Kundenrezensionen


11 Rezensionen
5 Sterne:
 (9)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur-Konzentrat!
Drei Menschen, ein Schauplatz und eine ungeheure Spannung!

Mit dieser 1888 entstandenen Novelle hat Henry James ein wahres Konzentrat guter Literatur hinterlassen, die auch 120 Jahre nach Entstehen auf den Leser einen ungeheuren Reiz und zeitlose Schönheit ausübt.

Die Handlung dieses schmalen Buches ist schnell erzählt:

Im...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2005 von zeilensprung

versus
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein kleiner Krimi
Henry James hat auch mit den Aspern-Schriften, ähnlich wie mit dem "Bildnis einer Dame", einen kleinen und mordleichenlosen Krimi abgeliefert. Kaum ein anderer Schriftsteller versteht es, Dialoge so kunstvoll miteinander zu verknüpfen wie James. Seine Geschichten sind mit geschmeidigem Wein zu vergleichen, der so problemlos den Gaumen umspielt und hinuntergeht...
Veröffentlicht am 7. April 2011 von Michael Pietrucha


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur-Konzentrat!, 20. Oktober 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
Drei Menschen, ein Schauplatz und eine ungeheure Spannung!

Mit dieser 1888 entstandenen Novelle hat Henry James ein wahres Konzentrat guter Literatur hinterlassen, die auch 120 Jahre nach Entstehen auf den Leser einen ungeheuren Reiz und zeitlose Schönheit ausübt.

Die Handlung dieses schmalen Buches ist schnell erzählt:

Im Mittelpunkt steht ein namenloser Privatgelehrter, der sich seit vielen Jahren mit dem Schriftsteller Jeffrey Aspern beschäftigt. Von seinen Büchern hingerissen, arbeitet er schon lange an einer Biographie Asperns. Die Hinweise, dass in Venedig noch die hochbetagte, langjährige Geliebte Asperns leben soll, verdichten sich. Ihm ist jedoch klar, dass er sich vorsichtig an die völlig zurückgezogen lebende Frau heranpirschen muss, gar listenreich vorgehen muss, um überhaupt das Vertrauen dieser Frau zu gewinnen. Der Umweg in den venezianischen Palazzo führt schließlich über die Nichte, die ihre eigenen Interessen für die Pflege der alten Dame hintan gestellt hat. Und schließlich gelingt es dem Aspern-Freund, Zugang zu den beiden Frauen zu bekommen. An die unter Verschluss gehaltenen Briefe zu kommen ist jedoch ein heikles Unterfangen und in seiner Gier geht der Held der Geschichte schließlich einen Schritt zu weit...

Ungeheuer spannend, beinahe kriminalistisch ist diese Erzählung sehr kunstvoll aufgebaut. In minimalistischer und doch sehr bildreicher Sprache bringt James dieses Figurentrio schließlich an die Grenzen zwischenmenschlicher Kommunikation.

Der Leser hat von Anfang an den Eindruck, die Fäden der Geschichte aus den Händen zu verlieren, ohne sie noch einmal zu packen zu können.

Damit stürzt auch der Leser auf ein Ende zu, dass nicht überraschend und doch ungewöhnlich ist.

