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am 3. April 2013
Hm. Ich bin etwas irritiert. Ich habe in letzter Zeit mal wieder verstaerkt Rezensionen gelesen und jetzt bin ich wirklich etwas irritiert. Z.B. Klaus Schulzes neues Album "Shadowlands" wird voellig ungerechtfertigt kritisiert, weil er nichts "Neues" gemacht hat (totaler Quatsch!), das geniale neue Album von Steven Wilson wird von (zwar sehr wenigen) kritisiert, weil er wohl bei einigen Prog-Groessen Anleihen genommen hat. Und nun bringt DM was neues. Etwas wirklich neues, aus meiner Sicht. Ich bin froh, dass sie mal keinen "Hit" geschrieben haben, und ich habe irgendwie den Eindruck, dass sie das gar nicht wollten. Ich glaube naemlich nicht, dass sie es nicht mehr koennen. Aber sie haben Spass am experimentieren, bringen wirklich neue Sounds mit teilweise alten analogen Equipment und schaffen so aus meinem Blickwinkel im besten Sinne des Wortes "unerhoertes". Haben wir nicht schon genug "Eintagsfliegen-Musik", die in 2 Jahren keiner mehr hoeren wird? Hoert doch einfach mal auf die Musik, in Ruhe und versucht nicht immer in Hits zu denken. Ich habe das Gefuehl, dass gefäelligst DM auf dem Niveau des letzten Alan-Wilder-Arbeitstages haette stehenbleiben muessen... Hallo, schon mal gehoert, was der gute Alan mittlerweile fuer Musik macht? Geniales und unerhoertes. Ja! Ich finde das neue DM-Album musikalisch hervorragend, ideenreich und kreativ. Und ich wuerde mir wuenschen, wenn es mehr Musiker geben wuerde, die sich daran erinnern, dass sie Kuenstler sind und keine "Chartplatzierungs-Erfueller" der Musiklabels sind. Das muss man sich hart erarbeiten! Im TV regen wir uns doch ueber staendige Wiederholungen auf, aber neues und ungewoehnliches wird auf ARTE und die Dritten verbannt. Und DM hat gefaelligst Hits zu schreiben, die bitte schoen, wenn sie schon nicht wie "Enjoy the silence" klingen , dann aber doch wenigstens wie "Precious". Ach ja...
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am 27. Februar 2015
Mit einem gewissen Abstand und unzähligen Durchläufen des Albums schreibe ich erst jetzt eine Rezension, da ich heute zur Beurteilung von Shine von Camouflage erstmals von diesem 'Medium' Gebrauch gemacht habe. Ich bin eingefleischter Fan der ersten Stunde, habe glaube ich alle Songs und war auf 7 Konzerten. Habe alle
Alben bewertet (meine Top-Alben sind Violator, Some Great Reward, Ultra und Black Celebration) und Delta Machine landet dabei nur auf Platz 9 der 13 Studioalben. Neben dem Kracher Alone (eines meiner Lieblingslieder; mir unerklärlich, wieso dieses nicht als Single veröffentlich wurde), Broken und Should be higher und mit Abstrichen Soothe my Soul und All that's mine finde ich zum Rest keinen Zugang. Heaven finde ich die schlechteste aller Single-Auskopplungen (der Kernfusion-Remix zeigt aber, was man aus dem Song hätte machen können). Nicht falsch verstehen, ich freue mich auf jede neue Platte und hoffe, dass die Jungs noch viele Alben machen werden. Aber ein komplett gutes Album hat es seit Ultra m.E. nicht mehr gegeben. Beim Vorgänger Sotu waren die mit Abstand besten Songs Ghost und Light (hiermit zeigten die Jungs, dass sie immer noch super Songs machen können) total unverständlich nur auf der Bonus-CD. Es wäre ein (leider unerfüllter) Traum, diese bei der nächsten Tour mal live zu hören. Ich hoffe auf ein gutes neues Album in 2018.
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am 8. April 2013
Seien wir mal ehrlich, was erwartet man von einer Band, die seit dreißig Jahren so ziemlich jeden Klang erfunden hat, den ein Gegenstand oder ein elektronisches Instrument überhaupt erzeugen kann. Eigentlich nicht mehr viel. Die künstlerische Geschichte von Depeche Mode scheint vor einigen Jahren bereits fertig geschrieben zu sein. Noch ein paar Preise fürs Lebenswerk und ab dafür. Danke war nett. So hatte ich mich auch schon mit dem Gedanken angefreundet, dass DM nach dem mehr als mittelmäßigen letzten Album „Sounds of the Universe“ und den ganzen Begleiterscheinungen einfach so die Segel streichen.

