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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Traum vom deutschen Belcanto
Nach dem für mich überzeugenden Parsifal nun die Walküre unter Valery Gergiev aus Petersburg - Beginn eines kompletten Zyklusses? Nach dieser Walküre hoffe ich das sehr. Gergiev hat für die Walküre ein Sängerensemble ins Mariinsky-Theater geholt, dass schlicht grandios ist und das auch im Vergleich mit den historischen Großtaten...
Vor 17 Monaten von Thomas Barisch veröffentlicht

versus
8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unausgewogen
Mit dieser Aufnahme der Walküre werde ich nicht so ganz glücklich. Und so kann ich den Elogen der anderen Kritiker auch nur sehr bedingt folgen. Mir ist das Dirigat von Gergiev an vielen Stellen zu getragen, zu wenig dramatisch. Was ja für einen Parsifal angehen mag, erweist sich für mich hier als zu spannungslos, das Dirigat kommt an vielen Stellen...
Vor 16 Monaten von opernfan veröffentlicht


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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Traum vom deutschen Belcanto, 11. Februar 2013
Von 
Thomas Barisch (Euerbach, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Nach dem für mich überzeugenden Parsifal nun die Walküre unter Valery Gergiev aus Petersburg - Beginn eines kompletten Zyklusses? Nach dieser Walküre hoffe ich das sehr. Gergiev hat für die Walküre ein Sängerensemble ins Mariinsky-Theater geholt, dass schlicht grandios ist und das auch im Vergleich mit den historischen Großtaten. Wagner selber hat sich ja immer gewünscht, dass seine Opern wie italienisches Belcanto bei absoluter Textverständlichkeit gesungen, nicht deklamiert werden. Zu seinem 200sten Geburtstag bekommt er das nun geboten.
Schon die beiden russischen Sänger Mikhail Petrenko und Ekaterina Gubanova leisten hervorragendes. Petrenko hat einen wirklich dunklen Bass (den er sicher manchmal noch etwas mit Druck nachdunkelt und manchmal etwas quetscht), Frau Gubanova macht die Fricka-Szene zum großen Ereignis mit fülliger, warmer Tongebung, intensiv und ohne jedes Gekeife. Schon bei den beiden ja nicht muttersprachlichen Sängern ist die Textverständlich exzellent. Nun trifft sie mit René Pape auf einen Wotan, der Gebrülle auch nicht nötig hat. Hier ist es einmal gelungen, einen Ausnahmesänger auf der stimmlichen Höhe mit dieser Ausnahmerolle zu verewigen. Und Pape nutzt die Chance und s i n g t die Rolle von Anfang bis Ende, man glaubt es nicht, wie schön die Erzählung des zweiten Aktes klingen kann, wie schmerzerfüllt Brünnhildes Bestrafung ausmodeliert wird ("Wunschmaid warst du mir, gegen mich doch hast du gewollt") bis zum überhaupt nicht larmoyanten Abschied. Aber nicht falsch verstehen, auch göttliches Donnern kommt mit mächtiger Stimme - nur kein Einheitsbrei. Das Rene Pape mit diesem Ansatz vielleicht nicht die ganze Dimension des Wotan darstellt, ist da mal verschmerzbar. Gleiches gilt für Nina Stemme zu sagen, die die Hojotojo-Rufe mit leichten Koloraturen versieht und dann einfach ihre dunkle Stimme strömen lässt. Scheinbar mühelos kommt da alles, vom Timbre erinnert sie mich eher an Astrid Varnay, weniger an Birgit Nilsson.
Und dann das Wälsungenpaar, was soll man da viel sagen. Anja Kampe hat gegenüber Nina Stemme die hellere Stimme, ist wohl sicher auch bald bei der Brünnhilde. Hier passt alles, vom scheuen Beginn bis zur Riesenemphase ein berührendestes Porträt. Ich war bisher nicht der große Jonas Kaufmann Fan, jetzt bin ich es, was für ein Siegmund, was für viriles, kraftvolles und dann wieder zartes Singen. Hier kommt sein baritonales Timbre noch besser als beim Lohengrin zur Geltung, über dem sich nun wirklich "heldentenoraler Stahl" ( um beim Thema zu bleiben) erhebt - das ist derzeit konkurrenzlos und nimmt man die Stereo-Siegmunde von King, Vickers, Hofmann, Goldberg etc. her, auch da konkurrenzlos. Was die historischen Konkurrenten angeht, das mag Jürgen Kesting entscheiden. In dieser klanglich satten Aufnahme aber für mich konkurrenzlos - man zippe nur mal zum ende des 1.Aktes: "So blühe denn Wälsungenblut".
