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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zugegebenermaßen...
...müsste man "Shaking The Habitual" wohl noch einige Zeit mehr geben, um es zu rezensieren. Denn es ist nicht nur durch seine Gesamtlänge, sondern auch durch die Strukturen der einzelnen Songs ein komplexes und in Kürze schwer greifbares Werk. Dennoch möchte ich gerne meine Eindrücke nach den ersten (aber häufigen) Durchgängen...
Vor 21 Monaten von Flausen veröffentlicht

versus
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung
Schon eine Zeit her, diese Platte. The Knive, grossartige Vergangenheit... und dann das! Als aufregend und aussergewöhnlich, "exciting and painful" angekündigt. Und dann nicht viel mehr als Langeweile. Für mich ein (vorbestellter) Fehlkauf. Dachte, das wird schon gut nach ein paarmal spielen. Nix da, steht jetzt eine Weile im Expedit und auch ein...
Vor 1 Monat von Reto Murer veröffentlicht


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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zugegebenermaßen..., 5. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
...müsste man "Shaking The Habitual" wohl noch einige Zeit mehr geben, um es zu rezensieren. Denn es ist nicht nur durch seine Gesamtlänge, sondern auch durch die Strukturen der einzelnen Songs ein komplexes und in Kürze schwer greifbares Werk. Dennoch möchte ich gerne meine Eindrücke nach den ersten (aber häufigen) Durchgängen teilen.

Schon bei den Vorab-Singles, mit denen auch das Album beginnt ("A Tooth For An Eye", "Full Of Fire") brauchte ich mehrere Tage, um sie zu verstehen. Sie prophezeiten, dass The Knife das Motto des Albumtitels wahr werden lassen. Und somit sind die weiteren Stücke auch genau wie erahnt - lang, experimentell und fernab vom Mainstream. Das empfinde ich nach dem Ausflug in die "Tomorrow, In A Year"-Oper eine sehr natürliche und zugleich eine sehr weise Entwicklung der Band, eifern doch so viele, vor allem junge Pop/Electro Bands dem Sound der Schweden nach.

Wenn auch nicht unbeeinflusst von den Vorgänger-Alben oder den Solo-Projekten der Dreijers (Fever Ray, Oni Ayhun), werden auf dem Album viele neue Richtungen eingeschlagen. Wie auf dem wilden "Without You My Life Would Be Boring", das nebst "A Tooth For An Eye" mit ähnlich tropischen Beats und Flöten zu den rhythmisch spielerischsten und auch positivsten Songs gehört. Melancholischer geht es auf dem sehnsüchtigen Marsch "Wrap Your Arms Around Me" zu, der fast an amerikanischen Rock erinnert. Zwar kontrastiert dieser Sound zu den vorherigen Songs, aber durch die Percussions/Drums - das gilt auch für den Großteil der restlichen Songs - gelingt eine erstaunlich gute Einheit.

"A Cherry On Top" beginnt mit sphärischen Synths, die hin- und herspulen. Auf sie folgt eine tolle, freie Sitar-Einlage, die nach knapp 5 Minuten dem Höhepunkt des Songs entgegenzupft: Einem gesungenen, kurzen und herzzereißenden Vers, von dem man sich eigentlich nur mehr wünschen kann. Aber diese Art von Andeutung macht aus dem Song eine delikate, spukige Reise.

Anders verhalten sich die kurzen, komplett istrumentalen Zwischenspiele "Crake" und "Oryx", die eher der Spannung des Gesamthörens beitragen. Das ebenfalls gesangsfreie und schwer als Lied zu bezeichnende "Old Dreams Waiting To Be Realized" - die Mitte des Albums - erstreckt sich über ganze 19 Minuten. Frei von Beat und Regeln findet man hier den wohl experimentellsten und "ambientesten" Moment. Durch die dramatische Ruhe keinesfalls Schmerz für die Ohren, aber sicherlich drücken hier viele Hörer weiter.

Das darauf folgene "Raging Lung" mag wohl mein Favorit sein. Durch die sehr ähnlichen, tollen Drums eine Art Schwester von "Coloring Of Pigeons", nur ohne Opernstimme. "What a difference a little difference would make" singt Karin Dreijer im schönen Refrain und verzerrte, quietschige Synth-Bläser antworten ihr.

Schnelles Tempo wie auf "Full Of Fire" gibt es erst wieder gegen Ende, clubbiger denn je: Das rasant-wirre "Networking", in dem sich Vocal-Samples überlagern; und das düstere "Stay Out Here": Hier liefert sich Karin Dreijer auf der Tanzfläche einen Schlagabtausch mit Shannon Funchess (Light Asylum), deren eklektischen Stimme eine perfekte Fusion mit The Knife eingeht. Ein toller Gastauftritt.

"Fracking Fluid Injection" schneidet dem Hörer wohl tiefer in die Ohren, als die "Psycho"-Violine. Und das über 10 Minuten lang. Sicher der zweite Wegdrücker für viele Hörer, aber für mich hält es eine eindrucksvolle Emotion und Schönheit inne, sodass ich es ziemlich genial finde.

Das für einen Album-Schließer hier fast schon kurze "Ready To Lose" wird die Gemüter wieder besänftigten. Mit seiner Melodie und Eingängikeit könnte das Stück problemlos auf "Silent Shout" platziert sein. Aber nicht nur hier, sondern auf dem ganzen Werk bleibt die Band für mich weiterhin unverkennbar und einzigartig.

Man könnte vielleicht kritisieren, dass der Sound in zu viele verschiedene Richtungen driftet, während die vorherigen Alben - zumindest auf Anhieb - eine etwas bessere Einheit bilden. Ich empfinde dies durch das Gesamtkonzept aber als sehr schlüssig, erfrischend und vor allem mutig. Auch wenn es definitiv weniger "Hit-Refrains" gibt, ist "Shaking The Habitual" keinesfalls frei von Eingängkeit oder gar unhörbar, was ganz sicher zu seiner Nachhaltigkeit beitragen wird. Ich empfehle intensives Hören.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein normales Album - gut oder schlecht?, 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
The Knife, das ist das Geschwisterpaar Karin Dreijer Andersson und ihr jüngerer Bruder Olof Dreijer, die bereits seit über 10 Jahren originelle und oftmals wegweisende elektronische Musik aus Schweden liefern, sind zurück. Mit den ersten beiden Alben The Knife" und Deep Cuts" tapste man sich noch etwas unbeholfen durch nicht ganz einheitliche aber recht verspielte Alben, auf denen der ein oder andere radiotaugliche Elektropop-Hit (wie ,Heartbeats` oder ,Pass This On`) zu finden war. 2006 gelang ihnen dann mit dem Album Silent Shout" der große Wurf und der Sound zwischen originellen Popmelodien, spannendem Electro und dämonischen Gesangseinlagen begeisterte gleichermaßen Fans und Kritiker und wird heute stellenweise in seinem Genre als wegweisend betrachtet.
Nachdem Karin zwischenzeitlich als Gastsängerin auf einigen Liedern von Röyksopp präsent war und ein fantastisches Soloalbum unter dem Künstlernamen Fever Ray veröffentlich hat, bringen The Knife nun nach 7 langen Jahren endlich ein weiteres Studioalbum heraus - Shaking The Habitual".

Die gute Nachricht zuerst: Sie können immer noch überraschen. Die schlechte: Der Pop in Electropop ist komplett verschwunden. Für den einen mag das gar keine schlechte Nachricht sein, aber es wäre gelogen zu behaupten, dass man sich nicht insgeheim den einen oder anderen eingängigen Song ,so wie damals` erhofft hat. Shaking The Habitual ist ein Album, das man nicht einfach so nebenbei hört oder von dem man nach dem ersten Durchhören behaupten kann, dass es gut oder schlecht sei. Es ist vielmehr eine Herausforderung, ein Erlebnis und eine spannende Erfahrung, wenn man plötzlich der schier unendlichen Vielfalt der Klangwelten ausgesetzt ist. Mit insgesamt knapp 100 Minuten Spieldauer wirkt das Album extrem überladen und bei einigen Liedern, die fast alle länger als 8 Minuten dauern und stellenweise die 10 Minuten-Marke überschreiten (das instrumentale Ambient-Epos ,Old Dreams Waiting To Be Realized` dauert 19+ Minuten), wünscht man sich manchmal, The Knife hätten früher einen cut gesetzt, damit das Hörerlebnis leichter zu verdauen ist.
Aber genau das ist es, was The Knife erreichen wollten und erreicht haben: Das Gewöhnliche durchschütteln, sich von angemessenen Normen - sowohl in Songstruktur als auch im Text - entfernen und womöglich auch provozieren. Es ist beeindruckend und zugleich beängstigend, dass es ihnen völlig egal zu sein scheint, ob sie damit nun alle Fans vergraulen und die Kritiker das Album in Grund und Boden stampfen werden, so lange sie ihre Message an den Mann bringen. Dennoch, jegliche Bedenken sind unbegründet, da die Kritiker das Album mit Lob zuschütten und auch die meisten Fans die Songs nach dieser langen Knife-Durststrecke gierig aufsaugen.

