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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe auf den zweiten Blick
Ich gebe zu, als Devotee der ersten Stunde tat auch ich mir anfangs etwas schwer, Zugang zur "Delta Machine" zu finden, da sich die Herren Gore, Gahan und Fletcher wieder einmal komplett neu erfunden haben und der Albumtitel wirklich Programm ist. Hier wird auf volles Risiko gespielt und ohne Rücksicht auf offensichtliche Hitsingles Delta Blues mit maschinellen...
Vor 21 Monaten von Christcrusher veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider bis auf eine Ausnahme (Alone) nur Durchschnitt
Mit einem gewissen Abstand und unzähligen Durchläufen des Albums schreibe ich erst jetzt eine Rezension, da ich heute zur Beurteilung von Shine von Camouflage erstmals von diesem 'Medium' Gebrauch gemacht habe. Ich bin eingefleischter Fan der ersten Stunde, habe glaube ich alle Songs und war auf 7 Konzerten. Habe alle
Alben bewertet (meine Top-Alben sind...
Vor 5 Monaten von Alone1804 veröffentlicht


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48 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk.....aber keine Platte für den Dudelfunk..., 26. März 2013
Von 
Ralf Hunsicker (Hornbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Die ersten Reaktionen der Presse waren teilweise vernichtend , andere wieder euphorisch.
Für den Journalisten, der mal gerade die Aufgabe hat für sein Blatt eine Rezension über Delta Machine zu schreiben ist es meiner Meinung garnicht möglich eine schlüssige Beurteilung abzugeben.
Denn Delta Machine ist kein Radio -Pop a la Lady Gaga oder Pet shop boys.
Da wird ein höherer Anspruch an den Hörer gestellt , die Lieder wollen erst "verstanden " werden.
Aber dann bekommen die Stücke Substanz und und sind nicht nach 14 Tagen schon abgenudelt.

Schon beim opener erkennt man die Stärke der Songs beim Übergang zum Refrain , die einsetzenden Streicher , nach dem ersten Refrain setzt ein tanzbarer Rhythmus ein , der dem Song seine Stimmung verleiht , auch wenn ich hier einlenken muß dass der Song etwas holprig beginnt.

Bei Angel ist es die vertrakte Rhythmik , das ist nicht die ZDF Hitparade wo man auf die 1 und die 3 in die Hände klatscht.

Heaven , die mittlerweile bekannte erste Singleauskopplung , ruhig , getragen , meiner Meinung als erste Single nicht so geeignet aber des Albums würdig.

Secret to the End , steigert sich in Depeche Mode typischer Weise in der Tonhöhe treibend durch die Synthbassline voran , eine tolle Nummer.

My little Universe , geht nicht so zu mir , klingt sehr trocken , abgehackt , ist der einzige Titel der mir nicht so zusagt.

Slow , wenn man den Titel erst mal drauf hat geht er nicht mehr aus dem Ohr , ständiger Wechsel der Grundtonart in Depeche Mode typischer Manier , bluesiger Rhythmus , toll.

Broken , dieser Song von Dave geschrieben erinnert am meisten an die komerziellen Stücke a la Precious oder Its no good , Kraftwerk ähnlicher sound , geht sofort ins Ohr.

The child inside , hat etwas länger gedauert bis sich das Lied mir erschlossen hat , Goresche Melodie und Sound , klingt stark nach Counterfeit 2 , seinem Soloalbum .

Soft touch / raw nerve , eine relativ einfache treibende Nummer , klassischer Songaufbau

Should be higher klingt mehr nach DM alles vieles was Jahre zuvor erschien , Steigerung zum Refrain und dann schwingt sich Dave in ungeahnte Höhen , ein klassischer Depeche song.

Alone , da haben wir sie wieder, die dramatischen Streicher nach der Einleitung die dem Song seine Aura verpassen , tolle Nummer.

Sooth my soul wird die zweite Single werden , da gibt es nichts zu meckern und Goodbye schließt die Platte glanzvoll ab.

Mit Delta Machine ist Depeche Mode diemal ein Electro - Album gelungen nach dem doch die Fans immer Jahrelang gerufen hatten , es klingt elektronisch , modern , mit weniger Gitarren und ist voller anleihen an ältere Stücke dieser Band die jetzt im 33 Jahr besteht.

Aber die Songs müssen verstanden werden , man muß sich hinsetzen und die Platte anhören , es ist kein Werk was so nebenbei mitläuft und man die Refrains mitsingt.
Delta Machine stellt einen gewissen Anspruch an die Hörer , ist keine leichte Chartskost und wird warscheinlich von denen verrissen werden die ein zweites Enjoy the silence erwartet haben.
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27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Willkommen in meiner Welt..., 15. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
...in der Depeche Mode bis vor wenigen Wochen kaum stattgefunden hat. Ich bin also KEIN langjähriger Fan, habe noch NIE ein Konzert besucht und auch nie den Hype verstanden. Zwar habe ich als Jugendlicher in den 80er Jahren zu PEOPLE ARE PEOPLE in der Disco abgetanzt, und die bunte Maxi von MASTER AND SERVANT war ein Pflichtkauf. Aber danach habe ich DM nur noch im Radio gehört. Die Alben sind komplett an mir vorbeigelaufen. 101 habe ich dann noch auf CD gekauft - aber das war eher eine Best Of mit Hintergrundkreischen. VIOLATOR und SOFAD habe ich als Album schon nicht mehr wahrgenommen. Die Musik hat mich damals einfach nicht erreicht. Ich mochte Prince und Simply Red, später Jazz und Akustisches. Irgendwie alles. Aber Songs wie IN YOUR ROOM, WORLD IN MY EYES oder HOME habe ich - das ist kein Witz - noch nie gehört. Bis vor ein paar Wochen. Anlässlich der neuen CD habe ich mich gefragt, warum so ein Kult und Hype um DM gemacht wird. Ich habe nie verstanden, warum sich erwachsene Menschen die Nummernschild-Kennung 'DM' geben lassen.