Gergiev dirigiert hörbar furtwänglerisch, breite Tempi, die manchmal schwer wie die Transsib in die Gänge kommen, dann aber auch einen gewaltigen Sog entwickeln, z.B. im ersten Akt oder bei der Todverkündung. Daneben aber leider auch nur begleitete Stellen, in denen er keine Spannung erzielt, er sich einfach auf den Schöngesang seiner Sänger verlässt. Es ist ein dunkler, schwerer Wagner, diametral etwa zu Janowski, mit erzernen Blech und und - hin und wieder - gewaltigen Höhepunkten. So, als ob er seinen Ruf als musikalischer Beserker bewusst entgegen treten wollte - wenn dieser Ring weiter geht, hätte ich gegen etwas mehr orchestrale Power durchaus nichts. Die Münchner können sich freuen, was für ein Trio bald: Kirill Petrenko, Mariss Janssons und nun noch Gergiev als Maazel-Nachfolger bei den Philharmonikern. Dramatischer, schroffer klingt es z.B. unter Weigle in Frankfurt. Letztlich zieht sich gerade beim Ring oder Parsifal der Unterschied von Live (meist aus Bayreuth) zu Studio wie ein breiter Graben hin. Unleugbar mehr Dramatik gegenüber dem klanglichen Tüfteln, was manchmal auch zu Sterilität führt. Eben im Vergleich zum Frankfurter Ring ist diese Gefahr trotz der grandiosen Sängerleistungen nicht immer ganz gebannt, in der Mitte des 3.Aktes reisst der Spannungsfaden bei so viel Schöngesang schon fast, beides hat halt Vor- und Nachteile. Bei aller Perfektion hört man dazu wieder wie im Parsifal eigentümliche Nebengeräusche, die ich nicht ganz orten kann: das leidenschaftliche Mitstönen des Dirigenten oder eine Art Hall, letztlich vernachlässigbar, aber ich wollte darauf hinweisen. Hat man sich dann aber in Gergievs dunkle Fluten eingehört, kommt man vier Stunden nicht davon los. Meine Frau und ich haben oft regelrecht den Atem angehalten, waren gebannt wie lange nicht von einer neuen Aufnahme.
Diese Walküre ist auf jeden Fall ein Ereignis und sei jedem Wagnerfreund empfohlen. Vielleicht auch dem, der mit Wagner bisher noch nichts anfangen konnte, weil ihm der Gesang nicht gefiel. Fortsetzung auf diesem Niveau unbedingt erwünscht. Und vielleicht Zeit lassen, dann kann Jonas Kaufmann auch den Siegfried singen, das Waldweben gibts ja schon auf seinem Wagner-Recital, und Gergiev vertieft seinen Bezug zu Wagner noch ein wenig - das wäre es doch?
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wagner zum Genießen und Gänsehaut, 18. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Endlich wieder eine Walküre die von Anfang bis Ende Freude beim Zuhören bereitet. Herausragend ist für mich vor allem das Dirigat von Valery Gergiev. Er "atmet" mit den Sängern und verliert auch bei den großen Orchesterbögen nie die Spannung. Nie zu langsam, nie zu schnell. Dann folgen ganz dicht die Leistungen von Jonas Kaufmann (!!!!!! Endlich ein Siegmund zum Freuen und Genießen - Höhen wie Tiefen - da paßt Alles - mMn der beste Siegmund der Gegenwart) und Anja Kampe, eine ebenbürtige Sieglinde. Nina Stemme ist eine hervorragende Brünhilde. Nur ihre Hojotoho-Rufe klingen beim letzten Aufschwung eher wie "abreißende Gummibänder". Rene Pape ist wohl einer der besten Wotan-Interpreten der Gegenwart. Manchmal forciert er im ff zuviel und drückt dabei unnötig auf die Stimme. Das passiert Gott sei Dank nicht zu oft. Ekaterina Gubanova ist eine wohl klingende herrische Fricka (wie es gehört), der Hunding von Mikjail Petrenko ist eher Mittelmaß - einige Töne blöcken leider recht deutlich heraus. Das ist aber auch schon alles an Kritik. Vor allem der 1. Akt/Wälsungen-Akt verleiht Gänsehaut beim Zuhören. Auch die Tontechniker haben ganze Arbeit geleistet - diese Aufnahme ist (auch) ein audiophiler Genuß. Zugreifen und Zuhören!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klang- und Aufnahmemagie einer Petersburger Walküre, 22. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Valery Gergiev wollte unbedingt die Wagnertradition des Mariinsky Theaters wiederbeleben. Mit Aufführungen des gesamten Rings und des Parsifal hat er das mittlerweile getan, und wer Gergiev kennt, ahnt bzw. weiß, dass er als großer Musiker seinen Weg zu Wagner findet.