Henry James hat in dieses kleine Meisterwerk außerdem hinreißende Schilderungen der Serenissima eingebaut, die auch heute noch einen Reiz auf den Leser ausüben, dass er am liebsten gleich die Koffer packen würde...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beklemmende Novelle, 8. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
In den im Jahre 1888 geschriebenen Aspern-Schriften geht es um die Beziehung zwischen drei Personen. Zum einen haben wir den Protagonisten, Herausgeber der Werke eines Literaten namens Aspern, einen ansonsten nicht näher bezeichneten Herrn britischer Herkunft und vermutlich jugendlichen bis mittleren Alters. Zum anderen zwei Damen, deren eine (inzwischen steinalte) vor vielen Jahren Verbindung zu jenem Aspern hatte, dessen Schriften oder Briefe an sie sich eventuell noch in ihrem Besitz befinden. Unser Brite versucht mit Hilfe von Tricks, Täuschungen, Schmeicheleien an jene Papiere zu gelangen. Das eigentlich Interessante, auf das James in seinen Schilderungen die meiste Mühe verwendet, ist seine Beziehung zu der jängeren der beiden Damen, die Nichte oder Ziehnichte der älteren ist und in ziemlicher Weltabgeschiedenheit mit ihr zusammen in Venedig lebt. Die Beschreibung dieser Frau, ihre Wirkung auf den Herrn, seine sich ändernde Wahrnehmung ihrer Person sind das eigentlich Kunstvolle an dieser Erzählung. Meisterhaft beschreibt James Nuancen der Gefühle und minimale Änderungen in der Wahrnehmung. Akkurat kann er Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke beschreiben. Nicht zuletzt geht es um Begierde auf private Vermächtnisse eines Verstorbenen und diesbezügliche Gewissenskonflikte.
Das Buch als Roman zu bezeichnen, finde ich unpassend. Dazu spielt es in zu eng begrenztem Rahmen, sowohl zeitlich als auch örtlich. Diese Begrenztheit macht seine teilweise beklemmende Wirkung aus. Ein spannendes Werk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Venedig,drei Menschen und die Gier!, 13. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
Henry James siedelt seine 1888 entstandene Novelle "Die Aspern Schriften" in Venedig an und ihm ist mit dieser Erzählung ein ganz besonderes Stück Literatur gelungen!
Der namenlose Protagonist der Novelle wird von seiner Leidenschaft um das Werk des Schriftstellers Jeffrey Aspern mitgerissen. Er erfährt, dass in Venedig noch immer die hochbetagte Geliebte des Autors zurückgezogen lebt und er vermutet zurecht, dass sie noch immer bisher unveröffentlichte Briefe des längst verstorbenen Autors hütet. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verschafft er sich Zugang in den Palazzo, in dem die alte Frau gemeinsam mit ihrer ältlichen Nichte lebt und er erschleicht sich das Vertrauen der Nichte, um an diese sehr gehüteten Papiere zu kommen. Zu spät erkennt er, dass er in seiner Gier zu weit geht und der Zweck nicht immer die Mittel heiligt...
Henry James kommt in dieser meisterhaften Erzählung mit sehr einfachen Stilmitteln aus, die er aber so kunstvoll einsetzt, dass beim Leser wirklich "Kino im Kopf" entsteht. Nur wenige Schauplätze, eine immer etwas morbide und düstere Stimmung- das Buch lebt vorallem durch das, was es verschweigt!
Ein absolut zeitloses, spannendes Leseerlebnis.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Venedig kann ganz anders sein!, 26. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften (Kindle Edition)
Ich habe die Novelle oder die Erzählung schon einmal im Taschenbuch gelesen und verschenkt! Toll dass es das Buch jetzt auch als eBook gibt! Das Werk steckt voll feiner Menschenbeobachtung – in schöner, packender und bewegender Prosa. Im Mittelpunkt des Buches steht der Dichter Jeffrey Aspern, der schon lange tot ist. Ein Literaturforscher hat herausgefunden, dass in Venedig eine alte Geliebte des Dichters lebt, die noch Briefe oder einen poetischen Nachlass besitzen muss. Das ist so ähnlich wie in »Besessen« von Antonia S. Byatt, aber noch komprimierter und stärker. Eine tolle Sprache! Kein Wunder, dass Henry James in einem Satz mit Virginia Woolf genannt wird. Kein bisschen angestaubt. Hab ich mir für den nächsten Urlaub zum Wiederlesen vorgemerkt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So toll kann Lesen sein !, 9. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
"Die Aspern-Schriften" halte ich für das Beste dessen, dass ich von Henry James bisher gelesen habe. Eigentlich ist es eher eine Novelle, als ein Roman. Im Gegensatz zu seinen Romanen, durch die man sich oft wegen ellenlanger Sätze, bei allem Respekt vor dem stets psychologisch sehr genauen, oft subtilen Handlungsstrang, häufig etwas durchquält, liest sich diese Geschichte sehr flüssig. Die Sache um die es hier geht, ist eher unspektakulär, liest sich aber so unglaublich spannend, daß man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Neben der Henry James-mäßigen Beschreibung der drei in der Hauptsache agierenden Personen, die man schon nach kurzer Zeit persönlich zu kennen glaubt, bekommt man noch eine tiefgehende Beschreibung der Ausnahmestadt Venedig, ohne daß der Autor Venedig im eigentlichen Sinne beschreibt. Soetwas habe ich bisher in dieser Intensität noch von keinem anderen Autor gelesen. Der Ausgang des Buches berührt doch sehr, ist es doch im hollywood'schen Sinne kein Happy End. Im "James'schen" Sinne, könnte man es wohl allerdings wie bei allen seinen Romanen, durchaus als "Happy End" bezeichnen. Das ist ja gerade das ganz Besondere an Henry James.
Also: unbedingt empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier ist der Preis der Kunst die Gunst!, 14. Januar 2004
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften (Gebundene Ausgabe)
Ein amerikanischer Literaturwissenschaftler reist im vorletzten Jahrhundert nach Venedig, um dort Kontakt aufzunehmen mit der mittlerweile steinalten Muse eines berühmten, längst verstorbenen Dichters. Die hochbetagte Dame bewohnt gemeinsam mit ihrer blassen, auch nicht mehr taufrischen Nichte, die ihr gewissermaßen als Nurse zu Seite steht, einen morbiden Palazzo und hält sich ganz bewusst von ihren Mitmenschen fern. Die Greisin lebt mit ihren Erinnerungen, was konkret heißt, sie lebt mit den Briefen des toten Dichters Aspern. Dem jungen Literaturwissenschaftler gelingt es - inkognito - sich bei den verschrobenen Damen einzumieten. Auf diese Weise hofft er an die , der Öffentlichkeit noch fremden Aspern-Schriften zu gelangen. Den Preis, den der Mann für die begehrte Habe zahlen soll, ist ungewöhnlich und erfordert eine baldige Gewissensentscheidung .......!
Eine hervorragende Erzählung mit einem sehr interessanten Nachwort von Bettina Blumenberg. Sie lässt den Leser wissen, dass der Erzählung eine Anekdote aus Florenz zugrunde liegt und berichtet in der Folge über diese kleine Begebenheit. Auch weist Blumenberg darauf hin, dass Henry James durch seinen Text der Dichter Lord Byron, Shelley und Puschkin gedacht habe. Die Botschaft des Schriftstellers lautet, so erfährt man, ein Leben sei freudlos und verfehlt, wenn es sich fern von allem abspielt, was reizvoll sein könnte und so trete anstelle eines solchen Lebens die Kunst!
Ein empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine der schönsten Liebeserklärungen an Venedig, 6. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften (Kindle Edition)
Wenn man dieses Buch zu lesen beginnt, sollte man vorher nach Venedig kommen.... und sich an die Fondamenta Gradenigo begeben, um den Palazzo Barbaro-Curtis, in dem dieses Werk geschrieben wurde, zu sehen - und zu verstehen...

