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am 6. April 2013
Es ist sicher schwierig dem Roman gerecht zu werden, ich versuche es trotzdem, auch wenn die Lektüre einige Zeit zurückliegt. Wenn es mir dabei gelingt, den einen oder anderen Leser zur Lektüre zu motivieren und er keinen falschen Erwartungen aufsitzt, bin ich zufrieden, denn das ist das Ziel dieser Rezension.

Ich habe das englische Original kurz nach Erscheinen gelesen und bin ggf. etwas diffus bei den Details, weil die Lektüre schon einige Zeit her ist. Das als Warnung. Außerdem mag ich es selbst überhaupt nicht, wenn eine Rezension die Handlung wiedergibt. Das passiert darum auch hier nicht.

Zum Autor

Ich habe damals (bei Erscheinen der deutschen Ausgabe) von Kim Stanley Robinsons "Mars-Trilogie" diese als "langweilig" weggelegt. Ich bin also nicht unbedingt jemand, den man als Fan-Boy von Mr. Robinson betrachten könnte oder jemand, der einen weitgehend intellektuellen Leseansatz verfolgt ("Lesen muss wehtun!"). Ich lese gerne und auch mit dem "Bauch". Dieses Buch hat meine Meinung zu Robinson beträchtlich positiv beeinflusst. Ich bin damals sicher unvorbereitet den Lobgesängen vieler Kritiker aufgesessen. Ich war nicht auf das gefasst, was (und wie) Robinson schreibt. Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte das im Hinterkopf behalten.

Setting

2312 ist ganz zweifellos Hard-SF, d.h. er beschäftigt sich bis ins Detail mit den Eigenarten z. B. der Planeten und Monde im Sonnensystem. Gleich zu Anfang erfährt man Dinge über den Merkur, für die man ansonsten schon ein relativ nerdiger Astronomie-Fan sein muss, um darauf zu kommen. Diese Detailverliebtheit ist für mich persönlich faszinierend. Das Buch enthält grandiose und (soweit ich das beurteilen kann) wissenschaftlich (nach heutigem Stand) fundierte Einblicke in unser Sonnensystem und eine realistisch mögliche interplanetare Raumfahrt und Besiedelung. Das läuft, so unspektakulär das erscheinen mag, nicht auf riesige, waffenstarrende Sternzerstörer hinaus. Ein Flug zwischen Planeten dauert ... Wem bei diesen Worten der Gedanke "wie langweilig" in den Sinn kommt: Ich habe das beim Lesen nicht so empfunden.

Wer unbedingt Überlichtantrieb und fiese Aliens braucht, Finger weg!

Wer z. B. "Rendevous mit Rama" von Arthur C. Clarke als spannend empfunden hat und den Film "2001 - Odysee im Weltraum" nicht als Schlafmittel benutzt, dem sei dieses Buch eindringlich empfohlen! Ich habe viele faszinierende Ideen gefunden und ich lese seit langem SF, bin also kein Greenhorn auf diesem Gebiet. Und ich hasse es, wenn ein Autor Handwedel-Technologie verwendet, um Probleme seiner Story zu lösen. Das habe ich hier nicht gefunden. Da ich kein Physiker bin und auch kein Experte für Terraforming kann das natürlich an meiner persönlichen Ignoranz liegen, aber so ist das nun mal.

Figuren

Die Hauptcharaktere sind menschlich, aber durchaus fremdartig (Perry-Rhodan-Leser werden den Begriff "umweltangepasst" kennen, das beschreibt es recht gut), denn sie haben eine Entwicklung durchgemacht, die 300 Jahre in der Zukunft liegt. Sie sind anders, sie sind durch eine andere Umgebung geformt, und das spiegelt der Roman auch wieder. Ob das realistisch ist, kann niemand beurteilen, denn niemand kann 300 Jahre in die Zukunft blicken, aber Robinson hat sich Gedanken gemacht. Wer hier Figuren erwartet, die in der Zukunft leben und denken und sich verhalten wie Menschen unserer Zeit, hat möglicherweise ein Problem.