Zum Start einer Neuaufnahme des kompletten Rings für das Mariinsky-Label wurden Spitzensänger/Innen für die Hauptpartien der Walküre nach Petersburg verpflichtet.
Ergebnis aktweiser Liveaufnahmen im neuen, akustisch vortrefflichen Petersburger Konzertsaal ist eine hochmusikalische Walküre in phantastischem Klang! Die Aufnahmetechnik des Mariinsky-Labels ist meisterhaft: Sie schafft es, im Raumklang des Konzertsaals die Balance zwischen Orchester und Sängern derart natürlich und transparent abzubilden, dass man glaubt, dabei zu sein. Einmalig die Durchsichtigkeit des Orchesterklangs, der dunkel-warme Ton der Petersburger, die wahrlich großartigen Holzbläser, die mächtigen und satten, doch nie martialisch klingenden Bläser. Wie die Musiker gerade in den dynamischen Abstufungen des Leisen absolut souverän, mit weichem Klang die Phrasen gestalten, ist schlicht überwältigend. Selten war die Instrumentation Wagners auch in den Tutti-Passagen derart klar hörbar, Walkürenritt und Feuerzauber haben unglaubliche Klarheit und Farben! Gergiev schafft es auf beeindruckende Weise, ein Kaleidoskop von zartester lyrischer bis zu machtvoller Klangentfaltung zu spannen, ohne dabei die Sänger zuzudecken. Ich glaube nicht, dass dieser Eindruck nur der Technik geschuldet ist, denn bei Aufführungen mit ihm und seinem Ensemble konnte ich seine "Sängerbegleitung" live erleben.
Gergievs Lesart der Walküre ist geprägt von seiner erzmusikalischen, atmenden, lebendigen, Details auskostenden und Höhepunkte klug aufbauenden Musizierfreude. Er lebt und erschafft geradezu jede Note, leider konnten die Techniker sein Brummen/Knurren bei diesem formenden Prozess nicht gänzlich unterdrücken. So muss man damit leben, immer wieder ein "Nebengeräusch" zu ertragen, welches gar nicht in der Partitur steht...
Teilweise kostet er Szenen sehr stark aus (zB im 1. Akt, erste Begegnung zw. Siegmund und Sieglinde oder Wotans Erzählung im 2. Akt) und die Handlung tritt fast auf der Stelle. Durch eher getragene Tempi kann sein Orchester allerdings wundervoll transparent die Instrumentation Wagners hervorzaubern. Am gelungensten empfinde ich den 2. Akt, hier ist eine immense Spannung, welche sich im 1. Akt nur im Finale einstellt. So haben zB die Bläser bei Hundings Auftritt einen superben Klang, jedoch wenig Düsternis. Die innere Balance der Tempi zueinander überzeugt vor allem im 2. & 3. Akt. Bravourös setzt Gergiev nahezu alle Partiturvorschriften in Tempo und Dynamik um! Schade nur, dass er den Sängerinnen der Brünnhilde und der Sieglinde das Schleppen nicht austreiben konnte, so geht die Spannung bei Brünnhildes Auftreten im 3. Akt, wo sie sich ja auf der Flucht befindet, doch etwas verloren, das gleiche gilt bei Sieglindes Abschied (vielleicht auch, weil die großen Stimmen der Damen technisch nicht in der Lage sind, bei zügigen Tempi der Stimme Klang zu geben). Kleine Anmerkungen einer im Ganzen beeindruckenden Interpretation, die Lust macht auf die nächsten Veröffentlichungen.
Insgesamt wird auf einem guten bis hohen Niveau gesungen, aber das erwartet man auch, schließlich sind es die derzeitigen Stars der Wagnerszene.