Aber welch Überraschung, sie wollen es noch mal wissen und Martin Gore hockt sich hin, gibt sich zu Hause den Blues und machte mit Vince Clarke nebenbei ein abgespacestes Technoalbum und Dave Gahan begibt sich auf eine kreative Reise mit den Soulsavers. Wie sollen diese Charaktere noch mal ein schlüssiges Werk erarbeiten und in welche Richtung soll es gehen.

Der erste Vorbote „Angel“ der bereits auf der Pressekonferenz in Paris im Oktober 2012 der Presse und einem ausgesuchten Millionenpublikum via Internet präsentiert werden sollte, lies erahnen, dass Depeche Mode auf etwas neues, großes zu steuern.

Jetzt dreht sich bei mir „Delta Machine“ das 13 Album von Depeche Mode auf dem Plattenteller und ich wippe vor entzücken nicht nur mit dem Fuß. Martin Gore hat sich beim Komponieren noch weiter von der Poplandschaft entfernt, als er sowieso immer schon war und Dave Gahan leidet noch mehr als auf den letzten drei Alben zusammen. So viel Experimentierfreudigkeit habe ich Depeche Mode nicht mehr zugetraut. Es piept, knarzt und rauscht an allen Ecken und Kanten und Depeche Mode halten das Versprechen ein, dass das Album sehr viel auf Blues und Soul basiert, ohne altbacken zu klingen. Und sie überraschen durch eigenwillige Kompositionen, die auch in ihrer eigenen Geschichte vergeblich nach Vergleichen suchen lässt. Die Zeiten simpler Popmelodien sind jetzt definitiv vorbei, oder? Nicht ganz, aber sie sind weit nach hinten gerückt. Dafür werden sie lieber wieder dreckig, was ihnen in den letzten Tagen abhanden gekommen war. Nicht nur „Angel“ ist ein guter Beweis dafür. „Slow“ oder auch „Goodbye“ zeigen ganz neue Seiten an Depeche Mode. Gore schreibt Gahan wieder Songs auf den Leib und der lebt sie aus. Den Schritt zurück nach vorne wagen sie dafür dann schon eher mit der Vorabsingle „Heaven“. Von der Stimmung her musste ich anfangs an „Condemnation“ denken und habe mich von der Single ebenso wie zig andere Fans aufs Glatteis führen lassen. „Heaven“ ist der Ausnahmetrack auf „Delta Machine“. Haben Depeche Mode immer schon Vorabsingles ausgesucht, die für ein neues Album stehen, haben sie es diesmal komplett umgedreht.

Aber können Depeche Mode denn auch noch den besonderen Kick bereiten? Können sie. Wer nur einmal in Stücke wie das wunderbare „Broken“ oder in „Alone“ rein hört, wird wissen, was ich meine. Und wer dann auch noch „Should be higher“ wird vor Freude durchs Zimmer hüpfen, wie Rumpelstilzchen ums Feuer. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Dave Gahan in den letzten Jahren viel gelernt hat, was das Schreiben von Songs angeht. Genau solche Stücke habe ich in den letzten Jahren vermisst. Hierbei lässt sich aber auch heraus hören, dass Dave Gahan zu einem gereiften Sänger geworden ist. Was bei seiner Arbeit mit den Soulsavers begann, hat er wunderbar weiter geführt. Die kaputte eintönige Stimme, die wir noch auf „Exciter“ (2001) oder „Playing the angel“ (2005) ertragen mussten, ist definitiv einer Stimme eines gereiften Mannes gewichen, der weiß, dass seine Stimme ein weiteres Instrument im Gesamtkunstwerk ist.

Aber gibt es keine Hitsingles mehr? Schließlich haben Depeche Mode es schon beim letzten Album gekonnt vermieden, potenzielle Singles nicht zu veröffentlichen. Doch! Mit „Soothe my soul“ haben sie einen Klassiker geschaffen. Treibende Beats und Bassline und dazu ein Gahan, der Gore’s Text auslebt und einmal mehr zum Sexgott der weiblichen Fans wird. Droht er doch damit, dass er vor Geilheit strotzend die Angebetete besuchen wird und sich erst dann wieder verzieht, wenn er seine Gier gestillt hat. Welche Frau im DM-Fankreis träumt nicht heimlich davon? Und wenn Dave Gahan dann auch noch lecker aussieht, wie mindestens seit zwanzig Jahren nicht mehr.

„Delta Machine“ entschuldigt für alles, was Depeche Mode ihren Fans in den letzten Jahren an Mittelmäßigkeit angetan haben. Das Warten hat sich gelohnt. Sie erfinden weder sich noch das Rad neu, ziehen dem Rad zumindest endlich eine neue Decke mit greifendem Profil auf. Sex, Gier und Weltschmerz werden mit Sicherheit immer bei Depeche Mode im Vordergrund stehen, aber wir wachsen mit ihnen und werden ihnen weiter folgen (müssen).
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am 6. November 2013
Ich gebe zu, als Devotee der ersten Stunde tat auch ich mir anfangs etwas schwer, Zugang zur "Delta Machine" zu finden, da sich die Herren Gore, Gahan und Fletcher wieder einmal komplett neu erfunden haben und der Albumtitel wirklich Programm ist. Hier wird auf volles Risiko gespielt und ohne Rücksicht auf offensichtliche Hitsingles Delta Blues mit maschinellen Klängen vermischt. Mal ehrlich wer außer Depeche Mode würde sich an ein solches Wagnis herantrauen? Dabei wirkt das Album aber von Anfang an absolut homogen und aus einem Guss, alles andere als sperrig, nur hört es sich zunächst etwas ungewohnt an und bei vielen (mittlerweile sprichwörtlich) alten Fans entfacht es dadurch natürlich keine Liebe auf den ersten Blick bzw. beim ersten Reinhören. Auf den zweiten Blick entfaltet Delta Machine dann sein wahres Hitpotential und besonders auf der aktuellen Tour entfalten die neue Songs ihre ganze Schönheit und fügen sich erstaunlich homogen ins Gesamtwerk dieser genialen Band ein. Es sind genug zuckersüsse Ohrwurmmelodien auf dem Album, wenn einen die vermehrt auftretenden elektronischen Sounds nicht zu sehr irritieren und davon ablenken. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es genug (ebenfalls alte) DM Fans, die das leider nicht mehr heraushören, aber die guten alten Depeche Mode wie wir sie kennen und lieben sind immer noch "alive and well". Die bislang ausgekoppelten Singles sind allerdings bei weitem nicht die wahren Hits dieses Albums, ich empfehle daher allen die auf eingängige Hits aus sind, stattdessen mal die Songs "Welcome to my world", "Secret to the end", "Broken", "Soft Touch/Raw Nerve" und "Alone" anzutesten. Es gibt ehrlich gesagt abgesehen von "Black Celebration", "Violator" und meiner absoluten Liebslingsscheibe "Songs of faith and devotion" kein DM Album das ich öfter gehört habe als Delta Machine. Jede DM Scheibe hat einen eigenen Charakter und jede Scheibe hat ihre Stärken und Schwächen, aber Delta Machine ist wirklich ein besonders starkes Album geworden. So klingen Künstler, die noch immer hungrig sind. Anfangs war ich auch etwas skeptisch, aber nun liebe ich diese Scheibe wirklich und wer Delta Machine wirklich eine Chance gibt (und damit meine ich sie wirklich am Stück geniessen, nicht nur nebenbei hören) wird feststellen, sie klingt so viel mehr nach den "alten" Depeche Mode und ist besser als alles was abgesehen von "Playing the angel" nach "Ultra" kam! Die Delta Machine funktioniert für mich perfekt und ich bin gespannt worauf wir uns bei dieser Band noch freuen dürfen. Kaufempfehlung für jeden Depeche Mode Fan ohne Scheuklappen, denn das hier ist genau das wofür Depeche Mode immer standen - Kunst zum Mitsingen und Texte mit Tiefgang.
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TOP 500 REZENSENTam 22. März 2013
Wem sollen sie es nun Recht machen? Dem Feuilletonisten, dessen Erwartungen mindestens so hoch sind wie die Meinung, die er von sich selbst hat? Dem eventgetriebenen Musikjournalisten, den beim Anblick dreier mittelgrauer Fiftysomethings schon die kalte Angst um Lesergunst und Auflage anweht und der ohne Starallüren und garantiertes Hitpotential sein Powerbook erst gar nicht einstöpselt? Oder doch besser dem notorisch unzufriedenen Fanvolk, das sich eher in die einfallslose, aber konsequente Kopie früherer Großwerke verlieben will und dem der Name Alan Wilder die allein seligmachende Verheißung bedeutet? So viele Sehnsüchte für knappe sechzig Minuten. Was also machen Depeche Mode? Das einzig Richtige: Sie veröffentlichen mit „Delta Machine“ einen beeindruckend hochklassigen Zusammenschnitt all der Trends, Einflüsse und Stile, die sie im Laufe der Jahrzehnte entweder selbst gesetzt, einfach übernommen oder auch für ihre Zwecke weiterentwickelt haben – und: ja, Gitarren gibt es, sparsam verteilt zu analoger Synthetik und harten Beats, dazu: Soul, soviel man vertragen kann, Sakrales, Tiefschwarzes, Schwülstiges auch, und – am wichtigsten: richtige, das heißt richtig gute Songs. Und das allein unterscheidet dieses Album von seinen drei Vorgängern.