Wenn man den Garten des Palazzo sieht und sich vorstellt, wie er "anno 1880" aussah -

Dieses Werk manifestiert völlig differente Ansichten:

ad 1) - die Jagd eines Besessenen mittels Hinterlist und dem Ausnützen von Miss Tinas misslicher Lage (jedweder Art) um ans Ziel zu gelangen

ad 2) - eine wundervolle, genaue Darstellung Venedigs zur Zeit von James... die Beschreibung des Gartens stimmt absolut überein mit vielen Werken der damaligen Zeit, (z.B. Handbuch der botanischen Litteratur: Mit einer Vorrede von Ludw. Reichenbach)

ad 3) - letztendlich beinhaltet dieses Buch sogar die alte christliche Lehre von "die Sühne wird dich ereilen"....

Jedem, der dieses Buch gelesen hat, möchte ich anraten, auch "Die Flügel der Taube" zu lesen... er wird den Stil James lieben und nicht mehr missen wollen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Wohltat im eBook!, 28. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften (Kindle Edition)
Die Übersetzung von Bettina Blumenberg ist schon 2003 als gebundene Ausgabe erschienen und hat damals Platz 1 auf der SWR Bestenliste belegt. Rolf Vollmann schrieb seinerzeit in der »Zeit«, was es für eine Wohltat es sei, dieses Buch lesen zu dürfen, das er neben Werke von Proust und Joyce stellte. Vielleicht ist diese Erzählung wirklich das beste Buch von Henry James, für mich auf alle Fälle, auch wenn mir die beiden Erzählbände bei Manesse »Benvolio« und »Wie alles kam«, die es ja auch als Kindle-Edition gibt, auch gut gefallen haben! Fünf Sterne für die Übersetzung, fünf Sterne für das tolle Nachwort »Venedig kann sehr kalt sein« von der Übersetzerin. Auf den Text gehe ich jetzt nicht ein, da es ja für die Buchausgaben genug gute Kundenrezensionen gibt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzählung wider die fanatische Verehrungsmanie, 16. März 2010
Von 
Marion Boysen "Rapsody" (Hessen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
Manchmal habe ich den Eindruck, das bereits einige Jahrzehnte alte Kritiken und Interpretationen berühmt-bekannter Literaten hier in den Rezensionen gerne nachgekaut werden. Das finde ich 1.wenig originell und 2.auch nicht sonderlich hilfreich für aktuell Lese-Interessierte.

Was halte also ich von den "Aspern-Schriften"?