Nina Stemme habe ich noch nie so gut und überzeugend gehört, wie hier: Mit großem, ausgeglichenem Sopran, dunkel timbriert, sauber fokussiert, einem guten Vibrato und abwechslungsreicher Nuancierung gestaltet sie Brünnhilde. Bis auf die absolute Tophöhe beim "Hojotoho" (der Versuch des Trillers ist eher ein Wackeln), wo die gehaltenen hohen H's ein wenig scheppern (das letzte davon klingt komischerweise völlig anders als alle davor), tut der Stimme die Aufnahme in dem großen Konzertsaal sehr gut. Eine derartig gesunde und oft schön klingende Stimme einer echten Dramatischen war lange nicht zu hören! Zwar gebietet sie nicht über ein sauberes, weiches Legato eines italienisch geschulten Soprans, doch fällt dies hier nicht zu negativ auf. Wenn ihr auch die vollkommene innere Teilnahme der Behrens (zB klingt das Flehen um den Feuerkreis eher gesund denn "mit wilder Begeisterung") oder die alles wissende Autorität der Varnay (zB der ganz besondere Ton in der Todesverkündung) fehlen, so gelingt ihr ein überzeugendes und stimmlich insgesamt beeindruckendes Portrait.
René Pape besitzt einen prächtigen Bass, welcher klanglich hervorragend zum Wotan passt. Seine Artikulation ist vorbildlich, sein Legato bestechend (zB "der Augen leuchtendes Paar..."), er hat alle Töne bis zum Fis parat. Seine Rollenauffassung würde ich als kultiviert, etwas distanziert, streng, gütig und pathosfrei im Abschied charakterisieren. Er kommt glaubhaft und natürlich rüber, gestaltet aus dem Singen und vermeidet übertriebene Deklamation. Eine sehr gelungene Interpretation also. Allein, mir scheint, der ganz große Wurf ist es leider nicht geworden, zu wenig bleibt im Gedächtnis haften (wie es zB bei Hotter allein die Worte an Hunding "Geh, geh!" vermögen). Und ein bisschen bange wird mir ob der schönen Stimme Papes: Wer genau hinhört, wird die Anstrengungen bei den vielen hohen Es und Fs der Partie nicht überhören können. Als Bassist, der er nun einmal ist, gehören diese Töne zwar selbstredend zu einem Sänger von Rang, allerdings in viel geringerem Ausmaße als für den Wotan. Zwei Beispiele: Beginn 2. Akt, "Reite zur Wal!", ein einzelner hoher Ton, mit voller Kraft zu singen, das gelingt sehr gut; 3. Akt, Szene mit Brünnhilde, "Aus meinem Angesicht...", hier ist auf der Silbe "An" ein hohes E aus der Linie zu singen, dieser Ton ist fahl, gestemmt und ohne Fokus. Die deklamatorischen Stellen singt er eher zurückhaltend denn gebietend, ein Heldenbariton punktet genau an diesen Stellen, den Höhepunkten, und dann stellt sich auch die Größe der Figur/Interpretation ein. Diese Dimension kommt etwas zu kurz, eine Frage der Interpretation oder der stimmlichen Verfassung? Vielleicht war er auch nicht topfit bei den Live-Aufnahmen, ich hoffe nur, dass seine wunderbare Stimme keinen Schaden nimmt.
Siegmund ist, wie sollte es anders sein, Jonas Kaufmann. Die Aufnahme kommt zum absolut richtigen Zeitpunkt und fängt eine staunenswerte Begabung ein: Seine Interpretation ist sehr überzeugend, mit klangvollem, dunklem Tenor gesungen, mit breitem Atem und toller Phrasierung, mit feinen Nuancierungen und einer hervorragenden Artikulation! Er ist ein Gezeichneter, ein innig Liebender und kräftig auftrumpfender Sänger. Anzumerken ist, dass die Stimme ab mezzoforte und mit Kraft ausgesungen am Besten klingt, alle dynamischen Grade darunter rutschen ihm, technisch gesprochen, in den Hals und verlieren den Stimmsitz, sind rauh und fahl. Eine Eigenheit seiner Stimmtechnik, genauso wie manche Vokalverfärbungen oder das Anschluchzen von Tönen. Da er letzteres in jeder seiner Partien vernehmen lässt, hat er ein Mittel zur Interpretation leider verspielt. Aber bitte, dies sind Anmerkungen zu einer großartigen Leistung eines musizierenden Tenors!