Schon die beiden ersten Stücke „Welcome To My World“ und „Angel“ lassen keine Zweifel aufkommen, dass hier das ganz dicke Packet geschnürt wird, es wummert und pumpt, was die Röhren hergeben, Gahan gibt den Teufel („I penetrate your soul, bleed into your dreams“), mal schmeichlerisch, mal aggressiv und kantig. „Heaven“ – sattsam bekannt – und selbst oder gerade von denen gemocht, die mit Historie und Gesamtwerk weniger vertraut sind, ein hymnisch-schwerblütiger Schmachtfetzen, dem das Pathos aus jeder Pore tropft und der einen doch an den Eiern hat. Danach „Secret To The End“, an dessen Chorus man sich zwar erst gewöhnen muss, die hämmernden Drumsets und der mehr als feine, instrumentale closing part lassen einem aber auch hier keine Wahl, als den „LikeIt“-Button zu drücken. Der ist für das nachfolgende „My Little Universe“ gesetzt – ein Stück, dass es auf den letzten Alben so nicht gegeben hat und das man sich um so mehr herbeisehnte: Die technoiden Bleeps von VCMG, Gore läßt auf der gedoppelten Spur die vereinsamte Seele heulen ("Here I am king, I decide everything, I let no-one in…") und der Beat bleibt satt darüber liegen – man hat lange auf so eine Nummer warten müssen.

Wer vorher die Bezugskette bis zu „Construction Time Again“ knüpfen wollte, darf für das anschließende „Slow“ kurz „Ultra“ sagen – verfremdete Slideguitar zu dick angerührtem Blues, der Track stampft in staubigen Boots behäbig durchs Revier, gleich darauf geht’s mit „Broken“ noch ein paar Jahrgänge zurück – „Music For the Masses“, die Rhythmusmaschine tickert, Gahans Timbre warm und sanft, wenn er über die Zeit der Unschuld singt, Gitarre als Textur, ganz feiner Stoff. So sicher wie das – sorry! – Amen in der schwarzen Messe folgen: Der theatralische, doch herzwärmende Soul des Martin Gore („The Child Inside“) und der bratzig scheppernde Dancetrack „Soft Touch/Raw Nerve“, beide gehören auf ihre Art zu den liebgewonnenen Standards und beide gelingen in gewohnter Manier.

Waren auf dem letzten Album „Sounds Of The Universe“ noch eine ganze Reihe halbgarer Nummern, die man besser unerwähnt ließ, so kommt man bei „Delta Machine“ tatsächlich an keinem der Stücke wirklich vorbei: „Should Be Higher“ markiert gleich den nächsten Stimmungspeak, Gahan croont für die Masse, die diesen Song live, kommt er ins Programm, lieben wird, die ganz große Sause. „Alone“ macht das Gegensatzpaar perfekt, dramatische Düsternis, die Schläge so massiv, dass die Membranen zu reißen drohen – „I couldn’t save your soul“ – keine Hoffnung, nirgends. Tja, und dann doch noch mal der Haken zu „Personal Jesus“ und seiner hiesigen Entsprechnung – „Soothe My Soul“ hat den gleichen Drive, sitzt ähnlich punktgenau, und auch das ist für Show und Bühne gemacht. Bis vor ein, zwei Jahren hätten sie an dieser Stelle behutsam das Licht gedimmt und den Abschied im Flüsterton vorgetragen, es passt zu diesem Album, dass Gahan, Gore und Fletcher am Ende noch einmal alle Maschinen auf Maximalleistung fahren und zum bombastischen Rundumschlag ausholen – „Goodbye“ als Beweis und Ausdruck wiedererlangten Selbstbewußtseins, wer will es ihnen verdenken. „Delta Machine“ ist ein BestOf-Album im wörtlichen Sinne geworden, ohne alte Stücke, aber nach altbewährten Mustern, eine mitreißende Werkschau, die in dieser Qualität und Wucht kaum jemand erwarten konnte. mapambulo:blog
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am 25. März 2013
Es lebe das Internet! Als alter DM Fan (eindeutig zweideutig gemeint) hatte mich die Sony-Werbemaschinerie eiskalt erwischt! Heaven als erste Single war sicherlich ungewöhnlich, zündete bei mir aber sofort. Als dann "DM bei Letterman Live" auf Youtube eingestellt wurde konnte ich nicht mehr warten....das musste ich sehen! Angel war ja bereits seit einem halben Jahr bekannt, aber die drei neuen Songs "Soft Touch/Raw Nerve", "Should Be Higher" und "Soothe My Soul" waren erstmals zu sehen/hören. Die drei Songs haben mich sofort elektrisiert und vor allem "Should Be Higher" und "Soothe My Soul" krochen mir sofort fies ins Gehör und sind seitdem dort kleben geblieben. Euphorie pur, das neue Album wird genial!

Donnerstag, 21.03.2013, 13:30 Uhr, Papa kommt nach Hause.
"Hallo Schatz, hallo Kinder. War die Post schon da?" "Ja, irgendwas von Amazon!" "Heute schon?? Oh, mein Gott!!!"
Postkasten auf, Verpackung zerfleddert, CD mit zittrigen Händen entnommen, im Wohnzimmer eingeschlossen, Anlage an,CD eingelegt und genossen!!!
Das Leben kann so schön sein!

1. Welcome To My World. Irre, was für ein Opener!
2. Angel. Schon bekannt, coole Nummer!
3. Heaven. Hatte ich schon als Single. Hat für mich das Zeug für einen Klassiker! Muss irgendwie an Somebody denken, obwohl das völlig anders war.
4. Secret To The End. JAAA, das ist Depeche Mode! Könnte ein 80ies Song sein, ist es aber nicht!
5. My Little Universe. Huuuuuch, Vince Clarke mit im Studio?? Interessant, wird aber die Fanbase spalten. Für mich zu früh zu Ende (wurde doch gerade erst interessant)
6. Slow. Gefällt, ist mir aber dem Namen entsprechend zu slow. Hätte ich als B-Seite besser gefunden.
7. Broken. Ja, auch nett. Könnte auch aus den frühen 80ern stammen.
8. The Cild Inside. Ich bin der Martin, ne?! Nachdenkliche Nummer, aber schön!
9. Soft Touch/Raw Nerve. Jawoll, die Nummer rockt und macht Stimmung. Hätte ich doch bloß nicht schon Letterman geguckt!
10. Should Be Higher. Saucool! Hat das wirklich Dave geschrieben??? Ist ja irre!! B-). Wird Live toll sein (siehe Letterman)!
11. Alone. Auch das ist unverkennbar DM. Düster, melancholisch, klasse. Erinnern mich die Synthies teilweise nicht an Any Second Now?
12. Soothe My Soul. Wer hat behauptet, Delta Machine habe keine Hit Singles? Was für ein Brett! Kam bei Letterman nicht ganz so gut rüber. Umso besser für mich jetzt :-D
13. Goodbye. Ein freundliches "Winke, winke" zum Schluß von CD1. Schade schon vorbei!

Gleich noch einmal gehört. Tut mir leid Familie, heute ist mein Tag!

Dieses Album ist für mich um Längen besser als SOTU, PTA, Exciter. Es wirkt retro ohne altbacken oder billig zu sein, ich habe den Eindruck, einigen Synthies in den letzten 30 Jahren schon einmal begegnet zu sein und totzdem ist wieder alles ganz anders als die anderen Alben!
Nach SOTU hatte ich den Eindruck, die Herren können/wollen nicht mehr so richtig. Dort wirkten viele Songs teils halbfertig und hingeklatscht. Irgend etwas fehlte.

Das ist hier nicht der Fall. Ein durchweg gelungenes Album ist hier entstanden, zudem hat CD2 auch einige tolle Songs. 4 Jahre warten haben sich gelohnt! Zudem ist der Preis für die DeLuxe Edition jeden Cent wert. Das Ganze kommt im Bookstyle daher, auflappbar, mit einigen Fotos, Texten und natürlich den CDs. Ein Kumpel hat's glatt für ein Depeche Mode Buch gehalten! :-D

Eine Anmerkung noch zu einigen 1 Stern Rezensenten: Es gibt ja tatsächlich einige Schreiberlinge die gestehen, das Album nur als Online Stream gehört zu haben und sich dann auch noch freuen, Geld gespart zu haben, weil sie das Album nun nicht kaufen. Ja Leute, Geld sparen ist das Eine. Aber eine CD einmal kurz online durchzuklicken, bei auch noch verminderter Soundqualität, und sich dann ein Urteil bzw. eine Rezension erlauben??? DAS ist arm und nur einen Stern wert! Habe fertig!
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am 9. Dezember 2013
Ich habe dieses Album jetzt seit Anfang dieses Jahres. Beim ersten Mal voller Erwartung gewesen, abgespielt und enttäuscht gewesen ( wie soooooooo
viele andere auch - siehe Kommentare mit 1 Stern ). Aber ich habe das Album nicht aufgegeben, da ich da und dort viel positives gehört habe.
Und jetzt, 7 Monate später hat es endlich klick gemacht und was soll ich sagen: Eines der besten Alben aller Zeiten. Nein, es gibt nicht sofort Ohrwürmer frei, die Melodien erschließen sich einem nicht sofort, man weiß zwar, dass es kein zweites Enjoy t.S. geben wird oder einen Nachfolger von B.C. doch hofft man etwas Vertrautes zu hören an dem sich anhalten kann und in Erinnerungen schwelgen kann. Doch dass passiert nicht. Erst wenn man das Album in Ruhe anhört, mehrmals von Anfang bis Ende, sich Zeit nimmt und zuhört, erst dann kommt die ganze Genialität hervor.
Also nichts für nebenbei, nichts für Musikschnelldurchlaufhörer, nichts für Hitsüchtig, nicht für Mainstream und schon gar nicht für die Masse. Dieses Album bleibt wahrscheinlich leider einer kleinen aber feinen Gruppe vorbehalten.
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am 21. Mai 2016
... ist "Delta Machine" geworden, das war so nicht zu erwarten. Nach dem eher ein biserl enttäuschenden "Sounds Of The Universe" erwartete ich auch jetzt nichts außergewöhnliches (Nicht falsch verstehen, ein richtig schlechtes Album könnten Depeche Mode gar nicht abliefern, dazu sind die Songwriter-Qualitäten von Martin Gore & mittlerweile auch von Dave Gahan einfach zu stark). Aber ich war schon ziemlich überrascht, als ich die Scheibe 2013 zum 1. Mal laufen ließ. Ich muss noch einfügen, dass das zuvor veröffentlichte "Angel" bereits aufhorchen ließ, aber ich hätte nicht gedacht, dass das ganze Album so hörenswert werden würde.