Aber ich bin immer neugierig auf neue Musik. Also: erst mal alle CDs von SPEAK AND SPELL bis SOTU geladen und angehört. Dann Konzertvideos auf Youtube geschaut. Musikexpress-Spezialheft mit allen historischen Artikeln bestellt und gelesen. Die Bandgeschichte studiert. Nach ein paar Tagen habe ich dann gemerkt, dass ich ständig die Songs im Kopf habe. Ständig: also auch dann, wenn gerade keine Musik läuft. Ich habe die Songs einfach nicht aus dem Kopf bekommen. Nebenbei habe ich entdeckt, dass einer meiner Lieblingstracks von Blank & Jones (FREELOVE) eine Coverversion eines DM Songs ist. Irre.

Wenn man sich die Bandgeschichte einteilt, sehe ich 4 Phasen:

1981 - 1983 (also SAS bis CTA)
1984 bis 1989 (SGR bis 101)
1990 bis 1997 (VIOLATOR bis ULTRA)
und alles was danach kommt (also die Zeit seit EXCITER).

Wenn man einen Vergleich anstellen möchte: DELTA MACHINE ist aus dieser letzten Phase für mich das beste Album.

Der Vergleich mit früheren Phasen allerdings hinkt. DM ist heute eine andere Band wie vor 20 Jahren zur Zeit der Devotional Tour. Die Herrschaften sind heute über 50. Daher passt das Album einfach zur Entwicklung. Ob das, was sie da heute auf CD produzieren, auch beim Hörer ankommt, ist allerdings etwas anderes. Songs wie die Singleauskopplungen HEAVEN oder SOOTHE MY SOUL sind radiotauglich. Andere Songs wie SLOW eher nicht. Das Album braucht viel Geduld auf Aufmerksamkeit. Am besten laut oder über Kopfhörer. Dann gibt es eine Menge zu entdecken. Für technik-verliebte ist das eine tolle Sache, es gibt immer wieder einzelne Sounds, Gepiepse und Geblubber, manchmal zum Song passend, oft auch nicht. Die Klangqualität ist fantastisch, die Bässe sind druckvoll. Schon der Opener WELCOME TO MY WORLD macht richtig Spaß. Allerdings: große Hymnen gibt's bei DM nicht mehr.

Vielleicht machen die Herren auf der Bühne etwas daraus. Denn das haben mir die letzten Wochen gezeigt: DM sind eine Band, bei der die Songs auf der Bühne komplett anders funktionieren können als von CD. Kann gut sein, dass sich der Eindruck unauffälliger Songs auf DELTA MACHINE nach dem Konzertbesuch ändert.

Bis dahin allerdings nur 3 Sterne. Wenn ich SOFAD 5 Sterne gebe, ist einfach nicht mehr drin. Trotzdem: für den Fan ein Pflichtkauf. Für Nicht-Kenner ein lohnender Blick auf eine Band mit interessanter Geschichte. Wer übrigens den Bariton von Dave Gahan mag, hört weiter bei den Soulsavers THE LIGHT THE DEAD SEE.
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4.0 von 5 Sternen Ein zwiespältiges Album, 4. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich habe "Delta Machine" inzwischen viele Male gehört und nach meinem Geschmack ist es nicht überragend gut, aber auch beileibe nicht so schlecht wie es viele wahrnehmen. Auffallend ist für mich, das die Band zum x-ten Male wieder einmal Blueseinflüsse in ihrem neuen Album verwoben haben. Das kann gefallen, oder aber auch nicht! Auch rockige Einflüsse sind wieder einmal zu finden, wie sie kitschiger kaum sein können ( Soothe my Soul, Soft Touch/ Raw Nerve ). Jedoch rettet der satte Sound über weite Strecken diese unterdurchschnittlichen Kompositionen. "Secrets to the End" ist ein elektronisches Glanzlicht auf diesem Werk. Dave Gahans Stimme klingt hier sehr eindringlich wie selten zuvor. Auch "Alone" besticht durch eine wunderschöne Melodie und einem mystischen Sound, jedoch wirken die Klänge auf mich wie von einer anderen Band gestohlen. "Should be Higher" kann mich auch vollends überzeugen, obwohl Gahans hohe Stimme beim Refrain erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig ist. "Angel" ist ein großartiger Song und stimmt mich versöhnlich.

