stirbt, der Säugling kommt als Frühgeburt auf die Welt, David selbst wird schwer verletzt.
Im Zuge der ärztlichen Untersuchungen wird für ihn zusätzlich zu dieser Tragödie noch eine weitere niederschmetternde Diagnose schreckliche Wahrheit.
Er leidet an fortgeschrittener Leukämie. Nur eine Knochenmarkspende nächster Verwandter könnte ihn retten.
Zu seinen Eltern hat er seit Jahren keinen Kontakt mehr. Nun muß er zu ihnen ins tiefste Hinterland reisen und seinen Vater um eine Spende erbitten.
Nun kommt unausweichlich ans Tageslicht, was so lange vertuscht worden war.
So wie ein ganzes Land eine geschichtliche Tragödie, das Trauma von Generationen sehr lange zwecklos versuchte zu verdrängen, kommen nun auch verdrängte, entsetzliche Schuld und Grausamkeit in der kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie an die Oberfläche.
Die Eltern sind nicht die leiblichen Eltern von David.
Tief in die Vergangenheit führt das schreckliche Geheimnis zu eben jenem unheimlichen Sanatorium, und die Frage wer der wirkliche Vater von David ist, läßt entsetzliche Abgründe aufbrechen, gleicht einer Reise in den Wahnsinn.
Historische Tragödie, menschliche Grausamkeit, unglaubliches Leid und Verdrängung.
In erdigen ,dunklen Farben gedreht werden wir hineingezogen in einen hochkomplexen, zusehends immer morbider und grotesker werdenden Strudel, dem man sich nicht entziehen kann.
Ein unvergleichliches, meisterhaftes Film-Debüt.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Juni 2013
Regisseur Juan Carlos Medina orientiert sich bei seinem ersten Spielfilm "Painless" (im Original: Insensibles) an den großen Werken des mexikanische Filmemacher Guillermo del Toro. Sowohl optisch wie thematisch ist diese französisch-spanische Coproduktion mit "Pans Labyrinth" und "The Devils Backbone" verwandt. Lediglich die Erzählform ist nicht ganz so meisterhaft. Denn es nimmt der Geschichte etwas die Dynamik, da immer wieder Rückblenden ins Jahr 1931 vorgenommen werden. Allerdings ist es nicht zufällig, dass die beiden Geschichten, die hier erzählt werden, miteiander einhergehen, denn sie fügen sich am Ende zusammen.

Im Jahr 1931, tief in der katalonischen Provinz, spielt sich etwas seltsames ab. Einige Kinder eines kleinen Bergdorfes leiden an einer mysteriösen Krankheit, denn sie empfinden keinerlei Schmerz. Weil sie dadurch zu einer Gefahr für sich selbst und ihre Umwelt werden, werden sie ihren überforderten Eltern weggenommen und man verfrachtet sie in die dunklen Kellerverließe einer abgelegenen Nervenheilanstalt. Dort stehen sie fortan unter der Obhut des Anstaltsdirektors Dr. Carcedo (Ramon Fontserè), einiger Krankenschwestern und später kommt der aus Nazideutschland geflüchtete jüdische Professors Dr. Holzmann (Derek de Lint), dazu, der auf diesen Gebiet schon geforscht hat. Vor allem der kleine Benigno (Ilias Stothart) hat es dem Wissenschaftler angetan: Der verstörte Junge spricht allerdings kein Wort mit Erwachsenen, erweist sich beim Sezieren im Biologieunterricht aber als äußerst talentiert. 80 Jahre, in unserer Gegenwart, wird bei dem angesehenen Neurochirurgen David Martel (Àlex Brendemühl) Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Seine Eltern könnten ihn mit einer Knochenmarkspende retten, doch mit seiner Diagnose kommt auch ein weiteres Geheimnis hervor. Er ist nicht das leibliche Kind und die Spuren nach seiner Herkunft führen ihn tatsächlich zu diesen düsteren Katakomben, in denen einst die Kinder ohne Schmerzen lebten und beobachtet wurden. Es ist auch die Geschichte des legendären Folterknechts Berkano (Tomas Lemarquis), berüchtigt im spanischen Bürgerkrieg....Zwei Handlungsstränge laufen in Painless" parallel: Die erste Ebene spielt im Spanien der Gegenwart, doch schnell entpuppt sich die Reise in die Vergangenheit, in die Geschichte Spaniens und mit der einsamen Gefangenschaft der Insassen, die zudem für grausame Experimente missbraucht werden, als die spannendere der beiden Geschichten. Spaniens Horrorfilme sind immer dann gut, wenn sie sowohl morbide als auch melancholisch inszeniert werden, ein Hauch von Vergangenheit und Vergänglichkeit rundet dann das Geheimnis ab. Es fällt mir in diesem Zusammenhang auch "Das Waisenhaus" oder "Delictum" ein, die auch durch diese morbide Stimmung ein seltsames Unbehagen erzeugen konnten. Der Film, der zum Schluß hin auch recht brutal wird, hätte vielleicht noch besser funktioniert, wenn der Regisseur sich nur auf diese eine in den 30er Jahren ereignete Geschichte beschränkt hätte. Trotz allem bleibt atmosphärisch dichtes, stimmungsvolles Horrorkino zum Thema "Folter und Leid", in denen viele Szenen nur angedeutet werden und in der Phantasie der Zuschauer verstört wirken.
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