Wer erstmals durch diese Erzählung mit Henry James in Berührung kommt und nicht gerade Literaturwissenschaftler, Germanist oder Ähnliches ist, wird, schätze ich, so schnell nicht wieder etwas von diesem Autor lesen wollen.
Denn der erste Durchgang hinterläßt eine etwas gähnende Langeweile.

Und man fragt sich, wozu dieses Konstrukt von Nichts mit Nichts in schönen Worten gut sein soll. Zumal, wenn dem geneigten Leser die literatur-historischen Assoziationen heute noch weniger als damals sogleich in den Sinn kommen.
Und geht es darum überhaupt? Ich denke nicht. Auch, wenn das ausführliche Nachwort der Übersetzerin, Bettina Blumberg, als Vorlektüre sehr informativ und durchaus hilfreich ist.

Mrs. Prest, die den seine Jagd nach den Aspern-Schriften erzählenden Idol-Verehrer erst auf die Idee bringt, es als Untermieter bei den beiden, die 'Reliquien' besitzenden, Damen Bordereau zu versuchen, hält sein "Interesse an(der) in Aussicht stehenden Beute für einen vorbildlichen Fall von Monomanie".

Dem schließe ich mich an. Und ich bin mir nicht so sicher, ob es nicht auch das ist, was Henry James hier auf seine besondere Art zum Ausdruck bringen wollte. Es passt nämlich perfekt.

Meiner Meinung nach ist es im Grunde völlig gleich, welche(n) berühmten, toten Dichter, Maler, Künstler er mit dem hier nie näher genannten und niemals zitierten Aspern im Sinn hatte. Damals waren es Jene, heute können es Andere sein. Es passt auf Jeden. Am Besten die Toten.

Aber das, was damals wohl, wie heute auch, und das mehr denn je, zu beobachten war und ist, ist diese manches Mal ans Fanatische grenzende Idol-Verehrung. Eine alles bestimmende, gottgleiche Verehrung, sogar auf Kosten des eigenen zu lebenden Lebens. Eine Verehrung und eine Jagd nach Hinterlassenschaft, Trophäen und Reliquien, für die der so Infizierte buchstäblich sein letztes Hemd verkauft oder sein ganzes Geld ausgibt. Jenseits aller Vernunft.

Für den Idol-Verehrer hat nichts um ihn herum einen Wert für sich, eine Persönlichkeit, oder geschweige denn ein Gesicht. Weder die Damen, noch die Diener, noch die Helfer. Nicht der Ort und nicht der Palazzo. Seine Wahrnehmung beschränkt sich einzig auf die Nützlichkeit von allem und jedem, um an seine 'Reliquien', in dem Fall die Aspern-Schriften, zu kommen.

Hochspannend ist das Ganze keineswegs. Ein Drama wohl auch kaum. Eher ein Trauerspiel.

Da Miss Tina, die 'jüngere' (die ältere soll 150 Jahre zählen) der beiden Damen, die Leidenschaft am Idol in keinster Weise teilt, muss der Idol-Verehrer an dem von ihr genannten Preis für die Schriften/Reliquien, nach dem Tod der Älteren, ebenso scheitern, wie sie selbst.

Dass für diese Erzählung wahrscheinlich eine historische Andekdote als Vorlage gedient hat, mag für Historiker interessant sein, für diese literarische Erzählung selbst ist das, meines Erachtens, völlig belanglos.

Fazit: Durchaus lesenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein kleiner Krimi, 7. April 2011
Von 
Michael Pietrucha (Forchheim Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Aspern-Schriften: Roman (Taschenbuch)
Henry James hat auch mit den Aspern-Schriften, ähnlich wie mit dem "Bildnis einer Dame", einen kleinen und mordleichenlosen Krimi abgeliefert. Kaum ein anderer Schriftsteller versteht es, Dialoge so kunstvoll miteinander zu verknüpfen wie James. Seine Geschichten sind mit geschmeidigem Wein zu vergleichen, der so problemlos den Gaumen umspielt und hinuntergeht. Diesmal begibt sich ein Autor nach Venedig auf die Suche nach den Manuskripten des schon lange verschiedenen Jeffrey Aspern. Er findet seine einstige, in die Jahre gekommene und von Grund auf habgierige Geliebte und deren schmucklose Nichte, Miss Tina. Der Mann zieht bei den Frauen zur Miete ein und bietet ihnen seine Dienste an. Aber werden die Frauen ihm einen Einblick in die Manuskripte gewähren? Und was ist er bereit dafür zu tun? All das geschieht in dem malerischen, aber nur nebensächlichen Venedig.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Aspern-Schriften
Die Aspern-Schriften von Henry James
EUR 8,14
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen