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Der 200ste Geburtstag Wagners schlägt ja vornehmlich publizistische Wellen. Meist dahin gehend, dass man sich schämen möge, Musik eines solchen Menschen überhaupt zu hören. Da ist man über ein rein musikalisches Statement, dass pünktlich zum Geburtstag erschienen ist, schon grundsätzlich froh. Ich habe mich schon zum Teil zum Spruchsprecher von Janowskis Wagnerzyklus gemacht und versucht, die Eigenheiten der Interpretationen von Janowski zu beschreiben:
Tristan und Isolde
Wagner: Tannhäuser
Wagner: Die Meistersinger von Nurnberg
Im Rheingold ist er nun endgültig am rechten Ort angekommen. da arbeitet er sich an den Streicherfiguren des Wassers, an den mechanischen Rhythmen und Hämmern Nibelheims, an der Gewalt der Riesen mehr ab, als an der Leidenschaft Tristan und Isoldes. Mit einer Spielzeit von 2 Std. und 20 Minuten treibt er das Rheingold voran. Wie bisher auch höchste Durchhörbarkeit, Auffächern des Streicherapparats, präsentes Holz und extrem diszipliniertes Blech, das aber an den Höhepunkten zusammen mit den harten Pauken auch mal gewaltig dreinschlagen darf. Da klingt vieles überraschend, ungewohnt, kühl, aber nie distanziert. Eigentlich der Wagner, auf den die Fachkritiker schon immer warten: analytisch, modern, absolut fettfrei. Aber irgendwie hat man Janowskis Wagner da noch nicht so richtig zur Kenntnis genommen oder es nun doch zu radikal? In jedem Fall eine eigenständige, spannende Interpretation.
Spannend auch die Sängerbesetzung mit vielen jungen, noch nicht so bekannten Stimmen - das ist wohl immer besser, als bekannte, aber ausgesungene Sänger. Thomasz Koniecny ist ja auch der Alberich im Wiener Thielemann-Ring, eine leicht raue, knorrige Stimme - aber halt was für eine Stimme. Dazu spielt er wie kaum ein anderer eine herrische, ja manchmal richtig fiese Attitüde aus - ein richtiger Machtmensch. Daneben hat der Alberich von Jochen Schmeckenbecher fast die schönere Stimme, ein getriebener, verzweifelter Typ, Schmeckenbecher liefert da eine überzeugende Psychostudie. Der als Parsifal und Siegmund erprobte Christian Elsner ist ein heldentenoraler Loge, der aber auch die zwielichtigen Seiten der Figur gut herausstellt. Mit Iris Vermillion möchte man - rein stimmlich gesehen - nicht verheiratet sein, nach vielen milden Frickas nun wieder mal eine echte Zicke mit großer Stimme. Besonders erwähnt werden muss Günter Groissböcks Fasolt, eine mächtige Stimme, kernig und angemessen dunkel. Aufhorchen lässt auch Antonio Yang als Donner, Riccarda Merbeth ist als Freia scon eine Luxusbesetzung. Auch ansonsten keine Ausfälle in Rhein, Nibelheim und auf freier Gegend.
"Falsch und feig ist, was da oben sich freut" singen die Rheintöchter aus weiter ferne den Göttern zu und die Musik "jubiliert dazu" - so der ansonsten kundige Begleittext, der weit ausholt. Jubel stelle ich mir anders vor als dieser gigantische Orchesterausbruch, in dem Janowski knallhart die Triolen der Pauken und Trompeten hineinstanzt. Der Weg in die Götterdämmerung hat begonnen, ich hoffe, dass er auf diesem Niveau weitergführt wird.
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am 25. Februar 2015
Technisch (SACD) und orchestral derzeit die beste Aufnahme (ebenso wie die restlichen drei Opern des Ring), für Besitzer von SACD-Playern ein Muss. Allein die Hörner zu Beginn, die aus dem Nichts zu kommen scheinen, sorgen für Gänsehaut.
Es ist gut zu wissen, dass es im Zeitalter von MP3- und Youtube-Gequäke noch Toningenieure gibt, die Qualitätsbewusstsein haben.
Günstiger Preis, und aus GB flott geliefert. Marek Janowski hat es als erster fertig gebracht, mit ein und demselben Orchester die zehn zentralen Opern Wagners einzuspielen. Mit persönlicher Favorit: Lohengrin mit Klaus Florian Vogt.
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am 6. Juni 2013
Janowski ist ein sehr erfahrener Wagner-Interpret. Die übrigen Künstler überzeugen voll und ganz. Sie können sich bei der konzertanten Aufführung absolut auf das Singen und Spielen konzentrieren. Die Aufnahmetechnik ist absolute Spitze. Alle Wagner-Aufnahmen mit Janowski aus Berlin sind Referenzaufnahmen. Da kann augenblicklich keine Bühne der Welt mithalten, weder Wien noch Bayreuth. Wer also auf DVD-Bilder verzichten kann und nur hören will, kommt hier voll auf seine Kosten.
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