Mein Fazit: Depeche Mode ist es gelungen einen satten Sound für ihre Songs zu finden. Das Album wirkt warm, in sich geschlossen und rund ( Dieses ist ihnen bei den letzten Alben nicht sonderlich geglückt ). Es enthält einige großartige Kompositionen, wie ebenso einige kitschige und banale Songs. Am Ende will sich ein Depeche Mode-Feeling nicht so richtig einstellen, vermutlich fehlt hier das Markante und Eigenwillige. Ebenso vermisse ich die Lebendigkeit und die weitgehende Bluesfreiheit, die "Sounds of the Universe" noch liefern konnte.
Vom Gefühl her vergebe ich 4 Sterne
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle, aber schwere Kost, 14. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Wie bewertet man Musik? Eine sehr schwere Frage, hängt doch so viel vom individuellen Geschmack ab...
Wenn man die vorhandenen Rezensionen so liest, ist es schon befremdlich, wie die einen das Album völlig unreflektiert in den Himmel loben, und andere der Band gar die Freundschaft kündigen. Vermutlich liegt dieser krasse Gegensatz daran, dass DM nun mal nicht den Mainstream bedient, sich auch nicht scheut, sich zu entwickeln und auch nicht auf die alten Tage den Weichspüler einlegt, wie das so viele ehemals gute Bands getan haben, um ohne großen Aufwand Kasse zu machen, obwohl die wirklich kreativen Tage lange vorbei sind.

Bisher gab es noch kein einziges DM-Album, das mir wirklich auf Anhieb gefallen hätte. Jedes einzelne Stück musste ich mühsam verstehen lernen, mich auf die Songs einlassen, Abstand gewinnen, nochmals anhören, ... Und ich habe es bisher nie bereut, auch nicht bei Delta Machine.

Bereits "Heaven" als erste Auskopplung und allgemeinverträglichsten Song aus dem Album hat auf mich erst mal keinen großen Eindruck gemacht, er klang zunächst "zu gewöhnlich". Aber er gewann mit der Zeit; der Refrain als Duett von Dave und Martin ist grandios, und mit jedem Hören kommen neue Details zum Vorschein, die man vorher gar nicht bemerkt hat - und genau dafür liebe ich diese Band. "Heaven" ist einfach großartig!

Das gilt gleichermaßen für die anderen Tracks, die allerdings schwerere, z.T. DEUTLICH schwerere Kost als Heaven sind. Das geht soweit, dass einige sagen, dem Album fehle jegliche Melodie. Hier kann man ich den Hörer beruhigen: die Melodie ist da, man muss nur bereit sein, sie zu suchen! Auch habe ich gelesen, das Album sei einfallslos - aber welchen Anlass gibt es denn für diese Annahme? Keiner der Jungs dürfte finanziell noch in irgend einer Weise auf den Erfolg angewiesen sein. DM hat damit den großen Vorteil, weder der Masse, noch den Fans nach der Nase tanzen zu müssen, sie haben die Freiheit, das zu verwirklichen, was sie wirklich wollen. Das mag manchen Fan auf die Palme bringen, hat er dieser undankbaren Band sein hart verdientes Geld in den Rachen geworfen, und bekommt schon wieder nicht das gewünschte Album, das so klingt wie DM vor 20 Jahren. Aber hat nicht gerade der konstante Drang, sich zu verändern, sich zu entwickeln, DM zu der Band gemacht, die sie ist?

Was ich sofort unterschreibe: das neue Album ist sehr experimentell. Es wirkt im ersten Moment monoton, man findet relativ wenige gängige Tonfolgen und Harmonien. Es ist sehr elektronisch, es kommen sehr viele Vintage-Synths zum Einsatz, die durchaus zunächst mal mit ihrem rohen Klang das Ohr beleidigen können, bis man sich drauf einlässt und den Song versteht. Gerade läuft bei mir im Hintergrund "Always", das Passagen enthält, die klanglich an ein altes Atari-Spiele erinnert. Im Refrain kommen dann wunderschönen, sphärischen Streicherpads zum Einsatz. Einfach genial, wenn man sich mal damit angefreundet hat!

Nachdem man - im Gegensatz zu den meisten anderen Produkten - für Musik keine objektiven Kriterien zur Verfügung hat, und auch keine objektive Meinung abgeben kann, spare ich mir, meine subjektiven Eindrücke Track für Track durchzugehen. Für die meisten aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis wäre es eine Zumutung, meine Musik anhören zu müssen, und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit.

An der Qualität der Mixes habe ich nichts auszusetzen. Er ist detailreich, transparent, gut ausgesteuert, so wie ich es erwarten würde. Aber vielleicht liegt es ja daran, dass ich keine dreifach vergoldeten Digitalkabel verwende (damit die Bits auch schön knackig durch die Leitung wandern), und mir der angebliche Matsch nicht auffällt, den manche hören wollen ;-)

Mein Gesamteindruck: vielleicht kein Meisterwerk, aber ein durchaus gelungenes Album, sehr experimentell, ziemlich synthetisch, das anders ist wie das vorherige, das anders war als dessen Vorgänger, das anders war als dessen Vorgänger, ... aber eben unverkennbar Depeche Mode, mit all den Zutaten, die ich an der Band schätze. Allein, dass Martins E-Gitarre kaum zum Einsatz kommt, finde ich persönlich etwas schade. Auch hätte ich mir mehr von Martin gesungene Tracks gewünscht (hier nur The Child Inside und Always) - aber die waren schließlich schon immer rar. Nebenbei ganz interessant: gerade stolpere ich anderweitig ausgerechnet über einen Kommentar, der Martins Gitarrenspiel als unsägliches Herumgeschrappe, und seinen Gesang als nervtötend bezeichnet. Tja, wer hat nun den "richtigen" Geschmack? ;-)

Wer unschlüssig ist, ob er es kaufen soll: wenn ihr Euch schon mit Sounds of the Universe überhaupt nicht anfreunden konntet, dann werdet ihr keine Freude an Delta Machine haben. Delta Machine setzt das Vorgängeralbum in mancherlei Hinsicht fort, wahrscheinlich gerade in den Punkten, an denen sich manche bereits letztes mal gestoßen haben. Ansonsten, gerade für die langjährigen Fans: bitte bringt Geduld und die Bereitschaft mit, das Album verstehen zu lernen, und werft es nicht gleich nach dem zweiten mal hören beleidigt in die Ecke. Es rentiert sich!

=== Update nach eine halben Jahr ===
Ich erhöhe die Bewertung auf 5 Sterne. Das Album enthält keinen einzigen schlechten, dafür einige wirklich herausragende Tracks. Keines der bisherigen Alben war so vielfältig. Jeder Song ist unglaublich detailreich, man findet innerhalb der Songs kaum einen Takt, der sich nicht durch eine Kleinigkeit unterscheiden würde.

Natürlich gilt weiterhin: Musik ist Geschmacksache. Und meinen Geschmack hat Delta Machine definitiv getroffen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen An alle Kritiker von "Delta Machine"..., 4. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine [Vinyl LP] (Vinyl)
...diese Platte haut mich vom Hocker. Und nicht einfach nur, weil es halt ein DM-Album ist. Nein, ich bin zweifellos nicht von allem begeistert, was aus Martin Gores Feder stammt. Aber einfach nur der Kritik wegen zu kritisieren (wie es einige Leute bei neuen Platten generell zu tun pflegen), anstatt sich mal vor Augen zu führen, wie vielseitig und detailverliebt dieses Werk ist - ich kann sowas ehrlich gesagt langsam nicht mehr hören. Ich weiß ja, dass Künstler ihre Werke oft völlig anders einschätzen als es am Ende die Mehrheit ihrer Fans tut. Im Fall von "Delta Machine" gebe ich jedoch sowohl Gore selbst als auch - ich glaube, es war Alan Wylder - recht. Gore beschrieb das Album als "modern" und "magisch". Wylder (oder wer auch immer) meinte, "einige Songs haben das Zeug zum Klassiker". Letzteres wird häufig behauptet, aber Klassiker gibt es in der Tat auf D.M. einige.

Von Minimal ("My little Universe") über Psychedelic ("Angel", "Always") bis hin zu DM-Typischen Popsongs ("Broken", Soft Touch", "Alone") und tanzbaren Stimmungsnummern ("Soothe My Soul") ist wirklich alles zu hören. Und - wie Gore meinte - eben in einem modernen Sound. Was zum Henker sollen sie denn bitte anders machen?

Ich liebe diese Platte und kann sie nur weiterempfehlen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Delta Machine = Musikalischer Retrofuturismus. Einmalig!, 22. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Beinahe vier Jahre ist es her, dass Depeche Mode letztmals mit ihrem 12. Studionalbum "Sounds of the Universe" in Erscheinung trat. Danach folgten eine Tournee durch Europa, Nord- und Lateinamerika, darüber hinaus interessante Projekte zweier Bandmitglieder - Martin Gores "Ssss" mit Vincent Clark und Dave Gahans "The Light the Dead See" mit den Soulsavers. Derweil genoss Andrew Fletcher seinen wohl verdienten Urlaub.

Erwartungsgemäß fanden sich die drei irgendwann mal wieder, heuerten Mark Ellis aka Flood (Toningineur bei "Shake the Disease", Mitproduzent und Toningineur bei "Violator" und "Songs of Faith and Devotion"), Ben Hillier (Produzent und Toningineur bei "Playing the Angel", Produzent bei "Sounds of the Universe") sowie den in New York lebenden Schweizer Kurt Uenala (Mitproduzent bei "Sounds of the Universe") an; die Arbeit am neuen Album begann. Auch der kongeniale Fotograf und Filmregisseur Anton Corbijn, der traditionsgemäß die Kreation der Bandfotos und des Covers übernahm, durfte dabei nicht fehlen. Und es kam, wie es kommen musste - die "Delta Machine" fing an, Gestalt anzunehmen.

12 Monate später die wiederholte Bestätigung: Diese Jungs waren, sind und werden Genies bleiben. Alles klingt vertraut. Die ungezwungene Ästhetik, die mühelose Dramaturgie. Alles klingt alt. Die zwielichtige Schwerfälligkeit, die imposante Klanglandschaft. Alles klingt neu. Die große Experimentierfreudigkeit, die sphärische Lebendigkeit. Dieser donnernde, fast angsteinflößende Bass begleitet von den effektvollen und verspielten Klängen der Maschinen. Die elektrisierenden Gitarrenakkorde. Und dann die Überbleibsel des "Ssss". Oh, my Gore! Sound & Zeit wurden fragmentiert, um unmittelbar danach wieder zusammengewürfelt zu werden. Das Ergebnis: Drei Dekaden einer der innovativsten und nachhaltigsten Bands der Welt komprimiert zu einem einzigartigen Werk. Zu einem Kunstwerk. Jedoch nicht ohne "Long Time Lie", "Happens All The Time", "Always" und "All That's Mine" als dessen feste Bestandteile. Ist es steigerungsfähig? Eher unwahrscheinlich.

Welcome to my world | Step right through the door | Leave your tranquilizers at home | You don't need them anymore

Besonders auffallend: In perfekter Symbiose mit den teilweise sehr süffisanten Arrangements stellt Gahans Stimme die gewollte und diesmal auch gekonnte Triebkraft dieser Musikproduktion dar, sie wird von Mal zu Mal besser, markanter. Die darin enthaltene Energie und Leidenschaft sind überwältigend. Das unverkennbare seidige Kolorit in Gores Stimme macht wie immer süchtig, als Backing Vocalist nicht mehr weg zu denken und glücklicherweise in allen auf "Delta Machine" befindlichen Songs vertreten, als Lead Vocalist ("The Child Inside", "Always"), aber vor allem als Komponist und Songwritter unübertroffen.

My little universe is expanding | Slowly | Those who know me say I’m growing every day | Beautiful emptiness surrounds me

Zugegeben: Ich bin begeistert. Schwer begeistert. Depeche Mode begleitet mich seit fast 30 Jahren kontinuierlich und ich kann mich genau daran erinnern, wie meine Mutter mich anfänglich immer wieder fragte, was für eine grausame Musik ich höre. Diese Nörgelei ist längst passé. Heute hört sie gerne die von ihr früher oft belächelte Musik und geht mittlerweile sogar auf Konzerte dieser ehemals für sie "nervigen" Band. Mein Sohn trägt ebenfalls das Depeche Mode-"Virus" in sich. Was ich damit zum Ausdruck bringen will - Depeche Mode ist hochgradig infektiös, Depeche Mode ist zeitlos, Depeche Mode überdauert Generationen.

You should be higher | I'll take you higher | Well don't be afraid | You'll just have to pray

Im Übrigen: "Delta Machine" eignet sich hervorragend dazu, sämtliche Audiokomponenten samt der eigenen akustischen Wahrnehmung in den Wahnsinn zu treiben. Wagen Sie den Versuch, Ihre Ohren werden Augen machen! Brillanter Klang, tadellose Abmischung, kein Loudness War. Bei der Deluxe Edition merkt man auch, dass dafür eine erhebliche Portion an Kreativität und Hingabe aufgewandt wurde - Anton Corbijn sei gedankt. Herrliche Schwarzweißfotografie mit starker Aussagekraft. Oder haben Sie schon mal Gores, Gahans und Fletchers Augen versteckt hinter Schweißerbrillen gesehen? Diese Deluxe Edition ist qualitativ über jeden Zweifel erhaben, "Deluxe" ist in diesem Fall keine bloße Marketingfloskel.

If you see me walking | To the golden gates | Then turn around stop talking | Stop and hesitate | I'll be waiting up there | With my fate in the air | For you | Good-goodbye

Eine Bitte an Depeche Mode und Sony Music: Veröffentlicht dieses Album als SACD und/oder DVD-Audio in 5.1 DTS.

Like stars we crush and burn | Only to return | Life goes by so fast

Epilog: Diese Rezension ist subjektiv. Subjektiver konnte ich sie nicht gestalten. Ich bin weder "Musikexperte" noch Promoter, sondern ein Mensch, der Musik und Kunst liebt. Ein ganz großes Lob an Amazon für die pünktliche Lieferung noch am Vortag des offiziellen Veröffentlichungstermins.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Kreis schließt sich, 30. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Als ich Ende 1981 oder Anfang 1982 in dem Plattenladen meines Vertrauens die Langspielplatte SPEAK & SPELL von einer mir vollkommen unbekannten Band namens Depeche Mode erwarb, ahnte ich nicht, dass ich damit a) mithelfen würde, für den ersten Eintritt dieser Gruppe in die deutschen Charts (Platz 49) zu sorgen, und b) dass dies der Beginn einer nunmehr über dreißigjährigen inneren Verbindung zu dieser Band sein würde.

Ich fand die Scheibe ganz hübsch und hörte sie mir des öfteren an. Sie hatte zwar nicht viel von dem dramatisch-melancholischen Synthesizerpop meiner damaligen Lieblingsband Orchestral Maneouvres in the Dark, aber Songs wie "Puppets", "Photographic" und "Any Second Now (Voices)" schienen darauf hinzuweisen, dass da letztlich irgendwann mehr sein könnte als nur harmlose Tanzschlager wie das nette "New Life" oder das mit seinen ständigen Wiederholungen schnell etwas nervende "Just Can't Get Enough".

Die Mitglieder von Depeche Mode waren damals in etwa so alt wie ich und sind es daher natürlich heute immer noch. Viele, viele Lebenserfahrungen liegen zwischen 1981 und 2013, und dass es die Band heute immer noch gibt, kann fast als ein Wunder bezeichnet werden. Das liegt aber natürlich auch daran, dass ihnen ihre Fans (Pardon: Devotees!) geradezu sklavisch verfallen sind. Allerdings bot die Band im Laufe der Jahre ja auch eine Projektionsfläche für sehr verschiedene Menschen: Popper, New Romantics, Schwarzkittel, Normalos, Teeniegirls, schwule Jungs (und Männer), SM-Anhänger, Theologiestudenten, Elektronikfreaks, Technojünger bis hin zu 'konservativen' Rockfans.

Der Abschied von Klangzauberer Alan Wilder machte das perfekte Quartett 1995 zum fragilen Trio und sorgte - ähnlich wie bei R.E.M. 1997 nach dem Weggang von Bill Berry - für nicht zu unterschätzende Veränderungen im Verhältnis der Mitglieder untereinander und für kreative Blockaden.

Mit Alben wie dem melodielos-düsteren ULTRA, dem technoid-kalten EXCITER und dem fast ebenso uninspirierten PLAYING THE ANGEL enttäuschte die Band viele Langzeitfans, und auch SONGS OF THE UNIVERSE konnte 2009 trotz eines leichten Aufwärtstrends nicht wirklich überzeugen. Die Auflösung von Depeche Mode schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Und nun also DELTA MACHINE. 'Delta' (vermutlich abgeleitet von 'Mississippi Delta') steht für den Blueseinfluss des Chefsongschreibers Martin Gore und 'Machine' natürlich für den stets präsenten Synthesizersound der Gruppe.

Eigentlich wollte ich mir das neue Album nicht mehr kaufen, denn zu sehr hatte mich die Band in den letzten Jahren enttäuscht. Doch was soll man machen, wenn man nach all den Jahren endlich erstmals eine Karte für ein DM-Konzert erworben hat (Hamburg, 17. Juni 2013)? Da muss man die neuen Songs doch wenigstens vorher mal gehört haben! ;-)

Die übliche Vorab-Single kam diesmal völlig anders daher als in den Jahren zuvor: "Heaven" ist ein ruhiges, langsames Stück, das seinen Höhepunkt in dem von Dave Gahan und Martin Gore gemeinsam interpretierten Refrain hat, der bei mir immer wieder für Gänsehaut sorgt und mich auch schon mal zu Tränen der Rührung treiben kann. Ein wunderbarer, ja genialer Song, der das Gefühl beschreibt, sich im Hier und Jetzt auf nicht erklärbare Weise glücklich und fast wie im Himmel zu fühlen. Ich könnte diesen Song auch gerne fünf Mal hintereinander hören, ohne dass er mir jemals zu viel werden würde.

So weit, so gut. Die erste Single war fast immer Klasse, doch was dann auf dem dazugehörigen Album kam, konnte damit in den letzten Jahren nicht im Entferntesten mithalten. Wie würde das Testergebnis also diesmal ausfallen?

Der Opener "Welcome To My World" (Martin Gore) gibt das beherrschende Tempo des Albums vor: ein wenig schleppend, sich im Refrain steigernd mit großem Duogesang von Gahan und Gore. Ich würde fast wetten, dass dies der Auftaktsong ihrer Konzerte sein wird: 'And if you stay a while, I'll penetrate your soul / I'll bleed into your dreams, you'll want to lose control / I'll weep into your eyes, I'll make your visions sing / I'll open endless skies, and ride your broken wings / Welcome to my world'. Ganz großes Kino, ganz großer Kitsch. Die Fans werden jedes Wort mitsingen. 4/5

In "Angel" (Gore) präsentiert sich Dave Gahan stimmlich zunächst überraschend rau und böse, ehe der Song in einen wunderbar sanften, melancholischen Refrain mündet. 'O leave me here forevermore / I've found the peace I've been searching for'. Religiöse Errettung? 4/5

Über "Heaven" ist schon alles gesagt, obwohl man darüber eigentlich gar nicht genug sagen kann. 5/5

In "Secret To The End" (Gahan) machen sich DM einen diebischen Spaß daraus, den Klang der analogen Synthesizer ihrer Anfangsjahre hervorzukramen. Insgesamt ein überraschend guter Song von Dave, in dem allerdings zu oft die Zeile 'Should have been you' wiederholt wird. Daher auch nur 3,5/5

Im Text von "My Little Universe" beschreibt Martin eindrucksvoll, dass er trotz aller persönlichen Weiterentwicklung doch stets in seiner eigenen kleinen Welt verharren wird: 'Here I am king / I decide everything / I let no-one in / No-one / No-one / No-one'. O, ich kenne das nur allzu gut! Konsequenterweise geht es musikalisch auch hier ganz, ganz weit zurück in die Anfangstage der Band. Herrlich simple Synthies galore! 3,5/5

Ein kleines, feines Gitarrenriff führt uns durch das bluesige "Slow" (Gore), gelegentlich unterminiert von schraddelnden Synthesizersounds. Dave singt das sehr gut, doch auch hier wird es besonders toll, wenn Gahan und Gore gemeinsam ihre Stimmen erheben. 4/5

Mit "Broken" (Gahan) geht's dann erneut ganz weit zurück in die Achtziger. Ein Single-tauglicher Ohrwurm, der auch gut auf BLACK CELEBRATION oder MUSIC FOR THE MASSES gepasst hätte. 4/5

"The Child Inside" (Gore) ist leider der einzige Song, in dem Martin den Leadgesang bestreitet. Warum nur in diesem einen? Die besten Alben von DM waren jene, in denen er sich gesanglich richtig einbrachte. Auf jeden Fall ist diese Ballade wunderschön und ein wenig depressiv: 'The child inside you died'. 4/5

"Soft Touch/Raw Nerve" (Gore) ist mit seinem stoischen Rhythmus dann endlich einmal eine reine Uptempo-Nummer. Erinnert ebenfalls an die Achtziger und könnte eine gute Single abgeben. 4/5

"Should Be Higher" (Gahan) zeigt Dave sowohl kompositorisch als auch gesanglich in guter Form. Und der Titel wird mit jedem Hören besser. 3,5/5

"Alone" (Gore) bietet dramatische Klangflächen á la Ultravox/OMD und einen wunderbar melodischen Refrain. Ein Song über vergebliche Unterstützung und Hilfe: 'I couldn't save your soul / I couldn't even take you home / I couldn't fill that hole / Alone'. Großartig und sehr, sehr traurig. 5/5

"Soothe My Soul" (Gore) wird die zweite Single werden und fasst vieles zusammen, was Depeche Mode der Welt seit, sagen wir, MUSIC FOR THE MASSES, gegeben haben. Dürfte bei den Live-Shows gut abräumen. 4/5

Apropos Live-Shows: Diese werden (vor oder nach den Zugaben?) sicherlich mit "Goodbye" (Gore) zu Ende gehen. Die Gitarre und der lediglich aus einem Wort bestehende Refrain erinnern an die Beatles und werden garantiert zigtausende von Zuschauern zum Mitgrooven und Mitsingen animieren. 4/5

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass DELTA MACHINE mich nicht nur positiv überrascht hat, sondern über weite Strecken sogar begeistert. Sehr, sehr lange haben Depeche Mode nicht mehr ein solch inspiriertes und in sich stimmiges Album abgeliefert. Mit der Deluxe-Ausgabe schenken uns Gore/Gahan/Fletcher insgesamt sogar 17 (!) neue Songs, und kein einziger davon ist wirklich schwach.

Was sagt uns das? Dass wir es hier nach vielen Jahren des Zweifels, der Unruhe und der inneren Zerwürfnisse offenbar endlich wieder mit einer ausgeglichenen und in sich ruhenden Band zu tun haben. Wie sagte Martin Gore kürzlich in seinem Interview mit einer deutschen Musikzeitschrift: 'Mir geht es sehr gut, danke. Und als Band sind wir heute sicher glücklicher als je zuvor. Es ist immer die gleiche Geschichte, man wird älter und erwachsener, Prioritäten im Leben ändern sich, und am Ende realisiert man: Viele Dinge, über die wir uns in der Vergangenheit gestritten haben, waren eigentlich völlig unwichtig'.

Letzteres glaube ich übrigens nicht, Martin. Die Dinge sind hoffentlich nur endlich wirklich ausgesprochen und bereinigt worden. Und das hat der Band letztlich zu einem neuen kreativen Höhenflug verholfen. Ich freue mich auf das Konzert im Juni und würde jeden einzelnen der dreizehn Songs des Originalabums, der dann nicht gespielt wird, vermissen.

Der Kreis schließt sich. Für Depeche Mode und für mich. See you in Hamburg!
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es ist wohl vorbei !, 19. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Audio CD)
Tja, ich weiss gar nicht, wie ich anfangen soll. Künstler verändern sich, werden besser, werden schlechter, ... heutzutage nennt man es "sich weiterentwickeln". Viele Bands oder Solokünstler haben sich in den letzten Jahren "weiterentwickelt" und ich muss gestehen, dass ich mit den meisten Weiterentwicklungen nichts, aber auch so gar nichts anfangen kann.

1993 war ich z. B. als eingefleischter Grönemeyer-Fan auf der Chaos-Tour .... mit eines der besten Konzerte, die ich in meinem Leben je besucht habe ... heute, 20 Jahre später muss ich gestehen, dass ich zwar immer noch gerne die "alten" Grönemeyer-Songs höre, mit den neuen aber so gut wie nichts anfangen kann.

Und so ist es leider auch mit Depeche Mode.

Seit 1984 bin ich geradezu fanatischer Depeche Mode Fan, Mitglied in Depeche Mode Fan Clubs, Besucher unzähliger Konzerte, einer von vielen, die bei der Nachricht von Daves Erkrankung in Tränen ausgebrochen sind, weil es sich so anfühlte, als ob ein naher Verwandter oder ein Familienmitglied betroffen wäre, aber auch jemand, der nach 29 Jahren Treue zu DM zugestehen muss:

Sie sind einfach nicht mehr so wie früher !

Vorhin habe ich in der Mittagspause im Auto nach langem mal wieder das "Black-Celebration"-Album gehört und - obschon von 1986 - habe ich spontan gedacht ... was für eine geile Scheibe. Jeder einzelne Titel ein Genuss, ob von Dave oder Martin gesungen, auch heute noch absolut konkurrenzfähig. Wäre anstatt "Delta-Machine" das Album "Black Celebration", "Music for the Masses" oder "Violator" vor kurzem neu auf dem Markt erschienen, wäre es genauso sicher auf Platz 1 der Verkaufslisten gelandet, wie "Delta-Machine", aber nicht, weil alle eingefleischten DM-Fans - so wie ich - die Platten bzw. CD's sowieso kaufen, sondern, weil es einfach geniale Meisterwerke sind.

Ich kann viele positive Bewertungen des aktuellen Albums nachvollziehen. Man nennt sowas "Verdrängungstaktik". Auch ich habe dies bis "Sounds of the Universe" genauso betrieben. Mal ehrlich ... "Wrong" schlug ein, wie eine Bombe. "Gott, klingen die genial" dachte ich damals bei der Uraufführung auf der Echo-Verleihung, das Album jedoch ? Schrott !! Wenn man ganz ehrlich ist und so weh es einem auch tut als DM-Fan, Schrott !!! Meiner Frau z. B. gegenüber habe ich jedoch wacker behauptet, DM ist so geil, wie immer, man muss die Songs nur oft genug hören. Das hört man in den letzten Jahren von den (sorry) "Unverbesserlichen" leider immer wieder ... oft genug hören.

Quatsch ! Wer von Euch musste damals People are People, Never let me down again, Personal Jesus, I feel you, mehrere Male hintereinander hören, bis es ihm gefallen hat ? Keiner !! Die Songs waren cool, vom ersten Hören an und nicht erst, nachdem man ".... das Album 5, 6 Mal gehört hatte...".

"Heaven" ist nett, aber mal ehrlich, wieviele der langjährigen DM-Fans haben bei der ersten Single-Auskopplung gedacht, ... tja ... ganz ok ... aber da kommt doch wohl noch mehr oder ? Aber es kommt nicht mehr !

Ich wollte die letzten 3, 4 Alben auch auf Biegen und Brechen toll finden. Man ist halt DM-Fan und dann muss man das toll finden. Aber ich habe mir lediglich was vorgemacht.

Sie sind nicht mehr so gut, wie früher, das ist eine Tatsache. Und wenn Martin oder Dave in irgendwelchen Promo-Interviews noch so beharrlich behaupten, (wieder einmal) das beste DM-Album aller Zeiten auf den Markt gebracht zu haben ... es ist in der Regel völlig uninteressanter, unspektakulärer Elektro-Müll. Höre ich mir wahllos die jeweils ersten 5 - 10 Sekunden der Tracks auf dem neuen Album an, kann ich diese fast nicht unterscheiden.

Schräg, anstrengend, penetrant, völlig ohne Melodie ... da verkauft jemand ausschließlich aufgrund seines Namens Musik, die sonst - bei allem Verständnis - kein Mensch hören würde.

Ich bin Depeche-Mode-Fan und werde es für immer bleiben, aber - so leid es mir tut - Delta Machine ist kein gutes Album.

Ob nun mit Alan Wilder oder ohne, Depeche Mode sind nicht mehr das, was sie einmal waren und was uns damals förmlich hat ausflippen lassen, sobald die Jungs irgendwo auftraten. Ihr könnt nun gerne auf mich einprügeln, aber wenn Ihr ehrlich seid, findet Ihr Delta Machine doch nur "cool", weil Ihr es einfach cool finden und Euch nicht eingestehen wollt, dass es schlecht ist.

Bis SOTU ging es mir genauso .... ab sofort nicht mehr !!!
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wieder kein Mainstream..., 27. März 2013
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Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Um es gleich zu sagen bzw. zu schreiben: Nein, das neue Depeche Mode-Album ist wieder kein neues "Violator" geworden, auch wenn das wohl wieder mal viele gehofft haben. Die 3 Herren aus Basildon gehen weiter unbeirrt ihren Weg und machen somit keine Musik für die Kritiker und nun mal halt auch keine für die breite Masse und das ist in meinen Augen auch das, was sie aus macht. "Delta Machine" ist eine unverwechselbare, abwechslungsreiche und dennoch eine in sich sehr stimmige Platte geworden, die einfach von den Kontrasten und ihrer Sperrigkeit lebt. So gehen neue Einflüsse aus dem Blues ("Slow","Heaven") Hand in Hand mit altbewährten Soundstrukturen ("Broken"), es finden sich komplexere Melodiengebilde ("Should be higher") als auch einfach geartete und somit sehr eingängige Stücke ("Soothe my Soul") und wieder jede Menge experimentelle Sounds ("My little Universe", "Welcome to my World"). Manche Stücke zünden sofort, ein Großteil des Albums eröffnet sich (wie so oft bei dieser Band) erst nach mehrmaligem Hören. Damit dürfte "Delta Machine" beim gewillten Zuhörer eine längere Verweildauer im CD-laufwerk sicher sein... Depeche Mode ist mit "Delta Machine" wieder ein starkes Stück Musik gelungen!
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Album seit Ultra!, 27. März 2013
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Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Hallo liebe DM Fans,

hier ist es nun das 13. Album unserer Band und ich bin hoch erfreut, dass die Jungs nach dem schwachen SOTU die Kurve bekommen haben.
Schönes abwechslungsreiches, spannendes Album der Band und mit Abstand das beste Album seit Ultra und auch vor Ultra muss sich Das Album nicht verstecken.

Hier wurde schon soo viel geschrieben somit fass ich mich kurz:
Absolute Kracher: Alone,Should be Higher, The Child Inside, Angel, All Thats Mine und Welcome to my World.
Gut bis sehr gut: eigentlich der ganze Rest bis auf Long Time Lie, Goodbye, Slow und Soft Touch/Raw Nerve.
Hätte man hier Soft Touch und Slow durch All Thats Mine und Happens all the Time ersetzt hätten wir hier von der Qualitätsdichte einer der besten Alben der Bandgeschichte! Klasse!

PS: Die ganzen 1 Sterne Wertungen sind absolut lächerlich! Man kann da nur den Kopf schütteln...
Man muss ein Album ja nicht gleich in den Himmel loben aber 1 Stern hat diese Platte definitiv nicht verdient!
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Delta Machine [Vinyl LP]
Delta Machine [Vinyl LP] von Depeche Mode (Vinyl - 2013)
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