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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen §??
Es ist ja nicht das erste Mal, dass John Grisham seinen Lesern unmißverständlich klar macht: ich bin auf wohlfeilen Applaus nicht mehr angewiesen. Deshalb erlaube ich mir ab und zu etwas anderes als den "typischen Grisham". Wer will ihm das ernsthaft verwehren?
Natürlich ist "Der Gefangene" in mancherlei Hinsicht eine Zumutung. Grisham bringt den...
Veröffentlicht am 25. Februar 2008 von thocool

versus
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gutes thema, geht aber besser
Als ich das Buch aus dem Karton genommen habe, war ich sehr erfreut, da John Grisham zu meinen Lieblingsautoren zählt. Eine wahre Begebenheit, die von ihm umgesetzt wird, muss einfach ein Bestseller sein.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Ermordung von Debbie. Ihre letzen Schritte werden rekonstruiert. Der Stil ist hierbei wie bei einem...
Veröffentlicht am 22. Juni 2010 von Sarah F.


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen §??, 25. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Taschenbuch)
Es ist ja nicht das erste Mal, dass John Grisham seinen Lesern unmißverständlich klar macht: ich bin auf wohlfeilen Applaus nicht mehr angewiesen. Deshalb erlaube ich mir ab und zu etwas anderes als den "typischen Grisham". Wer will ihm das ernsthaft verwehren?
Natürlich ist "Der Gefangene" in mancherlei Hinsicht eine Zumutung. Grisham bringt den Leser mit dem nüchternen Polizeiberichtstil des nicht enden wollenden Anfangsteils schon an die Grenzen des Erträglichen (und manche drüber hinaus, wie man lesen kann). Ich mußte das Buch nach diesem Einstieg auch erstmal ein paar Tage zur Seite legen, weil ich befürchtete, depressiv zu werden. Aber die Wirklichkeit ist eben viel erschütternder als der haarsträubendste Roman es sein kann.
Ich habs mir also bis zum bitteren Ende angetan, mit wachsender Begeisterung. Um am Ende zu sagen: so ungewöhnlich dieses Buch ist, so tief beeindruckend ist es, wenn man sich auf diese Reise einläßt. Danach muß man allerdings noch mit seinen eigenen Gefühlen fertig werden. Soll ich nun an der Menschheit verzweifeln oder Kämpfer gegen Justizirrtümer werden oder über derart verpfuschte Menschenleben weinen oder einfach nur froh sein, dass mir solches nicht widerfahren ist? Was lernt man aus dem Leben eines Mannes, der kurz vor seinem Tod sagt: "Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich lieber gar nicht erst geboren werden"?
Wer nur spannende Unterhaltung sucht, sollte es sich zweimal überlegen mit diesem Buch. Wer sich berühren lassen mag, solls riskieren.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gutes thema, geht aber besser, 22. Juni 2010
Von 
Sarah F. (Norddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Buch aus dem Karton genommen habe, war ich sehr erfreut, da John Grisham zu meinen Lieblingsautoren zählt. Eine wahre Begebenheit, die von ihm umgesetzt wird, muss einfach ein Bestseller sein.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Ermordung von Debbie. Ihre letzen Schritte werden rekonstruiert. Der Stil ist hierbei wie bei einem Zeitungsbericht oder einer Polzeiakte sehr sachlich. Dies passt zu dem Einstieg in meinen Augen sehr gut. Danach lernte ich Ron kennen. Seine gesamte Lebensgeschichte. Sie ist wichtig, aber durch den Berichtstil wirkte sie zu sachlich, als das ich eine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Schnell wird deutlich, dass mich hier kein üblicher Thriller oder Roman erwartete, sondern ein Sachbuch. John Grisham hat lediglich alle Fakten zu dem kompletten Fall gesammelt und diese sachlich und erschütternd vermittelt.
Die Geschichte geht sehr ans Herz, zumindest als ich angefangen habe, mir den sachlichen Stil besser vor Augen zu führen.( Dies hätte John Grisham aber von sich aus, ebenfalls umsetzen können.) Dadurch gelang es mir den labilen und depressiven Ron näher kennenzulernen. Es ist nicht nur tragisch, dass Debbies Mörder so lange frei herumgelaufen ist, sondern auch wie sie gestorben ist. Für Ron bedeutete es viele Qualen und ich habe, ab seiner Verurteilung richtig mit ihm gelitten. Am Anfang hielt ich ihn für einen verzogenen Bengel, der sich einfach alles erlauben konnte, aber nichts im Leben auf die Reihe bekommen hat. Das liegt aber an der Erziehung, machte ihn mir aber nicht sympathischer. Trotzdem hat niemand ein solches Leben verdient. Daran würde so mancher, auch sehr starker, Mensch zerbrechen.
Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass John Grisham ein wichtiges Thema ausgewählt hat und dieses ganz gut umgesetzt hat. Eine richtige Anklage an die Justiz von Amerika.
Trotzdem konnte ich mich während des gesamten Lesens nicht an den berichtartigen Stil gewöhnen. Außerdem hat der Autor viele Fakten sehr häufig wiederholt und dies nervte manchmal schon. Gerade wenn es um die vermasselte Karriere ging.
Durch den Kampf mit dem Stil, brauchte ich drei Tage zum Lesen. Wäre ein romanähnlicher Stil verwendet worden, hätte ich sicherlich nur zwei Tage benötigt. Hier wäre aber das Ausmaß der Situation gar nicht so gut vermittelt worden.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Tatsachen-Romane liest. Gerade da jedem so etwas passieren kann.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch wegen der vielen Wiederholungen und des Stils lediglich drei Sterne. Sonst hat der Autor einen sehr bildhaften Stil, der hier einfach in den Fakten untergegangen ist.