Die auf dem Album enthaltenen 13 Lieder möchte ich gerne in drei Kategorien aufteilen: die ,eingängigen`, die waghalsigen und die langweiligen.

Die erste Kategorie ist insofern durch Anführungszeichen hervorgehoben, da ich ganz klar darauf hinweisen möchte, dass The Knife-Eingängigkeit nicht gleichzusetzen ist mit z.B. Rihanna oder Katy Perry-Eingängigkeit.
Dennoch stechen der Opener und aktuelle Single ,A Tooth For An Eye` sowie ,Without You My Life Would Be Boring` durch The Knife-typische Karibik-Rhythmen inklusive Banjo und anderen ungewöhnlichen Instrumenten hervor und bieten die Möglichkeit, sich an einem Refrain und dem ausdrucksstarken und außergewöhnlichen Gesang von Karin Dreijer festzukrallen. Des Weiteren überzeugen der letzte Song des Albums ,Ready To Lose` und das mysteriöse ,Raging Lung` auf ganzer Linie, auch wenn ,Raging Lung` trotz fantastischer erster Hälfte und dem besten Refrain des Albums leider in der zweiten Hälfte in instrumentale Belanglosigkeit verfällt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man den Song einfach mal nach 5 guten Minuten beendet und nicht auf Teufel komm raus auf 10 Minuten sprengt, nur um der Gewohnheit zu trotzen. ,Wrap Your Arms Around Me` rundet diese Kategorie ab und besticht durch eine dramatische Grundstimmung und erinnert sehr an Karin's Fever Ray-Projekt.

Die waghalsigen Songs sind auch gleichzeitig die drei elektronischsten und schnellsten des Albums - die verrückte erste Single ,Full of Fire`, ,Networking` und das Duett ,Stay Out Here`. Alle drei Songs haben gemein, dass The Knife nie elektronischer und experimenteller geklungen haben. Besonders ,Full of Fire` liefert knapp 10 Minuten lang eine kontinuierliche Steigerung des Songaufbaus, obwohl der Grundbeat kurioserweise immer derselbe bleibt. Beim aufmerksamen Zuhören über Kopfhörer stellt sich ein fast paranoides und abgehetztes Gefühl im Kopf des Hörers ein und man weiß nicht recht, ob man das nun gut oder anstrengend finden soll. Ich persönlich bin nach wiederholtem Hören des Songs zu dem Entschluss gekommen, dass es eine verdammt starke und mutige erste Single und das perfekte Comeback für The Knife nach 7 Jahren war. ,Networking` parodiert gewissermaßen die Belanglosigkeit der heutigen Gepflogenheiten in der Geschäftswelt sowie das anonyme Verhalten durch elektronische Medien - im Song wird kein Satz gesungen, doch die abgehakten Laute, das seltsame Stöhnen und die hektischen Sounds verleiten einen zu dieser Erkenntnis. Oder es ist nichts von alledem und The Knife wollten sich einfach mal austoben.

Die letzte Kategorie beinhaltet die zwei kurzen Interludes ,Oryx` und ,Crake`, das fast 20-minütige Instrumentalstück (wie bereits oben beschrieben) sowie ,A Cherry on Top` und ,Fracking Fluid Injection`. Letzteres ist fast 10 Minuten langes Fiepsen, Stöhnen, Krächzen und dergleichen, was ich getrost von meiner Edition des Albums löschen werde. Auf der einen Seite kann ich The Knife's Intention nachvollziehen, doch ich finde man kann wirklich nicht jede Spielerei im Studio als Kunst verkaufen und dann erwarten, dass sich irgendein Gefühl - außer vielleicht Stress - bei dem Hörer einstellt. ,A Cherry on Top` ist insofern besser, da die asiatischen Klänge und Karin's düsterer Gesang zumindest für eine solide Grundstimmung für den größtenteils instrumentalen Teil des Liedes sorgen. Jedoch finde ich, dass diese 5 Lieder den Fluss" des Albums im Gesamten ein wenig stören und auch der Hauptgrund sind, warum ich Shaking The Habitual nicht die volle Punktzahl geben kann.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich das Album erst ein paar Mal gehört habe und davon überzeugt bin, dass sich meine Meinung über einzelne Lieder oder das Album im Gesamten früher oder später verändern wird. Wer also den Popeinheitsbrei satt hat und Musik hören möchte, die man verdauen und verstehen muss, damit sie ihn auf eine jahrelange - vielleicht sogar lebenslange - Reise begleitet, dem kann ich das Album wärmstens empfehlen und bin gespannt, wohin die Reise von The Knife geht.
Ach ja, und zu den Rezensionen, die das Album mit einem Stern bewerten und davon sprechen, dass keine einzige Melodie auf dem Album vertreten ist, bleibt zu sagen: Wenn man ein Album hört, das ,Shaking The Habitual` heißt, sollte jeder logisch denkende Mensch ein extremes, unkonventionelles Album erwarten, auf dem eben keine echten Popsongs vorhanden ist. Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass die Songs nicht doch spannend, originell, verrückt oder einfach nur gut sind. Manche möchten genau das. Jedem das seine.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Loslassen, 5. April 2013
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
The Knife hatten sich einiges vorgenommen: Ganze sieben Jahre haben sich Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer mit dem Nachfolger für das letzte Album “Silent Shout” Zeit gelassen, es wurden Unmengen von Büchern gelesen, Ansichten geschärft und Standpunkte ausgetauscht, nebenbei gab’s noch ein paar Nebengeräusche – lohnenswerte von Fever Ray und spleenige mit der Darwinschen Evolutionsvertonung (“Tomorrow, In A Year”). Nun also der langerwartete große Wurf – mit knapp einhundert Minuten ein wahres Mammutwerk, vergleichbar vielleicht nur mit dem ähnlich kolossalen “The Seer” der Swans aus dem letzten Jahr. Und weil The Knife seit jeher eine Band sind, die neben dem Bauch auch das Hirn beschäftigen will, ist das aktuelle Album eine programmatische, höchst politische Platte geworden – das ‘Abschütteln von Gewohnheiten’ ist hier wörtlich zu nehmen: Gender, gesellschaftliches Rollenverständnis, Rassismus, Sexualität, Feminismus vs. Patriarchat – all das und mehr soll aufgebrochen, angerissen, infrage gestellt werden. The Knife wollen irritieren, fordern heraus, deshalb ist “Shaking The Habitual” ganz sicher kein Album geworden, das sich einfach mal so nebenbei weghören lässt.

Weil es so unüberhörbar anders geworden ist als seine Vorgänger, hatte das schwedische Geschwisterpaar sogar kurzzeitig darüber nachgedacht, den Namen des Projektes zu ändern, am Ende wurde diese Idee wieder verworfen. Das Doppelalbum hat dann tatsächlich mit früheren, eher danceorientierten Werken, wenig gemein, eine Vielzahl der Stücke wurden auf sieben und mehr, das Ambient-Instrumental “Old Dreams Waiting To Be Realized” gar auf knappe zwanzig Minuten gestreckt. Nicht jedermanns Sache, schon klar, auch Stücke wie das knarzend bizarre “A Cherry On The Top” und das mit Stimmsequenzen geloopte “Fracking Fluid Injection“ zerren an den Nerven und gehen an die Grenze dessen, was man als formatierter Alltagskonsument auszuhalten bereit ist.

Dennoch ist es keine reine Experimentalplatte geworden – The Knife können Avantgarde ebenso buchstabieren wie Techno und Tanz, schon die beiden ersten Tracks “A Tooth For An Eye” und “Full Of Fire” pumpen satten Beat durch die Membranen, so verklausuliert die Texte, so verstörend die Bilder dazu. Hier die amüsante Männertanzgruppe, dort die Pornoästhetik: “Of all the guys and the signori, who will write my story, get the picture, they get glory, who looks after my story? … Liberals giving me a nerve pinch … let’s talk about gender, baby, let’s talk about you and me” – Ballonseide, Bondage, Vogelköpfe, Provokation rules, Baby! Wer wie The Knife seine Profession als Privileg betrachtet, das es zu nutzen gilt, für den ist Verunsicherung dieser Art Programm: “When we see people listen to what we have to say, it makes us think about how we can use this attention in the best political way and how we can change our own working process by thinking norm-critically when making choices about who we employ, how we work, what salaries we pay”, so Karin Dreijer Andersson zu pitchfork.

Es ist ein vielschichtiges Gespinst, dieses Album – “Wrap Your Arms Around Me” kommt schwer beladen, fast majästetisch daher, “Networking” vibriert zu schnellen Drums und “Without You My Life Would Be Boring” kombiniert flirrende Beats zu taumelnden Flötentönen – “Shaking the habitual, it really tooks time”, wie wahr. Die Strukturen, Texturen, Klanggebilde lassen sich nicht im Handumdrehen erfassen, das kostet Zeit und Mühe. “Raging Lung” mit seinem soften Wummern, seiner Zweideutigkeit (Indifference/Difference), “Stay Out Here” kommt in Wellen, pulsiert ganz wunderbar und versöhnt nebenbei mit dem Verlust (“Lose your way, your way, put one foot in front of the other, most things we love are open in this, they are here, we’re more friendly…”) – es gibt vieles, was anstrengt, aber eben auch ebenso viel, was man sich behutsam aneignen kann. Wer das mitzugehen bereit ist, versteht auch das Anliegen der beiden: “It's good to ask questions instead of serving answers.“ Das ist gelungen, der Rest liegt bei uns. mapambulo:blog
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Album - E-Musik mal anders, 21. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da mir das Schreiben über Musik nicht so liegt, was eher daran liegt, dass man Musik hören muss und nicht darüber lesen, fasse ich mich kurz. Das meiste wurde in den Rezensionen vorher gesagt. Schwer zu hören ist es und es hat nicht viel mit dem letzten Album von "The Knife" zu tun - aber das ist aus meiner Sicht alles, wo ich den negativen Kommentaren hier Recht geben kann.

Die Melodien sind vorhanden, teils vertrackt, teils unkonventionell immer im Fluss, teils versteckt, teils zerstückelt in Melodiefragmente aber auch teils klassisch gewohnt.

Auch der Gesang ist oft in alten Sachen in ähnlicher Form zu finden, wenn er vorhanden ist, aber auch in einigen Fällen experimenteller Natur. Mit Stimme wird gespielt und probiert, sie wird verfremdet, verändert und verformt - aber auch dies ist nicht neu sondern findet sich als Stilelement durch sämtliche The Knife- und Fever Ray-Platten, nur anders und bildet meiner Meinung nach den nächsten Schritt ab.

Die Rhythmen sind oft sehr komplex und mit Sicherheit teilweise hart - aber das sollte so sein bei einem politischem Album wie diesem. Sie erzeugen Wut, worüber man wütend sein soll: Homophobie, Sexismus, Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung etc.

Die Spannungsbögen und die verwendeten Geräusche sind abwechslungsreich und haben doch ein Wiedererkennungwert - es wurde neues geschaffen ohne den eigenen Stil zu verraten.

Fazit: Abwechslungsreich und wie immer nicht in eine Schublade zu verorten. Die Musik verstört und fordert auf hinzuhören - auf Musik wie auf Text und das mehr als einmal. Sehr hörenswert, sehr vielseitig und def. eine sehr interessante Weiterentwicklung der bisherigen unterschiedlichen Alben. Wer jedoch einfache Kost ala Pop möchte, sollte - auch als Fan - sicherheitshalber erst reinhören. Es ist keine Musik von der Stange und nein: es ist wunderbar und fantastisch, dass eine Band sich verändert und entwickelt und mit ihr ihre Musik.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen An den Gewohnheiten rütteln..., 8. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
- das (frei übersetzt) bedeutet "Shaking The Habitual".
Wer The Knife kennt, der wusste schon vorher, dass es kein neues Silent Shout geben wird. Wer dann den Titel des Albums übersetzte, der wusste: es wird komplett anders. Trotzdem habe ich vor dem ersten hören etwas bange Gefühle gehabt, und deshalb hatte ich mir vorher nochmal mein ganzes The Knife Archiv mit ca. 6 Stunden Musik durchgehört. So ausgestattet mit allem, was The Knife gemacht hatten, ging ich also an "Shaking The Habitual" - und fand eine wunderbare Fortsetzung dessen, was The Knife ausmacht. Wenn man das Gesamtwerk anschaut, dann ist Silent Shout eher ein Ausrutscher in die Mainstream Gemeinde.
Wenn einge Menschen nun jammern, das es kein neues Silent Shout ist - und das tun eigentlich alle 1 Stern Bewerter mehr oder weniger - dann kennen sie einfach die Band nicht. An alle 1 Stern Bewerter: Bewertet doch nicht eure enttäuschte Erwartungshaltung. Wenn ihr nicht versteht, was The Knife hier machen, dann seid Ihr vielleicht einfach bei der falschen Band gelandet.
Die meisten Stilelemente, die in "Shaking The Habitual" auftauchen, findet man auch schon in früheren Projekten. Auch gibt es wunderschöne Melodielinien zu finden, sie werden nur nicht zu Tode wiederholt wie das heute üblich ist (das schlimmste Beispiel hierfür ist Rhianna's "Shine Bright like a diamond", das in 3 Minuten ca. 150 mal zu Grabe getragen wird).
Auch vermeintlich schwer zu hörende Songs wie z.B. wie "Fracking Fluid Injection", haben es verdient gewürdigt zu werden, denn dieser Song beschäftigt sich mit einer der größten Dummheiten, die sich die Menschheit zur Zeit einfallen lässt... In diesem Kontext gehört, bekommt der Song eine neue Bedeutung.
Kurz: ein tolles Album, das einen bei jedem hören neue Dinge entdecken lässt - man muss nur offen sein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwere Kost!, 26. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
hi all,