Flach, wie in vielen Rezensionen zu lesen, finde ich die Figuren keinesfalls. Im Gegenteil, Swan ist meines Erachtens eine Figur, die deutlich komplexer angelegt ist, als z. B. der Großteil der Figuren in den zahlreichen "Space Operas in x Bänden" für Leser von Dingens und Bummens. Die Figuren in 2312 sind keine liebenswerten Leute von nebenan, die man sofort kuscheln möchte und die man gern zum Geburtstag einlädt, sicher nicht. Man findet also nicht unbedingt einen Sympathieträger. Wer das nicht aushalten kann, hat möglicherweise ein Problem. Es ist aber nicht so, dass sie dem Leser gleichgültig sind. Das wäre für mich ein KO-Kriterium gewesen.

Handlung

Die Handlung entwickelt sich weitgehend der Rotationsgeschwindigkeit des Merkur entsprechend, also ziemlich gemütlich. Die Schilderung eines ausgedehnten Fußmarsches (mit Übernachtungen) unter der Oberfläche des Merkur ist sicher realistischer dargestellt als jede hektische Verfolungsjagd mit was auch immer für exotischen Flug/Fahr/Schwimmgeräten in vielen Science Fiction Romanen. Ein Fußmarsch? Wer hier ein nervöses Zucken bekommt ... gut, dann sollte er oder sie sich überlegen, ob er oder sie diesen Roman lesen möchte.

Die Herausforderung dieses Marsches hat viel mit dem Aufenthalt in einer nicht-irdischen Umgebung zu tun, die ich als hochspannend empfunden habe. Und ich hatte nicht das Gefühl zu wissen, wer und ob hier jemand diesen Marsch überlebt. Und das bedeutet nicht, dass an jeder Ecke ein Alien geifert und alle der Reihe nach wegzerrt.

Das trifft auf viele Ereignisse im Buch zu. Wer einen Western-Roman im Weltraum erwartet oder fiese Außerirdische, die die Erde bedrohen (oder wen auch immer), das ist nicht drin im Paket. Irgendwie dann doch, nur jedenfalls nicht mit den üblichen künstlichen Aromen und Zusatzstoffen. Es sind eher Episoden denn eine Handlung, die strikt von A nach B führt und C als Ergebnis hat.

Es ist Magerkost für Action-Fans, total versalzen für Leute, die mit der Science in der Fiction nichts anfangen können, und sicher zu anstrengend für Leser, die ungern die Habitable Zone ihres Lesehorizonts verlassen möchten. Sie denken: 2001 ist total langweilig und ohne Staubsauergeräusche ... Das deutet auf sprießende Pickel beim Lesen dieses Buches hin.

Die vielfach kritisierten Einschübe habe ich im Übrigen auch nicht wirklich genossen, manche waren mir zu kryptisch und ich war zu faul, den Sinn dahinter zu recherchieren, manche dann doch interessant, weil man irgendwie etwas damit anfangen konnte. Aber ich hatte auch manchmal das Gefühl, hier hat Robinson vielleicht etwas zu sehr aufgedreht (möglicherweise sind viele Dinge in der Übersetzung dann auch zugänglicher, aber das kann nicht beurteilen). Trotzdem sind auch diese Einschübe kein Grund für einen Verriss oder den freiwilligen Verzicht auf die Lektüre. Man kann sie auslassen, wenn es zu hart wird.
Und, wer weiß, vielleicht liest man den Roman in 10 Jahren und erkennt, was einem da entgangen ist. Werde ich dann vielleicht selbst merken.

Persönliches Fazit

2312 zeigt eine mögliche Zukunft der Menschheit im (!) Sonnensystem, einen Ausblick darauf, was sein könnte, mit Figuren, wie sie sein könnten. Das ist nicht leicht verdaulich, das ist nicht einfach nur Unterhaltung, das ist aber wohldurchdacht und meiner Meinung nach auch spannend, vor allem aber ein faszinierender Blick in unser Universum, direkt vor der Haustür, ohne galaxienweite Konflikte und eher ruhig gehalten.