Pro: Thema
Contra: Stilwahl
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch nie war die Wahrheit so spannend..., 26. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir Grisham's Gefangenen schon kurz nach seiner Veröffentlichung gekauft.

Ich lies mir sehr viel Zeit bis ich eines Tages dann mit der Lektüre dieses Buchs begann.

Ich muss zwar den Kritikern Recht geben, die behaupten dass der Anfang und die seitenlangen Analysen rund um Ron Williamson's sportliche Leistungen auf den Baseball und Basketballstadien von ganz Oklahoma, ziemlich langatmig ist.

Es aber garnicht erst fertig zu lesen und gleich ein Urteil darüber zu verkünden ist gegenüber so einem tollen Sachbuch etwas zu sehr gewagt.

Wenn man nähmlich erst einmal die ganze Einführung des Buchs durch hat, begreift man dass J.Grisham damit nur erreichen wollte dass man so viel wie möglich über den Aufstieg (Versuch eine Profi-Sportlerkariere zu beginnen), und den Niedergang (Anschuldigung, Verurteilung, Alkohol, Drogen usw.) des Hauptcharakters erfährt.

So bald man dann ins Buch-Innenleben gelangt, beginnt dann das ewige Kopfschütteln, sowie Entrüstung, Wut und Trauer zugleich, über das von Wegen so toll funktionierende amerikanische Justizwesen.

Ein Unschuldiger Mensch, mit einem wasserfesten Alibi gelangt in die Fänge der Justiz und wird in einem nahezu verbrecherischeren Verfahren zum Tode verurteilt, nur weil die grossen Justiz-Mächte so schnell wie möglich einen Sündenbock für einen Mord haben wollen.

Der Mann entkommt der Giftspritze nur mit viel Glück.

Und während dessen spukt einem der Gedanke im Kopf dass all dies tatsächlich passiert ist!

Unglaublich!!!

Ich habe noch nie bei einer Lektüre, so oft meinen Kopf geschüttelt...

Ich kann dieses Buch einfach nur weiter empfehlen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, emotional, mitreißend - und leider wahr, 17. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Das neuste Werk von einem meiner Lieblingsautoren, und soweit ichh das zu beurteilen vermag - sein Bestes. Eine wahre Geschichte (sowas zieht bei mir ja immer) über einen der größten Justizskandale ever. Zwei Männer werden nach einer Reihe von Denunziationen, schlampigster (und oft absichtlich falscher) Polizeiarbeit und ein paar kleinen, allerdings mit dem verhandelten Mord nicht zusammenhöngenden Missgeschicken in den Todestrakt gesperrt und kämpfen nun um Gerechtigkeit, wobei das Hauptaugenmerk auf Ron liegt, der mit einer sowieso tragischen Lebensgeschichte an dem Urteil "Tod" zerbricht.

Habe das Buch gestern in einem Zug weggelesen, war wirklich dankbar dafür, krank zu sein, um wirklich den gesamten Tag Zeit zu haben. EIne Geschichte, die einen echt wahnsinnig wütend macht, das ganze Justizsystem anzweifelt und nicht wirklich Symptahien für die Polizei in Oklahoma weckt. Großartig, großartig, großartig, sollte JEDER lesen, spätestens, wenn es irgendwann als Taschenbuch erscheint.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Todesstrafe und krude Rechtssprechung in den USA, 23. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Grishams Buch soll nicht nur gegen die Todesstrafe sprechen, es geht sich auch um voreingenommene, parteiische Rechtssprechung, die dazu führt, dass ein Unschuldiger dran glauben muss.
Das Buch basiert auf Tatsachen!

Worum geht’s:
Ein gestörter Baseballspieler – Ronnie - wird verdächtigt, einen Sexualmord begangen zu haben.
Seine sportliche Karriere hat er vermurkst, nun lebt er exzessiv, trinkt zuviel, fällt af in der amerikanischen Kleinstadt. Der ideale Verdächtige also!
Der voreingenommene Sherriff hält ihn von Anfang an für schuldig, seinen Kumpel Dennis gleich mit und sorgt mit Vehemenz, mit falschen Indizien und falschen Zeugenaussagen für die Verurteilung von Ronnie – der es gar nicht getan hat.

Ronnie wird zum Tode verurteilt. Da die Vollstreckung solcher Urteile in den USA viele Jahre dauern kann, befindet sich Ronnie derweilen in der Todeszelle, lebt unter menschenunwürdigen Bedingungen, bis eine DNA-Analyse Jahre später und kurz vor seiner Hinrichtung seine Unschuld bewiest.
Wie leicht kann also ein Verdächtiger in den USA von 12 leichtgläubigen und leicht zu beeinflussenden Geschworenen in einem Mordprozess verurteilt werden!

Ein ungewöhnlicher Thriller!
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder ein wahres Meisterstück!, 26. November 2006
Von 
Ronald Pisuth (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Ich habe von John Grisham alle Bücher gelesen und bin somit so etwas wie ein Fan. Sein Schreibstil, seine Geschichten, sie haben mich immer gefesselt und ich erwarte immer mit Begeisterung seine neuen Bücher. Leider waren die letzten Erscheinungen nicht DIE großen Klassiker seiner Anfangszeit wie "Die Jury" oder "Die Firma", trotzdem suchen sie Werke ihresgleichen.

"Der Gefangene", den ich vor fünf Minuten zu Ende gelesen habe, ist genauso wie "Die Farm", mal etwas Anderes. Die große Faszination kommt daher, dass die Geschichte Realität ist! Ein zum Tode Verurteilter in den USA, der, im Nachhinein für jedermann eindeutig, unschuldig ist! Die Geschichte ist vielleicht nicht seine Spannendste, aber eine seiner Mitreissendsten. Unglaublich, dass so etwas wirklich passiert! Du hast nichts getan, eigentlich bist du nicht mal in der Nähe des Tatortes gewesen, hattest mit dem Opfer noch nie etwas zu tun, dennoch sitzt du in der Todeszelle, weil du jemanden ermordet haben sollst! Keine zwei Wochen oder drei Monate, bis einem Menschen das offensichtliche Fehlurteil auffällt, nein! 11 Jahre! Und nur durch Glück, dass in letzter Minute ein gescheiter Mensch sich die Zeit genommen hat, eine Akte zu lesen, ist die bereits angesetzte Tötung durch die Giftspritze verhindert worden!

Ich war am Ende sehr gerührt und mitgerissen. Eine furchtbare Geschichte, die sich niemals in einem Rechtsstaat in der Form wiederholen dürfte. Ich finde alle Grisham-Bücher gut, obwohl die letzten Erscheinungen nicht mit den großen Klassikern seiner ersten Jahre konkurrieren können. "Der Gefangene" ist aufgrund der Tatsache, dass es kein Roman, sondern ein Sachbuch, eine Nacherzählung einer wahren Begebenheit ist, eines seiner besten Bücher!

Meine Empfehlung: UNBEDINGT LESEN!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mir fehlte der Pepp ..., 29. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Taschenbuch)
Gute Story, aber viel zu langatmig und verdrießlich. Viele Randgeschichten waren mir zu sehr ausgeschmückt und ... zu lange und zu unwichtig für die Kerngeschichte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "wirklicher" Roman, 11. März 2007
Von 
Karl-A Gabler "Karl Gabler" (Wettingen, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Bei diesem Buch wünscht man sich, dass es ein Roman, also eine fiktive Geschichte, wäre; aber es ist ein Sachbuch und spricht von der Wirklichkeit. Die "grausigen" Realitäten brauchte niemand zu erfinden: und das in einem Rechtssystem, dem man eigentlich vertraut. Nur gut, dass (aus unserer Sicht) Oklahoma weit weg liegt. Oder?
John Grisham hat wieder eine meisterliches Buch geschrieben: ein Bericht ohne viele Dialoge und nie langweilig oder landatmig. Man muss auch die Anmerkungen des Autors am Ende des Buch mehrfach zwischendurch lesen, um zu erfassen, was da eigentlich geschieht.
Ganz real wird die Sache dann auch noch, wenn man sich im Internet die Seite [...]
aufruft (man kann auch bei Google suchen mit "Ron Williamson") und sich das kleine Video ansieht: dort spricht Ron selbst und auch seine Schwester Anette kommt zu Wort.
Das ist eine wirklich erregende Geschichte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach packend!!!, 23. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Dies ist mein erster Grisham-Roman, den ich gelesen habe. Aufgrund der zwiespältigen Rezensionen hier bei Amazon, aber als großer Gerichtsthriller-Fan wollte ich mir selbst ein Bild von diesem Buch machen. Ja, es ist richtig, es ist in einer Art Protokoll-Stil geschrieben, aber ich kann mich so manchem Vorredner nicht anschließen, dass es deswegen langatmig ist oder einfach nur nervt. Das Buch ist wirklich packend. Unglaublich, wie eines zum anderen kam. Auch die langen Ausführungen über die Baseballkarriere fand ich insofern gut, als dass man den Hintergrund versteht. Man taucht generell so richtig ein in das Buch. Ich würde es immer wieder lesen und empfehle es auch jedem weiter !!! Aber, bitte bedenken: Es ist kein herkömmlicher Roman, wo z.B. wörtliche Rede, Dialoge etc. enthalten sind, sondern eher als Abhandlung, aber wie gesagt: Ich finde es klasse !!! Sehr fesselnd !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grisham mal ganz anders, 1. November 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Es wird ja allerortens darauf hingewiesen - dieses Buch ist kein typischer John Grisham. Genauer gesagt: dieses Buch hat nichts mit den bisherigen Romanen Grishams gemein, weder den meist flüssigen und leicht lesbaren Erzählstil, noch den Spannungsaufbau, noch die faszinierenden fiktiven Storys.

Mit "Der Gefangene" beschreibt John Grisham einen realen Justizskandal in den USA. Das Buch ist eine Mischung zwischen Dokumentation der Geschehnisse rund um den Mord an der Serviererin Debbie Carter und Biographie des zu unrecht Hauptverdächtigen und zum Tode verurteilten ehemaligen Baseballprofis Ron Williamson sowie seines vermeintlichen Komplizen Dennis Fritz bis zu deren Rehabilitierung in letzter Sekunde.

Dass dieses Genre nicht Grishams Spezialität ist, wird schon nach wenigen Seiten deutlich. Der Erzählstil ist sehr langatmig und detailverliebt. Oftmals verrennt Grisham sich in Nebenhandlungen und erschwert dem Leser so, der Hauptstory zu folgen. Dementsprechend wird jeder Leser, der von den bisherigen Romanen John Grishams gefesselt wurde, sich ziemich umstellen müssen.

Dass "Der Gefangene" trotzdem absolut lesenswert ist, liegt an der Unglaublichkeit der realen Story, an dem Irrsinn der Strafverfolgungsbehörden, die erfolgsbesessen zwei unschuldige Männer mit fadenscheinigen Beweisen ins Gefängnis und Ron Williamson eben sogar in die Todeszelle bringen. Kopfschüttelnd und schockiert verfolgt man die Ignoranz karriereorientierter Richter, die die konstruierten Beweise und zweifelhaften bis offensichtlich gelogenen Zeugen nicht in Frage stellen und teilweise sogar das Recht beugen. Man möchte nicht glauben, dass so etwas wie dieser Fall in den 80iger und 90iger-Jahre des letzten Jahrhunderts in den USA keine Seltenheit war und wohl heute auch nicht ist. Erschütternd ist das persönliche Schicksal und die Biographie der beiden unschuldig Verurteilten, von denen Dennis Fritz dem Autor als Zeitzeuge für den Roman zur Verfügung stand. Ron Williamson konnte von Grisham nicht interviewt werden, denn er starb 5 Jahre nach seinem Freispruch an den grausamen Bedingungen seiner 11 Jahre in der Todeszelle.

Grisham bezieht in seinem Roman eindeutig Stellung. Er verurteilt allein durch die Tatsache, dass er diesen Fall erzählt das gängige Rechtssystem in den USA und er appelliert für eine Abschaffung der Todesstrafe - und zwar nicht, in dem er es sagt, sondern ausschließlich aufgrund der Art und Weise seiner Erzählung.

Den schlechten Erzählstil verzeiht man Grisham schnell, denn die Story an sich lässt einen nicht mehr los. Ein Buch das lange nach-wirkt und hoffentlich in den USA etwas be-wirkt - die Dokumentation eines Armutszeugnisses einer sich selbst Rechtsstaat nennenden Nation. Puh!
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Der Gefangene
Der Gefangene von John Grisham
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