nach jahren der stille habe ich das neue the knife album sehnsüchtig erwartet und nun drehen beide cd's seit wochen ihre runden im autoradio. so richtig warm sind wir aber nicht geworden, das pink/grüne ding und ich. nur noch ein refrain der mich zerreisst und zeigt was alles möglich wäre ("raging lung"), so ein ding wo man laut mitschreit und die gänsehaut geniesst, dann wandert der finger wieder unweigerlich zu skip taste.
bis auf die technoiden tracks (full of fire ist so vielschichtig und dirty) ist der rest ehrlich gesagt fast schon anstrengend, setzt aber zumindest eine gewisse emotionale schieflage vorraus. nüchtern und wohlgelaunt kann ich mich da schwerlich drauf einlassen. trotzdem grosses kino, wird mich noch ne weile beschäftigen. und auch mal schön das nicht alle immer gleichklingender und kommerzieller werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll & Komplex, 30. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Audio CD)
Es braucht sicherlich Zeit bis man sich mit dem Album anfreunden kann, eingängig sind die meisten Songs sicherlich nicht. Meiner Musikerfahrung nach ist das jedoch gut, denn leicht eingängige Stücke verlieren sehr schnell ihren Reiz. "Shaking the Habitual" soll ja auch "das Gewohnte mal richtig durchschütteln" . Für mich waren die ersten Hördurchgänge ziemlich verstörend, vor allem als ich das Video zu "Full of Fire" sah. Doch bald schon fand ich daran gefallen und freunde mich mehr und mehr mit den Songs an, da aufgrund der Komplexität der Songs jedes mal wieder etwas neues zu entdecken ist.

Letzten Endes glaube ich aber, dass dieses Album nicht für jederman geeignet ist. Ich rate deshalb nicht vorschnell zu urteilen, sondern ein paar Tage/Woche das Werk immer wieder mal durch zu hören. Erst dann kann man sich sicher sein ob es einen zusagt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftig für Nicht-Oder-Neu-Fans, 25. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
5 Sterne sind für mich kein Problem. Bin Fan der ersten Stunde und habe so lange gewartet, dass ich automatisch 10 Sterne vergeben würde - weil es überhaupt endlich wieder ein Lebenszeichen von The Knife gab.

Objektiv gesehen: Man muss sich reinhören und dann ist es einfach überragend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genial wie Immer., 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spannende Sounds und tolle Kompositionen wie auf den anderen Alben auch nur, dass es dieses etwas komplexer daher kommt. Ich bin sehr zufrieden und begeistert. Nur die sphärischen Stücke sind mir teils etwas zu lang...wer etwas anderes sucht und auch anspruchsvollere Texte erwartet, wird hier fündig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Rütteln an den Hörgewohnheiten, 15. Mai 2013
Von 
Marc Ahlburg (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Shaking The Habitual (Deluxe Edition) (Audio CD)
7 Jahre nach ihrem letzten Album "Silent Shout" legen die Geschwister Dreijer ein Monstrum an Album nach, welches sich nicht einfach so nebenbei konsumieren lässt und stellenweise arg an den Nerven und den Hörgewohnheiten rüttelt. Haben die beiden auf Silent Shout schon viel ausprobiert und damit anscheinend den Nerv vieler Hörer getroffen, so treiben sie ihre Experimentierlust mit "Shaking the Habitual" auf die Spitze. Das muss nicht jedem gefallen und hat teilweise, gerade in den ruhigen Momenten, mit Musik nicht mehr viel zu tun und ich wäre mal so vermessen zu sagen, dass es eine spezielle Art von "Kunst" ist, die die beiden produziert haben.

Mit "A Tooth for an Eye" und "Full of Fire" geht es erstmal recht beatlastig los und gewisse Anleihen aus "Silent Shout" sind auch zu vernehmen. Doch man merkt diesen zwei Titeln schon an, wohin die Reise auf diesem Album gehen soll. Im Gegensatz zum Vorgänger sind schon die ersten zwei Tracks abgedrehter und irgendwie schräger. Spätestens bei "A Cherry on top" weiß man, dass dieses Album teils völlig andere Bahnen einschlägt. Mir persönlich gefallen die beatlastigeren Titel besser, da sie in Ansätzen das The Knife- Feeling aufkommen lassen und dabei völlig neue Hörebenen in ihrem Schaffen erschließen. Die beatlosen Stücke sind teilweise echt gewöhnungsbedürftig und es war schwer für mich irgendeinen Bezug zu dieser Art von Musik herzustellen. Das ist auch der Punkt, den ich eingangs erwähnte, dass das hier keine Musik mehr im eigentlichen Sinne ist sondern schon abstrakte Kunst. Als Beispiel sind dafür besonders "Old Dreams Waiting to be Realized" und "Fracking Fluid Injection" zu nennen. Der eine Titel ist so richtiggehend aufgeblasen und erinnert mich in seinem Aufbau an ein Stück Filmmusik. Es passiert eigentlich nicht viel und dann doch irgendwie und dann wieder nicht. Für mich erschließt sich auch nicht, warum man das auf fast 20min strecken musste - die Hälfte davon hätte auch gereicht. "Fracking Fluid Injection" ist dagegen zwar nur halb so lang, dafür aber 4fach abstrakter. Dieses Stück kann man nicht anhören, geschweige denn genießen, sondern eher auseinander pflücken und sich fragen, ob das wirklich noch Musik ist, die mein Ohr vernimmt. Es ist nicht schlecht gemacht, aber zum wohligen Lauschen auf dem heimischen Sofa mit einem Kaffee in der Hand am Sonntagnachmittag ist es eher nicht geeignet.

Insgesamt finde ich, dass The Knife ihren leicht abstrakten Ansatz aus "Silent Shout" auf "Shaking Habitual" konsequent weitergeführt und ausgebaut haben. Dafür haben sie vielmals auf Harmonien und Melodieebenen verzichtet, die "Silent Shout" ausgezeichnet haben und diese durch abstraktere Arten von Musik ersetzt. Ich finde es in der Summe nicht schlecht und auch hörbar, aber es ist auch anstrengend, diesem Album zu lauschen. Es vergeht keine Minute, in der man sich fragen könnte, was die Dreijer- Geschwister mit dieser Musik von dem Hörer wollen. Was es vor allem anstrengend macht, ist die Tatsache, dass die meisten Titel nicht nur einen Tick sondern immer um die 3-5 min sowie schon erwähntes "Old Dreams..." sogar 10min zu lang geraten sind. Bei einem Buch würde man sagen, dass der Autor zuviel drumherum palavert und die Geschichte zu mehr als 100% auserzählt, was auf "Shaking The Habitual" übertragen bedeutet, dass The Knife einfach jeden Titel zu mehr als 100% ausreizen. Damit werden für mich die langen Brocken auf ihren letzten Metern einfach langweilig und ufern zu sehr aus. Da hätten die beiden ruhig ein paar Sachen weglassen können, da sie den jeweiligen Tracks nichts neues mehr hinzufügen und diese unnötig strecken. Es ist ein überraschend sperriges Werk geworden, was aufgrund der Vorgeschichte von The Knife so nicht zu erwarten war, auch wenn der Albumtitel schon etwas Vordeutung zuließ. Es wird (wie manche Bewertung hier schon zeigt) nicht jedem gefallen und auch ich sehe nicht alles positiv, aber es ist für mich definitv eines der interessantesten Alben für 2013, was Musik im elektronischen Sektor betrifft.
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