Egal was Leser x oder y empfunden hat oder wie sehr er angeblich gegähnt hat. Es gibt immer Romane, die einen Schritt außerhalb der eigenen Leseerfahrung sind, und Robinsons 2312 ist einen Schritt außerhalb dessen, was ein Großteil der veröffentlichten Science Fiction ausmacht. Wahrscheinlich ein Wagnis, zumindest für viele Leser. Aber sicher für einige ein Gewinn, wenn man bereit ist sich darauf einzulassen.

Für mich war es eines der faszinierendsten Science-Fiction-Bücher der letzten Jahre und ein Leseerlebnis.
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am 16. September 2013
Einleitung

Ich kenne den Autor über seine Mars-Trilogie. Daher habe ich mit einem detaillierten Universum mit einem Hang zur Innerlichkeit gerechnet. Auch freute ich mich auf die ästhetischen Schilderungen, die es einem helfen sollten, in der Phantasie, sich an Orte zu versetzen, die noch nie von einem Menschen betreten wurden. Was ich aber bekam war um einiges mehr und vor allem viel persönlicher.
Das Buch spannt seine Handlung über eine Zeitspanne die, in dieser Fiktiven Zukunft, einen Umbruch einleitet. Auch wenn die Protagonisten keine konkreten Konsequenzen erkennen, so werden ihre Handlungen die Zukunft verändern.

Inhalt

Der Ausgang findet sich in einem Sonnensystem, in denen die Kolonien, die sich fast über alle Planeten und Monde erstrecken, viele Lebensräume bieten. Die Raumer haben ein eigenes Verständnis von Leben entwickelt und teilen fast nichts mehr mit denen, die auf der Erde zurückgeblieben sind. Sie experimentieren mit ihrer Umwelt, den sozialen Gegebenheiten und schließlich, mit sich selber. Terraforming, sozioökonomische Unabhängigkeit und körperliche Manipulationen bieten den neuen Menschen im All nie geahnte Alternativen. Die Erde jedoch steckt in ihrem alten Korsett und steht diesen neuen Lebensarten skeptisch gegenüber. Zumal ihre strickten politischen Systeme, und damit ihre Führer, in den fremd gewordenen, passable Sündenböcke für den Mangel, der das Leben der Menschen auf der Erde nach wie vor prägt, finden. Propaganda lenkt somit von den alten Problemen, die dem Leser selber bekannt sein können, ab.
Die Protagonisten finden sich also in einer Welt, oder Welten, voller Gegensätze wieder. Das Sonnensystem wird von Vorherrschaftsansprüchen, Isolationsbemühungen und Kooperativen bestimmt.
2312 prallt alles aufeinander, physisch und ideologisch gleichermaßen. Während dieses Konfliktes wird eine universelle Wahrheit sichtbar. Auch wenn die Menschheit ins Sonnensystem expandiert ist, wird sie keine Freiheit erlangen, solange die Erde in ihren alten Problemen feststeckt. Dabei müssen sie des weiteren feststellen, dass sie es wohl möglich mit einer dritten Fraktion, neben Erde und Kolonien, zu tun haben könnten.

Struktur

Das Buch setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Es erzählt die Geschichte aus diesem Zeitabschnitt und bietet zwischendurch Listen und Auszüge.
Die Listen sind Assoziationen die z.B. Gegenständen und Symptomen, begriffliche Objekte (Wenn es denn so etwas gibt), aneinander Reihen. Dabei überlässt es der Autor dem Leser selbst die Verbindungen zu erkennen oder vielleicht überhaupt herzustellen.
Die Auszüge sind Schnippsel von Literatur aus unterschiedlichen Literaturformen und Fachbereichen. Sie sind manches mal stark aus dem Kontext gerissen und wieder bleibt es dem Leser selber überlassen, den verlorengegangenen Kontext, wieder herzustellen.
Zuletzt will ich nicht unerwähnt lassen, dass es neben Geschichte, Listen und Auszügen noch eine vierte Variante gibt. Diese möchte ich nicht weiter erwähnen denn sie gehören, meines Erachtens, zu allen dreien oder zu keinem dazu. Das bleibt dem Leser wohl selber überlassen.

