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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich hab' Ingrid kleingemacht"
Mit den Fällen Ferdinand von Schirachs begleiten wir einen Anwalt mitten in die Verbrechen. Oliver Berben ist es gelungen, den Spiegel-Bestseller wirklich atemberaubend zu verfilmen, in dem er den Charme der Kurzgeschichten erhält und großartig inszeniert. Noch mehr verstärkt wird die Wirkung der innovativen Serie von Solo Avital, der eine beachtliche...
Vor 6 Monaten von PeterS veröffentlicht

versus
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Tatort" meets "Saw"
Am Ende blieb dann doch eine leichte Enttäuschung: Ich hatte mich nach dem Lesen der diversen euphorischen Kritiken eigentlich doch sehr auf die DVD gefreut, zumal mir die beiden entsprechenden Bücher von F.v. Schirach auch gut gefallen haben. Leider hat der Regisseur Oliver Berben die teilweise hochinteressanten, manchmal sehr berührenden, manchmal...
Vor 21 Monaten von Rainer Herzog veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich hab' Ingrid kleingemacht", 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller [2 BDs] [Blu-ray] (Blu-ray)
Mit den Fällen Ferdinand von Schirachs begleiten wir einen Anwalt mitten in die Verbrechen. Oliver Berben ist es gelungen, den Spiegel-Bestseller wirklich atemberaubend zu verfilmen, in dem er den Charme der Kurzgeschichten erhält und großartig inszeniert. Noch mehr verstärkt wird die Wirkung der innovativen Serie von Solo Avital, der eine beachtliche visuelle Ästhetik ergänzt. "Verbrechen" ist weit entfernt von typischer deutscher Krimiunterhaltung und erreicht mit der Art, Geschichten überraschend zu erzählen, tollen Schauspielern und Anleihen bei Quentin Tarantino ein fantastisches Unterhaltungsniveau. Ansehen, unbedingt!

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Wenn die Tatort-Melodie ertönt, findet man meist ein Mordopfer irgendwo im deutschsprachigen Raum. Davon ausgehend beginnen Ermittlungen, die der Zuschauer rätselnd begleitet, und nebenbei entfaltet sich häufig das Privatleben des Ermittlers. Nicht nur im Tatort, sondern in fast jedem Krimi. Anders bei Schirach. Wir sind in fast jeder Episode von Anfang an auf Augenhöhe mit dem Täter. Nicht investigativ; wir erleben die Verbrechen, oder die Ereignisse, die als solche erscheinen, meist eingangs der Episode. Und begleiten die Entwicklung als wissende Zuschauer.

Die Spannweite der Täter, die uns Produzent Oliver Berben und Autor Ferdinand von Schirach zeigen, ist so breit wie die Gesellschaft: Ein schüchterner Mediziner. Kleinkriminelle aus dem Berliner Kiez. Ein sehr erfolgreicher Finanzfachmann und Arbeitslose mit einem langen Vorstrafenregister. Im Bonusmaterial berichtet Ferdinand von Schirach, wie alltäglich Mörder in der Wirklichkeit sind, und wie leicht Menschen dazu werden können. Dem trägt die Episodenauswahl Rechnung, und das macht einen Teil des Charmes aus.

Die visuelle Ästhtik, die Solo Avital für die Serie geschaffen hat, ist einmalig. Die Kamera hält gerne inne und erinnert an ein Foto, wie in einer Kriminalakte. Umgekehrt erwachen Fotos in den Filmsequenzen zum Leben und lassen Erinnerungen an die Vergangenheit bewegt zurückkehren. Die Objekte der Taten erhalten kunstvoll eingestreut eigene Filmtafeln. Ob nun Einbruchswerkzeuge, Diebesgut oder Waffen: die Kamera spielt geradezu verliebt mit den Werkzeugen des Verbrechens.

Die agile Bildführung verharrt für kurze Momente auf Details der Schauspieler. Auf den Augen, auf dem Mund. Wie ein begabter Ermittler erfasst sie blitzschnell Emotionen und Ausdrücke. Innerhalb einer Szene werden unterschiedliche Bilder erzeugt; das können gefärbte und grobkörnige Aufnahmen gegenüber natürlichen sein. Wenn sich Friedrich Leonhardt in seiner Kanzlei bewegt, spielt die Kamera auch einmal mit dem Gegenlicht und lässt die Silhouette des großen Mannes mit dem Hut eindrucksvoll wirken. Wie ein Agent erwächst das Abbild des ruhigen Anwalts vor dem Zuschauer.

In der Beweglichkeit und den sehr kurzen Einblendungen ist die Serie nicht weit von Quentin Tarantinos Erzählstil entfernt. Dabei ist sie eigenständig und entwickelt statt zu kopieren. Aber auch bei "Verbrechen" sollte man nicht zu zartbesaitet sein. Auch wenn die Psychologie im Vordergrund steht, feiert die Kamera auch gerne einmal abgetrennte Gliedmaßen und Blut. Wenn auch häufig nur weniger als eine Sekunde aufbltzend.

Fehners Apfel schafft es nicht nur auf Titel und Menü taucht er immer wieder in der Handlung auf. Ist es ein Apfel der Erkenntnis, hier zu den einzelnen Verbrechen? Stellt er die Versuchung, die Sünde dar?

Produzent Oliver Berben schätzt die Buchvorlage. So sehr, dass er den Folgenautoren aufgab, keinen Dialog aus der Vorlage auszulassen, und kein Wort zu verändern. Das war eine gute Entscheidung.

Josef Bierbichler als Strafverteidiger Friedrich Leonhardt ist ruhig und statisch; jede Geste, jede Miene ist souverän auf den Punkt gespielt. Bierbichler verkörpert einen ganz anderen Typus als das reale Vorbild Ferdinand von Schirach, den wir in den Interviews der Bonussektion kennenlernen. "Charakterkontinent" nennt Jochen Hieber Bierbichler in der FAZ, und das ist ein schönes Attribut für diesen präsenten Schauspieler.

Alle Darsteller vermitteln ihre Rollen sehr glaubhaft. Es sind nicht nur die großen Namen, wie Jan Fedder und Bettina Zimmermann, die Schauspielkunst demonstrieren: auch Hassan Akkouch, als Zeuge und Verdächtiger Abbas Portas, lässt in der Gerichtsverhandlung die Mundwinkel über einen langen Zeitraum nervös zittern, um dann mit sich überschlagender Stimme auszusagen. Das ist Vollblutschauspiel im Tunnel der Rolle.

Ich habe in den letzten Monaten weit über hundert Stunden Material gesehen. Schirachs "Verbrechen" liegen dabei gleichauf mit dem "Tatortreiniger" an der Spitze -- sowohl qualitativ, als auch bezogen auf den Unterhaltungswert. Die beiden Serien bringen eine kleine Schnittmenge mit, in dem sie kriminalistische Aufklärung auf innovative Art in den Mittelpunkt stellen. In ihren Ansätzen sind sie dabei grundverschieden, aber auf ihre Art beide herausragend!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutscher TV-Krimi 2013 RELOADED!, 18. April 2013
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller [2 BDs] [Blu-ray] (Blu-ray)
SERIENBESCHREIBUNG Bewertung (Review):

Ferdinand von Schirach wurde spätestens durch das gleichnamige Buch VERBRECHEN: STORIES bekannt, welches nicht nur unter Juristen gerne gelesene Lektüre ist. Die TV-Serie kann natürlich nur versuchen entsprechende Fälle in ein adäquates filmisches Gewand zu packen. Was fehlt, ist natürlich das Salz in Suppe der Von Schirach'schen Kommentierungen vom Buch der moralischen, juristischen oder sonstigen Randbedingungen.

Und man stellt erneut fest, dass ein Buch eben ein Buch mit all seinen Facetten ist, und ein Film nur eine Auswahl von Bildern, die weit unter unseren eigenen Phantasiemöglichkeiten liegen. Deshalb soll fairerweise die Serie hier unabhängig vom Buch und im Vergleich mit anderen TV-Serien und auch nicht mit aufwendig produzierten internationalen Kino-Thrillern bewertet werden.

Aber das Niveau der 6 Folgen ist in diesem Vergleich mit Abweichungen recht hoch, alle leben von der Offenheit in Bezug auf explizite Darstellungen aller Art und es wird oft eben nicht weggeblendet und auch die Kameraführung und die Bildausschnitte sind hochwertig. Josef Bierbichler als Anwalt überzeugt durch seine trockene Art nach einiger Anlaufzeit vollends. Die Teile variieren von harter Thriller-Kost, über Dramen mit juristischem Hintergrund bis hin zu komödiantischen Beiträgen.

Mit der Serie haben wir nun spätestens den deutschen TV-Krimi Muff der letzten Jahrzehnte hinter uns gelassen. Trotz der unterschiedlicher dramaturgischer Reife und darstellerischem Niveau der einzelnen Teile können wir uns nun langsam trauen, auf Augenhöhe mit den französischen und nordischen Nachbarn aufzutreten. Hier eine kurze Übersicht über die 6 Teile im Einzelnen:

ACHTUNG: - LEICHTE SPOILERWARNUNG -

Teil 1: FÄHNER
Die Geschichte des Arztes und seiner Ehefrau, die sich im Laufe der Ehe als psychopathisch entwickelt, lebt von den leisen Tönen der Rückblenden und den dann umso gewaltigeren eruptiven Szenen. Man kennt das Ende der Entwicklung da dies am Anfang steht, dennoch ist die Spannung des "wie" und "warum" groß und der Beitrag lebt von den hervorragenden und intensiven schauspielerischen Leistungen. Das Schlussplädoyer des Anwalts ist für mich der Höhepunkt dieses Teils. Mit mich ist dies der stärkste Teil der Serie.

Teil 2: TANATAS TEESCHALE
Die Geschichte der 3 Kleinkriminellen die unwissentlich wertvolle japanische Kunst entwenden ist vielleicht der schwächste der Serie. Gefühlt besteht dieser Teil aus mehr als 50% "Eh, Alter…-Dialogen", Streitereien und Sprüchen zwischen den Ganoven und sonstigem Geschrei. Man freut sich immer über die kurzen Szenen mit dem Japaner und die damit verbundene Ruhe. So wirkt dieser Teil etwas der Story geschuldet und überhastet.

Teil 3: GRÜN
Hier geht es warum es das Hobby eines Mannes ist Schafe bestialisch zu ermorden. Insbesondere wird der Verdacht deutlich, dass er dies auch mit Menschen macht. Fragen nach psychotischen Ursprüngen werden erfolgreich gestellt und Bierbichler hat wieder relativ viel screentime. Der junge Mann versteht es exzellent die Zerrissenheit der Person und seine mentalen Abgründe darzustellen.

Teil 4: DER IGEL
Im vierten Teil wird ein Libanese der schon auffällig geworden ist auf zweifelsfreier Basis vor Gericht gebracht, betraft und hinter Gittern gebracht. Alles scheint glatt und logisch abzulaufen bis einer seiner Brüder eine unerwartete Aussage macht. Alle Darsteller agieren glaubwürdig und auf hohem Niveau. Die Wendung ist geschickt dramaturgisch aufgebaut und man fiebert dem Ausgang dieses Teils zu.

Teil 5: SUMMERTIME
Der Mord an einer Frau im Hotel fällt sofort auf einen Mann der sich mit ihr treffen wollte. Mit einer Überwachungskamera könnte alles aufgeklärt werden wenn…ja wenn die Sommerzeitumstellung nicht dazwischen gekommen wäre. Somit beginnt ein spannendes Spiel von Indizien und Motiven an dem Bierbichler wieder schön beteiligt ist.

Teil 6: NOTWEHR
Hier gibt es einen anonymen Überfall zweier Männer auf einen weiteren der sich aber zum Glück mit Waffen wehren kann und die Männer töten kann. Alles sieht nach Notwehr aus, aber genauere Untersuchungen zeigen Auffälligkeiten und mögliche Geheimnisse bei dem Überfallenen. Auch hier wird eine Story langsam und Stück für Stück aufgebaut und dann die Teile mittels erfahrenen Darstellern neu zusammengesetzt.

4,5/5 Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):

- BILD: gutes (HD) 16:9 Vollbild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen
- TON: relativ frontlastig und manchmal relativ schlecht verständlich, räumlich wo nötig, Blu-ray + DVD in DD 5.1 und DD 2.0
- EXTRAS: teilweise in HD: Green Box und Booklet (evtl. nur als Teil der BD Erstauflage), exklusives Interview mit Ferdinand von Schirach, Musikvideo RED von NaNuchKa, Die visuellen Effekte zur Arbeit von Solo Avital
- SONSTIGES: FSK 16 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur Teil der Erstauflage)
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Tatort" meets "Saw", 19. Juni 2013
Von 
Rainer Herzog "Borstentier" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Am Ende blieb dann doch eine leichte Enttäuschung: Ich hatte mich nach dem Lesen der diversen euphorischen Kritiken eigentlich doch sehr auf die DVD gefreut, zumal mir die beiden entsprechenden Bücher von F.v. Schirach auch gut gefallen haben. Leider hat der Regisseur Oliver Berben die teilweise hochinteressanten, manchmal sehr berührenden, manchmal überraschenden Stories mit einem Übermaß an exzessiver Gewalt- und Folterdarstellungen verbunden; schade, aber dieses andauernde Finger-absäbeln, Besenstiel-in-den-Anus-schieben, Gliedmaßen-abtrennen, sowie (letzte Folge) Kannibalismus, nervt dann irgendwann.

Joseph Bierbichler spielt natürlich wie gewohnt ausgezeichnet, als sehr interessant empfand außerdem ich den Umstand, dass nicht alle Fälle aufgeklärt worden sind, bzw. dass der Verteidiger auch eindeutige "Fehler" gemacht hat und somit für den Zuschauer eine schlichte und gewohnte Gut/Böse Kategorisierung entfällt. Symphatisch auch die manchmal eher unruhige, schnelle Kameraführung, das Spiel mit Licht, Farben und zeitlichen Rückblenden. Dafür 3 Punkte, ansonsten, wie gesagt, bleibt ein leicht negativer Nachgeschmack.

Nett, dass F.v.Schirach in dem beiliegenden Booklet auf die großartigen Serien "Breaking Bad" und "Homeland" verweist und einen vorsichtigen Vergleich zu "Verbrechen" vorschlägt, aber m.E. liegen da doch noch Welten zwischen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volle Punktzahl., 6. Oktober 2013
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller [2 BDs] [Blu-ray] (Blu-ray)
Wow....so muss deutsche Krimikost sein.
Nahezu Perfekt das ganze.
Jede der Folgen ist optisch ein Genuss und auch Story und Darsteller technisch hervorragend inszeniert.
Die Serie beruht auf dem Buch "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach und ist in 6 Fogen unterteilt.
Jede der Folgen geht ca. 45 Minuten und jeder der Folgen ist ein kleines Juwel.
Den roten Faden durch die Serie gibt Josef Bierbichler der den Strafverteidiger Friedrich Leonhardt darstellt.
Nebendarsteller sind u.a. Edgar Selge, Denis Moschitto, Alpa Gun, Bettina Zimmermann, Jan Fedder, Karim Cherif, Katja Flint, Pierre Besson, Jürgen Schornagel, Gustav Peter Wöhler und Antonio Wannek.
Von dieser Serie will ich unbedingt mehr sehen.....
Für Krimifreunde eine klare Empfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar frische und einmal ganz andere Krimiunterhaltung mit immensen Suchtfaktor und dem Wunsch nach MEHR!, 21. April 2013
Von 
DVD-Rezensionen - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller

Eine ebenso ambitioniert wie beachtenswert umgesetzte und wirklich einmal ganz anders daherkommende frische Serienproduktion ging im April 2013 beim ZDF auf Sendung. Die zunächst einmal gezeigten sechs Folgen dieser Miniserie erscheinen nun, zeitnah der Erstausstrahlung im TV, auf DVD wie auch Blu ray. Neben den sechs in den Episoden von dieser Box geschlossen aufgezeigten und erzählten spektakulären Geschichten aus der Welt des Verbrechens bietet die Veröffentlichung zudem jede Menge exklusiv erstelltes Bonusmaterial.

Die filmische Umsetzung der im Auftrag des ZDF entstandenen Miniserie lag in den Händen von Produzenten Oliver Berben, im Übrigen der Sohn von Schauspielerin Iris Berben, mit dessen Firma "Moovie - the Art of Entertainment".

Wie es der Titel schon erahnen lässt, steckt hinter der Idee und der literarischen Vorlage für die TV-Reihe der Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach. Dass Herr von Schirach neben seiner Autorentätigkeit seinen Lebensunterhalt zudem als praktizierender Anwalt für Strafrecht mit seiner Berliner Kanzlei in der Meinekestraße verdient, bekommt seinen in diesem Genre angesiedelten Buchtiteln, natürlich hervorragend. So einen diese nicht nur Fach- und Insiderwissen, sondern sind zugleich authentisch und in einer Finesse verfasst, die eben nur ein wahrer Kenner der Materie so zu Papier bringen und vermitteln kann.

Dabei sollen alle Themen und gezeigten Fälle von den sechs jeweils um die vierundvierzig Minuten laufenden Folgen der mir vorliegenden DVD-Box sich so tatsächlich zugetragen haben. In einem Interview bekräftigt der Autor dies ausdrücklich, auch wenn er natürlich einräumt, dass die filmische Umsetzung unter der Wahrung der Persönlichkeitsrechte der ehemaligen realen Mandanten erfolgte.

Die Fälle werden in den Episoden der Filme aus dem Blickwinkel mit der Sicht und Perspektive von Strafverteidiger "Friedrich Leonhardt" (Josef Bierbichler) aufbereitet erzählt. Dabei geht es, im Gegensatz zu sonst oft traditionellen Krimiserien in "Verbrechen" vielmehr darum, den Weg hin zum Verbrechen und die Frage nach dem Warum zu zeigen. Eine reine Ermittlungsarbeit, wie sonst bei Tatort und Co. oft üblich, gibt es hier eher am Rande und nicht einmal in jeder der Folgen zu sehen.

Fasziniert stellte ich an mir selber fest, dass es dieser ganz eigene und so besondere Stil in der Art der Umsetzung ist, der mich veranlasste mich mit meinen eigenen Gefühlen und Sympathien auf die Seite des oder der eigentlich "Bösen" zu stellen. Dabei sind die begangenen Straftaten und Fälle nun wahrlich keine "Kavaliersdelikte" oder Streiche von vorpubertären kleinen Jungs. Nicht ohne Grund liefen die Folgen, bei deren Erstausstrahlung im TV nach 22 Uhr und auch die Altersfreigabe ab sechzehn Jahre auf dem DVD-Cover, hat durchaus ihre Berechtigung.

Insgesamt zeigen sich die sechs Episoden mit deren erzählten Geschichten wunderbar vielfältig und bunt gemischt. So schafften sie es, dass ich den einen Moment noch mit breitem Dauergrinsen und im Nächsten mit Gänsehaut und weit aufgerissenen Augen des Schreckens vor dem Fernseher saß. Es sind aber auch wirklich bizarre Verbrechen, um die es geht. Ob es nun der Ehemann ist der seine Frau nach mehreren Jahrzehnten im Keller mit der Axt zerlegt, ein junger Mann als "Schafeaufschlitzer" unterwegs ist oder gar den Drang verspürt mal etwas an seiner Freundin "herumzuknappern". Die Fälle sind allesamt äußerst ungewöhnlich aber eben auch darum u. a. so grandios unterhaltend.

Die beiden DVDs der vorliegenden Veröffentlichung finden sich einzeln lagernd und entnehmbar in einem einfachen Klarsicht-Amaray-Case mit Wendecover. Die Gesamtlaufzeit des dabei zu erlebenden Bilds im 16:9 Seitenformat beträgt laut Cover 270 Minuten, zuzüglich nochmals ca. 50 Minten für die Extras. Die Bildqualität ist entsprechend einer so zeitnah gefertigten und im TV in HD-Qualität gezeigten Produktion gut.

Dabei wählte man für die visuelle Darstellung zahlreiche und höchst unterschiedliche Möglichkeiten, um der Reihe auch hier ihrem ganz eigenen und unverwechselbaren Stil zu geben. Neben rasanten und ungewöhnlichen Kamerafahrten und Perspektiven kommen auch bildverfremdende Filter und am Computer generierte Objekte zum Einsatz. Das ist im ersten Moment ungewöhnlich, gibt der Reihe aber selbst einen unwahrscheinlichen Drive. Dabei fungiert dann Strafverteidiger "Leonhardt", sobald er im Bild auftaucht, beinahe wie eine Art Überdruckventil und bodenständige Ruhe bringender Gegenpol. Diese Machart der Inszenierung hält die einzelnen Folgen und deren Handlungsverlauf dadurch zugleich sehr lebendig und die Spannung für die mitfiebernden Zuschauer auf stets hohem Niveau.

Die sehr stimmungsvoll und zum Teil mit animierten Szenen und zu hörender Hintergrundmusik gestalteten DVD-Menüs sind gelungen umgesetzt. Übersichtlich und in Textform dargestellt, bietet jede der beiden DVDs drei Episoden der Miniserie an. Die können unmittelbar zur Wiedergabe angewählt und gestartet werden. Die Möglichkeit alle Episoden einer DVD "am Stück", also ohne Unterbrechung und erneuten Wiedergabestart anzusehen, besteht nicht. In den einzelnen Folgen wurden einige Marker zur unmittelbaren Szenenanwahl oder eben auch für Kapitelsprünge gesetzt.

Der Veröffentlichung liegt ein zwölfseitiges bebildertes Booklet bei. Neben eines Vorworts vom Buchautor Ferdinand von Schirach, finden sich noch einige Angaben zu Cast und Crew, wie kurze Inhaltsangabe zu jeder der sechs Episoden in dem Booklet. Einige Informationen zu den "Moodsboards" wie "Die visuellen Effekte" schließen es inhaltlich.

Unter der Redaktion von Thore Vollert entstanden unter Mitwirkung der "Kilger Media" einige exklusive Extras für diese Veröffentlichung. Von der ersten DVD werden, neben einiger Trailer, ein ca. um die 43 Minuten laufendes Extra mit und unter dem Titel "Wie entstand Verbrechen?" angeboten. In fünf untergliederten und sowohl im Ganzen wie auch einzeln aufzeigbaren Kapiteln wird versucht, diese Frage zu beantworten. Die einzelnen Kapitel der jeweiligen Filmbeiträge lauten dabei wie folgt:

- Vom Bestseller zur Mini-Serie
- Die Erzählweise
- Der Look
- Der Sound
- Die Besetzung

Auch die zweite DVD bietet einige sehr interessante Extras an. Zum einem wäre da ein in etwa vierzehn Minuten laufender Beitrag der "Ferdinand von Schirach im Gespräch" zeigt. Das Musikvideo zur Mini-Serie sowie ein in etwa sieben Minuten "Die visuellen Effekte" in der Serie zeigender Filmbeitrag sind die weiteren Extras. Leider bietet der interessante Beitrag über "Die visuellen Effekte" nur einen englischen Ton, ohne zuschaltbare deutsche Untertitel an.

Tonbewertung:

Gleich in zwei Varianten kann der deutsche Ton von den beiden DVDs dieser Veröffentlichung wiedergegeben werden. Dabei sind beide Umsetzungen, sowohl die als Dolby digital 2.0 wie auch die als 5.1-Ton stimmig gemischt. Die geführten Dialoge der Darsteller sind zumeist, bis auf einige kleine Ausnahmen, gut verständlich und ohne nennenswerte Auffälligkeiten in der technischen Umsetzung. Sowohl das Volumen wie auch der Klang überzeugen durchgehend mit gleichbleibend kontinuierlich guten Einstellungen und Werten.

Hinter der Musik zur Mini-Serie steht der israelische Filmemacher und Musiker Solo Avital. Sehr schön ist, dass die DVD optional zuschaltbare gut lesbare deutsche Untertitel für Hörgeschädigte und Gehörlose, mit zusätzlichen bildbegleitenden Ton-Informationen, anbietet.

Gesamteindruck:

Mich hat diese Serie und deren wirklich einmal ganz neues und wunderbar erfrischendes Konzept in deren Umsetzung überzeugt. Wenn überhaupt, gibt es für mich nur einen einzigen wirklichen Kritikpunkt und der besteht darin, dass die sechs Folgen einfach viel zu wenige sind. Ich hoffe, es gibt bald "Nachschlag" und weitere Folgen dieser so sehenswerten und mit jeder Menge nett gemachter tricktechnischer Spielereien bestückten Serie zu sehen. Wenn dann auch noch die Umsetzung auf DVD und Blu ray wieder abermals so gelungen sein wird wie die bei der hier vorliegenden Veröffentlichung durch das Label "Studio Hamburg Enterprises", werde ich ganz bestimmt wieder zugreifen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ferdinand von Schirach, 7. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich mal Krimis von einer anderen Seite gezeigt, oft mit einem verblüffenden Ende. Hervorragend Josef Bierbichler als Anwalt.
Sehr sehenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmig verfilmt, 16. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer die Bücher kennt, ist trotzdem nicht enttäuscht über die normalerweise sehr schwierige Darstellung psychologischer Vorgänge. Ganz hervorragend gelungene Umsetzung. Akustisch versteht man den Anwalt nicht immer, wenn er etwas unartikuliert oder nuschelig spricht. Aber das soll wohl so sein. Empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur gut!, 31. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller [2 BDs] [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich kenne die Bücher, ich finde es ist mit das Beste, was an deutscher Literatur seit Jahren veröffentlicht wurde! Gleiches gilt für die filmischen Umsetzungen!!! Mehr davon!!!
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4.0 von 5 Sternen Obacht: Spoiler im Beiheft ! Heft nicht lesen !, 10. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorsicht: Die Kurz-Zusammenfassungen im Beiheft zur Doppel-DVD verrraten zwar nicht, wie die einzelnen Folgen...enden - aber sie fassen doch einiges an Handlung zusammen und beschädigen somit den Spannungsaufbau. Das Heft NICHT lesen, bevor man die Folgen angschaut hat!
Zur Mini-Serie selbst: Auf alle Fälle ungewöhnlich und interessant. Rüttelt die eingefahrenen Seh- und Erwartungsgewohnheiten angenehm durch. Bis auf die Erwartung an Bierbichler: Der spielt sich wieder einmal selbst. Was keineswegs negativ gemeint ist.
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5.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam, 24. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen - Ferdinand von Schirach - Die Serie zum Bestseller [2 BDs] [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich habe vorher das Buch gelesen und war sehr gespannt auf die Verfilmung. Sehr gelungen und unterhaltsam!

Es wurden gute Schauplätze gewählt, tolle Darsteller und ein guter Regisseur verpflichet. Mir gefällt sehr gut, dass die einzelnen Fälle nicht zu langatmig augearbeitet wurden.
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