Von Hits auf dieser Platte möchte ich jetzt gar nicht sprechen, wichtiger ist, dass man endlich wieder ein Album von Depeche Mode in einem Rutsch durchlaufen lassen konnte, ohne zu skippen. Genau wie damals auf Ultra fließen die Songs perfekt ineinander und halten die Spannung das ganze Album lang über aufrecht. Sogar die Bonus Songs auf der CD 2 wissen zu begeistern ! Darum empfehle ich auch, sich unbedingt die Deluxe Edition zu leisten.
Ich bin jetzt bewusst auch nicht auf die einzelnen Songs eingegangen, da schon zu viel darüber geschrieben worden ist, und jeder sich sein eigenes Urteil bilden sollte.

Mittlerweile "werkelt" die Band wieder an einem neuen Album (kommt wahrscheinlich dann 2017 raus), und man darf wieder gespannt sein, ob dieses genau wieder so überzeugend werden wird wie die "Delta Machine" !

PS: Vielleicht versuchen Sie es auch mal mit einer Prise Dubstep, das wär mal was :-).
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am 24. März 2013
Erstaunt durfte man in den vergangenen Tagen verfolgen, welch beachtliche Serie musikkritischer Flatulenzen das neue Album von Depeche Mode hervorrief. Kaum eine etablierte Tageszeitung ließ es sich nehmen, einen ihrer jüngeren Redakteure vorzuschicken und möglichst schnell abzudrücken. So suchte man kollektiv im komprimierten Stream über plärrende Speaker des Laptops nach Hymnen und Vertrautem, und fand, oh weh, nichts davon! Denn was man in Anbetracht ausverkaufter Stadien gern mal wieder aus den Ohren verlor: Depeche Mode sind weder berechenbar, noch Coldplay oder Hurts und mitnichten die Band der ganz großen Gesten, der gefälligen Popnummern, der Ohrwürmer und des greifbaren Pathos - abgesehen natürlich von zwei bis drei handvoll Singles und so manchem Song, der sich irgendwo auf einem der vorangegangenen zwölf Alben versteckte und mit der Zeit sein Gesicht offenbarte. Einen Song setzen und wirken lassen? Mehrmals abspielen oder überhaupt ein Mal in Gänze durchhören? Anscheinend tatsächlich zu viel verlangt im Kontext ordinärer Schnelllebigkeit.
Das sich mit Produzenten verstärkende Trio englischer Herkunft funktioniert spätestens seit „Songs Of Faith And Devotion“ (1993) anders und über die Kombination mehrerer Hörebenen. Und bei eingefleischten Fans noch einmal komplett anders als beim durchschnittlichen Konsumenten. Es sind die musikalischen Kleinigkeiten, in diesem Fall dezente Melodien, kurze intensive Bassausbrüche, das Knirschen und Knarzen aus Martin Gores massivem Maschinenpark und Dave Gahans trockene, separiert wirkende Vocals, die die neuen Songs in den Strophen beherrschen. Spannung wird vielfach in den Refrains aufgebaut, ohne jedoch in tiefster Befriedigung gelöst zu werden. Und? Na und! Etwas sadistisch vielleicht, aber in dieser Form wirklich nichts Neues. Die erste Reaktion auf „Delta Machine“ hat allerdings viel mit (nicht erfüllten) Erwartungen zu tun, woran Hauptsongwriter Martin Gore, auf dessen Kappe 14 der 17 neuen Songs gehen, nicht unschuldig ist. Wer wiederholt im Vorfeld selbst den Vergleich mit den beiden unbestrittenen Meisterwerken der eigenen Bandgeschichte bemüht, darf sich über den entsetzen Aufschrei ob der Nichtnachvollziehbarkeit kaum wundern.

Und was findet man auf „Delta Machine“ nun neben den drei im Vorfeld veröffentlichten Stücken, sofern man gewillt ist, dem Album mit Respekt und kostbarer Zeit zu begegnen? Einen Opener, dessen anfängliche Reserviertheit in einen symphonischen Refrain mit melodischer Herrlichkeit mündet. Und ferner einen, der ganz klar macht: Vergesst endlich und erst Recht für den Rest dieses Albums den jugendlichen Gahan mit herablassender Miene und emotionsarmer Coolness in der Stimme. Er kann singen, warum soll er es verdammt noch mal nicht? Man findet weiter den Minimalismus eines „My Little Universe“, das dann doch mit monströsen Subbässen und einer derben Sequenz überrascht, da ist Blues in „Slow“ mit seinem einprägsamen Riff-Rudiment, Klapps und einer dramatischen Analogsirene, da ist dunkler aber leichter Elektropop bei „Broken“, die so fragile wie aufdringliche Gore-Ballade „The Child Inside“ und Glam- und Clubatmosphäre mit „Soft Touch / Rough Nerve“. Am einfachsten wird es Fans noch mit „Should Be Higher“ und „Alone“ gemacht, deren Melodien sofort andocken und genug Tiefe besitzen, um am DM-Nerv zu rühren. Gahan schwingt sich hier zugleich in ungeahnte stimmliche Höhen und schlängelt sich in vertrauter Manier durch dichte, flächig arrangierte Strukturen. Vieles, was anfänglich wenig kompakt und sperrig wirkt, fügt sich alsbald und hakt sich in immer größeren Teilen ins Gehör. Möchte man Depeche Mode einen Vorwurf machen, dann ist das in gewisser Hinsicht die nächste Single „Soothe My Soul“. Als hätte man während der Produktion irgendwann festgestellt, dass die Kost womöglich zu schwer werden könnte, marschiert hier der „Personal Jesus“ ein und haut einem seine Hookline mitten ins Gesicht.
Depeche Mode 2013. Was das in zehn Jahren bedeuten wird, kann niemand vorhersagen. Für den Moment gilt: Es ist das Jahr einer mutigen, modernen Platte, deren Reize nicht an der Oberfläche zu finden sind. Aber ist es nicht gerade das, was die großen Werke der Musikgeschichte auszeichnet?
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am 1. Mai 2016
Delta Machine knüpft qualitativ an alte Zeiten an - und ist doch wieder eigenständig. Nach Ultra (was ich auch schon nicht so toll fand) wurden DM für mich immer belangloser. Delta Machine habe ich mir also auch erst jetzt, über zwei Jahre nach Erscheinen richtig angehört und ohneirgend eine Erwartungshaltung ist es endlich wieder da: das Depeche Mode Gefühl. Musikalisch hört man viele Ähnlichkeiten zu SOAD (Gesang und rockiger Anklang bei einigen Songs) und Violator (Elektronische Finessen), man höre Angel oder Welcome to my World oder Secret to the End z.B. Kein Wunder dass die neuen Songs z.B. bei der Live in Berlin CD so harmonisch zu den Songs dieser Ära zusammenpassen.

Nicht die Überhits wie früher, keine Dark Synth Pop Stadio-Hymnen mehr, auch ein zwei Füller, aber richtig gute erwachsene Songs im DM-Gewand, mit guten Texten und einem Dave Gahan in stimmlicher Hochform (vielseitiger, emotionaler und mitreißender denn je!). Macht richtig Laune das Album, so wie früher. Wer hätte das gedacht?
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