Diese drei, oder vier Typen, wechseln sich ständig ab und erfüllen ihre Funktion, meiner Meinung nach, Gewöhnungsbedürftig.
Das ständige unterbrechen der Geschichte verlangsamt den Fluss der Erzählung erheblich. Dieses erkläre ich mir so, dass die assoziativen Listen und die kontextlosen Auszüge den Leser stärker fordern als wenn er der bloßen Geschichte folgen würde. Daher können sie Leser, die anderes gewohnt sind, stark beanspruchen und dem Buch seine kurzweiligkeit nehmen. Ob man die Geschichte auch ohne diese Passagen genießen kann, kann ich nicht sagen und erläutere ich in meinem Fazit.

Fazit

Dieses Buch hat mich so alleine gelassen, wie keines je zuvor. Die Persönlichkeiten sind nicht explizit beschrieben und die Handlungen sind nicht sehr auf das äußere Tun, die Aktionen, fokussiert. Schilderungen sind oft Portraits der Landschaft, in denen die Protagonisten kaum Raum finden. Es gibt verteilt über das Buch zwar Personenbeschreibungen der Charaktere, diese sind aber eher fragmentarisch und lassen diese daher etwas flach erscheinen.
Interessanter Weise empfand ich dies nicht so!
Es waren die Listen, Auszüge und die Geschichte selber mit der ich, als Leser, die Charaktere selber porträtierte. Es war, als würde ich einen Menschen kennen lernen und ihn aufgrund meiner Erfahrungen und seinem Handeln selber begreifen. Die Listen und Auszüge boten die Begrifflichkeiten und Hintergründe um auf die Personen zu schließen und sie sich selber zu erschließen. Damit konnte man sie in die Kontinua, die Idealbegriffe zwischen sich und ihrem Gegensatz aufspannen, einordnen.
Ich habe die Lektüre sehr genossen und ich muss zugeben, dass mir die Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind. Das mag an der eigenen Leistung liegen, über die man sich die Charaktere wohl erschloss. Es ist wohl ein wenig wie mit den eigenen Freunden. Je mehr Mühe man sich macht sie kennen zu lernen und hinter alles zu blicken, um so näher kommt man ihnen, wenn sie denn einen lassen.
Daher kann ich nicht empfehlen das Buch zu lesen, ohne die hintergrundgebenen Listen und Auszüge. Es würde einem, so meine ich, um eine Erfahrung bringen.
Daher ist das Buch fordernd aber lohnenswert! Für das Buch würde ich 4 Sterne geben. Das Vergnügen, welches es mit aber bereitet hat, lässt mich um die 5 Sterne nicht herumkommen.
Daher:
Es ist ein SF-Roman mit viel Detail. Das Jahr 2312 ist reichhaltig und wer möchte, kann sich von den technischen, ästhetischen und sozialen Details verblüffen lassen. Wer noch mehr will, kann versuchen die Menschen in ihrer Umwelt als Individuen begreifen. Hintergrund, Definitionen und Begriffe gibt es genug! Wer nur eine Geschichte und kurzweilige Handlung sucht, sollte weiter suchen.
Also:
Durchaus seltsam... aber interessant und vielleicht sogar für den einen und anderen bereichernd.
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am 26. Juni 2013
Dieser Roman ist definitiv keiner von der Sorte, die man zu lesen beginnt und die einen förmlich in sich hineinsaugen. Im Gegenteil: vor allem am Anfang, bis man sich an den Stil gewöhnt hat, ist der Roman ziemlich sperrig: die eigentliche Handlung entfaltet sich nur sehr langsam und auch später hat man manchmal über zig Seiten hinweg den Eindruck, daß Robinson sie aus den Augen verloren hat. Wissenschaftliche bzw. pseudowissenschaftliche (spekulativ aus der Sicht der Zukunft) Einschübe zerhacken den Lesefluß. Protagonisten mit Größen zwischen einem und drei Metern, bei denen man nie ganz klar hat, ob sie weiblich oder männlich sind (meist sind sie beides!), erschweren die Identifikation mit ihnen. Es gibt zugegebenermaßen einige Längen. Der Text selbst liest sich nicht einfach so runter. Er erfordert schon einiges an Konzentration, zum einen wegen der vielen technischen Details, aber auch wegen der manieristischen Art des Autors seinen Text aufzubauen.