Bis auf ein paar Vokalverfärbungen bei hohen Tönen ist die Fricka von Ekaterina Gubanova perfekt gesungen! Mit rundem, vollen und dunkel schimmernden Mezzo gelingt ihr ein vollkommenes Portrait. Ein reines Vergnügen, wie sie allein mit stimmlichen Mitteln ihren Gatten in die Enge treibt.
Anja Kampe wartet mit ungewöhnlich vollem, breiten und (bis auf die Höhe ab dem A) weich klingendem Sopran für Sieglinde auf. Die Partie, die sehr stark in der Mittel- sowie Übergangslage liegt und nur bis zum hohen B geht, ist nicht zu unterschätzen: Jugendlich soll sie klingen, feurig, wahnsinnig beinahe, und Kraft haben in der Lage zwischen E und G. Ganz zu schweigen von den Tönen in der Tiefe. All dies meistert Frau Kampe mit ihrem beeindruckendem Material, guter Artikulation und schönem Legato, ohne dabei in tiefere interpretatorische Dimensionen vorzudringen. (Mein Fall ist diese Art von Stimme jedoch nicht, der klare Fokus fehlt, das Vibrato schwingt zu weit und langsam, die Hochtöne werden nur mit viel Kraftaufwand erreicht, das Timbre wird hell und hart. Doch das ist subjektiv und andere mögen das schön finden.) Im Vergleich zu Kaufmanns fokussiertem, virilen Gesang klingt die Stimme Kampes eher ältlich statt jugendlich, im Grunde ist sie eine Brünnhilde, was den Genuss der sich in Begierde findenden Geschwister doch etwas trübt....
Schwachpunkt der Aufnahme ist der Hunding des Mikhail Petrenko. Eigentlich ein bemerkenswert dunkler, volltönender Bass, wird der Gesangston immer wieder durch übertriebene Akzente, durchschnittliche Artikulation und Überdruck gestört. Gerade im Vergleich zu den anderen Sängern/Innen fällt er doch ziemlich ab, gottlob ist die Rolle nicht sehr groß.
Stark, präzise, homogen die Sängerinnen der Walküren, die zwar auch hier und da komisch artikulieren, aber das fällt hier nicht so ins Gewicht.
Die Sänger/Innen sind hinter dem Orchester postiert, im 1. Akt nur von rechts, in den weiteren Akten von links und rechts tönend. Die 4 CDs sind in schönen Papphüllen, zusammen mit dem Booklet (kompletter Text in dt. und engl., Künstlerinfos) in einem festen Karton, löblich der Verzicht auf Plastik. Die Aufnahme wurde im Juni 2011, Februar und April 2012 aufgenommen.
Wer eine stimmige, phantastisch klingende und mit modernster Klangtechnik aufgenommene Walküre sucht, macht hier nichts falsch. Für Fans einzelner Sänger/Innen oder Gergiev ohnehin ein Muss. Allein wegen des einmaligen Orchesterklangs sowie der tonlichen Qualität ist diese Walküre auch für Besitzer anderer Aufnahmen lohnend.
Viel Text, gewiß, doch haben die Künstler/Innen und das Werk genaueres Hören und Beschreiben verdient.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unausgewogen, 29. März 2013
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Mit dieser Aufnahme der Walküre werde ich nicht so ganz glücklich. Und so kann ich den Elogen der anderen Kritiker auch nur sehr bedingt folgen. Mir ist das Dirigat von Gergiev an vielen Stellen zu getragen, zu wenig dramatisch. Was ja für einen Parsifal angehen mag, erweist sich für mich hier als zu spannungslos, das Dirigat kommt an vielen Stellen nicht so recht vom Fleck. Da gibt es natürlich beeindruckende Momente und der Orchestersatz ist sehr farbig und transparent, aber das kennt man von anderen Aufnahmen auch (allen voran unter Thielemann - bei allerdings eher problematischen Sängerleistungen). Letztlich ist das ja immer auch Geschmacksache, aber gerade wenn man das Dirigat mit bspw. Böhm oder Solti vergleicht, so fällt das Manko an Dramatik doch sehr deutlich auf.
Was nun die Sänger angeht, so gibt es (wie bei fast allen Aufnahmen) Höhen und Tiefen. J. Kaufmann ist ein überwältigender Siegmund, stimmlich auf der absoluten Höhe, voller Dramatik und Ausdruck. Sehr beeindruckend. Auch N. Stemme ist überzeugend, stimmlich wie darstellerisch kann ich mir momentan keine bessere Brünhilde vorstellen (dass sie jetzt nicht eine Flagstadt oder Nilsson ganz erreicht, ist jetzt eine beckmesserische Seitenbemerkung). Auch die Gubanova als Fricka überzeugt, sie singt (!) diese so schwierige Besetzung fast schon belkantesk - eine Wohltat fürs Ohr. Petrenko als Hunding ist jetzt keine Offenbarung, das kennt man aus der Plattengeschichte deutlich überzeugender und auch bedrohlicher gestaltet.
Was nun R. Pape angeht, so werde ich mit ihm nicht ganz glücklich. Zum einen liegt ihm als Bass die Tessitura der Rolle nicht ganz, er kommt v.a. in der Höhe doch an seine Grenzen, er klingt dann leicht angestrengt. Er bleibt mir auch die ein oder andere Ausdrucksnuance schuldig, eine Autorität eines Hotter oder Schorr erreicht er nicht, auch J. Morris liegt mir letztlich mehr, weil er stimmlich mehr der Rolle entspricht. Dabei singt Pape sehr nuanciert, fast schon balsamisch.
Am schwächsten ist für mich A. Kampe, deren ausladendes Vibrato mich sehr stört. Zudem ihre Stimme in der Höhe scharf wird. Kein Vergleich mit einer L. Lehmann oder J. Norman, aber auch eine Rysanek ist präsenter und dramatischer (man höre nur im Vergleich den fulminanten dritten Akt, die Gestaltung des "Rette die Mutter...") . Da es viele gute Sieglinden gibt, fällt A. Kampe hier jetzt doch deutlich ab.
In der Summe eine respektable Walküre, die mir zu viel an Dramatik schuldig bleibt. Da jetzt die Sängerbesetzung auch nicht 100%ig ist, bleibe ich doch den alten Aufnahmen treu. Wobei J. Kaufmann (und vielleicht auch N. Stemme) schon ein Grund ist, diese Aufnahme zu besitzen.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER neue Ring schlechthin?, 7. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Das war für mich immer der Karajan-Ring, obwohl ich auch den Solti-Ring besonders mag, und ebenso die neueren Versionen von Barenboim, Janowski und Thielemann. Noch abgesehen von den Aufnahmen auf DVD, wie z.B. der Levine-Ring (die ältere Version und die Version von neulich die er zusammen mit Luisi macht).
Nun aber gibt es diese Walküre von Valery Gergiev. Ein neuer Standard? Ich glaube ja. Gergiev hat eine ganz eigensinnige Art den Ring zu dirigieren. Schwer zu beschreiben. Geigen, Holz, Kupfer ... alles kommt zusammen in einem einmaligen Erlebnis. Nicht wie es sich gehört, aber völlig neu. Dazu die fabelhaften Solisten, allen voran Jonas Kaufmann als Siegmund und Nina Stemme als Brünnhilde. Kaufmann macht einen Siegmund wie ich ihn vorhin noch nicht gehört habe. Besser noch als sein eigener Siegmund in den New Yorker Ring vom Met. Stemme singt eine wirklich erstaunende Walküre. Dazu noch der überraschende Wotan von René Pape und die anderen Sänger in dieser Walküre. Es lässt nur vermuten wie sich demnächst Rheingold, Siegfried und Götterdämmerung anhören werden.
Viele mögen Gergiev kritisieren. Er sei kein echter Wagner-Dirigent und seine Tempi taugen nicht. Ich kann nur sagen: höre und lasse dich überzeugen!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Walküre, 15. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Hoffentlich wird noch der komplette Ring veröffentlicht.
Absolute Klasse :-)))
Auch schon die Parsifal Einspielung war ein Hit.
Weiter so!
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11 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Walküre - aus St. Petersburg!, 8. Februar 2013
Von 
mozart-factory (Kesswil, Thurgau, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Nach wie vor, gefällt mir die Aufnahme der Walküre mit den Berliner Philharmonikern von 1967 am besten. Das mag damit zu tun haben, dass ich die Aufführung mit dem gleichen Team 1967 an den Osterfestspielen in Salzburg im grossen Festspielhaus blutjung auch gehört und gesehen habe. Die Walküre, die jetzt aus St. Petersburg kommt, stelle ich jetzt, beinahe ein halbes Jahrhundert später, ohne Zögern daneben. Ohne zu beckmessern und Details abzuhandeln: Das ist eine Aufnahme in der gesungen und gespielt wird, packend, authentisch, spannend vom ersten bis zum letzten Ton. Es ist für mich bestechend, dass aus Russland das derzeitige musikalische Wagnerestablishment lernen kann, wie man diese für mich noch immer einzigartige Oper, interpretieren kann. Vergleiche ich diese neue Aufnahme mit dem für mich unverständlich in den Textheften der Lifeaufnahme des Ringes aus Bayreuth unter der Leitung von Ch. Thielemann, fällt bei mir die Bewertung eindeutig aus. Diese letzte Ringaufnahme aus dem Festspielhaus ist die Götterdämmerung von Bayreuth. Wollte man hören, wie der Ring tönt, scheint es, muss man jetzt nach St. Petersburg gehen - und wird es nicht bereuen. Allerdings scheint diese Überzeugung längst in München angekommen zu sein, habe ich doch kürzlich irgendwo gelesen, dass V. Gergiev dort zukünftig die Leitung des Orchesters des BR übernehmen soll. Ich wünschte mir, dass ich mich nicht verlesen habe.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Walküre / Gergiev, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Trotz der tollen Besetzung bin ich mit der Aufnahme nicht recht glücklich geworden. Schwer zu sagen, warum. Z.B. ist Rene Pape nicht der ideale Wotan.
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2 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mich erreicht diese Aufnahme keinesfalls!!!, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Ich kann diese Lobeshymnen für diese neue Einspielung, die hier geschrieben stehen, selbst nach mehrmaligem Durchhören dieser Aufnahme in keinster Weise nachvollziehen!
Hier überzeugt mich absolut NICHTS und NIEMAND!
Weder Dirigat noch angeblich gute Aufnahmetechnik oder aussergewöhnliche Sängerleistungen kann ich hier wieder finden.
Das Dirigat ist so langsam, das teilweise der Fluss sowohl der Musik als auch des singenden Wortes auseinderzufallen droht.
Allein diese zähen und glanzlosen Tempi als Maß zugrunde zu legen, um einen Vergleich mit dem Dirigat des Dr. Furtwängler herzustellen, zeugt nicht unbedingt von großem Verständnis des alten Meisters! Denn gerade das zeichnete die Furtwängler-Art aus, dass selbst bei langsamsten Tempi die Spannung stieg, und es nie langweilig wurde.
Und das kann man hier wirklich bei bestem Willen nicht behaupten.
Die Aufnahmetechnik lässt zumindest bei meiner Anlage einiges zu wünschen übrig, ohne dass es sehr wahrscheinlich sei, dass der "verhaltene" Klang an der Anlage läge, denn die gesamte Anlage ist eine "Burmester-Edel HIFI" und gehört zu den besten, die man in dem Sektor bekommen kann.
Der Klang wirkt immer verhaltend und erzeugt keine unmittelbare Wirkung, wie ich es von anderen Aufnahmen her kenne, wo beim Hören sich die Musik im Raum entfaltet und eine entsprechende Wirkung auf den Hörer ausübt.
Dieser Effekt bleibt hier komplett aus!!!
Ich habe dabei immer das Gefühl, dass Orchester und Sänger immer hinter einer unsichtbaren "Wand" stecken, die nämlich verhindert, dass der Klang endlich aus den Lautsprechern frei und klar heraus kommt!
Auch keine einzige Szene der Oper erreicht mich hier emotional, und es gibt hier wahrhaftig genügend Stellen, bei denen ich sonst eine Gänsehaut bekomme.
Die Sänger sind gut, dennoch überzeugt mich hier KEINER, denn das, was gesungen wird, kommt bei mir gefühlsmässig nicht an.
Selbst Rene Pape und Jonas Kaufmann, die ich sonst SEHR mag, kann ich sie hier kaum erkennen!
SCHADE.
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen empfehlenswert, 23. Juni 2013
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Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner: Die Walküre (Audio CD)
Soweit man eine Musikkonserve überhaupt empfehlen kann ist dies eine hörenswerte Einspielung des meistgeliebtesten Teil des Ring des Nibelungen. Dr. Altpeter
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Wagner: Die Walküre
Wagner: Die Walküre von Valery Gergiev
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