Warum also fünf Sterne? mag man sich fragen. Nun, die verdient Robinson aus folgenden Gründen: obwohl er das Sonnensystem nie verläßt entfaltet er hier einen Ideenreichtum, der seines Gleichen sucht. Man spürt auf jeder Seite, daß er sich zu allen Aspekten von Raumfahrt, Weltraumkolonisierung, Terraforming, Menscheitsentwicklung, Entwicklung der Erde in Hinsicht auf Überbevölkerung, Klimawandel, etc. gründlichst Gedanken gemacht hat. Dabei verfällt er bisweilen auch in Gigantomanie, wie etwa beim Terraforming der Venus (wer sich ein wenig mit den physikalischen Daten der Venus auskennt dem ist klar, daß die Venus bei Ideen zum Terraforming in einer anderen Liga spielt wie z.b. der Mars) - Trotzdem macht es einen Heidenspaß einer der Nebenfiguren zuzusehen, wie er sich über eine Venus bewegt die sich mitten im Terraformingprozess befindet und nicht wiederzuerkennen ist. Wem es bei Science Fiction um intelligente Spekulation mit der Entwicklung der Menscheit und der Entdeckung und Kolonisierung des Weltraums geht, und wen es dazu auch nicht stört sein Hirn ein wenig auf Touren bringen zu müssen, der liegt hier richtig. Wer eine leicht zu lesende, spannende Räuberpistole sucht, liegt hier ausnahmsweise falsch. Fünf Punkte für 2312.
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am 14. Dezember 2013
2312 ist ein utopischer Roman im besten Sinne. Der Autor versucht mit aller Ernsthaftigkeit, sich eine Welt vorzustellen, die im Jahr 2312 liegt. Es ist keine "Space Opera" wie man sie sonst oft findet. ( Was ich auch ganz gerne lese ). Man wird also keinen Warp, Wurp oder Wirpantrieb finden, mit dessen Hilfe man fremde Sonnensysteme erreicht. Es gibt auch keine "Sprungpunkte" mit denen man durchs Universum hüpft. Keine Ausserirdischen und keine Zeitsprünge oder anders geartete Zeitreisen. Wer so etwas sucht, der sollte die Finger von diesem Roman lassen - es finden sich andere gute Romane, die mit solchen Inhalten aufwarten können. Dies bedeutet aber nicht, das 2312 langweilig wäre. Im Gegenteil. Es gibt eine große Fülle an phantastischen Visionen. Die Menschheit hat das eigene Sonnensystem besiedelt. Über den Merkur fährt eine Stadt, die auf Schienen gebetet ist, sie ist permanent unterwegs, damit sie nie im vollen Sonnenlicht steht, denn dann würde alles schmelzen. Der Mars ist seit langem besiedelt. Die Venus und viele Monde der Planeten ebenfalls. Vor allem hat man tausende von Asteroiden ausgehöhlt , um in ihrem Inneren Welten zu erschaffen. Es gibt künstliche Sonnen im Inneren der Asteroiden, Luft zum Atmen, Landschaften, Menschen die in ihnen leben und sehr viele Tiere. Man hat die gefährdeten Tierarten der Erde teilweise dort hin geschafft, um sie zu retten. Es gibt aber auch eigene biologische Kreationen oder die Wiedererweckung ausgestorbenen Lebens. Manche Asteroiden sind rein landwirtschaftlicher Natur, es wird Nahrung erzeugt, die für die ganze Menschheit bestimmt ist. Und, die Asteroiden lassen sich steuern und dienen ebenfalls als riesige Raumschiffe. Die Erde selbst ist stark mitgenommen, von all den selbst verursachten Umweltkatastrophen. Weite Gebiete sind überschwemmt bzw. verschwunden. 11 Milliarden Menschen leben weiterhin auf dem Ursprungsplaneten. Die "Raumer" machen lediglich einige Millionen aus. Auf der Erde regiert meist immer noch der Kapitalismus, der auch weiterhin dafür sorgt, alles dem Ende zuzutreiben. Durch Ausbeutung, Umweltzerstörung usw, usw. Auf den Planeten haben sich unterschiedliche Gesellschaftsformen herausgebildet.Einige muten sozialistisch an, bzw. sie ähneln zumindest bestimmten Formen der Kooperativen, die es schon gegeben hat. Ein einvernehmliches Miteinander unter allen Menschen, gibt es von daher immer noch nicht. Die Menschen selbst können aufgrund von Langlebigkeitsbehandlungen, bis zu 200 Jahre alt werden. Und es besteht Hoffnung, die Langlebigkeit weiter auszudehnen. Alle Menschen können daran nicht teilnehmen, dies gilt nur für eine Minderheit. Geschlechter gibt es vielfältigster Natur, Männer und Frauen - und viele weitere Varianten. Menschen die beide Merkmale in sich tragen, sowohl Frau, als auch Mann sind. Dies ist letztlich die Entscheidung des einzelnen, vieles ist medizinisch machbar und wird von der Gesellschaft auch akzeptiert. Künstliche Intelligenzen steuern quasi überall alles. Es gibt Menschen, die sich ihre persönliche künstliche Intelligenz direkt in den Kopf einsetzen lassen. Und es stellt sich die Frage: "haben die Menschen die künstlichen Intelligenzen überhaupt noch im Griff?". Dies ist der Rahmen, indem die Geschichte eingebettet ist. Sehr vielfältig und phantastisch. Zwischen den Kapiteln stecken dann immer wieder die sogenannten "Auszüge" oder "Listen". Der Autor erklärt darin alle möglichen technischen, naturwissenschaftlichen oder psychologischen Zusammenhänge. In einer meist abgehackten Sprache. Die Sätze werden nicht zu Ende geschrieben, man muss sich das Ende denken oder auch nicht. Ist wahrscheinlich das, was der Autor unter moderner Literatur versteht. Manchmal waren diese Einschübe interessant und hilfreich, manchmal ein wenig nervig. Ich meine damit z.B. die Aufzählung der weiblichen Namen aller Krater, die auf einem bestimmten Planeten zu finden sind. Etwas ermüdend. Der Autor scheint ein großer Fan klassischer Musik zu sein, von daher erfährt man auch sehr viel über die Werke einzelner Komponisten, vor allem Beethoven. Diese Darstellung nimmt schon sehr viele Seiten in Anspruch. Und es wird eine Menge Existenzphilosophie betrieben, was ist das Leben, was will und soll die Liebe, etc.etc. Alles sehr wichtige Themen, in einem utopischen Roman doch eher ungewöhlich. Trotzdem bekommt der Roman 2312 von mir 4 Sterne. Er bekommt 4 Sterne, weil der Autor ein Zukunftsszenario entwirft, das phantastisch aber durchaus denkbar ist. ( Die Menschen des Jahres 1713, würden wohl enorme Schwierigkeiten haben, wenn sie in unsere Welt versetzt würden! ). Vieles wird einfach weiter gedacht, die Umweltzerstörung, die Überbevölkerung, die Gentechnologie, die Mikrotechnologie, die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenzen usw.usw. Der Autor hat damit eine beeindruckende Welt erschaffen. Das Buch hätte gerne 100 Seiten kürzer sein können, dann wäre es ja immer noch dick! Das wären dann die etwas langatmigen Passagen, aber wenn von ca. 600 Seiten, 500 Seiten spannend sind, dann hat das Buch wenigstens 4 Sterne verdient. Die bekommt es hiermit von mir. Vom Kern der Geschichte habe ich nichts verraten, dies sollte man in einer Rezension nicht machen! Ich habe versucht den Rahmen aufzuzeigen, der diesen Roman ausmacht!
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am 4. Juni 2014
Der Roman quillt über von Ideen, die in den kommenden 300 Jahren Furore machen könnten. Die Story selbst ist nicht das Hauptthema, bindet aber die hintergründigen Fragen und Ausblicke geschickt in eine spannende Auseinandersetzung ein. Wer nicht nur Action sucht, sondern auch gern über ernstzunehmende Ausblicke in die Zukunft nachdenkt, für den ist dieser Roman ein Muss.
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am 29. September 2015
Dieses Buch beschreibt eine Welt, 300 Jahre in der Zukunft.
Die Menschheit hat viele Planeten und Monde des Sonnensystems besiedelt.
Der Autor lässt seine Hauptfiguren kreuz und quer durchs Sonnensystem reisen und beschreibt die vielen Welten und ihre Eigenarten.
Aber es gibt keine Handlung die eines Romans würdig wäre
... selbst im Showdown hängen die Protagonisten ihren Gedanken nach und ... ihrer Vorliebe für klassische Musik.
Seltsamer Stil bisweilen.
Dennoch 4 Sterne, wegen der vom wissenschaftlichen Standpunkt her realistischen sowie erzählerisch phantasievollen Utopie, und der sprachlichen Qualität.
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am 9. Juni 2013
Der Autor hat jede Menge guter und interessanter Ideen (Ein Stadt, die Merkur dauernd auf Schienen umkreist ;-) ) Irgendwie fliegt die Hauptperson dauernd auf unterschiedlichen hohlen Asteroiden durch das Sonnensystem und jedesmal wird ein wenig über die insuffiziente menschliche Zivilisation der Erde gelästert (Ökofiction). Das Buch macht am Anfang Spass und am Ende liest man nur noch weiter weil man noch das tolle Finale, das es doch nicht gibt, erwartet. Auf jeden Fall gut Unterhaltung - aber kein Leuchtfeuer ala Arthur C. Clark
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am 19. November 2013
Ja, das Buch ist zäh und langatmig. Auch lässt es Action vermissen und es ist definitiv keine Geschichte die man innerhalb weniger Tage verschlingt. ABER trotzdem ist es m.M. nach eines der besten Bücher des Genres!
Denn das Bild welches von unserem zukünftigen Sonnensystem gezeichnet wird ist absolut faszinierend und realistisch. Insbesondere die menschliche Gesellschaft in der Geschichte verdient besondere Aufmerksamkeit da sie sich gleichzeitig minimal und doch grundlegend von der heutigen unterscheidet.
Dabei wartet das Buch mit so einem unglaublichen Detailreichtum auf, dass es einem öfters die Sprache verschlägt. Jede Kleinigkeit wurde bedacht und davon lebt die Story. Keine Aliens, keine intergalaktischen Kriege oder Reisen und die Schwerkraft bleibt auch da wo sie hingehört!
Dieses Buch hat meine Ansprüche an das Genre nachhaltig verändert und ich danke dem Autor für diese wunderbare Reise durch unser Sonnensystem.
Auch wenn es manchmal anstrengend ist und hin und wieder der rote Faden zu fehlen scheint- lest um Himmels Willen weiter! Es lohnt sich!
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am 26. März 2013
Werke von diesem sprachlichen Niveau und mit einer solchen Ideenvielfalt erscheinen nur alle paar Jahre -- und dann sollte man sie genießen! Robinson war in politischer Hinsicht schon immer einer der spannendsten SF-Autoren überhaupt, aber was er hier an "sense of wonder" heraufbeschwört, haut einen echt um. Außerdem ist auch die Übersetzung gelungen: Großes Kompliment an den Heyne Verlag.
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am 8. Mai 2013
ich habe die mars bücher von robinson gelesen und mich entsprechend auf ein ähnlich spannendes werk gefreut. bin aber derbe enttäuscht worden, da nach lektüre von 50% des buches immer noch nicht wirklich klar ist, was der/die protagonisten wirklich tun müssen um der geschichte einen leitfaden zu schenken. irgendwelche obskuren gefahren von qubes beeindrucken noch nicht einmal die protagonsten, wie soll der leser das gefühl bekommen, es handle sich um eine wirkliche story, die vielleicht irgendwannmal auch einen höhepunkt bekommt. eine stadt wird zerstört - anstelle dass robinson an der stelle mal wirklich süannung aufbaut laesst er seine helden wochenlang durch tunnel laufen und die leser mit psychedelischen, nicht nachvollziehbaren gedanken konfrontieren.
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